JAHR 2008 - Fiscus.fgov.be

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JAHR 2008 - Fiscus.fgov.be

Föderaler Öffentlicher Dienst F 2008/7/1

FINANZEN

___

Verwaltung des Steuerwesens

der Unternehmen und Einkünfte

___

Abteilung MWST

___

F 2008/7

MEHRWERTSTEUERPAUSCHALREGELUNG

FÜR APOTHEKER

__________

JAHR 2008 (*)

Vorbemerkung

Apotheker, die die MwSt.-Pauschalregelung anwenden, unterliegen folgenden

Bestimmungen:

- den Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen in Sachen MwSt. und insbesondere dem

Königlichen Erlass Nr. 2 vom 7. November 1969 über die Festsetzung von

Pauschalbemessungsgrundlagen zur Erhebung der Mehrwertsteuer;

- den Bestimmungen, die nur den Tätigkeitsbereich des Apothekers betreffen, und die in

der vorliegenden Pauschalregelung aufgeführt sind.

In Abweichung von Artikel 1 § 1 Nr. 2 des vorgenannten Königlichen Erlasses gilt

vorliegende Pauschalregelung auch für die Apotheker, die für mehr als 25 % des Gesamtumsatzes

Rechnungen ausstellen, ohne jedoch 40 % zu übersteigen, vorausgesetzt, dass diese Umsätze mit

höchstens sieben Kunden bewirkt werden, wie beispielsweise mit Ärzten oder Tierärzten mit

Arzneimitteldepot, oder mit Pflegeanstalten.

Der besteuerbare Umsatz der Apotheker wird auf Basis der nachfolgenden

Differenzierungen, pro Erklärungszeitraum pauschal berechnet, ausgehend von den Einkäufen und

den Abrechnungen der Versicherungsinterventionen.

I. Lieferungen, die auf Basis der Ankäufe besteuert werden

1. Pauschalberechnung des Umsatzes

Für die Waren der nachstehenden Gruppen 11, 12, 31 und 32, wird der besteuerbare Betrag

pro Erklärungszeitraum der Lieferungen pauschal ermittelt durch Multiplikation des

Ankaufspreises der während des betreffenden Zeitraumes eingekauften oder eingeführten Waren

mit dem für die betreffende Warengruppe anzuwendenden Koeffizient.

_ _ _ _ _ _ _ _ _ _

F 2008/7/2

(*) Die am Wortlaut der Pauschalregelung 2007 vorgenommenen Änderungen sind am Rand mit

einem senkrechten Strich gekennzeichnet.


2. Warengruppen und Koeffizienten

Warengruppe 11 (6 %)

Koeffizienten

Pharmazeutische oder tierärztliche Spezialitäten (Penizillin und

Streptomyzin einbegriffen) und Insulin; 1,445

Watte und Verbandzeug; Diätprodukte (Milchpulver, Diätkost, usw.);

Süßwaren, Honig; Teesorten und andere Kräuterprodukte.

Zu dieser Gruppe gehören jedoch weder die in nachstehender Gruppe 12

aufgeführten Produkte noch die, die der Apotheker selbst hergestellt hat

oder die für seine Rechnung im Werklohnverfahren hergestellt worden sind.

Sind ebenfalls ausgeschlossen :

- die Lieferungen für den kleinen Sanitätsbedarf NIKIV ("Petite

bandagisterie INAMI"), d.h. Geräte für ambulante Urinauffangbeutel,

künstliche Darmverschlüsse und Luftröhrenkanüle.

- Sauerstoff

Auch sind pharmazeutische Spezialitäten ausgeschlossen, wenn ihr

offizieller Preis, pro Aufmachung, 25,43 EUR, MwSt. einbegriffen,

übersteigt (s. nachstehende Nr. I. 5.).

Warengruppe 12 (6 %)

"Arzneimittel in Eigenaufmachung" (einfache oder zusammengesetzte

Medikamente, die der Apotheker auf seinen Namen oder auf seine Marke

zubereiten lässt). 2

Warengruppe 31 (21 %)

Zubehör, als solches in der offiziellen pharmazeutischen Preisliste angeführt

oder nicht; Toiletten- und Hygieneartikel (Wärmeflaschen, Saugflaschen,

Windeln für Kleinkinder, Monatsbinden usw.); Seifen, Rasiercremes,

Zahnpasten und andere Mundpflegemittel; Extrakte zur Likörherstellung. 1,47

Warengruppe 32 (21 %)

Parfums, Kosmetikprodukte, Shampoo's, Kölnisch Wasser 1,50 (1)

--------------------------------------

(1) s. nachstehende wichtige Bemerkung bei Nr. 4, 3. Absatz, 2, d


F 2008/7/3

3. Berechnungsgrundlagen, worauf die Pauschalierungskoeffizienten angewandt werden

Für Produkte der Warengruppen 11, 31 und 32 wird der Pauschalierungskoeffizient auf den normalen

