Inhaltsverzeichnis Seite A Vorbemerkung ... - Eduard-Stieler-Schule

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Inhaltsverzeichnis

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A Vorbemerkung ................................................................................2

B Vollzeit- und Teilzeitschulformen ....................................................8

Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung ..............................................9

Zweijährige Berufsfachschule...........................................................17

Höhere Berufsfachschule für Chemietechnik ...................................25

Fachoberschule................................................................................32

Berufliches Gymnasium....................................................................36

Fachschule für Wirtschaft.................................................................40

Agrarwirtschaft .................................................................................48

Gastronomie.....................................................................................53

Gesundheit.......................................................................................58

Körperpflege.....................................................................................68

Nahrung............................................................................................72

Werkstatt für behinderte Menschen..................................................77

C Bausteine......................................................................................82

Ausstattung der Eduard-Stieler-Schule ............................................82

Sozialpädagogische Beratung..........................................................79

Schülervertretung und Elternbeirat...................................................79

Förderverein.....................................................................................80

Cafeteria „ESS-Ecke“ .......................................................................82

Außenkontakte .................................................................................88

Auf dem Weg zur gesundheitsfördernden Schule ............................88

Projekt Mediation..............................................................................90

Fortbildungsbedarf ...........................................................................92

Präsentation im Unterricht................................................................99

Evaluation des Schulprogramms....................................................107

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A Vorbemerkung

Die Leitkultur für unser Handeln in der Eduard-Stieler-Schule spiegelt sich

in unseren Leitzielen, die das Markenzeichen unserer Schule sind und den

Arbeitsprozess charakterisieren:

Erkenntnisse gewinnen

Selbstständigkeit entwickeln

Sozialverantwortung übernehmen

Diese Leitkultur wurde in einem Findungsprozess vom Schuljahr 1995/96

bis zum Schuljahr 1997/98 entwickelt. Die Eduard-Stieler-Schule nahm an

dem Modellversuch “Ethische Erziehung in der Schule” teil, der vom Hessischen

Kultusministerium und von der Bund-Länder-Kommission getragen

und vom damaligen HeLP in Wiesbaden begleitet wurde.

Wir untersuchten die vier zentralen Funktionen, die Schule zu erfüllen hat,

nämlich Lehren, Erziehen, Beurteilen und Beraten der jungen Menschen,

für deren Ausbildung wir verantwortlich sind. Ausgangspunkt unserer Untersuchung

bildeten umfangreiche Befragungen von Schülern, Ausbildern

und Lehrern 1 .

In pädagogischen Tagen und mit Hilfe von intensiven Methodentrainings

gelang es den Lehrern unseres Kollegiums, ihr “Handwerkszeug” an Lehrund

Lernformen zu erweitern sowie neue Wege bei der gemeinsamen

Gestaltung des Unterrichts mit den Schülern zu beschreiten.

Wichtig bleibt uns dabei, dass wir die Schüler im Rahmen des Prozesses

der Erkenntnisgewinnung fördern, ihre Selbstständigkeit entwickeln und

dass sie lernen bei allen Handlungen soziale Verantwortung zu übernehmen.

1 Im Folgenden wird zur Vereinfachung stets die männliche Form gebraucht.

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In der Unterrichtsarbeit in Form von Projekten, bei der Gestaltung von Tagen

der offenen Tür oder der jährlichen Verabschiedungsfeier unserer Absolventen

ist diese Leitkultur deutlich zu spüren.

Auf den folgenden Seiten wird dargestellt, wie in den einzelnen Berufsfeldern

und in den ihnen zugeordneten Berufen sowie in den verschiedenen

Vollzeitschulformen versucht wird bzw. werden soll, die o.g. Leitziele umzusetzen.

Darüber hinaus soll auch auf weitere, das Leben in der Eduard-Stieler-

Schule charakterisierende Aspekte hingewiesen werden.

Die Eduard-Stieler-Schule ist das Berufsschulzentrum des Landkreises

Fulda in Fulda. Sie liegt am Rande der Stadt, in unmittelbarer Nähe zu der

Ferdinand-Braun-Schule und Richard-Müller-Schule, den beiden beruflichen

Schulen in der Trägerschaft der Stadt Fulda. Zwei Gymnasien sowie

eine Realschule mit gymnasialer Oberstufe in privater Trägerschaft befinden

sich ebenfalls in der Nachbarschaft.

Die Eduard-Stieler-Schule ist im Rahmen der dualen Ausbildung die zuständige

Berufsschule für die folgenden Berufsfelder mit den dazugehörigen

Ausbildungsberufen.

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07

Berufsfeld

Gastgewerbe

Ausbildungsberuf

Ausbildungsdauer

Ernährung /

Hauswirtschaft

08

Gesundheit

09

Textiltechnik/

Bekleidung

10

Körperpflege

11

Agrarwirtschaft

Werkstatt für Behinderte

Fachkraft im Gastgewerbe

Restaurantfachmann/frau

Hotelfachmann/frau

Koch/Köchin

Fachfrau/-mann für

Systemgastronomie

Nahrung

Bäcker/in

Konditor/in

Fleischer/in

Medizinische/r

Fachangestellte/r

Zahnmedizinische/r

Fachangestellte/r

Verkäufer/in im Nahrungsmittehandwerk

Pharmazeutischkaufmännische/r

Angestellte/r

Produktveredler/in und Produktionsmechaniker/in

Friseur/in

Florist/in

Gärtner/in

Landwirt/in

2 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

2 Jahre

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Die Eduard-Stieler-Schule wird zur Zeit von etwa 1250 Berufsschülern besucht,

die aus der Stadt und dem Landkreis Fulda sowie aus den angrenzenden

Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Main-Kinzig-Kreis und Vogelsbergkreis

kommen, soweit es die Ausbildung erfordert und in den dortigen

Berufsschulen wegen zu geringer Schülerzahlen keine Fachklassen eingerichtet

werden können.

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Neben der Berufsschule sind unter dem Dach der Eduard-Stieler-Schule

zur Zeit die folgenden (Vollzeit-)Schulformen eingerichtet:

J a h r g a n g

10 11 12 13 14

Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung

(Eingliederungslehrgang in die Berufsund

Arbeitswelt; Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung)

Zweijährige Berufsfachschule

(Berufsfeld Ernährung und Hauswirtschaft)

Zweijährige Berufsfachschule

(Berufsrichtung medizinisch-technische

und krankenpflegerische Berufe)

Zweijährige Berufsfachschule

(Berufsfeld Agrarwirtschaft)

BB/EIBE

BFS 07

BFS 08

BFS 11

Höhere Berufsfachschule (Fachrichtung

Chemietechnik)

Zweijährige Fachoberschule

(Fachrichtung Gesundheit)

Einjährige Fachoberschule

(Schwerpunkt Ernährung und Hauswirtschaft)

Einjährige Fachoberschule

(Fachrichtung Gesundheit)

Berufliches Gymnasium (Fachrichtung

Ernährung und Hauswirtschaft)

Berufliches Gymnasium

(Fachrichtung Technik/Schwerpunkt Biologietechnik)

CTA

FOS

BG

BG

08 A

FOS

07

FOS

08

Zweijährige Fachschule

(Fachrichtung Hotel- und Gaststättengewerbe)

(Fachrichtung Fremdenverkehrswirtschaft/Tourismus)

FS

Diese Schulformen werden von ca. 650 Schülern bzw. Studierenden besucht.

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Die Lehrer der Eduard-Stieler-Schule erteilen Unterricht, der handlungsorientiert,

fächerübergreifend sowie EDV-gestützt ist und von Projekten

ergänzt wird. So wird im Rahmen der Erarbeitung von Geschäftsprozessen

(betriebliche Prozesse) das Lernfeldkonzept in der Berufsausbildung

umgesetzt. Viele Kollegen setzen sich mit Engagement und konstruktiv

über ihre Unterrichtstätigkeiten hinaus für die Eduard-Stieler-Schule und

ihre Weiterentwicklung ein. Stellvertretend seien genannt: Mitwirkung in

den Prüfungsausschüssen im Rahmen des dualen Berufsausbildungssystems,

Lehreraus- und Lehrerfortbildung, Entwicklung von Teamarbeit,

Verbesserung des Medieneinsatzes, Durchführung von Schüleraustauschen,

Mitarbeit in der Schulkonferenz oder im Förderverein und in der

Konfliktberatungsgruppe. Ferner zählen insbesondere dazu die Kontaktpflege

zu den Ausbildungsbetrieben in unserer Region sowie den angrenzenden

Regionen, den Innungen, der Kreishandwerkerschaft und den

Kammern. Schulleitung, Kollegium, Schüler, Studierende und Elternschaft

versuchen stets, in Verbindung mit dem Schulträger und der Schulaufsicht

sowie in Kooperation mit Kammern und Betrieben, der Berufsberatung der

Agentur für Arbeit und der Hochschule Fulda das Schulformangebot den

Erfordernissen der Region anzupassen.

Auf den folgenden Seiten wird dargestellt, wie in den einzelnen Berufsfeldern

und in den ihnen zugeordneten Berufen sowie in den verschiedenen

Vollzeitschulformen versucht werden soll, die o.g. Leitziele umzusetzen.

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B Vollzeit- und Teilzeitschulformen

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Schulprogramm

Eduard-Stieler-Schule Fulda

Stand

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Bildungsgänge

zur Berufsvorbereitung

- Eingliederung in die

Berufs- und Arbeitswelt

- Bildungsgänge zur

Berufsvorbereitung

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I Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung

Die Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung in Vollzeitform umfassen an der

Eduard-Stieler-Schule in der Regel 6 bis 7 Unterrichtsklassen pro Schuljahr,

zu denen auch die EIBE-Lehrgänge (Eingliederung in die Berufs- und

Arbeitswelt) zählen. Grundsätzlich sehen wir in den Bildungsgängen zur

Berufsvorbereitung nicht nur eine Schulform, die der Erfüllung der verlängerten

Vollzeitschulpflicht dient, sondern vielmehr den Schülern verschiedene

Möglichkeiten in der Hinführung zur Berufs- und Arbeitswelt sowie

den Erwerb des Hauptschulabschlusses bietet.

Unseren Schülern ermöglichen wir die Orientierung an der Berufs- und

Arbeitswelt einerseits durch das Angebot verschiedener Betriebspraktika

und andererseits durch fachpraktischen Unterricht. Das berufsfeldorientierte

Unterrichtsangebot an der Eduard-Stieler-Schule während der einjährigen

vollschulischen Ausbildung in EIBE bzw. in den Bildungsgängen zur

Berufsvorbereitung umfasst die Berufsfelder Textiltechnik, Gartenbau sowie

Ernährung und Hauswirtschaft.

Die nachfolgend dargestellten Leitziele gelten ebenso wie die genannten

Stärken und Schwächen grundsätzlich sowohl für die EIBE-Lehrgänge wie

auch für die Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung. Dies resultiert aus der

engen Verzahnung und guten Kooperation der Kollegen, die in den Bildungsgängen

zur Berufsvorbereitung unterrichten sowie der gleichen

Schülerklientel in dieser Schulform. Dennoch sind einige Unterschiede

zwischen EIBE und den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung zu konstatieren,

die nachfolgend beschrieben sind.

Als Leitziele für unsere Arbeit in den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung

sehen wir

1. den Abbau der sozialen und/oder kognitiven Defizite der Schüler.

2. die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, sozialen Kompetenzen

und fachlichen Inhalten (lebenswelt- und fachpraxisbezogen; die allgemein

bildenden Inhalte orientieren sich an den Anforderungen des

Hauptschulabschlusses).

3. die Förderung von Leistungsfähigkeit und Lernmotivation der Schüler.

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4. die intensive Betreuung der Schüler in den Betriebspraktika mit entsprechender

Vor- und Nachbereitung.

5. den Einbezug der Personensorgeberechtigten in die schulische Erziehungsarbeit.

6. die Kollegen in einer Vorbildfunktion, in der die zu vermittelnden

Schlüsselqualifikationen und sozialen Kompetenzen den Schülern vorgelebt

werden:

• die Schüler so annehmen, wie sie sind und als Persönlichkeiten

anerkennen

• authentisch und ehrlich sein

• Geduld zeigen

• Noten als Leistungsbewertung und nicht als Sanktionsmittel einsetzen

• den Schülern auch bei kleinen Fortschritten Anerkennung zeigen

• den Schülern durch entsprechende Aufgaben Verantwortung übertragen

und damit Vertrauen entgegenbringen

• der Ausgrenzung einzelner Schüler durch die Lerngruppe entgegenwirken

• bei Sanktionen nicht ehrverletzend reagieren und handeln

7. die konsequenten Reaktionen aller Kollegen auf Fehlverhalten der

Schüler.

8. die gemeinsame Umsetzung der vereinbarten Regeln und Konferenzbeschlüsse.

9. die ständige Steigerung unserer fachlich-inhaltlichen, kommunikativen

und beratenden Fähigkeiten im Umgang mit benachteiligten Jugendlichen.

Die genannten Leitziele korrelieren sehr stark mit den Grundsätzen der

Eduard-Stieler-Schule - Erkenntnisse gewinnen, Selbstständigkeit entwickeln

und Sozialverantwortung übernehmen. Diese betrachten wir für

Schüler und Kollegen als sehr bedeutend.

Bei der Darstellung unserer Arbeit und auch der zu Grunde liegenden Arbeitsbedingungen

in den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung sind unterschiedliche

Stärken zu nennen.

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Als besondere Stärken stellen wir fest:

• freiwilliger und sehr engagierter Einsatz der Kollegen in den Bildungsgängen

zur Berufsvorbereitung langjährige und ausgeprägte

Teamarbeit

• den Unterricht begleitende sozialpädagogische Unterstützung

durch erfahrene Kollegen

• möglichst kleine Lehrerteams in den Klassen der Bildungsgänge

zur Berufsvorbereitung

• EDV-Unterricht mit der Möglichkeit, ein Zertifikat zu erwerben (Qualifizierungsbaustein

der Jugendberufshilfe)

• schulinterne Lehrerfortbildung zum Thema „Benachteiligte Jugendliche“

• Durchführung einer Einschulungswoche für alle Schüler der Bildungsgänge

zur Berufsvorbereitung mit der Möglichkeit, die gesamten

Unterrichtsangebote der Eduard-Stieler-Schule in dieser

Schulform kennen zu lernen

• die Abgabe von Berufsfeldwünschen durch die Schüler für die Einwahl

in die verschiedenen Unterrichtsklassen zu Beginn des Schuljahres

• regelmäßige und teilweise intensive Außenkontakte zu verschiedenen

Ämtern und Institutionen (z. B. Agentur für Arbeit, Jugendamt,

Drogenberatung, Pro familia, Schuldnerberatung, SkF, Grümel,

etc.)

