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Fachinfo

Förderung der privaten

Altersvorsorge durch

„Wohn-Riester“ und „Riestersparen“

Der Staat gibt mit der Riesterförderung

einen Anreiz, Geld für das Alter anzusparen

und Ver sorgungslücken, die durch

Rentenkürzungen entstanden sind, zu

schließen. Neben anderen Anlagearten

(Geld-Riester) ist auch die selbstgenutzte

Wohnimmobilie in die Riester-Förderung

integriert. So werden auch Tilgungsleistungen

bei Baudarlehen mit Zulagen

und Steuervorteilen gefördert.

Diese Fachinfo gibt u. a. Auskünfte über

den begünstigten Personenkreis, über

die Art und Höhe der Förderung, über die

Versteuerung der gewährten staatlichen

Leistungen und die wohnwirtschaftlichen

Maßnahmen, für die ein Wohn-Riester-

Bausparvertrag eingesetzt wer den kann.

Mai 2012

Unternehmen der s Finanzgruppe. www.lbs-rlp.de

Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause.


Fachinfo

Wohn-Riester und Riestersparen

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Welche Personen sind u. a. begünstigt?

• Pflichtversicherte in der inländischen gesetzlichen

Rentenversicherung (z. B. auch Behinderte in Werkstätten,

Versicherte während einer anzurechnenden

Kindererziehungszeit für maxi mal drei Jahre, Zivildienstleistende,

geringfügig Beschäftigte, die auf

die Ver sicherungsfreiheit verzichtet haben)

• Rentenversicherungspflichtige Selbständige

(z. B. Handwerker und über die Künstlersozial kasse

versicherte Künstler)

• Versicherungspflichtige Landwirte

• Bezieher von inländischen Renten aufgrund

Erwerbsminderung/Erwerbsunfähigkeit

• inländische Beamte, Richter, Berufssoldaten,

Zeitsoldaten

• Bezieher von Kranken- bzw. Arbeitslosengeld, sofern

diese zuvor pflichtversichert waren

• Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst

• Hartz-IV-Empfänger (wenn sie Anrechnungszeiten

wegen des Bezugs von Arbeitslosengeld II in der

gesetzlichen Rentenversicherung erhalten und

unmittelbar vor der Arbeitslosigkeit einer der

unmittelbar zulageberechtigeten Personengruppen

angehörten)

• Ehegatten von begünstigten Personen, die nicht selbst

zum förderberechtigten Personen kreis gehören (mit

Wohnsitz EU-/EWR-Staat)

Welche Personen sind u. a. nicht begünstigt?

• Arbeitnehmer und selbständig Tätige (z. B. Ärzte,

Rechtsanwälte), die als Pflichtversi cherte einer

berufsständischen Versorgungseinrichtung angehören

• Von der Rentenversicherungspflicht befreite selbständig

Tätige

• Freiwillig Versicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung

• Geringfügig Beschäftigte, die den pauschalen

Arbeitgeberbeitrag von 15 % zur Rentenver sicherung

nicht durch eigene Beiträge aufstocken

• Bezieher einer Rente wegen Alters

• Sozialhilfeempfänger

Was bedeutet mittelbare Zulagenberechtigung?

Mittelbar zulagenbegünstigt sind Ehegatten von

Begünstigten, die selbst jedoch nicht zum förderberechtigten

Personenkreis gehören. Der mittelbar

begünstigte Ehegatte hat einen „abgeleiteten“ Zulagenanspruch.

Voraussetzung ist, dass beide Ehegatten

jeweils einen auf ihren Namen lautenden Altersvorsorgevertrag

abschließen und nicht dauernd getrennt

leben. Der mittelbar zulageberechtigte Ehegatte

muss auf seinen Altervorsorgevertrag jährlich 60,- ¡

einzahlen, um einen Anspruch auf eine mittelbare

Förderung zu haben. Zur Sicherung der Zulage(n)

für den mittelbar Begünstigten ist es auch künftig

weiter erforderlich, dass der unmittelbar begünstigte

Ehegatte den Mindesteigenbeitrag auf seinen Riester-

Bausparvertrag einzahlt.