Ankaufspreis des Apothekers, d.h. der Preis, zu dem der Apotheker beim Großhändler einkauft, ohne dass ihm

aufgrund der eingekauften Mengen oder aus einem anderen Grunde Rabatte oder sonstige Vorteile zugestanden

werden. D.h., dass für all diese Produkte der Koeffizient auf den Betrag angewandt wird, auf den die

Mehrwertsteuer berechnet wurde, zuzüglich :

a) der Skonti, der Rabatte oder sonstigen Vorteile, die der liefernde Großhändler unter gleich welcher

Form auf den normalen Einkaufspreis gewährt. So muss für Gratislieferungen von Produkten, der normale

Einkaufspreis des Apothekers für die gesamten gelieferten Mengen als Besteuerungsgrundlage berücksichtigt

werden;

b) alle Vorteile gleich welcher Art, die daraus entstehen können, dass der Ankauf anders als über einen

Großhändler getätigt wurde.

Insbesondere für pharmazeutische oder die tierärztlichen Spezialitäten, geht der normale Einkaufspreis

beim Großhändler aus der offiziellen Spezialitätenpreisliste und den geltenden Verordnungen hervor, die die

Preise der Spezialitäten festsetzen oder blockieren. Zu diesem Preis braucht der Betrag der Gebühr für den

Medikamentenkontrolldienst nicht hinzugerechnet zu werden.

4. Ausrechnung der zusätzlich zum normalen Einkaufspreis erzielten Vorteile

Wie vorstehend unter Nr. 3 erwähnt, wurde bei der Festsetzung der Koeffizienten der Gruppen 11, 31 und

32 von normalen Einkaufsbedingungen ausgegangen, das heißt Ankauf normaler Mengen zu normalen Preisen

durch Vermittlung eines Großhändlers, der verpflichtet ist, die Ware im Geschäft abzuliefern.

Daher die Notwendigkeit, für diese Waren die normalen Einkaufspreise wiederherzustellen. Zu diesem Zweck

muss der Apotheker ein ausführliches Register führen, (siehe Modell in Anlage II) (1) und in das er pro

Tarifgruppe alle Vorteile einträgt, die sein Lieferant (Großhändler oder Hersteller) ihm zusätzlich zum normalen

Einkaufspreis zugestanden hat

(1) Dieses Verzeichnis kann mit dem Rechnungseingangsbuch kombiniert werden, vorausgesetzt, dass zusätzliche

Spalten vorgesehen werden, die den Spalten 6, 7 und 8 des Verzeichnisses entsprechen, (siehe Anlage II).


F 2008/7/4

Werden also in dieses Register eingetragen :

1) die Skonti, Rabatte (1) oder sonstigen Ermäßigungen, die der Lieferant unter gleich welcher Form

(insbesondere durch Zuteilung angeblicher Gratis-Artikel) gewährt hat;

2) die Mehrgewinne, die folgendermaßen entstehen :

a) Ankäufe bei Einkaufsgemeinschaften, die entweder nicht über die normale Ausstattung eines

Großhändlers (Lager, Fahrzeuge, zentralisierte Buchführung, . . .) verfügen oder die dem Einzelhändler in

Anbetracht ihrer besonders günstigen Einkaufsbedingungen ermöglichen, den Groß- und Einzelhandelsgewinn zu

kumulieren.

b) Ankäufe bei Fabrikanten, wenn diese für gewöhnlich durch Vermittlung von Großhändlern liefern,

oder unmittelbarer Einkauf bei einem Hersteller;

c) wenn der Apotheker die Generalvertretung für bestimmte Produkte hat;

d) wenn der Apotheker für alle oder bestimmte Produkte der Warengruppe 32 Verdienstspannen

anwendet, die 53 % übersteigen.

Die Beträge werden am Ende eines jeden Erklärungszeitraumes pro Spalte zusammengerechnet und zur

entsprechenden, im Rechnungseingangsbuch aufgezeichneten Besteuerungsgrundlage, worauf die Mehrwertsteuer

erhoben wurde, hinzugerechnet. Das Ergebnis dieser Addition wird dann mit dem Koeffizienten der Tarifgruppe

multipliziert, um den, in die MwSt.-Erklärung zu übertragenden, besteuerbaren Betrag zu ermitteln.

5. Pharmazeutische Spezialitäten, deren offizieller Preis, pro Aufmachung, 25,43 EUR, MwSt.

einbegriffen, übersteigt

Der besteuerbare Betrag aus den Lieferungen von pharmazeutischen Spezialitäten, deren offizieller Preis,

pro Aufmachung, 25,43 EUR, MwSt. einbegriffen, übersteigt, aber niedriger oder gleich an 41,31 EUR ist, ergibt

sich, indem 7,30 EUR zum Einkaufspreis der während des betreffenden Zeitraumes eingekauften oder

eingeführten Waren hinzugerechnet wird.

