über das begehren - Lehranstalt für systemische Familientherapie
über das begehren - Lehranstalt für systemische Familientherapie
über das begehren - Lehranstalt für systemische Familientherapie
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
SEXUALITÄT II ><br />
HELMUT DE WAAL<br />
ÜBER DAS BEGEHREN: ANMERKUNGEN<br />
ZUR MENSCHLICHEN SEXUALITÄT<br />
DIESER BEITRAG ist aus einem<br />
Vortrag im Rahmen des <strong>systemische</strong>n<br />
Kaffeehauses entstanden<br />
und hat deswegen noch immer<br />
den Charakter des gesprochenen<br />
Wortes. Das sollte auch nicht<br />
ganz eliminiert werden, denn<br />
Reden hat nun einmal einen viel<br />
leiblicheren Bezug als <strong>das</strong> Schreiben, und <strong>das</strong> passt zum<br />
Thema. Absicht des Beitrages ist, zuerst einmal eine allgemeine,<br />
„phänomenologische“ Annäherung an <strong>das</strong><br />
Thema zu geben, um dann mithilfe dieser Annäherung<br />
einen Rahmen zu haben <strong>für</strong> die Fragen, wann und zu<br />
welchem Ziel hier therapeutische Hilfe geleistet werden<br />
kann. Die einzelnen Methoden dieser Hilfe sind nicht<br />
Gegenstand der Auseinandersetzung (nach meiner<br />
Überzeugung und auch Erfahrung sind aber Respekt,<br />
Unvoreingenommenheit und klare Konzeption unabdingbare<br />
Voraussetzung und manchmal auch schon hinreichende<br />
Leitideen <strong>für</strong> jede Intervention).<br />
Persönliche Legitimation und auch den Anlass <strong>für</strong> diese<br />
Beschäftigung mit dem Thema könnte ich in meiner<br />
eigenen Vergangenheit sehen (<strong>das</strong> wäre auch ein Darstellungscharakteristikum<br />
des Themas: Es ist immer –<br />
zumindest auch – persönlich, wenn man einigermaßen<br />
ehrlich ist).<br />
Für mich ist <strong>das</strong> die Erinnerung an <strong>das</strong> katholische<br />
Internat, <strong>das</strong> in weitläufigen und schönen barocken<br />
Räumlichkeiten untergebracht war. Einerseits war man<br />
da – fast kann man sagen erwartungsgemäß – mit wortreichen<br />
und detaillierten Verboten diesbezüglich versehen,<br />
anderseits ständig mit bildnerischen Darstellungen<br />
einer üppigen und durchaus sündhaften, zumindest zur<br />
Sünde bereiten Körperlichkeit konfrontiert und gleichzeitig<br />
waren dem auch immer gewissenhafte Erörterungen<br />
der Möglichkeiten des Verfehlens in diesen Belangen<br />
gegen<strong>über</strong>stellt, die natürlich immer Möglichkeiten<br />
des Denkens und auch Handelns eröffnen. Das prägt<br />
lebenslang, und ich meine <strong>das</strong> nicht bedauernd (es ist<br />
Teil einer christlichen Existenz): Das Internat hat mir –<br />
versehen mit dem Rahmen des Verbots (und dieser Rahmen<br />
kann sich abnützen) – gezeigt, <strong>das</strong>s in Gedanken,<br />
Worten und Werken immer etwas möglich ist, <strong>das</strong> vorher<br />
noch nicht so wahrgenommen wurde.<br />
Bezüglich der Herangehensweise ist <strong>das</strong> ja <strong>über</strong>haupt<br />
kein einfaches Thema.<br />
Nähern wir uns hier wissenschaftlich nüchtern, gehen<br />
wir mit Sicherheit an der Schönheit und Einzigartigkeit<br />
des Themas vorbei.<br />
Geht man menschlich, erfahrungsorientiert vor, wird<br />
die Geschichte immer auch zur Geschmacksache und es<br />
stellt sich die Frage: Ist <strong>das</strong> verträglich <strong>für</strong> den Rezipienten?<br />
Aber <strong>das</strong> macht nichts, diese Gefahr gehört zu dem<br />
Thema, „no risk – no fun“ ist auch <strong>das</strong> Kennzeichen<br />
dessen, <strong>das</strong>s etwas Neues möglich ist. Das wirklich Neue<br />
registrieren wir ja kognitiv als <strong>das</strong> Unglaubliche oder<br />
auch als <strong>das</strong> Unmögliche, gefühlsmäßig, <strong>das</strong>s etwas<br />