• eine enge Kooperation mit der Brüder-Grimm-Schule (Förderschule)

• aktive Mitarbeit in der Jugendberufshilfe der Stadt Fulda

• Angebot von Englischunterricht zur Vorbereitung auf weiterführende

Schulformen

Gleichzeitig sehen wir aber auch Schwächen, die wir nicht verschweigen

wollen:

• nicht ausreichende Anzahl von Unterrichtsstunden im Unterrichtsfach

Sport

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• keine festen Klassenräume für Klassen der Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung

• der Unterricht findet teilweise in ungeeigneten Fachräumen statt

• es ist kein Zeitraum für Besprechungen von Klassenlehrern und

Sozialpädagogen in den Stundenplan eingearbeitet

Programm zur Eingliederung in die Berufsund

Arbeitswelt (EIBE)

Der Eingliederungslehrgang in die Berufs- und Arbeitswelt (EIBE) ist ein

Projekt des Europäischen Sozialfonds und des Hessischen Kultusministeriums

und stellt das Nachfolgeprogramm von EBA dar. Seit dem Schuljahr

1990/91 gibt es an der Eduard-Stieler-Schule die Eingliederungslehrgänge

in die Berufs- und Arbeitswelt. Mittlerweile werden vier EIBE-Gruppen in

der Eduard-Stieler-Schule beschult, die sich auf die verschiedenen Berufsfelder

aufteilen.

EIBE ist eine Fördermaßnahme, die sich an junge Menschen im Alter zwischen

16 und 19 Jahren richtet. Die Zielgruppe ist besonders von der Jugendarbeitslosigkeit

bedroht, hat keinen oder nur einen schwachen Schulabschluss.

Das Angebot von EIBE richtet sich auch an junge Aussiedler,

anerkannte Asylberechtigte, Asylbewerber und Migranten. Der EIBE-

Lehrgang dauert ein Jahr und wird mit Mitteln der EU und des Landes

Hessen gefördert.

Kenntnisse vermitteln

Übergeordnetes Ziel des Lehrgangs ist es, die deutsche Sprache zu erlernen

bzw. die vorhandenen Sprachkenntnisse zu vertiefen und Fachkompetenz

in den genannten Berufsfeldern zu erwerben. Durch zwei dreiwöchige

Betriebspraktika können die Schüler Erfahrungen in der Berufswelt

sammeln, andere Berufsfelder kennen lernen oder berufliche Kenntnisse

aktualisieren und praktisch umsetzen. Zusätzlich erleichtern die Praktika

das Erlernen der deutschen Sprache auf der außerunterrichtlichen Ebene.

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Auf unterrichtlicher Ebene soll das Alltagskommunikationsvermögen der

Lernenden erweitert und ihre Textkompetenz entwickelt werden. Die Anleitung

zum Verstehen und Verfassen von Texten in der Zweitsprache erfordert

den vielfältigen Umgang mit dem sprachlichen Symbolfeld (Sprachspiele

und Sprechübungen, Wortfeld- und Grammatikübungen, Textwiedergabe,

Bildergeschichten verfassen, u. a.). Der Sprachunterricht allein

kann den Aufbau der Textkompetenz aber nicht leisten; es bedarf der Mitwirkung

der anderen Fächer (Erwerb der Fachsprache, Vorgangsbeschreibungen).

Entsprechend ist der Unterricht fächerübergreifend organisiert.

Eine regelmäßige didaktisch-methodische Abstimmung des Sachund

Sprachunterrichts zwischen den unterrichtenden Lehrern soll den

Schülern den Spracherwerb erleichtern.

Selbstständigkeit entwickeln und Sozialverantwortung

übernehmen

Von seiner Konzeption her ist der Unterricht häufig handlungs- und projektorientiert

angelegt, da diese Unterrichtskonzeptionen u. a. ein ausgewogenes

Verhältnis zwischen Kognition und Tätigkeit postulieren und die

Lernwirksamkeit erhöhen sollen. So wird im Projekt „Bistro”, das die Schüler

an der Eduard-Stieler-Schule selbstverwaltet führen, sowohl die Fachkompetenz

(Anwendung des Fachunterrichts, Umgang mit Software „Menü

2000”) und Sprachkompetenz (z. B. unterschiedliche Kommunikationsanforderungen

im Servicebereich) gefordert als auch die Schlüsselqualifikation

„Teamfähigkeit” erworben bzw. erweitert.

Im Laufe des Lehrgangs werden die Lernenden durch ein schulformübergreifendes

Projekt „Bewerbertraining” auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz

oder einer Arbeitsstelle vorbereitet. Ein Förderkurs in Englisch

begleitet den EIBE-Lehrgang. Interessierten und leistungsfähigen Schülern

soll so der erfolgreiche Besuch einer weiterführenden Schule (i. d. R.

die zweijährige Berufsfachschule) erleichtert werden. Schüler, die noch

nicht über einen Hauptschulabschluss verfügen, können diesen am Schuljahresende

bei ausreichenden Schulleistungen erwerben.

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Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung

Auch für die Schüler der Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung, die nicht

an einer EIBE-Maßnahme teilnehmen, steht sozialpädagogische Begleitung

in Form von Gruppen- und auch Einzelfallarbeit zur Verfügung. Der

Umfang dieses flankierenden Angebotes, welches durch den Schulträger

und den Förderverein der Eduard-Stieler-Schule finanziert wird, ist jedoch

erheblich geringer als in den EIBE-Klassen. Je Bildungsgang zur Berufsvorbereitung

stehen z. Zt. zwei Unterrichtsstunden pro Woche zur Verfügung.

Erkenntnisse gewinnen

Der Unterricht in Klassen mit maximal 16 Schülern dient der Erweiterung

ihrer Kenntnisse in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Religion,

EDV, Wirtschaftskunde und Politik. Neben dem regulären Unterricht werden

im systematischen Training – zusammen mit Pro Job/Grümel und der

Agentur für Arbeit – Bewerbungsstrategien erarbeitet und ausbildungsrechtliche

Kenntnisse vermittelt.

Zwei zweiwöchige Betriebspraktika mit anschließendem schuljahrbegleitendem

wöchentlichen Praktikumstag lässt die Schüler die Realität der

Arbeitswelt erfahren und führt in einigen Fällen zum Abschluss eines Ausbildungsvertrages.

Selbstständigkeit entwickeln

Die in den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung in Vollzeitform unterrichtenden

Kollegen planen und realisieren fächer- und berufsfeldübergreifende

Projekte bzw. projektorientierte Unterrichtsreihen (z. B. Betreiben

des Bistros oder Bewerbungstraining), die den Schülern viel Raum zum

selbstständigen Arbeiten bieten.

Sozialverantwortung übernehmen

In Kenntnis der lebensgeschichtlichen und rollenspezifischen Bedingtheit

des eigenen Handelns und des Schülerhandelns etablieren die Kollegen

zusammen mit den Schulsozialarbeitern eine demokratische, therapeutisch

orientierte Lernkultur.

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Mit den Stichworten Schülerorientierung, Lebensweltbezug, forderndes

Lehrerengagement, pädagogisches Verstehen, Reflexion pädagogischer

Interaktionen, je individuell angemessenes Einfordern von Leistung, didaktisch-methodische

Phantasie (z. B. wechselnde Sozialformen, Vielfalt der

Lernorte und –gelegenheiten), lebensweltbezogene Beratung usw. sind

auch gleichzeitig Ziele der Fortbildung des Kollegiums benannt (Supervision,

Hospitation, pädagogische Konferenzen, externe Fortbildung).

Eine systematische unterrichtlich-beratende Zusammenarbeit mit den Eltern,

Praktikumsbetrieben, Pro Familia, Sozialdienst Katholischer Frauen,

Diakonie, Drogenberatung, Jugendgerichtshilfe, Jugendamt und Aussiedlerberatung

ist eingerichtet.

Aus den o. a. Darstellungen heraus ergeben sich zwangsläufig Forderungen,

deren zeitnahe Erfüllung wir anstreben.

Als wichtigste Forderungen sehen wir

• die Beibehaltung pädagogischer Tage zur Reflektion der geleisteten

Arbeit und Planung der zukünftigen Arbeit in unterrichtsfreien

Zeiträumen

• die Erhöhung des Anteils der sozialpädagogischen Arbeit in den

Klassen der Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung

• die Einführung von wöchentlichem Englischunterricht für alle Schüler

der Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung

• die Einplanung einer gemeinsamen Besprechungsstunde für die

Klassenlehrer und Sozialpädagogen im Stundenplan

• die Einstellung eines Kollegen mit dem Zweitfach Sozialpädagogik

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Schulprogramm

Eduard-Stieler-Schule Fulda

Stand

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Zweijährige

Berufsfachschule

- Agrarwirtschaft

- Ernährung und Hauswirtschaft

- Medizinisch-technische

und krankenpflegerische

Berufe

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II Zweijährige Berufsfachschule

Die Eduard-Stieler-Schule bietet Schülern nach dem Hauptschulabschluss

oder einem als gleichwertig anerkannten Abschluss die Möglichkeit, die

zweijährige Berufsfachschule zu absolvieren. Die zweijährige Berufsfachschule

endet als Vollzeitschule mit dem mittleren Bildungsabschluss.

Berufliche Schwerpunkte der zweijährigen Berufsfachschule an der Eduard-Stieler-Schule

sind:

• Ernährung und Hauswirtschaft,

• medizinisch-technische und krankenpflegerische Berufe sowie

• Agrarwirtschaft.

Neben der Allgemeinbildung werden in den berufsbezogenen Schwerpunkten

in Lernfeldern fachpraktische Fähigkeiten und fachtheoretisches

Wissen vermittelt. Der Abschluss der zweijährigen Berufsfachschule kann

für die Berufsausbildung im gleichen Berufsfeld auf die Ausbildungszeit

angerechnet werden.

Seit dem Schuljahr 2004/05 bietet die Eduard-Stieler-Schule den Schülern

für das Berufsfeld Ernährung und Hauswirtschaft die Möglichkeit an, sich

im Rahmen des Ausbildungsverbundes „Rhöner Lebensmittel“ während

der Schulzeit durch mehrere Praktika und Exkursionen über verschiedene

Lebensmittel- und Gastronomieberufe zu informieren. Solche Praktika

können zu Vorverträgen mit dem Ausbildungsverbund in einem Beruf mit

guten Beschäftigungsmöglichkeiten führen.

Erkenntnisse gewinnen

In der Berufsfachschule, Berufsrichtung medizinisch-technische und krankenpflegerische

Berufe, steht die Humanbiologie im Mittelpunkt. Hier erworbene

Kenntnisse werden durch praktische Unterrichtsinhalte gestützt

und erweitert. Zu nennen sind besonders die Lernfelder:

• Bereiche des Gesundheitswesens erschließen und auswerten

• Strukturen und Funktionen der Organsysteme im Überblick darstellen

• Erste-Hilfe-Maßnahmen begründen und durchführen

• Grundlegende Labortechniken anwenden

• Menschen bei der Gesundheits- und Krankenpflege unterstützen

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• Möglichkeiten der sozialen Absicherung im Gesundheitswesen erörtern

• Den Einfluss des Immun- und Hormonsystems auf das Wohlbefinden

darstellen

• Den Einfluss des Ernährungsverhaltens auf die Gesundheit analysieren

und diätetische Kostformen anwenden

• Labortechniken unter Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte

anwenden

• Menschen in verschiedenen Lebenssituationen und Lebensabschnitten

unterstützen

In dem Berufsfeld Ernährung und Hauswirtschaft in der Berufsfachschule

liegen die Schwerpunkte in der Theorie und Praxis der Ernährung des

Menschen. Zusammenhänge zwischen Gesundheit und richtiger Ernährung

werden theoretisch erarbeitet und praktisch umgesetzt. Unterrichtsorte

sind Lebensmittellabor, Großküche, Haushaltsküche und Übungsrestaurant.

Die Lernfelder im berufsorientierten Unterricht sind:

• Sich im neuen Umfeld orientieren

• Einfache Produkte herstellen und beurteilen

• Waren einkaufen, annehmen und lagern

• Ernährungsbewusstsein entwickeln und im Handeln berücksichtigen

• Berufstypische Produkte herstellen und beurteilen

• Berufstypische Produkte entwickeln und vermarkten

• Berufstypische Dienstleistungen erbringen

• Regionale und internationale Essgewohnheiten erkunden und sie für

die Arbeitsgestaltung nutzen

• Mitwirken bei der Ausrichtung von Veranstaltungen für bestimmte Anlässe

• Ein berufstypisches Projekt durchführen

Im Agrarbereich wechseln praktischer Unterricht in einer landtechnischen

Werkstatt sowie in einem Gewächshaus mit theoretischem Unterricht ab.

Die Lernfelder lauten:

• Lebensweisen von Pflanzen dokumentieren

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• Einflüsse auf das Pflanzenwachstum darstellen

• Mit Werkstoffen sachgerecht umgehen

• Funktion von Maschinen darstellen, ihre Handhabung demonstrieren

• Zusammenhänge zwischen Betrieb und Gesellschaft erfassen

• Pflanzen nach Verwendungsgruppen zusammenstellen

• Umweltschonende Kulturverfahren analysieren und bewerten

Im zweiten Ausbildungsjahr wird im Wahlpflichtbereich der Schwerpunkt:

Gärtnerin/Gärtner bzw. Landwirtin/Landwirt angeboten.

In allen Bereichen werden neben den genannten Inhalten naturwissenschaftlich-technische

Fächer und allgemeinbildende Fächer unterrichtet,

um den Zielen eines mittleren Bildungsabschlusses zu entsprechen.