Für pharmazeutische Spezialitäten, deren offizieller Preis 41,31 EUR übersteigt, MwSt. einbegriffen, ersetzt die

Multiplikationsziffer 8,00 EUR den vorigen Betrag von 7,30 EUR.

_ _ _ _ _ _ _ _ _ _

(1) Entspricht der vom Großhändler ursprünglich in Rechnung gestellte Preis dem normalen Einkaufspreis und gewährt

der Großhändler nachträglich einen Rabatt auf Grund der während eines ganzen Zeitraumes angekauften Mengen,

braucht dieser Rabattbetrag selbstverständlich nicht in das ausführliche Verzeichnis eingetragen zu werden, wurde

doch im Augenblick der Lieferung der Pauschalumsatz anhand des normalen Einkaufspreises berechnet. Allerdings

darf dieser Rabatt nicht von der Summe der im Rechnungseingangsbuch aufgezeichneten Einkaufspreise abgezogen

werden, damit der Pauschalumsatz des Erklärungszeitraumes, in dem der Rabatt dem Apotheker zugestanden wird,

korrekt ermittelt werden kann.


F 2008/7/5

II. Lieferungen, die auf Basis der Abrechnungen der Versicherungsinterventionen besteuert werden

1. Magistralanfertigungen für versicherte Kunden, für die die Drittzahlerregelung angewandt wird, und

Barverkäufe von chemischen Produkten.

Für jeden Erklärungszeitraum wird der besteuerbare Betrag aus diesen Lieferungen pauschal auf eine

Summe festgesetzt, die dem Gesamtbetrag des Magistral-Bruttos (MwSt. nicht einbegriffen) der Einrichtungen

entspricht, die die Drittzahlerregelung anwenden, die Beteiligung der versicherten Kunden

(Versichertenselbstbeteiligung) einbegriffen, so wie sich diese Angaben aus den Aufstellungen der

Apothekenverrechnungsstellen oder der Versicherungsträger, die während des betreffenden Zeitraumes

angefertigt werden, ergeben und/oder aus den während des betreffenden Zeitraumes vom Apotheker selbst

angefertigten Aufstellungen.

Der pauschal berechnete, besteuerbare Umsatz aus den hiervor erwähnten Handlungen deckt die laufenden

Verkäufe chemischer Produkte über die Theke, sowie die Kosten für die Behälter, inklusive derjenigen, für die

die Versicherungsträger nichts beisteuern und die der Apotheker den Kunden berechnet. Im Gegenzug dazu darf

das berücksichtigte Magistral-Brutto nicht um den Preis der nicht-chemischen Produkte (Spezialitäten, Insulin,

Penizillin, Streptomyzin, Watte, Verbandzeug, Teesorten, Kräuterprodukte, Zubehör), die in den Magistralanfertigungen

verarbeitet wurden, vermindert werden.

Tätigkeitsbeginn

In Anbetracht der Tatsache, dass der Apotheker erst mehrere Monate nach Übermittlung der Rezepte an

die Verrechnungsstelle in den Besitz der Aufstellungen dieser Verrechnungsstelle gelangt, kann er sich zu Beginn

seiner Tätigkeitsaufnahme noch nicht auf einen Referenzzeitraum für die Ermittlung der Höhe seines Magistral-

Bruttos berufen.

Deshalb muss er den Betrag seines Magistral-Bruttos für die ersten zwei Erklärungszeiträume schätzen.

Diese Schätzungen müssen in der dritten periodischen MwSt.-Erklärung auf Basis der inzwischen

erhaltenen Aufstellungen für die beiden ersten Tätigkeitsquartale, berichtigt werden. Es wird keinerlei Sanktion

(Geldbuße oder Verzugszinsen) angewandt, vorausgesetzt die Schätzungen belaufen sich mindestens auf 70 %

des tatsächlichen Betrags für die erste MwSt.-Erklärung, und 80 % für die zweite MwSt.-Erklärung.

Außerdem dienen die während des dritten Tätigkeitsquartals aufgestellten Dokumente, gemäß Punkt II., 1.,

Abs.1 hiervor, ebenfalls zur pauschalen Festsetzung des besteuerbaren Umsatzes für das dritte Tätigkeitsquartal.


F 2008/7/6

2. Magistralanfertigungen für zahlende Kunden

Der besteuerbare Betrag aus den Magistralanfertigungen für nichtversicherte Kunden oder für versicherte

Kunden, für die die Drittzahlerregelung nicht angewandt wurde, wird entweder nach dem Rezeptebuch bestimmt

a × b × 1,25

(Rezepterneuerungen einbegriffen) oder pauschal mittels der Formel

berechnet, in der a

c

den unter vorstehender Ziffer 1 genannten Betrag darstellt, b die Anzahl der während des Erklärungszeitraumes

für zahlende Kunden ausgeführten Magistralrezepte, c die Anzahl der Magistralanfertigungen, die in den unter

Ziffer 1 genannten Aufstellungen enthalten sind, und 1,25 einen Faktor, der dazu dient, die Erneuerungen zu

berücksichtigen.

III. Umsätze, die nicht unter I und II vorgesehen sind

1. Der besteuerbare Betrag der unter I und II nicht vorgesehenen rechnungspflichtigen Umsätze

(Verrechnungsarbeiten für andere Apotheker, Lieferungen chemischer Produkte an andere als Privatpersonen,

usw.) wird anhand des Rechnungsausgangsbuches bestimmt.

2. Der Betrag der mit Privatpersonen getätigten und unter I. und II. nicht vorgesehenen Geschäfte kann,

wenn er insgesamt (MwSt. einbegriffen) 250,00 EUR pro Quartal nicht übersteigt, in der MwSt.-Erklärung pro

MwSt.-Satz global geschätzt werden. Dies trifft insbesondere auf Geräte-Verleih (Baby-Waagen, Waagen, usw.)

und auf Lieferungen von Mineral- und Diätwasser, von Optik-, Sanitäts- (articles de bandagisterie), Orthopädieund

Fotoartikeln, von Windeln für an Inkontinenz leidende Erwachsene, von phytopharmazeutischen Produkten

und von Insulinspritzen, zu.

Übersteigt der im vorstehenden Absatz erwähnte Betrag 250,00 EUR pro Quartal, muss der Apotheker laut

Artikel 14 § 2 Nr. 3 und 15 § 4 des Königlichen Erlasses Nr. 1 vom 29. Dezember 1992 alle aus diesen

Geschäften stammenden Einnahmen täglich in ein Tageseinnahmebuch eintragen.

IV. Gewährte Rabatte

Von den laut Punkt I festgesetzten besteuerbaren Beträgen können die auf Rechnungen gewährten Rabatte

abgezogen werden. Der Betrag dieser Rabatte, berechnet auf den normalen Einzelhandelsverkaufspreis (MwSt.

einbegriffen) muss in den Verkaufsrechnungen offen ausgewiesen sein.


F 2008/7/7

Die vom Apotheker nach Ablauf des Kalender- oder Geschäftsjahres, in dem die Produkte geliefert

wurden, zugestandenen Rabatte, geben ihm Anrecht auf Rückerstattung der MwSt. Diese Rabatte werden im

Allgemeinen auf den Preis, MwSt. einbegriffen, berechnet. Um den Betrag der zu erstattenden MwSt. zu

berechnen, muss die Summe der Rabatte, die für sämtliche einem selben Steuersatz unterliegenden Produkte

t

gewährt wurden, mit der Bruchzahl multipliziert werden, wobei "t" den Mehrwertsteuersatz darstellt, der

100 + t

für die betroffenen Produkte gilt. Der so erhaltene Betrag wird in der MwSt.-Erklärung für den

Erklärungszeitraum reguliert, in dem die Rabatte tatsächlich bezahlt werden (Rahmen V, Raster 62 der

periodischen MwSt.-Erklärung). Die Rabatte müssen durch beweiskräftige Dokumente nachgewiesen und ihre

tatsächliche Zahlung muss belegt werden.

Falls ein direkter Rabatt gewährt wird, muss ein Beweis dessen geliefert werden.

Außerdem müssen bei der Berechnung der Besteuerungsgrundlage die getätigten Umsätze der Tarifämter

zu Gunsten des LIKIV berücksichtigt werden, soweit der Artikel 2 des Königlichen Erlasses vom 29. März 2002

vollständig angewandt wird.

Es wird kein anderer Abzug von Rabatten gestattet.

V. Gutschriften

Gemäß der geltenden Gesetzgebung müssen die Gutschriften genau wie die Rechnungen in das

Rechnungseingangsbuch eingetragen werden.

Für die pauschale Berechnung des Umsatzes dürfen die Gutschriften (MwSt. nicht einbegriffen) nur in

folgenden Fällen vom Wareneinkaufspreis abgezogen werden :

1. bei Rückgabe von Waren oder Verpackungen, worauf MwSt. bei der Lieferung erhoben wurde;

2. bei Annullierung der Rechnung;

3. bei Preisnachlass, der nach Zustellung der Rechnung zugestanden wurde, mit der Begründung, dass die

Qualität, bzw. der Zustand der verkauften Waren nicht der Vorstellung der Parteien entspricht;

Diese Gutschriften werden im Rechnungseingangsbuch, unter die verschiedenen von ihnen betroffenen

Warengruppen aufgeteilt, und dort in rot oder mit einem Minuszeichen eingetragen.