Für welche Anlageformen bzw. Produkte gibt es

Riester- bzw. Wohn-Riesterförde rung?

Voraussetzung für die Förderung ist ein zertifizierter

Altersvorsorgevertrag. Begünstigt sind:

• Einzahlungen auf einen Bausparvertrag, dessen

Guthaben zur Anschaffung, Herstellung oder Entschuldung

(zu Beginn der Auszahlungsphase) einer

selbstgenutzten Wohnung dient oder zur Zahlung

einer Geldrente eingesetzt wird

• Darlehen oder Bauspardarlehen zur Anschaffung

oder Herstellung einer selbstgenutzten Wohnung

oder zum Erwerb von Anteilen an einem Altenheim.

Begünstigt sind hierbei die Tilgungsleistungen

auf dem Darlehenskonto. Dies gilt auch für Einzahlungen

auf einen Bausparvertrag, dessen

Leistungen von der LBS oder der Sparkasse vor- bzw.

zwischenfinanziert wur den

• Banksparpläne

• Private Rentenversicherungen

• Fondsgebundene Rentenversicherungen

• Fondssparpläne

Wie setzt sich die Riesterförderung zusammen?

Die Riesterförderung besteht aus der Altersvorsorgezulage,

dem Berufseinsteigerbonus und dem Sonderausgabenabzug.

Die Altersvorsorgezulage setzt sich aus der Grundzulage

in Höhe von 154,- ¡ und der Kinderzulage in

Höhe von 185,- ¡ je Kind zusammen. Für Kinder, die

ab 2008 geboren wur den, beträgt die Kinderzulage

300,- ¡. Der Berufseinsteigerbonus in Höhe von 200,- ¡

wird einmalig beim Abschluss des Altersvorsorgevertrages

gewährt, wenn der Riestersparer zum Beginn

des Beitragsjahres höchstens 24 Jahre alt war. Hierfür

muss kein separater Antrag gestellt werden. Vor aussetzung

zum Erreichen der vollen Zulagen ist, dass

mindestens der Eigenbeitrag (Min desteigenbeitrag),

der abhängig von der Höhe des sozialversicherungspflichtigen

Vorjah reseinkommens ist, entrichtet wird.

Der Mindesteigen beitrag beträgt 4 % der im vorangegan

genen Kalenderjahr erzielten beitragspflichtigen

Ein nahmen bzw. bezogenen Besoldung oder Amtsbezüge

- max. 2.100,- ¡ -, abzügl. Zulage.

Der Eigenbeitrag des mittelbar geförderten Ehegatten

von 60,- ¡ wird nicht auf die Höhe des Mindesteigenbeitrags

des unmittelbar begünstigten Ehegatten

angerechnet.

Falls der errechnete Mindesteigenbeitrag geringer

ist als 60,- ¡, ist ein sogenannter Sockelbetrag von

60,- ¡ zu erbringen.

Beispiel:

Lediger (28 Jahre), Vorjahresbruttolohn 40.000,- ¡

Mindesteigenbeitragsberechnung:

40.000,- ¡ x 4 % = 1.600,- ¡

. /. 154,- ¡ Grundzulage

= 1.446,- ¡ Eigenbeitrag

(120,50 ¡ pro Monat)

Folge: Auf einen Altersvorsorgevertrag (z. B. Bausparvertrag,

Bauspardarlehen) ist im betreffenden

Jahr ein Eigenbeitrag von 1.446,- ¡ zu entrichten, um

die volle Zulage sicherzustellen.

Beispiel mit Anwendung des Sockelbetrages:

Eine verheiratete Frau arbeitet auf Teilzeibasis in

einem sozialversicherungspflichtigen Ar beitsverhältnis;

Vorjahresbruttolohn 7.200,- ¡, 2 Kinder (geboren

2001 und 2003); der Ehe mann ist nicht riesterfähig

(mittelbar Begünstigter).

