Geschichte des Hafens - Hafenverein Hameln

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Geschichte des Hafens - Hafenverein Hameln

Inhalt dieser Seite:

• Die Geschichte des Hamelner Hafens

• Der Hochwasserschutzdeich am Hafen

• Die Hafenkräne auf den Werften in Hameln

• Die Derrick-Kräne in Hameln an der Weser

• Sonstige Hafen-Kräne in Hameln an der Weser

• Der Teleskopgasbehälter ("Gasometer") am Hamelner Hafen

Die Geschichte des Hamelner Hafens

Bereits 1869 hatte man mit der Hannover-Altenbekener Eisenbahn-Gesellschaft über

den Bau eines Schutz- und Handelshafens sowie einer Hafenbahn verhandelt und

entsprechende Geldmittel auswerfen wollen.

Dieses Vorhaben trat dann 1882 in ein neues Stadium.

Das preussische Ministerium für öffentliche Arbeiten ließ durch die Landdrostei

Hannover erklären, der Statt werde die Kosten für eine Bahn übernehmen, wenn die

Stadt Hameln das Gelände bereitstelle und den Hafen anlege.

Das schien den städtischen Kollegien in dieser Form nicht tragbar. Schließlich stimmte

der Minister einem Hamelner Gegenvorschlag zu: Der Staat baut Hafen und

Hafenbahn, und die Stadt gibt den Grund und Boden her und lässt eine 280 Meter lange

Kaimauer errichten. Erst 1886 setzte der Bau der Anlagen unmittelbar südlich der

Stadt ein und konnte 1887 zum Abschluss gebracht werden. Die Hafenbahn wurde am 2.

Dezember 1887 dem Verkehr übergeben. Der neue, mit einem Kostenaufwand von

58.000 Mark errichtete Hafen hatte eine Länge von 118 und eine Sohlenbreite von 37,5


Metern.

Er diente wie der alte, den man zuschüttete, den Schiffen zum Winteraufenthalt. Mehr

und mehr erfüllte er aber mit seinen Verkehrseinrichtungen – Kaimauer, vollspurigen

Gleisanlagen, Lagerplatz – auch seine Aufgabe als Handelshafen.

Jetzt war der unmittelbare Umschlag zwischen Eisenbahn und Schiffahrt möglich. Der

in Hameln gern erörterte Gedanke an einen „Weserbahnhof“ erwies sich allerdings als

nicht realisierbar.

Von einem Handels- und Verkehrshafen im strengen Sinne konnte erst später

gesprochen werden, als der Aufschwung der Weserschiffahrt und das immer dringender

hervortretende Verkehrsbedürfnis seine Vergrößerung notwendig machten.

Der Staat erweiterte das Hafenbecken um 187 Meter und die Stadt verbesserte die

Umschlagseinrichtungen, Massnahmen, die 1897/98 beendet wurden.

Der Schutzhafen von 1898 im Jahre 1903 fotografiert

(Foto: Archiv - alle Rechte vorbehalten)

Die Hamelner Grosswasserbauten – Wehre und Schleuse, Hafen und Hafenbahn –

kamen der Oberweserschiffahrt zugute, die seit den 1880er Jahren einen immer mehr

hervortretenden Aufschwung nahm und die Bedeutung Hamelns als Weserhafen und

Umschlagplatz ständig wachsen ließ.

Frachtkähne im Hafen Hameln im Jahre 1910

(Foto: Archiv - alle Rechte vorbehalten)

Mitten im 1. Weltkrieg – 1914/16 – ließ der Getreidekaufmann Moritz Salm (1878 –

1960) am Hafen einen sechsstöckigen Rieselspeicher mit einem Fassungsvermögen von

70.000 Doppelzentnern erbauen, der eine längere Frischhaltung auch feucht geernteten

Getreides ermöglichte.


Der Hamelner Hafen auf einer alten Postkarte aus den 20er Jahren

Im Herbst 1920 wird noch ein elektrischer Portalkran mit 4,4 Tonnen Tragfähigkeit

aufgestellt. Er soll das wichtigste Umschlaggut der Binnenschiffe, nämlich Getreide,

Kali, Steine, Holz und Kohle, direkt im Schutzhafen entladen.

Von dort wird es dann direkt mit der Hafenbahn oder Lastkraftwagen zu den

verarbeitenden Betrieben verbracht.

