Ausgabe 31 - 03 / 2009 - Westfalenfleiß GmbH
Ausgabe 31 - 03 / 2009 - Westfalenfleiß GmbH
Ausgabe 31 - 03 / 2009 - Westfalenfleiß GmbH
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
<strong>Westfalenfleiß</strong><br />
Ein Magazin für Beschäftigte, Mitarbeiter<br />
Heft 3/<strong>2009</strong><br />
und Freunde
Vielfalt und Einzigartigkeit<br />
im sozialen Engagement<br />
Liebe Leserinnen,<br />
liebe Leser!<br />
Ein breites Themenspektrum liegt mit<br />
der vorliegenden <strong>Ausgabe</strong> des <strong>Westfalenfleiß</strong>-ECHO<br />
vor Ihnen.<br />
Eigentlich hatten wir uns vorgenommen,<br />
den Umfang unserer Zeitung<br />
auf weniger Seiten zu begrenzen. Und<br />
doch gibt es aus dem jüngsten Quartal<br />
wieder eine solche Vielfalt und Einzigartigkeit<br />
an<br />
90 Jahre AWO<br />
„Mit Akteueren aus dem<br />
ganzen Bundesgebiet von<br />
Sachsen über Hamburg bis<br />
Bayern, präsentierte die<br />
Arbeiterwohlfahrt in Dortmund<br />
die Arbeit eines Wohlfahrtsverbandes,<br />
für den seit<br />
90 Jahren die Worte „Soziale<br />
Arbeit“ mehr als nur eine<br />
Herzensangelegenheit sind<br />
und die sowohl im ehrenamtlichen,<br />
wie auch im professionellen<br />
Bereich Geschichte<br />
geschrieben hat. “<br />
Karl-Heinz Garbe<br />
Themen und<br />
Facetten, über<br />
die es sich<br />
zu berichten<br />
lohnt.<br />
So feierte die<br />
Arbeiterwohlfahrt<br />
am 21.<br />
und 22. August<br />
ihren 90. Geburtstag<br />
in der<br />
Innenstadt von<br />
Dortmund, -<br />
ein Straßenfest<br />
für jung und<br />
alt. Mit Akteueren<br />
aus dem<br />
ganzen Bundesgebiet<br />
von<br />
Sachsen über Hamburg bis Bayern,<br />
präsentierte die Arbeiterwohlfahrt die<br />
Arbeit eines Wohlfahrtsverbandes, für<br />
den seit 90 Jahren die Worte „Soziale<br />
Arbeit“ mehr als nur eine Herzensangelegenheit<br />
sind und der sowohl im<br />
ehrenamtlichen, wie auch im professionellen<br />
Bereich Geschichte geschrieben<br />
hat.<br />
Die Bildergalerie auf den ersten<br />
Seiten des Heftes zeigt, dass auch<br />
<strong>Westfalenfleiß</strong> gut vertreten war. Im<br />
Cateringbereich war unsere Tochtergesellschaft<br />
MDS mit zwei Ständen<br />
vertreten. Außerdem haben wir uns an<br />
einem attraktiven Stand mit Produkten<br />
von Gut Kinderhaus präsentiert und<br />
unsere Fußballer machten mit beim<br />
„street-soccer-Turnier“, bei dem sie<br />
mit harten Bandagen um einen Sieg<br />
rangen.<br />
Unsere Einzigartigkeit und Vielfalt vor<br />
Ort möchten wir Ihnen wieder auf unserem<br />
Erntedankfest am 20. September<br />
zeigen. Dazu laden wir Sie ganz<br />
herzlich ein, nach Gut Kinderhaus zu<br />
kommen und mit uns zu feiern. Wir<br />
freuen uns auf Sie!<br />
Ihr Karl-Heinz Garbe
Aus dem Inhalt<br />
Impressum<br />
<strong>Westfalenfleiß</strong>-ECHO erscheint<br />
vierteljährlich für Mitglieder,<br />
Gesellschafter, Beschäftigte,<br />
Mitarbeiter und Förderer der<br />
<strong>Westfalenfleiß</strong> <strong>GmbH</strong> Münster.<br />
Herausgeber:<br />
<strong>Westfalenfleiß</strong> <strong>GmbH</strong><br />
Arbeiten und Wohnen<br />
Kesslerweg 38-42<br />
48155 Münster<br />
Telefon: (0251) 6 18 00-0<br />
Fax: (0251) 6 18 00 - 55<br />
e-mail:<br />
info@westfalenfleiss.de<br />
homepage:<br />
www.westfalenfleiss.de<br />
www.eigenprodukte.de<br />
www.mds-muenster.de<br />
Sparkasse Münsterland Ost<br />
Kto. 300517<br />
BLZ 40050150<br />
Bank für Sozialwirtschaft<br />
<strong>GmbH</strong> Köln<br />
Kto. 6019400<br />
BLZ 3702500<br />
Verantwortlich<br />
für den Inhalt:<br />
Karl-Heinz Garbe<br />
Redaktion:<br />
Margret Topp,<br />
Helene Wentker<br />
Titelfoto:<br />
<strong>Westfalenfleiß</strong> <strong>GmbH</strong><br />
Fotos:<br />
<strong>Westfalenfleiß</strong> <strong>GmbH</strong><br />
Titelgestaltung:<br />
Peter Schladoth, Frankfurt<br />
Anzeigen:<br />
Karl-Heinz Garbe<br />
Die veröffentlichten Beiträge<br />
geben nicht unbedingt die<br />
Auffassung des Herausgebers<br />
wieder.<br />
Für unverlangt eingesandte<br />
Manuskripte und Fotos wird<br />
keine Haftung übernommen.<br />
Anzeigenschluss ist jeweils<br />
vier Wochen vor Quartalsende;<br />
zur Zeit ist Anzeigenpreisliste<br />
Nr. 3 gültig.<br />
Auflage: 4.500<br />
Einzelpreis: 0,45 Euro<br />
Druck:<br />
LV Druck<br />
Hülsebrockstraße 2<br />
48165 Münster<br />
Die Awo feierte den 90. Geburtstag.<br />
Bildergalerie auf den Seiten 4 - 9<br />
„Du hattest<br />
einen Anruf ...“<br />
Wie Moritz<br />
Dörken<br />
zu MDS kam.<br />
Seite 10 - 12<br />
Neuer Pavillon<br />
auf Gut Kinderhaus<br />
eingeweiht.<br />
Seite 18 - 23<br />
Erntedankfest am 20. September<br />
auf Gut Kinderhaus. Seite 23 - 24<br />
Einmal täglich<br />
im Reichstag<br />
- Werkstatträte<br />
fuhren nach<br />
Berlin.<br />
Seite 40 - 43<br />
90 Jahre in Deutschland<br />
AWO feierte in Dortmund<br />
am 21. und 22. August Seite 4<br />
street-soccer-Turnier Seite 8<br />
„Du hattest einen Anruf ...“<br />
Wie Moritz Dörken<br />
zu MDS kam Seite 10<br />
Ambulant Unterstütztes Wohnen<br />
„Die Befragung hat<br />
Spaß gemacht“ Seite 13<br />
Sozialführerschein<br />
„Zukunftsweisendes Projekt“ Seite 16<br />
„Wir sind angekommen“<br />
Förderverein Gut Kinderhaus<br />
weiht neuen Pavillon ein Seite 18<br />
„Jetzt fehlt nur noch ein Name“<br />
Interview mit Karl Georges Seite 22<br />
Erntedankfest auf Gut Kinderhaus<br />
Am 20. September wird auf<br />
Gut Kinderhaus gefeiert Seite 24<br />
Kino im Cineplex am 17. Oktober<br />
Die fabelhafte Welt der Amélie Seite 26<br />
Sonnenstrahl<br />
Ein Chromosom mehr im Bus Seite 27<br />
Erlebnisnachmittag<br />
Beirat Wohnen lud ein<br />
in den Sinnesgarten Seite 28<br />
Berufsbildungsbereich<br />
Sicher auf dem Fahrrad Seite 30<br />
Lebenshilfe Münster feierte<br />
Friedensspiele ein toller Erfolg Seite 32<br />
ISM-Betriebsausflüge<br />
Rieselfelder, Zoo, Eiskeller<br />
und Udo-Lindenberg-Museum Seite 33<br />
Friedensreiter-Café in Telgte<br />
MDS bietet westfälische Genüsse Seite 36<br />
Bilder & Berichte<br />
Ausstellungseröffnung der<br />
Kunstwerkstatt Kesslerweg Seite 38<br />
Jahreshauptversammlungen<br />
des Werkstattrates Seite 39<br />
Einmal täglich im Reichstag -<br />
Werkstatträte fuhren nach Berlin Seite 40<br />
<strong>Westfalenfleiß</strong>-Fußballer<br />
zeigen Einsatz und Willenstärke Seite 44<br />
Preisrätsel<br />
Gewinnen mit ECHO Seite 46<br />
3
3. und 4. Platz für <strong>Westfalenfleiß</strong><br />
street-soccer-Turnier<br />
in Dortmund<br />
Straßenfußball mit harten Bandagen<br />
Dortmunder Mannschaft gewinnt im Finale beim street-soccer-Turnier in Dortmund<br />
Pflaster? - kein Problem!<br />
Das Team des Dortmunder<br />
BVB-Fanprojektes ist<br />
bestens vorbereitet.<br />
Lässig zieht ein Projektbetreuer<br />
eine 1-Meter-Rolle Hansaplast aus<br />
der linken Jackentasche und aus<br />
der rechten eine Schere und schneidet<br />
großzügig Stück für Stück von<br />
der Rolle herunter und verteilt sie<br />
an die umstehenden Fußballer.<br />
Sie sind zum street- soccer-Turnier<br />
gekommen, das am 21. August<br />
zum 90jährigen Jubiläum der<br />
Arbeiterwohlfahrt in Dortmund<br />
von Menschen mit Behinderungen<br />
ausgetragen wurde. Mit dabei sind<br />
Petra Gessner, Peter Böckel und<br />
8<br />
Sigrid Müller von der AWO. Die<br />
Begeisterung im Publikum ist groß,<br />
denn eines verbindet sie und unterscheidet<br />
sie nicht von anderen: die<br />
Leidenschaft zum Fußball.<br />
Während es auf den Festplätzen<br />
der AWO in der Innenstadt zur<br />
Mittagszeit immer voller wird, hat<br />
das Straßenfußballturnier auf dem<br />
Asphalt im eigens dafür errichteten<br />
„Käfig“ seinen Höhepunkt erreicht.<br />
Die Vorrunde ist entschieden. Die<br />
Tore sind gefallen. Die erste <strong>Westfalenfleiß</strong>-Mannschaft<br />
aus Münster<br />
hat gerade gegen Herne gewonnen.<br />
Wir sind im Halbfinale.<br />
Nach der Mittagspause geht es weiter.<br />
Da fällt dann die Entscheidung,<br />
als die jeweils zwei Mannschaften<br />
aus Wuppertal, Münster und<br />
Dortmund sowie eine Mannschaft<br />
aus Herne und eine aus Gevelsberg<br />
nochmals gegeneinander antreten.<br />
Die Dortmunder Mannschaft<br />
gewinnt im Finale beim streetsoccer-Turnier<br />
in Dortmund gegen<br />
Herne den ersten Platz. Die Teams<br />
von <strong>Westfalenfleiß</strong> belegen den<br />
dritten und vierten Platz. Lapidar<br />
ist die Reaktion. Die Münsteraner<br />
sind abgekämpft, aber es hat Spaß<br />
gemacht. Und jetzt wollen sie nach<br />
Hause, denn Preußen spielt heute<br />
Abend. Und die gewinnen dann<br />
auch noch 4:1 gegen Schalke II.<br />
Das ist wichtig!<br />
mt
Im Bild Petra Gessner (1.v.li.), Peter Böckel<br />
(2.v.li.) und Sigrid Müller (vorne li.) von der AWO<br />
und das Team des Dortmunder BVB-Fanprojektes.<br />
Karl-Heinz Voß (li.) nimmt von Petra Gessner<br />
(re.) und Peter Böckel (Mitte) von der AWO<br />
den Pokal für den 3. Platz in Empfang.<br />
Florian Frohnapfel (re.)<br />
ist stolz auf den Pokal<br />
für den 4. Platz.<br />
9
Moritz Dörken überprüft die Salatbar: Auch das gehört zu seinen Aufgaben im Bistro.<br />
„Du hattest einen Anruf...“<br />
Wie Moritz Dörken zu MDS kam / Arbeit im buw-Bistro<br />
füllt ihn aus: „Hier möchte ich auch in fünf Jahren noch sein!“<br />
„Du hattest einen Anruf.<br />
Man hat einen Job für dich.<br />
Da sollst du Brötchen und<br />
Essen verkaufen“, meldet<br />
ihm abends seine Mutter.<br />
Brötchen und Essen verkaufen?<br />
„Total langweilig“<br />
stellte sich Moritz Dörken<br />
das vor. Doch er lässt sich<br />
schnell eines Besseren belehren.<br />
Schon der erste Tag,<br />
den der junge Alberloher<br />
im MDS-Cateringservice<br />
für buw - einem Callcenter,<br />
das in den ehemaligen<br />
Ausstellungsräumen des<br />
Möbelhauses Althoff an<br />
der Trauttmansdorffstraße<br />
untergebracht ist - zur Probe<br />
arbeitet, macht ihm Spaß.<br />
Das lebhafte Treiben an der<br />
Theke, freundliche Kollegen<br />
und interessante Kunden<br />
sorgen dafür, dass es Moritz<br />
Dörken zu keiner Stunde<br />
„total langweilig“ wird.<br />
Seit dem Sommer 2006<br />
bietet der MDS seine Cateringdienste<br />
für buw an. Und<br />
Moritz Dörken habe sich<br />
an diesem Standort bestens<br />
eingelebt und erfülle seine<br />
Aufgabe gut, sagt Norbert<br />
Mussenbrock, Betriebsleiter<br />
des MDS. Ziel aller Einstel-<br />
buw<br />
„buw“ ist eine Abkürzung, hinter der sich eine besondere Geschichte<br />
verbirgt. Die Abkürzung steht für Jens Bormann und Karsten Wulf,<br />
ehemals zwei Studenten, die sozusagen an der Kaffeemaschine und<br />
ohne Startkapital und Kontakte eine Firma gegründet haben. Mit<br />
