Der Grundbach - Oberösterreichisches Landesmuseum

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Der Grundbach - Oberösterreichisches Landesmuseum

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Ökomorphologische Gewässerbewertungen (WERTH 1987) geben dagegen

die Möglichkeit, morphologische und strukturelle Zustände in und an

Gewässern zu erfassen, sie an Hand von fünf Beurteilungskriterien in vier

Zustandskiassen einzustufen und damit exakte, mit anderen Orten vergleichbare

Angaben zu machen. Zusammen mit der Bestimmung der

Wassergüte mit Hilfe von Organismen lassen sich auch im Gelände Beschreibungen

von hohem Aussagewert formulieren.

Bewertet werden nach WERTH Linienführung, Sohle, Verzahnung zwischen

Wasser und Land, die Böschungen (Ufer) und die begleitende Gehölzflora.

Die letztere leitet in allgemeine biologische Untersuchungen

und Aussagen über.

Werden diese fünf Beurteilungskriterien auf das Grundbachsystem umgelegt,

würde dies bedeuten:

* Die Linienführung ist sicher durch die intensive Bewirtschaftung der umgebenden

landwirtschaftlichen Flächen zwar nicht großräumig durch bauliche

Maßnahmen, aber durch Heranackern und Behinderung eines freien

Verlaufs verändert worden. Wenn es vielleicht keine direkten Verlegungen

waren, dann sicher Abdrängungen. Dabei haben die großflächig vorgenommenen

Drainagierungen eine Rolle gespielt. Diese aber liegen oft

viele Jahre zurück. Die ersten offiziellen Pläne für Entwässerungen

stammen aus 19o8. Inzwischen hat das Gewässer auf dem ihm zur Verfügung

bleibenden Platz wieder Schlingen und sogar kleine Mäander bilden

können.

* Das gesamte Grundbachsystems liegt im Löss oder im Lösslehm. Aus

diesem Grund ist die Sohle ausschließlich schlammig oder feinsandig.

Die seltenen Gefällsstufen sind durch Anlandungen vor Wurzeln oder

durch Schwemmgut entstanden. Einige meist verfallene Wehre, Ausleitungen

oder Brücken bilden durch eingebrachte Steine oder gar durch

Bauschutt die Ausnahme. Auch Versuche, durch solches Material die Seitenerosion

zu verhindern, sind selten. Nur kurze Stücke, so im Aubach

unterhalb des Hofes "Bundschuh", weisen eine Sohle aus Schotter auf.

Es wäre möglich, dass hier ganz lokal der deckende Löss bis zur Terrasse

abgetragen worden ist.

* Die Verzahnung zwischen Wasser und Land ist schwer zu beurteilen.

Durch den weichen, leicht erodierbaren Untergrund ist der Bach über weite

Strecken tief eingegraben. Damit aber wird die Möglichkeit zur Ausbreitung

und zu einer Breitenvariabilität geringer. Viel häufiger wird die Uferli-

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