Laborbefunde, praktische Auswirkungen, Interpretation der ...

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Laborbefunde, praktische Auswirkungen, Interpretation der ...

Laborbefunde, praktische Auswirkungen,

Interpretation der Zusammenhänge

nge

orthomolekulare Therapieansätze

Univ.-Doz. Dipl.-HTL

HTL-Ing. DDr. Hans Schön, MSc

Zentrum für f Pathobiochemie und Genetik – Medizinische Universität t Wien

Department für f r Klinische Medizin und Biotechnologie – Donau-Universit

Universität t Krems

Staatlich befugter und beeideter Ziviltechniker, Ingenieurkonsulent für Biologie


Folgeerkrankungen der Arteriosklerose: KHK, AP, pAV, , MCI, Insult,

Deprssionen, , vaskuläre Demenz

häufigste Todesursachen in den Industrieländern, ndern, MCI mit 57.000/a und Insult

26.000/a

Präventivdiagnostik

über Familienanamnese, Patientenanamnese, Blutanalyse

(und ev. Duplexsonographie der großen Halsgefäß

äße e und ABI)

Beeinflussbare und genetische Risikofaktoren (familiäre und juvenile

Atherosklerose, cardiovaskuläre

re Ereignisse vor dem 50. Lj)

● Kardiovaskuläre re Risiken

● Lipoprotein (a):

Mr entspricht dem LDL-C,

Apo(a) ) u. ApoB100, in LDL-Fraktion

Fraktion, über die plasminogenähnliche

Strukture des Apo(a) ) hemmt Lp(a) komp. . Die Plasminogen-Bindungsstellen

Bindungsstellen.

Dadurch besitz Lp(a) ) neben der atherogenen auch thromboembolische Potenz. Lp(a) ) ist

Bindeglied zwischen Blutlipiden und Gerinnungssystem.

Oberhalb der 90. Perzentile des Lipoprotein(a) ) besteht ein 3-3

bis 4-fach 4

höheres h heres Risiko für f

das Auftreten eines Myokardinfarktes. Männliche M

Personen mit hohem Lipoprotein(a) ) und

weiteren kardiovaskulären ren Risikofaktoren weisen ein 10-Jahres

Jahres-Risiko von 35 % auf. Lp(a)

ist ein unabhängigen ngigen kardiovaskulären ren Risikofaktor, also unabhängig ngig von den Spiegeln

anderer Blutfette und weder durch die Ernährung noch Lebensstiländerungen

nderungen klinisch

relevant zu beeinflussen .

3


● Lipoprotein (a):

Speziell 2 SNPs im LPA-Gen

Gen, , der eine steigert das KHK-Risiko um den F 1.7, der andere

um den F 1.92, Träger beider SNPs haben ein 2.57-fach erhöhtes htes KHK-Risiko,

Lp(a) ) wird in

der Leber gebildet und bindet im Blut an LDL-C C (cardiovask(

cardiovask. . Risikofaktor für f r KHK und

Insult)). „Dabei sind die SNPs selber nicht schuld an der Erkrankung, sie sind eng an eine

bestimmte Variante von LPA gekoppelt und werden mit ihr zusammen vererbt“. Wegen der

hohen Variabilität t des LPA-Gens

ist die Lp(a)-Konzentration

indiviuell und sehr

unterschiedlich.

Bestimmte Genabschnitte, , sog. Kringles, , werden unterschiedlich oft wiederholt (von 3

Kringle-Wiederholungen

bis > 30 Kringle-Repeats

Repeats.) und die Zahl der Kringles beeinflußt ihre

Molekülgr

lgröße. Je mehr Kringles, , umso kleiner der Lp(a)-Partikel

und umso höher h her die Lp(a)-

Konzentration im Blut und der atherogene Faktor.

Obige SNPs haben 19 bis 20 Kringles und ihre Träger eine hohe Lp(a)-Konzentration

Konzentration.

(LIT: Clarke et al.: Genetik Variants Associated with Lp(a) ) Lipoprotein Level ans Coronary

Disease, , N Engl J Med 2009;361:2518-28)

28)

Therapie: Die Lipidapherese und hohe Dosen an Nikotinsäureamid

(TD: 1000-1500 1500 mg)

sind gegenwärtig die einzige Möglichkeit M

einer effektiven gezielten Absenkung des

Lipoprotein(a)-Spiegels

Spiegels. . Höher H

TD an Ascorbat (-1500mg) sind zu empfehlen.

4


● L-alpha-Homocystein:

Hcy ist eine natürlich vorkommende (nicht proteinogene) α-Aminosäure

Zwischenprodukt des C1-transfers, entsteht durch S-Demethylierung

von L-Methionin

als

Methylgruppendonor.

