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STADT OSTERHOFEN - Fuerstenzell.de

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MARKTGEMEINDE FÜRSTENZELL

LANDKREIS PASSAU

FLÄCHENNUTZUNGSPLAN

ÄNDERUNG MIT DECKBLATT NR. 48

BEGRÜNDUNG

Fertigstellungsdaten:

Vorentwurf: 10.03.2011

Entwurfsverfasser:

Huber Planungs-GmbH

Hubertusstraße 7, 83022 Rosenheim

Tel. 08031 381091, Fax 37695


Rechtsgrundlage

Zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans wird der rechtskräftige

Flächennutzungsplan der Marktgemeinde Fürstenzell mit Deckblatt Nr. 48 geändert.

Bestand

Die als Sondergebiet überplante Fläche wird gegenwärtig intensiv landwirtschaftlich genützt

(Acker). Sie ist relativ eben und frei von Baum- und Strauchbewuchs. Im Osten grenzen

Bauflächen an. Im Norden, Süden und Westen grenzen landwirtschaftliche Flächen an. Im

Osten verläuft die Bahnlinie Passau - Neumarkt-St.Veit. Entlang der Bahnlinie befindet sich

eine Gehölzreihe (Gebüsch, Jungwuchs).

Planung

Geplant ist die Errichtung eines Photovoltaikparks auf einer Fläche von ca. 1,45 ha. Davon

werden ca. 0,94 ha mit Solarmodulen überstellt, wobei nur circa die Hälfte Modulfläche ist.

Die andere Hälfte sind Zwischenräume innerhalb der Modulfläche. Rund 0,51 ha sind

extensive Wiesenflächen, Strauchflächen und Ausgleichsflächen. Die Laubgehölzhecke soll

sich überwiegend als freiwachsende Hecke entwickeln. Die Hecken sind auf die Dauer der

Anlage zu schützen. Die Eingrünung erfolgt mittels einer dreireihigen Strauchfläche mit

heimischen Laubsträuchern. Die Pflanzung wird mit autochthoner Pflanzware ausgeführt. Die

Fläche unter und zwischen den Solarmodulen wird extensive Wiesenfläche ohne Düngung

und ohne Spritzmitteleinsatz. Diese Fläche wird 2x/ Jahr gemäht mit Abfuhr des Mähgutes.

An Gebäuden entsteht nur ein kleines Versorgungsgebäude (Trafo und Wechselrichter) mit

einer Wandhöhe von max. 3,5 m und einem ziegelgedeckten Satteldach. Die maximale

Modulhöhe beträgt 3,0 m. Die Bodenversiegelung ist vernachlässigbar klein. Oberflächenwasser

wird direkt auf der extensiven Wiesenfläche versickert.

Erschließung

Die Zufahrt erfolgt über einen bestehenden Feldweg entlang der Bahnlinie.

Wasser- und Abwasseranschluss sind nicht erforderlich. Für die Anlage ist kein Bedienungspersonal

notwendig. Es sind keine Stellplätze notwendig.

Aus Sicherheitsgründen und um den erforderlichen Versicherungsschutz zu gewährleisten,

muss die Anlage eingezäunt werden.

Immissionsschutz

Die Anlage verursacht weder Lärm noch anderweitige Emissionen in irgendeiner Form. Bei

den verlegten Leitungen handelt es sich um ein Gleichspannungsnetz, welches keine

elektromagnetischen Felder erzeugt, die Zuleitung zum Mittelspannungsnetz und der

verwendete Transformator entsprechen den üblichen Standards des jeweiligen Energieversorgungsunternehmens.

Die Lichtreflektion von Solarmodulen ist geringer als die von einfachen Glasscheiben wie sie

bspw. in ganz ähnlich ausgerichteten, herkömmlichen Dachfenstern verwendet werden.

Anders als bei Fensterglas wird ein möglichst großer Teil des einfallenden Lichtes absorbiert

- was ja das ureigene Interesse der Technologie ist. Eine tatsächliche Blendwirkung geht von

Solarmodeln also nicht aus, weshalb inzwischen zahllose kleine, mittlere und große Solarparks

entlang Kreis- und Bundesstrassen und selbst entlang Bundes-Autobahnen installiert

wurden ohne hier je eine Blendwirkung für passierende Fahrzeuge verursacht zu haben.