Festgefrorene Frachtschiffe im Hamelner Schutzhafen im Winter 1929

(Foto: Archiv - alle Rechte vorbehalten)

Im November 1926 steht Hameln nach Minden, Hannoversch-Münden und

Bremerhaven im Güterumschlag der Binnenschiffahrt auf der Weser an vierter Stelle.

Am 29. September 1929 wird der Speicher der Getreidehandlung W. Dralle am Hafen

durch ein Großfeuer vollständig vernichtet. Es entsteht ein Sachschaden in Höhe von

300.000 Mark.


Der Schutzhafen in den 50er Jahren

(Foto: Archiv - alle Rechte vorbehalten)

1950er Jahre: Schiffstaufe der "Nordland III" auf der Werft im Hamelner Hafen

(Foto: © Peter Kröger)

Weitere Informationen zur Schiffswerft im Hamelner Hafen finden Sie hier !

Der Umschlag im Hamelner Hafen war im Dezember 1955 – 1953/54 um 70 % auf

143.729 t gestiegen – erhöht sich um weitere 30 % auf 186.593 t und erreicht bei einem

Anteil von 102.000 t Getreide und Getreideerzeugnissen sowie 70.000 t Kohle

Höchststand seit 1914.


Die Wesermühlen am Hamelner Hafen im August 1959. Der 1949 fertig gestellte Bau

wird einige Jahre später auf der anderen Hafenseite durch ein Silo ergänzt. Im

Hafenbecken liegen zwei Raddampfer vor Anker.

(Foto: © Stadtarchiv Hameln - Best. 602 H Nr. 3/7]

Stapellauf des Frachtschiffes "ITH" auf der Werft im Hamelner Hafen

(Foto: © Gronemann, Hameln)

Im Laufe der Nachkriegsjahre verliert die Binnenschiffahrt in Hameln leider immer

weiter an Bedeutung.

Immer weniger Schiffe legen an, um hier ihre Ladung zu löschen.


1967: Noch werden Binnenschiffe im Hamelner Hafen, hier an der Wesermühle, be- und

entladen. Ein Bild, das sich leider in den nächsten Jahren grundlegend verändern wird.

(Foto: © Stadtarchiv Hameln)

So verliert auch der Hamelner Hafen seine führende Rolle und entwickelt sich mehr und

mehr zum reinen Schutzhafen für die Passagierschiffe der „Oberweser-Schiffahrt“.

Der Hamelner Schutzhafen in den 80er Jahren.

(Foto: © „Luftbild Hameln“, Verlag CW Niemeyer, Hameln, 1983)


Der Schutzhafen im Bereich der Wesermühle.

(Foto: © „Luftbild Hameln“, Verlag CW Niemeyer, Hameln, 1983)

Im Jahre 2001 gerät der Hamelner Hafen, der inzwischen ein "Dornröschendasein"

fristete, noch einmal ins Visier der Öffentlichkeit:

Hier: Presseberichte und Leserbriefe aus 2001

Der Hamelner Unternehmer Fritz Mayer wollte das Hafenbecken in eine Marina für

Sportboote verwandeln.

Weiterhin war von Seiten der städtischen Verwaltung geplant, den hintersten Teil des

Hafens komplett mit Schlamm aus dem vorderen Hafenteil aufzufüllen, um diesen dann

für die Sportboote nutzen zu können.

Kopie des Planes zur künftigen Hafennutzung von 2001. Zum Vergrössern bitte auf das

Bild klicken. (Quelle: unbekannt)

Die diversen Passagierschiffe der „OWD“, die „Brissago“ der Reederei Warnecke sowie


gewerbliche Frachtschiffe sollten in der Hafeneinfahrt in Höhe der Hauptgenossenschaft

(heute: Jugendwerkstatt) sowie der Wesermühle vor Anker gehen.

Für die Hausboote und ihre Besitzer wurde zunächst gar nicht nach einer

einvernehmlichen Lösung gesucht.

So kämpften die Reedereien um den geschützten Hafen, den sie als Winterquartier für

ihre Flotte dringend benötigten.

Die Hausbootbesitzer kämpften um ihre Liegeplätze, denn schließlich hatten sie eine

ganze Menge Geld in ihre Wohnschiffe investiert und wollten nun nicht unverschuldet

obdachlos werden.