Mindesteigenbeitragsberechnung:

7.200,- ¡ x 4 % = 288,- ¡

./. 154,- ¡ Grundzulage Frau

./. 154,- ¡ Grundzulage Mann

(abgel. Anspruch, da er durch

die Frau riesterfähig wird)

./. 185,- ¡ Kinderzulage 1. Kind

./. 185,- ¡ Kinderzulage 2. Kind

= - 390,- ¡ Eigenbeitrag

(negativer Betrag)


3 Wohn-Riester und Riestersparen Fachinfo

Folge: In diesem Fall ist im betreffenden Jahr der

Sockelbetrag von 60,- ¡ jährlich zu zahlen.

Im Beispielsfall muss auch der mittelbar Begünstigte

(Ehemann) einen Altersvorsorgevertrag abschließen

und den Sockelbetrag von 60,- ¡ einzahlen, um

die Grundzulage in Höhe von 154,- ¡ zu erhalten (die

Grundzulage fließt auf seinen Vertrag). Die Kinderzulagen

werden grundsätzlich dem Altersvorsorgevertrag

der Ehefrau gutgeschrieben.

Die geleisteten Beiträge zur Altersvorsorge können

einschließlich der Zulagen bis zu max. 2.100,- ¡, als

Sonderausgaben geltend gemacht werden. Bei Ehegatten

erhöht sich der maximal als Sonderausgaben

abzugsfähige Betrag auf 4.200,- ¡ p.a., wenn beide

Ehegatten zum unmittelbar begünstigten Personenkreis

gehören. Sofern bei mittelbarer Begünstigung

eines Ehegatten dieser 60,- ¡ auf seinen Altersvorsorgevertrag

einzahlt, können die Ehegatten max.

2.160,- ¡ als Sonderausgaben in ihrer Steuererklärung

geltend machen.

Bei der Veranlagung zur Einkom mensteuer wird

von Amts wegen geprüft, ob der Sonderausgabenabzug

günstiger ist als die Altersvorsorgezulage

(Günstigerprüfung). Ist die Zulage höher als der

Steuervorteil, bleibt es bei der Zulage. Übertrifft der

Steuervorteil hingegen die Zulage, wird der über die

Zulage hinausgehende Betrag im Rahmen der Steuererstattung

ausgezahlt. Vom Steuervorteil profi tieren

Steuerpflichtige mit einem hohen Steuersatz.

Bausparer, die keine steuerlichen Vorteile aufgrund

des Sonderausgabenabzugs haben oder geltend

machen, können im Rahmen der nachgelagerten

Besteuerung steuerliche Nachteile haben, wenn sie

über den Mindesteigenbeitrag hinausgehende Altersvorsorgebeiträge

auf den Riester-Bausparvertrag einzahlen.

Dies gilt auch dann, wenn sich im Rahmen des

Sonderausgabenabzugs nur geringfügige steuerliche

Vorteile gegenüber der Zulage ergeben.

Wie wird die Altersvorsorgezulage beantragt?

Der Bausparer erhält von seinem Anbieter (LBS)

nach Ablauf eines Kalenderjahres einen Antrag auf

Altersvorsorgezulage. Dieser ist vom Bausparer ausgefüllt

und unterschrieben an die LBS zurückzusenden.

Sofern er Kinder hat, für die er Kindergeld erhält, ist

auch der Kin derergänzungsbogen mit den Angaben

zu den Kindern dem Altersvorsorgezulagenantrag

beizufügen. Der Bausparer kann die LBS im Wohn-Riester-Bausparantrag

auch schrift lich bevollmächtigen,

den Zulagenantrag auch für künftige Jahre für ihn zu

stellen (Dauerzulagenantrag). In diesem Fall entfällt

für ihn die Beachtung der zweijährigen An tragsfrist.