Den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schüler soll durch Differenzierung

in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch entsprochen

werden, um Defizite auszugleichen und jedem die Chance zu geben,

sich langsam in den Unterrichtsstoff hineinzuarbeiten. Zusätzlich wird versucht,

Stützkurse in Deutsch, Mathematik und Englisch anzubieten, die

von den Schülern in ihrer Freizeit besucht werden können. Defizite in der

deutschen Sprache sollen durch Stützkurse für Ausländer und Aussiedler

ausgeglichen werden. EDV wird im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts

angeboten.

Selbstständigkeit entwickeln

Die Absolventen der Berufsfachschule werden in ihrer Berufsausbildung

und späteren Berufstätigkeit mit einer sich stetig verändernden Welt konfrontiert.

Selbstständiges Aneignen von Wissen, das Lernen zu lernen,

wird gefördert durch das Einüben von Arbeitstechniken, bei denen der

Lehrer eher die Rolle des Moderators inne hat. Schulform- und fächerübergreifende

Projekte sind ebenfalls Bestandteil des Unterrichts in der

zweijährigen Berufsfachschule. Ziel ist es, auf der Grundlage von biologischen

Kenntnissen die Eigenverantwortung zu stärken. Erste Erfahrungen

mit labortechnischen und pflegerischen Aufgaben erlauben Einblicke in

Berufsfelder. Bewerbungstrainings werden in den Unterstufen der zweijäh-

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rigen Berufsfachschule im Rahmen des Fachs Deutsch vorbereitet, durchgeführt

und evaluiert.

Im Rahmen des praktischen Unterrichts im Berufsfeld „Ernährung und

Hauswirtschaft“ lernen Schüler der Berufsfachschule an verschiedenen

Tagen eigenverantwortlich die Schulcafeteria zu organisieren. Dabei werden

von den Schülern Speisen für die Schüler- und Lehrerschaft zubereitet

und serviert.

Kreatives Gestalten in einer Arbeitsgemeinschaft „Kunst” wird von Berufsfachschülern

freiwillig und gerne gewählt, die Mitarbeit an einer Theatergruppe

findet ebenfalls häufig Interesse.

Sozialverantwortung übernehmen

In der zweijährigen Berufsfachschule wird das Miteinander besonders gefördert.

Wie wichtig soziale Verantwortung ist, wird in allen Berufsfeldern

im Unterricht vermittelt. Bei der gemeinsamen Arbeit in der Cafeteria lernt

man schnell, dass man nur als Team erfolgreich sein kann. Jeder muss

sich auf den anderen Schüler verlassen können. Projektarbeit in fächerund

schulformübergreifender Weise fordert, dass man aufeinander eingeht,

sich toleriert und Leistungsschwächere in die Lern- und Arbeitsprozesse

einbezieht. Bei der Speisenplanung werden Impulse aus anderen

Ländern aufgegriffen. So gibt es neben vegetarischen Gerichten auch typische

Speisen aus den Ländern, aus denen manche der Schüler ursprünglich

kommen.

Leitziele in der zweijährigen Berufsfachschule

Folgende Leitziele gelten als wesentliche Grundlage für die Arbeit in der

zweijährigen Berufsfachschule der Eduard-Stieler-Schule:

• Vorbereitung und Hinführung zur Berufs- und Arbeitswelt

• Berufliche Handlungsfähigkeit (Handlungskompetenz) durch das Training

von Fach-, Sozial-, Methoden- und Personalkompetenz erwerben

• Eigenverantwortung für praktische Tätigkeiten erlangen und selbstkritisch

beurteilen können; Umgang mit Sachbüchern (z.B. Kochbuch) erlernen

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• Menüs selbstständig, in Partner- oder Gruppenarbeit, unter Berücksichtigung

bekannter Kriterien planen, in die Praxis umsetzen und

selbstkritisch beurteilen

• Konzentrationsfähigkeit, Lernbereitschaft und Arbeitsdisziplin verbessern

• Zielgerichtetes, selbstständiges Erarbeiten von Sachwissen fördern

Stärken- und Schwächenprofil

Das Lehren und Lernen ist angesichts der veränderten gesellschaftlichen

Wirklichkeit einem stetigen Wandel unterworfen. Diesem Wandel muss

auch die zweijährige Berufsfachschule Rechnung tragen.

Zur Lernsituation an der Eduard-Stieler-Schule werden folgende Aspekte

aufgelistet:

1. Qualität des Lehrens und Lernens

Von Schülerseite wird verhältnismäßig oft fehlendes Verständnis in den

mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer sowie in der Fachpraxis

Gesundheit genannt. Dies ergänzt sich mit der Beurteilung durch die Lehrkräfte,

die fehlende Grundlagenkenntnisse, sehr lückenhaftes Allgemeinwissen

und auch ein mangelndes Abstraktionsvermögen beklagen. Lernanforderung

sind demnach für einen Teil der Schüler zu hoch, was auch

durch die relativ hohe Zahl an Wiederholern deutlich wird (im Durchschnitt

ein Drittel in der Unterstufe der zweijährigen Berufsfachschule).

Daneben sind z.T. eklatante Schwächen der Schüler hinsichtlich Arbeitstechniken,

Konzentrationsvermögen und Lernbereitschaft festzustellen.

Mangelhafte Lernbereitschaft und Selbstdisziplin, die Fähigkeit, sich auch

einmal etwas länger und intensiver mit einer etwas schwierigeren Aufgabenstellung

auseinander zu setzen, vervollständigen das Bild.

Daraus ergeben sich folgende Forderungen:

• Angebot von Förderunterricht in Mathematik, Englisch und Deutsch

• Förderung der Methoden- und Sozialkompetenz bei Lehrern und Schülern

• Lehrerteams, die eine Gruppe zwei Jahre begleiten

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• Unterrichtsangebote im sportlichen und kreativ-musischen Bereich

• Fachpraxisräume, die nach neuesten Standards eingerichtet und kontinuierlich

erneuert werden, z.B. Krankenpflegeräume, Lehrküchen,

Chemielabore

2. Qualität des Lebensraums Klasse/Schule

Die Schule und auch der überwiegende Teil der Lehrkräfte werden von

den Schülern positiv wahrgenommen. Besonders hervorgehoben wird immer

wieder, dass die Lehrkräfte die Schüler endlich ernst nehmen, dass

sie die Schüler zum Dialog auffordern und dass die Schüler sich selbst

und ihre Probleme und Schwierigkeiten in den Unterricht einbringen können.

Unterschiedlich beurteilt wird die Atmosphäre innerhalb der verschiedenen

Klassen. Bedingt durch die Neuzusammensetzung und dem damit

verbundenen Findungsprozess in der Unterstufe gibt es immer wieder

Probleme im Miteinander und der Klassengemeinschaft.

So positiv es ist, dass der einzelne Schüler ernst genommen wird, so negativ

ist es, dass ein Gefühl von Klassengemeinschaft erst spät oder gar

nicht zustande kommt. Es ist offensichtlich, dass gerade die Schüler in der

zweijährigen Berufsfachschule ein hohes Maß an Sicherheit, Verlässlichkeit,

Geborgenheit, Regelmäßigkeit, so etwas wie „Heimat“ in der Klassenund

Schulgemeinschaft benötigen, um dann auch entsprechende Leistungen

erbringen zu können.

Daraus ergeben sich folgende Forderungen, die wir als Veränderung anstreben:

• der Klassenlehrer sollte mit mindestens zwei Fächern und einer möglichst

hohen Stundenzahl bzw. einer zusätzlichen Klassenlehrerstunde

eingesetzt werden

• ständige sozialpädagogische Beratung und Betreuung

• eine drei- bis fünftägige Kennenlernphase in der zweijährigen Berufsfachschule

• feste Klassenraumzuordnung

• Absprachen im Lehrerteam über verbindliche Regeln und Sanktionen

(Konfliktmanagement)

• die Wiedereinrichtung eines Schülerarbeitsraumes

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3. Schulpartnerschaft und Außenbeziehungen

Hier ist vor allem das geringe Interesse bzw. Engagement der Eltern hinsichtlich

der Lernleistungen ihrer Kinder festzustellen. Dies wird nicht nur

an der Beteiligung an Elternabenden, sondern auch bei Problemen in der

Unterrichtssituation bzw. im Sozialverhalten deutlich. Eltern nehmen hier

ihre Erziehungsaufgabe leider all zu oft nur sehr bedingt oder gar nicht

wahr.

Darüber hinaus ist der Erfahrungsaustausch und die Kooperation mit den

abgebenden Schulen, insbesondere auf der Ebene der Fachlehrer, als

verbesserungswürdig zu beurteilen. Erstrebenswert ist, dass sich die

Fachlehrer gegenseitig über Anforderungen, Voraussetzungen usw. informieren,

um schulische Misserfolge möglichst zu vermeiden.

In Kooperation mit dem Ausbildungsverbund „Rhöner Lebensmittel“ werden

diese Betriebspraktika bereits durchgeführt.

4. Qualität des Schulmanagements

Insgesamt kann die Betreuung sowohl der Schüler als auch der Lehrer

durch die Schulleitung als engagiert und gut beurteilt werden. Große Probleme

bereitet allerdings immer wieder die Stundenplangestaltung der Berufsfachschulklassen.

Hier hat man in den vergangenen Jahren das Gefühl,

dass nur der vorhandene Mangel verwaltet wird. Dies zeigt sich zum

einen besonders im Ausfall bzw. in der Nicht-Erteilung von einer nicht unerheblichen

Stundenzahl im Vergleich zu den geforderten Stunden des

Lehrplans bzw. der Verordnung und zum anderen auch in den z.T. ungewöhnlichen

Anfangszeiten des Unterrichts und in einer schwierigen Vertretungsregelung

gerade beim Ausfall von Fachpraxislehrern.

Wie schon oben festgestellt, ist dies für die Lernanforderungen der Berufsfachschüler

kontraproduktiv. Kontinuität auch in der Stundenplangestaltung,

in der Vertretungsregelung und in der Besetzung der Lehrkräfte

muss in Zukunft stärker berücksichtigt werden. Darüber hinaus sollte es

auch wieder zur Selbstverständlichkeit werden, die von der Stundentafel

vorgegebene Pflichtstundenzahl anzubieten.

Oktober 2006


Seite 25

Schulprogramm

Eduard-Stieler-Schule Fulda

Stand

Oktober 2006

Höhere Berufsfachschule

für Chemietechnik

- Lebensmittelanalytik

Oktober 2006


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III Höhere Berufsfachschule

Fachrichtung Chemietechnik,

Schwerpunkt Lebensmittelanalytik

Die zweijährige Höhere Berufsfachschule bietet Schülern nach dem mittleren

Bildungsabschluss eine qualifizierte Berufsausbildung in Vollzeitform.

Der Abschluss erfolgt als staatlich geprüfter Chemisch-technischer Assistent

(CTA), Schwerpunkt Lebensmittelanalytik.

CTAs arbeiten in der Regel im Labor. Zum überwiegenden Teil sind sie in

den Abteilungen „Qualitätssicherung“ und „Forschung und Entwicklung“

eingesetzt. Arbeitgeber können dabei alle Sparten von industriellen Betrieben

sowie Forschungseinrichtungen sein, die über diese Abteilungen

verfügen, wie z.B. Auftrags- und Umweltlabore, Universitätsinstitute, Untersuchungsämter,

Betriebe der Lebensmittel-, pharmazeutischen, Reinigungsmittel-

oder Kosmetikindustrie. Auch die Arbeit im biotechnologischen

und medizinischen Bereich steht ihnen offen. Dabei helfen sie bei

der Entwicklung von neuen Produkten mit, führen Qualitätsprüfungen von

Rohstoffen, Halbfertig- und Fertigerzeugnissen durch oder übernehmen

Prozesskontrollen.

Erkenntnisse werden im berufsbezogenen Lernbereich in den Fächern

Grundlagen der Chemie, Praxis der Lebensmittelanalytik, Biologie/Mikrobiologie,

Physik/Physikalische Chemie, EDV, Umweltschutz und Ökologie,

Mathematik und berufsbezogenes Englisch vermittelt. Im allgemeinen

Lernbereich werden die Fächer Deutsch, Politik, Religion und Sport unterrichtet.

Eine Umstellung auf Lernfelder ist in Vorbereitung.

Selbstständigkeit wird gefördert durch die eigenverantwortliche Arbeit im

Labor, in dem ein Großteil des Unterrichts stattfindet. Dabei arbeiten die

Schüler praktisch und berufsbezogen nach vorgegebenen Versuchsvorschriften

einzeln oder innerhalb von Schülerteams. Entsprechend dem

Kenntnisstand werden die Schüler an den Umgang mit anspruchsvollen

Oktober 2006


Seite 27

Messgeräten herangeführt und bedienen diese selbstständig. Hierbei finden

offiziell anerkannte Untersuchungsmethoden Anwendung.

Sozialverantwortung wird bei der Laborarbeit gefördert. Die Arbeit im

Labor erfordert ein kooperatives und kommunikatives Miteinander. Gegenseitige

Hilfe und Unterstützung werden eingeübt. Durch den bewussten

Umgang mit Chemikalien lernen die Schüler für sich, ihre Mitschüler

und die Umwelt Verantwortung zu übernehmen. Die Schüler arbeiten in

einem sehr hochwertigen Arbeitsumfeld, für das sie Sorge zu tragen haben.

Leitziele

Die Schüler sollen eine fundierte fachliche und zeitgemäße Grundausbildung

erhalten, die sie befähigt, dem Berufsbild des Chemisch-

Technischen Assistenten gemäße Aufgaben zu übernehmen.

Sie sollen zum selbstständigen Arbeiten, Erarbeiten und Durchführen von

Arbeitsaufträgen befähigt werden.

Sie sollen einen verantwortungsvollen Umgang mit Versuchsergebnissen,

Daten, ihrem personellen und materiellen Umfeld einüben.

Ihre Kommunikationsfähigkeit soll gestärkt werden (Präsentation von Ergebnissen,

Umgang mit Menschen im Arbeitsteam/am Arbeitsplatz).

Oktober 2006


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Stärken

• Die hohen Lernanforderungen bereiten die Schüler gut auf ihre späteren

Aufgaben als CTA vor.

• Der hohe Anteil an Praxisunterricht mit langen Praxisblöcken (v.a. am

Nachmittag) bietet Gestaltungsspielraum auch für längere Versuche.

