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M a g a z i n d e r C h r i s t o f f e l B l i n d e n m i s s i o n Nr. 5 • 2012

Von

Verzweiflung

zur Freude


Liebe Leserin,

lieber Leser

Hand aufs Herz –

wer hatte nicht

schon einen

schlechten Tag?

Bei allem Erfreulichen

wollte das

Innenleben nicht

in Schwung kommen.

Das gibt’s

immer wieder mal im Leben.

Was allerdings ist, wenn sich das Stimmungstief

– sonst vom frischen Wind

freudiger Ereignisse weggeblasen – nicht

von der Stelle bewegt? Sie stellen fest,

dass sich im Innern bereits seit längerem

dunkle Schatten breit machen. Jegliche

Kraft und Freude fehlt. Kaum noch Hoffnung,

und dennoch regt sich der grösste

Wunsch – gesund zu werden.

Gesunde Menschen haben das Vorrecht

einen gesunden Körper zu haben, und

eine gesunde Seele. Die CBM engagiert

sich für die Heilung von körperlichen

Gebrechen wie Augenleiden oder Hörproblemen.

Doch ist uns zugleich zugunsten

seelisch kranker Menschen ein

Mandat erwachsen, damit auch sie Linderung

und Heilung erfahren.

Körperliche Heilung zu erleben ist überwältigend

– ein Erblindeter gewinnt

das Augenlicht zurück – ein Kind kann,

nachdem es sich vorher seinen Weg auf

Händen und Knien durch Schmutz und

Verachtung hat erkämpfen müssen,

erstmals gehen – ein Wunder! Ebenso

begeisternde Wunder ereignen sich in

der Betreuung psychisch kranker Menschen.

Oft ergeben sie sich aus einem

Weg mit vielen Stationen. Diesen Weg

des Erkrankten und seiner Familie aus

der Dunkelheit erleichtern jene Menschen,

die verstehen, lieben, tragen und

unterstützen. Durch die Hilfe unserer

Fachkräfte gelingt diesen Vergessenen

den Weg zur Heilung.

Mit Ihrer Hand, liebe Spenderin und lieber

Spender, schenken Sie Sonnenstrahlen,

die Müden und Niedergeschlagenen

Licht und Hoffnung geben – vielen

Dank!

Herzlich, Ihr

Hansjörg Baltensperger

Sahel: Leben darf nicht

Glückssache sein

Wo die Mittel nicht reichen, wird in einer Hungerkrise das Überleben zur Glückssache.

Das erleben in der Sahel-Zone Millionen von Menschen. Doch Bauern sollen

weder ihr Saatgut aufessen müssen noch Hirten ihr letztes Tier verkaufen!

Familien mit behinderten Angehörigen in der Region von Agadez/Niger hilft die

CBM zu überleben und verstärkt ihre Lebensgrundlagen.

Seit vier Jahren herrscht schwere

Dürre im Niger. Zudem zerstörte

2010 – trockenharter Boden kann

starken Niederschlag kaum auf -

saugen – im Dorf Aderbissinat (Region

Agadez) ein Flutregen die Be hau -

sungen und ertränkte tausende

Tiere. Seitdem steht dort die CBM bedürftigsten

Familien bei.

Im Siedepunkt des Hungerns

Bis jeweils im September erste Ernten

eingebracht werden können, vor

allem Hirse, haben die Menschen die

härtesten sechs Monate zu überstehen.

Dieses Jahr sind die Vorräte bereits

seit Frühling aufgebraucht, und

die Preise für Grundnahrung steigen

unerbittlich seit letztem Herbst. Ein

Viertel der Bevölkerung hungert, verzehrt

Saatgut oder muss die letzte

Ziege zum Spottpreis verkaufen.

Bedürftigsten das Überleben sichern

400 Familien, von ihnen jede vierte

mit mindestens einem behinderten

Angehörigen, können sich nun dank

CBM-Hilfe mit überlebensnötigen

Nahrungsmitteln eindecken.

