Download - Interessengemeinschaft Effektive Mikroorganismen ...

ig.em.ch

Download - Interessengemeinschaft Effektive Mikroorganismen ...

Biogarten

EM-Bokashi im Garten

2

ERNTEABFALL WIR

Erntezeit: Susanne

Schütz vom Biohof

Birnbaum freut sich

auf ’s Gemüse, das

mit EM üppig herangewachsen

ist.

Schweizer Garten 10/2005


D DÜNGER

GEMÜSERESTE NICHT EINFACH VERROTTEN LASSEN,

SONDERN MIT EFFEKTIVEN MIKROORGANISMEN

IN WERTVOLLE PFLANZENNAHRUNG VERWANDELN.

Auf dem Beet: Silvia Berchtold deckt die Flächen mit Ernteabfällen

ab. Weiche Blätter können ganz bleiben, Wurzelstrünke zerkleinern.

Die Schicht verdichten (festklopfen).

Im Herbst fallen bei der Ernte Berge

von Kohlkopfblättern, Sellerie- und

Rüeblikraut, von Bohnenranken, Chicoreeschöpfen

und erdigen Wurzelstrünken

an. Das ist Biomasse, die

dem Boden viele wertvolle Substanzen

entzogen hat und von denen wir

einen Teil der Erde wieder zuführen

könnten. Zum traditionellen Kompost

aufgesetzt, verliert diese organische

Masse über den Winter bis zu 70

% seiner Düngekraft. Über die Bokashi-Herstellung

gewinnt der Ernteabfall

noch Wirkstoffe hinzu (über

Fermentation wie bei Sauerkraut),

auch fällt weniger Sickerflüssigkeit an.

Die Bokashi-Miete bietet eine wirksame

Alternative zur üblichen Kompostierungs-Methode.

Der Vorgang

ähnelt der Herstellung von Küchen-

Bokashi (Artikel Januar 2005).

GARTENBOKASHI HERSTELLEN

Grössere Mengen Gartenabfall können

auf mehrere Arten bokashiert

werden. Wichtig ist, dass der Umwandlungs-Prozess

ohne Sauerstoff

abläuft, entweder 1. unter dichter

Mist- oder Erdpackung auf dem Beet

oder 2.luftdicht im Gefäss abgeschlossen

oder 3. satt zusammengepresst

unter Folie als Miete. Alle drei Bokashi-Formen,

bis zum Frühling abgeschlossen

und vererdet, sind als

Nährstoffgabe für die Beetvorbereitung

zu verwenden. Das Füllgut wird

umso rascher und perfekter umgewandelt,

je kleiner die Pflanzenteile

sind (gehäckselt oder zerrupft).Tonnen-

oder Miete-Bokashi 14 Tage vor

Pflanzung ausbringen, damit sich das

sauer wirkende Material neutralisieren

kann.

1. Bokashi auf dem Beet: Ernterückstände

aller Art können direkt als Packung

auf dem Beet bis zum Frühjahr

ihre Nährstoffe an den Boden übergeben.

Der dicke Mulch in zwei Schichten

(je 5 bis 15 cm hoch) vererdet bis zur

nächsten Saison und liefert wunderbaren,

gehaltvollen Boden. Pflanzenreste

auf dem geräumten Beet ausbreiten,

mit EM-Lösung übersprühen. (Zusätzlich

kann mit EM-Keramikpulver

überstreut werden.) Silvia Berchtold

packt auf diese Schicht verrotteten

Rossmist (aus eigener Haltung), der

keine EM-Behandlung mehr braucht,

denn die Effektiven Mikroorganismen

haben bereits den Verdauungstrakt der

Pferde passiert: Der täglichen Fütterung

wird etwas Futterbokashi beige-

Mit EM-Lösung übersprühen: Das Beet mit Rückenspritze

(5 l Inhalt) oder Giesskanne mit EM-Lösung (20 ml EM/Liter Wasser)

überbrausen. Die Mulchschicht gründlich benetzen.

Verrotteten Rossmist: Er ist mit EM bereits durchdrungen, auf

dem Beet als deckende Schicht ausbreiten. Wenn mit anderem

Mist und Erde abgedeckt wird, nochmals mit EM übersprühen.

Schweizer Garten 10/2005


BOKASHI-HERSTELLUNG FÜR GRÖSSERE GEMÜSE-ABFALLMENGEN

Gemüseabfall aus Küche und Garten: zwei bis drei

Tage sammeln und am kühlen Ort aufheben. So

braucht die Tonne nur zwei bis dreimal pro Woche

gefüllt zu werden. Grosse und harte Teile vorher

zerkleinern.

EM-Lösung und EM-Keramikpulver oder Fertigbokashi

nach Füllung übersprühen/überstreuen.

(EM-Lösung 20 ml pro l Wasser).

Wichtig: Das Füllgut vorweg mit kleinem Brett oder

flachem Stein feststampfen.

Eine Tonne für Bokashi (100 l) kann recht einfach

selber hergerichtet werden. Wichtig: Vier Pflastersteine

auf den inneren Tonnenboden platzieren und

einen einfach zusammengenagelten Holzrost darauf

legen. Darüber noch eine gelochte Folie, damit Sickerflüssigkeit

aus der Füllung abfliessen kann. Für den

Sandsack eine kleine Plane (ein Quadratmeter mit jeweils

einer Öse pro Ecke) aus der Landi besorgen .Ungefähr

15 bis 20 l Sand, Splitt oder Kies in die Plane

füllen, damit das Rüstgut dauerhaft zusammengepresst

wird. Weil Sand in dieser Menge über 30kg wiegt, einen

Flaschenzug mit Zutaten aus dem Hobbymarkt

bauen. So kann das Schwergewicht praktisch und ohne

Kraftaufwand geliftet werden.