• Die Lerninhalte der Ausbildung sind eng mit den zukünftigen Anforderungen

verschränkt. Viele Lehrkräfte verfügen über eine einschlägige

Berufserfahrung. Daraus ergeben sich ein großer Praxisbezug und klar

strukturierte Lerninhalte.

• Überschaubare Schülerzahlen ermöglichen einen guten Kontakt zwischen

den Schülern und auch zwischen Schülern und Lehrkräften. Bei

Bedarf ist eine individuelle Betreuung einzelner Schüler möglich.

• Die Kennenlerntage tragen zu einem durchweg guten Klassenklima

bei.

• Die Kontaktaufnahme zu Ehemaligen wird im Rahmen der Kennenlerntage

ermöglicht. Neue Schüler profitieren von den Erfahrungen der Absolventen.

• Die Schule besitzt angenehme und gepflegte Lernräume (Labore) und

eine moderne und zeitgemäße Laborgrundausstattung. Die Schüler

tragen selbst zur Ordnung und Instandhaltung von Materialien und Geräten

bei.

• Die kleine Gruppe von unterrichtenden Kollegen - mit sehr gutem Kontakt

untereinander -ermöglicht eine enge Zusammenarbeit.

• Es bestehen gute Kontakte zur Industrie und zu fast allen Laboratorien

im näheren Umkreis. Dies sichert einen guten Informationsfluss und

die Aktualität der Ausbildung.

• Transparente Notengebung: Der Leistungsstand ist für Schüler gut

nachvollziehbar. Etwa vier Monate nach Beginn der Ausbildung wird

eine allgemeine Beurteilung des Leistungsstandes und der weiteren

Perspektiven vorgenommen. Nach Beurteilung durch alle Lehrkräfte

findet ein Gespräch mit den Schülern und mindestens zwei Lehrkräften

statt.

• Exkursionen zu CTA-beschäftigenden Betrieben werden angestrebt

und umgesetzt. Schüler erhalten dadurch Einblick in den Arbeitsalltag

Oktober 2006


Seite 29

eines CTA. Lehrer knüpfen hierdurch Kontakte für eine weitere Zusammenarbeit.

• Präsentationen spezieller Laborgeräte werden angestrebt und durchgeführt.

Schüler lernen dadurch Firmen, aktuelle Geräte und Entwicklungen

kennen.

• Kontakte zu Forschungseinrichtungen und anderen Lehranstalten fördern

die Aktualisierung und Professionalität der Ausbildung.

• Durch die Landesarbeitsgemeinschaft CTA/BTA bestehen gute Kontakte

zu anderen CTA-Schulen.

⇒ Daraus ergibt sich ein großes Beratungspotential für Kollegen.

⇒ Die hessenweite Anpassung der Ausbildungsanforderungen fördert

die Wettbewerbschancen.

• Es existiert eine enge Zusammenarbeit mit Labordisziplinen der Hochschule

Fulda (Ökotrophologie, Lebensmitteltechnologie) mit Austausch

/ Nutzung / Präsentation von Laborgeräten und -räumen.

⇒ Nutzung von Fachwissen in Form von Spezialisten und weiteren

Geräten vor Ort.

⇒ Beratungspotential für Fachkollegen.

⇒ Nutzung einer für den Bereich Chemie/Physik/Labor hervorragend

ausgestatteten Fachbücherei.

• Die CTA-Kollegen werden durch die Schulleitung im Hinblick auf Entwicklung

und Fortführung der Ausbildung wohlwollend unterstützt.

• Die finanzielle Situation zur Beschaffung von Verbrauchsmaterialien

und Kleingeräten (Ersatzbeschaffung) ist aufgrund eines noch finanzkräftigen

Schulträgers und die Unterstützung durch Externe noch befriedigend.

• Vermittlungschancen für gute und räumlich flexible Absolventen sind

auf dem Arbeitsmarkt im Laufe eines Jahres nach Abgang gegeben.

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Schwächen

• Der relativ neue CTA-Ausbildungsstandort Fulda besitzt bisher nur einen

geringen Bekanntheitsgrad.

• Die Ausgangsvoraussetzungen der Schüler weisen erhebliche Unterschiede

(Leistungsbereitschaft, bewusster Umgang mit der Ausbildung,

sprachliche und intellektuelle Fähigkeiten etc.) auf, die vor allem am

Anfang aufzufangen sind.

• Viele Schüler unterschätzen die Anforderungen an die Berufsausbildung

und versuchen sich mit Minimalaufwand durch die Ausbildung zu

lavieren.

• Angesichts des vollschulischen Bildungsganges tun sich einige Schüler

schwer, die Schule als Ort der Berufsausbildung zu realisieren.

• Der theorielastige Unterricht ist zeitweise noch zu lehrerzentriert.

• Da die Vermittlung und Förderung von Kommunikationskompetenz und

Selbstkompetenz Zeit und Raum beansprucht, treten diese in Konkurrenz

zur Vermittlung umfangreicher, fachlicher Anforderungen.

• Die instrumentelle Ausstattung für Praktika ist sehr kosten- und betreuungsintensiv

und ist daher nur sehr dünn. Ausweich- oder Ersatzgeräte

existieren nicht.

• Eine adäquate Betreuung von Großgeräten ist im Rahmen des Schulbetriebs

nur eingeschränkt möglich.

• Instrumentelle Analysegeräte und Laborgeräte erfordern Bedienungs-

Know-How. Dieses Wissen sollte im Kollegium breiter gestreut sein.

• Laborarbeit ohne Computerunterstützung ist heute nicht mehr denkbar.

Die enorme Bedeutung der EDV spiegelt sich in den Laborräumen in

keiner Weise wieder. Eine adäquate EDV-Ausstattung der Laborräume

und der Vorbereitung fehlt auch drei Jahre nach dem Neubau.

• Die CTA-Bereichsarbeit lastet auf wenigen Schultern. Dies führt zu einem

hohen Pro-Kopf-Aufwand pro Kollege an Nebentätigkeiten wie

Schulprogramm, Landesarbeitsgemeinschaft CTA (LAG), Umsetzung

des neuen Rahmenlehrplans (Lernfelder), Organisation und Durchführung

von Betriebspraktika und Sonderaktionen (Tag der Offenen Tür

etc.).

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Seite 31

• Koordinations- bzw. Nebentätigkeiten und Gerätebetreuung werden

kaum honoriert (keine A14-Stelle, Deputat im/für den CTA-Bereich)

• Gelegentlich ist ein Mangel an Akzeptanz hinsichtlich der CTA-

Ausbildung bei manchen Kollegen bzw. der Schulleitung spürbar. Es

wird nicht realisiert, dass es sich um eine berufsqualifizierende Ausbildung

handelt und die Schüler als „fertig“ ausgebildete Fachkräfte die

Schule verlassen.

• Die Vermittlungschancen für Abgänger mit „Problemen“ (mangelndes

Engagement/Arbeitswilligkeit, Noten, Alter, Herkunft, Standortgebundenheit,

...) sind auf dem Arbeitsmarkt sehr begrenzt.

• Die gemäß der gültigen Verordnung zur Ausbildung von chemischtechnischen

Assistenten geforderte Stundenzahl wird nicht erteilt. Dies

kann zu folgenden Problemen führen:

⇒ Wettbewerbsnachteil für Absolventen.

⇒ Die Anforderungen für Schüler und Lehrkräfte steigen pro Zeiteinheit.

⇒ Es wird der Eindruck einer „Halbtags-Ausbildungsstelle“ erweckt,

wenn die Schüler erst zur dritten Stunde kommen oder nach der

vierten Stunde gehen. Dies hat Folgen für die Arbeitsmotivation der

Schüler.

Oktober 2006


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Schulprogramm

Eduard-Stieler-Schule Fulda

Stand

Oktober 2006

Fachoberschule

- Gesundheit

- Ernährung und

Hauswirtschaft

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IV Fachoberschule Fachrichtung Gesundheit

(Organisationsformen A und B)

Erkenntnisse gewinnen

• Kompensation in der Eingangsphase

• Verknüpfung von Theorie und praktischer Tätigkeit im Gesundheitsbereich

• fachliche und methodische Vorbereitung auf schriftliche und mündliche

Prüfungen (Textarbeit, Leseverständnis, Zeitmanagement)

• angemessener Umgang mit Texten

• Einweisung zur Durchführung und Evaluation von Präsentationen zu

Beginn der Klasse 11 (A-Form) / 12 (B-Form)

Selbstständigkeit entwickeln

• eigenverantwortlich Aufgaben während des Praktikums übernehmen

und auf den Schulalltag übertragen

• Schaffen von unterschiedlichen Lernsituationen um zunehmend

Selbstständigkeit zu erlangen

• Erweiterung der Methodenkompetenz

Sozialverantwortung übernehmen

• sensibler Umgang mit pflegebedürftigen und kranken Menschen und

Umsetzung der gemachten Erfahrungen im Schulalltag

• Aneignung von Fähigkeiten, um Konfliktbewusstsein und Konfliktlösungsstrategien

zu entwickeln

Oktober 2006


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Oktober 2006


Seite 35

Stärken- und Schwächenanalyse

Stärken:

• Die schulische Ausbildung zeigt eine starke Praxisorientierung.

An Situationen aus dem Praktikum werden Unterrichtsinhalte erarbeitet

(3 Tage Praktikum und 2 Tage Schule in der Klasse 11)

• Die Schüler sind in besonderer Weise engagiert und motiviert. Unterstützt

wird dies durch eine abgeschlossene Berufsausbildung (Form B)

beziehungsweise durch eine begleitende Praktikumstätigkeit (Form A)

• Die berufliche Erfahrung und auch die Lebenserfahrung bewirken eine

positive Persönlichkeitsentwicklung im Verlaufe der Schulzeit

• Die Schüler weisen eine hohe Sozialkompetenz auf

• Die Schüler führen Projekte in kooperierenden Institutionen durch

• Vielfältige Außenbeziehungen bestehen durch Besuche von Einrichtungen

aus den angegliederten Berufsfeldern

Schwächen:

• Nur eine gemeinsame Zeugnisnote im Schwerpunktfach Gesundheitslehre

bei hohem Stundenumfang (9 Stunden) ohne differenzierte Angabe

der Themenschwerpunkte

• Zu Beginn deutlich unterschiedlicher Kenntnisstand

• Bei den Schülern ist ein weiter abnehmendes Sprach- insbesondere

Textverständnis erkennbar

• Die Fähigkeit Zusammenhänge zu erkennen und strukturiert darzustellen

nimmt ab

• Große Lerngruppen bei gleichzeitiger Stundenkürzung und Stundenreduzierung

z.B. in Sport (gemäß aktueller Verordnung nur noch eine

Stunde statt zwei Stunden vorgesehen) und in Mathematik (statt 5 beziehungsweise

6 Stunden nur noch 4 Stunden)

Oktober 2006


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Schulprogramm

Eduard-Stieler-Schule Fulda

Stand

Oktober 2006

Berufliches Gymnasium

- Biologietechnik

- Ernährung und

Hauswirtschaft

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V Berufliches Gymnasium - der andere Weg zum

Abitur

Das Berufliche Gymnasium gehört zu den studienqualifizierenden Bildungsgängen. Es

führt zur allgemeinen Hochschulreife und umfasst die Jahrgangsstufen 11 bis 13 (Jgst. 11

= Einführungsphase, Jgst. 12-13 = Qualifikationsstufe).

Allgemeine Ziele

Erkenntnisse gewinnen • Verbindung von praktischem und theoretischem Lernen

• Schülerorientierte Schwerpunktsetzung bei der Themenauswahl

• Kompensation unterschiedlicher Lernvoraussetzungen durch

gezielte Förderung

• Handlungsorientiertes Lernen an Lernorten außerhalb der Schule

• Verbindung von Allgemeinbildung und Berufsbildung

Selbstständigkeit entwickeln • Förderung selbständigen Lernens, Vermittlung von Arbeits- und

Studiertechniken

• Entfaltung von individueller Kreativität

Sozialverantwortung übernehmen • Förderung von sozialen Lernprozessen und Teamarbeit

Aufgabenfeld I

Aufgabenfeld II

Aufgabenfeld III

Sprachen

- Erweiterung der Sprachkompetenz

in Bereichen der Kommunikation,

Literatur und Landeskunde

- Anknüpfen an die Erfahrungswelt

der Schüler

- Exemplarische Stoff- und

Themenauswahl zur Vermeidung

von quantitativer Überfrachtung

- Kompensation unterschiedlicher

Fähigkeiten und Fertigkeiten

durch Erhöhung der Wochenstundenzahl

- Vermittlung von Lern- und

Arbeitstechniken zur Erhöhung

der Selbstständigkeit

- Angebot des Neubeginns einer

zweiten/weiteren Fremdsprache

- Einführung in wissenschaftliches

Englisch

ch

Kunst

- Erweiterung der Allgemeinbildung

im ästhetischen Bereich unter

Berücksichtigung fächerverbindender

und fächerübergreifender

Aspekte

- Entfaltung von individueller

Kreativität und Förderung des

problemorientierten Denkens

- Entwicklung von handlungsorientierten

und ergebnisorientierten

Prozessen mit verschiedenen

Partnern

Gemeinschaftskunde

Geschichte

Erlernen kommunikativer Kompetenz

(selbstständige Informationsbeschaffung,

Arbeiten mit Quellen, zeitgeschichtliche

und historische Ereignisse

verstehen, einordnen, entdeckendes

und fragend forschendes Lernen)

Religion

Beratung (Vermittlung allgemeiner

Lernziele, anthropologischer und

theologischer Erkenntnisse)

Kooperation (mit anderen Fächern,

Lehrern, Eltern)

Integration (von Konfessionen

Religionen und Kulturen)