F 2008/7/8

VI. Anwendungsmodalitäten

1. Für den Eigenverbrauch von unter I genannten Produkten, durch den Apotheker und seine

Familienmitglieder, darf kein Abzug vorgenommen werden, gleich wie hoch der Verbrauch ist, da auf Grund von

Artikel 12 § 1 Nr. 1 und 2 des MwSt.-Gesetzbuches, die von einem Steuerpflichtigen für seinen Privatbedarf

getätigten Entnahmen besteuerbar sind.

2. Die unter I. angegebenen Koeffizienten berücksichtigen die Verluste, die durch Handhabung,

Austrocknen, Altern, Verdunsten, Auslaufen, Verfall der Produkte oder durch Zerbrechen von Flaschen entstehen

können. Demzufolge wird dafür keine weitere Minderung des Umsatzes zugelassen.

3. Die unter I. für Kräuterprodukte, Parfums und Kosmetikprodukte festgesetzten Koeffizienten gelten

nicht für Apotheker, die unabhängig von ihrer Apotheke eine Parfümerie oder Drogerie betreiben. Die

betreffenden Steuerpflichtigen können jedoch beim zuständigen MwSt.-Amt individuelle Besteuerungsgrundlagen

für ihre Parfümerie und/oder Drogerie beantragen.

4. Für Apotheker, von denen allgemein bekannt ist, dass sie in großen Mengen Produkte wie Pomaden,

Pillen, Pulver, Kapseln, Hustensäfte, Taubenfutter usw. herstellen, ist die unter Punkt III. vorgesehene Regelung

anwendbar.

5. Apotheker, die homöopathische Rezepte anfertigen, können die Pauschale nur hinsichtlich der

allopathischen Produkte beanspruchen. Für ihre homöopathischen Magistralanfertigungen ist vorstehende Ziffer

III anwendbar.

6. In Anbetracht der Lösungen, die für das erste Quartal des Jahres 1971 oder für den Fall eines

Tätigkeitsbeginns (s. II.) getroffen wurden, ist der Apotheker, im Fall einer Tätigkeitseinstellung, nachdem er

immer der Pauschalregelung unterworfen war, nicht mehr zur Zahlung der MwSt. auf Summen verpflichtet, die er

nach Einstellung seiner Tätigkeit für Umsätze einnimmt, die der Pauschale unterworfen wurden.

7. Gegenwärtige Pauschale gilt nicht für Ärzte, die in Anwendung von Artikel 4 § 2 Nr. 1 des Königlichen

Erlasses Nr. 78 vom 10. November 1967 (Belgisches Staatsblatt vom 14. November 1967) und laut Gesetz vom

12. April 1958 (Belgisches Staatsblatt vom 20. Juli 1958) oder der zu dessen Durchführung gegebenen Erlassen

die Erlaubnis haben, eine Apotheke zu führen und Medikamente zu liefern.

VII. Periodische MwSt.-Erklärung

Der Apotheker muss jedes Quartal ein Ausrechnungsblatt nach dem von der Verwaltung aufgestellten Modell

erstellen und als Buchhaltungsbeleg aufbewahren.


F 2008/7/9

VIII. Buchhaltung

Die der Pauschalregelung unterliegenden Apotheker müssen folgende Bücher führen :

1. ein Rechnungseingangsbuch, gemäß dem von der Verwaltung vorgeschriebenen Modell. Im

Rechnungseingangsbuch müssen alle Einkäufe, ob sie nun im Groß- oder Einzelhandel getätigt wurden,

wahrheitsgetreu und vollständig aufgezeichnet werden;

2. gegebenenfalls ein Rechnungsausgangsbuch, in das die Lieferungen einzutragen sind, für die

Rechnungen ausgestellt werden;

3. gegebenenfalls ein Tageseinnahmebuch, zur Aufzeichnung der Einnahmen, die aus Lieferungen oder

Dienstleistungen an Privatleuten stammen und für die keine Pauschalbesteuerungsgrundlage vorgesehen ist;

4. ein Register, das zur Eintragung der Aufstellungen bestimmt ist, die er von den Apothekenverrechnungsstellen

oder den Versicherungsträgern erhält, und der für diese Einrichtungen bestimmten, vom

Apotheker selbst ausgestellten Lastschriften. Dieses Register kann gleichzeitig als Rechnungsausgangsbuch zur

Eintragung der Rechnungen dienen, die der Apotheker gegebenenfalls ausstellt.

5. gegebenenfalls Kundenkonten oder andere Dokumente, die die Anfertigung der Jahresaufstellung der

Lieferungen an andere Steuerpflichtige ermöglichen (MwSt.-Gesetzbuch Artikel 53quinquies).