Sandsack per Flaschenzug herunterlassen. Der

Flaschenzug wurde mit drei Umlenkrollen installiert.

Das reduziert die Last auf ein handliches Mass. Der

Sandsack lässt sich auch mit «Frauenpower» leicht

hieven und absenken.

Praktisch sind die Ösen in jeder Ecke der quadratischen

Plane: Der Haken des Flaschenzuges fasst alle

vier reissfesten, genieteten Löcher zu einem Beutel

zusammen. Hier wird der Sack geöffnet, damit der

Sand ausgebreitet werden kann.

Der Umwandlungsprozess findet unter Luftausschluss

statt. Den Sand innerhalb der Plane ringsherum satt an

den Rand streichen, damit keine Luft in die Bokashi-

Füllung eindringen kann. Luftzufuhr würde die

Fermentierung stören. Die Zipfel der Plane zur Tonnenmitte

über den Sand zurücklegen.

Als Deckel dient ein Stück von einer dicken Plache,

die unter dem äusseren Tonnenrand zugebunden

wird. Ganz clever ist die Zugfeder, die Silvia Berchtold

einfach in die Seilschlaufe stramm einhängt

statt jedes Mal das Seil mühevoll straff um die Tonnenrundung

zu zerren und zu zubinden.

Wichtig ist der Ablasshahn: Die Tonne steht etwas

erhöht auf zwei Holzlatten. Der Ablaufhahn (aus

dem Hobbymarkt) wurde ganz unten (in Tonnenboden-Nähe)

eingesetzt. Die Sickerflüssigkeit wird alle

zwei bis drei Tage abgelassen und als Flüssigdünger

(stark verdünnt) gegossen.

Schweizer Garten 10/2005


fügt, der Stall mit EM-Lösung ausgesprüht.

So wird bereits über die Ausscheidung

der Tiere und die Stallpflege

die Stroh-Einstreu mit EM beimpft.

Ist kein mit EM beimpfter Mist vorhanden,

wird die oberste Mulchschicht

aus einer Mischung von Erde

und verrottetem Mist (Bio-Stroh,

ohne Halmverkürzung und ohne Pestizidrückstände)

auf dem Beet ausgebreitet

und abschliessend nochmals

mit EM eingesprüht.

2. Bokashi in der Tonne: Diese Variante

eignet sich über das ganze Jahr

für den grösseren Haushalt, wenn täglich

viele Rüstabfälle entsorgt werden

müssen und der kleine Bokashi-Eimer

zu schnell gefüllt wäre oder im Herbst

zu viele Ernterückstände aus dem

Garten anfallen.Wie beim Küchenbokashi

Schicht um Schicht einfüllen

(auf der linken Seite beschrieben).

Wichtig ist, dass die Luft im lockeren

Füllgut nach der Einschichtung herausgepresst

wird und nicht wieder

einfliessen kann. Weil bei der grossen

Tonne ein Sandsack zu schwer wird

und nicht mehr einfach aus der Tonne

herausgeholt werden kann, hat Silvia

Berchtold’s Mann die gewitzte Idee

aufgegriffen, einen Flaschenzug zu installieren,

mit dem der Sandbeutel

leicht und unkompliziert hoch gehievt

wird. Eine andere Variante für

die Pressung des Füllgutes wäre ein

passend zugeschnittener Holzdeckel,

mit einzelnen Steinen beschwert.

3. Die Erdmiete: Statt Kompost eine

Bokashi-Miete mit allen Gartenabfällen

aufsetzen. Pro Schicht auch ausgerissene

Wurzel- und Samenwildkräuter

mit erdigen Wurzelballen untermischen.

Das bringt den Wandlungsprozess

schnell in Gang, weil sich die

Effektiven Mikroorganismen im Erdmilieu

am wohlsten fühlen. Auch hier

wird beim Aufsetzen der Miete Schicht

um Schicht mit EM- Keramikpulver

überstreut und mit EM-Lösung übersprüht

oder mit Fertigbokashi über-

streut. Samen und Wurzeln der Wildkräuter

werden fermentiert und richten

keinen Schaden mehr an. Die

Miete darf nicht zu nass werden. Mit

Folie luftdicht abschliessen. Dazu Folienränder

in die Erde eingraben oder

ringsum mit Steinen beschweren.

Anne Lorch (Text und Bilder)

INFO

Infos und Bezugsquellen

Beratung, Kurse und Bezug von

EM-Produkten:

Biohof Birnbaum, 3436 Zollbrüch,

Tel. 034 496 71 48,

biogarten@bluewin.ch

Biogarten

5

Bokashi-Miete:

Am Kompostplatz

Rüstabfälle und

Wildkräuter mit

erdigen Wurzeln

aufschichten (pro

Schicht bis 15 cm

Höhe).

Gut festtreten

(stampfen) und mit

EM-Keramikpulver

überstreuen und mit

EM-Lösung übergiessen

oder nur

Fertigbokashi überstreuen.

Mit Folie vor

Licht und Luft

schützen.

Bereits nach 2 Monaten

hat sich das

organische Material

zu wunderbarer Erde

gewandelt.

Schweizer Garten 10/2005

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine