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FORUM 39. Jahrgang, 2013, Heft 2 EDITORIAL Sexy Kernkompetenz, bitte! Sehr geehrte Leserschaft, die Sie sich über diese Überschrift wundern: Was daherkommt wie eine laxe FORUM-Anmoderation, ist nicht das, wonach es scheint, sondern weit mehr: In den Gremien des BDVI, welche sich intensiv mit dem Berufsstand und dessen Wahrnehmung befassen, herrschen hauptsächlich zwei Meinungen vor: Die einen sind der Auffassung, die Herausstellung der Kernkompetenz eines Öffentlich bestellten Vermessungsingenieurs sei das Nonplusultra. Andere hingegen vertreten den Standpunkt, dass es dem Beruf des Geodäten an Attraktivität, Modernität und an der Ansprache des potenziellen Nachwuchses gebricht. O-Ton: Unser Beruf ist nicht sexy! Wie soll man diese beiden Meinungen nun behandeln? Vielleicht, indem man das eine tut, ohne das andere zu lassen? Den Versuch ist es wert. Daher: Sexy Kernkompetenz muss es sein! Sie ist die Essenz dessen, was die Gremien des BDVI seit Langem fordern und fördern. Freilich ohne es so zu benennen. Albern? Mitnichten! Denn: Befragt man das in seiner Allwissenheit fehlbare, weil von Menschenhand gemachte Wikipedia, so erfährt man zu Kernkompetenz Folgendes: »Die Kernkompetenz bezeichnet eine Fähigkeit bzw. Tätigkeit, die ein Unternehmen im Vergleich zur Konkurrenz besser ausführen kann und dadurch einen Wettbewerbsvorteil erlangt hat. Sie wird durch die vier Merkmale Kundennutzen, Imitationsschutz, Differenzierung und Diversifikation determiniert.« Das mag seine Richtigkeit haben, aber es klingt fad. Daher wird Wikipedia auch danach befragt, was denn das Adjektiv »sexy«, abgesehen von all dem, was einem zunächst in den Sinn kommt, ausmacht: »Als allgemeine Faktoren […] lassen sich […] vor allem Merkmale wie Selbstbewusstsein, […] Humor und Kommunikationsfähigkeit benennen.« Verbindet man nun diese Definitionen, so erhält man – den ÖbVI fokussierend – einen gesellschaftlich wertvollen, schwer zu imi tie renden, spezialisierten Berufsträger, der es versteht, dieses Amt kompetent, selbstbewusst und eloquent auszufüllen. Und genau das ist doch das Ziel. Ob man dazu neue Wort- und Bildmarken erfindet oder sich in der Wortfindung von allem Tradi tionellen abwendet, sei anheimgestellt. Letztlich entscheidet der Adressat, da – und hier greift die Definition von Wikipedia wieder – die Wirkung des Adjektivs »sexy« »eher auf subjektiven Wahrnehmungen als auf objektiven Tatsachen basiert.« Viel - leicht gibt diese Sicht auf die Dinge den einen oder anderen Diskussionsanreiz für den BDVI-Kongress in Hamburg. Wahrscheinlicher ist es jedoch, dass die Beiträge dieses Heftes Gesprächsbedarf erzeugen. Denn nur selten bekommt man als ÖbVI, egal ob groß oder klein, alt oder jung, Ost oder West, so schonungslos den Spiegel vorgehalten, wie es BDVI-Ehrenmitglied Walter Schwenk in seinem »Aufruf zum Neuanfang« tut. Und das quasi zum Geburtstag. Man wird nach der Lektüre nicht um - hinkommen, sich zumindest in beruflicher Hinsicht selbst zu hinterfragen. Hamburg sollte Ort und Anlass genug sein, die Resul - tate auch im Kollegenkreis zu erörtern. Darüber hinaus wartet der BDVI-Kongress mit zahlreichen weiteren interessanten und wertigen Themen und Vorträgen auf die Mitglieder. Das FORUM ist bemüht, dies zu ergänzen und abzurunden. Nehmen Sie einfach das Heft mit auf die Reise und lesen Sie in der Bahn, im Flugzeug oder im Auto (nicht vorne links!) z. B. Guske, König, Klärle oder Burchardt. Besser kann man sich eigentlich nicht vorbereiten. Wir sehen uns in Hamburg! Quelle der Zitate: www.wikipedia.org 1 2

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