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Sonderheft

zum

Tag

des offenen

Denkmals

9. September 2012

Jahresthema

2012

HOLZ

www.tagdes-offenendenkmals.de


Grusswort des

Bundespräsidenten

Tag

des offenen

Denkmals

2012

Bundespräsident Joachim Gauck

D

ie Deutsche Stiftung Denkmalschutz leistet

das ganze Jahr über eine unersetzliche Arbeit.

Sie kümmert sich darum, dass mit dem kulturellen

Erbe, das uns überliefert ist, sorgfältig umgegangen

wird. Damit aber kümmert sie sich um etwas

sehr Kostbares: nämlich um unsere kulturelle Identität,

zu der auch unsere Herkunft gehört.

Diese tägliche Arbeit der Stiftung geschieht oft

im Verborgenen. Aber einmal im Jahr, wenn viele

tausende Ehrenamtliche mitmachen, dann nehmen

alle wahr, wie viele Menschen sich um den Erhalt

unserer Monumente kümmern – und wie vielfältig

das Erbe ist: am Tag des offenen Denkmals.

Dieser Tag kann bei uns in Deutschland nun schon

auf eine richtige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Seit

1993 werden am Tag des offenen Denkmals immer

mehr Monumente und Gedächtnisorte jeder Art geöffnet

und immer mehr Interessierte nutzen die Chance,

sich ein Stück Geschichte anzusehen, das man

sonst nicht zu Gesicht bekommt.

Das ist nun nicht nur bei uns in Deutschland, sondern

in ganz Europa so. Eine Idee, ursprünglich in

Frankreich geboren, hat den ganzen Kontinent erfasst.

Der Tag des offenen Denkmals ist überall in Europa

angekommen.

Ich finde das gut – und ich finde eben ganz besonders

diese sozusagen doppelte Perspektive wichtig:

Einmal gilt: Geschichte findet überall da statt, wo

Menschen miteinander leben und ihre Angelegenheiten

gestalten. Deswegen gibt es überall, von den

Metropolen bis zu den kleinsten Orten, Zeugnisse

der Geschichte und unserer reichen kulturellen Vergangenheit

– oft genug auch Zeugnisse des Leids, des

Schreckens und des Unrechts. Geschichte und kulturelles

Erbe vor der Tür: das ist die eine Botschaft dieses

Tages.

Die andere Botschaft ist: Das ist überall in Europa

so. In ganz Europa finden wir, dicht an dicht, Zeugnisse

früherer Kämpfe und Erfolge, Zeugnisse für

Niederlagen und Triumphe, für Fortschritt und Leid.

Wir alle haben eine große gemeinsame europäische

Geschichte – so wie wir heute eine große gemeinsame

Aufgabe haben. Und diese Geschichte spielte sich überall

ab, kein Ort ist zu unbedeutend – so wie es auch

heute von jedermann an jedem Ort davon abhängt, ob

das Ganze gelingt.

4 Tag des offenen Denkmals 2012


Der Tag des offenen

Denkmals in Deutschland

findet zum 20. Mal

bundesweit statt

Erfolg

für den

Denkmalschutz

Wer hätte 1993 gedacht, als der Tag des offenen Denkmals

das erste Mal bundesweit stattfand, dass sich die

Aktion so rasch zur erfolgreichsten Kulturveranstaltung

Deutschlands entwickeln würde?

In diesem Jahr feiern wir ein kleines Jubiläum: 2012

koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den

Denkmaltag zum 20. Mal bundesweit. Schon der erste bundesweite

Tag des offenen Denkmals 1993 war für die Stiftung

wie für die lokalen Veranstalter ein durchschlagender

Erfolg: Es gelang auf Anhieb, die Veranstalter dazu zu bewegen,

mehr als 3.500 Denkmale bundesweit

kostenfrei zu öffnen und rund zwei

Millionen Besucher zu erreichen. Mittlerweile

zählt die Stiftung am Denkmaltag

seit Jahren weit mehr als 7.000 geöffnete

Denkmale und über vier Millionen Besucher

bei immer noch leicht steigender Tendenz.

Und nicht nur bei uns ist der Denkmaltag

ein Publikumsmagnet. Mittlerweile

beteiligen sich alle 50 europäischen

Länder von Albanien bis Zypern an den

„European Heritage Days“, die unter der

Schirmherrschaft des Europarats stehen.

Plakate zum

Denkmaltag

im Wandel

der Zeit:

1993 und

heute

Zwei wesentliche Ursachen sind das Geheimnis dieses

außerordentlichen Erfolgs in Deutschland: Zum einen

macht der Tag des offenen Denkmals den Besuchern

einfach Spaß. Einmal im Jahr hinter die Türen von

sonst nicht oder nur teilweise geöffneten Denkmalen

schauen zu können, zieht Geschichtsbegeisterte magnetisch

an. Mit ihrem regen Interesse an den historischen

Gebäuden, Parks oder archäologischen Stätten,

die am Denkmaltag zu sehen sind, geben die Besucher

zugleich auch ein klares politisches Statement ab:

Denkmalschutz und Denkmalpflege sind wichtiger

Bestandteil unserer kulturellen Identität und wir als

Bürger nehmen regen Anteil am Umgang mit diesem

kostbaren Kulturerbe.

Passend zum Jahresmotto „Holz“:

Am 9. September ist die Holländerwindmühle

in Straupitz (Kreis Dahme-

Spreewald) mit einer Schausägeaktion

zu sehen. Sie ist als historische

Mahl-, Öl- und Sägemühle die letzte

gewerblich produzierende Dreifachwindmühle

Europas.

Deutsche Stiftung Denkmalschutz . Spendenkonto 305 555 500 . BLZ 380 400 07

5


Tag des offenen

Denkmals 2012

Der andere Grund für das hervorragende Gelingen

der Aktion liegt in der ebenen- und institutionsübergreifenden

Zusammenarbeit der vielen

Mitstreiter, die den Tag des offenen Denkmals

vorbereiten und die Objekte präsentieren. Genannt

seien die vielen Privateigentümer von Denkmalobjekten,

die vielen ehrenamtlich Engagierten aus Vereinen

und Kirchengemeinden, die vielen Fachleute – wie

Handwerker oder Architekten – und die Mitarbeiter

von städtischen und kommunalen Denkmalschutzbehörden,

Kultur- und Tourismusämtern und den

Landesdenkmalämtern. Sie alle motiviert ihre eigene

Leidenschaft für unser bauliches Kulturerbe und das

Wissen um die Bedeutung seines Erhalts.

Und am Denkmaltag ziehen sie alle gemeinsam

mit der bundesweiten Koordinatorin an einem Strang.

Das verbindende Ziel ist es, die Öffentlichkeit über die

Schönheit, die Geschichte und die künstlerische oder

technische Besonderheit der gezeigten Objekte zu informieren,

sie zu begeistern und die Menschen, da wo

es nötig ist, zum Handeln zu bewegen.

Marlies Voss, Leiterin der Denkmalbehörde der

Stadt Münster, wo der Tag des offenen Denkmals

regelmäßig mit großem Zuspruch veranstaltet wird,

freut sich über die Gelegenheit zum regelmäßigen

Kontakt mit den Besuchern in den geöffneten Ob-

jekten. „Ganze Familien ziehen am Denkmaltag in

Münster von Ort zu Ort, und besonders die Kinder

hören aufmerksam zu“, so Voss. Wie viele andere

Veranstalter beteiligt sich die Stadt schon seit den

1990er Jahren am Denkmaltag.

Um Wiederholungen zu vermeiden, ruft die Deutsche

Stiftung Denkmalschutz seit 1999 ein jährlich

wechselndes Motto aus. Damit gibt sie den Veranstaltern

immer wieder neue Anregungen, die Themen

Denkmalschutz und Denkmalpflege aus den unterschiedlichsten

Perspektiven zu beleuchten und neue

Denkmalgattungen für die Aktion zu erschließen.

Gleich, ob es

etwas im Boden

oder (von) hoch

oben zu sehen

gibt: Die Besucher

bekommen

direkt am Objekt

Informationen

aus erster Hand.


2012 steht mit dem Werkstoff Holz erstmals ein Baumaterial im Mittelpunkt

des Denkmaltags. Weit mehr als die Hälfte aller Veranstaltungen

nehmen Bezug auf dieses Motto. Zu sehen sein werden archäologische

Holzfunde mit fachkundigen Erläuterungen zur Holzkonservierung

ebenso wie stolze Fachwerkbauten, deren Alter aufgrund

der verbauten Holzbalken über die Methode der Dendrochronologie

aufs Jahr genau bestimmt werden konnte. Kunsthistoriker, Restauratoren

und speziell in der Denkmalpflege ausgebildete Handwerker

werden kostbare Innenausstattungen präsentieren, in Gärten und Parks

wird „lebendiges Holz“ von besonderem kulturhistorischem Wert gezeigt.

Über alle Programmpunkte bundesweit informiert die Website

www.tag-des-offenen-denkmals.de.

Gottfried Kiesow

Kulturgeschichte

sehen lernen

Kontakt und Infos:

Deutsche Stiftung

Denkmalschutz

Referat Tag des

offenen Denkmals

0228/9091-440

oder -441,

denkmaltag

@denkmalschutz.de

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Was die Architektur über

Mensch und Zeit erzählt

Dort finden die Besucher auf einer übersichtlichen Karte alle Veranstaltungen

von Flensburg bis an den Bodensee. Wer möchte, kann sich dort

eine persönliche Denkmaltour für den 9. September zusammenstellen

und ausdrucken.

