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ludwig.nick37

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Kapitel 5

Erfunden und

erlebt


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Fantasieerzählung

Die Fantasieerzählung ist fantastisch, unwirklich, aber für Leserinnen und Leser nachvollziehbar.

• Lügengeschichte, Zukunftsgeschichte, ...

Einige Regeln

Gib deiner Fantasie Grenzen.

Erzähle nur ein unwahrscheinliches Erlebnis.

Schreibe eine Geschichte und zähle nicht eine Reihe von Unmöglichkeiten auf.

Schreibe immer zum Thema. Damit dir das gelingt, hilft dir folgender Tipp:

Zeichne nur eine einzige Situation, die du in deiner Fantasiegeschichte beschreiben möchtest auf.

Damit kannst du Wesentliches festhalten und beim Schreiben auch darauf achten.

Aufbau einer Fantasieerzählung

Überschrift: kurz, macht neugierig

Einleitung: Interesse wecken

Hauptteil: die Spannung langsam aufbauen | auf die zeitliche Reihenfolge achten

Höhepunkt: Adjektive, passende Verben, verschiedene Satzanfänge und direkte Reden verwenden

Hier passiert etwas!

Schluss: Ausklang, Spannung löst sich, Schluss ist kurz und knapp

1 Lies diese Fantasieerzählung.

Im Sog des Lichtes

Der Junge rannte schnell durch das Dickicht des düsteren Waldes. Er spürte, wie die

Kraft ihn langsam, aber stetig verließ und seine Lunge zu brennen begann, doch er

blieb nicht stehen, er rannte immer weiter. Einmal warf er einen kurzen Blick über

seine Schulter und sah seine Verfolger, welche immer näher kamen, so schien es jedenfalls.

Fluchend erhöhte der Junge noch einmal das Tempo und zufrieden bemerkte er,

dass sich der Abstand zwischen ihm und seinen Verfolgern wieder vergrößerte.

Fieberhaft suchte der Junge nach einem Ausweg, doch keiner fiel ihm ein. Obwohl er

in diesem Wald so gut wie heimisch war, fühlte er sich hier vollkommen fremd. Wieder

wagte er einen kurzen Blick und stellte zufrieden fest, dass seine Verfolger im finsteren

Wald nicht mehr zu erkennen waren, sodass er sich nach einem Ausweg umsehen

konnte, da seine Kraftreserven nun endgültig erschöpft waren.

Seine nicht vorhandene Kondition verfluchend blickte er sich suchend um, bis er ein

kleines Loch zwischen zwei Stämmen erkennen konnte. Genau passend, sodass er

noch hindurch schlüpfen konnte, aber seine Verfolger würden ernste Probleme mit

dieser kleinen Öffnung haben. Auch lockte sie ihn geradezu mit dem hellen freundlichen

Licht, welches aus dem Loch zu kommen schien. So überlegte er nicht lange und

kletterte hinein. Innerhalb der Öffnung war es stockdunkel und Zweifel plagten den

Jungen, ob es wirklich eine so gute Idee gewesen war, in das Loch zu klettern.

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Kapitel 5 Erfunden und Erlebt

Angestrengt versuchte er etwas in diesem Loch zu erkennen, aber er sah nur

eine kleine Öffnung, aus der wieder dieses helle, freundliche Licht strahlte. Als

würde es ihn anziehen, ging er darauf zu und stolperte plötzlich über eine kleine

Wurzel. Er verlor das Bewusstsein, doch der Weg war so steil, dass er von alleine

hinunterrutschte in Richtung des Lichts. Als er aufwachte, blinzelte er kurz mit

den Augen und zog sich ächzend hoch. Als er seinen Blick wieder heben konnte,

sah er etwas, was ihm den Atem verschlug …

Thorwartl Walter: Engelraub, Residenz Verlag, 2007

L

2 Erkläre folgende Wörter:

Dickicht

fieberhaft

Kraftreserven

Kondition

ächzend

3 Finde Höhepunkt und Schluss der Geschichte und schreibe diese in dein Heft.

4 Lies folgende Einleitung.

Es war wieder einmal der langweiligste Tag aller Tage: Sonntag. Ich hatte nichts Besseres

zu tun, als in meinem alten Chemiekasten herumzukramen, den ich zu meinem

zehnten Geburtstag bekommen hatte. Ich mischte gelbe Säure mit Blut und Cola. Dies

hätte ich lieber nicht tun sollen, denn …

5 Überlege nun dazu eine einzige Situation, die du in deiner Fantasiegeschichte

beschreiben möchtest.

6 Zeichne sie in dein Heft und schreibe dann die Geschichte.

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Fantasieerzählung

Schreibe eine Fantasiegeschichte: „Gedanken einer Katze“.

Setze die folgende Fantasieerzählung fort und finde eine Überschrift.

Es war ein Tag wie jeder andere. Nach sechs Stunden Unterricht hatte ich mich beeilt

und war froh, im Zug noch einen Fensterplatz zu bekommen. Da kann man sich nämlich

gemütlich in die Ecke kauern. Meine Augenlider wurden schwerer. Da, plötzlich

schreckte ich hoch. Ein sonderbarer Ausblick bot sich mir. War ich in den falschen Zug

gestiegen? Außerdem vermisste ich die sonst übliche ruckartige Bewegung des Waggons.

Warum reagierten die Mitreisenden nicht? ...

Verfasse eine Fantasierzählung zu folgenden Begriffen und erfinde ein Überschrift.

Vulkan – Pferd – Schule – Kinder - Lava

Lasse Tiere oder Dinge in der Ich-Form erzählen. Mein Schreibtisch erzählt seine

Lebensgeschichte oder Die Geschichte von Willi, dem Wurm.

Fantasieerzählungen kannst du auch gut mit Hilfe eines Bildimpulses schreiben.

Mache Notizen und schreibe dann die Geschichte in dein Heft.

Schreibe die Fantasieerzählung fertig und finde eine passende Überschrift.

Nina hat eine Fantasieerzählung so begonnen:

Im Weltraum leben viele Alien und ich bin eine von ihnen. Ich habe hier viele Freundinnen

und Freunde. Eines Tages ging ich zu Helanu, meiner besten Alien-Freundin.

Wir beide spielten „Verstecken“ mit Bambu, ihrem kleineren Bruder. Bambu ist erst

350 Jahre alt, Helanu ist schon 871 und ich bin 674 Jahre alt. Jigny, die Mutter von

Bambu und Helanu, musste eines Tages auf den Saturn fliegen, um Weltraumnahrung

zu holen. Während dieser Zeit sollten wir uns um Bambu kümmern. Wir zogen unsere

feuerfesten Anzüge an und beschlossen, Sonnenstrahlenhüpfen zu gehen. Bambu

war noch etwas klein und tollpatschig. Als er auf einen Sonnenstrahl hüpfen wollte,

rutschte er ab und fiel auf den Mond. Wir …

Nina Finster, 11 Jahre

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Kapitel 5 Erfunden und Erlebt

Perspektivenwechsel bedeutet die Geschichte aus einer anderen Sichtweise erzählen lassen. Meist

erzählt eine handelnde Figur aus ihrer Sicht die Geschichte.

3 Du erzählst, was Pepino und Violetta erlebt haben und schreibst deine

Geschichte ins Heft.