…und einige kluge Köpfe im Rathaus wollten auch die Frachtschifffahrt nicht ganz

abschreiben („Niemand weiß heute, wie sich das in zehn Jahren entwickelt“ FBL

Deppmeyer) und sprachen sich gegen eine große Marina und für den Erhalt des alten

Schutzhafens aus.

Im Februar 2001 kaufte die Stadt Hameln den Hafen schließlich für 20.000 Mark, um zu

verhindern, dass der Hafen in private Hände fällt.

Mindestens 60 % der Fläche sollten für die OWD-Flotte, Hausboote und das

Fahrgastschiff „Brissago“ sowie für Frachtschiffe bleiben.

Trotz vieler schöner offizieller Worte gab es noch immer Befürworter, die Hausboote

und ihre Besitzer ganz aus dem Hafen zu verbannen.

Zu diesem Zeitpunkt lagen noch einige unbewohnte Schiffswracks im Hafen, von denen

zwar laut Verwaltung „keine Gefahr für die Umwelt ausgeht“ (AL Bruns), wie

Ratsmitglied Paschwitz in öffentlicher Sitzung mehrfach behauptete, aber die

Diskussion über das Für & Wider der Hausboote wollte partout kein Ende nehmen.

So wurde im Jahre 2002 als Konsequenz der Hafenverein Hameln e.V. gegründet, der

sich den Interessen der Hausbootbesitzer aber auch den Aspekten des Umwelt- und

Naturschutzes im Hafen annahm.

Ein Aspekt, der bis dahin bei dieser Diskussion nahezu völlig vergessen worden war.

Der Hafenverein hob, entkernte und entsorgte in der Folgezeit die „herrenlosen“

Schiffswracks und kümmerte sich darum, dass die Forderung von Ratherr Paschwitz

aus 2001: „Jeder muss dafür sorgen, dass es im Hafenbecken ordentlich aussieht.“ nun

auch tatsächlich in die Tat umgesetzt wurde.


2002: Ein untergegangenes Schiff im Schutzhafen wird durch Hafenverein gehoben

(Foto: © Hafenverein Hameln)

Heute liegen hier die Personenschiffe der „Flotte Weser“ und der Firma „Warnecke“

sowie einige bewohnte Hausboote und das Vereinsschiff des Hafenverein Hameln e.V.,

die „Task“, geschützt vor Anker.

Mit seinen Hochwasserschutzdeichen erfüllt der Hamelner Hafen aber auch nach wie

vor seine Aufgabe, und bedingt durch die zunehmende Industriebebauung ringsherum

wichtiger denn je, das Industriegebiet „Süd“ bei Hochwasser vor verheerenden

Überschwemmungen zu bewahren.

Der Hochwasserschutzdeich am Hamelner Hafen

Hamelns Senator und Großmühlenbesitzer Friedrich Wilhelm Meyer setzte sich nicht

nur mit großem Engagement für die Weserschifffahrt und die touristische Erschließung

des Weserberglandes ein, sondern forderte auch konsequent ab 1899 den Bau eines

Hochwasserschutzdammes zur Sicherung weiteren Industriegeländes sowie die

Schiffbarmachung der Hamel.

Er sollte sich mit seinen Vorstellungen einer wirtschaftlich aufstrebenden Stadt mit

Hafen durchsetzen und heute trägt die Strasse, die direkt zum Hamelner Schutzhafen

führt, seinen Namen: "Senator-Meyer-Weg".

Durch den Hochwasserschutzdamm (Deich), der tatsächlich erst einige Jahre nach

Fertigstellung des eigentlichen Schutzhafens errichtet wurde, sollte also ein neues

Industriegelände der Stadt erschlossen werden können.

Hier einige Fakten aus der Hamelner Stadtchronik: Das 1907/08 durch den

Hochwasserschutzdamm vor Überflutung gesicherte und durch die auf 1000 Meter

schiffbar gemachte Hamel verbundene Gelände im Süden der Stadt konnte im

wesentlichen erst nach dem Kriege industriell genutzt werden.

Am 18. Dezember 1917 erwarb die Stadt Hameln für den Kaufpreis von 840.000 Mark

das grosse Gelände am Hafen samt den beiden Ziegeleien an der Ohsener Strasse.


So wurde die Basis dafür geschaffen, südlich des Stadtkerns in Hafennähe, jedoch

abseits der Wohngebiete, neue Industrien zu zentralisieren.

Am 16. November 1919 werden erweiterte, jedoch nicht speziell beschriebene

Baumassnahmen am Hochwasserschutzdeich in der Stadtchronik dokumentiert.

Das Industriegebiet Hameln-Süd mit dem riesigen AEG-Gelände (früher DOMAG,

heute VOLVO) im Vordergrund und dem Hamelner Schutzhafen mit Schiffswerft am

oberen rechten Bildrand im Jahre 1961.

(Foto: © Stadtarchiv Hameln)

Der erste Spatenstich für das neue Industriegebiet Hameln-Süd, ein 26-Millionen-

Deutsche Mark-Projekt, das bis 1884 durchgeführt werden soll, erfolgt am 15. April

1980.

Inzwischen schützt der Hochwasserschutzdeich so bedeutende Industrieunternehmen

wie die VOLVO bzw. ABG-Baumaschinen-Produktion, das Lebensmittelwerk Vogeley,

das Kesselwaggonbau- und Reinigungsunternehmen Kaminski, die Spedition Ewald

sowie die Firma Containerbau Hameln - um nur einige Wenige zu nennen.

Die Kräne auf den Werften und Hafenanlagen in Hameln

Teil 1: Die Hafenkräne auf den Werften in Hameln

Auf dem Gelände der Kaminski-Weserwerke-Werft an der schiffbaren Hamel (1919 -

1926) sowie dem Areal der Oberweser-Schiffswerft im Hamelner Hafen

(1929 – 1964) existierte jeweils ein Hafenkran zum Be- und Entladen von

Transportmitteln sowie als Montagehilfe zum Bau- und Umbau von Schiffen.

Die Hauptanwendung dieser Kräne war das Be- und Entladen sowie die Verlastung von

Gütern an einen bestimmten Punkt.


Portaldrehkran der Oberweser-Werft im Hafen.

(Foto: © Peter Kröger)

Portaldrehkran der Oberweser-Werft im Hafen.

(Foto: © Peter Kröger)

Die davor verwendeten Handwinden waren nicht mehr zeitgemäß und mit den

umzuschlagenden Materialien und Mengen hoffnungslos überfordert.

Portaldrehkran der Oberweser-Werft im Hafen.

(Foto: © Hartmut Meyer-Hermann)

Man entschied sich auf beiden Werften jeweils für einen Portal-Ausleger-Drehkran

(Portaldrehkran) als Gittermastkonstruktion.

Diese Kräne waren als Schienen-Laufkräne (Mit Unterwagen, der auf Schienen läuft)

konstruiert und konnten fast auf der gesamten Länge der Reparatur- und

Neubauhelgen verfahren werden.


Portaldrehkran der Oberweser-Werft im Hafen.

(Foto: © Peter Kröger)

Portaldrehkran der Kaminski-Werft an der schiffbaren Hamel

(Foto: © Werksarchiv Franz Kaminski GmbH, Hameln)

Somit mussten die Schiffe zum Be- und Entladen nicht mehr zum Kran verholt werden,

sondern der Kran kam zu den Schiffen.

Dieses bedeutete für den Betriebsablauf eine erhebliche Vereinfachung.

Der Antrieb des Krans erfolgte elektrisch über ein in der Erde verlegtes

Starkstromkabel.

Damit war der Kran seinerzeit ein hochmodernes Gerät. Schließlich gab es damals noch

viele Hafenkräne, die mit Dampf oder druckwasserhydraulisch angetrieben wurden.

Die Hersteller der in Hameln stationierten Kräne waren vermutlich die damals

namhaften Firmen Bamag-Meguin aus Berlin und/oder die Firma DEMAG aus

Duisburg.


Einbringen eines Kessels mit Hilfe des Hafenkrans (ca. 1924) in ein Kesselschiffneubau

an der schiffbaren Hamel.

(Foto: © Werksarchiv Franz Kaminski Waggonbau GmbH)

Einbringen der Kessel mit Hilfe des Hafenkrans in das Schiff.

(Foto: © Werksarchiv Franz Kaminski Waggonbau GmbH)

Nach den vorliegenden Fotos und Informationen hatten die Kräne vermutlich eine

Tragkraft von ca. 2000 kg, eine Hubhöhe von 12 Metern sowie eine Kranauslage von ca.

11 Metern.

Die anfängliche Vermutung, dass der Hafenkran der Kaminski-Werft nach deren

Stilllegung später auf der Oberweser-Werft im Hafen wieder aufgebaut wurde,


estätigten sich nicht. Es handelt sich tatsächlich um zwei verschiedene Kräne,

vermutlich auch unterschiedlicher Hersteller.

Teil 2: Die Derrick - Kräne in Hameln an der Weser

Derrick-Kran...

...ist die Bezeichnung für einen Kran, der aus einem lotrechten Mast und schrägem

Ausleger besteht.

Der Ausleger kann beliebig geschwenkt und durch ein Seil gehoben und gesenkt werden.

Er wird auch Gittermastkran oder Dreibockkran genannt.

Der Name stammt von dem englischen Henker Thomas Derrick.

1950: Der Derrick-Kran bei der Firma Schütt & Cie. im Hamelner Hafen (links unten

im Bild).

(Foto: © Stadtarchiv Hameln)

Der Derrickkran ist ein stationärer Kran, der sich zum Heben schwerer einzelner

Lasten eignet.

Kleinere Exemplare finden sich gelegentlich noch in Holzsägewerken.

Einer der ursprünglichen Vorteile des Derrickkrans liegt darin, dass er durch seine

Konstruktion relativ einfach zu berechnen ist - er besteht nur aus geraden Stäben oder

Gitterträgern, die gelenkig miteinander verbunden sind.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Derricks zunehmend größer und stärker, da sie

aus vernietetem Eisen und später aus vernietetem Stahl hergestellt wurden. Traglasten

von 10 Tonnen bei 20 Meter Ausladung waren dadurch keine Seltenheit mehr.

Es gab sehr viele verschiedene Arten von Derrick-Kräne. Allen Kränen gemeinsam war

jedoch ein drehbarer senkrechter Standmast. Unterschieden wird grundsätzlich

zwischen seilverspannten Derrickkranen sowie Strebenderrickkranen.

Derrick-Kräne wurden anfangs von den entsprechenden Baufirmen vielfach selbst


hergestellt. In Deutschland gab es neben vielen kleinen Derrickbaufirmen insbesondere

nach dem 2. Weltkrieg zwei namhafte große Derrickkran-Hersteller: Schmidt-Tychsen

in Hamburg, und Friedrich Krupp in Rheinhausen.

Im Hafen von Hameln existierten mindestens zwei ortsfeste Exemplare ohne Plattform.

Ein Seilderrickkran befand sich im Schutzhafen bei der Holzfirma Schütt & Cie., ein

weiterer Derrick-Kran auf dem Gelände der Holzfirma König.

Dieser Kran existiert noch heute, befindet sich jedoch in einem erbarmungs- und

renovierungsbedürftigen Zustand.

1950: Der noch existierende Derrick-Kran auf dem ehemaligen Firmengelände der

Holzhandlung König an der alten Eisenbahnbrücke.

(Foto: © Bernhard Mandla)

Technische Informationen:

• www.hansebubeforum.de

• © Wissen Media Verlag

• Wikipedia® - Die freie Enzyklopädie

Teil 3: Sonstige Hafen-Kräne in Hameln an der Weser

1. Im Herbst 1920 wird ein elektrischer Portalkran mit 4,4 Tonnen Tragfähigkeit

aufgestellt. Er soll das wichtigste Umschlaggut der Binnenschiffe, nämlich

Getreide, Kali, Steine, Holz und Kohle, direkt im Schutzhafen entladen.

Von dort wird es dann direkt mit der Hafenbahn oder Lastkraftwagen zu den

verarbeitenden Betrieben verbracht.

(Weitere Details zu diesem Kran sind zur Zeit leider noch nicht bekannt.)

2. Auf der Hafenseite der Wesermühlen Hameln, Kurt Kampffmeyer, ("Matador

Mehl") war ebenfalls ein Portal-Ausleger-Drehkran (Portaldrehkran) als

Gittermastkonstruktion im Einsatz.