Lebensbasis langfristig verbreitern

Die Familien werden gezielt in Tierhaltung

und -gesundheit geschult.

«Nie zuvor bin ich derart glücklich gewesen»

freut sich Vater Biga über die

Nothilfe der CBM. Mit seinem kleinen

Marktstand schaffte er es nicht, Frau

und vier Töchter zu ernähren.

Nur ein paar wenige Freundinnen

hatte Amina einst. Die Kinder verspotteten

sie wegen ihres Klumpfusses.

Heute aber wird der 23-jährigen

Mutter Respekt entgegengebracht.

Sie verdient ihren Lebensunterhalt in

der Näherei der Selbsthilfegruppe,

die dank der CBM zu Geräten und

Fortbildung kommt.

Dadurch können sie ihre Ziegen und

Schafe den ökologischen Bedingungen

angepasst optimal besorgen.

Eine Frauen-Selbsthilfegruppe erhält

ausserdem Nähausrüstung und

Training. Weiterhin fördert die CBM

Familien mit behinderten Ange -

hörigen im Anlegen und Bewirt -

schaften von Gärten. Dieses Jahr soll

sich die Zahl dieser Familien um mindestens

zwanzig auf rund neunzig

erhöhen. All dies erbringt die CBM

über einen bewährten lokalen Partner,

der Behinderte an deren Wohnort

betreut.

Unsere Bitte

Ermöglichen Sie hungernden

Familien im Sahel das

Überleben. Die Lebensmittel

für einen Monat

kosten pro Familie rund

50 Franken.

Stehen Sie behinderten

Menschen im Sahel bei!

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Sakimatou und ihre Mutter: dankbar für

Annahme und Verständnis.

Team vor gut drei Jahren, so gross

war sein Dank! Seine damals 3½jährige

Tochter Sakimatou wurde

seit einem Jahr betreut, zunehmend

weniger von Epilepsie-Anfällen geplagt

und machte stetig Fortschritte.

Nach wie vor sind Sakimatous Eltern

voller Dank – besonders gegenüber

den CBM-Spenderinnen und

Spendern!

Völlig ausgeliefert gewesen

Im Alter von 2½ vermochte Saki -

matou sich nicht einmal aufzusetzen.

Während Kinder gleichen

Alters ihre Umgebung eroberten,

lag sie einfach nur da und schlief

zumeist. Regelmässig wurde sie

von epileptischen Anfällen heimgesucht

und dabei von Krämpfen

geschüttelt. Mutter Asséta war

völlig ratlos.

Gemeinsam heilen

und befreien

Oft wie Luft behandelt oder auf Distanz

gehalten, das werden Kinder

mit Behinderungen wie Epilepsie

oder stark vermindertem Hörsinn.

Sie fühlen sich einsam, und ihre

Mütter alleine gelassen. Um sich

spüren sie die Vorurteile der Mitmenschen.

Doch wenn Gesundheitshelfer(innen)

sie aufsuchen, erleben

sie erstmals uneingeschränkte Annahme

und Verständnis. Eine befreiende

Wende bricht an. In Burkina

Faso hat Denis Hofer, Projektverantwortlicher

der CBM Schweiz,

Kinder mit Behinderungen und ihre

Familien besucht.

atmen sie auf, die auf sie eingeht,

sie versteht, und sogar fachliche

Hilfe bringt.

Voller Dank

Ein pralles Säckchen Getreide

schenkte Vater Abubakar dem CBM-

Fesseln sind abgefallen

Denis Hofer hat Sakimatou mit ihrer

Mutter im CBR-Zentrum getroffen.

Dort lässt sich Mutter Asséta zeigen,

wie sie mit Sakimatou weitere Fortschritte

erzielen kann. Mittels physiotherapeutischer

Übungen verringern

sich die zerebralen Bewegungsstörungen.