Pepino und Violetta

Pepino war zehn Jahre alt und völlig allein, da sein Vater, seine Mutter und seine nächsten

Verwandten im Kriege gestorben waren. An Selbstvertrauen und Klugheit übertraf

er aber die Jungen seines Alters, denn er besaß Violetta!

Violetta war eine gute, nützliche Eselin, die mit ihren langen braunen Ohren und den

freundlichen Augen wie alle anderen Esel aussah, aber sie hatte einen eigentümlichen

Ausdruck um ihre Lippen, als lächle sie ein wenig über etwas, was sie belustigte …

Paul Gallico, Pepino und Violetta, Goldmann Wilhelm GmbH,1987

4 Erzähle deine Geschichte aus der Sicht der Eselin Violetta deiner Mitschülerin

oder deinem Mitschüler.

5 Schreibe deine Geschichte aus der Sicht von Pepino in dein Heft.

6 Gib bei „Google“ Paul Gallico, Pepino und Violetta ein und du erfährst, wie sich

die Geschichte beim Autor, Paul Gallico, entwickelt hat.

7 Schreibe eine Geschichte mit dem Titel „Der blaue Apfel“. Überlege, was das sein

könnte.

ein Wunder, eine geheime Organisation, ein Deckname, …

8 Schreibe die Geschichte im Sog des Lichtes Seite 96 aus der Sicht des Jungen.

(Perspektivenwechsel)

9 Schreibe zu diesem Bild eine Geschichte.

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Favoriten

Favoriten

Favoriten auf englisch „Bookmarks“ sind Lesezeichen, Markierungen, die in einem Text gesetzt werden

können und dadurch eine spätere Suche erleichtern.

Gib bei Google „Favoriten und Lernprogramm Salzburg “ ein und schmökere in

diesem Programm.

Beantworte die Fragen:

Wie werden Favoriten noch bezeichnet?

Welche Vorteile hat eine Ordnerstruktur bei den Favoriten?

Drag and Drop

Mit Drag and Drop kannst du besonders rasch Textpassagen, aber auch Dateien und Ordner

verschieben oder kopieren.

Markiere die Überschrift „Drag and Drop“ klicke mit der rechten Maustaste in das

unterlegte Feld. Dann erscheint ein Fenster, in dem du gefragt wirst, ob du den Text verschieben

oder kopieren willst. Probiere beides aus.

Lösche im grau unterlegten Teil den Text Drag and Drop. Dann kopiere so, wie du es

geübt hast und füge den Text genau dort wieder ein. Du brauchst zum Einfügen mit dieser Methode

etwas Übung, weil die Kopie genau dort eingefügt wird, wo du sie fallen lässt.

Markieren

Klicke mit der linken Maustaste in einen leeren Bereich und ziehe mit gedrückter linker Maustaste ein

Rechteck auf. Alle Dateien in diesem Bereich werden markiert. Mit der gedrückten Strg – Taste kannst

du mehrere nicht aneinander grenzende Textteile kopieren.

Probiere die Möglichkeiten aus.

Was kannst du mit Hilfe der Umschalttaste markieren? Schau im Internet nach.

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Wortschatzseite

Verben

(Zeitwörter)

beruhigen, einbilden

knarren, erinnern, binden

hochheben, überlegen

schleichen, klettern, schimpfen

verstecken, schießen, versperren

klopfen, gelingen, beruhigen

passieren, schaffen, einschlafen

schlendern, einsperren, befreien

erscheinen, erbarmen, bemerken

schreiten, ausheilen, fürchten

schnellen, abholen, tappen, winken

stolpern, plumpsen, schieben

durchwühlen, löschen, entdecken

bewegen, kribbeln, entschließen

vortragen, untersuchen

dösen, fehlen, atmen, kauen

Nomen (Namenwörter)

Milchzahn Bewegung Tunnelröhre

Computer Sog Gesicht Waldrand

Fensterspalt

Gespenst Lichtung

Problem

Kraftreserve Gedanke

Geschirrspüler

Herz

Schatten

Lunge

Kraft

Wasser

Türklinke

Schulter Abstand

Spagetti Wurzel

Bananenschale Dunkelheit

Tempo

Unterschlupf

Unsinn

Kondition Holzscheit

Roboter

Öffnung Dickicht

Netzwerk

Zehenspitze

Ausweg Versteck

Geist Blick

Freizeitparadies

Ordnungshüterin Taschenlampe

Atem Angst Phantasie

Verfolgerin Vorhang

Hüttenwand

Filzpantoffel

Geheimtür

Wald

Adjektive (Eigenschaftswörter) genau gruselig

unzertrennlich regungslos

harmlos

unheimlich

endgültig mulmig

behutsam

stockdunkel merkwürdig

ungerecht

bleich heimisch

gründlich zutraulich flau starr unnatürlich

wenig gewaltig gern

undeutlich

Wortfeld – arbeiten

viel zu tun haben, anfertigen, Geld verdienen, schuften, anstrengen, erwerbstätig, abarbeiten, beschäftigen

tätig sein, einen Beruf ausüben, berufstätig sein, Gehalt bekommen, in einem Arbeitsverhältnis stehen

Wortfamilie – Stelle

Stellengesuch, Stellenangebot, Stellungsbefehl, stellungslos

Stellenvermittlung, Stellplatz, Stellungnahme, Stellenwert

stellenweise, Stellensuche, stellvertretend, Stellvertretung

Stellung, Stellprobe, Stellungskommission, einstellig

,

Aufgaben mit den Wörtern

Suche Wörter aus, deren Bedeutung du nicht kennst und schaue im Wörterbuch nach.

Schreibe von diesen Wörtern die Bedeutungserklärung in dein Heft.

Verwende fünf Wörter in Sätzen, die aus mindestens acht Wörtern bestehen.

Schreibe möglichst viele Wörter zur Wortfamilie „Verkehr“ und zum Wortfeld „schimpfen“ auf.

Vergleiche deine Wörter mit den Wörtern einer Mitschülerin oder eines Mitschülers und erweitere

so deinen Wortschatz.


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1 Trainiere deine Lesefähigkeit.

Proviant

stolpern

finster

Prügel

wehen

komplett

Waldrand

plumpsen

Teich

Schreck

2 Viele Jugendbücher enthalten Fantasiegeschichten. Lies den Auszug aus dem Buch

„Engelraub“ vom steirischen Jugendbuchautor Walter Torwartl.

Es gibt keine Gespenster

Christoph ist nach einem Streit von zu Hause fortgelaufen. In einer einsam im Wald

gelegenen Hütte findet er Unterschlupf. Christoph wurde in der einsamen Waldhütte

die Zeit lang. Aber nach Hause wollte er auf keinen Fall. Draußen gab es nichts mehr

zu tun, es war komplett finster geworden, der Wald, eine schwarze Mauer. Da würde

5 er zehnmal über irgendeinen Prügel stolpern oder zu dem gruseligen Ertrunkenen ins

Wasser plumpsen, der angeblich als Gespenst umging. Nein, danke!

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Er sah sich in der Hütte um. Die musste er noch gründlich untersuchen. Vielleicht zahlte

es sich aus, die große Truhe genauer zu durchwühlen? Er ärgerte sich, dass er das

nicht bei Tageslicht getan hatte. Aber er hatte ja genug Zeit. Der Proviant reichte noch

für mindestens zwei Tage. Als er daran dachte, bekam er gleich gewaltigen Hunger. Er

hatte sich auf dem Weg etwas Käse, Wurst und Brot gekauft, nun stürzte er sich mit

Heißhunger darauf. Mit vollen Backen kauend sah er sich um.

Da lagen Kerzenstummel auf dem Fensterbrett. Ideal. Er zündete ein paar an. Dann

ging er zur Tür. Bevor er sie abschloss, wollte er noch einmal zum Teich hinüber sehen.

Vielleicht entdeckte er trotz der Dunkelheit noch ein Reh, das Wasser trinken kam.

Tatsächlich, drüben am Waldrand bewegte sich etwas. Er hatte Glück. Vielleicht war

es sogar ein Hirsch. Christoph stand regungslos. Wenn er das Tier nicht verschreckte,

würde es zum Teich kommen. Da war sie wieder, diese undeutliche Bewegung. Aber sie

war merkwürdig, irgendwie falsch.

Das, was sich dort regte, war kein Tier. Es war heller, es stand aufrecht wie ein Mensch

und – winkte. Ganz, ganz langsam. Es war mehr ein Wehen als ein Winken. Mit einem

unnatürlich langen Arm. Ein langer, bleicher Kerl stand dort am Waldrand und winkte

ihm mit einem Fetzenarm zu. Das sollte heißen: Komm rüber! Komm rüber!

Christoph stand starr vor Schreck, sein Rücken begann zu kribbeln, es wurde ihm flau

im Magen. „Nein“, dachte er. „Nein. Keine Angst, dafür gibt es eine natürliche Erklärung.

Es gibt immer eine natürliche Erklärung!“ Trotzdem …

Sollte er aus der Hütte rennen, hinein in die andere Seite des Waldes? Irgendwie würde

er es schon schaffen, auf die Straße zu gelangen. Nur weg von diesem blassen Etwas,

das ihm langsam und trübselig zuwinkte. „Bleib in der Hütte, da bist du sicher“, riet

ihm eine innere Stimme. „Sonst bist du gemeinsam da draußen mit diesem … Ding.“

Er griff nach der Tür und zog sie zu, sehr langsam, sehr behutsam. Es musste eine

natürliche Erklärung geben. Sein Vater sagte immer, dass es für alles eine natürliche

Erklärung gab.

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Kapitel 5 Erfunden und Erlebt

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Vielleicht war es ein Stoffrest, den ein Windstoß erfasst hatte, und der nun langsam

auspendelte. Nein, hinter dem Winken steckte etwas Eigenständiges. Etwas sehr

Lebendiges. Aber wenn es ein Mensch war, was wollte der? Endlich wagte Christoph,

aus dem Fenster zu sehen. Da war nichts mehr am Waldrand. Er musste sich alles

eingebildet haben, hatte aus einer völlig harmlosen, zufälligen Bewegung ein Gespenst

gemacht. „Du bist ein Weichei“, schimpfte er sich selbst. Sein Vater hatte doch gesagt:

„Geister muss man nicht fürchten.“ Entschlossen wandte er sich wieder der Truhe zu.

Aber seine Gedanken waren bei dem da draußen, der ihm gewinkt hatte. Er sah wieder

aus dem Fenster. Was war, wenn der Unbekannte den Schutz der Dunkelheit nutzte

und zu ihm her zur Hütte schlich?

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Christoph packte entschlossen einen Stuhl und schob ihn zur Tür. Er drückte die Lehne

so unter die Türklinke, dass diese kaum mehr zu bewegen war. Er ging zu den Fenstern

und sah nach, ob sie auch verschlossen waren. Dann fiel ihm auf, dass jedes Fenster ein

Eisenkreuz in der Mitte hatte. Da konnte niemand herein. Er atmete auf.

Christoph sah zum Teich hin: Dort ist alles schwarz. Er löscht alle Kerzen

bis auf eine und öffnet vorsichtig ein Fenster. Es ist ganz still auf der

Lichtung, er hört kein noch so zartes Rascheln, kein noch so leises

Knacken. Der Wald hält den Atem an. Er wartet auf etwas, das von

auswärts kommt. Und dann ist es da. Ein lautes Klatschen im

Teich. Christoph fuhr zusammen. Unsinn! Ein Fisch war gesprungen.

Ein weiteres Klatschen folgte. Und noch eins. Und noch eins.

Planschte da nicht jemand im Wasser? Waren das wirklich Fische?

Der Ertrunkene kam ihm wieder in den Sinn. Der hatte kaum

versteckt in einer Ecke seines Gedächtnisses gelauert. Kam er jetzt

aus dem Wasser gestiegen, schüttelte sein fischbauchweißes Gesicht,

dass die Schleimtropfen nur so flogen, streifte sich die Algen ab

und tappte auf die Hütte zu?

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„Morgen früh hau ich ab aus dieser idiotischen Hütte“, dachte er.

„Ich habe keine Angst, nein, aber das ist zu viel. Das interessiert

mich nicht mehr.“ Er nickte schließlich doch ein – aber plötzlich

war er wieder hellwach! Irgendetwas hatte ihn geweckt. Sofort

erinnerte er sich an das bleiche Winken und an das Platschen

im Teich. Er blieb reglos liegen, die Ohren auf das offene Fenster

gerichtet. Sein Herz klopfte wie wild. Dann drehte er vorsichtig

den Kopf. Warum war er munter geworden? Da hörte er es.

Es war ein beinah vertrauter Laut, der ihn geweckt haben musste.

Was Christoph nicht weiß: Die Hütte, in der er Unterschlupf

gefunden hat, wird von Kunstdieben als Versteck benutzt.

Thorwartl Walter: Engelraub, Residenz Verlag, 2007

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3 Lies folgenden Ausschnitt aus dem Buch „Schloss des Grauens“. Wer könnte der

unheimliche Fremde in der Geschichte sein?

Ein Fremder in der Nacht

Hanna Wagner lebte in bescheidensten Verhältnissen. Sie war sehr genügsam, besaß

keinen Fernseher, kein Radio und kein Telefon. Und jeden Abend gab es bei ihr dasselbe

zu essen: Sie bröckelte eine Semmel in einen Teller mit warmer Milch, streute ein

wenig Kristallzucker darüber und löffelte das Ganze. Auch an diesem Abend machte

sie keine Ausnahme. Das hatte nichts mit Einfallslosigkeit zu tun. Nein, sie aß es immer

wieder gern, freute sich jeden Tag aufs Neue auf ihr weiches, warmes, leicht verdauliches

Mahl. Nachdem sie aufgegessen hatte und satt war, spülte sie das Geschirr,

trocknete es ab und stellte es in den Schrank zurück. Eine tiefe Dunkelheit umgab

ihr Haus. Irgendwo bellte ein Hund. Das Tier schien sich über etwas – oder jemanden

– sehr zu ärgern. Sein Gebell klang zornig, wild und aggressiv. Vielleicht ging jemand

an dem Grundstück vorbei, den der Hund nicht kannte.

Es dauerte eine Weile, bis sich das Tier wieder beruhigte und verstummte. Frau Wagner

betete wie an jedem Abend ausführlich. Sie hätte nicht einschlafen können, wenn sie

darauf verzichtet hätte. Doch an diesem Abend wurde ihre Andacht gestört. Schritte.