Smartphonebesitzer können sich sogar von unterwegs alle geöffneten

Denkmale in ihrer Umgebung anzeigen lassen. Dafür hat die Stiftung

eine eigene App entwickelt, die kostenfrei heruntergeladen werden kann.

Lob für den Webauftritt zum Tag des offenen Denkmals kommt auch

von Marlies Voss: „Die Internetseiten zum Denkmaltag sind schon vorbildlich.

Noch besser finde ich aber die App. Hier sind alle geöffneten

Denkmale mit Beschreibung, Bild und Standort erfasst. Das ist das perfekte

Medium, um gerade junge Leute für die Themen Denkmalschutz,

Architektur und die Geschichte ihrer Heimat zu begeistern.“

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz freut sich über den gemeinsamen

Erfolg, dankt allen Veranstaltern und Organisatoren für ihren

großartigen Einsatz und wünscht den Besuchern am 9. September

spannende Begegnungen und aufschlussreiche neue Einblicke in unsere

reiche Denkmallandschaft.

koly

www.tag-des-offenen-denkmals.de

Deutsche Stiftung Denkmalschutz . Spendenkonto 305 555 500 . BLZ 380 400 07

Wenn Steine reden könnten ...

sie können es!

Vorausgesetzt, ein so hervorragender Dolmetscher

wie Professor Gottfried Kiesow

lässt ihre Geschichte lebendig werden. Er

zeigt Ihnen, was die Denkmale selbst über

ihre Entstehungszeit verraten – wenn man

ihre Sprache versteht.

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Wie die Bremer sich für

den Denkmalschutz einsetzen

Die bundesweite Eröffnung des Tages des

offenen Denkmals findet in diesem Jahr in Bremens

„guter Stube“ statt. So nennen die Bremer

liebevoll ihren historischen Marktplatz rund um

den Roland. Inmitten der beeindruckenden Kulisse

des UNESCO-Weltkulturerbes von Rathaus und Roland

und in unmittelbarer Nähe des Doms werden die

Besucher begrüßt und musikalisch unterhalten. An

diesem Tag sind überall in der Stadt die Türen von

über 60 historischen Gebäuden oder Schiffen weit geöffnet.

Führungen und Aktionen zum Denkmaltag

werden Bezug nehmen auf das aktuelle Jahresmotto

„Holz“. So präsentieren sich in der geräumigen, großflächigen

unteren Rathaushalle die Handwerksbetriebe

der holzverarbeitenden Zunft. Im benachbarten Dom

ist die Wanderausstellung „10 Jahre Jugendbauhütten

der Deutschen Stiftung Denkmalschutz“ zu sehen.

Anknüpfend an die Tradition der Dombauhütten des

Mittelalters können im Jugendbauprojekt der Stiftung

junge Leute Fertigkeiten in traditionellen Handwerkstechniken

erwerben.

Wer wagt,

gewinnt

Wer am Tag des offenen Denkmals in Bremen auf

Künstlerpfaden wandeln möchte, dem sei ein Besuch

im Haus Atlantis in der Böttcherstraße empfohlen.

Ebenfalls in der Innenstadt gelegen, wurde die gesamte

Straße zwischen den Weltkriegen von Ludwig

Roselius, einem Bremer Kaufmann, als Gesamtkunstwerk

bei Handwerkern und Künstlern in Auftrag

gegeben. Die herausragende künstlerische Persönlichkeit

war der Worpsweder Bildhauer Bernhard Hoetger.

Der „Himmelssaal“ im Haus Atlantis mit seinen

weiß-blauen Glasbausteinen, in denen sich das Licht

auf wunderbare Weise bricht, zählt zu seinen wohl

kühnsten Entwürfen. Seine vielfältigen, nicht immer

unumstrittenen, expressionistischen Bauten zeugen

von einem Schaffen in einer Epoche elementarer gesellschaftlicher

und künstlerischer Umbrüche.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützte

in Bremen und Bremerhaven die Wiederher-

8 Tag des offenen Denkmals 2012


wurden der Eigentümer und die beteiligten Handwerksbetriebe

mit dem 1. Preis des „Bundespreises für Handwerk in der

Denkmalpflege im Bundesland Bremen“ ausgezeichnet.

Auch ein Segelschiff kann ein Kulturdenkmal sein. Die Rede

ist vom Großsegler „Seute Deern“ in Bremerhaven. Neben

einer Förderung der notwendigen Restaurierung konnte unter

dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz eine Treuhandstiftung

für die Seute Deern gegründet werden. Im späten

Vom Tag des offenen Denkmals bis zum

30. September ist im Seitenschiff des Doms eine

Ausstellung über die Arbeit der Jugendbauhütten der

Deutschen Stiftung Denkmalschutz zu sehen.

Der historische Marktplatz vor dem Bremer Rathaus

ist am 9. September ab 11 Uhr die Kulisse für die

bundesweite Eröffnung des Tags des offenen Denkmals.

stellung einiger bedeutender Denkmale: Erwähnt sei

die Beteiligung an der notwendigen Instandsetzung

der beiden Domtürme und der Nord- und Westfassade

des Gotteshauses in den Jahren 2005 und 2009.

Das Rathaus erhielt Fördermittel für die Restaurierung

eines für den norddeutschen Küstenraum

einmaligen Bildmotivs. Das die obere Rathausdiele

schmückende Gemälde „Schwertfisch“ zeigt einen

außergewöhnlichen Fang aus der Weser von 1696. Es

gehört zu einem Ensemble mehrerer Bilder.

Bei der Instandsetzung der das Ortsbild von Bremen-Arbergen

prägenden Galerieholländermühle von

1803 unterstützte die Stiftung den Eigentümer. Die

Mühle befindet sich seit Generationen in Familienbesitz.

Sie soll noch in diesem Jahr zu einem kulturellen

Treffpunkt inmitten eines alters- und behindertengerechten

Wohnensembles der Bremer Heimstiftung

werden. Für vorbildliches Arbeiten und Engagement

Deutsche Stiftung Denkmalschutz . Spendenkonto 305 555 500 . BLZ 380 400 07

9


Treppenhaus und Himmelssaal des „Haus Atlantis“

von Bernhard Hoetger. Der kühne Entwurf im Art Déco-Stil

und die besondere Lichtgestaltung aus blauen und weißen

Glaselementen beeindrucken bis heute.

19. Jahrhundert befuhren solche Großsegler zu Tausenden

die Weltmeere. Später führten Dampfschiffe

zum Niedergang der Segelschifffahrt. Heute birgt der

breite Rumpf der Seuten Deern eine maritime Gaststätte

gegenüber dem Deutschen Schifffahrtsmuseum.

Dieses präsentiert mit dem Originalschiff der Bremer

Hansekogge von 1380 den ältesten und mit der Seuten

Deern den jüngsten hölzernen Großseglertyp in

deutschen Häfen.

Eine weitere Auszeichnung ging 2005 mit dem

Deutschen Preis für Denkmalschutz an den frisch

gebackenen Ingenieur Dr. Kai Steffen. Dieser entdeckte

als Student 1997 in einem Hinterhof in der

Bahnhofsvorstadt das Experimentierlabor des Flugpioniers

Henrich Focke (1890 – 1979). Er machte sich

mit einigen Freunden an die mühsame Arbeit, die

authentische Hinterlassenschaft

zu retten. Dieses wohl einmalige,

vollständig erhaltene Labor eines

der großen deutschen Flugzeugkonstrukteure

konnte so buchstäblich

in letzter Minute vor

dem Verfall gerettet werden. Das

bedeutet für Bremen als Luftund

Raumfahrtstadt einen nicht

hoch genug einzuschätzenden

Gewinn.

Was die traditionsbewussten

Bremer Bürger besonders stolz

macht und auch überregional

von der Fachwelt erleichtert und

Die unlängst

abgeschlossene

Instandsetzung

des Bildes

„Schwertfisch“

im Bremer Rathaus

wurde auch mit

Mitteln der

Deutschen Stiftung

Denkmalschutz

finanziert.

bewundernd aufgenommen wurde, ist der Erhalt des

Sendesaals von Radio Bremen. Der unermüdliche Einsatz

der Bürger für dieses Klangjuwel der besonderen

Güte darf hier nicht unerwähnt bleiben.

Der gemeinsame Kraftakt vieler Mitstreiter, angestoßen

durch das Engagement des Vereins Freunde

des Sendesaales e.V., hat buchstäblich in allerletzter

Minute den Abriss verhindern können. Über Bremens

Grenzen hinaus profitieren Musiker, Sänger und Sprecher

sowie ihr Publikum von der außergewöhnlichen

Akustik dieses Sendesaals. Dies ist eins von vielen

Beispielen in Bremen, das zeigt, was erreicht werden

kann, wenn engagierte, aufmerksame Bürger sich für

erhaltenswerte Bauten einsetzen. Und die nicht locker

lassen, bis deren Erhalt amtlich ist, sie unter Schutz

gestellt und einer neuen Bestimmung zugeführt werden

können. Deshalb wurden unter großer Anteilnahme

der Bevölkerung die Freunde des Sendesaales

im November 2010 im Rathaus mit einem Sonderpreis

des Bremer Denkmalpflegepreises, gestiftet von

„Weser-Kurier“ und „Nordseezeitung“,

ausgezeichnet.

Verantwortungsvolles Handeln

wurde den sturmerprobten

Bremer Hanseaten bereits in

die Wiege gelegt. So sind in der

Stadt viele Pilotprojekte und

Modellversuche und auch Bürgerbewegungen

letztendlich

erfolgreich.