einer interessanten Idee: Das Unternehmen zu einem kompetenten<br />
und verlässlichen Partner für alle Fragen rund um das Thema Kommunikationsmanagement<br />
zu machen. Und das ist den Firmengründern<br />
gelungen.<br />
Heute ist buw stolz, namhafte Unternehmen wie BMW, RWE oder Deutsche<br />
Telekom zu seinen Kunden zu zählen. Aber auch Kunden aus dem<br />
Mittelstand gehören dazu. Auf zahlreiche Auszeichnungen kann buw<br />
verweisen. Qualitätsführer ist es nach der Callcenter-Trendstudie 2007<br />
und auch den Best Pracitice Award Dienstleistung gab es in 2007.<br />
10
Portrait<br />
lungen, die MDS vornimmt,<br />
ist stets ein eigener sozialversicherungspflichtiger<br />
Arbeitsvertrag, erläutert<br />
Norbert Mussenbrock weiter.<br />
„Jeder hat seine Handicaps.<br />
Wir unterstützen uns da<br />
gegenseitig, und MDS gibt<br />
Hilfestellungen, damit es mit<br />
der neuen Aufgabe klappen<br />
kann.<br />
Eine neue Chance<br />
nach der Arbeitslosigkeit<br />
So wie bei Moritz Dörken.<br />
Der war 2004 aus der Hauptschule<br />
mit Abschluss entlassen<br />
worden. Nach Schulpraktika<br />
schaffte er auch<br />
eine zweijährige Ausbildung<br />
in einem Supermarkt im<br />
heimischen Albersloh. Doch<br />
dann war das Ende der Fahnenstange<br />
erreicht. Moritz<br />
Dörken wurde arbeitslos. Die<br />
Anforderungen des ersten<br />
Arbeitsmarktes waren vielleicht<br />
auch zu hoch.<br />
Als sich schließlich der<br />
Integrationsfachdienst als<br />
Vermittlungshilfe aus Ahlen<br />
einschaltete und erste Kontakte<br />
zu MDS her stellte, ging<br />
alles schnell. Moritz Dörken<br />
bestand ein Vorstellungsgespräch,<br />
arbeitete auf Probe,<br />
bis klar war: Die Arbeit im<br />
BUW-Bistro ist ihm auf den<br />
Leib geschrieben.<br />
geschmiert liefert, werden<br />
in der Theke drapiert. Dann<br />
wird der Kühlschrank aufgefüllt.<br />
Von 8 bis 16 Uhr ist<br />
das Bistro geöffnet. Vor und<br />
nach diesen Zeiten können<br />
sich die Mitarbeiter, die rund<br />
um die Uhr im Schichtdienst<br />
arbeiten, einen Snack in der<br />
Mikrowelle erwärmen oder<br />
Kleinigkeiten auch für den<br />
süßen Zahn am Automaten<br />
ziehen.<br />
Das Hauptgeschäft aber<br />
beginnt um 11.30 Uhr, wenn<br />
das warme Essen und die<br />
Salate für die Bar geliefert<br />
werden.<br />
MDS betreibt buw-Bistro<br />
für 900 Mitarbeiter<br />
Rund 60 Mittagessen gehen<br />
täglich über die Theke.<br />
Da gebe es Stammkunden<br />
und solche, die sich am so<br />
genannten Komponentenspeiseplan<br />
orientieren. Das<br />
Essen kostet zwischen 3,20<br />
bis 3,60 Euro. Einen großen<br />
Umsatzanteil mache man<br />
in dem Bistro mit Brötchen,<br />
Süßigkeiten und Getränken<br />
sagt Norbert Mussenbrock.<br />
In der Mittagszeit<br />
beginnt die „heiße Phase“<br />
Für Moritz Dörken jedenfalls<br />
ist die Mittagszeit eine<br />
„heiße Phase“. „Da muss<br />
man vor allem freundlich<br />
sein. Merkt man ja, wenn<br />
einer einen schlechten Tag<br />
hat, weil die Gespräche am<br />
Telefon vielleicht auch nicht<br />
so liefen.“ Doch meistens<br />
erzählten die Leute einfach<br />
mal – auch von sich selbst<br />
und freuten sich übers Zuhören,<br />
sagt Moritz Dörken.<br />
Später beginnt das große<br />
Aufräumen und Saubermachen.<br />
Auch das macht dem<br />
jungen Albersloher Spaß.<br />
Wenn er sich eins wünscht,<br />
7.30 Uhr ist er des Morgens<br />
am Ball. Während er die<br />
Aschenbecher und Tische<br />
säubert, füllt Kollegin Ursula<br />
Kraus schon mal die Süßigkeiten<br />
in der Theke auf. Auch<br />
die Brötchen, die MDS frisch<br />
Moritz Dörken bedient eine Kundin und buw-Mitarbeiterin<br />
an der Bistrotheke. Fotos: hwe<br />
11
Portrait<br />
Moritz Dörken, hier mit<br />
Kollegin Ursula Kraus, füllt<br />
einen Automaten nach.<br />
dann „dass ich in fünf Jahren<br />
noch bei MDS arbeite.“<br />
Dabei schaut er Norbert<br />
Mussenbrock an. Der sieht<br />
die Entwicklung bei MDS<br />
ganz entspannt: „Wir wachsen.<br />
Zurzeit ist die Übernahme<br />
weiterer Bistros ein<br />
großes Thema. Denn Menschen<br />
haben immer Hunger.<br />
Das ist das Wichtigste.“<br />
Froh über Arbeit in einem<br />
wachsendem Unternehmen<br />
Wenn Moritz Dörkens Arbeitstag<br />
am Spätnachmittag<br />
zu Ende geht, fährt er heim,<br />
wo Hündchen Paula auf ihn<br />
wartet. Dann saust er los mit<br />
seinem Fahrrad, surft am PC<br />
und ist um keinen Konter<br />
verlegen, wenn er Freunde<br />
trifft, die noch die Schulbank<br />
drücken. „Musste aber<br />
lange arbeiten?“, frotzeln die<br />
schon mal und Moritz Dörken<br />
antwortet: „Wir sehen<br />
uns im Rentenalter wieder…“<br />
„Ist doch wahr: Wenn<br />
man sieht, was bei Karstadt<br />
Quelle abgeht, ist man<br />
froh hier zu sein: In einem<br />
Unternehmen das wächst.<br />
Hier möchte ich so lange<br />
wie möglich bleiben. Und<br />
in zehn Jahren über eine<br />
eigene Familie nachdenken“,<br />
lächelt Moritz Dörken.<br />
hwe<br />
12
Befragung im „Ambulant Unterstützten Wohnen“<br />
„Diese Befragung hat Spaß<br />
gemacht und war gar nicht lästig“<br />
Studenten der Katholischen Hochschule führten Interviews<br />
mit 26 Betroffenen zu ihrem Leben in den eigenen vier Wänden<br />
„Es ist schön zu erfahren,<br />
dass wir so gut sind.“ Marija<br />
Olbrich lacht. Doch noch<br />
viel mehr als diese Sicherheit<br />
hat der <strong>Westfalenfleiß</strong><br />
eine Befragung gebracht,<br />
die jetzt zwei Studenten der<br />
Katholischen Hochschule<br />
NRW abgeschlossen haben.<br />
Für ihre Diplomarbeit im<br />
Studiengang Soziale Arbeit<br />
werden Christian Schüttler<br />
und Andreas Daniel, beide<br />
35 Jahre alt, diese umfassende<br />
Frageaktion unter 26<br />
von 35 Menschen auswerten,<br />
die im „Ambulant Unterstützten<br />
Wohnen“ leben.<br />
Soviel steht schon fest: Die<br />
Zufriedenheit der Befragten<br />
ist überaus hoch.<br />
Gefragt haben die beiden<br />
Studenten Menschen, die<br />
entweder aus dem stationären<br />
Wohnen ausgezogen<br />
sind und nun in einer eigenen<br />
Wohnung, stundenweise<br />
begleitet von so genannten<br />
Assistenten, leben. Oder<br />
Menschen, bei der <strong>Westfalenfleiß</strong><br />
Nutzer genannt, die<br />
das Elternhaus verlassen<br />
haben und in eigene Wohnungen<br />
gezogen sind, und<br />
die ebenfalls in bestimmten<br />
Lebensbereichen noch von<br />
Assistenten unterstützt werden.<br />
Assistenten, das sind<br />
fachlich ausgebildete Mitarbeiter<br />
der <strong>Westfalenfleiß</strong>. Wie<br />
viele Stunden die in der Woche<br />
kommen und wo sie ihre<br />
Hilfe geben, sei detailliert<br />
festgelegt in Hilfebedarfplä-<br />
nen, die für jeden einzelnen<br />
Nutzer aufgestellt würden,<br />
erklärt Marija Olbrich. Sie<br />
ist Wohnbereichsleiterin im<br />
Wohnverbund von <strong>Westfalenfleiß</strong><br />
und leitet den<br />
Fachdienst im „Ambulant<br />
Unterstützten Wohnen“.<br />
Studenten erarbeiteten<br />
umfangreichen Fragebogen<br />
Sind nun die Befragten mit<br />
ihrer Wohnform zufrieden?<br />
Fühlen sie sich in den eigenen<br />
vier Wänden manchmal<br />
einsam, nachdem sie lange<br />
im stationärem Wohnen<br />
oder dem Elternhaus lebten?<br />
Sind sie mit der Unterstützung<br />
ihrer Assistenten<br />
zufrieden? All das wollten<br />
die Studenten wissen.<br />
Mit vereinten Kräften und<br />
stolz halten die Studenten<br />
der Katholischen Hochschule,<br />
Andreas Daniel (li.) und<br />
Christian Schüttler (re.)<br />
gemeinsam mit Burkhard<br />
Lübke, der im „Ambulant<br />
Unterstützten Wohnen“ lebt,<br />
den Fragebogen hoch, den<br />
26 Menschen mit Behinderungen<br />
beantwortet haben.<br />
Foto: hwe<br />
13
Befragung im „Ambulant Unterstützten Wohnen“<br />
Sie erarbeiteten einen ausgefeilten<br />
Fragebogen, den<br />
sie einem Pretest unterzogen.<br />
Das sei üblich, sagen<br />
die beiden, dass in zwei bis<br />
drei Vorbefragungen geklärt<br />
werde, ob die Adressaten die<br />
Fragen verstehen, oder ob<br />
der Fragebogen stellenweise<br />
überarbeitet werden müsse.<br />
Als das geschehen war,<br />
zogen Christian Schüttler<br />
und Andreas Daniel aus, um<br />
die 26 Menschen mit Behinderungen<br />
zu interviewen.<br />
Dass die so bereitwillig und<br />
gern zugesagt hatten, bei<br />
der Aktion mitzumachen,<br />
war die erste Überraschung<br />
für die Studenten. „Dass wir<br />
sogar mal mit Kaffee und<br />
Kuchen empfangen wurden,<br />
überstieg alle Erwartung und<br />
zeigte doch, wie sehr sich die<br />
Befragten auf das Geschehen<br />
einließen“, freuen sich die<br />
beiden Diplomanden.<br />
Dies bestätigt auch Burkhard<br />
Lübke. Er ist einer der Interviewten<br />
und fand die Aktion<br />
„ganz gut und gar nicht lästig.“<br />
Und wie Burkhard Lübke<br />
jetzt, so antworteten 90<br />
Prozent auch in den Fragebögen:<br />
Sie freuen sich, selbständig<br />
leben zu können.<br />
„Das ist jetzt für mich besser<br />
als das stationäre Wohnen,<br />
weil ich noch so viel hinzulernen<br />
kann“, sagt Burkhard<br />
Lübke. Noch wohnt er in<br />
einer ambulanten WG. Aber<br />
der Wunsch, eines Tages in<br />
die letzte Selbstständigkeit<br />
zu gehen und<br />
eine Wohnung<br />
ganz allein für<br />
sich zu beziehen<br />
und zu führen,<br />
der ist groß.<br />
Die Befragten<br />
bleiben anonym<br />
Auch den Fragetest<br />
selbst<br />
lobt Lübke als<br />
„verständlich<br />
und gut.“ Es<br />
habe ihm Spaß<br />
gemacht, diese<br />
Fragen zu beantworten.<br />
Dass<br />
die Befragten<br />
anonym bleiben,<br />
versteht sich für<br />
Marija Olbrich<br />
von selbst.<br />
„Niemand wird<br />
da mit seinem<br />
Namen erscheinen“,<br />
betont sie.<br />
Dass 90 Prozent<br />
der Befragten mit<br />
der Unabhängigkeit<br />
in den eigenen<br />
vier Wänden<br />
14
Befragung im „Ambulant Unterstützten Wohnen“<br />
glücklich sind, spitzte sich<br />
auch zu in der Frage, ob den<br />
Betroffenen das ambulante<br />
Wohnen oder das stationäre<br />
beziehungsweise das Wohnen<br />
im Elternhaus mehr<br />
zusage. Deutlich fiel da die<br />
Entscheidung zugunsten der<br />
neuen Wohnform.<br />
Auswertung zeigt ein<br />
positives Ergebnis<br />
Das Thema Einsamkeit<br />
bedrücke die Befragten<br />
- ein wenig wider Erwarten<br />
- erstaunlich wenig, haben<br />
die Studenten festgestellt.<br />
Eins freut Marija Olbrich<br />
dabei besonders: „Dass<br />
unsere Nutzer offensichtlich<br />
eigene Netzwerke knüpfen<br />
und wissen, wen sie mit<br />
welcher Frage oder Problem<br />
behelligen können. Und das<br />
müssen nicht immer die<br />
Assistenten sein.“<br />
Obwohl auch die im Leben<br />
der Befragten eine wichtige<br />
Rolle spielen: „Da erwarten<br />