Draußen. Schwer, tappend und schleifend …

Dann verstummten sie. Nichts war mehr zu hören. Hanna Wagner setzte sich auf. Vor

Einbrechern hatte sie keine Angst. Bei ihr gab es nichts zu holen, das war allgemein

bekannt. Und sie war auch schon lange nicht mehr so jung und schön, als dass sich

ein Mann für sie interessiert hätte. Oliver, der Junge aus der Nachbarschaft, fiel ihr

ein. War er wieder gekommen um weiteres Holz zu hacken? „So spät möchte ich das

nicht“, kam es leise über ihre Lippen. „Das ist mir gar nicht recht, Junge. Am Tag bist

du mir jederzeit willkommen. Aber in der Nacht. …“ Draußen ging es mit dem Hacken

los. Die Holzscheite wurden mit wuchtigen Axthieben gespalten. Sie schob ihre nackten

Füße in weiche Filzpantoffel und schlurfte zum Fenster. Da sie ihren Stock nicht

zur Hand hatte, stützte sie sich auf alles, was sich dafür eignete. Und dann schaute sie

aus dem Fenster in die Richtung, wo der Hackstock stand. Das Mondlicht übergoss

die zügig arbeitende Gestalt und tauchte sie in silberhelles Licht. Es war nicht

Oliver. In diesem Moment drehte der Mann sich um und die alte Frau sah in sein

Gesicht. Sie fasste sich entsetzt ans Herz und ihr stockte der Atem. Das war

kein Gesicht, sondern eine hässliche Fratze – bleich, von roten, wulstigen Narben

entstellt, mit einer seltsam verzerrten Oberlippe, die die kräftigen, weiß

schimmernden Zähne nicht bedeckte. Die schwarzen Augen funkelten wie

große kalte Kohlenstücke. Hanna Wagner taumelte zurück und bekreuzigte

sich immer wieder in panischer Furcht. Sie schwankte, drohte zu stürzen. …

Morland A.F. , Im Schloss des Grauens, Ueberreuter Wien, 2007

4 Beantworte folgende Fragen zum Text.

Beschreibe Hanna Wagner.

Wer hackt für Hanna Wagner Holz?

Beschreibe die Gestalt die Hanna Wagner sieht

Wie verhält sich Hanna Wagner, als sie die Gestalt sieht?

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Kapitel 5 Erfunden und Erlebt

5 Lies den Text „Lieber groß als klein“.

Lieber groß als klein

Als ich gestern aus der Schule kam, war ich schlecht gelaunt. Allerlei war schief gegangen.

Lustlos stocherte ich in meinen Spagetti herum. Da kribbelte es plötzlich ganz

eigenartig, und dann war es wie im Film: Ich wurde kleiner und kleiner. Ich war nur

noch so groß wie ein Milchzahn. Nun wusste ich nicht, was ich tun sollte. Mit einem

großen Sprung wollte ich auf den Tisch hüpfen, um mich bemerkbar zu machen. Doch

zu meinem Entsetzen landete ich im Spagetti-Teller und war sofort unter der Soße verschwunden.

„Kathi! Bist du mit dem Essen schon fertig?“, rief meine Mutter aus dem

Wohnzimmer. Da sie mich nicht verstehen konnte, kam sie in die Küche, um mich zu

suchen. „Merkwürdig“, murmelte Mama, „sagt kein Wort, isst nichts und verschwindet

einfach so.“ Dabei schrie ich schon so laut ich nur konnte, aber so wie ich kleiner geworden

war, so wurde meine Stimme auch viel leiser. Wenn ich redete klang es, als ob

eine kleine Maus piepsen würde.

Mama nahm den Teller vom Tisch und war dabei, die Spagetti in den Bio-Abfall zu

leeren. Ich hatte große Angst auch wie die Spagetti im Müll zu landen. Mit all meinen

Kräften schaffte ich es, mich am Tellerrand festzuhalten. Es fiel mir ein Stein vom

Herzen, dass ich nicht im Abfall übernachten musste. Da war mir der nasse Geschirrspüler

noch viel lieber als der Schlafplatz zwischen den Bananenschalen. Aber wie

ich nun feststellen musste, war es doch nicht so lustig wie ich mir gedacht hatte. Das

Wasser im Geschirrspüler drehte und wendete mich nach allen Seiten.

Plötzlich wirbelte es mich so umher, dass ich mit dem Rücken

gegen die Tür des Geschirrspülers prallte. Sie ging auf.

Das ganze Wasser schoss heraus, ich wurde mitgeschwemmt

und landete direkt am Küchenboden. „So eine Katastrophe“,

schrie meine Mama, so laut sie nur konnte. Durch diese

schrillen Töne wuchs ich wieder. Nun hatte ich sogar meine

Normalgröße um fünf Zentimeter überschritten. Das

war mir sogar sehr recht, denn ich war ohnehin so klein.

Meine Mama erschrak, als ich plötzlich hinter ihr stand.

„Warum regst du dich denn so auf? Es ist doch nichts

Tragisches passiert!“, meinte ich gelassen. Ich versprach

mir selbst, mein Geheimnis immer für mich zu behalten.

Katharina M. 11 Jahre

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Der österreichische Jugendbuchautor Andreas Schreiner verbindet in seiner Jugendbuchserie

Mystery-Park Abenteuer-, Natur- und Technikthemen. Die Freaks, (sind in übertriebener Weise für etwas

begeistert) die Hauptpersonen der Jugendbuchreihe und gleichzeitig die besten Hacker (dringen unberechtigt

in Computerprogramme ein) weit und breit, sorgen dafür, dass es in Mystery World (geheimnisvolle Welt) kein

Chaos gibt. Eine grandiose Hightechausrüstung (hochtechnologische Ausrüstung) und ein hypermodernes

Computernetzwerk helfen ihnen, den Mystery Park zu steuern.

6 Lies die Ausschnitte aus diesem spannenden Buch.

Abenteuer im Mystery-Park

Das Freizeitparadies im wilden Au-Dschungel bietet vieles: Freiheit, Abenteuer, Herausforderung

und Spannung. Dreihundert Quadratkilometer umfasst das gesperrte

Gebiet, zu dem nur Personen unter sechzehn Jahren Zutritt haben. Doch nur die computerbegeisterten

„Freaks“, die jugendlichen Ordnungshüter des Parks, wissen, dass sich

hinter Mystery viel mehr verbirgt. Geheime U-Bahn-Netze, eine grandiose Hightech-

Ausrüstung und das modernste Computer-Netzwerk der Welt stehen den Eingeweihten

zur freien Verfügung. Super-User Harald „der Schreckliche“ und seine Freaks sind die

besten Hacker weit und breit. Doch die dreizehnjährige, gehörlose Sonja übertrifft sie

noch. Als unbekannter Superhacker, genannt „der Maulwurf“, liefert sie den Freaks

eine atemberaubende Agenten- und Rätseljagd über Wasser und weglose Dschungel,

durch Tunnelröhren und Geheimtüren, durch Computerdateien und streng geheime

Schaltzentralen. Ohne es zu wissen erfüllen alle dabei den Plan, den die Erbauer des

Parks verfolgen. Indem sie ihre Phantasie ausspielen, sollen sie zur „Generation Future“

heranreifen, zu den Künstlern und Erfindern des einundzwanzigsten Jahrhunderts.

Sonja verschwendete noch keinen Gedanken an ihren sechzehnten Geburtstag. Sie war

erst dreizehn und hatte bis dahin eine Menge vor, denn der wilde Au-Dschungel von

Mystery war so riesig, dass man seine Geheimnisse niemals innerhalb eines Jahres,

geschweige denn in einem Feriensommer erforschen konnte. Sonja stieg die Treppe

hinab und erreichte bald eine U-Bahn-Haltestelle. Die U-Bahn durchzog den Park wie

ein unterirdisches Spinnennetz und gehörte zu jenen Geheimnissen, die am besten

gehütet wurden. Erstaunlich wenige Mädchen und Jungs unter den Hunderten von

Jugendlichen wussten darüber Bescheid. Diese wenigen, knapp vierzig an der Zahl,

nannten sich „die Freaks“.