Sakimatou vermag

nun mit Hilfe zu gehen und spielt

mit ihren Geschwistern. Die Welt

entdeckt sie zwar nach wie vor auf

Mutters Rücken, was ihr aber viel

Spass bereitet. Heute allerdings

kann Mutter Asséta auch einmal

ohne Sakimatou auf den Markt,

und sie zu Hause bei der Grossmutter

lassen. Die Chancen stehen gut,

dass Sakimatou einst im Haushalt

anpacken kann!

Delphine ist eine von dreissig Gesundheitshelfer(innen)

im Südosten

Burkina Fasos, die von der CBM unterstützt

werden. Sie ist selbst Mutter

und besucht Familien in der Region

von Garango. Erstaunlich

schnell fassen Kinder und Eltern zu

ihr Vertrauen. Endlich eine Person,

Vergnügt und zunehmend befreit wendet sich Sakimatou ihrer Umgebung zu.

3 www.cbmswiss.ch


Dank Ihnen Entscheiden

Denis Hofer, Projektverantwortlicher der

im Interview von seinen Erfahrungen in B

Wie ist die Lage der Menschen mit

Behinderung in Burkina?

Die Lage ist nach wie vor dramatisch,

auch wenn es Verbesserungen gegeben

hat in den letzten Jahren. Zum

Beispiel hat die Regierung die UNO-

Behindertenrechtskonvention unterschrieben

und ratifiziert. Bis diese allerdings

im Leben der einzelnen

Menschen greift, braucht es noch viel

Geduld. So wird Epilepsie leider oft

als etwas Übernatürliches, als Bestrafung

wahrgenommen, und es fehlt

das Wissen, dass diese Krankheit

nicht übertragbar ist. Auch zu anderen

Behinderungen ist sehr viel Sensibilisierung

sowie Aus- und Weiterbildung

zu leisten.

Bisher hat sich Amine (Mitte) mit Händen und Füssen unterhalten müssen – jetzt

aber entdeckt er mittels Hörgerät von der CBM die Welt der Stimmen und Geräusche!

Burkina Faso

Menschen in Armut

Das Sahelland Burkina Faso mit der

sechsfachen Fläche der Schweiz und

doppelter Bevölkerungszahl gehört zu

den zehn ärmsten Ländern weltweit.

Die Lebenserwartung beträgt 53 Jahre

(CH: 82), und 166 von tausend Kindern

sterben vor dem 5. Geburtstag (CH: 4).

Nur jede zehnte Familie hat Zugang zu

sanitären Einrichtungen, und jede

fünfte muss unsauberes Wasser trinken.

Für die Gesundheit stehen pro

Kopf und Jahr lediglich 20 Franken zur

Verfügung (CH: 4700 Franken).

CBM-Spender(innen) helfen

In Burkina Faso fördern die Schweizer

CBM-Freunde die Gemeindehelfer-

(innen) in Mahadaga und Garango

sowie die Audiologieabteilung im

Ausbildungszentrum für Gehörlose in

Ouagadougou. Über dieses sowie

über das CBR-Programm in Garango ermöglichen sie unter anderem das

Versorgen mit Hörgeräten und das Erbringen ohrenmedizinischer Hilfe.

Aus weltweiter CBM-Hilfe gefördert wird das landesweite Hygiene- und

Gartenprojekt «Survival Yards».

Ausbildung ermöglicht Selbstständigkeit

und bringt Anerkennung: Hörbehinderte

Weberin in der Werkstatt des

CBM-Partners in Ouagadougou.

Was haben die CBM-Spender(innen)

bis heute erreicht?

In den vergangenen Jahren profitierten

im Raum Garango vor allem Kinder

mit Hörbehinderungen und Epilepsie,

wie Amine und Sakimatou.

Durch den Aufbau der Audiologieabteilung

ermöglichen die CBM-Spender(innen)

zudem landesweit halbjährliche

Reihenuntersuchungen in

Schulen und Gemeindezentren, wodurch

Ohrenkrankheiten erkannt

und die Kinder zur Behandlung weiterverwiesen

werden; damit werden

jährlich rund hundert Kinder vor

Langzeitschäden bewahrt. Ferner bildet

die CBM seit zwei Jahren einheimisches

Personal in psychischer Gesundheit

aus. Diese Fachkräfte multiplizieren

die Hilfe aus der Schweiz,

indem sie eine bessere Behandlung

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des schaffen!

CBM Schweiz, berichtet

urkina Faso.

erbringen sowie ihrerseits lokale

Gesundheitshelfer weiterbilden.

Welche nächsten Schritte stehen an?

Ausser der Audiologiearbeit befinden

sich die Dienste für psychisch

und für Hörbeeinträchtigte in der

Anfangsphase und sind auf die Region

um Garango beschränkt. Sie werden

jedenfalls ausgebaut. Zusammen

mit unserem lokalen Partner OCADES

und weiteren Beteiligten wird die

CBM zudem weiterhin in die Ausbildung

von Gesundheitspersonal investieren.

Die CBM wird auch Selbsthilfegruppen

unterstützen und gemeinsam

mit der lokalen Bevölkerung Aktivitäten

entwickeln, die ein wirtschaftliches

Überleben der Menschen

mit Behinderungen und deren Familien

gewährleisten.

Familie Bilas Geheimsprache

Kaum ein Laut dringt zu Amine,

dem 7-jährigen Bauernsohn. Weder

das Meckern der Ziegen noch das

Spielgeschrei seiner Geschwister,

noch die Stimme seiner Mutter oder

der Gesang des Windes. Um sich zu

verständigen, haben Amine und

seine Familie eine eigene Zeichensprache

aufgebaut. Damit schlägt

sich der aufgeweckte Junge leidlich

gut durch den Tag.

Bedrohliche Schule

Nein, nicht dahin, zur Schule geh

ich nicht! Deutlich zeigt Amine seinen

Widerwillen. Wie denn sollte er

dort jemanden verstehen?! Bereits

bei seinen Geschwistern ist ihm oft

rätselhaft, was sie gerade untereinander

reden oder von ihm möchten.

Stark hörbeeinträchtigt zu sein bedeutet,

sich stets am Rande zu befinden.

Amine fürchtet sich – mit

Recht – vor zusätzlichen negativen

Erfahrungen…

Hörgerät öffnet das Tor zur Welt

Delphine vermittelt Amine einen

Termin beim Audiologen unseres

Projektes – dem bislang einzigen

für eine Bevölkerung von 17 Millionen!

Dieser entdeckt eine geringe

Hörfähigkeit und rüstet Amine mit

einem Hörgerät aus. Zudem spricht

Delphine mit den Eltern und mit

den Lehrkräften. Nun kann auch

Amine die Schule besuchen!

Schildere uns bitte ein frohes und ein

nachdenkliches Erlebnis.

Nachdenklich stimmt mich die bittere

Armut. Ich kann mir schlicht nicht

vorstellen, unter welch prekären Umständen

Menschen mit oder ohne Behinderungen

hier leben müssen. Die

hygienischen Bedingungen und die

Perspektivlosigkeit lassen mich fassungslos

und mit tiefer Leere im Herzen

zurück. Dem entgegen halte ich

den Glauben an positive Veränderungen.

Darin ermutigte mich das Erlebnis

eines Gemeindehelfers. Er erzählte

mir von den Gesprächsrunden

über Epilepsie in der Selbsthilfegruppe

und in der Dorfgemeinschaft. Als

Resultat sei sein verstorbener Vater –

der an Epilepsie litt – auf dem Gemeinschaftsfriedhof

ganz normal beigesetzt

worden. Ganz im Gegensatz

zur bisherigen traditionellen Praxis!