die Menschen mit Behinderungen<br />
schon ein persönliches<br />
Verhältnis und<br />
keine Dienstleistung“, sagt<br />
Andreas Daniel. Und diese<br />
Erwartungen scheinen sich<br />
auch zu erfüllen, wie die<br />
weitere Auswertung mit der<br />
Zufriedenheit der Assistenten<br />
bestätigt.<br />
Und noch eins ist für die<br />
Menschen mit Behinderungen<br />
überaus wichtig, wie<br />
die Antworten zeigen: Ihre<br />
Arbeit in den Werkstätten.<br />
Dort haben sie ihre sozialen<br />
Kontakte und Freunde. Von<br />
Leben in den eigenen vier Wänden ist ein großes Glück und<br />
Fortschritt, findet Burkhard Lübke (re.), der sich hier zusammen<br />
mit Teamleiter Christian Schlief an die Küchenarbeit macht.<br />
diesen Zeiten des Tages<br />
berichten sie viel, wie die<br />
Studenten bestätigen.<br />
Befragung ist Grundlage<br />
für die Diplomarbeit<br />
Bei der <strong>Westfalenfleiß</strong> habe<br />
von Anfang an ein großes<br />
Interesse bestanden, dieses<br />
Projekt mit den Studenten<br />
durchzuziehen. Dass die<br />
zudem von außen und unabhängig<br />
auf die Menschen<br />
im „Ambulant Unterstützten<br />
Wohnen“ zugehen konnten,<br />
steigerte die Chance,<br />
unverstellte Ergebnisse in<br />
der Befragung zu erzielen.<br />
Ergebnisse, die man sich<br />
trotz aller positiven Antworten,<br />
sehr genau anschauen<br />
will, um zu ergründen, was<br />
verbesserungswürdig wäre,<br />
wo Qualitätssicherung erfolgen<br />
kann - immer unter der<br />
Fragestellung: „Was können<br />
wir noch tun?“, versichert<br />
Marija Olbrich.<br />
Währenddessen fassen die<br />
beiden Studenten all ihre<br />
Ergebnisse in der Diplomarbeit<br />
zusammen und werten<br />
sie aus. Ein anstrengender<br />
Sommer liegt vor ihnen,<br />
zumal beide noch halbtags<br />
arbeiten und Christian<br />
Schüttler zudem vor kurzem<br />
Papa geworden ist. Doch das<br />
Weihnachtsfest, hoffen die<br />
beiden, „können wir dann<br />
vielleicht als frischgebackene<br />
Sozialarbeiter feiern.“<br />
hwe<br />
15
Sozialführschein<br />
„Zukunftsweisendes Projekt“<br />
<strong>Westfalenfleiß</strong> bringt neues Modellprojekt in Münster<br />
auf den Weg: Sozialführerschein für Jugendliche<br />
„Die Idee mit dem Sozialführerschein<br />
finde ich gut“,<br />
begeistert sich die Münsteraner<br />
Schuldezernentin<br />
und Stadträtin Dr. Andrea<br />
Hanke und freut sich auf die<br />
Zusammenarbeit mit der<br />
<strong>Westfalenfleiß</strong> <strong>GmbH</strong>, die<br />
das Modellprojekt „Sozialführerschein<br />
in Münster“<br />
gemeinsam mit der Stiftung<br />
Wohlfahrtspflege NRW aus<br />
der Taufe gehoben hat.<br />
Aber, „Sozialführerschein“,<br />
- was ist das? Das fragt sich<br />
mancher, der dabei eher<br />
an den Autoführerschein<br />
denkt. „Das ist gar nicht so<br />
weit davon entfernt“, lächelt<br />
die Projektleiterin Marija<br />
Olbrich, „nur hier geht es<br />
darum, dass Jugendliche in<br />
unseren Wohneinrichtungen<br />
vor Ort die Möglichkeit<br />
bekommen, im praktischen<br />
und theoretischen Umgang<br />
mit Menschen mit Behinderung<br />
ihre sozialen Potenziale<br />
zu entdecken und einzusetzen,<br />
mit dem Ziel, darüber<br />
das Zertifikat „Sozialführerschein“<br />
zu erwerben.“<br />
Und das, so Marija Olbrich,<br />
mache sich in jeder Bewerbungsmappe<br />
gut.<br />
Vorstellung des Projektes „Sozialführerschein“: Pressekonferenz<br />
am 29. Juli in der Wohnstätte Haus Gremmendorf.<br />
Sie weiß, wovon sie spricht.<br />
Denn seit fünf Jahren gibt es<br />
ein ähnliches Angebot in der<br />
<strong>Westfalenfleiß</strong>-Wohnstätte in<br />
Telgte. „Dort haben mittlerweile<br />
mehr als 150 Jugendliche<br />
das Zertifikat erworben“,<br />
berichtet die Wohnbereichsleiterin<br />
Marija Olbrich,<br />
die für das neue Projekt in<br />
Münster die Projektleitung<br />
übernimmt.<br />
Zuschuss von der Stiftung<br />
Wohlfahrtspflege NRW<br />
Als Förderer und Partner<br />
im Sinne der Integration<br />
für Menschen mit Behinderungen<br />
versteht sich Wolfgang<br />
Heiliger von der Stiftung<br />
Wohlfahrtspflege NRW.<br />
Ihm liegt besonders am<br />
Herzen, dass durch dieses<br />
Projekt Jugendliche schrittweise<br />
an die Lebensweisen<br />
von Menschen mit geistiger<br />
Behinderung herangeführt<br />
werden. Wolfgang Heiliger:<br />
„Voneinander aus der<br />
Distanz zu hören, Berichterstattungen<br />
übereinander<br />
zu lesen; das ergibt ein Bild,<br />
das in direkter Begegnung<br />
miteinander ergänzt, nicht<br />
selten auch verändert wer-<br />
Sozialführschein -<br />
ein Konzept mit Zukunft<br />
Das neue Modellprojekt in Münster „Sozialführerschein für Jugendliche“<br />
bringt <strong>Westfalenfleiß</strong> jetzt mit einer Laufzeit von 42 Monaten auf den<br />
Weg. Unter der Federführung von Prof. Dr. Friedrich Dieckmann von<br />
der Katholischen Hochschule NRW (KatHO NRW) wird auch die wissenschaftliche<br />
Begleitung des Projektes mit Zuschüssen der Stiftung<br />
Wohlfahrtspflege NRW finanziert. In einem ersten Gespräch Münsters<br />
Schuldezernentin Dr. Andrea Hanke gab es bereits positive Signale für<br />
eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der <strong>Westfalenfleiß</strong> <strong>GmbH</strong>. Sie stellt<br />
sich als Patin für das Projekt zur Verfügung. Um die Öffentlichkeit für<br />
das mit 162.000 Euro von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW geförderte<br />
Projekt zu interessieren, lud <strong>Westfalenfleiß</strong> am 29. Juli zu einer<br />
Pressekonferenz ein.<br />
16
Sozialführschein<br />
den muss.“ Das Projekt,<br />
so Heiliger, solle die nur<br />
geringfügigen Differenzen<br />
des Lebens von Menschen<br />
mit und ohne Behinderung<br />
verdeutlichen. Begegnungen<br />
sollen auf gleicher Augenhöhe<br />
stattfinden, die Menschen<br />
mit Behinderung als gleichberechtigte<br />
Bürger wahrgenommen<br />
und Vorurteile<br />
abgebaut werden.<br />
„Teilhabe“, so Wolfgang<br />
Heiliger, „ist das, was für uns<br />
von der Stiftung Wohlfahrtspflege<br />
NRW als Zielsetzung<br />
an erster Stelle steht. Und da<br />
sind wir sehr gespannt, wie<br />
dieses Projekt in Münster<br />
angenommen wird!“<br />
Wissenschaftliche Begleitung<br />
durch die KFH Münster<br />
wissenschaftliche Begleitforschung<br />
für dieses Projekt<br />
zu übernehmen.“ Ein Zwischenbericht<br />
wird zwei Jahre<br />
nach Projektbeginn vorgelegt<br />
werden und der Schlussbericht<br />
nach 39 Monaten.<br />
„Win-Win-Situation“ -<br />
alle Beteiligten profitieren<br />
Der jeweilige Kurs hat eine<br />
Laufzeit von vier Wochen<br />
und besteht aus vier bis sechs<br />
Teilnehmern. Zu Beginn und<br />
zum Ende des Kurses werden<br />
die Jugendlichen theoretisch<br />
geschult. Über die<br />
erworbenen theoretischen<br />
und praktischen Kenntnisse<br />
pädagogischer Arbeit<br />
erhalten sie das Zertifikat<br />
„Sozialführerschein“. <strong>Westfalenfleiß</strong>-Geschäftsführerin<br />
Gerda Fockenbrock: „Wichtig<br />
ist, dass alle Beteiligten<br />
davon profitieren, - indem<br />
wir eine „Win-Win-Situation“<br />
schaffen, - die Jugendlichen<br />
erweitern ihre sozialen<br />
Kompetenzen und Menschen<br />
mit geistiger Behinderungen<br />
haben die Chance, ihnen auf<br />
Augenhöhe zu begegnen.<br />
Im Sinne von Inklusion und<br />
Normalität.“<br />
mt<br />
Die wissenschaftliche<br />
Begleitung für das neue<br />
Modellprojekt in Münster<br />
„Sozialführerschein für Jugendliche“<br />
übernimmt Prof.<br />
Dr. Friedrich Dieckmann mit<br />
Studierenden der Katholische<br />
Hochschule NRW und der<br />
wissenschaftlichen Mitarbeiterin<br />
Antonia Thimm. Prof.<br />
Dr. Friedrich Dieckmann:<br />
„Im Rahmen dieses Projektes<br />
haben Jugendliche Gelegenheit,<br />
am Lebensalltag der<br />
Bewohner der Wohngruppen<br />
teilzunehmen. In Absprache<br />
mit der Geschäftsführung<br />
der Katholischen Hochschule<br />
Nordrhein-Westfalen<br />
<strong>GmbH</strong> und dem Zentrum der<br />
Hochschule für Forschung<br />
und Weiterbildung freuen wir<br />
uns sehr über den Auftrag<br />
der <strong>Westfalenfleiß</strong> <strong>GmbH</strong>, die<br />
Stellten den „Sozialführerschein“ der Öffentlichkeit vor (v.l.):<br />
Schuldezernentin und Projektpatin Dr. Andrea Hanke,<br />
Projektleiterin Marija Olbrich, <strong>Westfalenfleiß</strong>-Geschäftsführerin<br />
Gerda Fockenbrock, Antonia Thimm und Prof. Dr. Friedrich<br />
Dieckmann von der Katholischen Hochschule NRW sowie Wolfgang<br />
Heiliger von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW. Fotos: rk<br />
17
Am 13. August ist es endlich so weit: Mit Ehrengästen und Bewohnern wird der neue Pavillon der<br />
Wohnstätte Gut Kinderhaus in einer Feierstunde offiziell eingeweiht. Fotos: Dania Frönd<br />
„Wir sind angekommen“<br />
Förderverein von Gut Kinderhaus weiht Pavillon ein /<br />
Ehrengäste und Bewohner feiern gemeinsam<br />
Ein schräger Blick zum<br />
Himmel. „Ich hoffe nicht,<br />
dass der neue Pavillon<br />
gleich seine Dichtigkeit beweisen<br />
muss“, schmunzelt<br />
Karl Georges. Dem Bauwerk,<br />
zwischen Lädchen, Cafe und<br />
Eingang des Wohnbereichs<br />
gelegen, blieb - zumindest<br />
am Tag seiner Einweihung<br />
- dieser Härtetest erspart.<br />
Bei angenehmen Temperaturen<br />
und einer Sonne, die<br />
gelegentliche dunkle Wolken<br />
schnell beiseite schob,<br />
feierte der neue Pavillon auf<br />
Gut Kinderhaus seinen Einstand<br />
- und mit ihm die Bewohner<br />
und Ehrengäste, die<br />
Karl Georges als Vorsitzender<br />
des Fördervereins und damit<br />
Bauherr des Projektes geladen<br />
hatte.<br />
Ein Projekt, das einmal<br />
mehr unterstreicht, was Karl<br />
Georges zum Auftakt seiner<br />
Begrüßung herausstellte:<br />
„Die Verbindung mit der Gemeinde<br />
ist uns hier auf Gut<br />
Kinderhaus wichtig. Wir sind<br />
in der Gemeinde angekommen.“<br />
Das bestätigte denn<br />
auch Ralf Heupel, der Mann,<br />
der es als Wehrkollege von<br />
Karl Georges „vom Bezirksbrandmeister<br />
zum Bezirksbürgermeister<br />
in Münsters<br />
Norden“ gebracht hat.<br />
Freuen sich mit Gerda Fockenbrock (3.v.l.) sehr über die<br />
Fertigstellung des Pavillons: Die Mitglieder des Fördervereins<br />
Gut Kinderhaus mit ihrem Vorsitzenden Karl Georges (2.v.l.).<br />
Aber, auf diese kleine, aber<br />
feine geographische Unterscheidung<br />
wollte der Bezirksvorsteher<br />
Münster Nord<br />
nicht verzichten: „Wir sind<br />
hier geographisch gesehen<br />
18
Wohnstätte Gut Kinderhaus<br />
Im Bild li.: Karl Georges und der Bewohnervertreter Christoph Maillard, der zum Abschluss der<br />
Rednerliste ein Grußwort an die Anwesenden richtet. Bild Mitte: Ralf Heupel, Bezirksbürgermeister<br />
für Münster Nord und im Bild re. <strong>Westfalenfleiß</strong>-Geschäftsführerin Gerda Fockenbrock.<br />
in Sprakel, nicht in Kinderhaus.“<br />
Diesen Pavillon für<br />
die Bewohner des Gutes zu<br />
finanzieren und zu errichten<br />
sei eine Aufgabe, die<br />
sich Karl Georges mit dem<br />
Förderverein „gestellt und<br />
geruppt habe“, sagte Ralf<br />
Heupel anerkennend. Den<br />
Stand der Dinge nach Fertigstellung<br />
habe Karl Georges<br />
dann prägnant zusammengefasst:<br />
„Jetzt sind wir fast<br />
blank.“ Dennoch hoffe er<br />
sehr, dass der Förderverein<br />
sein Ziel, Ferien- und sonstige<br />
Maßnahmen für die<br />
Bewohner von Gut Kinderhaus<br />
mitzufinanzieren, weiterhin<br />
verwirklichen könne,<br />
wünschte Ralf Heupel.<br />
„Herr Pastor, ans Werk“,<br />
übernahm Karl Georges<br />
anschließend die Führung<br />
durch das weitere Programm.<br />
Der Aufforderung<br />
kam Pfarrer Reers nur zu<br />
gerne nach: „Die große<br />
menschliche Wärme und<br />
Herzlichkeit, die einen hier<br />
umfängt, ist das Schönste,<br />
das es gibt“, sagte der Seelsorger<br />
über die Atmosphäre<br />
auf Gut Kinderhaus.<br />
Und dann segnete er, assistiert<br />
von Bewohnern, den<br />
Pavillon, „aber eigentlich<br />
die Menschen für ein gutes<br />
Mit- und Füreinander.“ Als<br />
Geschenk hatte der Pfarrer<br />
Karl Georges (li. im Bild) führt durch das Programm der kleinen Feierstunde und Pfarrer Reers<br />
(re. im Bild) segnet, assistiert von Bewohnern, den Pavillon. „Aber“, so Pfarrer Reers, „eigentlich ist<br />
das symbolisch für die Menschen gedacht und für ein gutes Mit- und Füreinander.“<br />
19
Der neue Pavillon der Wohnstätte Gut Kinderhaus. Fotos: Dania Frönd<br />
ein Kreuz mitgebracht, „das<br />
die Kommunionkinder der<br />
Gemeinde St. Josef seit 36<br />
Jahren bekommen.“ Karl<br />
Georges habe versprochen,<br />
dass es im Pavillon seinen<br />
Platz finde.<br />
Förderverein schenkt den<br />
Bewohnern Wertschätzung<br />
„Und jetzt spricht das normale<br />
Leben“, leitete Karl<br />
Georges geschliffen und<br />
schmunzelnd zum nächsten<br />
Punkt seines Programms<br />
über, zu Gerda Fockenbrock,<br />
der Geschäftsführerin<br />
von <strong>Westfalenfleiß</strong>. In ihrer<br />
Rede skizzierte Gerda<br />
Fockenbrock die vielfältigen<br />
Aufgaben, die sich<br />
der Förderverein des Gutes<br />
stellt und mit denen er die<br />
Bewohner unterstützt. Der<br />
Pavillon war dabei „nur“<br />
eine von vielen Herausforderungen.<br />
Aber eine besonders<br />
große und gelungene. „Er<br />
gibt die Möglichkeit, die sich<br />
Bewohnerinnen und Bewohner<br />
schon lange gewünscht<br />
hatten: Sich gruppenübergreifend<br />
draußen treffen<br />
zu können, auch wenn<br />
das Wetter mal nicht ganz<br />
so schön ist.“ Schon jetzt<br />
- wenige Tage nach seiner<br />
Erstellung - werde er vielfältig<br />
genutzt: Zum Kaffeetrinken,<br />
Gesellschaftsspiel,<br />
Mandalamalen, „und wenn<br />
es regnet, rückt man gemütlich<br />
zusammen.“ Selbst die<br />
Gärtner dankten für diesen<br />
Ort, „denn sie frühstücken<br />
jetzt immer hier“, meinte<br />
Gerda Fockenbrock augenzwinkernd.<br />
Die Kombination<br />
aus materieller und menschlicher<br />
Unterstützung, die die<br />
Mitglieder des Fördervereins<br />
gäben, schenke den Bewohnern<br />
das Gefühl von Rückendeckung<br />
und Wertschätzung,<br />
bedankte sie sich.<br />
Einstand für den neuen Pavillon auf Gut Kinderhaus: <strong>Westfalenfleiß</strong>-Geschäftsführer<br />
Karl-Heinz Garbe (li.), Hans Joachim<br />
Temme, Leiter der Bezirksverwaltung Nord, und der Bereichsleiter<br />
des Gut Kinderhaus, Bernhard Witte (re.).<br />
Die Entstehungsgeschichte<br />
des Pavillons umriss Karl<br />
Georges und zog das Resümee:<br />
„Nun sind wir fertig<br />
und glücklich.“ Ob man die<br />
Durchgänge des Pavillons<br />
später schließen werde,<br />
ließ er offen. „Denn auch<br />
das kostet viel Geld.“ Auf<br />
das Pflanzbeet, von Kieselsteinen<br />
umfasst, vor dem<br />
Pavillon, lenkte Karl Georges<br />
dann die Aufmerksamkeit<br />
der Gäste. Jeder dieser Steine<br />
20
Wohnstätte Gut Kinderhaus<br />
Gefeiert wird mit Bewohnern, Angehörigen und Ehrengästen gemeinsam.<br />
solle einen Namen von Bewohnern<br />
tragen, die auf Gut<br />
Kinderhaus gelebt hätten<br />
und gestorben seien, erklärte<br />
er. So entstehe hier eine<br />
Verbindung von Leben und<br />
Tod, die ihm sehr gefalle.<br />
Und schließlich ging es noch<br />
einmal um Geld - genauer<br />
um Spenden, ohne die der<br />
Pavillon nicht hätte entstehen<br />
können. 22,22 Prozent<br />
der Bausumme, hatte Karl<br />
Georges akribisch errechnet,<br />
hätte die Sparkasse Münsterland<br />
Ost getragen - nämlich<br />
2.500 Euro. Deren Vertreter<br />
Jungkamp versicherte er:<br />
„Ich verspreche Ihnen, dass<br />
ich Sie jetzt zwei Jahre in<br />
Ruhe lasse.“ „Ich glaube, das<br />
geht schneller“, gab Jungkamp<br />
lachend zurück.<br />
Elegant leitete Karl Georges<br />
zuletzt über zu einem Ereignis,<br />
das am 20. September<br />
bevorsteht: Das Erntedankfest<br />
auf dem Gut. „Dann werden<br />
die ersten Taler wieder<br />
eingehen, damit wir an<br />
neue Projekte herangehen<br />
können.“ Mit diesem tatkräftigen<br />
Appell unter Applaus<br />
gab Karl Georges das ebenso<br />
schmackhafte wie ansehnliche<br />
Buffet frei, das MDS<br />
zur Feier des Tages errichtet<br />
hatte.<br />
hwe<br />
21
Interview<br />
„Jetzt fehlt nur noch ein Name“<br />
Interview mit dem Fördervereinsvorsitzen Karl Georges<br />
zur Einweihung des neuen Pavillons in der Wohnstätte Gut Kinderhaus<br />
Zur Einweihung des neuen<br />
Pavillons in der Wohnstätte<br />
Gut Kinderhaus gab der Vorsitzende<br />
des Fördervereins<br />
von Gut Kinderhaus, Karl<br />
Georges, der Echo-Redaktion<br />
folgendes Interview.<br />
Frage: Herr Georges, nun<br />
steht der neue Pavillon als<br />
Ort der Begegnung im Freien<br />
für die Bewohner. Warum hat<br />
man sich zu gerade diesem<br />
Projekt entschlossen?<br />
Karl Georges: Die Bewohner<br />
wünschten sich einen<br />
solchen Raum draußen, um<br />
sich auszutauschen, um<br />
miteinander zu grillen und<br />
zu feiern. Einen zentralen<br />
Punkt für einzelne Gruppen,<br />
die sich hier vor allem auch<br />
an Wochenenden treffen<br />
können. Und ich sage Ihnen:<br />
Der Pavillon ist schon jetzt<br />
ewig in Beschlag genommen.<br />
Frage: Ein Wort zu Maßen<br />
und Finanzierung?<br />
Karl Georges: Zunächst hätte<br />
ich es gerne gesehen, wenn<br />
wir ihn aus Stahl gebaut<br />
hätten. Doch die Stahlpreise<br />
sind ja derzeit horrende<br />
hoch. Ich habe mich von<br />
meiner Frau eines Besseren<br />
belehren lassen: Das Holz<br />
passt sich in der Tat der Umgebung<br />
hier auf dem Gut viel<br />
natürlicher an. Der Pavillon<br />
hat einen Durchmesser von<br />
neun Metern. Tische und<br />
Bänke laden zum Verweilen<br />
ein. Das Projekt hat 11.000<br />
Euro gekostet. 3.750 Euro<br />
konnten wir an Spenden zusammenbringen.<br />
Der „Rest“<br />
stammt aus dem Stammkapital<br />
der Ersparnisse des<br />
Fördervereins. Ich bin ja ein<br />
Verfechter des Sparens, und<br />
zunächst wollten wir die<br />
Finanzierung des Reitstalls<br />
mit unterstützen. Dann kam<br />
diese Idee auf. Gut, dass<br />
wir uns darauf eingelassen<br />
haben.<br />
Frage: Wie entwickelte sich<br />
die Baumaßnahme?<br />
Karl Georges: Beim Bauamt<br />
der Stadt habe ich mir<br />
zunächst manche Zähne<br />
ziehen lassen müssen. Wir<br />
mussten eine Statik vorlegen,<br />
die viel Geld gekostet<br />
hat. Dann hieß es, dass die<br />
Dachrinnen in das örtliche<br />
Regenwassernetz eingespeist<br />
werden mussten. Eine<br />
weitere besondere Herausforderung,<br />
die wir gemeistert<br />
haben. Dann haben wir die<br />
Maßnahme ausgeschrieben,<br />
drei Angebote erhalten und<br />
das kostengünstigste genommen:<br />
Auch deshalb, weil<br />
ich diesen Handwerkerbetrieb<br />
aus Rinkerode als einen<br />
grundsoliden kenne. Und<br />
(Georges, der einst passionierte<br />
Bezirksbrandmeister,<br />
schmunzelt wieder) Großvater,<br />
Sohn und Enkel sind<br />
in der Feuerwehr. Ein gutes<br />
Zeichen.<br />
Frage: Warum engagieren Sie<br />
sich im Förderverein so stark?<br />
Karl Georges: Weil unser<br />
Sohn Karl-Georg bis zu<br />
seinem Tod hier gewohnt<br />
hat. Weil die Wohnbereichsleiterin<br />
Petra Schlingmann<br />
seinerzeit die Bitte an<br />
mich herantrug, diesen<br />
Förderverein wieder auf die<br />
Beine zu bringen. Das war<br />
Karl Georges. Foto: hwe<br />
22
Interview<br />
1995. Bis heute habe ich die<br />
Aufgabe angenommen. Das<br />
bin ich Karl-Georg schuldig.<br />
Er hat uns so viel mehr Freude<br />
in seinem Leben durch<br />
sein Wesen geschenkt als wir<br />
zurückgeben konnten.<br />
Frage: Ist eine solche Aufgabe<br />
Last oder Lust?<br />
Karl Georges: Ich mache nur<br />
Lust. Aber, wie gesagt, dabei<br />
spielt für mich das Andenken<br />
an unseren Kalli eine<br />
zentrale Rolle. Er ist 2001<br />
gestorben. Da wollte ich die<br />
Wahlperiode zu Ende führen<br />
und aufhören. Man hat mich<br />
bestürmt weiter zu machen.<br />
Dabei ist es bis heute geblieben.<br />
Frage: Heute wird die Einweihung<br />
ganz groß gefeiert.<br />
Warum?<br />
Karl Georges: Sie kennen<br />
doch das Sprichwort: Tue<br />
Gutes und rede darüber. Unser<br />
Ziel ist es immer wieder,<br />
die Menschen mit Behinderungen<br />
in die Gemeinde zu<br />
integrieren. Wir sind in Kinderhaus<br />
angekommen. Und<br />
wir wollen sagen und zeigen,<br />
dass wir etwas auf die Beine<br />
stellen.<br />
Frage: Ihre Wünsche an die<br />
Zukunft?<br />
Karl Georges: Dass dieses<br />
Projekt dazu beiträgt, ein<br />
gutes Lebensgefühl und Daseinsfreude<br />
zu wecken und<br />
miteinander Gemeinschaft<br />
zu erleben. Die ersten Grillfeten<br />
sind ja schon gewesen.<br />
Ein guter Start. Was jetzt<br />
noch fehlt, ist ein Name für<br />
diesen Ort der Begegnung.<br />
Mal sehen, diesen Namen<br />
könnte man doch vielleicht<br />
auf dem Erntedankfest aus<br />
der Taufe heben...<br />
Förderverein<br />
Wohnstätte Gut Kinderhaus<br />
Kontakt:<br />
Karl Georges (Vorsitzender)<br />
Tel.: 0251 - 754112<br />
Bankverbindung:<br />
Sparkasse Münsterland Ost<br />
BLZ 40050150<br />
Kontonummer 55078257<br />
hwe<br />
Die Zukunft<br />
gestalten<br />
Wir realisieren<br />
· Lichtruf über Telefonanlagen<br />
· Desorientierten Schutzsysteme<br />
· Brandmeldeanlagen<br />
· Abrechnungssysteme für<br />
Pflegedienstleistungen<br />
OSMO Anlagenbau <strong>GmbH</strong> & Co. KG<br />
Kommunikationstechnik<br />
Bielefelder Straße 10 · 49124 GMHütte<br />
Fon: 0 54 01/858-300 · Fax: 0 54 01/858-1<strong>03</strong><br />
www.osmo-kommunikation.de<br />
23
Einladung zum Erntedankfest am 20. September auf Gut Kinderhaus<br />
24
Am Max-Klemens-Kanal 19 von 10.00 - 17.30 Uhr<br />
Erntedankfest<br />
auf Gut Kinderhaus<br />
am Sonntag, 20. September <strong>2009</strong><br />
Am Max-Klemens-Kanal 19 in Münster von 10.00 - 17.30 Uhr<br />
Kostenlose Parkplätze<br />
Bimmelbahn mit Pendelverkehr<br />
zum Gut Kinderhaus<br />
Ein Fest für die<br />
ganze Familie!<br />
Infos unter:<br />
www.westfalenfleiss.de<br />
www.eigenprodukte.de<br />
www.mds-muenster.de<br />
10.00 Uhr<br />
Ökumenischer Gottesdienst<br />
Strohburg zum Klettern<br />
Live-Musik mit Big Band<br />
in der Gutsscheune<br />
Essen & Trinken<br />
Schätzspiel & Bauernmarkt<br />
Planwagenfahrten<br />
Streichelzoo<br />
Hüpfburg & Jagdhornbläser<br />
Stallluft schnuppern<br />
Blaudruck<br />
historische Traktorschau<br />
u.v.m.<br />
25
Fabelhafter Film<br />
Am 17. Oktober ist Kinotag für <strong>Westfalenfleiß</strong><br />
im Cineplex - Beginn: 14 Uhr<br />
Jetzt ist es endlich soweit!<br />
Am Samstag, den 17. Oktober<br />
<strong>2009</strong> geht es in die<br />
zweite Runde. Angeregt<br />
durch Dieter Kunath bietet<br />
<strong>Westfalenfleiß</strong> wieder eine<br />
exklusive Filmvorführung<br />
für Beschäftigte und Bewohner<br />
von <strong>Westfalenfleiß</strong><br />
im Cineplex an. Unterstützt<br />
wird das Projekt durch den<br />
„Förderverein Kultur und<br />
Freizeit <strong>Westfalenfleiß</strong>“.<br />
Bereits im Frühjahr 2007<br />
hatte <strong>Westfalenfleiß</strong> zum<br />
ersten Mal in<br />
Zusammenarbeit<br />
mit Dieter<br />
Kunath das Kino<br />
Cineplex gemietet<br />
und exklusiv<br />
für Beschäftigte<br />
und Bewohner<br />
von <strong>Westfalenfleiß</strong><br />
den Film<br />
„Verrückt nach<br />
Paris“ vorgeführt.<br />
Am 17.<br />
Oktober zeigt<br />
<strong>Westfalenfleiß</strong><br />
in diesem Jahr<br />
im Cineplex<br />
Münster am<br />
Albersloher Weg<br />
14 um 14.00 Uhr<br />
den Film „Die<br />
fabelhafte Welt<br />
der Amélie“.<br />
1 Euro zahlen Beschäftigte<br />
und Bewohner von <strong>Westfalenfleiß</strong><br />
an Eintritt. Für die<br />
Begleitpersonen beträgt der<br />
Eintritts preis 4 Euro.<br />
Anfang September werden<br />
die Gruppenleiter der Werkstatt<br />
und die Teamleiter der<br />
Wohnstätten über das Anmeldeverfahren<br />
informiert.<br />
Zu diesem Zeitpunkt startet<br />
auch die Abfrage für die<br />
ehrenamtlichen Begleitpersonen.<br />
Anmeldeschluss ist<br />
der 30. September <strong>2009</strong>.<br />
Kino, Kino!<br />
Die fabelhafte Welt der Amélie<br />
Ein Film von Jean-Pierre Jeunets<br />
mit Audrey Tautou<br />
und Mathieu Kassovitz<br />
Amélie ist nicht ganz von dieser<br />
Welt. Aber das macht nichts,<br />
denn Amélie hat ihre eigene,<br />
fabelhafte Welt. Sie liebt die<br />
kleinen Dinge, die leisen Töne<br />
und die zarten Gesten. Sie hat<br />
ein Auge für Details, die jedem<br />
anderen entgehen, und einen<br />
Blick für magische Momente, die<br />
flüchtiger sind als ein Wimpernschlag.<br />
Amélie hat den Kopf in<br />
den Wolken. Aber dennoch steht<br />
sie mit beiden Beinen auf der<br />
Erde. Vielleicht liegt das an den<br />
flachen Kieselsteinen, die sie<br />
in ihrer Manteltasche sammelt,<br />
um sie in freien Minuten übers<br />
Wasser hüpfen zu lassen.<br />
Vielleicht ist es aber auch ihr<br />
Job, der sie in der Realität<br />
festhält, denn Amélie arbeitet in<br />
einem Café in Montmartre. Eifersüchtige<br />
Liebhaber, gescheiterte<br />
Genies, tragisch verunglückte<br />
Artisten und sehnsuchtskranke<br />
Hypochonder bevölkern dieses<br />
skurrile kleine Universum. Sie<br />
alle tragen schwer an ihrem<br />
Schicksal, während Amélie, die<br />
bezaubernde Kellnerin mit dem<br />
spitzbübischen Lächeln, kleine<br />
silberne Tabletts an ihre Tische<br />
trägt und ihnen stets ihr großes<br />
Herz serviert.<br />
Aber als sie Nino, den Mann<br />
ihrer Träume trifft, weiß sie<br />
nicht, wie sie sich selbst zum<br />
Glück verhelfen soll. Mit tausend<br />
Dingen bezaubert sie Nino<br />
aus der Ferne; doch mutig aus<br />
dem Schatten ihrer Fantasie<br />
zu treten, ist ihre Sache nicht<br />
- bis ein guter Geist ihr auf die<br />
Sprünge hilft ...<br />
Quelle: www.wikipedia.de<br />
26
Sonnenstrahl<br />
Ein Chromosom mehr im Bus<br />
von Christine Dosche<br />
Eine Haltestelle in der<br />
Innenstadt an einem regennassen<br />
Samstagnachmittag:<br />
Ich warte mit meinem<br />
Sohn an der Hand auf den<br />
Bus, der uns nach einer<br />
Besorgungstour nach Hause<br />
bringen soll.<br />
Es ist kalt, regnerisch, windig,<br />
einfach scheußlich.<br />
Mir tun die Füße weh,<br />
eiskalt sind sie auch, und<br />
die Feuchtigkeit kriecht so<br />
langsam in meine Ärmel<br />
und meinen Kragen. Die<br />
Leute um mich herum sind<br />
ähnlich missmutig wie ich.<br />
Jeder ist mit sich selbst beschäftigt,<br />
dennoch streift so<br />
mancher verstohlene Blick<br />
Sebastians Gestalt. Ich kenne<br />
das, man kann meinem<br />
Sohn nun mal ansehen, dass<br />
er geistig behindert ist: Die<br />
Gesichtszüge von Menschen<br />
mit dem Down-Syndrom<br />
ähneln einander, fast wie bei<br />
Familienangehörigen.<br />
Mich stören die Blicke der<br />
Umstehenden wenig, zumindest<br />
sind mir die Zeitgenossen,<br />
die hinschauen<br />
lieber als jene, die krampfhaft<br />
wegschauen. Und wenn<br />
doch mal jemand in allzu<br />
unverhohlenes Anstarren<br />
verfällt, dann kann es schon<br />
sein, dass mein Sprössling<br />
mit einem freundlich-herzhaften<br />
„Hallo Kumpel, alles<br />
klar bei Dir?“ reagiert.<br />
Da kommt unser Bus. Sebastian<br />
steigt umständlich die<br />
zwei Stufen hoch, fuchtelt<br />
dem Fahrer mit seinem Behindertenausweis<br />
unter der<br />
Nase herum, und ich entdecke<br />
zwei freie Sitzplätze, die<br />
wir gerade noch ergattern.<br />
Andere haben weniger Glück,<br />
der Bus wird voll, die Leute<br />
drängeln sich im Mittelgang.<br />
Die Stimmung ist nicht nur<br />
grau wie das Wetter draußen,<br />
sondern auch leicht<br />
gereizt, wie meistens, wenn<br />
Menschen zu nahe zusammenrücken<br />
müssen. Lauter<br />
grämliche Gesichter um mich<br />
herum, die bei jedem Bremsmanöver<br />
und jeder forsch<br />
genommenen Kurve noch ein<br />
wenig verbissener werden.<br />
Ich schließe kurz die Augen,<br />
da werde ich sacht von<br />
meinem Sohn in die Seite<br />
gestupst:<br />
„Mama?“ „Mmhm?“ antworte<br />
ich abwesend.<br />
Kurz darauf noch einmal,<br />
diesmal lauter, drängender:<br />
„Mamaa!“ „Ja, was ist?“<br />
Die ersten Köpfe drehen sich<br />
nach uns um. Ich bin im Moment<br />
nicht in der Stimmung,<br />
mit Sebastian im Mittelpunkt<br />
allgemeiner Aufmerksamkeit<br />
zu stehen, aber es ist schon<br />
zu spät, beim dritten, diesmal<br />
wirklich unüberhörbaren<br />
„Mama-ha!“<br />
spitzt der halbe Bus die<br />
Ohren, und so ziemlich jeder<br />
hat jetzt gemerkt, dass da ein<br />
Chromosom mehr mitfährt.<br />
Ich weiß, dass Sebastian<br />
manchmal mehrere Anläufe<br />
braucht, um das loszuwerden,<br />
was er sagen will. Trotzdem<br />
bin ich leicht genervt:<br />
„Ja, ich höre Dich doch, was<br />
willst Du denn?“<br />
Da holt er tief Luft, grinst<br />
mich an und verkündet mit<br />
heller Stimme:<br />
„Mama, ich liiiebe Dich!“<br />
Halb unterdrücktes Gelächter<br />
erfüllt den Bus, und es ist,<br />
als wäre plötzlich die Sonne<br />
durch die grauen Wolken<br />
gedrungen. Schlagartig sehe<br />
ich nur noch gelöste, fröhliche<br />
Gesichter. Menschen,<br />
die vorher nur aneinander<br />
vorbeigesehen haben,<br />
schauen sich lächelnd in die<br />
Augen. Und ich schäme mich<br />
nicht, als ich mein Kerlchen<br />
an mich drücke und sage:<br />
„Ich liebe Dich auch, mein<br />
Schatz!“<br />
So mancher völlig Fremde<br />
nickt uns beim Aussteigen<br />
noch einmal freundlich zu,<br />
und irgendwie scheint jetzt<br />
jeder einen Sonnenstrahl mit<br />
nach Hause zu tragen.<br />
27
Aktionsnachmittag des Beirat Wohnen am 15.8.09<br />
Mit dem Rollfiets<br />
durch den Sinnesgarten<br />
Beirat Wohnen gestaltete Erlebnisnachmittag für Bewohner mit<br />
Schwerstbehinderungen / Akkordeon entpuppte sich als „Renner“<br />
Fotos: Klaus Kornmann<br />
„Wir möchten gerne mal<br />
etwas mit Menschen mit Behinderungen<br />
aus Wohnstätten<br />
unternehmen, die sonst<br />
wenig Möglichkeiten haben,<br />
aktiv an Veranstaltungen<br />
und Freizeitaktivitäten<br />
teilzunehmen“, - darüber<br />
waren sich die Mitglieder<br />
des Beirates Wohnen einig.<br />
Und als dann auch noch<br />
die Idee aufkam, dass es ja<br />
jetzt in der Wohnstätte Haus<br />
Gremmendorf „diesen tollen<br />
neuen Sinnesgarten“ gibt,<br />
war der Plan perfekt, genau<br />
dort einen gemütlichen<br />
Sommernachmittag im August<br />
zu veranstalten.<br />
Die Beiratsmitglieder fackelten<br />
nicht lange: Marianne<br />
Cherouny, Marie-Luise Lohmann,<br />
Jürgen Pinger, Birgit<br />
Puzicha, Ernst Raneberg<br />
und der Beiratsvorsitzende<br />
Klaus Kornmann gingen zur<br />
konkrete Planung über. Sie<br />
überlegten, welche Wünsche<br />
bestehen und welche<br />
kleine Freuden sie erfüllen<br />
könnten.<br />
„Gesagt, getan und organisiert“,<br />
nach diesem Motto<br />
konnten sie so am 15. August<br />
mehr als 30 Personen<br />
begrüßen, die begeistert die<br />
Einladung des Gremiums<br />
angenommen hatte.<br />
28
Erlebnisnachmittag des Beirats Wohnen im Sinnesgarten<br />
Nach einer kurzen Begrüßung<br />
bei herrlichem<br />
Sonnenschein durch den<br />
Vorsitzenden des Beirats<br />
Wohnen, Klaus Kornmann,<br />
stand einer Tasse Kaffee und<br />
einem Stück Kuchen nichts<br />
mehr im Wege.<br />
Danach ging es mit zwei<br />
Rollfiets auf die „Piste“,<br />
kreuz und quer durch den<br />
Sinnesgarten, was einigen<br />
Bewohnern sehr gut gefiel.<br />
Auch Tastkartons und ein<br />
großes Ballontuch waren<br />
sehr beliebt, bis Birgit<br />
Puzicha ihr Akkordeon<br />
hervorholte und die ersten<br />
Lieder anstimmte.<br />
Die gute alte „Quetsche“<br />
entpuppte sich als „Renner“<br />
und wer wollte, konnte sich<br />
mit dem ein oder anderen<br />
Liedchen auf dem Instrument<br />
versuchen. Manfred<br />
von Zyphten, ein Bewohner<br />
des Haus Gremmendorf,<br />
unterstützte die musikalische<br />
Einlage auf einem kleineren<br />
Akkordeon nach besten<br />
Kräften und viele entdeckten<br />
auch andere klingende<br />
Instrumente für sich.<br />
Erschöpft, aber glücklich<br />
und mit vielen sinnlichen<br />
Eindrücken endete für die<br />
Akteure der Sommernachmittag<br />
mit einem Abschiedslied,<br />
- vor allem gewidmet<br />