Denn die Bürger wissen sehr

wohl: „Wer wagt, gewinnt!“.

Und sie machen regen Gebrauch

davon, wann immer es not wendig

ist.

löy

10 Tag des offenen Denkmals 2012


Glück

Die Ausstattung

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Sanierungsarbeiten geschlossen.

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geschlossen. 50.000 brachte Mann, Marschall 15.000 Pferde Gebhard und Leberecht 182 Geschütze von Blücher brachte 2006 Die Deutsche mit 75.000 Stiftung Euro an Denkmalschutz der dringend erforderlich beteiligte sich

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aufbewahrt.

Deutsche Stiftung Denkmalschutz . Spendenkonto 305 555 500 . BLZ 380 400 07

11


Interview mit Dr. Rosemarie Wilcken,

Vorstandsvorsitzende der

Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Nur was man

kennt, das

schützt man

Vor über einem Jahr haben Sie den Vorsitz

im Vorstand der Deutschen Stiftung

Denkmalschutz übernommen.

Was wünschen Sie sich aktuell für den

Denkmalschutz und die Denkmalpflege?

nissen der Vergangenheit. Unabhängig von solchen

Anlässen weist die Deutsche Stiftung Denkmalschutz

fortwährend auf die Denkmalkultur unseres Landes

und auf Bedrohungen für die Denkmale hin. Nur was

man kennt und worüber man etwas weiß, das kann

man auch sehen, erleben und schützen. Die Bewusstseinsbildung

für die Belange des Denkmalschutzes ist

neben der Förderung am Objekt ein Schwerpunkt unserer

Arbeit. Inzwischen wissen wir schon viele Spender

und Förderer an unserer Seite und mit unseren Ortskuratorien

sind wir in vielen Regionen bereits vertreten.

Mit ihrer Projektförderung an über 4.100 gefährdeten

Denkmalen im Land hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz

bundesweites Ansehen als engagierter Partner

erlangt und wird immer öfter um Hilfe gebeten.

Diese wirksamen Hilfen ermöglichen uns die Spenden

unserer Förderer und Mittel aus der Lotterie Glücks-

Spirale.

Es muss uns gelingen, mehr Interessierte und Mitstreiter

für den Denkmalschutz zu gewinnen. Denkmalschutz

ist eine öffentliche Aufgabe und kann nur dann

erfolgreich sein, wenn sich möglichst alle daran beteiligen.

Dazu müssen wir die Köpfe und die Herzen der

Menschen gewinnen. Die Denkmaleigentümer und

den staatlichen Denkmalschutz können wir mit dieser

Aufgabe nicht allein lassen. Als erlebbarer Teil unserer

Kultur sind die Denkmale ein Fundament unserer

Gesellschaft, die einen respektvollen Umgang mit sich

und unserer Kulturgeschichte verdienen.

Dennoch steht der Denkmalschutz oft erst im

Fokus der Öffentlichkeit, wenn der Verfall

oder der Abriss eines Objektes akut drohen. Ist

das nicht zu spät?

Besser spät als gar nicht. Die Betroffenheit vor Ort mobilisiert

viele Bürger, die sich dann in Bürgerinitiativen

engagieren oder Fördervereine gründen. Auch dadurch

erhalten sie einen Zugang zu dem großen Thema des

Erhaltens und des Bewahrens von qualitätvollen Zeug-

Kunstvoll verbaute

Holzbalken:

Fassade und Detail

des Rathauses von

Heinrichs, einem

Ortsteil der thüringischen

Stadt Suhl.

Die Deutsche

Stiftung Denkmalschutz

förderte 2010

die Instandsetzung

des Dachs mit

10.000 Euro.

12 Tag des offenen Denkmals 2012


sehen wollte, sind nun geöffnet und werden

erklärt. Der Denkmaltag ist meines Wissens

die größte und erfolgreichste Kulturveranstaltung

in Deutschland. Wer, wenn nicht die

private, bundesweit arbeitende Deutsche Stiftung

Denkmalschutz ist geeigneter diesen Tag

vorzubereiten und zu koordinieren? Zugegeben,

der Aufwand ist sehr groß, aber jährlich

danken es uns mehr als vier Millionen Besucher.

Diese Resonanz motiviert uns enorm.

Unsere Partner, die Veranstalter vor Ort,

stellen tolle Rahmenprogramme mit Ausstellungen,

Handwerkspräsentationen oder Führungen

zusammen.

Ihnen verdanken wir ein besonderes, großartiges,

im kulturellen Jahreskalender inzwischen

fest verankertes Erlebnis. Darauf freue

ich mich.

„Holz“- ein Motto, bei dem bestimmt

viele Denkmaleigentümer

Anknüpfungspunkte finden.

Was schätzen Sie an hölzernen

Objekten am meisten?

Der Tag des offenen Denkmals findet

dieses Jahr zum 20. Mal bundesweit statt.

Was motiviert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz

sich für diese Aktion einzusetzen?

Der Tag des offenen Denkmals ist eine gute Gelegenheit,

Menschen für den Denkmalschutz zu interessieren

und sie darauf hin anzusprechen. Es ist ein Tag

für die ganze Familie, das ist uns besonders wichtig.

Die Gebäude, auch private, die man immer schon mal

Als Baumaterial begeistert Holz durch die

Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten und

seine einfache Verarbeitbarkeit. Vom Kinderspielzeug

bis hin zu modernen Holzhäusern

ist Holz sogar Teil der Lebensphilosophie meiner

Generation geworden.

Beim Thema Holz sind Fachwerkbauten

mein erster gedanklicher Bezug. Sie bieten

unendliche Vielfalt und unterschiedliche

Baustile. Ein gutes Beispiel ist das Rathaus aus

Heinrichs, einem Ortsteil der thüringischen

Stadt Suhl. Der Bau ist ein wunderbares Beispiel

der Holzkunst. Kunstvoll angeordnete

Balken bilden die Giebelseite, die mit eindrucksvollen

Schnitzereien verziert ist. Das

Gebäude stammt aus der Blütezeit des Fachwerkbaus

im 17. Jahrhundert. Viele seiner Details zeugen von

herausragendem Schnitz- und Zimmermannshandwerk.

Das Denkmal hat einen jahrelangen Leerstand

überstanden und konnte nicht zuletzt mit Unterstützung

der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wieder

instand gesetzt werden. Aber nicht nur dort, sondern

deutschlandweit findet derjenige beeindruckende

hölzerne Bauwerke und Baudetails, der mit offenen

Augen durch unser Land fährt. Am Tag des offenen

Denkmals wird für uns alle dazu Gelegenheit sein.

Deutsche Stiftung Denkmalschutz . Spendenkonto 305 555 500 . BLZ 380 400 07

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Jubilate –

Feiern Sie mit uns!

Zu einer Kunstauktion

zugunsten der Deutschen

Stiftung Denkmalschutz

lud Theo Hirschboeck in

seinen Garten.

Wieder einmal stand Weihnachten vor der Tür.

Und Thomas Tüttemann gemeinsam mit seiner

Frau vor der Frage, womit er den Geschäftspartnern

und Kunden seiner Zimmerei eine Freude

machen könnte. Kugelschreiber oder Schlüsselanhänger

mit Werbeaufdruck standen zur Wahl. Oder

gäbe es vielleicht noch eine andere Möglichkeit? Die

Zimmerei aus Witten entschied sich schließlich für ein

eher ungewöhnliches Geschenk: Das für weihnachtliche

Aufmerksamkeiten vorgesehene Geld wollten

Tüttemanns für eine gute Sache spenden. Dass diese

mit der eigenen Arbeit sinnvoll in Verbindung stehen

sollte, war ein besonderer Wunsch. Tüttemanns

kannten die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits

durch ihr Förderermagazin Monumente. Nach

einem kurzen Anruf bei der privaten und gemeinnützigen

Stiftung war das richtige Spendenziel schnell

gefunden: die Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung

Denkmalschutz. Die Verbindung zwischen der

Zimmerei, die häufig an Denkmalen arbeitet und

selbst ausbildet, und den Jugendbauhütten, die junge

Menschen für das Berufsfeld der Denkmalpflege

begeistern möchte, liegt auf der Hand. Zusammen

mit erfahrenen Handwerkern können Jugendliche

und junge Erwachsene in einem Freiwilligen Jahr in

der Denkmalpflege bei der Arbeit an einem Denkmal

berufliche Erfahrungen sammeln. Oft entwickeln

sie dabei großen Respekt für das Wissen und

handwerkliche Können ihrer Vorfahren. Auch für

Alten

Bauten

Zukunft schenken

und

das nicht

nur zur

Weihnachtszeit

Zimmermeister Thomas Tüttemann ist es „immer

wieder eine wunderbare Herausforderung, den ,alten‘

Baumeistern, die damals schon sehr umsichtig geplant

und gebaut haben, durch die Instandsetzung quasi die

Hand zu reichen und deren Arbeit durch eine achtsame

Sanierung zu würdigen.“ In ihren Weihnachtsgrüßen

an Geschäftspartner und Kunden wiesen

Tüttemanns auf die Spende hin und ernteten nur

positive Reaktionen.