Sonja entdeckte das Computerterminal der Bahnstation. Ihre flinken

Finger tippten Befehle ein. Der nächste Zug setzte sich in Bewegung,

um sie abzuholen. Kein Zugführer steuerte die Wagen.

Alles funktionierte hier vollautomatisch. Sogar die Reparaturen

wurden von ferngesteuerten Robotern erledigt. Hinter

einer Säule verborgen beobachtete das Mädchen die

näher kommenden Lichter. Hier unten musste sie stets auf

der Hut sein, schließlich wurde sie von Phantomen gejagt.

„Phantom“ oder „Parkpolizei“ so nannte sich eine Gruppe

der Freaks. Diese Mädchen und Jungen griffen überall

dort ein, wo die Regeln gebrochen wurden. Seitdem die

Freaks entdeckt hatten, dass außer ihnen noch jemand

die U-Bahn benutzte, durchstreifen immer mehr Phantome

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Kapitel 5 Erfunden und Erlebt

die geheimen Tunnel, auf der Suche nach dem Schwarzfahrer. Seitdem erschien im

Computernetz folgende Botschaft:

An den unbekannten Hacker:

Wir, die Freaks von Mystery-Park, wollen dich kennen lernen. Wir brauchen kluge Köpfe

wie dich! Bitte melde dich im Verwaltungsgebäude Ost.

Unterschrift: Harald der Schreckliche,

FSU (First-Super-User) von Mystery-Park.

Sonja fühlte sich geschmeichelt. Die Freaks, ganz besonders die Super-User, die Hackerkönige

von Mystery, wurden von allen bewundert. Die meisten wären irre stolz,

wenn ihnen die Freaks ein derartiges Angebot machten. Sonja aber zögerte, …

7 Viele Menschen mit einer Beeinträchtigung erbringen auf Spezialgebieten

besondere Leistungen. Hast du schon von solchen „besonderen Menschen“

gehört? Sprecht in der Klasse darüber.

Sonja war ein außergewöhnliches Mädchen. Wenige Tage nach ihrer Geburt stellten die

Ärzte fest, dass sie gehörlos war. „Taubstumm“ nannten es die anderen. Sonja hasste

das Wort. Sie war nicht stumm. Wenn sie sich bemühte, konnte sie verständlich sprechen.

Sie lernte es in einer Spezialschule für Gehörlose, die sich nicht weit von dem

Park entfernt befand. Ihre Eltern waren extra deswegen in diese Stadt gezogen. Leider

klang alles, was Sonja sagte, ganz ungewöhnlich in Klang und Rhythmus, fast so, als

spräche ein Roboter. Außerhalb des Unterrichts weigerte sie sich zu sprechen, weil sie

sich schämte. Sie verbrachte ihre Tage meist allein, hinter ihrem Heimcomputer.

Sonja führt die Freaks im Mystery-Park an der Nase herum. Niemand kommt auf die Idee,

dass das Mädchen als „Maulwurf“ die Rätsel aufgibt.

Am ersten Wochenende nach Schulbeginn rief Erik seinen Bruder Harald aufgeregt in

die Hauptzentrale im Verwaltungsgebäude Ost. „Hacker! - Alarm!“, schrie er atemlos.

„Halte dich fest, der Maulwurf schickt dir ein E-Mail.“

„Schon wieder eine Botschaft vom Maulwurf? Wahnsinn! Druck es aus, mach schon“.

„Geht nicht. Der Superhacker hat alle Drucker abgeschaltet. Ich weiß nicht, wie er das

anstellt, verdammt!“ Im nächsten Augenblick verschwand die Nachricht.

Sonja schreibt die Nachricht auf eine Tafel und gibt sie den Brüdern zum Lesen.

„Sonja!“, rief Erik, „du bist ein Goldstück! Ohne dich wären wir aufgeschmissen.“ Er

strahlte. „Der Maulwurf gibt uns eine Chance. Wenn wir seine Rätsel knacken, so

schreibt er, dann schließt er sich den Freaks an.“

Harald nimmt die Tafel und liest:

An Harald den Schrecklichen und seine Freaks:

Ich, das Eichhörnchen, hoch in den hängenden Gärten, von euch Maulwurf genannt,

habe das langweilige Spiel satt. Ihr habt so gut wie nichts unternommen um mich zu

finden. Meine Achtung vor eurer Phantasie schwindet.

Ich gebe euch eine letzte Chance, dieses Spiel zu gewinnen…

Schreiner Andreas, Abenteuer im Mystery Park, Reutlingen, 2000

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8 Lies die Geschichte und überlegt in der Gruppe, wie sie weitergehen könnte.

Geister haben keine Schatten

Tommi und seine drei Jahre ältere Schwester Hanna verbringen ihre Sommerferien

in einem alten Haus am Land. Tommi hört nachts seltsame Geräusche, eine Vase zerbricht,

eine Tür knarrt. Bald ist er überzeugt davon, dass es in diesem Haus spukt.

Plötzlich kommt von draußen ein unheimlicher, lang gezogener Ton. Fast wie ein

Stöhnen. „Das ist eine Eule“, flüstert Hanna und nimmt Tommi fest in den Arm. Sie

warten. Und dann hören sie ein Krachen von unten, aus der Küche. Es scheppert. „Los

jetzt“, flüstert Hanna und steigt aus dem Bett. Tommi würde sich am liebsten die Decke

über den Kopf ziehen und ein bisschen weinen. Aber das geht nicht, denn dann sagt

Hanna wieder, er wäre ein Angsthase. Also zieht er seine Turnschuhe an. Hanna hat

die Kerze angezündet. Große Schatten hüpfen durchs Zimmer. Irgendwo im Haus knallt

etwas. Eine Tür?

Tommi und Hanna halten die Luft an. Dann geht Hanna auf Zehenspitzen zur

Zimmertür und macht sie auf. Tomi schleicht ihr nach. Die Treppenstufen knarren.

Die beiden müssen sehr langsam und vorsichtig gehen, damit sie ihre Eltern nicht

wecken. Unten kratzt etwas, so ekelhaft wie ein Nagel auf Blech. Tommi zuckt zusammen

und packt Hannas Arm. Er will sie zurückziehen, hinauf ins sichere Bett. Aber

Hanna schüttelt ihn ab. Sie schiebt sich die Wand entlang. Ein plötzlicher Windhauch

lässt die Kerze flackern. Ein Schatten fällt auf die Wand. Tommi erstarrt. Dann macht

er einen Satz nach vorne. – der Schatten ebenfalls. Tommi grinst. Er ist sein eigener

Schatten! Die Tür zur Küche steht halb offen. Hanna bläst die Kerze aus. Dann

drückt sie die Tür auf. Mondlicht fällt durch das halb geöffnete Fenster. Der Vorhang bewegt

sich im Wind. Hanna macht einen Schritt in die Küche. Und dann saust plötzlich

etwas an ihnen vorbei, ein dunkler Schatten mit glühenden Augen. Ein Schattenmonster!