<strong>über</strong>raschend ist oder auch peinlich.<br />
Ich versuche <strong>für</strong> meinen Teil einen Mittelweg, Sie selber<br />
entscheiden, wo Sie folgen, zurückbleiben oder gar vorauseilen.<br />
Meine einfache und zentrale These zum Thema:<br />
Das Begehren des Menschen ist nicht erfüllbar, die Folge<br />
davon ist die Sehnsucht („Es ist die Sehnsucht, die<br />
die Seele nährt, und nicht die Erfüllung“, sagt Schnitzler),<br />
und manchmal auch <strong>das</strong> Leiden daran (was wiederum<br />
vom Kontext der Erfüllbarkeit abhängt, wie weiter<br />
unten deutlich werden soll).<br />
Immer ersehnt, nie wirklich erfüllt, deswegen kann<br />
Begehren als eine menschliche conditio sine qua non<br />
gesehen werden. Warum ist <strong>das</strong> so? Warum sind Unerfüllbarkeit<br />
und damit Sehnsucht im Menschlichen<br />
unvermeidlich? Und wo liegt der Zusammenhang mit<br />
Psychotherapie?<br />
Das soll im Folgenden erörtert werden.<br />
BESONDERHEITEN DER MENSCHLICHEN SEXUALITÄT<br />
Zuerst soll hier ein kleiner Vergleich zwischen Mensch<br />
und Tier angestellt werden, nicht um hier Tierpsychologie<br />
zu betreiben, sondern weil wir wissen: Information<br />
geschieht vermittels Wahrnehmung von Unterschieden,<br />
und der Vergleich mit den Tieren (in diesem Zusammenhang<br />
v.a. den Säugetieren) hilft uns, Klarheit<br />
SYSTEMISCHE NOTIZEN 02/08 43
D E W A A L ><br />
<strong>über</strong> die menschliche Sexualität zu gewinnen. Außerdem<br />
hat dieser Vergleich ja auch Tradition. Sic: Hier gibt es<br />
die alte Lesart, in der Sexualität ist der Mensch ein Tier,<br />
in der Liebe aber vermag er <strong>über</strong>menschlich <strong>über</strong> sich<br />
hinaus zu wachsen (göttlich eben), erst die Kombination<br />
ergibt ein menschliches Maß.<br />
Stimmt <strong>das</strong> <strong>über</strong>haupt? Verhaltensforscher haben darauf<br />
hingewiesen, <strong>das</strong>s <strong>das</strong> gar nicht stimmt, im Sexuellen<br />
mag der Mensch vielleicht teuflisch sein, viehisch ist er<br />
mit Sicherheit nicht (da täten wir den Tieren unrecht<br />
und auch den Menschen würden wir nicht gerecht).<br />
Was sind nun also die Besonderheiten menschlicher<br />
Sexualität?<br />
ENTKOPPELUNG VON SEXUALITÄT<br />
UND FORTPFLANZUNG<br />
Der Mensch hat keinen Östrus (Brunft), d.h., es gibt<br />
beim Menschen keine bestimmte Zeit <strong>für</strong> Empfängnis<br />
und Sex, die fix gekoppelt ist. Bei Menschen hat Sex<br />
mitunter mit Liebe zu tun, bei Tieren immer mit Fortpflanzung,<br />
auch wenn sich diese Möglichkeit nicht bei<br />
jedem Akt tatsächlich realisiert. Menschen könnten<br />
immer, und <strong>das</strong> hat nicht notwendigerweise Folgen,<br />
könnte aber welche haben.<br />
Deswegen müssen sich Menschen immer mit zwei Fragen<br />
auseinander setzen. Erstens: Wenn wir nicht müssen,<br />
sondern können, wirft <strong>das</strong> aber auch immer die Frage<br />
auf: Wollen wir? (Diese Frage ist komplexer als sie<br />
aufs Erste scheint, die Hälfte aller antiken und modernen<br />
Dramen gehen darauf zurück).<br />
Zweitens: Welche Folgen riskieren wir und wie gehen<br />
wir dabei vor, auch, wie verständigen wir uns, zudem ist<br />
<strong>das</strong> Risiko biologisch (<strong>das</strong> ist so bei Mensch und Tier)<br />
bezüglich der Geschlechter verschieden angelegt (Männer<br />
werden nicht schwanger, außer Arnold Schwarzenegger<br />
in einem Film, aber sie könnten schon die Kinder<br />
„bekommen“, wie G. Brantenberg in ihrem Buch<br />
„Die Töchter Egalias“ uns zeigt). Das sollte gesellschaftlich<br />
ausgeglichen werden und wenn es nicht ausgeglichen<br />
wird, dann zumindest gerechtfertigt, „pater semper<br />
incertus est“ ist nicht nur eine Feststellung, es<br />