Fliegeraufnahme aus dem Jahre 1958: Der Teleskopgasbehälter im Hafengebiet, heute

"Industriegebiet SÜD"

(Foto: © Stadtarchiv Hameln Best. 607 Nr. 656)

Er besteht aus einem Sperrwasserbecken, zwei Teleskophubteilen und einer Glocke,

wurde im Jahre 1942 erbaut, in 1954 aufgestockt und steht zur Zeit noch nicht unter

Denkmalschutz.


Der Teleskopgasbehälter von der Strasse "Am Hafen" aus gesehen. Da sich im Juli 2009

das Busdepot des öffentlichen Nahverkehrs ("Öffis") gerade im Neubau befand, wurde

die gesamte Busflotte nach Feierabend in dieser Zeit auf einem grossen Platz

unmittelbar vor dem Gasbehälter am Hafen abgestellt.

(Foto: © Bernhard Mandla)

Der Niederdruck – Glockengasbehälter der Stadtwerke Hameln

1. Aufbau und Funktionsweise

Der Glockengasbehälter besteht aus einem runden Wasserbecken aus Stahlbeton, in das

zwei Teleskopbehälter und eine Glocke (Hubteile) aus Stahlblech eintauchen. Die

Bewegungen der Hubteile werden durch Rollen, die an einem Stahlgerüst laufen,

geführt.


Historische Darstellung von Aufbau und Funktion des Gasbehälter.

(Foto: ©Stadtwerke Hameln)

Zur äußerlichen Begehung des Gasbehälters befinden sich am Führungsgerüst ein

Treppenturm mit Plattformen, zwei Rundgänge und eine Korbleiter aus Stahl. Die


Abdichtung der beweglichen Behälterteile erfolgt mit der Wassersperrschicht des

Wasserbeckens und über Haktassen, die beim Eintauchen in das Wasserbecken mit

Wasser gefüllt werden.

Die Befüllung und Entleerung des Behälters erfolgt über eine Gasleitung, die durch das

Beton-Wasserbecken führt und über der Wasser-Sperrschicht im Behälter endet. Die

Sicherung und Absperrung des Behälters wird durch in der Gasleitung eingebaute

Motorschieber, einer Rückschlagklappe sowie weiterer handbedienbarer Schieber und

einem Flüssigkeitsabschluss, der als Wassertopf ausgebildet ist, erreicht.

Bei der Befüllung des Gasbehälters wird zuerst die Glocke und anschließend werden die

zwei Teleskope nacheinander durch das einströmende Gas und des daraus

resultierenden Gasdruckes von ca. 15 mbar bis 25 mbar angehoben. Dieser Vorgang ist

mit einer Traglufthalle vergleichbar.

Gasbehälter mit Gerüst, Führungsrollen und Umgang.

(Foto: ©Stadtwerke Hameln)

Das Wasserbecken beinhaltet eine grosse Wassermasse, die sich bei Frost nur sehr

langsam abkühlt. Um eine Eisbildung des stehenden Wassers zu vermeiden, wird das

Wasser aus dem Wasserbecken umgewälzt. Es wird zunächst in die oberste Haktasse

gepumpt. Von dort strömt es durch Überläufe in die unteren Haktassen und gelangt

wieder in das Wasserbecken. Auf diese Weise wird eine Wasserzirkulation bzw.

Wasserbewegung erreicht, die eine Eisbildung verhindert. Bei anhaltend stärkerem

Frost wird das zirkulierende Wasser durch eine angeschlossene Ferndampfleitung über

einen Wärmetauscher frostfrei temperiert.

Die wichtigsten Messwerte wie Behälterinhalt, Wassertemperatur, Behälterdruck,

Behälter Zu- und Ablauf werden mit einem Rechner in der Netzleitstelle registriert und

ständig überwacht.


Gasbehälter aus der Vogelperspektive.

(Foto: ©Stadtwerke Hameln)

Früher diente dieser Gasbehälter in Zeiten der Eigengaserzeugung neben weiteren

Gasbehältern als reiner Gasspeicher für Hameln.

Heute dient der Gasbehälter u. a. zum Ausgleich von Kapazitätsspitzen (interne

Regelenergie) und zur Noteinspeisung bei Ausfall des Gasbezuges am

Netzkopplungspunkt.


Gasbehälter in einer Gesamtansicht.