Tommi drückt sich die Faust auf den Mund. Er will wieder schreien, aber er

bekommt keinen Ton heraus. Auch Hanna ist mitten in der Bewegung erstarrt. Und

da hören sie wieder die Hexenstimme von drüben, von dem anderen Haus. Sie

ruft etwas. Immer dasselbe Wort. „Paula! Paula! Paula!“ Das Schattenmonster

verschwindet durch den Fensterspalt. Hanna hat sich als Erste gefasst.

Mit einem Satz ist sie am Fenster und zieht den Vorhang auf.

Dann stehen beide da und schauen hinaus. Das

Schattenmonster schleicht durch das Gras unter der

hohen Tanne. Verschmilzt mit dem dunklen Boden.

Taucht wieder auf. Und dann tritt es in den Lichtschein,

der durch die offene Tür des Nachbarhauses fällt.

Pressler Mirjam: Geister haben keine Schatten.

In: Manfred Mai u.a.: Spürnasen im Einsatz.

Superdetektivgeschichten Kerle Freiburg, 2004

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Kapitel 5 Erfunden und Erlebt

Hauptsatz

reihe

Das Attribut

Satz

gefüge

Satzverbindungen

Attribut (Beifügung)

Ein Attribut (Beifügung) gibt genauere Information über ein Nomen. Es ist kein eigenes Satzglied,

sondern ein Teil eines Satzgliedes. Du erkennst es daran, dass du es bei der Verschiebeprobe nicht

alleine verschieben kannst.

Adjektive (Eigenschaftswörter) als Attribute (Beifügungen) stehen immer vor dem Nomen und im gleichen

Fall mit dem Nomen. Du fragst danach mit „Was für ein(e)?“.

• Ein alter Mann geht über die Straße. Was für ein Mann geht über die Straße? (Ein alter).

L

1 Setze die Attribute (Beifügungen) in der richtigen Form ein.

berühmt, gut, interessant, tief, modern, groß, schnell, hohl, schön

eine schöne Blume, ein Sportler, der Baum, der See,

eine Schauspielerin, das Studium, die Schuhe,

das Hobby, ein Läufer, die Buben

2 Setze die passenden Adjektive (Eigenschaftswörter) als Attribute (Beifügungen) ein, schreibe

in dein Heft und unterstreiche die Fallendungen.

überrascht, schallend, hilfsbereit, lustig, gut, neu, schwer, alt

Beim ( ) Fest trug ich ein ( ) Sakko. Die ( ) Prüfung hast du mit ( ) Erfolg bestanden. Sein ( ) Gesichtsausdruck

erstaunte mich. Die ( ) Nachbarin bringt dem ( ) Mann das Essen. Das ( ) Gelächter war weithin zu hören.

Nomen im Genitiv (2. Fall) als Attribute (Beifügungen) stehen hinter dem Nomen.

Du fragst danach mit „wessen“.

• Ich fahre gerne mit dem Auto der Mutter. Mit wessen Auto fahre ich gerne? Mit dem Auto der Mutter.

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L 3 Setze das Attribut (Beifügung) richtig ein und schreibe in dein Heft.

Du findest das Nest immer auf dem Dach. (Storch) Der Übertopf ist aus Keramik. (Blumenstockes)

Die Leinen sind angeknabbert. (Hunde) Die Hüte sind extravagant. (Nachbarin)

Attribute

L

Unterstreiche alle Attribute.

Unsere Schulklassen sind in einem alten Gebäude untergebracht. Dieses ehrwürdige Schulgebäude

steht in einem großen Park mit riesigen Kastanienbäumen und mächtigen Magnoliensträuchern.

Der weiße Schotter des Weges glitzert oft in der prallen Sonne. Übermütige Schulkinder verwenden

diese kleinen Steinchen als gefährliche Wurfgeschosse.

Finde selbst nachgestellte Attribute (Beifügungen) und schreibe in dein Heft.

Die Schülerinnen _ spielen alle beim Theater mit. Die Schminkstifte _ sind schon fast verbraucht.

Ich fahre mit dem Auto _ zum Sportplatz. Die Aussagen _ sind mit unverständlich. Die Musik _ macht

mich nervös.

Schreibe die Sätze mit passenden Attributen (Beifügungen) in dein Heft.

Meine _ Jeans ziehe ich nicht mehr an. Ich habe mich über die _ Einladung _ sehr gefreut. Die _ Besucher

sahen eine _ Aufführung _. Das _ T-Shirt werde ich bemalen.

Schreibe drei Sätze mit möglichst vielen Attributen (Beifügungen), in dein Heft.

Ein Attribut (Beifügung) kann auch eine Vorwortbeifügung sein. Sie steht dann hinter dem Nomen.

Du fragst danach mit „Was für ein(e)?“.

• Der Wein aus Italien ist süß. Was für ein Wein ist süß? Der Wein aus Italien.

L

Setze richtig ein.

aus Wien, aus dem neuen Buch, aus Wolle, ohne Kragen

Ich trage heute eine Bluse

Dein Beitrag

Wir freuen uns auf die Tante

Der neue Pullover

. Was für eine Bluse?

ist interessant. Was für ein Beitrag?

.Was für eine Tante?

kratzt. Was für ein Pullover?

110

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Kapitel 5 Erfunden und Erlebt

L

Setze die Attribute (Beifügungen) hinter dem Nomen ein und schreibe in dein Heft.

meiner Mitschülerin, seines Vaters, meiner Schwester, des Nachbarn, meiner Großmutter

Das Kostüm ist sehr kunstvoll. Das Geschrei stört mich. Du hast den Brief zerrissen. Ich höre im Garten die

Stimme. Er hat die Erlaubnis gehabt.

Hauptsatzreihe

Mehrere Hauptsätze bilden eine Hauptsatzreihe. Zwischen den Sätzen steht ein Beistrich.

• Peter fährt heute mit dem Fahrrad in die Schule, er parkt es im Schulhof.

Einen Hauptsatz erkennst du daran, dass er alleine stehend einen Sinn ergibt und die Personalform

des Verbs an der 2. Satzgliedstelle steht

Peter fährt heute mit dem Fahrrad in die Schule, er parkt es im Schulhof.

Personalform HS Personalform HS

Hauptsatz + Hauptsatz = Hauptsatzreihe

4 Bilde aus den einzelnen Hauptsätzen eine Hauptsatzreihe. Schreibe ins Heft.

Zeichne den Beistrich mit Farbe nach.

Das Obst ist ganz frisch. Es schmeckt mir gut. | Ich habe den Zug versäumt. Ich habe nämlich verschlafen.

Es ist schon spät. Ich schalte den Fernseher aus. | Ich habe die Vokabeln gelernt. Das Buch lege ich

jetzt weg. | Klaus sucht verzweifelt seinen Schlüssel. Er gibt aber die Suche nicht auf. | Ich habe einen

Marillenkuchen gebacken. Er ist mir sehr gut gelungen. | Die Passagiere verlassen das Flugzeug. Seine

Großmutter ist nicht dabei.

Manche Sätze werden mit einer Konjunktion (Bindewort) verbunden.

Konjunktionen (Bindewörter) zählen nicht als Satzglieder:

Vor den Konjunktionen (Bindewörtern) oder und und musst du keinen Beistrich setzen.

• Ich gehe ins Kino und du besuchst die Ausstellung.

Vor den Konjunktionen (Bindewörtern) aber, sondern, doch, denn – musst du einen Beistrich setzen.