animiert den römischen pater familias auch zur Festigung<br />
und Rechtfertigung seiner Machtstellung bezüglich<br />
Mutter und v. a. Kind.<br />
MENSCHLICHE SEXUALITÄT IST WENIG FESTGELEGT<br />
Menschen können im Unterschied zum Tier Verschiedenstes<br />
auf verschiedenste Art und Weise. Die Bonobos<br />
seien hier einmal ausgenommen, die werden ja an dem<br />
Punkt dann immer als Einwand gegen die Besonderheit<br />
des Menschen angeführt. Meines Erachtens gilt <strong>das</strong> aber<br />
nur zum Teil. Ich kenne z. B. keinen Affen, der Sexualität<br />
zum Gegenstand permanenter Fantasie macht, in<br />
dem er sie bei Todesstrafe verbietet, gleichzeitig aber in<br />
all ihren Möglichkeiten hingebungsvoll beschreibt, derartiges<br />
Raffinement ist dem Menschen vorbehalten, in<br />
dem Fall der Sexualerziehung im Internat meiner Kindheit<br />
(s.o.).<br />
MENSCHLICHE SEXUALITÄT UND KOMMUNIKATION<br />
Das heißt also, Menschen müssen sich abstimmen,<br />
manchmal explizit kommunizieren. Das ist schwierig<br />
und anspruchsvoll, Menschen können kommunizieren,<br />
indem sie Sex haben (also dadurch, <strong>das</strong> kann schön sein<br />
aber meist missverständlich), sie können <strong>über</strong> den Sex,<br />
den sie haben oder machen kommunizieren (nachher ist<br />
logisch aber ungenau, weil zeitverschoben und zu spät;<br />
vorher ist hingegen oft zu früh), aber sie können schwer<br />
Sex haben und gleichzeitig <strong>über</strong> den Vorgang kommunizieren<br />
(während), da kommt immer etwas aus dem<br />
Rhythmus (wir kennen <strong>das</strong> ja auch aus der Tanzstunde<br />
etc.).<br />
Sexualität und Kommunikation gehören also immer<br />
zusammen, treffen sich aber nie wirklich, <strong>das</strong> ist nie<br />
„punktgenau“, immer bleibt auch etwas Unsagbares<br />
zurück. Wer alles sagen will (vorher, um auf Nummer<br />
sich zu gehen oder nachher, um allen Lohn einzuheimsen:<br />
„War ich gut?“ etc., etc.) verpatzt die Geschichte<br />
verlässlich. Wer dem Begehren nachgibt, muss endlich<br />
einmal den Mund halten und sich dem Risiko <strong>über</strong>lassen<br />
(dazu noch weiter unten).<br />
44 SYSTEMISCHE NOTIZEN 02/08
SEX GESCHIEHT FÜR DEN EINZELNEN<br />
IMMER AUF PERSÖNLICHE WEISE<br />
„Hände weg von Kindern“ (Begründung: Schutz von<br />
Unmündigen; Legitimation: Gesetz).<br />
Gunter Schmitt hat <strong>das</strong> auf anschauliche und gültige<br />
Weise (Gunter Schmitt, Das große DerDieDas, März–<br />
Verlag, Herbstein 1986, S.77–87) beschrieben. Es ist<br />
immer die Lebensgeschichte, die sich im Sexuellen<br />
abbildet. Harry Merl fortführend könnten wir ökosystemisch<br />
von den PRM (persönlichen Referenzmodellen)<br />
im Sexuellen sprechen.<br />
Praktisch heißt <strong>das</strong> dann: Was schön und aufregend ist,<br />
lässt sich nicht normieren und erwarten, es ist immer<br />
einzigartig. Und es ist <strong>das</strong> Ergebnis von Erfahrung und<br />
unserer vorstellungsmäßigen Bezugnahme auf diese<br />
Erfahrung. Auf die Weise wird immer ersehnt, beziehungsweise<br />
genauso entschieden wie auch vermieden.<br />
WAS SCHÖN UND AUFREGEND IST, LÄSST<br />
SICH NICHT NORMIEREN UND ERWARTEN, ES<br />
IST IMMER EINZIGARTIG. UND ES IST DAS<br />
ERGEBNIS VON ERFAHRUNG UND UNSERER<br />
VORSTELLUNGSMÄßIGEN BEZUGNAHME AUF<br />
DIESE ERFAHRUNG. AUF DIE WEISE WIRD<br />
IMMER ERSEHNT, BEZIEHUNGSWEISE GENAU-<br />
SO ENTSCHIEDEN WIE AUCH VERMIEDEN.<br />
Das sollten wir zunächst einmal neugierig und neutral<br />
wahrnehmen.<br />
Es ist zuerst einmal so, wie es ist und braucht anfangs<br />
weder spezielle Erklärung noch Legitimation.<br />
„Gut“ oder „schlecht“, aber auch „appetitlich“ oder<br />
„ungustiös“, sind Zuschreibungen von kontextbezogenen<br />
Beobachtern, die sich legitimieren und rechtfertigen<br />
müssen. Diese Legitimationen müssen begründet sein,<br />
können sowohl im privaten wie im öffentlichen Raum<br />
vorgenommen werden und führen im Folgenden zu<br />
Beschränkungen. Sie lauten dann z. B. „Lass <strong>das</strong>, <strong>das</strong><br />
gefällt mir nicht“ (Begründung: Mein Geschmack ist<br />
anders als deiner; Legitimation: Autonomie) oder:<br />
SEX IST IMMER AUCH „ETWAS ANDERES“<br />
(... nicht nur Lust, sondern auch Liebe, Imponieren,<br />
Macht, Sinnstiftung etc., etc.). Ob wir wollen oder<br />
nicht, drücken wir damit immer auch etwas anderes aus,<br />
wobei <strong>das</strong> immer im Beobachtungskontext verhandelt<br />
wird: „Dass du mit mir geschlafen hast, heißt doch, <strong>das</strong>s<br />
du mich liebst“, „Aber nein, Schatz, <strong>das</strong> heißt bloß, <strong>das</strong>s<br />
ich mit dir machen kann, was ich will“. Also: Sexualität<br />
bedeutet immer etwas.<br />
Was Sex bedeutet, ist natürlich <strong>das</strong> große Thema des<br />
Menschen und zwar sowohl was es <strong>für</strong> mich selbst<br />
bedeutet („Ich konnte zeigen, wie temperamentvoll ich<br />
bin“), als auch was es <strong>für</strong> den<br />
anderen bedeutet. Hier kann<br />
man weiter unterscheiden zwischen<br />
meiner Meinung („Das<br />
hat dir jetzt gut getan.“, „Dass<br />
du mit mir geschlafen hast,<br />
bewiest ja wohl, <strong>das</strong>s ich <strong>für</strong><br />
dich der Einzige bin.“) und der<br />
des anderen („Ich zeige dir<br />
damit meine Liebe“).<br />
Das bekannte Bonmot „Frauen<br />
schlafen mit Männern, damit<br />
die mit ihnen reden, Männer<br />
reden mit Frauen, damit die mit ihnen schlafen“ skizziert<br />
die Bedeutungsverschränkung auf reizvolle aber<br />
simple Weise.<br />
UNTERSCHEIDUNG ZWISCHEN<br />
ÖFFENTLICHEM UND PRIVATEM RAUM<br />
Menschen verfügen im Gegensatz zu Tieren zudem <strong>über</strong><br />
die Unterscheidung zwischen öffentlich und<br />
nicht/öffentlich, wobei auch <strong>das</strong> kontextbezogen ist und<br />
mitunter kontroversiell verhandelt werden muss (wer<br />
Kinder großgezogen hat, kennt nur zu gut die alljährlichen<br />
– im Herbst, nicht im Mai – Fragen nach dem<br />
SYSTEMISCHE NOTIZEN 02/08 45
D E W A A L ><br />
tierischen Treiben bei den Zoo- und Tierparkbesuchen:<br />
Oft hat man den Eindruck, <strong>das</strong>s sich dabei <strong>das</strong> kindliche<br />
Interesse schon weniger auf <strong>das</strong> Verhalten der Tiere, sondern<br />
eher auf die varianten Erklärungen der Erwachsenen<br />
bezogen hat: „Bei der Oma ist <strong>das</strong> was ganz anderes“).<br />
Warum ist <strong>das</strong> so?<br />
Weil Menschen „wissen“. Menschen wissen um ihre<br />
Sexualität und sie wissen, <strong>das</strong>s der andere (Partner) weiß<br />
und die anderen wissen könnten: wissen und sich aufgeben,<br />
<strong>das</strong> ist ja <strong>das</strong> Schöne, und <strong>das</strong> bedingt einander.<br />
„Sich Vergessen können“ in der Hingabe hat vorheriges<br />
Bewusstsein zur Voraussetzung, riskierter Kontrollverlust<br />
die absichtliche Kontrolle, „der kleine Tod“<br />
geschieht nur im Gegensatz zum wachen Leben.<br />
Insgesamt ist es also die – unabdingbare – Fähigkeit zur<br />
Vorstellung (Zukunft), die <strong>das</strong> Begehren unstillbar<br />
macht, weil die Realität dann meistens anders ist und<br />
deswegen Enttäuschung zur Folge hat oder auch, je nach<br />
Verfasstheit des Betroffenen (Beobachter passt hier<br />
nicht, obwohl erkenntnistheoretisch genau <strong>das</strong> gemeint<br />
ist) auch Überraschung etc.<br />
Das ist natürlich nicht auf Sexualität beschränkt, aber<br />