den Betreuerinnen und<br />
Betreuern, die so tatkräftig<br />
zu diesem rundum gut<br />
gelungenen Nachmittag<br />
beigetragen hatten.<br />
bp/mt<br />
SWIN<br />
LACKSYSTEME<br />
29
Polizeihauptkommissar<br />
Klaus Sieker, der die Trainingseinheit<br />
mit einer<br />
Gruppe von Teilnehmern<br />
des Berufsbildungsbereiches<br />
(BBB) in Gremmendorf<br />
durchführt, ist zufrieden.<br />
„Das sitzt jetzt“, lobt der<br />
Münsteraner Verkehrssicherheitsberater<br />
die Teilnehmer<br />
und freut sich gemeinsam<br />
mit Bianca Sandfort, Georg<br />
Buschmann und Ralf Berger<br />
sowie den Gruppenleitern<br />
Bodo Lepkojus und Marlies<br />
Autering über die erfolgreiche<br />
Übungsrunde auf der<br />
„Leeze“.<br />
Freuen sich über die erfolgreiche Trainingsrunde:<br />
Polizeihauptkommissar Klaus Sieker und Bianca Sandfort.<br />
Sicher zu Fuß und<br />
auf dem Fahrrad<br />
Beschäftigte des Berufbildungsbereiches<br />
absolvierten Verkehrssicherheitstraining<br />
„Wir sind sehr froh über die<br />
Zusammenarbeit mit dem<br />
Verkehrskommissariat der<br />
Münsteraner Polizei“, sagt<br />
Ulrike Hochstrat, Bereichsleiterin<br />
des BBB. „Die Verkehrssicherheitsberater<br />
stehen uns kompetent bei<br />
„Los gehts, noch einmal<br />
üben wir das Linksabbiegen<br />
- mit Radfahrerblick und<br />
lang ausgestrecktem Arm<br />
nach links“, fordert Klaus<br />
Sieker, der Mann in der<br />
grünen Polizeiuniform die<br />
Teilnehmer des Verkehrssicherheitstrainings<br />
auf.<br />
Und die steigen aufs Rad<br />
und fahren los. Souverän<br />
meistern sie den heiklen<br />
„Radfahrerblick“ über die<br />
linke Schulter und halten<br />
auch die linke Hand beim<br />
Abbiegen vorbildlich ausgestreckt.<br />
„Verkehrssicherheit“, so<br />
lautet das Thema, das zur<br />
Zeit für die Absolventen des<br />
Berufsbildungsbereiches bei<br />
<strong>Westfalenfleiß</strong> auf dem Ausbildungsplan<br />
steht und für<br />
das praktische Übungen mit<br />
fortwährenden Wiederholungen<br />
unverzichtbar sind.<br />
Nach dem erfolgreich abgeschlossenen<br />
Verkehrssicherheitstraining<br />
erhält jeder<br />
Teilnehmer der Fortbildung<br />
ein Zertifikat.<br />
30
Verkehrssicherheitstraining<br />
den praktischen Übungen<br />
zur Seite“, so Ulrike Hochstrat,<br />
„sei es beim Fußgängertraining<br />
oder wenn es um<br />
sicheres Radfahren geht!“<br />
Den Beschäftigten des<br />
Berufbildungsbereiches<br />
gefällt die Fortbildung mit<br />
den Verkehrskommissaren<br />
in Uniform. Bianca Sandfort,<br />
Teilnehmerin im BBB bei<br />
<strong>Westfalenfleiß</strong>: „Mir hat das<br />
Training großen Spaß gemacht,<br />
auch wenn ich es mir<br />
anfangs gar nicht zugetraut<br />
habe und erst sehr vorsichtig<br />
war.“ Jetzt, da sie das Training<br />
mit Erfolg beendet hat,<br />
ist sie stolz. Nicht zuletzt auf<br />
das Zertifikat, das ihr Polizeihauptkommissar<br />
Klaus<br />
Sieker persönlich überreicht.<br />
„Ein Zertifikat erhält jeder,<br />
der das Verkehrssicherheitstraining<br />
abgeschlossen hat“,<br />
erklärt Klaus Sieker, „denn<br />
das motiviert doch, oder?“<br />
mt<br />
Trainieren den „Radfahrerblick“ über die linke Schulter:<br />
Georg Buschmann (vorn li.) und Ralf Berger (re.) üben den<br />
sicheren Umgang mit alltäglichen Verkehrssituationen.<br />
Sessendrupweg 60 • 48161 Münster<br />
Telefon 02533/555 und 556 • Telefax 025 33/35 99<br />
Busreisen: eine komfortable, bequeme und<br />
exklusive Art des Reisens<br />
Reiseziele: ohne Massentourismus Kultur und<br />
Geschichte eines Landes erleben<br />
Ralf Berger (Mitte) freut sich<br />
gemeinsam mit Gruppenleiter<br />
Bodo Lepkojus (re.) über<br />
seine Urkunde. Fotos: ma<br />
www.theos-reisen.de<br />
www.reisephilosoph.de<br />
<strong>31</strong>
Friedensspiele und Mitgliederfest der Lebenshile<br />
Friedenspiele<br />
reißen alle mit<br />
Spiel, Spaß und Sport standen an erster Stelle<br />
„Warum eigentlich immer nur<br />
Dosenwerfen? Teebeutelweitwurf<br />
macht sicherlich auch viel<br />
Spaß!“ - das sagten sich wohl<br />
die Organisatoren der diesjährigen<br />
zwölften Friedensspiele<br />
Münster, einem Spiel- und Sportfest<br />
für Menschen mit und ohne<br />
Behinderung, das mit einem<br />
riesigen Spiel- und Wettkampfangebot<br />
am 6. Juni auf dem<br />
DJK-Gelände viele Besucher zum<br />
Mitmachen anlockte.<br />
242 Sportler aus 24 Einrichtungen<br />
für Menschen mit Behinderungen<br />
aus Münster und Umgebung traten<br />
im Coburgstadion an. Und weniger<br />
die errungenen Leistungen standen<br />
im Vordergrund, sondern der Spaß<br />
am Sport. „Ein Gegeneinander gibt<br />
es hier nicht“, betonte die Vorsitzende<br />
der Lebenshilfe Münster,<br />
Doris Langenkamp, „Spiel, Spaß<br />
32<br />
und Sport stehen an erster Stelle!“<br />
So wurden zwar Gold-, Silber- und<br />
Bronzemedaillen beim Lauf und<br />
beim Weitsprung vergeben, aber<br />
auch alle anderen Teilnehmer<br />
erhielten eine Medaille oder eine<br />
Urkunde.<br />
Am Nachmittag feierte die Lebenshilfe<br />
Münster ihr Mitgliederfest mit<br />
vielen Attraktionen, - mit originellen<br />
Tanzgruppen und auch mit<br />
dem <strong>Westfalenfleiß</strong>-Gospelchor.<br />
Friedensspiele<br />
Alle zwei Jahre finden seit<br />
1983 in Kooperation zwischen<br />
der Lebenshilfe Münster, dem<br />
DJK Bildungs- und Sportzentrum<br />
und dem DJK-Sportverband<br />
des Diözesanverband Aachen<br />
die Friedensspiele statt.<br />
Schirmherr war in diesem Jahr<br />
der Oberbürgermeister Berthold<br />
Tillmann. Mehr als 200 ehrenamtliche<br />
Helfer wirkten mit bei<br />
der Organisation des Spiel- und<br />
Sportfestes.
ISM-Betriebsausflüge<br />
Rieselfelder, Zoo, Eiskeller<br />
und Udo-Lindenberg-Museum<br />
ISM-Beschäftigte unterwegs - erfolgreiches Unternehmen Betriebsauflug<br />
Was Heckrinder sind?<br />
Das wissen jetzt sehr<br />
genau Mitarbeiter<br />
und Beschäftigte des<br />
Industrie Service-Münster (ISM)<br />
vom Betriebsteil am Höltenweg.<br />
Denn die erfuhren auf ihrem diesjährigen<br />
Betriebsausflug bei einer<br />
Führung durch die Rieselfelder,<br />
dass die Heckrinder, benannt nach<br />
den Züchtern, den Brüdern Heinz<br />
und Lutz Heck, Abkömmlinge des<br />
längst ausgestorbenen Auerochsen<br />
sind, die heute auch in den Riesel-<br />
feldern zu bestaunen sind. Neben<br />
den Nachkommen des Auerochsen<br />
beobachteten die Ausflügler mit<br />
einem Teleskop Kanadagänse,<br />
Blesshühner, Graureiher, Möwen,<br />
Schwalben und Graugänse, bevor<br />
sie dann zum nahe gelegenen<br />
„Heidekrug“ spazierten, um sich<br />
dort kulinarisch verwöhnen zu<br />
lassen. „Das war ein rundum gelungener<br />
Abstecher in die Natur“,<br />
waren sich nach der interessanten<br />
Tagestour alle einig.<br />
Mit dem Zug nach Gronau<br />
zum Rock- & Popmuseum<br />
Auch in den anderen Betriebsteilen<br />
des ISM wurde im Vorfeld darüber<br />
abgestimmt, welches Ziel es für<br />
den Betriebsausflug in diesem Jahr<br />
denn sein sollte. Und so entschieden<br />
sich die ISM-Beschäftigten<br />
und Mitarbeiter des Betriebsteils<br />
in der Rudolf-Diesel-Straße für<br />
eine Fahrt mit dem Zug nach<br />
Gronau zum Rock- & Popmuseum,<br />
das unter anderem dem in Gronau<br />
geborenen Rockmusiker Udo<br />
Linderberg bereits zu Lebzeiten ein<br />
Denkmal gesetzt hat. Im Jahr 2004<br />
öffnete das europaweit einzige<br />
Haus der Rock- und Popgeschichte<br />
nahe der niederländischen Grenze<br />
seine Tore. Das Museum erzählt<br />
die Kulturgeschichte der Popmusik<br />
im 20. Jahrhundert, unterstützt<br />
durch modernste Medientechnologie.<br />
Ganz bewusst stellt sich<br />
das Museum als neues Forum der<br />
Popkultur und ihrer künstlerischen<br />
Vielfalt vor. Im Zentrum<br />
des Museums steht die Musik. Die<br />
Ausstellung verknüpft Erlebnis mit<br />
Information, sinnliche Erfahrung<br />
mit Interaktion: Klangkorridore<br />
und mediale Installationen machen<br />
Sound erlebbar. Tondokumente<br />
herausragender Musiker versetzen<br />
die Besucher in ehemalige Konzertstätten.<br />
Die Entwicklung des<br />
Sounds - von der Wachswalze bis<br />
zur digitalen Klangkunst - wurde<br />
für die Ausflügler hör- und fühlbar<br />
gemacht.<br />
Stadt- & Tierpark, Inselpark und<br />
Innenstadt von Gronau erkundet<br />
Vom Rock- & Popmuseum aus<br />
erkundete eine Gruppe den idyllischen,<br />
mitten im Herzen der<br />
Stadt gelegenen weitläufigen<br />
Stadt- und Tierpark. Er ist die<br />
grüne Lunge von Gronau und im<br />
Sommer Treffpunkt von Jung und<br />
33
Alt. Das vor gut 60 Jahren geschaffene<br />
Tierparkgehege beherbergt<br />
zahlreiche Vogelarten wie<br />
etwa Textorweber, Rosenköpfchen,<br />
Kolkraben oder Eulen. Aber auch<br />
andere Tierarten sind hier zuhause:<br />
Nasenbären, Affen, Hängebauchschweine,<br />
Damwild und sogar ein<br />
sprechender Beo. Alter Baumbestand<br />
umrahmt idyllische Alleen,<br />
nostalgisch geschnitzte Holztafeln<br />
erzählen von vergangenen Zeiten,<br />
ein schön angelegter Schwanenund<br />
Ententeich lädt ein zur Ruhe<br />
und Erholung, und die anspruchsvollen<br />
Steinskulpturen fügen<br />
sich harmonisch in die natürliche<br />
Umgebung des Parks.<br />
Die Innenstadt mit zahlreichen<br />
interessanten Gebäuden und den<br />
Inselpark von Gronau erkundete<br />
eine weitere Gruppe mit „Werner“<br />
- einem „Gronauer Original“, der<br />
viele „Dönkes“ zum Besten gab. So<br />
erfuhren die Besucher vieles über<br />
Gronau und seine Bewohner, ohne<br />
mit Zahlen und Fakten überschüttet<br />
zu werden. Dabei durften die<br />
Ausflügler den Gronauern getrost<br />
aufs Dach steigen, denn von der<br />
Landschaftspyramide im ehemaligen<br />
Landesgartenschaugelände<br />
aus lässt sich ein einzigartiger<br />
Rundblick über das gesamte<br />
Inselparkgelände und den nahen<br />
Citybereich genießen.<br />
Dortmunder Zoo lockte<br />
mit Seelöwenfütterung<br />
Ziel des diesjährigen Ausfluges der<br />
Betriebsstätte „ISM Zum Kaiserbusch“<br />
war der Dortmunder Zoo.<br />
Je nach individuellen Interessen<br />
und Vorlieben erkundeten die<br />
Ausflügler das Zoogelände. Die<br />
zahlreichen im Zoo aufgestellten<br />
Pläne und Wegweiser halfen den<br />
einen, ihre Lieblingstiere zu finden,<br />
- andere folgten ganz bequem<br />
dem ausgeschilderten Rundgang,<br />
der sie nahezu an allen Tiergehegen<br />
vorbei führte.<br />
Neben der Vielfalt artgerecht gehaltener<br />
Tiere war die Begeisterung<br />
bei der Seelöwenfütterung groß,<br />
bei der die Ausflügler viel Wissenswertes<br />
erfuhren. „Das Wetter war<br />
gut und der Ausflug war für alle<br />
ein schönes Erlebnis“, so lautete<br />
das allgemeine Fazit am Ende des<br />
erlebnisreichen Tages.<br />