Dieser Erfolg zeigt, wie wichtig Sensibilisierung

und Weiterbildung sind.

Aus dem Stolz und der Zufriedenheit

im Gesicht des Mannes, der seinen

Vater in Würde beerdigen durfte,

habe ich zudem gespürt, wie die

CBM Entscheidendes bewirkt. Ich

freue mich, Ihnen in nebenstehendem

Beitrag weitere ermunternde

Beispiele vor Augen führen zu dürfen!

Das gesamte Interview mit Denis

Hofer finden Sie auf

www.cbmswiss.ch!

Unsere Bitte

Bereits 100 Franken genügen, um mittels Medikamente

einen Epileptiker ein Jahr lang vor Anfällen zu bewahren.

120 Franken kostet ein Hörgerät.

Ermöglichen Sie benachteiligten Kindern, am Leben

teilzunehmen!

5 www.cbmswiss.ch


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Bei Christoffels Heim Station gemacht

Seit 55 Jahren ist Dora Bet-Esh mit der

CBM verbunden. In Isfahan/Iran

wurde sie damals von Christoffels

Nachfolgern Konrad und Bea Wilhelm

zur Weihnachtsfeier im «Blindenwerk»

eingeladen. Die liebevolle Atmosphäre

und die Leistungen der

Kinder beeindruckten sie.

Dora Bet-Esh hat einst in Isfahan

Christoffels Blindenheim besucht

und dessen Nachfolger kennengelernt.

herrschten Schreiben und Lesen, sogar

in den Fremdsprachen Englisch, Arabisch

und Deutsch. Sie entwickelten

ein starkes Selbstbewusstsein, wurden

später Handwerker oder Lehrer, gründeten

Familien und meisterten das

Leben.

Mit persönlicher Widmung

Besonders lebendig wird Dorah Bet-

Esh das Erlebte beim Lesen von Wilhelms

autobiographischen Missionsgeschichten.

Das für sie handsignierte

Heftchen «Als Karim noch stahl…» erzählt

von Wilhelms blinden Zöglingen:

Vom notorisch stehlenden Karim,

der Lehrer wurde. Oder vom Bauernsohn

Sadredin, der später das Gymnasium

absolvierte und sich sogar die

Unterstützung Kaiserin Farahs holte.

Die Kaiserin besich tigte ein nahegelegenes

Spital und Sadredin hatte sich

eine ihrer öffentlichen Aussagen gemerkt:

Majestät sei für jedermann in

Blindenheim Isfahan: Mit grossem Geschick

lasen die blinden Kinder Punktschrift.

«Nicht der ist unglücklich, welcher

blind ist, sondern der ist unglücklich,

der mit seiner Blindheit nichts anzufangen

weiss» lautet ein persischer

Spruch, den Christoffels Nachfolger

Konrad Wilhelm gerne als Leitgedanken

zitierte. Und wirklich: Lebensglück

und Willenskraft spürte Dora

Bet-Esh im Jahr 1957 bei ihrem Besuch

im Heim. Die blinden Kinder bedringenden

Angelegenheiten zu sprechen.

So bat Sadredin den Soldaten

vor der Absperrung um Zugang. «Unmöglich»

beschied dieser. Doch entwaffnend

erwiderte Sadredin: «Ihre

Majestät hat es selbst gesagt.» Der

Gymnasiast durfte vorsprechen und

erhielt seine Bitte gewährt: für die

Ausbildung nach Deutschland ausreisen

zu dürfen. Dort wurde er schliesslich

Masseur und Heilpädagoge.

Zeitzeugin und Spenderin

Dora Bet-Esh, ausgebildete Säuglingsschwester,

war beeindruckt von

der offenen, herzlichen Atmosphäre

und dem familiären Umgang im

CBM-Heim. Das Leiterpaar, überzeugte

sie sich, war zuverlässig und

vertrauenswürdig. Die dort erlebten

Stunden blieben unvergesslich. Auch

während der glücklichen Ehe mit

einem israelischen Ingenieur und,

nach dessen plötzlichem Tod, in ihrer

Tätigkeit als Mitarbeiterin der

Schweizer Botschaft in Teheran.