So muss für das Beitragsjahr 2011 der Zulagenantrag

bis zum 31.12.2013 gestellt werden.

Die LBS sorgt für die Übersendung der Antragsdaten

auf elektronischem Weg an die zent rale Zulagenstelle

für Altersvorsorgevermögen (ZfA). Die ZfA

prüft, ob die Voraussetzungen für eine Zulage vorliegen

bzw. ermittelt die Zulagenhöhe. Anschließend

überweist sie der LBS die ermittelte Zulage zugunsten

des betreffenden Altersvorsorge-Bausparvertrages.

Wie erfolgt die Besteuerung der Eigenbeiträge,

Zulagen und Zinserträge?

Altersvorsorgeverträge unterliegen der nachgelagerten

Besteuerung, d. h. auf Zinserträge in

der Ansparphase fällt keine Abgeltungsteuer an,

unabhängig davon, ob sie auf geförderte oder nicht

geförderte Beiträge entfallen. Ein Freistellungsauftrag

ist demnach nicht erforder lich. Sofern das Altersvorsorgevermögen

aus dem Bausparvertrag in Form

einer Rente aus gezahlt wird (Geld-Riester), werden

mit Beginn der Rentenzahlungen in der Auszahlungsphase

die Eigenbeiträge, Zulagen und Erträge aus

geförderten Beiträgen in voller Höhe nachgelagert

besteuert.

Beispiel:

Der Zulageberechtigte hat über 25 Jahre einschließlich

der Zulagen immer genau die förderbaren

Höchstbeiträge zugunsten eines begünstigten Altersvorsorgevertrags

eingezahlt. Er erhält ab Vollendung

des 65. Lebensjahres hieraus eine monatliche Rente in

Höhe von 500,- ¡.

Die Rentenzahlung ist mit 12 x 500,- ¡ = 6.000,- ¡

im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung mit

dem individuellen Steuersatz zu versteuern.

Bei nicht geförderten Beiträgen werden die Erträge,

sofern es sich um eine lebenslange Rente oder eine

Berufsunfähigkeits-, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrente

handelt, mit dem entsprechenden

Ertragsanteil (abhängig von Alter des Zulageberechtigten)

versteuert. Bei sonstigen Leistungen (z. B. Kapitalauszahlung)

erfolgt eine Versteuerung der gesamten

Erträge (z. B. Zinsen aus Bausparverträgen) in einer

Summe mit dem jeweiligen individuellen Steuersatz

des Zulageberechtigten. Sofern die Auszahlung nach

dem 62. Le bensjahr (Verträge mit Vertragsabschluss

ab 01.01.2012; davor 60. Lebensjahr) durchgeführt

wird und der Vertrag eine Laufzeit von mehr als 12

Jahre hat, ist nur die Hälfte des gesamten Ertrages zu

versteuern.

Für welche wohnwirtschaftliche Maßnahmen kann

Altersvorsorgevermögen (Bau sparguthaben) verwendet

werden?

Der Zulageberechtigte kann bis zu 100 % des Guthabens

aus einem Altersvorsorge-Bau sparvertrag förderunschädlich

für folgende Maßnahmen entnehmen:

• Anschaffung oder Herstellung einer selbstgenutzten

Wohnung

• Entschuldung einer Wohnung zu Beginn der Auszahlungsphase

• Erwerb von Geschäftsanteilen (Pflichtanteilen) an

einer eingetragenen Genossenschaft für die Selbstnutzung

einer Genossenschaftswohnung

• Erwerb eines eigentumsähnlichen Dauerwohnrechts

Förderunschädlich ist auch, wenn mit einem Bauspardarlehen

oder mit einem Vor- oder Zwi schenkredit

der LBS oder der Sparkasse, der mit einem zertifizierten

Bausparvertrag unter legt ist, ein Darlehen

für eine selbstgenutzte Wohnung abgelöst wird, das

nach dem 31.12.2007 für den Bau oder Erwerb einer

Wohnung verwendet wurde.