Selbst große internationale Flughäfen wie der Airport München haben mehrere hundert kW

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große Anlagen auf, an und um ihre Gebäude installiert. Die zweifellos strengstmöglichen

Richtlinien der Luftfahrt werden dabei selbstverständlich eingehalten. Eine nachweisliche

Blendwirkung hätte die Installation an solchen Orten stets unmöglich gemacht. Das

Phänomen der Blendung existiert - in oben genannten Beispielstandorten wie auch im hier

konkreten Fall - schon auch deshalb nicht, weil der Abstand (bspw. zwischen den ersten

Modulreihen und dem Bahngleis) schlicht zu groß ist. Siehe dazu folgenden Auszug aus dem

"Leitfaden zur Berücksichtigung von Umweltbelangen bei der Planung von PV-

Freiflächenanlagen, seriös erarbeitet im Auftrag des BMU:


Jegliche hier als möglich beschriebenen Situationen der Reflexblendung sind für den Führer

des Schienenfahrzeuges nicht relevant, da der Abstand zu den Modulen so groß ist, dass

nur noch oben beschriebenes, gestreutes Licht wahrgenommen werden kann. Dieser

Moment der Wahrnehmung - zutreffend nur für einen sehr schmalen Blickwinkel - relativiert

sich zudem nochmals, da der Solarpark mit der jeweiligen Fahrgeschwindigkeit passiert wird,

was den Moment der Wahrnehmung dann auf einen Sekundenbruchteil - beim Durchkreuzen

dieses schmalen Blickwinkels - reduziert.

Eingriffsregelung in der Bauleitplanung

Die Grenze des räumlichen Geltungsbereichs des vorhabenbezogenen Bebauungsplans um

den Photovoltaikpark umfasst ca. 1,45 ha. Davon sind ca. 0,94 ha Sondergebietsfläche und

ca. 0,275 ha extensive Wiesenflächen und Gehölzflächen.

Von der Sondergebietsfläche wird etwa die Hälfte mit Solarmodulen überstellt, die andere

Hälfte sind Zwischenräume zwischen den Solarmodulen. Die gesamte Sondergebietsfläche

wird unter und zwischen den Solarmodulen in eine extensive Wiese umgewandelt, die nicht

mehr gedüngt wird und auf der kein Spritzmitteleinsatz mehr erfolgt.

Da die Fläche gegenwärtig intensiv landwirtschaftlich genutzt wird, im Osten von massiver

Bebauung umgeben ist, eben und frei von Baum- und Strauchbewuchs ist, wird sie

eingestuft in

Kategorie I - Gebiete geringer Bedeutung,

Typ B, niedriger Versiegelungsgrad (die gesamte Fläche bleibt bis auf das Versorgungsgebäude

unversiegelt)

und ein Ausgleichsfaktor von 0,25 gewählt.

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Bei der Einstufung wurden nach einer Bestandsaufnahme die Einwirkungen auf die Schutzgüter

wie folgt bewertet:

Schutzgut Mensch: positive Auswirkungen, da umweltfreundlicher Solarstrom erzeugt wird;

Schutzgut Tiere und Pflanzen: positive Auswirkungen, da durch die Umwandlung von Ackerflächen

in extensive Wiesenflächen eine artenreichere Vegetation entsteht, die sich auch auf

die Tierwelt positiv auswirkt;

Schutzgut Klima und Luft: positive Auswirkungen, da umweltfreundliche Energie erzeugt

wird;

Schutzgut Landschaft: das Landschaftsbild wird zwar beeinflusst, der Eingriff wird durch die

Eingrünung jedoch abgemildert. Durch die Begrenzung der Modulhöhe auf 3 m wird der

Eingriff minimiert.

Daraus ergibt sich bei einer Sondergebietsfläche von 0,94 ha ein Ausgleichsflächenbedarf

von ca. 0,235 ha.

Dieser wird in Form einer extensiven Wiese mit zweimaliger Mahd ohne Düngung und ohne

Spritzmitteleinsatz ausgeführt. Während der 5jährigen Ausmagerungsphase wird die Fläche

4-5x/Jahr gemäht (mit Abfuhr des Mähgutes). Diese Ausgleichsfläche hat eine zweimalige

durchlässige ökologische Anbindung an die ökologisch wertvollen Flächen entlang der Bahnstrecke.

Fürstenzell, Rosenheim, 10.03.2011

Franz Lehner

Erster Bürgermeister

Huber Planungs-GmbH

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