oft und üblicherweise in dem Punkt abgehandelt, <strong>das</strong> ist<br />
auch spannender und schöner natürlich.<br />
WAS WÄREN NUN AUSWIRKUNGEN DIESER<br />
UNTERSCHIEDSFESTSTELLUNG AUF DIE GELEBTE<br />
MENSCHLICHE SEXUALITÄT?<br />
DIE MENSCHLICHE FÄHIGKEIT DER VORSTELLUNG<br />
Dazu fallen mir zwei Erinnerungen aus meiner Studienzeit<br />
ein. Zum einen eine Bemerkung von W. J. Revers in<br />
seiner Hauptvorlesung: Die Erfüllung des menschlichen<br />
Begehrens ist allein deswegen schon nicht möglich, weil<br />
Menschen nach immer<br />
besserer Befriedigung streben,<br />
die menschliche<br />
Fähigkeit der Vorstellung<br />
befähigt uns, Befriedigung<br />
zu variieren und zu<br />
steigern.<br />
Zum anderen <strong>das</strong> Postulat<br />
von Konrad Lorenz, <strong>das</strong>s<br />
der Mensch im Gegensatz<br />
zum Tier eine viel weitergehende<br />
Möglichkeit der<br />
Triebbefriedigung aufweist und zwar deswegen, weil bei<br />
ihm zwischen den auslösenden Reizen und der folgenden<br />
„Triebabfuhr“ sozusagen ein „Hiatus“, ein Spalt<br />
besteht, der auf verschiedene Weise gestaltet werden<br />
kann und muss. Menschen haben eben nicht eine automatische<br />
„Triebabfuhr“, sondern was immer da<br />
geschieht, muss gestaltet werden. So gibt es eben nicht<br />
„die“ Befriedigung, sondern immer eine ganz bestimmte,<br />
die jeweils eigene nämlich.<br />
Zum einen finden wir zwei Formen des Genusses, meine<br />
eigene Sinnlichkeit und die Freude und Begeisterung<br />
<strong>über</strong> die Sinnlichkeit des anderen, an der ich einen<br />
geheimnisvollen, aber nie ganz kontrollierbaren Anteil<br />
habe.<br />
Zum anderen <strong>das</strong> Phänomen der Hingabe: Mein Genuss<br />
DASS SEX ABER IMMER ANDERS SEIN KÖNNTE,<br />
DASS DIESE VORSTELLUNG (HIER IST DER KOPF<br />
JA WIRKLICH DAS WICHTIGSTE SEXUALORGAN)<br />
UNVERMEIDLICH IST, MACHT DAS BEGEHREN<br />
(JEDES NATÜRLICH) AN SICH UNERFÜLLBAR: WAS<br />
IST UND WAS SEIN KÖNNTE ODER HÄTTE SEIN<br />
KÖNNEN, TRIFFT SICH LETZTLICH NIE ENDGÜLTIG.<br />
besteht im Aufgeben der Kontrolle und im Wissen um<br />
dieses Aufgeben, im Risiko der Hingabe (der Auerhahn,<br />
der im Balztanz erschossen wird, weiß nicht warum, der<br />
untreue Ehemann schon). Hingabe ist wohl eines der<br />
schönsten Wörter der deutschen Sprache, auch wenn es<br />
in Zeiten von Machbarkeit und Kontrolle unmodern<br />
und riskant erscheint.<br />
Ein weiterer Punkt ist <strong>das</strong> Wissen: Ich weiß immer, <strong>das</strong>s<br />
es auch anders sein könnte, Wissen ermöglicht Vorstel-<br />
46 SYSTEMISCHE NOTIZEN 02/08
lung und macht sie unvermeidlich. Das Sichvergessen<br />
und <strong>das</strong> Wissen gehören immer zusammen. Das bedeutet,<br />
<strong>das</strong>s Sinnlichkeit und Vorstellung, Körper und Geist<br />
gerade hier zusammengehören. Das volksdümmliche<br />
Bonmot, <strong>das</strong>s kognitive Beschränktheit sexuellen<br />
Genuss steigert, dürfte gerade nicht stimmen.<br />
Die Vorstellung ist allerdings immer größer und weiter<br />
als die Realität. Sex könnte immer auch anders gehen.<br />
Das wäre auch der wesentliche Ansatz von Ulrich Clement,<br />
wenn ich <strong>das</strong> richtig verstanden habe (Clement,<br />
2004).<br />
Das ist auch <strong>das</strong> Schöne: Menschliche Sexualität ist<br />
innovativ und passiert (im Gegensatz zum Tier) meistens<br />
anders und reicher als wir es vorher gedacht haben<br />
(<strong>für</strong> den Einzelnen als auch insgesamt gesellschaftlich,<br />
man bedenke bloß die Alltagsrezeption: Sex im höheren<br />
Lebensalter, Sex zwischen Behinderten, Sex mit Maschinen<br />
oder mithilfe der Elektronik, … All <strong>das</strong> war vor<br />
wenigen Jahrzehnten in der Durchschnittsvorstellung<br />
noch gar nicht präsent, inzwischen ist <strong>das</strong> Allgemeingut<br />
und keinesfalls notwendigerweise ein Anlass <strong>für</strong> Psychotherapie<br />
und Beratung).<br />
Aber <strong>das</strong> führt auch dazu, <strong>das</strong>s bei allen bemühten<br />
Untersuchungen und Befragungen Sex immer anders ist,<br />
als angenommen, <strong>das</strong>s die Untersuchungen selbst wieder<br />
<strong>das</strong> Sexualverhalten verändern, weil die Menschen darauf<br />
reagieren, normativ oder angeregt, wissen wir seit<br />
Kinsey („Kinsey Report“, 1948 bzw. 1955). Aber egal<br />
wie viel wir „feststellen“, die Sexualität bleibt immer<br />
auch ein dunkler und letztlich unerforschbarer Kontinent,<br />
der vor unserer wissenschaftlichen Neugierde stets<br />
zurückweicht und letztlich nur auf eigenes Risiko bereist<br />
werden kann.<br />
Dass Sex aber immer anders sein könnte, <strong>das</strong>s diese Vorstellung<br />
(hier ist der Kopf ja wirklich <strong>das</strong> wichtigste<br />
Sexualorgan) unvermeidlich ist, macht <strong>das</strong> Begehren<br />
(jedes natürlich) an sich unerfüllbar: Was ist und was<br />
sein könnte oder hätte sein können, trifft sich letztlich<br />
nie endgültig. Ein schönes und berührendes Beispiel<br />
dazu aus der Berichterstattung im TV (<strong>das</strong> tatsächliche<br />
Format ist mir entfallen und in dem Zusammenhang<br />
auch nicht wichtig: ein reichlich betagtes Paar <strong>über</strong> die<br />
späte Entdeckung des Reizes und auch der damit verbundenen<br />
sexuellen Möglichkeiten von Genitalschmuck.<br />
Er: Das haben wir doch zu spät entdeckt, was<br />
noch alles hätte sein können. Sie: Das macht nichts, so<br />
wie wir es gemacht haben, war es doch auch gut.)<br />
Jede Entdeckung birgt die Möglichkeit der Enttäuschung<br />
in sich („Warum nicht früher“, „Warum nicht<br />
anders“), und diese Möglichkeit muss auch beantwortet<br />
werden.<br />
Diese Möglichkeit kann auf verschiedene Weise verhandelt<br />
werden, Kultur (Sublimierung) einerseits, Unzufriedenheit<br />
anderseits. Letztendlich ist es immer beides, da<br />
ja jede „Lösung“ nach einiger Zeit einer neuen Sehnsucht<br />
weicht.<br />
Aber zuerst registrieren wir schlicht die bloße Diskrepanz:<br />
<strong>das</strong> Auseinanderfallen von momentaner Möglichkeit<br />
und Wunsch.<br />
Da könnten wir jetzt die Psychotherapie ins Spiel bringen,<br />
tun es aber noch nicht, denn nicht jedes Unglück<br />
braucht den Psychotherapeuten. Manchmal raubt der<br />
voreilige Gebrauch die Würde und nimmt den Menschen<br />
ihr Schicksal, oft ohne nennenswerte Gegenleistung.<br />
WIE KÖNNTE DIE UNVERMEIDLICHE DISKREPANZ<br />
ZWISCHEN VORSTELLUNG UND ERFAHRUNG<br />
VERHANDELT WERDEN?<br />
KULTUR UND KULTIVIERUNG<br />
Eine erste Möglichkeit zur Verhandlung der Diskrepanz<br />
zwischen Vorstellung und Erfahrung wäre die Erfahrung<br />
von <strong>über</strong>windbarer Distanz, „korrespondent“, wenn<br />
man so will: Die momentane Diskrepanz wird Anlass<br />
und Möglichkeit <strong>für</strong> die Kultivierung von gelebter Sexualität.<br />
Z. B. führt <strong>das</strong> Älterwerden von Mann und Frau<br />
zu permanenter Veränderung: Was reizt jetzt, was nicht<br />
mehr so, was ist jetzt angenehm, aufregend usw.). Das<br />
bringt eigentlich Ulrich Clement ins Spiel, Sehnsucht<br />
kann als „Motor“ von permanenter Veränderung und<br />
auch Anpassung gesehen werden. Manches geht nicht<br />
mehr wie früher und muss anders gemacht werden:<br />
SYSTEMISCHE NOTIZEN 02/08 47
D E W A A L ><br />
Altern und Änderung gibt hier Anlass zur Kultivierung.<br />
Üblicherweise passiert <strong>das</strong> von selbst, nur manchmal<br />
gibt Psychotherapie hier Hilfestellung (z.B. wenn <strong>das</strong><br />
gemeinsam „Mögliche“ mit dem jeweils persönlich<br />
„Erlaubten“ nicht <strong>über</strong>einstimmt).<br />
FANTASIE<br />
Auch eine große und eventuell nicht <strong>über</strong>windbare Distanz<br />
muss aber trotzdem kein dauerndes Problem darstellen:<br />
Die Lösungsmöglichkeit könnten wir hier in der<br />
„Toleranz getrennter Welten“ sehen. Die Fantasie als<br />
mein persönliches Reich hat keinen Anspruch auf Verwirklichung,<br />
<strong>das</strong> war auch nie so gedacht. Es ist nicht<br />
real, aber in der Fantasie erreichbar und <strong>das</strong> genügt (<strong>das</strong><br />
ist auch der „Fundus der Jugend“). Das gibt es in jedem<br />
Lebensabschnitt und aus verschiedenen Gründen (z.B.<br />
Unrealisierbarkeit wegen gesellschaftlicher Normen,<br />
körperlicher Gegebenheiten, Vermögen, Verfügbarkeit,<br />
etc.), die Welt des<br />
Möglichen ist immer<br />
reicher als die Welt<br />
des Verwirklichbaren.<br />
Das macht ja die<br />
menschliche Besonderheit<br />
aus und ist<br />
nur dann problematisch,<br />
wenn die Verwirklichungsmöglichkeiten<br />
zu gering sind oder nicht<br />
„gelten“.<br />
VERZICHT<br />
Wenn allerdings die Distanz zwischen Vorstellung und<br />
Realisierung zu groß und schmerzhaft ist, gibt es als weitere<br />
Möglichkeit den bewussten Verzicht auf Realisierung<br />
(z.B., weil ein anderes Ziel wichtiger ist oder weniger<br />
riskant erscheint etc.) Nichterfüllung ist kein Versagen<br />
(Doppelsinn), sondern wir können uns den bewussten<br />
Verzicht als eine Lösung denken, der wir nicht wertend<br />
und respektvoll gegen<strong>über</strong>stehen sollten: Die<br />
Schlussszene von „Casablanca“, die lebenslange und<br />
freiwillige Enthaltsamkeit meiner Großtante Julie, deren<br />
Verlobter aus dem Ersten Weltkrieg nicht zurückgekehrt<br />
war, die erste Liebe (meist auf Verzicht angelegt, nolens<br />
volens halt meistens), aber auch freiwillige Hormonbehandlung<br />
zur Dämpfung oder hingenommenes Unglück<br />
(z.B. Unfall, Operation etc.). Das alles wären Beispiele<br />
in verschiedenen Kontexten.<br />
Wir könnten hier also insgesamt von drei geglückten<br />
oder zumindest realisierbaren Formen der Verhandlung<br />
von nicht erfüllbaren Begehren sprechen (Sexualkultur,<br />
Fantasie, Verzicht) die in jedem Leben Platz haben.<br />
Psychotherapie gibt hier manchmal „Geburtshilfe“:<br />
Erlaubnis, Denkermöglichung und Entscheidungshilfe<br />
wären hier die Schlagworte.<br />
SCHMERZHAFTE LÖSUNGSVERSUCHE: „PROBLEME“<br />
Andererseits kennen wir aber auch die Situation, <strong>das</strong>s<br />
der Unterschied zwischen Vorstellung und Erfahrung<br />
DER VERSUCH DER ERFÜLLUNG IST IMMER AUCH<br />
GRENZÜBERSCHREITUNG UND VERBUNDEN MIT<br />
KONTROLLVERLUST, DIE HORIZONTE DES MÖG-<br />
LICHEN UND UNMÖGLICHEN MÜSSEN DABEI IMMER<br />
VORHER ERKUNDET UND ABGESTECKT WERDEN.<br />
weder <strong>über</strong>windbar (weil dem etwas entgegensteht:<br />
Gesetz, allgemeine Regeln, soziale Gepflogenheiten,<br />
anatomische Realitäten/Krankheit, reale Unmöglichkeit,<br />
ungewöhnliches Triebschicksal) noch vereinbar,<br />
noch akzeptabel erscheint.<br />
Wir kennen hier schmerzhafte und auch unbrauchbare<br />
Lösungen:<br />
Sie spielen sich „innen“ (z.B. Verzweiflung, Idee des Versagens<br />
statt des Verzichts) oder „außen“ ab („unmögliche<br />
Abkürzungen“ zur Erfüllung: Versuch der Überwindung<br />
der Diskrepanz ohne Kultivierung oder Verständigung<br />
<strong>über</strong> Verschiedenheit, aber auch Gewalt, Missbrauch<br />
als versuchte und nichtakzeptable Lösungen,<br />
etc.).<br />
48 SYSTEMISCHE NOTIZEN 02/08
Wenn dann diese Lösungen gescheitert sind (z.B. durch<br />
die Unmöglichkeit von lebbarer Sexualität) oder zum<br />