Eine Konzentration von > 10 µmol/l

Hcy schädigt die Endothelzellen der Blutgefäß

äße e und ist

Risikofaktor für f r Arteriosklerose und deren Folgeerkrankungen.

Normale Laborwerte bei der Blutuntersuchung liegen < 10 µmol/l.

Zur Regulierung des Homocysteinpegels im Blut ist eine ausreichende Versorgung mit

Betain (Brokkuli,, Spinat) und den Vitaminen B12, B6 sowie Folsäure

erforderlich.

Zwei Moleküle Homocystein verbinden sich über eine Disulfidbrücke

zum Homocystin, , das

im Urin ausgeschieden wird (Homocystinurie(

Homocystinurie).

Homocystein liegt überwiegend als „inneres Salz“ bzw. Zwitterion vor

Durch seine im Vergleich zu Cystein zusätzliche CH2-Gruppe kann Homocystein einen

fünfgliedrigen

heterocyclischen Ring bilden, ein sogenanntes Thiolacton.

Diese Cyclisierungsreaktion verhindert die Bildung stabiler Peptidbindungen

5


Stoffwechsel von C 1 -Fragmenten der Aminosäure

6


Adenosylmethionin und der Transfer von C1-Fragmenten

8


Klinisch relevante Polymorphismen sind vor allem im Enzym MTHFR

(Methylentetrahydrofolat-Reduktase, MTHFR-Gen

Gen) ) und im Enzym Cystathionin-Synthetase

zu finden.

Die häufigste h

vorkommende Mutation ist der Aminosäurenaustausch

Alanin gegen Valin an

der Position 677 des MTHFR-Gens

Gens.

Diese Form des Enzyms ist thermolabil und führt f

zu einer bis zu 50 % verminderten

Leistung bei 37 °C C (Körpertemperatur).

Aufgrund äußerer Faktoren kann es zu einer milden bis moderaten Erhöhung hung der

Homocysteinkonzentration im Blut kommen.

Erbgang ist autosomal rezessiv

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Aufgrund äußerer Faktoren kann es zu einer milden bis moderaten Erhöhung hung der

Homocysteinkonzentration im Blut kommen.

Eine Erhöhung hung des Homocysteinwertes ist meist ein multifaktorell ausgelöstes stes Phänomen.

Erhöhte hte Homocysteinwerte findet man bei Alkoholkonsum, Rauchen, häufigem h

Genuss von

Kaffee, Bewegungsarmut und Übergewicht.

Methioninreiche Ernährung

Auch bestimmte Medikamente können k

die Homocysteinkonzentration beeinflussen.

Ein Mangel an Folsäure und Cobalamin führt zum Anstieg der Homocysteinwerte.

Erhöhter

hter Homocysteinspiegel ist ein Risikofaktor bei der Entstehung aller Stadien von

Makuladegeneration.

Die Gabe eines Vitamin-B-Komplexes (Pyridoxin(

Pyridoxin, , Folsäure und Cyancobalamin) ) mindert

signifikant (34%) die Wahrscheinlichkeit eine Makuladegeneration zu entwickeln.

10


Interventionsstudie (Prof. Dr. Uwe TILL, Inst. F. Pathobiochemie, , Univ. JENA, 50

Patienten, Durchschnittsalter 60 J, alle Probanden hatten ein erhöhtes htes Risiko für f r zerebrale

Ischämie (Intima(

Intima-Media-Dicke

der Carotiden), Präsentation 2004.

Dosierung: 2.5 mg Folsäure, 25 mg B6, 0.5 mg B12.

Verglichen mit Placebo und über 1 Jahr supplementiert

Verumgruppe:

Placebogruppe:

Verumgruppe:

Placebogruppe:

Hcy-Reduktion

von 10.5 auf 6.6 µmol

unverändertes

ndertes Hcy

Intima-Media

Media-Dicke

von 1.50 auf 1.42 mm

von 1.47 auf 1.54 mm

Mit einer ausreichenden Supplementaion 1.1 mg B9, 1 mg B12, 5 mg B6 wird der Hcy

innerhalb von 21 Tagen signifikant gesenkt (Naurath(

et al. (1995), Lancet 346, 85-9)

Weitere Risikogruppen: P. mit metabolischem Syndrom, chronischer Gastritis, atropher

Gastritis, Senioren in Altenwohnheimen (eine Parallele dazu ist der Vitamin D-Mangel!! D

u.v.a.m.!) .!) und besonders Patienten auf Akutgeriatrien und B-Stationen. B

11


Vitaminstaus von Altenbewohnern

12


Pathologie der KHK und des MCIs

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Zu den bedeutendsten Krankheiten des

Herz-Kreislauf-Systems gehören die

ischämischen Herzkrankheiten

(Erkrankungen aufgrund von

Durchblutungsstörungen der

Coronargefäße) wie z.B. der Herzinfarkt.