Nicht nur Weihnachten, auch ein privater Anlass

kann ein Grund sein, die persönliche Begeisterung für

historische Bauten zu teilen. „Geh aus mein Herz und

mache Freud!“ schrieb ein Förderer der Deutschen

Stiftung Denkmalschutz in Anlehnung an ein altes

Kirchenlied in seiner Einladung zum 70sten und bat

seine Gäste um Spenden. Ob Geburtstag, Hochzeitstag,

Sommerfest mit Kunstauktion im heimischen

Garten, Kuchenbuffet zum Tag des offenen Denkmals

oder Klassentreffen: Mit großem Ideenreichtum

bitten Denkmalfreunde im Verwandten- und Be-

14 Tag des offenen Denkmals 2012


Zimmermeister Tüttemann

machte zu Weihnachten

ein besonderes Geschenk:

Er spendete für die

Jugendbauhütten.

kanntenkreis um Spenden an die Deutsche Stiftung

Denkmalschutz. Statt Blumen mit begrenzter Haltbarkeit,

Pralinen, die irgendwann aufgegessen sind,

oder Krawatten, die in der hintersten Schrankecke

verschwinden, wünschen sie sich Unterstützung für

Denkmale. Die Spenden der Gäste werden so zu dauerhaft

wirksamen Bausteinen für den Denkmalschutz.

Ein erfreulicher Nebeneffekt ist dabei: Die Begeisterung

für prächtige Schlösser, wehrhafte Burgen, kleine

und große Kirchen, pittoreske Bauernhäuser oder

denkmalgeschützte Industrieanlagen ist ansteckend

– wie die Gäste bestätigen.

Die Arbeit einer gemeinnützigen Organisation wie der

Deutschen Stiftung Denkmalschutz lebt vom ideenreichen

Engagement ihrer Förderer:

Nur mit den Spenden großzügiger

Kulturfreunde kann sie auf

Dauer den Erhalt von Denkmalen

fördern oder auch Aktionen wie

den Tag des offenen Denkmals,

das Schulprogramm denkmal aktiv

und die Jugendbauhütten unterstützen.

khay

Zu ihrem 80sten bat

Ute Rampe um Spenden

für Kloster Steinfeld in

ihrem Heimatort Kall.

JUBILATE –

Feiern Sie mit uns!

Sie begeistern sich für historische Bauten? Und Ihr Geburtstag,

Ihr Hochzeitstag, Ihr Firmenjubiläum oder ein anderes

freudiges Ereignis steht bevor? Feiern Sie mit uns! Bitten

Sie Ihre Gäste um Spenden für den Erhalt von Denkmalen.

Wir geben Ihnen gerne

Tipps und schicken

Materialien für

Ihre Spendenaktion:

Inga Lehmann Torsten Hoffmann

Tel.: 0228 / 9091-250, foerderer@denkmalschutz.de

oder verwenden Sie den Coupon in der Heftmitte

Unter allen Initiatoren, die um Spenden an die Deutsche Stiftung

Denkmalschutz bitten, werden pro Jahr eine Denkmalreise sowie

weitere attraktive Preise verlost.

Weitere Informationen unter:

www.denkmalschutz.de/jubilate

Deutsche Stiftung Denkmalschutz . Spendenkonto 305 555 500 . BLZ 380 400 07

15


DasGewinnspiel

zum Tag

des offenen

Denkmals

2012

Machen Sie mit

und gewinnen Sie:

Eine Donaukreuzfahrt für

zwei Personen, einen Aufenthalt

im Schwarzwald, in München

oder Köln und Übernachtungen

in Schlössern und Burgen am

Niederrhein!

Teilnahme auch im Internet:

www.tag-des-offenen-denkmals.de

Einsendeschluss: 21. September 2012

Entspannt an Deck die Seele baumeln lassen, während kleine Dörfer, große

Städte und abwechslungsreiche Landschaften vorbeiziehen: Phoenix Reisen

lädt den Gewinner mit Begleitung zu einer Flusskreuzfahrt auf der Donau im

April 2013 ein. Die 6-tägige Reise beginnt und endet in Passau und führt bis

nach Budapest. Ohne Koffer packen zu müssen, lernen Sie die vielen Sehenswürdigkeiten

der Route von der komfortablen MS Rousse Prestige aus kennen.

In der gemütlichen Atmosphäre des Schiffes können Sie sich von einem umfassenden

gastronomischen Angebot verwöhnen lassen. Spannende Städte wie

Budapest, Bratislava und Wien mit ihren großartigen historischen Bauwerken

warten darauf, bei Landausflügen von Ihnen erkundet zu werden. Freuen Sie

sich auf einen abwechslungsreichen und doch erholsamen Urlaub!

München lockt nicht

nur mit Biergarten,

Oktoberfest und Hofbräuhaus,

sondern

bietet mit Marienplatz

und Olympiastadion,

Frauenkirche, Theatern

und einer reichen

Museumslandschaft

große Abwechslung für

einen erlebnisreichen

Aufenthalt. Das Hotel

Torbräu**** lädt Sie

mit Begleitung ein, für zwei Nächte dort Gast zu sein und sich kulinarisch verwöhnen

zu lassen. Schon 1490 schlug die Geburtsstunde des Hotels, das damit

das älteste Hotel im Herzen Münchens ist. Heute ist die Philosophie des Hauses,

Tradition mit Moderne zu verbinden. Unweit des Marienplatzes gelegen ist es

der ideale Ausgangspunkt, um

die Stadt zu erkunden. Das

Tourismusamt München vergibt

eine Partner-City-Tour-

Card, mit der Sie alle öffentlichen

Verkehrsmittel nutzen

können und Vergünstigungen

bei vielen Sehenswürdigkeiten

erhalten. Einen stimmungsvollen

Abend in historischem

A mbiente verbringen Sie

bei den Nymphenburger

Schlosskonzerten veranstaltet

von der Kulturgipfel GmbH.

Mit freundlicher

Unterstützung von:

16 Tag des offenen Denkmals 2012


gut gefüllten Picknickrucksack

mit leckeren

Schwarzwälder Spezialitäten

losgeschickt. Und

zur Erinnerung an Baden-

Württembergs berühmte

handgeschabte Spätzle

gibt es als Souvenir zwei

echte Spätzlebretter.

Duftende Tannen, idyllische Täler

und gastronomische Genüsse

erwarten Sie im Schwarzwaldörtchen

Tonbach. Verbringen Sie

zwei Tage im Hotel Tanne****

und freuen Sie sich auf die spektakuläre

Himmelssauna im 10

Meter hohen Baumhaus oder

ein Aromabad im ausgehöhlten

Baumstamm. Die GlücksSpirale

lädt Sie mit Begleitung für zwei

Tage in das zünftige Wellnesshotel

ein. Ein Frühstücksbuffet

mit Erlebniskochbereich sowie

zwei Vier-Gänge-Menüs verheißen

kulinarische Highlights.

Zu einem Halbtagesausflug mit

Pedelecs werden Sie mit einem

Köln hat nicht nur rheinische

Fröhlichkeit, sondern auch viel Sehenswertes

zu bieten: romanische

Kirchen und die zeitgenössische

Architektur des Rheinauhafens;

Museen zur römisch-germanischen

Geschichte genauso wie zur Schokolade

und natürlich den Dom.

Eine Sehenswürdigkeit ist auch

das Hotel Viktoria****, das sich

in einer der imposantesten Großvillen

Kölns befindet. Gebaut wurde

das Haus als Musikhistorisches

Museum um 1906. „Wohlfühlen

im Denkmal“ ist die Devise des

Hauses, das zum Markenverbund

Historik Hotels gehört.

Gleich zwei Gewinner dürfen

sich über einen Aufenthalt

in Köln freuen. Das Hotel

Viktoria lädt sie mit jeweils

einer Begleitperson für zwei

Nächte inkl. Frühstück ein. Als

Zugabe warten zwei Eintrittskarten

für den Kölner Zoo oder

das Schokoladenmuseum.

Wenn Sie schon immer einmal in einer Burg oder einem Schloss logieren

wollten, geben Ihnen die Hotels von Culture & Castles | HISTOHOTELS

jetzt dazu die Möglichkeit. Fünf denkmalgeschützte Burgen und Schlösser,

die sich unter dem Dach der Historic Hotels of Europe ihren Gästen empfehlen,

laden am linken Niederrhein die Gewinner mit einer Begleitperson

für eine Übernachtung mit Schlossfrühstück ein. Bei Begrüßungsdrink und

Hausführung erfahren Sie einiges zur jahrhundertealten Geschichte und

über die Besonderheiten des von Ihnen besuchten Denkmals.

Eingebettet in die idyllische

Landschaft des Niederrheins

liegt am Boetzelaerer Meer

die einstige Ritterburg Burg

Boetzelaer. 2003 wurde sie

mit dem Denkmalschutzpreis

der Stiftung der Deutschen

Burgenvereinigung ausgezeichnet.

In der Burganlage laden

elegante Doppelzimmer und

romantische Suiten zur fürstlichen

Nachtruhe. Gefrühstückt

wird im romantischen

Gewölbe des Rittersaals.

Das Parkhotel in der

Wasserburg Anholt

heißt seine Gäste in einer

ausgedehnten historischen

Wasserburg mit

eindrucksvoller Parklandschaft

willkommen.

Genießen Sie die luxuriösen

Zimmer, besuchen

Sie die Kunstsammlung

flämischer Meister und

freuen Sie sich auf die

kreative Küche von Jörg

Brune.

Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz

übernimmt keine Haftung für Reisemängel, da sie nicht Veranstalter

der Reisen ist. Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.

Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.

Teilnehmen können alle Personen ab 18 Jahren.

Das imposante Schloss

Wissen ist ein kultureller

Mittelpunkt der Region

um Weeze. In der „Boye“ –

einem kleinen Dorf, in dem

früher die Angestellten und

Familien der schlosseigenen

Betriebe lebten – bietet

es höchst stilvolle und

individuell eingerichtete

Übernachtungsmöglichkeiten.

Ein besonderer Mittelpunkt

ist die historische

Wassermühle, in der das

Schlossfrühstück genossen

werden kann.

In Weeze erwartet Sie

Deutschlands einzige bewohnbare

Schlossruine, die

sich seit mehr als 800 Jahren

im Familienbesitz befindet.

Seit der Wiedererrichtung

des Schlossturms und des

historischen Kreuzgewölbes

können Gäste in der Schlossruine

Hertefeld in persönlich

eingerichteten Gästezimmern

übernachten. Bei schönem

Wetter wird das Frühstück

oft unter alten Bäumen

im Schlosspark serviert.

Umgeben von einem nach

englischem Vorbild angelegten

Schlosspark ist das

Hotel & Spa Schloss Leyenburg

ein barockes Kleinod.

Das kleine, äußerst komfortable

Hotel wird sehr persönlich

geführt. Alle Zimmer sind

individuell und erlesen eingerichtet.

Der Gast hat neben

seinem Zimmer die Qual der

Wahl zwischen einer Auszeit

am Kamin, einer Runde im

Kräuter- und Bauerngarten,

einem Spaziergang am See

und Relaxen im Day-Spa

oder auf der Terrasse.

Deutsche Stiftung Denkmalschutz . Spendenkonto 305 555 500 . BLZ 380 400 07

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Helfen sie mit, die Synagoge

in Stavenhagen zu retten!

Der alte Mann war recht und gerecht durch

das Leben gegangen, und recht und gerecht ging

er auch aus dem Leben. Er starb gefestigt in seinem

Glauben, und wie er verstorben war, gaben sie ihm zu

seinem Sarge jene Bretter, die dem Stamme Juda zustehen,

denn er war aus dem Stamme Juda. (…) und

zahlreiche Christenmenschen folgten dem Sarge zum

Friedhof, für den Moses selber noch die Einfriedung

aus Eichenholz gestiftet hatte (…).“ Mit diesen Worten

nimmt Fritz Reuter in seinem Roman „Ut mine

Stromtid“ Abschied vom „alten Moses“, einer der

Hauptfiguren seines plattdeutschen Werks, aus dessen

hochdeutscher Übersetzung „Das Leben auf dem Lande“

das Zitat stammt. Die Erzählung spielt vor allem in

Stavenhagen – Rahnstädt heißt der Ort im Roman –,

wo Fritz Reuter 1810 geboren wurde. Als Vorbild für

Moses und dessen Frau Blümchen dienten Isaac und

Hannchen Salomon. An den jüdischen Friedhof, auf

dem Moses zu Grabe getragen wird, erinnert heute

eine Gedenktafel. Doch die Synagoge, die in der Zeit

gebaut wurde, als Fritz Reuter und die Salomons in

Stavenhagen lebten, gibt es noch.

Isaac Salomons Großvater,

Moses Levin, hatte sich 1757 in der

Stadt, die damals zum Herzogtum

Mecklenburg-Schwerin gehörte,

angesiedelt. Aus jenen Jahren sind

dort die ersten jüdischen Spuren

überliefert. Er erhielt von seinem

Herzog einen Schutzbrief, der ihm

erlaubte, in Stavenhagen zu leben,

dort Handel zu treiben und zwei

„unbeweibte Knechte“ zu beschäftigen.

Für dieses Privileg, das befristet

und nicht vererbbar war, zahlte er

jährlich zwölf Taler.

Die Schutzbriefe, die es nicht nur in Mecklenburg-

Schwerin gab, brachten den Landesherren beträchtliche

Einnahmen. Dennoch schaffte Herzog Friedrich

Franz I. dieses Regal 1813 ab. „Alle bisher in Unsern

Landesherrlichen Schutz genommene privilegierte

Juden“, heißt es in Kapitel 1 der Verfassung, „sollen

hinfüro mit ihren Ehefrauen und unabgesonderten

Kindern für Einländer geachtet werden, und nach

Maaßgabe der weiter folgenden Modificationen

gleiche bürgerliche Rechte und Freiheiten mit den

Christen genießen.“ Doch bereits viereinhalb Jahre

später hob der Herzog dieses fortschrittliche Gesetz

wieder auf, nachdem es massive Proteste seitens der

Ritterschaft und einiger Städte gegeben hatte. Sein Ur-

Baufällig,

doch

nicht

verloren

enkel Friedrich Franz II. unternahm 1849 einen erneuten

Versuch, die jüdische Bevölkerung der christlichen

annähernd gleichzustellen, scheiterte jedoch ebenfalls

an den Ständen. Erst nach dem Beitritt Mecklenburg-

Schwerins zum Norddeutschen Bund 1867 und einem

entsprechenden Gesetz, das Bismarck zwei Jahre später

verabschiedete, erhielten die Juden ihre Bürgerrechte.

Isaac Salomon, dem Reuter in seinem Roman ein

liebevolles Denkmal setzte, machte mit seinem Wollhandel

ein beachtliches Vermögen. Wir wissen nicht

genau, ob er sich am Bau der Synagoge in Stavenhagen

finanziell beteiligt hat, doch darf man das vermuten.

Er errichtete eine Familienstiftung, die seine Söhne

später an den Magistrat der Stadt übergaben, und

ließ tatsächlich eine Mauer um den 1764 angelegten

jüdischen Friedhof ziehen, wie es auch Reuter erzählt.

Allerdings war sie aus Stein und

nicht aus Eichenholz.

Die jüdische Gemeinde Stavenhagens

war 1767 auf elf Familien

angewachsen und hatte in dieser

Zeit ein Gebäude in der Malchiner

Straße erworben, das als Wohnhaus

für den Rabbiner diente. Wann mit

dem Bau der dahinterliegenden Synagoge

begonnen wurde, ist nicht

Isaac Salomon, das

Vorbild für den „alten Moses“

in Fritz Reuters Roman

bekannt. Man nimmt an, 1820, weil laut einer dendrochronologischen

Untersuchung das Holz in jenem

Jahr geschlagen worden war.

Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts wurden einige

Synagogen in den Kleinstädten Mecklenburgs nach

dem gleichen Typ gebaut, doch die Stavenhagener ist

eine der wenigen, die bis heute erhalten ist. Es handelt

sich um einen Ziegelfachwerkbau auf rechteckigem

Grundriss mit einem großen Betsaal und einem Vestibül,

von dem eine Treppe zur Frauenempore führt.

Die Synagoge wurde im Hinterhof des Gemeindehauses,

also versteckt in zweiter Reihe errichtet, weil

man sich wohl den argwöhnischen Blicken der christlichen

Mitbürger entziehen wollte. Erst mit ihrer voll-

Deutsche Stiftung Denkmalschutz . Spendenkonto 305 555 500 . BLZ 380 400 07

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ständigen Emanzipation bauten die Juden repräsentative, im

Straßenbild wahrnehmbare Synagogen.

Es sind nur wenige Daten aus der Geschichte der Synagoge

in Stavenhagen bis 1938 bekannt: 1843 – die jüdische

Gemeinde war auf rund 130 Personen und damit auf die

fünftgrößte im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin angewachsen

– wurde eine Synagogenordnung verabschiedet,

zwanzig Jahre später erhielt die Frauenempore ein Gitter und

1865 wurden einige Reparaturen vorgenommen.

Als die Synagogen in der Nacht vom 9. auf den 10. November

1938 brannten, wurde die Stavenhagener nicht verschont.

Sie überstand den Anschlag, weil Schuhmachermeister Bilsath

aus Sorge um sein benachbartes Haus das Feuer löschte.

Aron Hakodesch – der Toraschrein – und Bima – das Pult, an

dem aus der Tora gelesen wird – sowie weitere Ausstattungsstücke

waren zuvor zerschlagen worden. Am 2. März 1939

verkaufte die jüdische Landesgemeinde Mecklenburgs das

Rabbinerhaus und die Synagoge an den Tischler Carl Dubbert,

der im Betsaal eine Werkstatt einrichtete. Er starb 1952.

Seit den 1980er Jahren standen die Gebäude leer und verfielen.

1995 wurden sie an eine Erbengemeinschaft und vier Jahre

später an die Enkelin von Carl Dubbert, Rosemarie Rieger,

übertragen, da die Jewish Claims Conference keine Ansprüche

geltend gemacht hatte. Die Erbin ließ das Vorderhaus sanieren

und war ratlos, was mit der Synagoge geschehen sollte.

Eine Notsicherung, die die Stadt 1996 finanzierte und

bei der die baufällige Südwand abgetragen wurde, konnte

den weiteren Verfall der Synagoge in der Reuterstadt Stavenhagen,

wie der Ort seit 1949 heißt, nicht stoppen. Heute ist sie

in einem so katastrophalen Zustand, dass schnell gehandelt

werden muss, will man sie nicht verlieren.

Zum Glück ist man auf einem guten Weg, um dieses wichtige

Zeugnis jüdischer Kultur auf dem Lande zu bewahren. Am

30. Mai 2011 wurde der „Verein Alte Synagoge Stavenhagen

e. V.“ gegründet, dem auch Rosemarie Rieger angehört. Sie

übergab dem Verein die Synagoge per Erbbaupachtvertrag.

Bereits ein Jahr zuvor hatte die Stadtvertretung beschlossen,

die Kultur und Geschichte der ehemaligen jüdischen Mitbewohner

Stavenhagens noch stärker als bisher aufzuarbeiten,

zu fördern und zu pflegen. Ihr Präsident Klaus Salewski zählt

genauso zu den Gründungsmitgliedern des Vereins, dem Dr.