Scheitern gebracht wurden (etwa durch staatliches Einschreiten),<br />
dann wiederum ist Therapie angebracht und<br />
eventuell nötig. Sie kann hier verstanden werden als eine<br />
explizite Suche nach den genannten Verwirklichungsmöglichkeiten,<br />
als absichtsvolle und erarbeitete Lösung:<br />
Realitätsanpassung, Fantasie als Reich des Möglichen<br />
(die Gedanken sind frei, aber sie müssen Gedanken bleiben)<br />
oder Verzicht als frei gewählte Möglichkeit.<br />
THERAPEUTISCHE IMPLIKATIONEN<br />
Als einfacher Rahmen kann folgende Vorgangsweise<br />
schlagwortartig skizziert werden:<br />
Zuerst: Erforschen, erklären, etablieren von „Was geht<br />
nicht“ (kommunikativ, gesetzlich, ethisch, praktisch).<br />
Dann: Ermöglichung von „Was geht schon“ (innerhalb<br />
der Gesetze, mit Einverständnis des anderen, „unschädlich“,<br />
etc.), „in Gedanken, Worten und Werken“, um es<br />
klassisch zu formulieren.<br />
Die einzelnen Methoden führen <strong>über</strong> die Absicht dieser<br />
Erörterung hinaus und sind dem Autor im Einzelnen gar<br />
nicht vollständig vertraut. Aber ein Prinzip, <strong>das</strong> uns<br />
ermutigt und interessiert, kann generell genannt werden,<br />
es führt zurück zur Wucht und Schönheit des Themas:<br />
Es geht immer anders und mehr als bisher gedacht<br />
und getan wurde. Wenn <strong>das</strong> wieder realisiert werden<br />
kann, dann helfen wir dem Klienten aus seiner Verengung<br />
und Verzweiflung heraus.<br />
Insofern könnten wir sagen, verunglückte Sexualität<br />
(wenn etwas gewünscht wird, was <strong>für</strong> den Partner nicht<br />
geht, <strong>für</strong> <strong>das</strong> Gesetz nicht geht etc. und nicht anders<br />
vorgestellt werden kann, auch nicht als Verzicht) ist<br />
immer eine Form von Sexualität, die ihre fundamentale<br />
Wahrheit, <strong>das</strong>s sie nämlich immer anders sein wird, als<br />
vorhergesehen, leidvoll oder zum Schaden anderer aus<br />
der Wahrnehmung verloren hat.<br />
Wir können versuchen, dem noch nicht oder nicht mehr<br />
Gedachten als etwas Möglichem (gesetzlich, sozial, partnerschaftlich)<br />
Raum und Gültigkeit zu verschaffen,<br />
wobei wir beachten müssen: Der Versuch der Erfüllung<br />
ist immer auch Grenz<strong>über</strong>schreitung und verbunden mit<br />
Kontrollverlust, die Horizonte des Möglichen und<br />
Unmöglichen müssen dabei immer vorher erkundet und<br />
abgesteckt werden (Beispiel Sadomasochismus). Dass<br />
dabei auch die Fantasie des Therapeuten mitstrapaziert<br />
wird, ist eine besondere Herausforderung dieser Thematik.<br />
Sie verlangt nach Grenzziehung und Disziplin,<br />
belohnt da<strong>für</strong> aber gelegentlich, <strong>das</strong> sollte auch gesagt<br />
werden, nolens, volens mit vielen neuen Gedanken bei<br />
einer spannenden Materie.<br />
Viel Interesse und Spaß mit diesem Thema.<br />
DR. HELMUT DE WAAL<br />
ist klinischer Psychologe, Psychotherapeut in freier Praxis (Steyr),<br />
Supervisor, Lehrtherapeut <strong>für</strong> <strong>systemische</strong> <strong>Familientherapie</strong> und<br />
Autor mehrfacher Veröffentlichungen in <strong>systemische</strong>r Therapie.<br />
Literatur:<br />
Brantenberg, G. (1977). Die Töchter Egalias. Berlin: Olle und Wolter.<br />
Clement, U. (2004). Systemische Sexualtherapie. Stuttgart: Klett-<br />
Cotta.<br />
Kinsey, A.C. (1948) Sexual Behavior in the Human Male (deutsch:<br />
Das sexuelle Verhalten des Mannes, 1955). Berlin und Frankfurt/M:<br />
Fischer.<br />
Kinsey, A.C. (1953). Sexual Behavior in the Human Female<br />
(deutsch: Das sexuelle Verhalten der Frau, 1954). Berlin und<br />
Frankfurt/M: Fischer.<br />
Schmidt, G. (1986) Das große DerDieDas. März, Herbstein.<br />
SYSTEMISCHE NOTIZEN 02/08 49