Die Wohnung muss in einem Staat der Europäischen

Union oder des Europäischen Wirtschaftsraumes

liegen, eigenen Wohnzwecken dienen und die

Hauptwohnung oder den Mittelpunkt der Lebensinteressen

des Zulageberechtigten darstellen. Ferienhäuser

im Ausland sind nicht begünstigt. Der Entnahmevorgang

und die Anschaffung bzw. Herstellung

einer Wohnung müssen in einem direkten zeitlichen

Zusammenhang erfolgen. Davon ist auszugehen,


Fachinfo

Wohn-Riester und Riestersparen

4

wenn nach Antragstellung der Entnahme bei der ZfA,

spätestens innerhalb von 12 Monaten nach Auszahlung,

entsprechende Aufwen dungen für die vorgenannten

Verwendungsarten entstanden sind.

Wie wird für den Wohnungsbau unschädlich verwendetes

Altersvorsorgevermögen versteuert?

Analog der Versteuerung bei Geld-Riester-Altersvorsorgeanlagen

erfolgt auch bei geförder tem Wohneigentum

eine nachgelagerte Versteuerung des im

Wohneigentum gebundenen Altersvorsorgevermögens

in der Auszahlungsphase.

Ab dem Zeitpunkt der Entnahme (Zuteilung, Kündigung

Bausparvertrag) wird zwecks Er möglichung einer

nachgelagerten Besteuerung ein fiktives Wohnförderkonto

geführt. In das Wohn förderkonto „fließen“ der

Altersvorsorge-Eigenheimbetrag, dieser beinhaltet die

geförderten Sparbeiträge, darauf entfallende Zinsen,

die Zulagen und die geförderten Tilgungsleistungen

(inkl. Zulagen, ohne Zinsanteil). Das Wohnförderkonto

wird bis zum Beginn der Auszahlungsphase (60. - 68.

Lebensjahr) jährlich um 2 % erhöht.

Die Versteuerung erfolgt in der Auszahlungsphase

über einen Zeitraum von 18-26 Jahren bzw. 18-24

Jahren (bei Vertragsabschluss bis 31.12.2011 zwischen

60. bzw. 68.Lebensjahr, bei Vertragsabschluss

ab 01.01.2012 zwischen 62. bzw. 68. Lebensjahr und

85. Lebensjahr= Minderungsbetrag) oder zu Beginn

der Auszahlungsphase in einer Summe (= Auflösungsbetrag).

Maßgeblich ist der individuelle Steuersatz.

Sofern das Wohnförderkonto in einer Summe aufgelöst

wird, erhält der Zulageberechtigte einen Bonus in

Höhe von 30 %, d. h., er hat dann 70 % des Wohnförderkontos

zurückzuführen bzw. im Jahr der Auflösung

zu versteuern.

Beispiel:

Wohnförderkonto zu Beginn der Auszahlungsphase im

62. Lebensjahr 50.000,- ¡

• Zeitraum bis zur Vollendung des 85. Lebensjahres:

24 Jahre

• Verminderungsbetrag p. a. 50.000,- ¡ : 24 =

2.083,- ¡

• Einkommensteuer:

2.083,- ¡ x individueller Steuersatz

Alternativ:

Auflösungsbetrag 70 % aus 50.000,- Euro =

35.000,- Euro Einkommensteuer: 35.000,- Euro x individueller

Steuersatz.

Welche Folgen treten bei einer schädlichen

Verwendung ein?

Sofern das geförderte Altersvorsorgevermögen

nicht den gesetzlichen Regelungen entspre chend

als Rente, im Rahmen eines Auszahlungsplans oder

als begünstigter Eigenheimbe trag ausgezahlt wird,

handelt es sich um eine schädliche Verwendung. In

diesem Fall sind alle Zulagen und eventuell gewährte

Steuervorteile aus dem Sonderausgabenabzug zurückzuzahlen.