34
ISM-Betriebsausflüge<br />
Mit dem Fahrrad zum<br />
Eiskeller in Altenberge<br />
Wie jedes Jahr, wurde auch <strong>2009</strong><br />
von allen Betriebsteilen des ISM<br />
für Interessierte eine gemeinsame<br />
Fahrradtour veranstaltet. Dieses<br />
Mal ging es mit dem Fahrrad zum<br />
Eiskeller in Altenberge.<br />
Bei gutem Wetter traf sich die<br />
Radlergruppe mit zwei Gruppenleitern<br />
und zwölf Beschäftigten<br />
vor dem Münsteraner Schloss und<br />
startete an der Gasselstiege in<br />
Richtung Nienberge-Häger. Dort<br />
empfing sie ein „Versorgungswagen“<br />
mit Tischen, Bänken und<br />
einem rustikalem Frühstück. Von<br />
da aus ging es gestärkt weiter über<br />
schöne Fahrradwege zum Marktplatz<br />
in Altenberge mit einer Rast<br />
zur Mittagszeit.<br />
Nach der Pause brach die Gruppe<br />
auf zu einer Führung durch das<br />
einzigartige Industrie- und Kulturdenkmal,<br />
- den Eiskeller der<br />
ehemaligen Brauerei Beuing, in<br />
der von 1861 an Bier gebraut<br />
wurde. Die Kelleranlage wurde<br />
zum Kühlen des Bieres während<br />
des Sommers genutzt.<br />
Hierzu wurden im Winter auf<br />
umliegenden Feldern sogenannte<br />
Eisteiche angelegt<br />
und das dort gewonnene Eis<br />
wurde von da aus in die Keller<br />
gebracht und diese auf 8 bis<br />
10 Grad heruntergekühlt. Das<br />
Eis konnte sich dort bis zu<br />
zwei Jahren halten. Mit dem<br />
Konkurs der Brauerei 1927<br />
endete vorerst die Geschichte<br />
des Eiskellers. Erst 1996<br />
wurde er bei Bauarbeiten<br />
wiederentdeckt.<br />
„Eine Entdeckung, die sich<br />
gelohnt hat“, stellte die<br />
Radlergruppe übereinstimmend<br />
fest, bevor sie mit neu<br />
gewonnenen Eindrücken zufrieden<br />
den Heimweg antrat.<br />
35
MDS eröffnete<br />
Friedensreiter-Café<br />
in Telgte<br />
Das ehemalige<br />
Café Kleinherne in<br />
der Emsstraße 9<br />
(schräg gegenüber<br />
vom Böttcherkeller) in Telgte ist jetzt das<br />
Friedensreiter-Café, das seit Ende Juni von<br />
dem Integrationsbetrieb MDS - Münsteraner<br />
DienstleistungsService - einer Tochtergesellschaft<br />
der <strong>Westfalenfleiß</strong> <strong>GmbH</strong> bewirtschaftet<br />
wird.<br />
Das Café ist gemütlich und bietet auch<br />
Raum für größere Gesellschaften. Es verfügt<br />
über einen kleinen idyllischen Garten an<br />
der Rückseite des Hauses. Vor dem Café bietet<br />
sich ebenfalls die Möglichkeit für einige<br />
Außenplätze. Diese Plätze werden vor allem<br />
auch für Fahrradtouristen ein begehrter Ort<br />
für eine erfrischende Verschnaufpause sein.<br />
Das Café verfügt über 110 Sitzplätze, davon<br />
35 im Freien. Das Angebot reicht von leckeren<br />
Torten und Kuchen aus eigener Herstellung<br />
bis hin zu einer kleinen Karte herzhafter<br />
Speisen, einem Frühstücksbuffet am<br />
Sonntag, Eintopf zum Sattessen am Freitag<br />
und mittwochs gibt es ein Kuchenbuffet.<br />
Im Eingangsbereich werden die neu in das<br />
MDS-Sortiment aufgenommenen Friedensreiter-Produkte<br />
zum Verkauf angeboten.<br />
Öffnungszeiten:<br />
Mo. - Fr. von 8.00 bis 19.00 Uhr<br />
Sa. + So. von 10.00 bis 18.00 Uhr<br />
37
Kunstwerkstatt Kesslerweg<br />
„mein Bild, dein Bild“<br />
Kunsttherapeutin Annette Beil und Förderer Dieter Kunath<br />
stellten die Kunstwerkstatt Kesslerweg vor<br />
Mandy Colditz ist aufgeregt. Das<br />
ist heute ein großer Tag für sie.<br />
„Eine Vernissage ist doch eine<br />
feierliche Angelegenheit“, sagt<br />
sie, „da musste ich mir doch<br />
überlegen, was ich anziehe!“<br />
Sie hat sich für ein pinkfarbenes<br />
Oberteil entschieden. So rosa, wie<br />
das Bild, das sie bei der Kunsttherapeutin<br />
Annette Beil in der<br />
Kunstwerkstatt Kesslerweg gemalt<br />
hat. „Lustiges Schwein auf der<br />
Wiese“ hat sie ihr Bild genannt,<br />
das neben weiteren Exponaten in<br />
der Eingangshalle hängt.<br />
Entstanden sind die insgesamt<br />
35 Bilder, die in der Ausstellung<br />
präsentiert werden, in der Zeit<br />
von Mai bis Juli diesen Jahres und<br />
sie stehen wie die Menschen mit<br />
Behinderungen, die Künstlerinnen<br />
und Künstler, die sie gemalt haben,<br />
im Mittelpunkt der Ausstellungseröffnung<br />
am 20. August. Fast alle,<br />
auch einige Angehörige und der<br />
Vorsitzende des Werkstattrates,<br />
Frank Szypior, sind gekommen.<br />
Der Förderer der Kunstwerkstatt<br />
Dieter Kunath begrüßt die 30 Gäste<br />
und Annette Beil kommt gleich zur<br />
Sache. Während des Rundgangs<br />
durch Eingangshalle und Cafeteria<br />
stellt sie jedes einzelne Bild und die<br />
jeweiligen Künstler individuell vor.<br />
Deutlich wird dabei, dass es nicht<br />
um betreuerische oder therapeutische<br />
Ziele geht, sondern die freie,<br />
selbstbestimmte, künstlerische Arbeit<br />
des Einzelnen im Mittelpunkt<br />
steht. Nach jeder Erläuterung<br />
klatschen die Anwesenden, werden<br />
die jeweiligen Künstler gewürdigt.<br />
Einzigartig gibt jedes Bild ein<br />
wenig von dem Künstler preis. Gibt<br />
aber auch dem Betrachter Raum für<br />
eigene Interpretationen. Das Motto<br />
der Ausstellung „mein Bild, dein<br />
Bild“ gewinnt dadurch Gestalt.<br />
Und auch Mandy Colditz ist zufrieden.<br />
Beim abschließenden<br />
Kaffeetrinken freut sie sich über die<br />
Wertschätzung ihrer Kolleginnen und<br />
Kollegen. „Ist doch toll“, sagt sie,<br />
„so ein Leben als Künstlerin!“ mt<br />
38
Jahreshauptversammlungen des Werkstattrates<br />
Gut informiert<br />
Volles Haus bei den Jahreshauptversammlungen des<br />
Werkstattrates am Kesslerweg und in der Rudolf-Diesel-Straße<br />
Alles wird teurer. Auch die Preise<br />
am Pausenkiosk haben angezogen.<br />
Seit dem auch die Werkstattbeschäftigten<br />
von <strong>Westfalenfleiß</strong><br />
für ihren Schokoriegel,<br />
die Cola oder die Flasche Fanta<br />
am Kiosk höhere Preise zahlen,<br />
hat es der Werkstattrat schwer.<br />
Die Gremienvertreter im Werkstattrat<br />
nahmen die Beschwerden<br />
der Kolleginnen und Kollegen<br />
zum Anlass, dies in der jährlich<br />
stattfindenden Hauptversammlung<br />
am 23. Juni zum Thema zu<br />
machen.<br />
Dazu eingeladen hatte der Werkstattrat<br />
<strong>Westfalenfleiß</strong>-Verwaltungsleiter<br />
Siegfried Thomaszick,<br />
der den zahlreich erschienenen<br />
Beschäftigten in der Hauptwerkstatt<br />
am Kesslerweg und in der<br />
Zweigwerkstatt Nord zum Thema<br />
„Preisgestaltung für den Pausenverkauf“<br />
Rede und Antwort stand.<br />
Zu einem weiteren Thema referierte<br />
der Bereichsleiter für die Produktion,<br />
Rainer Gottwald. Er erläuterte<br />
die Hintergründe für die neue<br />
Pausenregelung und legte plausibel<br />
dar, welche Gründe es gibt, die<br />
eine Veränderung der Tagesstruktur<br />
in der Werkstatt notwendig<br />
machen.<br />
Auf Anregung des Werkstattratsvorsitzenden<br />
Frank Szypior wurden<br />
beide Sitzungen der Jahreshauptversammlungen<br />
von Gebärdendolmetschern<br />
begleitet, um auch<br />
den gehörlosen Beschäftigten die<br />
Möglichkeit zu geben, den Ausführungen<br />
folgen zu können.<br />
Positiv überrascht äußerte sich<br />
Frank Szypior in seiner Ansprache<br />
an die Beschäftigten darüber,<br />
dass so zahlreiche Anregungen,<br />
Wünschen und Beschwerden im<br />
Werkstattrat angekommen seien.<br />
Er ermutigte alle, sich in dieser<br />
Form auch in Zukunft aktiv an dem<br />
Mitwirkungsrecht zu beteiligen.<br />
mt<br />
39
Einmal täglich im Reichstag -<br />
Werkstatträte eroberten sich Berlin<br />
Zwischen Brandenburger Tor, Reichstag und Checkpoint Charly -<br />
die politische Bildungsreise der AWO Werkstatträte nach Berlin war ein einzigartiges Erlebnis<br />
Vor dem Berliner Reichstag<br />
steht am 17. Juni<br />
eine Riesenschlange<br />
und mehrere Gruppen<br />
drängeln sich vor der<br />
schmalen Eingangsschleuse.<br />
Vorrang hat eine afrikanische<br />
Delegation, alle anderen Besucher<br />
müssen sich gedulden.<br />
Unter ihnen wartet auch eine Gruppe<br />
mit AWO Werkstatträten aus<br />
Dortmund, dem Ennepe-Ruhr-Kreis,<br />
Münster und Siegen, die an diesem<br />
Tag von der SPD Bundestagsfraktion<br />
zur vierten Werkstatträtekonferenz<br />
im Otto-Wels-Saal im Reichstag<br />
eingeladen ist.<br />
Dabei wissen die Werkstatträte,<br />
was sie erwartet, da sie bereits<br />
zum dritten Mal im Rahmen ihrer<br />
40<br />
politischen Bildungsreise vom 15.<br />
bis 18. Juni den Reichstag besuchen.<br />
Als sie endlich an der Reihe<br />
sind, lassen sie zum wiederholten<br />
Mal das Prozedere im Eingangsbereich<br />
des Reichstages über sich<br />
ergehen: Leibesvisite, Taschenkontrolle<br />
und Angabe der Personalausweisnummer<br />
und des Geburtsortes.<br />
„Sicherheitsvorkehrungen“,<br />
- heißt es lapidar und es dauert<br />
seine Zeit, bis die Konferenzteilnehmer<br />
endlich den Sitzungsraum<br />
erreichen und jeder einen Platz im<br />
Plenum findet.<br />
Mit dem Zug sind sie nach Berlin<br />
gekommen und erkunden mit<br />
U-Bahn, S-Bahn und den Berliner<br />
Stadtbussen mit und ohne<br />
Rollstuhl das Herz der Bundeshauptstadt,<br />
- täglich einmal zum<br />
Reichstag und wieder zurück.<br />
29 Personen, davon 22 Werkstatträte<br />
und sieben Begleitpersonen,<br />
umfasst die Berlinreisegruppe<br />
insgesamt. Mit<br />
von der Partie sind außerdem<br />
<strong>Westfalenfleiß</strong>-Geschäftsführer<br />
Karl-Heinz Garbe aus Münster und<br />
Bodo Champignon, Vorsitzender<br />
des Bezirks der AWO Westliches<br />
Westfalen und Mitglied des AWO<br />
Bundesvorstandes.<br />
Immerhin, - auch sie kennen sich<br />
nun nach dem dreitägigen strammen<br />
Programm, das die Gruppe<br />
kreuz und quer durch die Bundeshauptstadt<br />
führt, bestens aus auf<br />
U-Bahnhöfen, in der S-Bahn und<br />
im Stadtbus. Ganz im Sinne der
Berlin<br />
Werkstatträte, die in diesen Unternehmungen<br />
einen großstädtischen<br />
Hauch von ungebundener Freiheit<br />
und Unabhängigkeit spüren.<br />
Während die Konferenz mit 170<br />
Werkstatträten hinter den Türen<br />
des traditionsreichen Otto-Wels-<br />
Saal der SPD-Bundestagsfraktion<br />
ihren Lauf nimmt, wird dort eine<br />
der zahlreichen Besuchergruppen<br />
vorbeigeführt. „Hier tagen<br />
zur Zeit Werkstatträte aus ganz<br />
Deutschland“, erklärt der Reichstagsmitarbeiter.<br />
Die Gruppe hält<br />
konzentriert inne. „Sie müssen<br />
sich das so, wie auf der Ebene<br />
von Betriebräten vorstellen, - nur<br />
dass dies hier die Vertreter von<br />
behinderten Menschen aus Werkstätten<br />
sind“, erklärt er knapp und<br />
bündig. Anerkennendes Nicken<br />
und erstauntes Raunen geht durch<br />
Gruppe, bevor es weiter geht zum<br />
nächsten Plenarsaal.<br />
Die Werkstatträte sind währenddessen<br />