• Ich bin heute krank, doch meine Aufgabe schreibe ich.

5 Unterstreiche bei folgenden Sätzen die Personalform.

Susi schaltet die Heizung ein. Ihr ist kalt. Mein Bruder hat mich beschwindelt. Ich werde ihm verzeihen. Die

Lehrerin hat mich gelobt. Ich war sehr fleißig. Meine Mutter isst gerne Gemüse. Sie mag kein Fleisch. Ich

hätte gerne einen Hund. Meine Eltern kaufen mir keinen. Ulli fährt mir dem Bus Ich fahre mit dem Fahrrad.

Wir füttern die zugelaufene Katze. Sie ist noch sehr scheu. Die Schuhe gefallen mir, aber sie sind zu klein.

6 Verbinde je zwei Hauptsätze aus der Übung 5 mit einer passenden Konjunktion

(Bindewort). Schreibe in dein Heft und unterstreiche die Konjunktion (Bindewort).

Susi schaltet die Heizung ein, denn ihr ist kalt.

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Hauptsatzreihe

Bilde zwei Hauptsatzreihen, verwende das Bindewort „aber“ und schreibe sie in

dein Heft.

L

Was gehört zusammen? Verbinde.

Adjektiv als Attribut

Nomen mit Vorwort als Attribut

Hauptsatzreihe

Konjunktionen vor denen kein Beistrich steht

Nomen im Genitiv als Attribut

Konjunktionen vor denen ein Beistrich stehen muss

mindestens zwei Hauptsätze

des Hundes, der Welt, des Kindes

groß, stark, laut, schön

und, oder

aber, doch, jedoch,

aus Tirol, ohne Kapuze, unter der Bank

Mit der Konjunktion und verbundene Hauptsätze ergeben eine anreihende Hauptsatzreihe. Der Regen

hat aufgehört und die Sonne scheint wieder. Hauptsätze verbunden mit der Konjunktion oder nennt

man ausschließende Hauptsatzreihe. • Du gehst mit mir ins Theater oder du schreibst deinen Brief.

Bilde mit je zwei Sätzen eine anreihende Hauptsatzreihe und schreibe sie ins Heft.

In diesem Winter gab es sehr viel Schnee. Klaras Klasse konnte öfters rodeln gehen.

Die Schüler möchten diese Woche anders nützen. Sie machten einige Vorschläge.

Die Schulbehörde erlaubt viele Dinge nicht. Die Schüler sollten Kontakte knüpfen.

Sie können zwischen Bukarest und Kiew wählen. Dorthin fahren sie mit dem Zug.

Schreibe drei ausschließende Hauptsatzreihen in dein Heft.

Forme in Hauptsatzreihen um und schreibe den Text in dein Heft.

Mein Fahrrad ist schon alt. Ich bin dafür noch nicht zu groß. Den Sattel stelle ich höher. Die Reifen sind in

Ordnung. Es fährt auch noch recht gut. Ich brauche daher kein neues. Ich putze es regelmäßig. Ich wische

es nach einer Fahrt im Regen trocken. Jeden Abend stelle ich es in die Garage. Den Helm räume ich in

den Schrank. Die Ellbogenschoner lege ich auf das Regal. Die Knieschützer wische ich ab.

L

Unterstreiche die Hauptsatzreihen.

Der Hund bleibt heute in der Hundehütte, denn es regnet sehr stark. Er darf nicht mehr im Garten laufen,

denn er biss die Nachbarin. Obwohl sie sofort zum Arzt ging, hatte sie große Schmerzen. Sie bekam einen

Verband und musste Tabletten schlucken. Nach einer Woche entfernte sie den Verband und pflegte die

Wunde mit Salbe. Abends schmerzt ihr der Fuß immer noch, denn sie nimmt keine Medikamente. Sie

besucht uns nicht mehr, wenn der Hund im Garten ist. Trotz dieses Vorfalls ist sie auf uns nicht böse. Wir

lassen den Hund nun in seiner Hütte oder wir halten ihn an der Leine.

112

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Informationen aus dem Wörterbuch

sprachliche Herkunft

Ableitung

mu|si|zie|ren ‹gr.-lat.› ||mu|si|zier|freu|dig

Silbentrennung

lang gesprochener Laut

1 Besprich mit deiner Lernpartnerin oder deinem Lernpartner diese Informationen.

L

2 Suche die Verben (Zeitwörter) im Wörterbuch, ordne sie nach dem Alphabet und

schreibe sie mit der Seitenzahl in dein Heft.

reimen, dort, kopieren, musizieren, röntgen, heute, sickern, besonders, arbeiten, damals, trudeln, daher,

nehmen, kribbeln, lehnen

L

3 Schreibe folgende Wörter geordnet nach Verben, Adjektive, Adverbien, Pronomen

und Präpositionen in dein Heft.

bunt, nass, groß, lang, kräftig, trüb, neu, eng, kurz vor, dein, früher, stehen, auf, tragen, sie, an, seither,

aus, kaufen durch, grüßen, wir, kommen, in, daher, blättern, euer, lesen, du, grüßen, er, danken, mit, ihr,

essen, besonders, darum, ich, für, endlos, später, dort, links, rechts, seitdem, zu

Kleingeschrieben werden Temporaladverbien (Umstandswörter der Zeit), die aus Nomen, entstanden

sind, aber die Merkmale eines Nomens verloren haben und als Endung ein s haben. • morgens, …

L

4 Setze richtig ein.

achmittags, bends, onntags, immer ittags, komm bitte ittags, achts, orgens,

achmittags um drei, ontags, immer orgens, ormittags, achts um eins, onnerstags

Kleingeschrieben werden Wörter, die ursprünglich Nomen waren und Ausdrücke, nach denen mit

„wie“ gefragt werden kann. • Ihm ist es leid. Wie ist es ihm? (leid)

L

5 Setze richtig ein.

Er ist daran (schuld). Mir wird und . (angst, bange)

Ihr seid uns (gram). Er wird Gesetz benachrichtigt. (laut) Das ist ihr

(recht). Sie wird

dieses Schreibens nach Hause geschickt. (kraft)

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113


Kleingeschrieben werden Superlative, nach denen mit „wie“ gefragt und „am“ nicht in „an dem“

aufgelöst werden kann. • Diese Blume blüht am schönsten. Wie blüht sie? (am schönsten)

6 Schreibe die Sätze mit dem Superlativ richtig in dein Heft.

Der arme Mann braucht die Hilfe am nötigsten. Der vergangene Winter war am schneereichsten.

Der graue Hosenanzug war am teuersten. Diese Schülerinnen schreien am lautesten.

7 Bilde mit nachstehenden Superlativen Sätze und schreibe sie richtig in dein Heft.

am längsten, am kürzesten, am leichtesten, am leisesten, am windigsten, am knappsten, am

buntesten, am eisigsten, am nettesten, am größten

Kleingeschrieben werden Ableitungen von geografischen Namen auf – isch. • der burgenländische Wein

8 Schreibe unter die Bilder den richtigen Begriff.

holländischer Käse, spanischer Wein, steirische Wälder, französische Speisen, österreichische

Schokolade, italienische Villen

114

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Kapitel 5 Erfunden und Erlebt

Kleingeschrieben werden Bruchzahlen vor Maßangaben und in Uhrzeitangaben.

• ein zehntel Millimeter, ...