6. gegebenenfalls ein ausführliches Verzeichnis der Mehrgewinne aus besonderen Einkaufsbedingungen

(siehe Anlage II).

Außerdem, um die Einnahmen bestimmen zu können, die von Magistralanfertigungen für zahlende

Kunden herrühren (siehe vorstehend Punkt II, 2.) muss der Apotheker :

a) neben jede in seinem Rezeptebuch stehenden Eintragung vermerken, ob der Umsatz sich auf einen

zahlenden Kunden oder einen nichtzahlenden Kunden bezieht;

b) ins Rechnungsausgangsbuch, mindestens einmal pro Quartal, die Anzahl der Magistralrezepte, die

zahlende Kunden betreffen und im Rezeptebuch eingeschrieben sind, oder deren Globalbetrag (Rezepterneuerungen

einbegriffen) eintragen.

Wenn die Verwaltung, anlässlich einer Überprüfung beim Steuerpflichtigen, Verletzungen der

vorerwähnten Buchhaltungspflichten (1) feststellt, ist sie für die Umsatzberechnung nicht mehr an vorliegende

Regelung gebunden.

Das gleiche gilt, wenn sich herausstellt, dass die vom Steuerpflichtigen tatsächlich erzielten

Einnahmen merklich von den pauschal bemessenen Einnahmen abweichen.

_ _ _ _ _ _ _ _ _ _

(1) insbesondere Nichtanmeldung der unter Punkt I., 4. erwähnten zusätzlichen Vorteile.


F 2008/7/10

Wenn der Steuerpflichtige im Rahmen seiner wirtschaftlichen Tätigkeit, aus gleich welchem Grund

auch immer, eine Registrierkasse benutzt, muss er das Duplikat der Kassenzettel und/oder des Kontrollbandes

aufbewahren, und diese Dokumente auf Anfrage der Beamten der Verwaltung, in deren Zuständigkeitsbereich

die MwSt. fällt, ohne sich fortzubewegen, übermitteln.

IX. Rückerstattung

Auf Grund der Eigenheiten der Pauschalregelung, die ermöglicht, den Umsatz global auf Basis der

Einkäufe zu berechnen (siehe K.E. Nr. 2, Art. 9 vom 7. November 1969), dürfen die Bestimmungen von

Artikel 77 § 1 Nr. 2 bis 7 des MwSt.-Gesetzbuches nicht auf den so berechneten Umsatz angewandt werden.

X. Änderung des Steuersystems

Kann der Steuerpflichtige die Pauschalregelung aus irgendeinem Grunde nicht mehr beanspruchen,

muss er das für ihn zuständige MwSt.-Amt innerhalb von 15 Tagen schriftlich davon in Kenntnis setzen.


F 2008/7/11

ERLÄUTERUNGEN ZUM AUSRECHNUNGSBLATT

(1) Die in die Raster (2) bis (6) einzutragenden Wareneinkaufspreise sind die Beträge, worauf die MwSt. beim

Einkauf oder bei der Einfuhr berechnet wurde oder werden musste. Wurde für eine bestimmte Ware der

MwSt.-Satz zeitweilig geändert, müssen die Ankaufspreise dieser Ware im Rechnungseingangsbuch

getrennt addiert werden. Die so berechnete Gesamtsumme muss mit dem ursprünglich für diese Ware

vorgesehenen Koeffizienten multipliziert werden, und das Ergebnis wird in Raster (11) das sich auf den

zeitweilig für die Ware angewandten Steuersatzes bezieht, eingetragen.

(2) Hier den Einkaufspreis für die pharmazeutischen oder tierärztlichen Spezialitäten („Arzneimittel in

Eigenaufmachung“ ausgenommen) sowie für Insulin, Watte und Verbandzeug, Diätprodukte, Süßwaren,

Honig, Teesorten und sonstige Kräuterprodukte eintragen mit Ausnahme der pharmazeutischen

Spezialitäten, deren offizieller Preis 25,43 EUR übersteigt.

(3a) Hier den Einkaufspreis der pharmazeutischen Spezialitäten eintragen, deren offizieller Preis 25,43 EUR

(MwSt. einbegriffen) übersteigt, aber niedriger oder gleich ist an 41,31 EUR (MwSt. einbegriffen).

(3b) Hier den Einkaufspreis der pharmazeutischen Spezialitäten eintragen, deren offizieller Preis 43,31 EUR

übersteigt (MwSt. einbegriffen).

(4) Hier den Einkaufspreis für die „Arzneimittel in Eigenaufmachung“ eintragen.