Sie sind für über die Hälfte der Todesfälle

infolge Herzkrankheiten verantwortlich

(Statistik Schweiz).

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Pathologie des Insults

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Pathologie des Insults

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Pathologie des Alzheimer´s

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Pathologie des Alzheimer´s

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Pathologie des Alzheimer´s

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Symptom des Alzheimer´s

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● Autoantikörper gegen oxidiertes LDL-Cholesterol

● Asymmetrisches Dimethylarginin (ADMA, an der Stickstoffmonoxid-Produktion beteiligt)

● Chlamydien (trachomatis und pneumoniae) und Arteriosklerose

● C-reaktives Protein und Gefäß

äßrisiken (über(

inflammatorische Prozesse)

● Oxidativer Stress und freie Radikale

● Oxidantien- und Antioxidantienstatus (FRAP: Ferric Reducing Antioxidativ Power)

● Omega-3-Index (zwischen(

8% und 11% sind Herz-Kreislauferkrankungen,

besonders der plötzliche Herztod unwahrscheinlich)

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Oxidativer Stress

Nehmen die Oxidantien gegenüber den Antioxidantien im Organismus zu, dann resultieren

aus diesem Ungleichgewicht reaktive Sauerstoff-/Stickoxydspezies (RONS), die eine

oxidative Schädigung an DNA, RNA, Lipiden und Proteinen verursachen, damit die Funktion

der Zellen stören und in der Folge zu verschiedenen Erkrankungen führen f

können. k

Freie Radikale im Organismus

Freie Radikale und reaktive Sauerstoffspezies treten als Stoffwechselnebenprodukte, also

innerhalb normaler physiologischer Prozesse auf und erfüllen auch wichtige Aufgaben

innerhalb der Immunabwehr und als Botenstoffe. Endogene Quellen sind Mitochondrien,

Makrophagen und anderen Immunzellen, Peroxisomen sowie der Cytochrom-P450

P450-

Metabolismus.

Exogene Ursachen für f r die Bildung von RONS im Organismus sind verschiedene Metalle,

radioaktive Strahlung und freie Radikale in der Atmosphäre, Rauchen, Alkoholkonsum,

Medikamenteneinnahme, unausgewogene Ernährung,u.v.m

hrung,u.v.m.. ..

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Eicosanoid-

Stoffwechsel

23


Antioxidanzienregeneration

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Lineweaver Burk Diagramm

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Freie Radikale (RONS) und oxidativer Stress

Dadurch zeigt der Körper K

mit der Zeit Zeichen

der Alterung: die Haut wird schlaffer, faltiger

und verliert an Elastizität. t. Die Gelenke

werden steif und schmerzen, das Herz und

andere Organe arbeiten nicht mehr mit voller

Leistung, das Risiko für f r neurodegenerative

Erkrankungen steigt.

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Wichtige Radikale und reaktive Sauerstoff-/Nitrogenspezies

(RONS)

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Mitochondriale Dysfunktion

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● Diagnose eines Mikronährstoffmangels

● Mineralstoffe und Spurenelemente

Messmethode: AAS, AES, Ionen-sensitive

Elektroden, Voltametrie

● serologische oder intrazelluläre re Messungen

● Vitamine werden aus dem Plasma oder Serum gemessen

Messmethoden: HPLC, ELISA (25-OH

OH-D3,

Calcidiol). RIA, LIA, EIA

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Fehl- und Überernährung

sowie Bewegungsmangel

sind lebensgefährlich und

teuer!

● Nach Angaben des Bundesministeriums für f r Gesundheit (Statistik Austria 2008)

stehen bis zu 69 Prozent der Todesfälle in indirektem oder direktem Zusammenhang

mit Fehl- und Überernährung

● 80% der Erkrankungen werden als ernährungsbedingt eingestuft (WHO)

● Die ernährungsbedingten Erkrankungen verursachen rund ein Drittel der

Ausgaben in unserem Gesundheitswesen

● Um Erkrankungen, die ernährungsbedingt sind oder im Zusammenhang mit Fehl-

und Überernährung stehen, zu vermeiden oder diese direkt oder begleitend zu

behandeln, ist es erforderlich, fächerf

cherübergreifende therapeutische Maßnahmen, die

wissenschaftlich fundiert sind, durch qualifizierte Experten einzuleiten.

● Zivilisationskrankheiten sind sogenannte Wohlstandskrankheiten (civilisatory(

disease, , Western disease oder lifestyle disease) ) die gehäuft in den Industrieländern

ndern

auftreten

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Ligand-Rezeptor

Rezeptor-Transducer-

Adenylatzyklase-Komplex

Und

cAMP als second messenger

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Insulinrezeptor und Glut-4 4 Transporter

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Rezeptor-Tyrposinkinasen

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