Nachdem Dora Bet-Esh vom Aussendepartement

zurück in die Schweiz

berufen worden war, fand sie 1975

einen CBM-Flyer im Briefkasten vor.

Sie begann unser Werk regelmässig

zu unterstützen und ist heute eine

der langjährigsten und treusten

CBM-Freundinnen.

Ein leuchtendes Erbe hinterlassen

Freude bereiten, ermutigen, mit dem

Anvertrauten und Erarbeiteten dauerhaft

Gutes bewirken! Weil Solidarität

und Barmherzigkeit die Menschen

sogar über Konti nente hinweg

verbindet, wird Not überwunden

und erwächst Hoffnung.

Liebe macht sehend…

Ratgeber für den Erbfall

– Testamente und

Nachlass regelung

Als CBM Schweiz erhalten wir ge -

legentlich Gedenkspenden, Legate

und Erbschaften. Diese ausserordentlichen

Zuwendungen berühren uns

sehr. Aus ihnen leuchten Herzensanliegen

des bedenkenden Menschen.

Er verstärkt massgeblich, über sein

Leben hinaus, die nachhaltige Hilfe

für augenkranke und behinderte

Mitmenschen in den Armutsgebieten.

Für diese Grosszügigkeit sind

wir innig dankbar.

Sowohl testamentarisch als auch bereits

zu Lebzeiten kann das eigene

Gut für die Hilfe eingesetzt werden.

Welche Möglichkeiten bieten sich

dabei an? Wie kann ich gewährleisten,

dass meinem Wunsch voll entsprochen

wird?

Dazu berät Sie

Fredy Mani

gerne, diskret

und unverbindlich.

In unserem

langjährigen stellvertretenden

Geschäftsleiter,

Finanz- und Rechnungsführer finden

Sie ein kompetentes und erfahrenes

Gegenüber.

«Rufen Sie mich einfach an! Telefon

044 275 21 60. Herzlichen Dank für

Ihr Vertrauen!»

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Kindertheater Schatülleli lässt die CBM-Hilfe funkeln

Kann glücklich leben, wer das

Augenlicht verloren hat? Dieser

Frage spürt das Kindertheater

Schatülleli nach. Rund um die Aufführung

«Behalt das Leben lieb»

verkaufen die Kinder und Jugend -

lichen zudem unser Teddybärli

zugunsten der CBM-Hilfe – herzlichen

Dank!

Als Sehende glaubwürdig Blinde

spielen, fordert besonderes Hineindenken

und Einfühlen. Dazu in -

So also sehen, die am Grauen Star erblindet

sind? Die Simulationsbrille

verblüfft.

spirieren lassen hat sich das Kindertheater

Schatülleli aus Greifensee

von den Tast-, Hör- , Riech und

Geschmackserfahrungen im CBM-

Erlebnismobil.

Selbst erleben, geführt zu werden:

Ein prickelndes Muss, um Blinde zu

mimen!

Auf Dialekt vorgetragene Denk -

anstösse zur Lage blinder Menschen

weltweit begleiten die auf

Hochdeutsch dargebotene Geschichte.

Nach dem Roman Jaap

ter Haars erzählt sie von einem

durch Unfall erblindeten Kind.

Kann, wer das Augenlicht verliert,

dennoch glücklich werden? Mit

ihrem Stück regen die Kinder und

Jugendlichen des Theaters Schatülleli

zum Nachdenken an. Geleitet

von der Theaterpädagogin Gabriela

Bosshard und vom Musiker und

Techniker Markus Steiner bereichern

sie ihr Publikum, und helfen

zugleich erblindeten Menschen in

den Armutsgebieten – das begeistert!

Aufgeführt wird das multimediale

Stück am Samstag 8.9.12 um

20:00 Uhr, Sonntag 9.9.12 um

11:00 und 15:00 Uhr sowie am

Mittwoch 12.9.12 um 14:30 Uhr.

Theaterbühne S, an Geleise-Über -

führung oberhalb des Bahnhofs

Stadelhofen in Zürich

(www.schatuelleli.ch).

Besuchen auch Sie eine der Aufführungen!

Denkanstoss: Doppelte Freude

«Du hast mein Klagen in Tanzen

verwandelt»

Psalm 30,8

Was tun Sie, wenn Sie unterwegs

sind und ein Stein in Ihren Schuh

gerät? Halten auch Sie an und leeren

den Schuh? Ich handle jedenfalls

unwillkürlich so, weil mich der

Schmerz zwingt, auf die Zähne zu

beissen und meine Gedanken gefangen

nimmt. Er hemmt meine

Bewegungsfreiheit und raubt mir

die Freude am Spaziergang.

Der Kummer dauert in solchen Situationen

zum Glück meist nur

kurz, denn das Steinchen lässt sich

schnell entfernen. Danach hellt

sich mein Gemüt wieder auf. Bei

einem solchen Ereignis erfahren

wir im ganz Kleinen, was viele Mitmenschen

in grossem Masse erleben.

Körperliche Nöte tilgen Kraft

und Energie. Ihre Begleiter, der

Schrecken und die Angst, Mutund

Hoffnungslosigkeit, lähmen

und schwächen noch zusätzlich.

Diese Beschwerden können die Betroffenen

nicht schnell und unkompliziert

durch ein kurzes Innehalten

selbständig beseitigen. Nur wenn

wir Menschen zusammenhalten und

einander beistehen im Geben und

Nehmen, kehren Gesundheit, Kräfte

und Hoffnung zurück. Dann können

wir zusammen mit dem Psalmisten

freudig beten: Du Herr, hast mein

Klagen in Tanzen verwandelt. Mit

offenen Händen und Herzen verkünden

wir Gottes Güte und können

miteinander die Freude teilen,

die sich im Teilen verdoppelt.

Karin Oertle, Spitalseelsorgerin

in

Zürich, blind und

Vereinsmitglied

der CBM Schweiz

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Wenn ihr – nicht

gewesen wärt...

Von tiefem Dank erfüllt, rinnen Mohans

Mutter Tränen über die Wangen:

«Nie hätten wir die Operation bezahlen

können. Wenn Ihr nicht gewesen

wärt, hätte unser Sohn das Augenlicht

verloren.» Der Fünfjährige stach sich

beim Spielen ins Auge. Doch dank der

CBM-Spender(innen) sieht Mohan

heute wieder einwandfrei!

gegriffen hätte. Mohan wäre es sonst

wie Louis Braille ergangen, dem Erfinder

der Blindenschrift. Nach einem

Stich in Vaters Werkstatt hatte eine

Infektion beide Augen erfasst und

ihn unheilbar erblinden lassen. Diese

Gefahr war nun bei Mohan gebannt.

Wer arm ist, erblindet

Doch trotz der Tropfen sah Mohan

im verletzten Auge immer weniger.

Die Eltern waren ratlos. Mohans

Auge würde eine umfangreiche Behandlung

oder gar eine Operation

benötigen. Doch dafür fehlte der Familie

das Geld. Vater Seetham arbeitete

auf dem Bau im Beladen von

Lastwagen. Die Mutter arbeitete

ebenfalls dort und schneiderte zusätzlich.

Das reichte, um sich in

einem Dreiraum-Häuschen ausserhalb

der Grossstadt Vishakapatnam

knapp durchzubringen. Trösten vermochten

sie Mohan daher kaum.

Sein Auge erblindete zusehends.

Ist Mohans Auge noch zu retten?

In der Klinik angekommen, schauten

die Eltern bangend und hoffend zu,

wie Mohans Augen untersucht wurden.

Zäh verstrichen die Minuten, als

ob sich in ihnen die Ewigkeit ausdehnte.

Dann endlich kam die Diagnose,

sie lautete eindeutig: durch

den Stich trüb gewordene Augenlinse.

In einer kurzen Operation werde

sie entfernt und eine neue künstliche

eingesetzt. Danach sei die Sehkraft

wieder hergestellt. Mohan und seine

Eltern strahlten!

Wieder alles im Blick!

Tage später treibt Mohan mit Stekken

einen Autoreifen die Naturstrasse

hinab. Hei, wie dieser springt und

tanzt! Geschickt sorgt Mohan dafür,

dass der Reifen weder ins Trudeln

kommt noch ins Irgendwo saust. Wie

praktisch, wieder mit beiden Augen

sehen zu können!

Trübe Aussichten mit einem blinden

Auge – Mohan mit seiner Schwester

Dakshi.

Für sein Kind das Möglichste tun, und

letztlich reicht es dennoch nicht. Solches

erfahren zu müssen ist bitter.

Mutter Ammaji und Vater Seetham

handelten richtig und geistesgegenwärtig.

Rasch, nachdem sich Mohan

mit einem kleinen Pfeil ins Auge gestochen

hatte, brachten sie ihn ins

Spital. Mohan erhielt desinfizierende

Augentropfen. Diese wehrten einer

Infektion, die aufs andere Auge über-

Die Eltern bangen

Sollte Mohan mit nur einem Auge

das Leben bewältigen müssen? Den

Eltern graute ob der Vorstellung.

Wer mit nur einem Auge sieht, ist benachteiligt.

Bei der Arbeit, ob auf

dem Bau oder auf Feldern, übersieht

mehr, schätzt Distanzen schlecht ein

und findet weniger eine Frau. Zudem

würde er von Mitschülern gehänselt

werden. Wenn das Mohan nur erspart

bliebe!

Unglaublich – Fachärzte für Arme!

Ist das wirklich wahr? Seid ihr absolut

sicher? Was Nachbarn ihnen erzählten,

konnten Mohans Eltern kaum

glauben. In der CBM-geförderten

Sankar Augenklinik würden selbst

Mittellose ausgezeichnet behandelt!

Ohne Frage, sie mussten dahin. Entschlossen

machten sie sich mit

Mohan auf den Weg.

Unsere Bitte

Eine Graue-Star-Operation

kostet 50 Franken bei über

15-Jährigen und 180 Franken

(Vollnarkose) bei Kindern.

Machen Sie Erblindete sehend!

Impressum

Herausgeber/Verlag

CBM (Schweiz), Postfach, 8027 Zürich

Telefon 044 275 21 71, Fax 044 275 21 89

info@cbmswiss.ch, www.cbmswiss.ch

Spendenkonto PC 70-1441-5. Spenden können gemäss den

kantonalen Richtlinien von der Steuer abgezogen werden.

Kommunikationsleitung; Redaktion; Layout

Christoph Hickert; Stefan Leu; Marcel Hollenstein

Abonnemente

Das Jahresabo kostet CHF 5.–

Erscheinungsweise

8 k jährlich für den Freundeskreis der CBM Christoffel Blindenmission.

Druckerei/Sponsor

Druckerei Franz Kälin AG, Einsiedeln

Wiedergabe von Artikeln und Bildern mit Quellenangabe gestattet

Das Heft ist als Hörzeitschrift erhältlich (Schweiz. Bibliothek für

Blinde und Sehbehinderte SBS, Medienverlag@sbszh.ch).

Falls für ein Projekt mehr Geld eingeht als benötigt, werden wir

es in ähnlicher Weise für die Bedürftigsten einsetzen.

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