(5) Hier den Einkaufspreis des Zubehörs, ob es als solches in der offiziellen pharmazeutischen Preisliste

angeführt ist oder nicht, mit Ausnahme der Insulinspritzen, den Einkaufspreis der Toiletten- und

Hygieneartikel, der Frucht- und Gemüsesäfte, der Auszüge für Liköre, der Seife, Rasiercreme, Zahnpasten

und anderen Mundpflegemittel eintragen.

(6) Hier den Einkaufspreis von Parfums, Kosmetikprodukten, Kölnisch Wasser und Shampoo=s eintragen.

(7) Für die Produkte aus den Warengruppen 11, 31 und 32, werden hier die Mehrgewinne aus dem

ausführlichen Verzeichnis (siehe Anlage II) oder aus den im Rechnungseingangsbuch vorzusehenden

zusätzlichen Spalten, eingetragen.

(8) Hier den Gesamtbetrag des Magistral-Bruttos (MwSt. nicht einbegriffen, die Versichertenselbstbeteiligung

jedoch einbegriffen) der Einrichtungen eintragen, die die Drittzahlerregelung praktizieren, so wie sich

dieses Magistral-Brutto aus den während des Quartals angefertigten Aufstellungen der Verrechnungsstellen

oder der Versicherungsträger und/oder aus den während des betreffenden Quartals vom Apotheker selbst

angefertigten Aufstellungen ergibt. Bei Tätigkeitsbeginn kann der in dieses Raster (7) einzutragende Betrag

für die ersten zwei Erklärungszeiträume geschätzt werden, vorbehaltlich einer in der dritten periodischen

MwSt.-Erklärungen in demselben Raster vorzunehmenden Berichtigung.

(9) Der Zähler dieses Bruchs besteht aus der Anzahl der während des Quartals angefertigten Magistralrezepte

für zahlende Kunden, und der Nenner besteht aus der Anzahl der Magistralanfertigungen, die in den unter

Nr. (8) hiervor erwähnten Aufstellungen enthaltenen sind.

(10) Erlaubt das Rezeptebuch, die von den Magistralanfertigungen für zahlende Kunden (Erneuerungen

einbegriffen), herrührenden Einnahmen auszusondern, kann der Gesamtbetrag dieser Einnahmen

unmittelbar in dieses Raster (10) eingetragen werden, ohne die unter (9) erwähnte Bruchrechnung

anzuwenden.

F 2008/7/12


(11) Hier pro MwSt.-Satz die Einnahmen eintragen, die aus anderen Umsätzen stammen, als aus den unter

(2) bis (6) erwähnten Produkten, Magistralanfertigungen oder über die Theke verkauften chemischen

Produkte, gleich ob für diese Umsätze eine Rechnung ausgestellt wurde oder nicht. Wenn die

Einnahmen, für die keine Rechnung ausgestellt wurde, pro Quartal 250,00 EUR nicht übersteigen

(MwSt. einbegriffen), können diese Einnahmen geschätzt werden. Übersteigen sie diesen Betrag,

müssen sie täglich, und pro MwSt.-Satz getrennt, in ein Tageseinnahmebuch eingetragen werden. Da

diese Einnahmen die MwSt. enthalten, muss letztere, vor Ausfüllen der Rastern abgezogen werden,

100

indem der Betrag der Einnahmen mit multipliziert wird, wobei t den auf die betreffenden

100 + t

Geschäfte anzuwendenden MwSt.-Satz darstellt. In dieses Raster (11) werden u.a. die Einnahmen

eingetragen, die vom Verkauf eines Personenwagens (21 %) herrühren können.

(12) Hier die auf Rechnungen gewährten Rabatte für Verkäufe von den unter (2) bis (6) aufgeführten

Produkten eintragen. Diese Rechnungen müssen den Betrag der auf den normalen

Einzelhandelsverkaufspreis (MwSt. einbegriffen) berechneten Rabatte offen ausweisen.

Diese Rabatte müssen vor ihrer Eintragung in die verschiedenen Raster (12), pro anwendbarem

100 100 100

MwSt.-Satz, mit , oder multipliziert werden.

106 112 121

(13) Anzahl Aufmachungen.


RECHNUNGSEINGANGSBUCH

Allgemeine Angaben zum Dokument

(Rechnung, Kaufschein, Gutschrift,

Einfuhrdokument, ...)

Spezialitäten, deren offiz. Preis

> 25,43 EUR, aber < 41,31 EUR,

MwSt. einbegriffen

Analyse des Dokuments

Ankaufspreis pro Warengruppe

Steuersatz 6 %

Einkaufspreis

Spalte 8 ist in soviel Spalten unterteilt, wie in den Sonderbestimmungen

der Pauschalregelung Warengruppen vorgesehen sind. Diese Spalten

sind nach MwSt.-Satz gruppiert.