(Foto: ©Stadtwerke Hameln)

2. Technische Daten des Gasbehälters

• Behälterinhalt: max. 24.000 m³

• Baujahr: 1942 mit max. 16.000 m³

• Aufgestockt: 1954 auf 24.000 m³

• Hersteller: Firma F.A. Neuman Anlagentechnik, Eschweiler

• Durchmesser: ca. 36 m

• Höhe bei max. Inhalt: 28,5 m

• Betriebsdruck: ca. 25 mbar

• Teleskope (Summe Hubteile und Oberglocke): 3fach

• Art und Form des Wasserbeckens: Stahlbeton

Hier ein paar Daten und Fakten zur Geschichte der Gasversorgung in Hameln:

1896


Aus: „Statistische Mitteilungen über die Gasanstalten“ von Dr. E. Schilling 1896:

Hameln. 16.000 Einwohner. Eigentümerin: die Stadtgemeinde. Dirigent: A. Riege.

Geschichtliches: Die Anstalt wurde im Jahre 1861 erbaut. Der Gründer, Unternehmer

und Erbauer war Herr F. Trulsen, welcher die Anstalt bis zum 15. Juli 1874 in Besitz

hatte und an diesem Tage an die Allgemeine Gas-Actien-Gesellschaft zu Magdeburg

verkaufte. Am 1. Januar 1889, noch zwei Jahre vor Ablauf der Concession, ist die

Anstalt von der Stadt käuflich erworben.

Anstalt: Leistungsfähigkeit: 5.000 cbm Steinkohlegas pro Tag.

1913/14

• Eigentümer. Stadtgemeinde

• Direktor: A. Riege

• Gasmeister: Adolf Schaper

• Leistungsfähigkeit: 8.000 m³ Steinkohlegas/Tag

• 5 Retortenöfen mit insgesamt 45 Retorten

• 3 Gasbehälter mit zusammen 9.100 m³

• 30 km Rohrnetz

• Gasproduktion in 1912: 1.710.743 m³

• Gasproduktion in 1911: 1.607.650 m³

• 47 Gasmotoren mit gesamt 316 PS

• 10 nasse Gasmesser

• 3.265 trockene Gasmesser

• 67 Gasautomaten

• Strassenbeleuchtung: 526 Gaslaternen (Fernzündung System BAMAG) und

elektrische Beleuchtung

1931 (Leistungen vermutlich vom Vorjahr)

Besitzer: Stadt

1.446.000 m³ Steinkohlegas

978.000 m³ Wassergas

1932 (Leistungen vermutlich vom Vorjahr)

Besitzer: Stadt

1.400.000 m³ Steinkohlegas

1.065.000 m³ Wassergas

1934 (Leistungen vermutlich vom Vorjahr)

Besitzer: Stadt

1.827.000 m³ Steinkohlegas

1.241.000 m³ Wassergas

1936 (Leistungen vermutlich vom Vorjahr)


Besitzer: Stadt

2.042.000 m³ Steinkohlegas

1.205.000 m³ Wassergas

1959

Hameln Gasversorgung Mittelweser GmbH

Bahnhofstrasse 18/20

Abgabe: 4.874.000 m³ im Jahre 1958

Hameln Stadtwerke

Hafenstrasse 14

Abgabe: 11.595.000 m³ im Jahre 1958

1983: Der Teleskopgasbehälter mit dem Hamelner Schutzhafen im Vordergrund.

(Foto: © Mit freundlicher Genehmigung des Verlages C.W.Niemeyer Hameln dem Buch

"Luftbild Hameln" entnommen)

Die Besonderheit des Hamelner Gasbehälters besteht darin, daß das Wasserbecken wie

bei den viel früher gebauten Gasbehältern mit einem Erdwall umhüllt ist.


Das Nutzvolumen von Glocken- bzw. Teleskopgasbehältern liegt allgemein zwischen 500

m³ und 100.000 m³.

2009: Der Teleskopgasbehälter bei Sonnenuntergang.

(Foto: © Bernhard Mandla)

Informationen:


• Stadtwerke Hameln GmbH, hier besonders Herrn Karl Michael Wiehe

(GW / Abteilungsleiter Gas- / Wasserversorgung) für die freundliche

Zurverfügungsstellung der technischen Unterlagen und Bilder

• Oliver Frühschütz (Gaswerk Augsburg) = Informationen über die Geschichte der

Hamelner Gasversorgung

• www.gaswerk-augsburg.de

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