Weiterhin hat der Zulagenbegünstigte auch

die Erträge aus dem Altersvorsorge vermögen (z. B. Zinsen

aus Bausparguthaben) zu versteuern.

In Fällen, in denen ein Wohnförderkonto besteht

und der Zulageberechtigte die Selbstnut zung der eigenen

Wohnung vor Erreichen des 85. Lebensjahres aufgibt,

liegt ebenfalls eine schädliche Verwendung vor.

Hierbei ist das im Wohnförderkonto gebundene steuerlich

ge förderte Kapital zu versteuern. Dies erfolgt

durch Auflösung des Wohnförderkontos.

Bei Auflösung des Wohnförderkontos in der Ansparphase

ist der Stand des Wohnförderkon tos mit

dem individuellen Steuersatz zu versteuern. Erfolgt die

Auflösung des Wohnförder kontos in der Auszahlungsphase

(nach Rentenbeginn), wird danach unterschieden,

ob sich der Zulagenberechtigte für eine jährliche

oder eine einmalige nachgelagerte Besteuerung entschieden

hatte.

Bei jährlicher nachgelagerter Versteuerung ist der

noch im Wohnförderkonto eingestellte Betrag zu versteuern.

Bei Wahl der Einmalbesteuerung zu Beginn der

Auszahlungsphase ist bis zum zehnten Jahr nach

Beginn der Auszahlungsphase das Eineinhalbfache der

noch nicht besteuerten 30 % des Wohnförderkontos

zu versteuern. Vom elften bis zum zwanzigsten Jahr

nach Beginn der Auszahlungsphase ist das Einfache

der noch nicht besteuerten 30 % des Wohnförderkontos

zu versteuern.

In welchen Fällen kann bei Aufgabe der Selbstnutzung

der Wohnung die sofortige Be steuerung vermieden

werden?

Die sofortige Besteuerung bei Aufgabe der Selbstnutzung

unterbleibt, wenn

• der Zulageberechtigte den noch nicht zurückgeführten

Betrag des Wohnförderkontos innerhalb

von einem Jahr vor und vier Jahren nach Ablauf des

Veranlagungszeitraums, in dem er die Wohnung

letztmals selbst genutzt hat, für ein Folgeobjekt verwendet,

• der Zulageberechtigte den noch nicht zurückgeführten

Betrag des Wohnförderkontos innerhalb

eines Jahres nach Ablauf des Veranlagungszeitraums,

in dem er die Wohnung letztmals selbst

genutzt hat, auf einen anderen auf ihn laufenden

zertifizierten Altersvor sorgevertrag zahlt,

• der Ehegatte des verstorbenen Zulageberechtigten

innerhalb eines Jahres Eigentümer der Wohnung

wird, die Wohnung zu eigenen Wohnzwecken nutzt

und die Ehegatten im Zeitpunkt des Todes zusammenveranlagt

waren. In diesem Fall führt der Anbieter

das Wohnförderkonto für den Ehegatten fort,

• die Ehewohnung aufgrund einer richterlichen Entscheidung

dem anderen Ehegatten zuge sprochen

wird. Eine Übertragung des Wohnförderkontos

erfolgt gegebenenfalls erst im Rahmen der Ehescheidung

oder

• bei einer krankheits- oder pflegebedingten Abwesenheit

des Zulageberechtigten dieser Eigentümer

der Wohnung bleibt und diese ihm oder dem Ehegatten

zur Selbstnutzung weiter zur Verfügung

steht.

LBS Landesbausparkasse Rheinland-Pfalz

Postfach 2980, 55019 Mainz

Vordere Synagogenstraße 2, 55116 Mainz

Telefon (0 61 31) 13 - 44

Telefax (0 61 31) 13 - 47 40

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Für den Inhalt verantwortlich:

Uwe Kissel, Tel. (0 61 31) 13 47 06

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