6 % 12 %

1

2 3 4 7

8a 8b 8bb 8c 8cc 8d 8e 8f

5

(*) 86

6

(*) 87

9a 9b 9c

Bedeutung der Hinweiszeichen

(1) Die Beträge der in dieser Spalte aufgezeichneten Gutschriften werden, da sie abzuziehen sind, in rot oder mit Minuszeichen eingetragen.

(2) Der in Raster 81 der MwSt.-Erklärung einzutragende Betrag ist der Gesamtbetrag der Spalten 8 und 9 nach Abzug der Gutschriften.

(3) Von den Spalten 8 dürfen nur die in folgenden Fällen ausgestellten Gutschriften abgezogen werden : Warenrücksendung, Berichtigung eines bei der Fakturierung unterlaufenen

Irrtums, Preisermäßigung wegen Nichtübereinstimmung, Rücksendung bereits besteuerter Verpackungen, Beteiligung des Lieferanten an Preisermäßigungen, die der

Einzelhändler gewährt. Der Betrag dieser Gutschriften wird in diese Spalten in rot oder mit Minuszeichen eingetragen.

(*) Hinweis auf das Raster der periodischen MwSt.-Erklärung, in das die Gesamtsumme der Spalte einzutragen ist.

Einkaufspreis der Waren,

deren Ertrag nicht pauschal

bemessen wird (1)

Warengruppe Nr. 32

(2)(3)

Warengruppe Nr. 31

(2)(3)

Warengruppe Nr. 12

(2)(3)

Warengruppe Nr. 11

(2)(3)

Innergemeinschaftliche

Erwerbe von Gütern

Betrag (1) (2)

Lieferant

Datum

Laufende Nummer

Umsätze (Betrag MwSt.

nicht einbegriffen), für

die der

Anmeldepflichtige zur

Entrichtung der MwSt.

verpflichtet ist

Anzahlungen, die sich auf innergemeinschaftliche Erwerbe beziehen

Steuersatz

21 %

21 %

Sonstige Umsätze

Anzahl

Aufmachungen

Einkaufspreis

Anzahl

Aufmachungen

Spezialitäten, deren offiz.

Preis > 41,31 EUR,

MwSt. einbegriffen

F 2008/7/13

ANLAGE I


RECHNUNGSEINGANGSBUCH (Fortsetzung)

Analyse des Dokumentes

MwSt.

Investitionsgüter - Dienstleistungen, diverse Güter und

Sonstiges

Erhaltene Gutschriften

Privat MwSt., geschuldet infolge :

14

(*) 84

15

(*) 85

10 11 12 13 16

17

18

(*) 55

19

(*) 56

20

(*) 57

21

(*) 63

22

(*) 59

(4) Die Gesamtsumme dieser Spalte ist (nach Abzug der Gutschriften) in Raster 83 der MwSt.-Erklärung einzutragen.

(5) Die Gesamtsumme der Spalten 12 und 13 ist (nach Abzug der Gutschriften) in Raster 82 der MwSt.-Erklärung einzutragen.

(6) Es handelt sich unter anderem um Bauleistungen oder Bauleistungen gleichgestellte Umsätze, für die der Vertragspartner zur Steuerentrichtung verpflichtet ist (Artikel 20 § 1

des Königlichen Erlasses Nr. 1).

(7) Betrifft nur Umsätze, die in Belgien bewirkt werden.

(*) Hinweis auf das Raster der periodischen MwSt.-Erklärung, in das die Summe der Spalte einzutragen ist.

Wichtige Bemerkung

Die Steuerpflichtigen dürfen beliebig viele zusätzliche Spalten öffnen, besonders, um den Verpflichtungen des Gesetzes vom 17. Juli 1975 über die Buchhaltung und den

Jahresabschluss der Unternehmen nachzukommen.

Abzugsfähige MwSt.

erhaltener Gutschriften

von Einfuhren mit Herkunft aus

Nicht-EU-Mitgliedstaaten

von Umsätzen, die von Vertragspartnern

getätigt worden sind (6)

innergemeinschaftlicher Erwerbe

In dem in Spalte 4 eingetragenen Dokument

ausgewiesene MwSt. (7)

Sonstige Umsätze

Innergemeinschaftliche Erwerbe

Rabattmarken

(Nennwert)(5)

Dienstleistungen, diverse Güter und Sonstiges

(Betrag ohne MwSt.) (1) (5)

Investitionsgüter

(Betrag ohne MwSt.) (1) (4)

Art

F 2008/7/14


Nr. der

Datum Name des

Eintragung ins

Lieferanten

Rechnungseingangsbuch

1

2

3

Ausführliches Verzeichnis der

Mehrgewinne

Mehrgewinn für die Warengruppen

Art der Einkaufssonderbedingungen Einkaufspreis 11

31

32

(6 %)

(21 %)

(1 %)

4 5

6 7

8

ANLAGE II

F 2008/7/15

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