Ethik

- Förderung der Bereitschaft und

Fähigkeit andersgeartetes Denken zu

verstehen und konstruktive Kritik anzunehmen

- Einsicht in die Überholbarkeit

menschlicher Erkenntnisse

- Förderung des Willens zur Redlichkeit

- Kenntnisse von Gegenstand, Methoden

und Intentionen philosophischen Den-

Wirtschaftslehre des

Haushaltes

- Der Privathaushalt als Ausgangspunkt

zur Verbesserung des persönlichen

Wohlbefindens und der Lebensqualität

- Einbeziehung wirtschaftlicher Praxis

durch Betriebserkundung

- Einsatz von Formen des Lehrens und

Lernen, die zur Schülerselbstständigkeit

führen

Mathematik / Physik

/ Chemie

- Handlungsorientierung als

Grundprinzip zur Förderung

problemorientierten Denkens

und naturwissenschaftlicher Arbeitsweisen

- Ansätze interdisziplinärer

Kooperation im naturwissenschaftlichen

Unterricht

- Entfaltung von abstraktem und

deduktivem Denken

Leistungskurs Ernährungslehre

- Vermehrter Einsatz von

erweiterten Lehr- und Lernmethoden

zur Förderung der Selbstständigkeit

und eigenverantwortlichem

Lernen

- Einsatz der Datenverarbeitung

Leistungskurs Biologietechnik

- Interdisziplinäre Arbeit

- Unterricht mit praktischem

Schwerpunkt

- Einbindung neuester wissenschaftlicher

Entwicklungen und

Technologien im Unterricht

Technologie

Erwerb fachpraktischer Arbeitstechniken

und Fähigkeiten

und Verknüpfung mit Inhalten

des fachtheoretischen Unterrichts

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Seite 38

Stärken:

Fortbildung im Schulamtsbezirk Fulda (schulübergreifend):

• Fachtagung bzgl. Bewertungskriterien einer Präsentation im Fach

Deutsch (AF1) an der Winfriedschule

• Fachtagung aller AF bzgl. Präsentation am Schulamt

• Fachtagung Präsentation als 5. Prüfungsfach im Abitur (Winfriedschule)

für AF I und II

• Fachtagung zur Themenverarbeitung in allen mathematischnaturwissenschaftlichen

Fächern

• (AF III) an der Rabanus-Maurus-Schule

• Fachtagung Geschichte im ehemaligen HeLP Fulda

Fortbildung (schulamtsbezirksübergreifend):

• Fachtagung Museumspädagogik, in der Reinhardswaldschule

• Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen in Nürnberg (Bezugsfächer:

Ethik, Biologie, jeweils 3 Tage)

• Teilnahme an einer Veranstaltung zum Thema Präsentation in Wiesbaden-Naurod

(Bezugsfach: Religion )

• halbjährliche Teilnahme an Direktorenkonferenzen

Schulinterne Vorbereitung und Fortbildung:

• schulinterne Fortbildung durch Firma Neuland (mehrtägig)

• schulinterne Fortbildung Powerpoint (mehrtätig)

• Erarbeitung von prüfungsrelevanten Bewertungsbögen (Anlage)

Vorbereitung und Umsetzung in verschiedenen Fächern des BG:

• Gestaltungsberatung an der RMS (Richard-Müller-Schule)

• Ernährungslehre: Projekte in der Grundschule, im Kindergarten und im

Seniorenheim

• Buchpräsentationen im Fach Deutsch

• Präsentationen im Fach Geschichte, Biologie und Mathematik

• Präsentationen im 5. Prüfungsfach (Deutsch, Geschichte) im Abitur

2005 und 2006 (Geschichte)

Oktober 2006


Seite 39

Schwächen:

Räumliche und mediale Voraussetzungen:

• Arbeitsraum fehlt (EDV-Raum für Schüler)

• Nachschlagemöglichkeiten (CD-Rom-Nachschlagewerke, Infosammlung)

fehlen weitgehend

• Medienwagen noch unvollständig

• kein EDV-Unterricht bzw. Zusatzangebot im BG (außercurricular)

• kein Arbeitsraum für Lehrer vorhanden

Unterrichtliche Voraussetzungen:

• heterogene Eingangsvoraussetzungen der Schüler im EDV-Bereich

• fehlende Kompensationsmöglichkeiten im Stundenangebot

Grundsätze / Ziele:

• Zusatzunterricht (z.B. Computerführerschein für Schüler)

• Fortbildungsseminar (Präsentationstechniken) für Schüler in der Einführungsphase

• regelmäßiger, wiederholter Einsatz von Präsentationstechniken nötig

(um Fortschritte der Schüler zu verdeutlichen)

• gezielte Unterrichtsgestaltung zur Vorbereitung der Schüler (Vorbild im

Unterricht)

• weitere Kooperation zwischen den AF-Fächern

• Zusammenarbeit mit anderen Schulen

• Hinführung zum wissenschaftlichen Arbeiten (Wissenschaftspropädeutik)

Oktober 2006


Seite 40

Schulprogramm

Eduard-Stieler-Schule Fulda

Stand

Oktober 2006

Fachschule für Wirtschaft

- Hotel- und Gaststättengewerbe

- Fremdenverkehrswirtschaft

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VI Fachschule Wirtschaft,

Fachrichtung Hotel- und Gaststättengewerbe

- Hotelfachschule -

Ziel der Ausbildung in der Hotelfachschule ist, Fachkräfte der Gastronomie

mit Berufserfahrung zur Übernahme von Führungsaufgaben im Hotel-,

Restaurations-, Tourismus- und Cateringbereich im mittleren Management

national und international zu qualifizieren. Dabei sollen die Studierenden

neben betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten auch die Bedeutung von

ökologischen und gesellschaftlichen Aspekten erfahren. Die Ausbildung

endet mit dem Abschluss: Staatlich geprüfte/r Betriebswirt/in.

Erkenntnisse gewinnen

Die künftigen Führungskräfte werden im Rahmen der angebotenen Lernbereiche

auf die Zukunft vorbereitet, indem sie Erkenntnisse erarbeiten,

die sie im Rahmen der Praxisprojekte zur Anwendung bringen. Wichtig ist,

nicht nur einzelne betriebswirtschaftliche Vorgänge zu kennen, sondern

Gesamtzusammenhänge zu verstehen und betriebswirtschaftlich richtige

Handlungen oder Entscheidungen unter Beachtung der gesellschaftlichen

Verantwortung vorzunehmen. Dieser Ansatz wird in allen Lernbereichen

verfolgt und soll weiter ausgebaut werden. Kenntnisvermittlung findet auf

der betriebswirtschaftlichen Ebene in den Fachbereichen Planung und

Organisation, Finanz- und Rechnungswesen, Marketing, Personalpolitik

sowie Berufs- und Arbeitspädagogik statt. In den Fächern Recht und

Steuern werden die vorgegebenen Rahmenbedingungen für unternehmerisches

Verhalten erörtert. Mathematik und EDV werden als notwendiges

“Handwerkszeug” vermittelt. Die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge

werden in Fachbereichen wie Politik und Umwelt, Wirtschaftslehre und

Wirtschaftspolitik analysiert.

Sprachliches und kulturelles Verständnis soll in den Bereichen Deutsch,

Englisch, Französisch und Spanisch vermittelt werden. Eingeschlossen

sind hier Aspekte wie Verhandlungskompetenz, Präsentationsfähigkeit

und Rhetorik. Neben den Fachbereichen sollen im Rahmen der Projektar-

Oktober 2006


Seite 42

beit vorhandene Fachkenntnisse aus den Bereichen Küche und Service

erweitert bzw. vertieft werden. Alle vermittelten Inhalte sind auf die Branchen

Hotel- und Gaststättengewerbe einschließlich Catering und Tourismus

ausgerichtet.

Selbstständigkeit entwickeln

Diese hohen fachlichen Ansprüche sind nicht ohne den Blick auf die künftigen

Anforderungen im betrieblichen und privaten Alltag zu erarbeiten.

Studierende sollen zur selbstständigen Wissensaneignung befähigt werden.

Kritische Reflexion und Transferfähigkeit sind dafür notwendig. Häufig

kommt der Lehrkraft die Funktion des Beraters oder Helfers zur Selbstständigkeit

zu. Entscheidungsfähigkeit und Verantwortung werden im

Rahmen der zu realisierenden Aufgaben wie Planung, Organisation und

Realisierung von Veranstaltungen und Projekte wie Unternehmensberatung

oder Vorbereitung und Vermarktung von Großveranstaltungen trainiert.

Sozialverantwortung übernehmen

Vor allem Projektarbeit fordert, dass man im Team arbeitet und Kollegialität

in allen Phasen des Arbeitens praktiziert. Toleranz, den anderen Studierenden

gegenüber, einander ausreden lassen, zuhören und sachlich

Kritik üben sind wichtige Qualifikationen, die von allen Lehrkräften in der

Hotelfachschule intendiert werden. Sozialverantwortliches Handeln im

Konflikt zwischen betriebswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zielen

soll den Studierenden perspektivisch aufgezeigt werden. Auch das Umweltmanagement

wird an konkreten Beispielen aufgezeigt. Hier können

die Analyse von Hotelbetrieben im Biosphärenreservat Rhön und der Austausch

mit einer Hotelfachschule in Irland genannt werden. In solchen Projekten

werden auch fremdsprachliche Kompetenzen der Studierenden in

die Aufgabenstellung einbezogen.

Die Studierenden der Hotelfachschule beteiligen sich regelmäßig an Messen,

planen und realisieren eigene gastronomische “Events” und arbeiten

mit Unternehmen der Region in unterschiedlichen Projekten – Spezialitä-

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Seite 43

tenwoche / Spezialitätentage, Markterhebungen, Marketingaktionen, Beratungskonzepte

– zusammen.

Zusätzlich wird den Studierenden die Möglichkeit geboten, die Ausbildereignungsprüfung

und die Fachhochschulreife zu erwerben sowie in Zusammenarbeit

von IHK und Schule die Meisterprüfung abzulegen.

Leitziele

Die Leitziele unserer Unterrichtsarbeit sind:

• Betriebswirtschaftliche Vorgänge und Gesamtzusammenhänge

verständlich zu machen und betriebswirtschaftliche Handlungen

oder Entscheidungen unter Beachtung der gesellschaftlichen

Verantwortung vorzunehmen

• Teamarbeit zu trainieren

• Verantwortung zu übertragen

• Sprachliches und kulturelles Verständnis zu fördern

• Verhandlungskompetenz zu entwickeln

• Präsentationsfähigkeit und Rhetorik einzuüben

Die Leitziele unserer Zusammenarbeit im Lehrerteam sind:

• Optimale Abstimmung mit den Unterrichtenden bezüglich der zu

vermittelnden Inhalte, Methoden und der Erwartungen

• Fortbildung im fachlichen Bereich bei Anbietern aus der Wirtschaft,

um Fachkräfte aktuell weiter zu bilden

• Betriebspraktika – sollten ermöglicht werden

• Schulung im methodischen Bereich, um den Erwartungen der

Studierenden und zukünftigen Arbeitgebern bezüglich Präsentation,

Rhetorik und Teamarbeit gerecht zu werden

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Seite 44

Stärken- und Schwächenanalyse

Unterrichtsmethoden

Stärken

Schwächen

Regelmäßiges Teamtraining Einbindung in das bestehende

Stundenplanraster

zu Beginn der Ausbildung

Heranführung an Projektarbeit

im ersten Ausbildungs-

Methodentraining

Keine finanziellen Mittel für

abschnitt

Praxis- und handlungsorientiertes

Projekt im zweiten

Ausbildungsabschnitt

(Zusammenarbeit mit Betrieben)

Gruppenarbeit als überwiegende

Unterrichtsmethode

Lehrer

Stärken

Eingearbeitete Teams, die

sich ergänzen und vertreten

können

Weiterbildungsbereitschaft

Gute Kommunikation innerhalb

des Teams

Schwächen

Keine organisierte regelmäßige

Fortbildung

Fortbildungsveranstaltungen

müssen zum Teil selbst finanziert

werden

Hohe Arbeitsbelastung bei

Betreuung von Projekten ohne

entsprechenden Ausgleich

Oktober 2006


Seite 45

Öffnung nach “Außen“

Stärken

Knüpfung von Kontakten mit

regionalen und überregionalen

Betrieben

Steigerung des Bekanntheitsgrades

durch Presse- und

Projektarbeit

Lernortverlagerung in ein regionales

Hotel

Unterrichtung durch Dozenten

aus der Branche

Betriebserkundungen in namhaften

Unternehmen

Schwächen

Durchführung von Praktika

in den Ferien erschwert

aufgrund finanzieller Defizite

der Studierenden

Voraussetzungen der Studierenden

Stärken

Ein- bis mehrjährige Berufsausübung

im In- und

Ausland

Hohe Motivation und beträchtlicher

Anspruch im

Hinblick auf Unterrichtsqualität

Schwächen

Z. T. starke Niveauunterschiede

der Lernvoraussetzungen

durch Schulbildung

und differente Erfahrungen

Heterogene Altersstruktur

Oktober 2006


Seite 46

Organisation/Raum

Stärken

Eigener Raum vorhanden

(Klassenraum)

Flexible Raumgestaltung

möglich

Gruppentische

Gute Beleuchtung (heller

Raum)

Schwächen

Klassenstärke teilweise größer

als 22 Studierende

Raumgröße (ab 22 Studierenden)

nicht ausreichend

Fußbodenbelag (Teppich)

mangelhaft

mangelnde Sauberkeit und

Reinigung

Raumgestaltung für effektives

Lernen nicht beachtet

(Farben,..)

Abgelegene Lage des Raumes

Einbindung der Erwachsenen in die Berufsschule

Stärken

Einbindung in das gesamtschulische

Umfeld

durch Automatendienst

(Förderverein) gewährleistet

Nutzung des Klassenraumes

außerhalb der Pausen-

bzw. Unterrichtszeiten

möglich

Schwächen

„Freiheit/Selbstverantwortung“

der Studierenden geht durch

Einbindung in den Schulalltag

(z.B. Pausenregelung, einzelne

Fächer) verloren (wird teilweise

als „Bevormundung“ empfunden)

Hotelfachschule von anderen

Schulformen - durch die Entfernung

der Klassenräume - etwas isoliert

Oktober 2006


Seite 47

Ausstattung mit Sachmitteln

Stärken

Computer-/Internet-

Anschlüsse vorhanden

Präsentationsmedien (z.B.

Pinwände, Flipchart, Stifte,

Papier, Overhead) ausreichend

verfügbar

Schwächen

Unzureichende Anzahl von

Computer-/Internet-

Anschlüssen

Equipment teilweise veraltet

(z.B. neue Bücher können

wegen Geldmangel nicht angeschafft

werden)

Bücher nicht in ausreichender

Anzahl vorhanden

Installation/Wartung von

PC´s durch den Schulträger

dauert zu lange

Folien, Kopien etc. müssen

teilweise von den Studierenden

bezahlt werden

Keine eigene Handbücherei

für die Studierenden

Oktober 2006


Seite 48

Schulprogramm

Eduard-Stieler-Schule Fulda

Stand

Oktober 2006

Agrarwirtschaft

- Floristen

- Gärtner

- Landwirte

Oktober 2006


Seite 49

VII Agrarwirtschaft

Erkenntnisse gewinnen

Wir bauen vorhandene Defizite im Grundlagenwissen der Schüler ab.

Selbstständigkeit entwickeln

• Wir haben das unterrichtliche Ziel, die Schüler in die Lage zu versetzen,

selbstständig Arbeitsvorgänge zu planen, durchzuführen und zu

kontrollieren.

• Wir werden den Frontalunterricht auf ein notwendiges Minimum abbauen.

Wir nutzen Unterrichtsmethoden, wie Gruppenpuzzle, Leittexte,

Werkstatt, die die Selbstständigkeit der Schüler fördern.

Wir werden kleinere Projekte durchführen, die von den Schülern

geplant, durchgeführt, kalkuliert und kontrolliert werden, wie z.B.

Fassadenbegrünung, Anzucht von Stauden und Kübelpflanzen,

Düngungsplanung einer Wiese, integrierter Pflanzenbau, Verkaufsgespräche,

Auspflanzen von Bäumen/Sträuchern/Stauden, Erstellen

einfacher funktionaler Werkstücke aus Holz oder Metall.

• Die Schüler sollen fähig sein, ihre Arbeitsergebnisse zu präsentieren.

Sozialverantwortung übernehmen

• Wir fördern soziales Lernen.

Wir unterstützen unsere Schüler auf dem Weg zu toleranten,

selbstbewussten Menschen.

Leistungsstärkere Schüler haben die Verpflichtung, leistungsschwächere

Schüler in der Gruppenarbeit/Partnerarbeit zu unterstützen.

Wir vermitteln alternative Wirtschaftsweisen, sowie die Toleranz zu

alternativem Verhalten.

Wir unterbinden Aggressionen und fördern den gewaltfreien Umgang

miteinander.

Oktober 2006


Seite 50

• Wir verstehen uns als offene Schule, als eine Stätte der Begegnung.

Wir arbeiten mit anderen Schulen (agrarwirtschaftlicher Fachrichtung)

zusammen und tauschen Erfahrungen aus.

Wir pflegen Kontakte zu Betrieben mittels Betriebserkundungen,

Lehrelternabenden, Besuch der Versammlungen der berufsständischen

Organisationen sowie direkten Kontakten zu den Betriebsleitern.

Wir arbeiten mit den zuständigen Stellen für die Berufsausbildung

eng zusammen und helfen mit bei der Erstellung von Prüfungsaufgaben.

Die Lehrkräfte gehören Prüfungsausschüssen der zuständigen

Stellen an.

Leitziele für den „Agrarbereich“

• Den partnerschaftlichen Umgang zwischen Lehren und Schüler aber

auch zwischen Schülern untereinander fördern.

• Schüler in die Lage versetzen, die Abschlussprüfung erfolgreich zu

bestehen.

Stärken- und Schwächenanalyse für den „Agrarbereich“

Qualität des Lehrens und Lernens

Unterrichtsgestaltung

Unterricht findet größten Teils in entspannter Lernatmosphäre statt, was

auf gegenseitiger Achtung des Lehrer/Schüler und Schüler/Schüler-

Verhältnisses beruht. Durch unterschiedliche Methoden, z.B. Gruppenarbeit,

Präsentationen, Referate und kleinen Projekten in der Fachpraxis,

werden die Auszubildenden zu selbstständigem Arbeiten angehalten

Schülerleistungen

Die meisten Schüler arbeiten engagiert im berufsbezogenen Unterricht

mit. Allerdings wird ein zunehmendes Fehlen von Grundkenntnissen festgestellt,

ebenso ein abnehmendes Text- und Sprachverständnis.

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Seite 51

Lernanforderungen

Mit der Lernfeldkonzeption steigen die Lernanforderungen an die Schüler,

diese Anforderungen können aber auf Grund der oft fehlenden Vorkenntnisse

nicht ohne weiteres erfüllt werden.

Qualität des Lebensraums Klasse/Schule

Klassenklima

Bei großen Klassen wird ein unruhiges, zum Teil aggressives Verhalten

festgestellt. Konflikte konnten bisher aber noch durch pädagogische Gespräche

beigelegt werden.

Schulklima

Das Klima innerhalb des „Agrarbereichs“ ist, auch bei gelegentlichen Unstimmigkeiten,

als gut zu bezeichnen.

Schule als Lernort

Abgesehen von vorübergehenden Raumproblemen ist die Schule gut

ausgerüstet. Es sollten allerdings doch in jedem Klassenraum Pinwände

vorhanden sein und auch genügend Moderationsmaterial. Die beiden

Klassenräume für den Agrarbereich sind mit Computern ausgestattet.

Schulpartnerschaft und Außenbeziehungen

Elternpartizipation

Sofern die Eltern nicht gleichzeitig Lehreltern sind, findet keine Beteiligung

der Eltern am Schulleben statt.

Betriebe

Es werden Betriebsbesichtigungen und -erkundigungen beii Ausbildungsbetrieben

durchgeführt, ebenso Besuch von Versammlungen der berufsständigen

Organisationen und Kontakte zu den Betriebsleitern durchgeführt.

Kammern

Gute Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen und Mitwirkung in den

verschiedenen Prüfungsausschüssen

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Professionalität und Personenführung

Systematische Fort- und Weiterbildung

Es fehlt oft an entsprechenden Angeboten zur fachlichen Weiterbildung.

Die angebotenen Weiterbildungsmaßnahmen werden dann aber gern angenommen.

Im Zusammenhang mit der fachlichen Weiterbildung werden

natürlich auch neue Methoden und Konzepte verwirklicht.

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Schulprogramm

Eduard-Stieler-Schule Fulda

Stand

Oktober 2006

Gastronomie

- Hotelfachfrau

Hotelfachmann

- Restaurantfachfrau

Restaurantfachmann

- Koch / Köchin

- Fachkraft für Systemgastronomie

- Fachkraft im Gastgewerbe

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Seite 54

VIII Gastgewerbe

Berufsfeld Ernährung/Hauswirtschaft

Unsere Leitziele

Die Rahmenbedingungen in der Schule unterliegen einer permanenten

Veränderung, da gesellschaftspolitische und wirtschaftliche Entwicklungen

auf die Schule und das Unterrichten Einfluss nehmen. Diese Veränderungen

bewirken für unsere gegenwärtige Unterrichtsarbeit folgende Ziele:

Schüler von heute wollen mehr Selbstständigkeit und verantwortliches

Mitgestalten im Schulalltag. Die Schüler sollen stärker in die

Planung von Projekten einbezogen werden.

Unterrichtskonzepte müssen Eigenverantwortung und Sozialkompetenz

positiv beeinflussen und weiterentwickeln.

Ausbildungsinhalte orientieren sich an Situationen des Berufsalltags

sowie den betrieblichen Anforderungen und den Gästewünschen.

Erkenntnisse gewinnen

Das aus den verschiedenen Lernbereichen notwendige Fachwissen wird

nicht mehr in voneinander getrennten Lehrgängen vermittelt, sondern mit

Hilfe von kooperierenden Lehrerteams an Lernsituationen erarbeitet. Die

Lernsituationen orientieren sich an betrieblichen Handlungssituationen

(Produktorientierung, Umgang mit Gästen, Dienstleistungen für Gäste).

„Neue Medien“ werden in die Unterrichtsarbeit einbezogen und Fremdsprachen

werden anwendungsbezogen vermittelt. Darüber hinaus wird

die enge Verbindung zwischen den Lernorten Betrieb und Schule intensiviert

sowie der Erfahrungsaustausch über unterschiedliche Betriebsformen

ermöglicht.

Selbstständigkeit entwickeln

Um die in der Berufsschule erworbenen Kompetenzen in betrieblichen Alltagssituationen

anwenden zu können, ist die Entwicklung der Selbstständigkeit

ein wesentliches Moment. Durch die Planung, Organisation und

Auswertung von Projekten, der Mitwirkung an Schulveranstaltungen oder

Tage der offenen Tür, sowie der Teilnahme an Berufswettbewerben kann

Oktober 2006


Seite 55

dieses Ziel umgesetzt werden. Ergänzend dazu werden den Schülern Hilfestellungen

gegeben damit sie selbstständig die Prüfungsanforderungen

bewältigen können.

Sozialverhalten üben

Die angestrebte Selbstständigkeit beinhaltet die Persönlichkeitsentwicklung

der Schüler. Dies wird im Rahmen des schüleraktivierenden Unterrichts

gefördert, der die Zuverlässigkeit in der Teamarbeit und die Einbindung

starker und schwacher Schüler in Gruppen- bzw. Projektarbeiten

umfasst. Dabei ist die partnerschaftliche Kommunikation und Kooperation

zwischen Schülern und Lehrern zur gemeinsamen Lernfeldrealisierung

eine wesentliche Grundlage.

Für die konkrete Unterrichtsarbeit ergeben sich daraus folgende

Ziele:

• Schüler zum Bestehen der Abschlussprüfung befähigen

• partnerschaftliches Verhalten zwischen Lehrern und Schülern zur

gemeinsamen Lernfeldrealisierung fördern

• enge Verbindung von Theorie(Schule) und Praxis(Betrieb) aufrecht

erhalten und gegebenenfalls ausbauen

• Schüler untereinander den Erfahrungsaustausch über unterschiedliche

Gastronomiekategorien ermöglichen.

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Stärken- und Schwächenanalyse für den Gastronomiebereich

Stärken

Schwächen

Lehrkräfte:

• große Flexibilität

• Lehrermotivation

• gleich bleibende und kleine

Lehrerteams

• funktionierende Kooperation

zwischen den Kollegen

Schüler:

• zu wenige Lehrkräfte

• zu viel Vertretungsunterricht

• keine einheitliche Regelung

für den VU

• zu breiter Unterrichtseinsatz

(fachlich)

• umständliche Genehmigungsverfahren

bei Fortbildungen

• einige sehr

o engagiert,

o zuverlässig

o diszipliniert

• kritikfähig

• kreativ

• interessiert

Ausstattung / Räume

• desinteressiert

• Fernbleiben vom Unterricht

• unmotiviert

• unzuverlässig

• undiszipliniert, unpünktlich

• mangelnde Vorkenntnisse

• zu große Lerngruppen

• gutes Lernmaterial

• OHP in fast allen Klassenzimmer

• kostenlose Folien / Kopien

• fehlende Beamer

• fehlende Moderationskoffer

• fehlende Pinnwände

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Gastronomie

Grundgedanken zur Präsentation im Unterricht

Die Gruppe Gastronomie hat in Bezug auf das Thema „Präsentation“ folgende

Entscheidungen getroffen:

In den Grundstufen soll verstärkt Gruppenarbeit als Hinführung zur Präsentation

eingeübt werden.

Der Schwerpunkt Präsentation liegt in der Fachstufe I. Hier soll durch eine

Kollegin, einen Kollegen, die bzw. der in der jeweiligen Klasse eingesetzt

ist, Präsentation als eigenständiges Unterrichtsthema behandelt werden. –

Zuständigkeit wurde innerhalb einer Absprache geklärt. So kann verhindert

werden, dass in den verschiedenen Bereichen Überschneidungen

bzw. doppelte Besprechungen entstehen. Ab nächstem Schuljahr sollte

dies gleich zu Beginn des Unterrichts geschehen.

Themen:

• die eigenen Möglichkeiten ausloten (Sprache, Gestik, Mimik, Umgang

mit dem Publikum)

• Einsatz von Medien

• Feedback

• Ergebnissicherung

In der Fachstufe II ist auf Grund der Unterrichtsverkürzung und der Hinführung

zur Abschlussprüfung für die „Hofa- und Refa-Klassen“ die intensive

Auseinandersetzung mit Präsentationen nicht mehr vorgesehen.

Der Unterricht in den „Köcheklassen“ der Fachstufe II beinhaltet eine Projektarbeit,

in deren Zusammenhang eine Präsentation veranstaltet wird.

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Schulprogramm

Eduard-Stieler-Schule Fulda

Stand

Oktober 2006

Gesundheit

- Medizinische/r

Fachangestellte/r

- Zahnmedizinische/r

Fachangestellte/r

- Pharmazeutischkaufmännische/r

Angestellte/r

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IX Gesundheit

Leitziele

Die Teilzeitschulform Gesundheit hat eine berufliche Grund- und Fachbildung

zum Ziel und erweitert die bereits vorher erworbene allgemeine Bildung.

Damit will sie zur Erfüllung der Aufgaben im Beruf sowie zur Mitgestaltung

der Arbeitswelt und der Gesellschaft in sozialer, ökonomischer und

ökologischer Verantwortung befähigen.

Die Leitziele unserer Unterrichtsarbeit sind dabei:

• den Unterricht an einer für seine Aufgaben spezifischen Pädagogik

auszurichten, um eine geforderte Handlungsorientierung zu betonen.

• unter Berücksichtigung notwendiger beruflicher Spezialisierung berufsspezifische

und berufsfeldübergreifende Qualifikationen zu

vermitteln.

• das Interesse an beruflicher Fort- und Weiterbildung zu wecken.

• die Fähigkeit und Bereitschaft zu fördern, bei der individuellen Lebensgestaltung

und im öffentlichen Leben verantwortungsbewusst

zu handeln.

• berufliche Flexibilität als Grundvoraussetzung zur Bewältigung der

sich wandelnden Anforderungen in Arbeitswelt und Gesellschaft

auch im Hinblick auf ein gemeinsames Europa zu begreifen bzw. zu

entwickeln.