„mittendrin“. Sie diskutieren<br />
mit Vertretern des öffentlichen<br />
Lebens und hochrangigen Politikern<br />
- auch Peter Struck und<br />
Andrea Nahles sind anwesend<br />
- über aktuelle Themen der Werkstattratsarbeit.<br />
In der Kaffeepause<br />
gibt es dann auch noch ein Treffen<br />
mit dem Münsteraner Bundestagsabgeordneten<br />
Christoph Strässer<br />
und alle Beteiligten nutzen die<br />
vierstündige Konferenz im Reichstag<br />
als Ort des Austausches von<br />
Informationen und Meinungen.<br />
Weitere Höhepunkte der Reise waren<br />
die abendliche Führung durch<br />
den Reichstag mit Rundgang unter<br />
der Reichstagskuppel am Anreisetag<br />
und am zweiten Tag ein Treffen<br />
mit dem Siegener SPD Bundestagsabgeordneten<br />
Willi Brase im Paul-<br />
Löbe-Haus, der sich den Fragen der<br />
Werkstatträte stellte.<br />
Ach ja, - und da gab es ja auch<br />
noch die von MdB René Röspel aus<br />
dem Ennepe-Ruhr-Kreis gesponserte<br />
Schifffahrt auf der Spree,<br />
köstliches Abendessen im Super-<br />
Hotel Estrel und, und, und ...<br />
Berlin? „Berlin war einfach super“,<br />
so das einstimmige Resümee der<br />
Werkstatträte.<br />
mt<br />
41
Berlin<br />
Unter der „Denkbeule“, wie die<br />
Berliner die Reichstagskuppel<br />
scherzhaft nennen, trafen die<br />
Werkstatträte auf Politik zum<br />
Anfassen. So nutzte die Münsteraner<br />
Delegation die Kaffeepause<br />
während der Werkstatträtekonferenz,<br />
die am 17. Juni im Reichstag<br />
tagte und zu der die SPD Bundestagsfraktion<br />
170 Werkstatträte aus<br />
allen Bundesländern eingeladen<br />
hatte, zu einem Treffen mit MdB<br />
Christoph Strässer aus Münster.<br />
Im Bild (hintere Reihe, v.l.):<br />
Heiner Viefhues, Vertrauensperson<br />
im Münsteraner Werkstattrat,<br />
<strong>Westfalenfleiß</strong>-Geschäftsführer<br />
Karl-Heinz Garbe, Katrin Lux, Alla<br />
Morgoun, MdB Christoph Strässer<br />
aus Münster, Susanne Ernst,<br />
Michael Angly und Frank Szypior.<br />
Vordere Reihe (v.l.): Jürgen<br />
Dieckmann, Rudi Goncalves-Rego,<br />
Margret Topp, Christina Fersch und<br />
Damian Raczkowski.<br />
42
Berlin<br />
René Röspel, MdB (Ennepe-Ruhr)<br />
Gut gelaunt in Berlin (v.l.): Bodo Champignon, Karl-Heinz Garbe und Alla Morgoun.<br />
Willi Brase, MdB (Siegen)<br />
Christoph Strässer, MdB (Münster)<br />
Die Münsteraner Werkstatträte-Delegation in Berlin vor dem Brandenburger<br />
Tor mit Bodo Champignon, Vorsitzender des AOW Bezirks Westliches Westfalen<br />
e.V. (6.v.r.) und (v.l.n.r.) Frank Szypior, Rudi Goncalves-Rego, Michael<br />
Angly, Jürgen Dieckmann, Katrin Lux, Damian Raczkowski, Margret Topp,<br />
Susanne Ernst, Christina Fersch, Alla Morgoun und Heiner Viefhues. Fotos: mt<br />
43
Die Mannschaft I und Mannschaft II von <strong>Westfalenfleiß</strong>: Ralf Berger, Christian Schufen, Detlef Resing,<br />
Thomas Hunnewinkel, Heribert Peters, André Schuster, Patrick Keldermann, Karl-Heinz Voß, Rafik Zaida,<br />
Dieter Unländer, David Beinker und René Kück in der hinteren Reihe (v.l.) und in der vorderen Reihe (v.l.)<br />
Thomas Müller, Daniel Effner, Marcel Krause, Jens Nierssen, Michael Batista und Torwart Mirco Milanovic.<br />
Kämpferischer Einsatz und Willensstärke<br />
Rückrundenspiel in Münster entscheidet über den Verbleib in der Liga A<br />
Die beiden frisch aufgestiegen<br />
Fußball-Teams<br />
der <strong>Westfalenfleiß</strong> <strong>GmbH</strong><br />
haben hart zu kämpfen.<br />
In sehr körperbetonten, aber<br />
durchaus fairen Partien, legen sich<br />
die <strong>Westfalenfleiß</strong>-Fußballer mit<br />
ihren Trainern Thomas Danek und<br />
Kay Herweg zur Zeit ins Zeug, um<br />
ihre gemeinsamen Ziele zu erreichen.<br />
Einen großartigen Sieg errangen<br />
die <strong>Westfalenfleiß</strong>-Mannschaften<br />
beim Fußballturnier vom 19. bis<br />
21. Juni in Spich. Spieler und<br />
Trainer freuten sich gleichermaßen<br />
über den Wanderpokal, den sie mit<br />
nach Hause nehmen konnten.<br />
Erfolgreiches Turnier in Spich -<br />
Wanderpokal für <strong>Westfalenfleiß</strong><br />
Rafik Zaida aus dem Berufsbildungsbereich<br />
der <strong>Westfalenfleiß</strong><br />
<strong>GmbH</strong> schoss allein zehn Tore bei<br />
diesem alle zwei Jahre stattfindenden<br />
Turnier. In diesem Jahr<br />
spielte <strong>Westfalenfleiß</strong> in Spich<br />
gegen Fußballmannschaften aus<br />
Dortmund und Bonn. Dabei erhielten<br />
sie auch jeweils einen Pokal für<br />
den ersten und den neunten Platz.<br />
Den entscheidenden 8-Meter-Treffer<br />
gegen Dortmund landete Thomas<br />
Hunnewinkel mit elegantem<br />
Schuss für den Turniersieg der<br />
<strong>Westfalenfleiß</strong>-Fußballer.<br />
Zweite AWO Qualifikationsrunde<br />
für die Deutsche Meisterschaft<br />
Eine gute Vorstellung boten die<br />
Fußballer der <strong>Westfalenfleiß</strong> <strong>GmbH</strong><br />
zunächst bei der zweiten AWO Qualifikationsrunde<br />
für die Deutsche<br />
Meisterschaft der Werkstätten für<br />
behinderte Menschen. Bei diesem<br />
Turnier am 1. Juli in Dortmund<br />
erspielte sich die Mannschaft souverän<br />
den Gruppensieg und konnte<br />
nach vier Siegen und einem Unentschieden<br />
gegen Recklinghausen ins<br />
Halbfinale einziehen. Dort mussten<br />
sie sich aber im 8-Meter-Schießen<br />
geschlagen geben, so dass<br />
<strong>Westfalenfleiß</strong> den dritten Platz<br />
erreichte und sich somit nicht für<br />
die Deutsche Meisterschaft qualifizieren<br />
konnte. Die Spieler traten<br />
den Heimweg an mit dem Ziel, die<br />
Qualifikation im nächsten Jahr zu<br />
erhalten. „Wir alle werden jetzt<br />
noch härter dafür arbeiten, unser<br />
gemeinsames Ziel zu erreichen“,<br />
sind sich Mannschaften und Trainer<br />
einig.<br />
street-soccer-Turnier<br />
beim AWO-Fest in Dortmund<br />
Mit Spaß und Begeisterung traten<br />
elf Spieler der <strong>Westfalenfleiß</strong>-<br />
Mannschaften I und II mit ihren<br />
Trainern Thomas Danek und Kay<br />
Herweg am 21. August zum streetsoccer-Turnier<br />
beim AWO Geburtstagsfest<br />
in Dortmund an (s.a.<br />
Bericht in dieser ECHO-<strong>Ausgabe</strong> auf<br />
Seite 8). Während sie in diesem<br />
Asphalt-Turnier, betreut vom BVB<br />
Fanprojekt, mit harten Bandagen<br />
kämpften, zogen sie zwar als<br />
Gruppensieger ins Halbfinale ein,<br />
belegten aber in der Schlussbewertung<br />
den dritten und vierten Platz.<br />
44
Marcel Krause, Heribert Peters, Rafik Zaida, Patrick<br />
Keldermann und Daniel Effner (v.l.) freuen sich<br />
über den Wanderpokal, den sie beim erfolgreichen<br />
Fußballturnier vom 19. bis 21. Juni in Spich mit<br />
nach Hause nehmen konnten. Rafik Zaida (3.v.re.)<br />
schoss allein zehn Tore in diesem Turnier.<br />
Mannschaftsbild in Spich: Trainer Thomas Danek<br />
(hintere Reihe), Thomas Hunnewinkel, Christian<br />
Schufer, Patrick Keldermann, Trainer Kay Herweg<br />
(v.l.) und in der mittleren Reihe (v.l.) Heribert<br />
Peters, Daniel Effner, Karl-Heinz Voss, Marcel<br />
Krause und Torwart Mirco Milanovic (vorn).<br />
Die offene Liga A ist eine<br />
große Herausforderung<br />
In der Liga A begann die Hinrunde<br />
mit Mannschaften aus Hamm,<br />
Bielefeld I und II, Freckenhorst,<br />
Unna, Rheine, Prowerk und <strong>Westfalenfleiß</strong><br />
I und II am 9. Mai in<br />
Bielefeld und 4. Juli in Hamm.<br />
Das erste Team von <strong>Westfalenfleiß</strong><br />
erkämpfte sich aus vier Spielen<br />
zwei Unentschieden, während die<br />
zweite Mannschaft drei Niederlagen<br />
einstecken musste. Somit war<br />
die extreme Umstellung von der<br />
offenen Liga B zur offenen Liga A<br />
erkennen, wobei es allerdings auch<br />
personelle Engpässe zu verzeichnen<br />
gab. Daher sprangen leider nur<br />
die Plätze acht und neun dabei<br />
heraus, was damit auch den letzten<br />
und vorletzten Platz bedeutete.<br />
Am zweiten Spieltag lief es für das<br />
erste Team besser. In den zu absolvierenden<br />
vier Spielen wurden alle<br />
möglichen zwölf Punkte erspielt.<br />
Trotz starkem Engagement konnte<br />
die zweite Mannschaft keine<br />
Punkte sammeln. Mit null Punkten<br />
steht sie daher auf dem neunten<br />
und damit letzten Tabellenplatz.<br />
„Die Klasse zu halten, ist allerdings<br />
immer noch das Ziel“, sind sich die<br />
Trainer einig, „und dabei gehen<br />
wir davon aus, dass die verletzten<br />
Spieler bald wieder am Start sind<br />
und eventuell ein paar Neulinge<br />
den Kader weiter verstärken. Wenn<br />
alle Spieler zur Verfügung stehen,<br />
dann haben die Mannschaften sehr<br />
viel Potenzial, was sie abrufen<br />
können. Denn an Qualität mangelt<br />
es den Spielern nicht.“<br />
Das erste Team steht momentan<br />
auf Platz drei mit 14 Punkten,<br />
punktgleich mit dem 2. Integra<br />
Bielefeld. Damit ist der erste Platz<br />
noch nicht abgeschrieben, der liegt<br />
lediglich sechs Punkte entfernt.<br />
Thomas Danek und Kay Herweg:<br />
„Wenn die zweite Mannschaft<br />
von <strong>Westfalenfleiß</strong> in dem ersten<br />
Rückrundenspiel am 29. August in<br />
Münster keine Punkte macht, droht<br />
der direkte Abstieg in die Liga B<br />
- da müssen wir jetzt die Daumen<br />
drücken - und Einsatz und Willensstärke<br />
beweisen!“<br />
kh/mt<br />
Kay Herweg (li.) und Thomas<br />
Danek, die Fußballtrainer der<br />
beiden <strong>Westfalenfleiß</strong>-Mannschaften<br />
I und II, blicken optimistisch<br />
in die Zukunft:<br />
„Die Mannschaften haben sehr<br />
viel Potenzial, was sie abrufen<br />
können. Denn an Qualität mangelt<br />
es den Spielern nicht.“<br />
45
Preisrätsel<br />
2.<br />
1.<br />
3.<br />
1.<br />
2.<br />
4.<br />
3.<br />
4.<br />
5.<br />
6.<br />
6.<br />
5.<br />
7.<br />
8.<br />
9.<br />
10.<br />
7.<br />
11.<br />
8.<br />
9.<br />
10.<br />
11.<br />
Liebe<br />
Rätselfreunde!<br />
„Erdbeeren“ lautete das<br />
Lösungs wort aus dem <strong>Westfalenfleiß</strong>-ECHO<br />
2/09.<br />
Unter den 80 Einsendungen<br />
ermittelte Kathrin Lux vom<br />
Werkstattrat die Gewinnerin.<br />
Es ist Christina Fersch.<br />
Sie gewann einen tragbaren<br />
MP-3-fähigen CD-Player.<br />
Wenn auch Sie beim<br />
ECHO-Preisrätsel gewinnen<br />
möchten, schicken Sie<br />
eine Postkarte mit dem<br />
richtigen Lösungswort<br />
bis zum 30.09.<strong>2009</strong> an:<br />
Redaktion<br />
<strong>Westfalenfleiß</strong>-ECHO<br />
Kess lerweg 38-42<br />
48155 Münster.<br />
Tipp: Das gesuchte<br />
Lösungswort bezeichnet<br />
einen Gegenstand, der gelb,<br />
intensiv und warm ist ...<br />
Viel Glück wünscht -<br />
Ihre ECHO-Redaktion!<br />
Christina Fersch gewann<br />
einen tragbaren MP-3-fähigen<br />
CD-Player. Herzlichen Glückwunsch!<br />
Foto: mt<br />
46