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Mythos und Symbol

Mythos und Symbol

Mythos und

Die geomantisch auffällige Lage des ersten Hitlerjugend- Lagers bei Murnau gab Volker Albert Anlass, die Mechanismen von emotionaler Manipulation zu untersuchen. Sein Fazit: Was auf dieser Ebene wirkt, auch Geomantie, wird auch heute bewusst oder unbewusst eingesetzt. Symbole sind so alt wie die Menschheit selbst. Sie wuchsen aus dem Urgrund von Wirklichkeitserfahrungen und wurden genährt von Träumen, Mythen, Phantasien und Erzählungen. Für das Entstehen eines Symbols spielen der menschliche Erfahrungsschatz, die inneren Einstellungen und die psychische Auslegung des Menschen eine große und bedeutende Rolle. Es entwickelt sich gleichsam aus uns heraus und nimmt damit automatisch Wesenszüge der menschlichen Psyche in sich auf. Aber gleichzeitig damit erhielt das Symbol seine Ambivalenz, seine Zweideutigkeit. Und so wie wie man […] im Normalfall […] vom Guten wie auch vom Schlechten einen gewissen Anteil in sich birgt, so ist dem vom Menschen beeinflussten Symbol auch das Gute und Böse zugleich immanent.“ 1 Dieses Zitat von Hubert Zeinar, promovierter Oberst a.D., stelle ich bewusst voran, denn wenn man im Bereich der Symbole und Mythen aus geomantischer Sicht forscht, landet man fast sicher bei der jüngeren Geschichte und dem Missbrauch der Geomantie durch den Nationalsozialismus. Die Suche nach den Ursprügen des Erfolgs des NS-Regimes stellt eher materielle, soziologische oder historisch erklärbare Zusammenhänge in den Vordergrund. Gefühle, Intuition und Wahrnehmungen wurden eher ins Reich der Mythen und Phantasien abgedrängt. Doch die Macht der Vorstellungskraft bestimmt auch die Gefühlswelt realitätsnaher Menschen und ist oft die Grundlage ihres politischen oder wirtschaftlichen Handelns. Der Sinngehalt von Symbolen und daraus entstandenen Mythen kann mit traditioneller Logik nicht erfasst werden. Dazu möchte ich Albert Einstein zitieren: „Wir sollten uns davor hüten, den Intellekt zu unserem Gott zu machen; gewiss er hat starke Muskeln, jedoch keine Persönlichkeit. Er darf nicht herrschen, nur dienen.“ Es sind die Erkenntnis-Strukturen des Intellekts und des „emotionalen Gehirns“ erforderlich, um alle Dimensionen von Symbol und Mythos zu ergründen. 1 Ein Mythos ist die sinnbildliche Deutung der Wirklichkeit. Im Mythos entfaltet der Symbolinhalt seine Fülle und seine Wirkung. Das mythische Bewusstsein trennt nicht Bild und Gedanke, sondern macht daraus ein ungetrenntes Ganzes. 2 In seinem hervorragenden Werk „Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus“ schreibt Nicholas Goodrich-Clarke: „… dennoch können Phantasien einen Status der Kausalität erlangen, wenn sie in Glauben und Werten von sozialen Gruppen verankert werden.“ 3 Es waren die Betonung von Vergangenheit und Tradition sowie die Angst vor wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen, die sich in Form von Wertvorstellungen in vielen Bevölkerungskreisen festsetzten und sie für die Macht und Magie des Wortes öffneten. Das Vergangene ist nicht tot, noch nicht einmal vergangen, wie es die Ge- Volker Albert Mythos und Symbol Zur Geomantie des HJ-Hochlandlagers bei Murnau schichte immer wieder beweist. Die Tabus der deutschen Geschichte lassen sich auch durch Verdrängung nicht aus der Welt schaffen, selbst wenn es viele Jahrzehnte so praktiziert wurde. Die eigene Geschichte In dieser kleinen und sehr persönlichen Studie soll nicht bewiesen werden, dass der Nationalsozialismus seinen Aufstieg und seine Macht bewusst eingesetzten okkulten oder geomantischen Praktiken verdankt. Sicherlich ist unbestritten, dass Rudolf Hess und Heinrich Himmler esoterischen Lehren anhingen, wobei Himmler die SS eher wegen der Effizienz und einem verbindenden Korpsgeist zu einem Orden nach Vorbild der Jesuiten zusammenschmieden wollte. Bereits viele Jahre vor der Machtergreifung entwickelte Guido von List eine deutschtümelnde Mythologie durch seine Inanspruchnahme von prähistorischen Monumenten und Megalithen für seine Hagaldome. Mit dieser Mythologie wurde bewusst eine deutschnationale Bedeutung auf kulturelle Objekte und Symbole übertragen. 3 Mir geht es hier insbesondere darum, welche Mittel und Methoden der Beein- 50 Hagia Chora 24 | 2006

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