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Seite 60

Medizinische/r Fachangestellte/r

Zahnmedizinische/r Fachangestellter/r

Die besonderen Situationen dieser Ausbildungsgänge, die aus der Installation

des lernfeldorientierten Lehrplanes für die Zahnmedizinischen

Fachangestellten (ZFA) bzw. der erwarteten Installation für die Medizinische/r

Fachangestellte/r (AR), der relativ großen Zahl externer Lehrbeauftragten

im Zahnarztbereich und der räumlichen Ausstattung mit einer

Zahnarzt-Lehrpraxis beruht, lässt es sinnvoll erscheinen, diese Zweige

des Berufsfeldes Gesundheit separat anzusprechen.

Allgemeines

Die Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r wurde im Zuge der Neuordnung

des Lehrplans durch die ZFA, die Zahnmedizinische Fachangestellte, ersetzt.

Unter anderem sollte hiermit der größeren Eigenverantwortung und

der größeren Selbstständigkeit dieser Fachkraft Rechnung getragen werden.

Dieser Prozess war lange absehbar und das Kollegium hat schon vor

der Einführung des neuen Lehrplans auf die Veränderungen im Berufsalltag

reagiert. Somit entstand kein Schnitt, sondern die Arbeit konnte fortgesetzt

und erweitert werden. Wie zuvor konnten die Unterrichtsziele den

Maximen des Schulprogramms:

• Erkenntnisse gewinnen,

• Selbstständigkeit entwickeln und

• Sozialverantwortung übernehmen

zugeordnet werden. Eine verbesserte Möglichkeit zur Evaluation der Ziele

entstand durch den Einsatz einer Vollzeitlehrkraft in den Lernfeldern des

zahnmedizinischen Bereiches. Die noch nicht abgeschlossene Einrichtung

der Übungspraxis zeigt schon erste Erfolge hinsichtlich der Praxisnähe

des Unterrichtes.

Die Erfahrungen aus dem Zahnarztbereich lassen erwarten, dass der Ü-

bergang im Rahmen der neuen Ausbildungsordnung für die Medizinischen

Fachangestellten ähnlich unproblematisch zu bewältigen sein wird. Erforderlich

ist hier aber die Einrichtung einer Übungspraxis um der handlungsorientierten

Konzeption gerecht werden zu können.

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Erkenntnisse gewinnen

Die zunehmend eigenständigere Arbeit der Medizinischen Fachangestellten

und der Zahnmedizinischen Fachangestellten setzt ein hohes Maß an

Sachkompetenz voraus. Der Patient muss sich sicher sein können, von

einer Medizinischen bzw. Zahnmedizinischen Fachangestellten versorgt

zu werden, die sichere Kenntnisse in Anatomie, Physiologie und Pathologie

besitzt; der Arzt oder Zahnarzt wiederum muss sicher sein können,

eine kompetente Kraft in seinem Team zu haben. Eine nicht geringe

Selbstständigkeit hinsichtlich Problemlösungen und der Klärung praxisrelevanter

Sachverhalte ist Ziel der Ausbildung der Medizinischen und der

Zahnmedizinischen Fachangestellten an der Eduard-Stieler-Schule.

Selbstständigkeit entwickeln

Selbstständigkeit, die Fähigkeit allein und im Team Verantwortung zu ü-

bernehmen oder auch übertragene Aufgaben zuverlässig und sicher auszuführen,

sind ein weiteres zentrales Merkmal einer zukünftigen Medizinischen

oder Zahnmedizinischen Fachangestellten. Handlungsabläufe am

zu behandelnden Patienten und in Verwaltungstätigkeiten erfordern Routinen,

die erlernt, eingeübt und auch reflektiert werden müssen. Selbstständigkeit

darf nicht mit Einzelkämpfertum verwechselt werden. Deshalb ist

die selbstständige Arbeit im Team zentraler Bestandteil des Unterrichts.

Sozialverantwortung übernehmen

Medizinische Berufe stellen hohe Anforderungen an die Sozialkompetenz

des Einzelnen. Der Umgang mit Patienten, ihren Gefühlen, Ängsten und

Schmerzen und der Umgang mit den anderen Mitgliedern des Praxisteams

stellen oft Belastungen dar. Hinzu kommen bei den Auszubildenden

altersbedingte Umorientierungen im eigenen sozialen Umfeld. Aufgabe

einer qualifizierten und angemessenen Ausbildung muss es sein, die angehenden

Zahnmedizinischen und Medizinischen Fachangestellten in diesem

Spannungsfeld auf ihrem Weg zu sozialkompetenten jungen Erwachsenen

zu begleiten. Auch hier wäre die oben angesprochene Übungspraxis

sicher hilfreich, da sich Handlungssituationen in dem Umfeld einer Pra-

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xis realistischer und somit besser simulieren lassen, als in einem Klassenraum.

Schwerpunkte für die praktische Unterrichtsgestaltung

Aus dem oben Beschriebenen ergibt sich zwingend eine praxisnahe, fallorientierte

Vermittlung der Lerninhalte, die eine Verknüpfung von Einzelthemen

zu Handlungsabläufen zum Ziel hat. Dies geschieht im Unterricht

der Zahnmedizinischen Fachangestellten in übergreifenden Lernfeldern,

im Unterricht der Medizinischen Fachangestellten mit fächerübergreifendem

Unterricht bzw. Lernfeldern. Alle Lehrkräfte versuchen, im Rahmen

des praktisch Möglichen, koordiniert ihren Unterricht zu gestalten, um den

Auszubildenden mit einem fachlich und methodisch modernen Unterricht

eine qualifizierte und nachhaltige Ausbildung anzubieten.

Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte

Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter

Die Auszubildenden erwerben eine breite Grund- und Fachbildung. Sie

können dadurch ihre Aufgaben im Beruf erfüllen und sind fähig, Arbeitswelt

und Gesellschaft verantwortlich im sozialen und ökologischen Sinn

mitzugestalten.

Erkenntnisse gewinnen

Über die Alltagserfordernisse im Apothekenbetrieb hinaus sammeln unsere

Schüler Erfahrungen über ihre Arbeit. Sie gewinnen Einsichten über

den Standort "Apotheke" im gesamtwirtschaftlichen und gesundheitspolitischen

Kontext. Zum Beispiel werden Pharmagroßhandlungen und pharmazeutische

Betriebe besichtigt. In Botanischen Gärten werden die in der

Natur vorkommenden Arzneipflanzen und ihre Verwendung als Arzneimittel

kennen gelernt. Mischen von Tees, Herstellen von Salbengrundlagen,

Ostereier mit Drogen färben, Bestimmen von Pflanzen sind Beispiele für

gemeinsame Aktivitäten.

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Die Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten erarbeiten sich ein fundiertes

wirtschaftliches Grundwissen, das auch in anderen Wirtschaftszweigen

gefordert wird. So wird mit neuen Technologien, insbesondere

computergestützten Warenwirtschaftssystemen gearbeitet. Erweiterte

Qualifikationen erlangen die Schüler durch Seminare, die in der Berufsschule

zusammen mit Unternehmen durchgeführt werden.

Selbstständigkeit entwickeln

Die Schüler errichten selbstständig Schaufensterdekorationen unter Berücksichtigung

von Marketingaspekten. Durch gezieltes Verkaufstraining,

Schulung in freier Rede und in Rollenspielen erarbeiten sich die Schüler

Präsentations- und Argumentationstechniken. Neue Inhalte erarbeiten sie

sich eigenständig, in Teams und wenn möglich, klassenübergreifend.

Sozialverantwortung übernehmen

In Rollenspielen entwickeln die Schüler die erforderliche Sensibilität im

Kontakt mit kranken und alten Menschen. In Gemeinschaftserlebnissen

außerhalb des Unterrichts lernen sie sich näher kennen und erfahren auf

diese Weise die Notwendigkeit von Toleranz und gegenseitiger Akzeptanz

in einer multikulturellen Gesellschaft. Anhand von aktuellen politischen

Themen und gesellschaftlichen Problemen entwickeln die Schüler Verantwortungsbewusstsein

und Kritikfähigkeit mit dem Ziel, als mündige Staatsbürgerinnen

zu handeln.

Stärken- und Schwächenanalyse

Grundsätzliches

Die vorliegende Stärken- und Schwächenanalyse fußt auf einer Darstellung

des Ist-Zustandes in den verschiedenen Bereichen der Teilzeitberufsschule

Gesundheit. Zusammengefasst werden hier die Ausbildungsberufe

der Medizinischen Fachangestellten, Pharmazeutischkaufmännischen

Angestellten und Zahnmedizinischen Fachangestellten.

In Zahlen sind dies mehr als 350 Schüler sowie ca. 14 Lehrkräfte.

Betroffene Lernbereiche, sofern noch kein lernfeldorientierter Rahmenlehrplan

vorliegt, sind EDV, Labor, pharmazeutische, medizinische bzw.

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Seite 64

zahnmedizinische Fachkunde sowie Wirtschaft / Politik, Wirtschaftslehre,

berufsbezogene Mathematik und teilweise Religion.

Diese Heterogenität bringt mit sich, dass im Rahmen einer allgemeinen,

bereichsübergreifenden Betrachtung der Stärken und Schwächen grundsätzliche

Erwägungen, die die Ausbildung von Berufen im Gesundheitswesen

im Allgemeinen betreffen, thematisiert werden müssen.

Qualität des Lehrens und Lernens

Die Unterrichtsgestaltung ist auf der Grundlage der Fach-, Fall- und Handlungsorientierung

entsprechend der aktuellen didaktischen Theorie angelegt.

Einerseits haben die Auszubildenden die Möglichkeit in Projekten,

wie z.B. anlässlich des Schuljubiläums, zu lernen und, im kleineren Rahmen,

durch Gruppenarbeiten und Gruppenpräsentationen berufsbezogene

Schlüsselqualifikationen zu erwerben, andererseits wird ihnen auch die

Möglichkeit eröffnet, sich im Rahmen fachsystematisch organisierten Unterrichts

in ihr jeweiliges Spezialgebiet vertiefend einzuarbeiten. Die Integration

beider Konzepte stellt einen Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit

mit den Auszubildenden dar.

Hierbei ist zu beobachten, dass beide Konzepte an die Auszubildenden

hohe Anforderungen stellen. Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang

1. Die Probleme beim Erlernen der Fachsprache, welche einer der

zentralen Ausbildungsinhalte überhaupt ist.

2. Ein abnehmendes Sprach- und Textverständnis.

3. Die Probleme beim Präsentieren von Arbeitsergebnissen. Hier bringen

die Auszubildenden sehr unterschiedliche Erfahrungen und

Kompetenzen von den abgebenden Schulen mit.

4. Die vielen Auszubildenden bislang unbekannte Tiefe beim Erwerb

von Fachwissen.

5. Die geringen Kenntnisse hinsichtlich der Verwendung von Fachliteratur.

Durch unterschiedliche Methoden werden die Auszubildenden für eine

eigenständige Arbeit im Berufsfeld Gesundheit qualifiziert. Wesentlich ist

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Seite 65

dabei, dass die Auszubildenden erkennen, welche Verantwortung im Umgang

mit kranken Menschen sie übernehmen und sie sich damit auch

deutlich der eigenen Grenzen bewusst werden. Im Rahmen der Ausbildung

Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter stehen betriebswirtschaftliche

Vorgänge in der Apotheke neben dem sachgerechten Umgang

mit Arzneimitteln an zentraler Stelle der Ausbildung.

Im Zusammenhang aller Unterrichtsfächer wird der Umgang mit computergestützten

Systemen in der ganzen Vielfalt ihrer beruflichen Einsatzmöglichkeiten

eingeübt.

Wünschenswert wäre die Möglichkeit, betriebliche Praxis mehr in der

Schule darstellen zu können, um abseits der Stresssituationen des Berufsalltags

einzelne Arbeitsabläufe vertieft betrachten zu können. Hier wäre

das in verschiedenen Berufsschulen umgesetzte Konzept einer Lernpraxis

hilfreich. Auch vor dem Hintergrund der zu erwartenden Änderung

der Lehrpläne, würde die Ausstattung der Schule mit einer derartigen Einrichtung

die Integration der Lerninhalte fördern.

Qualität des Lebensraumes Schule

In aller Regel werden Schul- und Klassenklima im Berufsfeld 08 von Auszubildenden

und Lehrkräften als angenehm empfunden. Konflikte werden

gewaltfrei geregelt, wobei immer versucht wird, ein Einvernehmen zwischen

den Konfliktparteien herzustellen. Die Förderung der Klassengemeinschaft

vor dem Hintergrund der Steigerung der Teamfähigkeit der

Auszubildenden könnte beispielsweise durch noch regelmäßigere Studienfahrten

intensiviert werden.

Außenbeziehungen

Es besteht ein ständiger Kontakt mit Ausbildungsbetrieben und Kammern.

Der Kontakt zu den Ausbildungsbetrieben wird einerseits durch Betriebserkundungen,

andererseits durch die Kontakte der Lehrkräfte mit den

Ausbildern bezüglich des Ausbildungsstandes der einzelnen Auszubildenden

gepflegt. Ein näherer Kontakt zu den Kammern ergibt sich aus der

Überwachungsfunktion dieser Institution.

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Ferner könnte eine Öffnung nach außen erfolgen, indem Projekte durch

Pressearbeit dokumentiert werden. Ein weiterer Ansatzpunkt in diesem

Zusammenhang wären hier in Fulda stattfindende Abschlussfeiern für alle

Berufe des Berufsfeldes 08, bei welchen dann in angemessenem Rahmen

die Abschlusszeugnisse übergeben werden könnten.

Professionalität und Personalförderung

Alle im Fachpraxis- und Fachtheoriebereich unterrichtenden Lehrkräfte

haben langjährige Praxiserfahrungen. Gleiches gilt für die weiteren Lernbereiche.

Hierdurch ergibt sich ein hohes Maß an Professionalität. Fortlaufende

Weiterbildung der Unterrichtenden ist selbstverständlich, damit verbunden

natürlich auch die Bereitschaft, neue Methoden und Konzepte in

Abstimmung untereinander umzusetzen. Betrachtet man die Änderungen

im pädagogischen Bereich und im Fachwissen, so wird eine konsequente

Weiterführung dieser Qualifikationen für die nachhaltige Aufrechterhaltung

der Unterrichtsqualität sorgen.