Heike Radvan von der Amadeu Antonio Stiftung und eine

Nachfahrin der Salomons, Dorothee Freudenberg, vorstehen,

wie Mecklenburgs Landesrabbiner William Wolff und

Dr. Robert Kreibig, dem die Rettung der Synagoge in Röbel

am Westufer der Müritz zu verdanken ist. Sie war Ende der

1990er Jahre ähnlich baufällig wie die Stavenhagener.

1991 war die Synagoge bereits in

einem schlechten Zustand (oben),

1996 musste die baufällige Südwand

abgetragen werden (rechts).

Um die Sicherung

und Sanierung

der Synagoge in

Stavenhagen weiterhin

unterstützen zu

können, bittet die

Deutsche Stiftung

Denkmalschutz um

Ihre Spende – auch

kleinste Beträge

sind willkommen!

Konto-Nr.

305 555 500,

BLZ 380 400 07,

Commerzbank

AG Bonn,

Verwendungszweck

„11007886X

Synagoge

Stavenhagen“.

Sollte mehr Geld eingehen

als für die Sanierung

gebraucht wird, kommen

die Spenden anderen

bedürftigen Denkmalen

zugute.


BARBARA & WALTER

THIESS

ARCHITEKTEN

Spezialisten für Umbau,

Erweiterung und Denkmalpflege.

Seit über 20 Jahren.

An der Synagoge von Röbel lässt sich sehr gut erkennen,

zu welchem Schmuckstück sich ein baufälliges Gebäude

entwickeln kann. Dort befindet sich zur Zeit ein Modell der

Stavenhagener Synagoge und die Männertür.

Man könnte beim Betrachten der Fotos leicht denken, dass jede

Hilfe für dieses Denkmal in Not zu spät kommt. Das sieht die

betreuende Architektin Andrea Ruiken ganz anders: „Wir haben

Glück, dass das Fachwerk aus Eichenholz errichtet wurde. Es ist

besonders widerstandsfähig, so dass wir die Sanierung trotz des dramatischen

Zustands mit einem hohen Anteil an Originalsubstanz

durchführen können.“

Für diesen Sommer ist der erste Bauabschnitt geplant, der auch

mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die

Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) finanziert wird. Die

Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat ebenfalls eine Förderung

zugesagt. Zunächst soll die äußere Hülle der Synagoge gesichert

und bei der sich anschließenden Sanierung das noch verwertbare

Material – Biberschwanz-Dachziegel, Eichenholzbalken sowie

Ziegel aus den Gefachen – gereinigt und verwendet werden. Die

Tür zum Betsaal der Männer wurde bei der Notsicherung geborgen

und wartet in der Synagoge von Röbel auf ihren Wiedereinbau.

Jugendliche der Leo Baeck Schule in Haifa/Israel, aus Stavenhagen,

Berlin und Schleswig-Holstein beteiligen sich einige Wochen lang

an den Maßnahmen. Weitere Bauabschnitte werden sich der Restaurierung

des Innenraums widmen.

Nach Abschluss der Sanierung soll dort in Zusammenarbeit mit

dem Stavenhagener Fritz-Reuter-Literaturmuseum eine Dauerausstellung

zu den Verdiensten jüdischer Autoren und Wissenschaftler

Mecklenburg-Vorpommerns gezeigt werden. Zum Beispiel über

den bedeutenden Lexikographen und Sprachforscher des 19. Jahrhunderts

Daniel Sanders aus Alt-Strelitz oder über Felix Hausdorff,

einen der bedeutendsten Mathematiker Deutschlands, der von

1913 bis 1921 an der Greifswalder Universität lehrte und unter dem

Pseudonym Paul Mongré philosophische Essays und Dramen veröffentlichte.

Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg, den Sie, liebe Leserin

und lieber Leser, durch Ihre Spende verkürzen können. Das würde

sicher auch Fritz Reuter freuen, der zu vielen jüdischen Einwohnern

Stavenhagens ein freundschaftliches Verhältnis pflegte. nay

www.thiess-architekten.de

Lindenthalgürtel 105

D-5093 Köln

Tel.: 0221- 943 98 49

info@thiess-architekten.de

Deutsche Stiftung Denkmalschutz . Spendenkonto 305 555 500 . BLZ 380 400 07

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Ein neues

UNESCO-Welterbe

Auf seiner 35. Sitzung im Juni 2011

hat das Welterbekomitee der UNESCO

die „Prähistorischen Pfahlbauten um die

Alpen“ als grenzüberschreitendes Welterbe

anerkannt. Der internationale serielle Antrag

wurde unter Federführung der Schweiz von

den sechs Alpenanrainerstaaten Schweiz, Österreich,

Slowenien, Italien, Frankreich und

Deutschland gestellt. Damit kam erstmals archäologisches

Unterwasser-Kulturgut auf die

Welterbeliste. Insgesamt wurden 111 Pfahlbaufundstellen

in den Seen und Mooren aller sechs

Alpenländer in die UNESCO-Liste aufgenommen,

darunter auch 18 Fundstellen in Baden-

Württemberg und Bayern.

In den Seen und Mooren der Schweiz, Ostfrankreichs,

Oberitaliens, Sloweniens, Österreichs,

Bayerns und Baden-Württembergs sind

im Zuge der Antragstellung etwa 900 Pfahlbaufundstellen

registriert worden. Sie ergänzen

als „assoziierte Stationen“ die im Zuge einer

seriellen Nominierung zum Welterbe erklärten

Fundstellen. Südwestdeutschland hat mit etwa

120 bekannten Siedlungsplätzen einen bedeutenden

Anteil am Phänomen. Die Fundplätze

liegen in der Flachwasserzone des Bodensees

aber auch in den Verlandungsgebieten des Federsees

und in weiteren Kleinseen und Mooren

Oberschwabens. Das Landesamt für Denkmalpflege

Baden-Württemberg erkundet und

betreut das besondere Kulturerbe unter Wasser

mit einer eigenen Arbeitsstelle in Hemmen hofen am

Bodensee. Hier wird das Management der 15 badenwürttembergischen

Welterbestätten organisiert und

umgesetzt. In Bayern sind drei Stationen als Welterbe

ausgewiesen, die in einem Nebental des Lech und

im Starnberger See liegen. Im bayerischen Landesamt

für Denkmalpflege ist ein Arbeitsbereich zur Erforschung

und Pflege der etwa sechs bis heute bekannt gewordenen

Feuchtbodenfundstätten des Landes eingerichtet.

Die Pfahlbauten – in Seen und Mooren teilweise

auf Pfählen errichtetet Siedlungen – sind Denkmale

von einzigartiger Bedeutung und wissenschaftlicher

Aussagekraft. Nirgends sonst in Europa kann die Entwicklung

vorgeschichtlicher Kulturen, ihrer Technik,

Wirtschaft und Umwelt derart detailgenau verfolgt

werden. Von der Steinzeit um 5.000 v. Chr. bis in die

Eisenzeit, also für mehr als 4.000 Jahre gab es diese

Siedlungen im feuchten und aquatischen Milieu. Die

Erhaltungsbedingungen unter Sauerstoffabschluss

Prähistorische

Pfahlbauten

um die Alpen

sind so gut, dass selbst vergängliche Dinge wie Nahrungsvorräte

und Textilien die Jahrtausende überdauern

konnten. Viele Funde stehen in ihrer Erhaltung

und Aussagekraft der Ausrüstung des Gletschermanns

„Ötzi“, der ein Zeitgenosse der Pfahlbaubewohner

war, in keiner Weise nach. Die hervorragende

Konservierung von Hölzern in großer Zahl und selbst

mikroskopisch kleiner Pflanzen- und Tierreste stellt

für moderne naturwissenschaftlich-archäologische

Untersuchungen einen Glücksfall dar.

22 Tag des offenen Denkmals 2012


Die neuen Welterbestätten liegen in den Seen und Mooren nördlich wie südlich

der Alpen. Baden-Württemberg: 1 Wangen-Hinterhorn (Öhningen), 2 Hornstadt-

Hörnle (Gaienhofen), 3 Allensbach-Strandbad (Allensbach), 4 Wollmatingen-

Langenrain (Konstanz), 5 Konstanz-Hinterhausen (Konstanz), 6 Litzelstätten-

Krähenhorn (Konstanz), 7 Bodman-Schachen/Löchle (Bodman-Ludwigshafen),

8 Sipplingen-Osthafen (Sipplingen), 9 Unteruhldingen-Stollenwiesen (Uhldingen-

Mühlhofen), 10 Schreckensee (Wolpertswende), 11 Olzreute-Enzisholz (Bad

Schussenried), 12 Siedlung Forschner (Bad Buchau), 13 Alleshausen-Grundwiesen

(Alleshausen), 14 Ödendahlen (Alleshausen), 15 Ehrenstein (Blaustein);

Bayern: 16 Pestenacker (Weil), 17 Unfriedshausen (Geltendorf), 18 Roseninsel im

Starnberger See (Feldafing)

Management und Monitoring

Das UNESCO Prädikat ist jedoch nicht allein Auszeichnung,

sondern vor allem auch Verpflichtung zum

Erhalt der Fundstätten für die nachfolgenden Generationen.

Schutzmaßnahmen sind deshalb besonders

wichtig. Von 2008 bis 2011 wurden im Rahmen des

Interreg IV-Projekts „Erosion und Denkmalschutz am

Bodensee und Zürichsee“ grenzüberschreitend Schutzmaßnahmen

für die empfindlichen Kulturgüter unter

Wasser erprobt, die in den Flachwasserzonen der Seen

durch Erosionsvorgänge und Schifffahrt gefährdet

sind. In Zusammenarbeit mit dem Seenforschungsinstitut

in Langenargen am Bodensee und dem Limnologischen

Institut der Universität Konstanz werden

die Ursachen der Erosionsvorgänge erkundet und

geeignete Konzepte für den Schutz der Unterwasserfundstellen

erarbeitet. Regelmäßige Kontrollen der

Fundstätten sind notwendig und für die Bemessung

der Erosionsvorgänge sind „Erosionsmarker“ in der

Flachwasserzone des Bodensees eingerichtet worden.

In den Mooren bedrohen die Absenkung der

Grundwasserpegel sowie Land- und Forstwirtschaft

den Bestand der bislang feucht konservierten Fundstellen.

Im Federseemoor sind in Zusammenarbeit mit

dem Naturschutz Wiedervernässungsmaßnahmen

eingeleitet und ein Netz von Pegelmessstellen eingerichtet

worden.

Deutsche Stiftung Denkmalschutz . Spendenkonto 305 555 500 . BLZ 380 400 07

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Sipplingen-Osthafen: Die Flachwasserzone umfasst

auf über 500 m Länge mehr als 15 Siedlungsanlagen

der Jungsteinzeit.

Die Ergebnisse des Interreg IV-Projekts und die Erfahrungen

aus dem Federseemoor sind grundlegende

Voraussetzungen für das Management der Pfahlbausiedlungen

im Rahmen des UNESCO-Welterbes.

Allensbach-Strandbad:

Vollständig erhaltener, 16 cm

langer Dolch (um 2.900 v. Chr.).

Die Klinge stammt aus Italien,

der Holzgriff ist aus Holunderholz

gefertigt. Die Klinge

wurde mit Birkenteer

eingekittet, außen sind feine

Abdrücke einer vielfachen

Umschnürung erkennbar.

Wolpertswende-Schreckensee: Idyllisch inmitten

eines Naturschutzgebiets liegt die prähistorische Siedlung

auf der unzugänglichen Halbinsel im See.

Vermittlung der neuen

Welterbestätten

Die Pfahlbauten sind seit dem 19. Jahrhundert vor allem

in der Schweiz ein populäres Thema. Bei extremem

Niedrigwasser wurden im Winter 1854/55 am Zürichsee

erstmals in den trockenliegenden Pfahlfeldern

Reste von Siedlungen erkannt. In zahlreichen

Museen sind umfangreiche Fundbestände zu

besichtigen. Nachbauten von Pfahlbau- und

Moorsiedlungen werden in Freilichtmuseen

gezeigt. Seit den 1980er Jahren wird

mit modernen archäologisch-naturwissenschaftlichen

Untersuchungsmethoden in der Pfahlbauarchäologie

intensiv geforscht. Das neue Welterbe-

Prädikat ist ein Ansporn, die Ergebnisse der letzten Jahrzehnte

verstärkt in der Öffentlichkeit darzustellen.

In Baden-Württemberg hat das neu begründete Pfahlbauten-Informationszentrum,

untergebracht in der Arbeitstelle

für Feuchtbodenarchäologie in Hemmenhofen,

seine Arbeit aufgenommen. Bisher wurden

eine neue Homepage, eine App für

SmartPhones sowie eine neue Pfahlbau-Broschüre

erstellt.

Die Homepage informiert ausführlich

über die Fundstellen in Bayern

und Baden-Württemberg und ist unter

www.unesco-weltkulturerbe-pfahlbauten.

de erreichbar. Die App „Palafittes Guide“, die

neben den Stationen in Baden-Württemberg

und Bayern auch Fundstellen in der Schweiz

und in Österreich enthält, steht kostenfrei im App

Store oder Google Play Store zur Verfügung. Mit

Hilfe der App können die Fundstellen im Gelände

aufgesucht werden. Unter der Rubrik ‚Wissen’ werden

weitere Themen wie Siedlungen, Technologie oder Dendrochronologie

bereitgestellt.

hag/schliy

www.unesco-weltkulturerbe-pfahlbauten.de

www.palafittes.org

24 Tag des offenen Denkmals 2012


Olzreute-Enzisholz: Eines

von vier Scheibenrädern mit

rechteckigem Achsloch

in Fundlage. Diese Räder

gehören zu den ältesten

Belegen von Rad und Wagen

im Raum nördlich der Alpen

(um 2.900 v. Chr.).

Informationen:

Pfahlbauten-Informationszentrum

Baden-Württemberg

Landesamt für Denkmalpflege

Arbeitsstelle für Feuchtbodenarchäologie,

Fischersteig 9,

78343 Gaienhofen-Hemmenhofen,

Tel.: 07735-93777118,

E-Mail: pfahlbauten@rps.bwl.de

Deutsche Stiftung Denkmalschutz . Spendenkonto 305 555 500 . BLZ 380 400 07

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Wie Ortskuratoren die Arbeit der

Deutschen Stiftung Denkmalschutz unterstützen

Ton in Ton: Mit dem Plakat des Tags des offenen

Denkmals präsentiert sich Susanne Backhaus vom

Ortskuratorium Mölln mit anderen Aktiven

Der Saarländer Ortskurator Dr. Ulrich Bollert

schraubt die Bronzetafel für die in Bexbach

geförderte Protestantische Kirche fest.

„Wollen Sie die typische Handbewegung eines

Ortskurators sehen?“ fragt Dr. Ulrich Bollert

lachend und dreht mit dem Schraubenzieher die

Schrauben der Bronzetafel fest. Auf der Tafel steht,

dass das Gebäude mit Mitteln der Deutschen Stiftung

Denkmalschutz instandgesetzt wurde. Die Presse ist

anwesend, fotografiert und Pfarrer Hansdieter Heck

freut sich über die abgeschlossene Sanierung seiner

Kirche in Bexbach im Saarpfalz-Kreis.

Ulrich Bollert aus Saarbrücken leitet eines von rund

80 Ortskuratorien der Deutschen Stiftung Denkmalschutz,

und er schraubt nicht nur Bronzetafeln fest.

Im Vordergrund der Arbeit der Ortskuratorien,

so heißen die Gruppen von Ehrenamtlichen vor Ort,

die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bei vielen

Gelegenheiten repräsentieren, steht die Öffentlichkeitsarbeit

für den Erhalt des baulichen Erbes. Damit

26 Tag des offenen Denkmals 2012

Aus Liebe zum

Denkmalschutz

aktiv

einher geht, dass sich die Ortskuratoren wie Ulrich

Bollert auch für die Gewinnung von neuen Förderern

und Mitstreitern für die Stiftung einsetzen. Auf diesem

Wege leisten die Ortkuratorien einen entscheidenden

Beitrag zur bundesweiten Stiftungstätigkeit

und zur nachhaltigen Erfüllung des Stiftungszwecks:

bedrohte Baudenkmale zu retten und das Thema

Denkmalschutz in die Öffentlichkeit zu tragen.


Das Ortskuratorium Potsdam vertritt

die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit einem

Informationsstand an der Glienicker Brücke.

Selber Hand angelegt: Mitglieder

des Ortskuratoriums Siegen vor ihrem

selbst bemalten Bauwagen.

So organisieren die Ortskuratorien Vorträge, Ausstellungen

und Benefizkonzerte oder sie nehmen an

Messen teil. Außerdem übergeben sie pressewirksam

neue Förderverträge, die finanzielle Mittel der Stiftung

für den Erhalt von Kulturdenkmalen zusagen.

Dadurch sorgen sie nachhaltig dafür, dass der Bekanntheitsgrad

der Stiftung als aktive Retterin von

Baudenkmalen weiter steigt.

„Den Bauwagen haben wir geschenkt bekommen

und dann eigenhändig bemalt“, stolz stehen die drei

Mitglieder des Ortskuratoriums Siegen vor ihrem

Meisterwerk. Mit dem so bemalten Wagen sind sie

anlässlich der NRW-Tage durch Nordrhein-Westfalen

gefahren und haben mit Flyern und Broschüren sowie

in persönlichen Gesprächen auf die Belange des Denkmalschutzes

aufmerksam gemacht. Auch am Tag des

offenen Denkmals kommt der Bauwagen jedes Jahr

wieder zum Einsatz.

Insgesamt zählen die 80 Ortskuratorien rund 500

Mitglieder in ganz Deutschland. Meist sind die Ortskuratorien

zwischen 5 und 10 Personen stark, es können

aber auch Einzelpersonen als Ortskuratoren für

die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ehrenamtlich

tätig sein. Während einer Phase des Gaststatus‘ machen

sich die Interessenten mit den Zielen der Stiftung

vertraut. Danach werden die neuen Ortskuratoren

von der Geschäftsführung der Stiftung für drei Jahre

schriftlich berufen.

Für die Planung von Aktivitäten können Partnerschaften

mit bestehenden lokalen Organisationen

dienen, beispielsweise mit Heimatvereinen, Kunstvereinen

oder Kirchengemeinden, deren Ziele und Aufgaben

mit denen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

vereinbar sind.

Die Aktionen der Ortskuratorien beruhen in der

Regel auf Eigeninitiative. Es finden aber auch gemeinsame

Aktivitäten statt, wie zum jährlich stattfindenden

Tag des offenen Denkmals, bei dem sich fast

alle Ortskuratorien mit Ausstellungen, Führungen

oder Informationstischen beteiligen.