9 Verwende folgende Wörter in Sätzen.

ein viertel Kilogramm, in drei viertel Stunden, ein fünftel Meter, ein achtel Kilogramm, gegen halb neun,

ein zehntel Millimeter, gegen drei viertel acht, ein halber Zentimeter

Übungen

L

Ordne die Präpositionen (Vorwörter) nach dem Alphabet. vor, auf, bei, durch, mit, an, aus

Wähle aus der Übung 3 Wörter aus, bilde Sätze und schreibe sie in dein Heft.

Finde weitere Ableitungen wie Übung 8 und schreibe sie in Sätzen in dein Heft.

L

Schreibe in dein Heft und ergänze richtig.

Die Schülerinnen und Schüler eilen _ in die Schule. (morgens) Sie finden es am _ (interessantesten),

wenn sie _ (vormittags) Geografiestunden haben. Haben sie ihre Aufgaben _ (nachmittags) nicht

gemacht, so tut es ihnen _ (leid) Trotzdem gehen sie _ (abends) _ (spät) ins Bett. Wenn sie noch

ein _ (viertel) Kilogramm Erdbeeren essen sind sie selbst _ (schuld) daran, wenn sie erst gegen _

(halb elf) einschlafen können. Sie können am _ (leichtesten) einschlafen, wenn sie _ (abends) noch ein

Glas Wasser trinken.

Lies einen Satz durch, decke ihn ab und schreibe ihn aus dem Gedächtnis ins Heft.

Mein Freund lief anfangs am schnellsten.

Im Geschäft gab es nachmittags keine burgenländischen Marillen mehr.

Meiner Mutter wird es angst und bange, wenn ich um halb neun noch nicht zu Hause bin.

L

Setze die Beistriche richtig.

Benedicta steht heute sehr spät auf und eilt ins Badezimmer. Sie dreht den Wasserhahn auf aber es

kommt nur kaltes Wasser. Rasch lässt sie das Wasser über ihren Rücken fließen und schreit dabei. Aus

dem Regal nimmt sie ein Handtuch es gehört ihrer Schwester doch sie verwendet es trotzdem. Endlich

hat sie sich abgetrocknet und eilt ins Zimmer zurück. Sie holt das rote T-shirt und die schwarze Hose aus

dem Kasten. Sie findet diese Kombination schick oder soll sie doch den grünen Pullover anziehen? Sie

stürmt aus dem Haus erreicht gerade noch den Schulbus und ist rechtzeitig in der Schule. Die Mitschülerinnen

bewundern ihre tolle schwarze Hose aber ihr gefällt sie nicht besonders gut.

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115


Lösungen Kapitel 5

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2 Dickicht: Gestrüpp, dichtes Strauchwerk | fieberhaft: emsig | Kraftreserven: noch mehr Kraft haben | Kondition:

körperlich stark, ausdauernd | ächzend: stöhnen, raunzen, knarren

1

3

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ein guter Sportler, der hohle Baum, der tiefe See, berühmte Schauspielerin, das interessante Studium, die modernen

Schuhe, das schöne Hobby, ein schneller Läufer, die großen Buben

Du findest das Nest des Storches immer auf dem Dach. Der Übertopf des Blumenstockes ist aus Keramik. Die Leinen der

Hunde sind angeknabbert. Die Hüte der Nachbarin sind extravagant.

Attribute

alten, ehrwürdige, großen riesigen, mächtigen, weiße, des Weges, prallen, Übermütige, kleinen, gefährliche

Ich trage heute eine Bluse ohne Kragen. Dein Beitrag aus dem neuen Buch ist interessant. Wir freuen uns auf die Tante aus

Wien. Der neue Pullover aus Wolle kratzt

Das Kostüm der Mitschülerin ist sehr kunstvoll. Das Geschrei meiner Schwester stört mich. Du hast den Brief des Nachbarn

zerrissen. Ich höre im Garten die Stimme meiner Großmutter. Er hat die Erlaubnis seines Vaters gehabt.

Hauptsatzreihe

groß, stark, laut, schön – Adjektiv als Attribut | aus Tirol, ohne Kapuze, unter der Bank – Nomen mit Vorwort als

Attribut | Hauptsatzreihe – mindestens zwei Hauptsätze | und, ohne – Konjunktionen vor denen kein Beistrich steht | des

Hundes, der Welt, des Kindes – Nomen im Genitiv als Attribut | aber, doch, jedoch – Konjunktionen vor denen ein Beistrich

stehen muss

Der Hund bleibt heute in der Hundehütte, denn es regnet sehr stark. Er darf nicht mehr im Garten laufen, denn er biss die

Nachbarin. Obwohl sie sofort zum Arzt ging, hatte sie große Schmerzen. Sie bekam einen Verband und musste Tabletten

schlucken. Nach einer Woche entfernte sie den Verband und pflegte die Wunde mit Salbe. Abends schmerzt ihr der Fuß

immer noch, denn sie nimmt keine Medikamente. Sie besucht uns nicht mehr, wenn der Hund im Garten ist. Trotz des

Vorfalls ist sie auf uns nicht böse. Wir lassen den Hund nun in seiner Hütte oder wir halten ihn an der Leine.

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3

4

5

Schreiben üben

arbeiten, besonders, daher, damals, heute, kopieren, kribbeln, lehnen, musizieren, nehmen, reimen, röntgen, sickern,

trudeln

Adjektive: bunt, nass, groß, lang, kräftig, trüb, neu, eng, kurz

Verben: stehen, tragen, kaufen grüßen, kommen, blättern, lesen, grüßen, danken, essen

Adverbien: besonders, daher, darum, endlos, seither, früher, später, dort, links, rechts, seitdem

Pronomen: dein, euer, sie, ihr, ich, wir, er, du

Präpositionen: auf, in, an, aus, vor, mit, zu, durch, für

nachmittags, abends, sonntags, immer mittags, komm bitte mittags, nachts, morgens, nachmittags um drei, montags,

immer morgens, vormittags, nachts um eins, donnerstags

schuld, angst und bange, gram, laut, recht, kraft

Übungen

an, auf, aus, bei, durch mit, vor

Die Schülerinnen und Schüler eilen morgens in die Schule. Sie finden es am interessantesten, wenn sie vormittags

Geografiestunden haben. Haben sie ihre Aufgaben nachmittags nicht gemacht, so tut es ihnen leid. Trotzdem gehen sie

abends gegen drei viertel neun ins Bett. Wenn sie noch ein viertel Kilogramm Erdbeeren essen sind sie selbst schuld

daran, wenn sie erst gegen halb elf einschlafen können. Sie können am leichtesten einschlafen, wenn sie gegen viertel

acht noch ein Glas Wasser trinken.

Benedicta steht heute sehr spät auf und eilt ins Badezimmer. Sie dreht den Wasserhahn auf, aber es kommt nur kaltes

Wasser. Rasch lässt sie das Wasser über ihren Rücken fließen und schreit dabei. Aus dem Regal nimmt sie ein Handtuch,

es gehört ihrer Schwester, doch sie verwendet es trotzdem. Endlich hat sie sich abgetrocknet und eilt ins Zimmer zurück.

Sie holt das rote T shirt und die schwarze Hose aus dem Kasten. Sie findet diese Kombination schick oder soll sie doch

den grünen Pullover anziehen? Sie stürmt aus dem Haus, erreicht gerade noch den Schulbus und ist rechtzeitig in der

Schule. Die Mitschülerinnen bewundern ihre tolle schwarze Hose, aber ihr gefällt sie nicht besonders gut.

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