Den ehrenamtlichen Mitarbeitern der Deutschen

Stiftung Denkmalschutz bietet sich die reizvolle

Gelegenheit, sich aktiv in eine kulturhistorisch bedeutsame

und vielseitige Aufgabe einzubringen. Darüber

hinaus sind der Erfahrungsaustausch mit anderen

Mitgliedern und auch die Weiterbildung im Bereich

Öffentlichkeitsarbeit für die Ziele des Denkmalschutzes

attraktive Gesichtspunkte, sich persönlich für

den Erhalt unseres bedrohten baulichen Kulturerbes

einzusetzen.

Wenn auch Sie Interesse an einer ehrenamtlichen

Mitarbeit in einem Ortskuratorium in Ihrer Nähe

haben, wenden Sie sich gerne an:

Frau Susanne Lenfers-Roth, Tel. 0228/9091-455

susanne.lenfers@denkmalschutz.de mtky

Deutsche Stiftung Denkmalschutz . Spendenkonto 305 555 500 . BLZ 380 400 07

27


Fotowettbewerb

Fokus Denkmal

Hölzerne Baudenkmale

Dass die Auswahl der Gewinner des Jugendfotowettbewerbs

Fokus Denkmal in diesem Jahr

den Jurymitgliedern solches Kopfzerbrechen

bereiten würde, hatte keiner gedacht. „Es ist keine

leichte Aufgabe, aus dieser Flut von erstklassigen

Einsendungen die drei besten Bilder auszuwählen. So

viele tolle Bilder wie in diesem Jahr hatten wir wohl

noch nie!“, so Dr. Wolfgang Illert, Geschäftsführer der

Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Mitglied in

der Jury von Fokus Denkmal.

Über 700 Bilder schickten junge Fotografen von 7

bis 20 Jahren aus ganz Deutschland zum Motto „Holz“

an die Stiftung. Von norddeutschen Windmühlen

über Fachwerkbauten aus den Mittelgebirgen bis zum

alpenländischen Bauernhaus war alles vertreten, was

aus Holz sein kann.

Den ersten Platz gewann Dave Granzow aus dem

thüringischen Eisfeld: Seine malerische Aufnahme

eines Holzhäuschens auf einer Streuobstwiese am

neu

entdeckt

Rande des Thüringer Walds erinnert an eine ländliche

Idylle aus vergangenen Zeiten. In seiner Fotografie

steht das verrottende Holz des unscheinbaren und

vernachlässigten Objekts im Kontrast zum lebendigen

Holz der Streuobstwiese. „Ich bin großer Ritter-

Fan und alles Alte interessiert mich sehr“, erklärt der

12-Jährige. „Das Hüttchen erinnerte mich an meine

Ritterbücher und -filme. Und wenn im Frühling alle

Obstbäume rundherum blühen, ist das einfach ein

Traum. Als ich durch die Zeitung vom Fotowettbewerb

erfahren habe, bin ich einfach zur Haustür raus

und ging zur Streuobstwiese, um das Bild zu knipsen.

Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich den ersten

Preis gewonnen habe! Ich bin hin und weg!“

1. Platz

Dave Granzow

Portrait einer

Holzhütte im

Dornröschenschlaf:

Verträumt liegt

sie inmitten einer

lebendigen

Streuobstwiese

im thüringischen

Hirschendorf.

2. Platz (rechts)

Marleen Born

Die schwindelerregende

Perspektive

der Aufnahme

der freitragenden

Treppe im Roten

Haus in Monschau

zeugt vom

ehemaligen Reichtum

einer Tuchhändlerfamilie

aus der Eifel.

28 Tag des offenen Denkmals 2012


Im Gegensatz zu der stillen Schönheit des Gewinnerbildes

steht die Aufnahme der Holztreppe, mit

der die 13-jährige Marleen Born aus Niederkassel

(Nordrhein-Westfalen) als Zweitplatzierte punkten

konnte: Die imposante barocke Eichenholztreppe

des Roten Hauses in Monschau (Eifel) schwingt

sich mit ihrem eleganten Geländer freitragend nach

oben. Der besondere Blickwinkel betont dabei die

anspruchsvolle Symmetrie der Wendeltreppe aus dem

großbürgerlichen Tuchmacherhaus des mittleren 18.

Jahr hunderts.

Aus dem Bereich der Technik kommt die Aufnahme

der drittplatzierten Gewinnerin: Friederike Schulz

(13 Jahre) aus Bad Kleinen-Gallentin (Mecklenburg-

Vorpommern) fing mit ihrer Kamera das Mühlrad der

Schleifmühle in Schwerin im besten Licht ein. Das

Denkmal kennt sie seit ihrer Kindergartenzeit, als sie

dort mit ihrem Großvater zu Besuch war. Aus der Perspektive

ihres Fotos kommen die technischen Details

besonders gut zur Geltung. Dabei zeigt das Bild auch

die Lebendigkeit des Werkstoffs Holz.

Neben diesen drei sehr unterschiedlichen Motiven

gab es noch viele andere: Schiffe, Brücken, Speichergebäude

und Ställe, Wandvertäfelungen oder Eisenbahnwaggons

wurden fotografiert. Auch historische

Gegenstände des alltäglichen Lebens wie Standuhren,

Spielzeug oder Musikinstrumente wurden von den

Kindern und Jugendlichen in Szene gesetzt. Sogar ein

Bild einer 300 Jahre alten Tanzlinde war unter den

Einsendungen.

Auf der Suche nach geeigneten Objekten lockten

die historischen Bauten die jungen Fotografen in so

manchen versteckten Winkel. Einige Wagemutige

erkundeten sogar Dachstühle, um einen Blick auf sonst

nur selten zugängliche Bauteile zu werfen.

Ungewöhnliche Perspektiven brachten die Denkmale

besonders zur Geltung. Die Jugendlichen zeigten

mit ihren faszinierenden Bildern einen ganz eigenen

Blick auf den Bau- und Werkstoff Holz – quer durch

die Jahrhunderte.

Dass der Zahn der Zeit am Holz nicht spurlos vorübergeht,

sieht man all den historischen Gebäuden und

Gegenständen an. So verwundert es nicht,

dass manch ein Bild entstanden ist, um das

Denkmal zumindest in der Fotografie zu

bewahren, während das Original für die Zukunft

bereits unwiederbringlich verloren ist.

Die Denkmalschützer von morgen wissen:

Denkmale, die nicht gepflegt und geschützt

werden, sind dem Verfall preisgegeben.

Die Vielfalt und Menge der eingesandten

Bilder bei Fokus Denkmal zeigt auch, wie

sehr junge Leute sich für historische Bauwerke

begeistern. Diesen Einsatz zu stärken

und weiter zum Entdecken der Denkmale in

der eigenen Umgebung einzuladen, ist das

Ziel von Fokus Denkmal.

Auch im Frühjahr 2013 wird es Fokus

Denkmal wieder geben – dann zum Motto

des nächsten Tags des offenen Denkmals.

Ab Februar gibt es alle Infos dazu auf unserer

Homepage unter www.tag-des-offenendenkmals.de/fokus.

Dort sind auch die Gewinnerbilder und eine

Galerie der besten Einsendungen zu Fokus

Denkmal 2012 zu finden.

bk

3.Platz

Friederike Schulz

Was dieses Mühlrad

wohl schon alles

bewegt hat?

Deutlich zeigen

sich Spuren der

Arbeit am Antriebsrad

der Schleifmühle

Schwerin.

www.tag-des-offenen-denkmals.de/fokus

Deutsche Stiftung Denkmalschutz . Spendenkonto 305 555 500 . BLZ 380 400 07

29


Rätselecke

für junge Leser

Kreuz

und

quer

Wir haben uns für Euch

ein kleines Kreuzworträtsel

ausgedacht.

Gesucht werden die

Denkmalgattungen

oder wichtige Bauteile.

Die markierten Felder

ergeben das Lösungswort.

Wenn Ihr es gefunden

habt, einfach an uns senden –

vielleicht gewinnt Ihr einen

unserer schönen Preise!

Viel Spaß!





1 2

6

4



7 5 3 8

9

Zu gewinnen gibt es spannende Preise aus dem

Verlag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz:

Lösungswort:

1 2 3 4 5 6 7 8 9

Die Zeitgeister. Unterwegs im Aachener

Dom. Hörspiel. Eine Geschichte,

bei der man Gänsehaut

bekommen kann: Die Zeitgeister

des Kaiserdoms entsteigen ihren Flaschen

und erzählen von vergangenen

Zeiten und singen lustige Lieder.

Von Koggen und Kaufleuten. Eine Hansestadt im

Mittelalter. Mit diesem Buch kann man sich auf eine

Kurzreise ins Mittelalter begeben. 12 Bildtafeln laden

ein, Details zu Reisen, Handel, Wohnen, Glauben und

vielem mehr in der mittelalterlichen Hansestadt zu entdecken.

Die Texte erläutern die Themen und helfen,

die Bilder zu verstehen.

Der alte Marktplatz. Puzzle mit

1.200 Teilen. Stein für Stein entsteht

ein Bild des alten Marktplatzes

mit vielen Alltagssituationen. In

einem Begleitheft erzählt ein Stadtführer

von den alten Häusern rund

um den Marktplatz.

Schick Deine Lösung per E-Mail an: denkmaltag@denkmalschutz.

de. Oder per Post an: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Tag des

offenen Denkmals, Schlegelstraße 1, 53113 Bonn. Einsendeschluss ist

der 30. September 2012. Die Gewinne werden unter allen Einsendungen

verlost. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Die Daten

werden nicht an Dritte weitergegeben. Barablöse ist nicht möglich. Der

Rechtsweg ist ausgeschlossen.

30 Tag des offenen Denkmals 2012




















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