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Ausstattung mit Sachmitteln

Um den Anforderungen an einem lernfeldorientierten Unterricht, d.h. eine

Darstellung der betrieblichen Prozesse gerecht zu werden, besteht die

Notwendigkeit einer entsprechenden Ausstattung mit Sachmitteln. Den

unterrichtenden Lehrkräften in diesem Bereich stehen verschiedene Präsentationsmedien

zur Verfügung. Ebenso sind medizinische Verbrauchsmaterialien

(Spritzen, Kanülen, Verbände, etc) und Anschauungsobjekte

ausreichend vorhanden.

Wünschenswert in diesem Zusammenhang ist die Einrichtung von zwei

Computerplätzen mit Internetanschlüssen für eine authentische Darstellung

der Arbeitsabläufe.

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Schulprogramm

Eduard-Stieler-Schule Fulda

Stand

Oktober 2006

Körperpflege

- Friseurin/

Friseur

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X Berufsfeld Körperpflege

Friseur/in

Im Schuljahr 2004/05 werden an der Eduard-Stieler-Schule im Bereich

Körperpflege sechs Klassen der Jahrgangsstufen 10 - 12 unterrichtet. Bei

der Ausbildung zur Friseurin/ Friseur werden die für unsere Schule allgemein

gültigen Ziele wie folgt umgesetzt.

Erkenntnisse gewinnen

Der Friseurberuf gehört zu den Berufen, bei denen umfassende Dienstleistungen

direkt an Kundinnen und Kunden erbracht werden. Zur Ausübung

dieses Berufes müssen solides fachliches Wissen und hohe Kompetenzen

in den Bereichen Beratung/ Verkauf, Behandlung und Beurteilung von den

Schülern erworben werden.

Seit Schuljahresbeginn 2003/04 wird nach einem neuen Lehrplan, Berufsschule,

Grund- und Fachstufe Berufsfeld Körperpflege, Friseurin/Friseur

vom 30. November 2003 unterrichtet, der diese Komplexität des Friseurberufs

berücksichtigt.

Die Ausbildung ist in 20 Lernfelder untergliedert. Dadurch ist es unseren

Schülern möglich an konkreten praktischen Problemen des Berufsalltags

die oben genannten Kompetenzen zu erwerben.

Im Fach Deutsch liegt der Schwerpunkt im Methodentraining. Die Schüler

sollen befähigt werden, Texte besser zu analysieren, Wissen herauszufiltern

und selbstständig Texte zu gestalten. Angewandte Methoden sind

z.B. Markieren, Unterstreichen, Stichpunkte herauszuschreiben, sowie die

Erstellung von Mind-Maps. Fächerübergreifend werden verschiedene Präsentationstechniken

vermittelt.

Selbstständigkeit entwickeln

Selbstverantwortung und Selbstständigkeit sollen durch geeignete handlungsorientierte

Methoden gesteigert werden. Zu den Lernfeldern werden

anhand von Lernsituationen Projekte durchgeführt. Die Kernkompetenzen

Beratung, Behandlung und Beurteilung bilden den zentralen Rahmen. Die

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Seite 70

Auszubildenden sollen in der Lage sein, im Beratungsgespräch Lösungsvorschläge

zu entwickeln, diese in der anschließenden Behandlung umzusetzen

und bei der abschließenden Beurteilung das Behandlungsergebnis

mit dem in der Beratung entwickelten Konzept zu vergleichen und bei

mangelnder Übereinstimmung zu korrigieren.

In den Lernfeldern Kunden betreuen, Kunden beraten und Beraten und

Verkaufen, sollen die Grundlagen der Kommunikation vermittelt werden,

die für die Durchführung einer fachbezogenen Kundenberatung von Bedeutung

sind; z. B. sollen die Schüler dazu befähigt werden:

• zu einem Thema frei zu reden,

• Argumente zu formulieren,

• sachbezogene Dialoge zu entwickeln,

• die Sprachebenen zu wechseln,

• auf die Gesprächspartner einzugehen und

• Körpersprache zu deuten und angemessen einzusetzen.

Diese Strategien sollen lernfeldübergreifend genutzt werden.

Sozialverantwortung übernehmen

Die Sozialverantwortung hat im Bereich der Körperpflege einen hohen

Stellenwert. Im Einzelnen gehören dazu:

Kommunikationsfähigkeit als Fähigkeit, Gruppenprozesse aktiv und konstruktiv

mitzugestalten.

- Kooperationsfähigkeit als Fähigkeit, im Team zusammenzuarbeiten,

- Konfliktfähigkeit als Fähigkeit, auftretende Differenzen bei Meinungen

und Haltungen im Umgang mit anderen Personen friedlich,

konstruktiv und ohne Aggressionen auszutragen,

- Soziale Verantwortungsfähigkeit als Fähigkeit, im Rahmen gemeinsamen

Handelns mit anderen mit Verantwortung zu übernehmen.

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Stärken- Schwächen- Analyse

Was ist gut in unserer Abteilung,

was kann so bleiben?

- positives Lernklima in den Klassen

- Übernahme von Verantwortung

- Teilweise gute Zusammenarbeit

- Gute Zusammenarbeit mit der

Innung

- Neugestaltung von Raum 115

- PC-Ausstattung u. Internetanschluss

in Raum116

Was stört oder beeinträchtigt?

- Rahmenlehrplan- Vorgaben ändern

sich zu häufig

- Zeitrahmen zur Vermittlung der

notwendigen Inhalte ist zu gering,

dadurch ergibt sich bei

Klassenübernahme eine Beeinträchtigung

durch Aufarbeitung

von Inhalten

- Inhalte der Lernfelder entsprechen

zu wenig den Prüfungsanforderungen

- Mit Problemen alleine gelassen

zu werden

- Teilweise fehlende Kommunikation

- Zu häufiger Lehrerwechsel im

Fach Wirtschaftskunde/ Deutsch

Was gibt es noch zu wenig, wovon

könnte es mehr geben?

- Zu wenig Stunden im Berufsfeld

und in der Allgemeinbildung

- Zu wenig Lehrerstunden

- Zu wenig Geld für Verbrauchsmaterial

- Nicht ausreichende Ausstattung

in Raum 114

- Zu wenig geteilte Klassen in der

Fachpraxis

Welche Chancen zur Änderung

bieten sich?

- Mehr Informationsaustausch

- Regelmäßige Kurzkonferenzen

- Telefonanschluss in Raum 116

Ziel:

Regelmäßige Kurzkonferenzen zum intensiveren Informationsaustausch

zur Realisierung der oben genannten Leitziele.

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Schulprogramm

Eduard-Stieler-Schule Fulda

Stand

Oktober 2006

Nahrung

- Bäcker/in

- Konditor/in

- Verkäufer/in im Nahrungsmittelhandwerk

- Fleischer/in

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XI Nahrungsmittelhandwerk

Bäcker/in, Konditor/in und Verkäufer/in im Nahrungsmittelhandwerk

Die Ausbildung der Bäcker und Konditoren erfolgt nach dem neuen Rahmenlehrplan

für die Grund- und Fachstufen, für die Verkäuferinnen wird

dieser zur Zeit erarbeitet.

Es wird angestrebt, dass der Klassenlehrer die auszubildenden Fachverkäufer,

Bäcker und Konditoren während der gesamten Ausbildungszeit

betreut. Dadurch entfallen ständige Kennenlernphasen und das Aneinandergewöhnen.

Um Erkenntnisse zu gewinnen, werden die Fachbücher durch den Einsatz

von verschiedenen Medien, z.B. Folien, Videos, durch Demonstrationen

und praktisches Arbeiten und Erproben (z.B. Mehlbeurteilung durch

einfache Proben) ergänzt.

Methoden, Sozialformen und die Stoffauswahl richten sich nach der jeweiligen

Klasse. Je nach Vorbildung, Motivation und Kompetenz wird in Einzelarbeit

oder Partnerarbeit gelernt. In anderen Klassen sind Gruppenarbeiten,

Schülervorträge, “Märkte” und freies Arbeiten zur Förderung der

Selbstständigkeit und des sozialen Umganges miteinander möglich.

Verknüpfungen von verschiedenen Lerngebieten und Fächern werden

durchgeführt. Zu nennen sind u.a. Betriebslehre und Deutsch beim Üben

von Verkaufsgesprächen, Technologie und Betriebslehre bei der kundenorientierten,

fachkompetenten Beratung, Technologie und berufsbezogene

Mathematik u.a. bei der Berechnung der Teigausbeute.

Unsere Ziele sind:

• Teambildung, um die einzelnen Lernfelder des neuen Rahmenlehrplanes

umzusetzen

• Stärkung der Verbindung zwischen Theorie- und Praxislehrern

Oktober 2006


Seite 74

• Unterstützung der praxisorientierten Arbeiten durch regelmäßige

Besichtigungen außerschulischer Einrichtungen

• Weiterbildung durch Expertenvorträge nicht-schulischer Fachleute

und der Einsatz des Computers in verschiedenen Bereichen, z.B.

Sauerteigberechnung und Plakaterstellung

• Auflockerung des Frontalunterrichts durch alternative Unterrichtsmethoden

Seit dem Schuljahr 1996/97 nahm die Eduard-Stieler-Schule - als eine von

fünf Berufsschulen in Hessen – an dem Modellversuch “Ausbildung zum

Betriebsassistenten im Bäckerhandwerk” teil. Die hier angestrebten Ziele

sind:

• die Vorbereitung leistungsstärkerer Schüler auf die Zusatzprüfung

“Betriebsassistent im Bäckerhandwerk” und

• die intensive Förderung leistungsschwächerer Schüler, damit diese

eine reelle Chance erhalten, die Gesellenprüfung zu bestehen

Dieser Modellversuch lief im Jahre 2000 aus, kann aber bei entsprechender

Nachfrage wieder aufgenommen werden.

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Seite 75

Fleischer und Verkäufer im Nahrungsmittelhandwerk

Erkenntnisse gewinnen

Dieses Ziel erreichen unsere Schüler in dem Lerngebiet Technologie unter

anderem in den Lehrgängen Fleisch und Innereien, Fleischwaren, Platten

und Feinkost sowie in den allgemeinbildenden Fächern. In den Lehrgängen

wird besonders auf die Verknüpfung der Fachtheorie mit der täglichen

praktischen Ausbildung im Betrieb Wert gelegt u.a. durch die Einbeziehung

des beruflichen Alltags in den Unterricht und die Abstimmung der

Stoffverteilungspläne. Ein weiteres Ziel ist eine gute Vorbereitung auf die

Zwischen- und Abschlussprüfungen.

Selbstständigkeit entwickeln

Dies wird durch die stärkere Öffnung des Frontalunterrichts hin zu handlungsorientiertem

Unterricht bei den Schülern gefördert. Der verstärkte

Einsatz von Partner- und Gruppenarbeit ist das Ziel der nächsten zwei

Jahre.

Sozialverantwortung übernehmen

Partner- und Gruppenarbeit sind außerdem Handlungsräume, in denen

der soziale Umgang miteinander eingeübt werden kann. Dabei sind in den

Klassen erschwerte Rahmenbedingungen gegeben und entsprechend zu

berücksichtigen, wie z.B. eine zu hohe Klassenstärke, die Zusammenlegung

von Ausbildungsjahren und unterschiedliche Schulabschlüsse der

Schüler (vom Förderschulabschluss bis Abitur).

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Seite 76

Stärken- und Schwächenanalyse

1 Qualität des Lehrens und Lernens

Stärken

Schwächen

- meist hohe Frustrationstoleranz

der Lehrer

- erhebliche Leistungsunterschiede

innerhalb der Klassen (vom

- i.d.R. ein gutes Miteinander von

Lehrern und Schülern

Förderschulabschluss bis zum

Abitur)

- im Allgemeinen ehrliche, direkte, - erhebliche Motivationsunterschiede

offene und hilfsbereite Schüler

(„Dies ist mein Traum-

beruf“ bis „Habe keine andere

Lehrstelle gefunden...“)

2 Qualität des Lebensraums Klasse/Schule

Stärken

Schwächen

- sehr gute Teambildung und zeitnahe

Absprachen unter den

Lehrkräften

- z.T. Kombiklassen aus zwei

Lehrjahren oder zwei Ausbildungsberufen

und dadurch große

Klassen

- Raumprobleme

3 Schulpartnerschaft und Außenbeziehungen

Stärken

Schwächen

- gute Zusammenarbeit mit der

Fleischer-Innung, den Mitgliedern

des Prüfungsausschusses

und der Handwerkskammer Fulda

und den meisten Ausbildungsbetrieben

- manche (wenige) Ausbildungsbetriebe

verhalten sich unkooperativ

und missachten schulische

Regelungen (z.B. bei Fehlen

aus betrieblichen Gründen)

- Bereitstellen von Übungsmaterial

durch einen großen Ausbildungsbetrieb

4 Qualität des Schulmanagements

Stärken

- in Absprache mit der Schulleitung

eigenverantwortliche Organisation

von Unterrichtsabläufen

in der Abteilung

- Unterstützung der Lehrer bei

Problemen (z.B. Hilfe bei Disziplinarmaßnahmen)

durch die

Schulleitung

Schwächen

- da Kollegen in verschiedenen

Abteilungen tätig sind ist es

schwierig für den Unterricht der

Schüler und für die Kollegen akzeptable

Stundenpläne zu

erstellen

5 Professionalität und Personalförderung

Stärken

Schwächen

- Fort- und Weiterbildungen zur

Umsetzung des Strategischen

Ziels 4, der Lernfeldkonzepte

und fachlicher Art

- da Konzentrierung auf wenige

Lehrer, die im Bereich Fleischerei

unterrichten, müssen bei

Fortbildungen Klassen abbestellt

werden

Oktober 2006


Seite 77

Schulprogramm

Eduard-Stieler-Schule Fulda

Stand

Oktober 2006

Werkstatt für behinderte

Menschen

Oktober 2006


Seite 78

XII Werkstatt für behinderte Menschen

Die Eduard-Stieler-Schule ist im Schulamtsbezirk Fulda für die Beschulung

der Menschen zuständig, die in Werkstätten für behinderte Menschen

(WfbM) arbeiten. Die Gruppen der WfbM setzen sich aus Schülern der

Caritas-Werkstätten sowie der Werkstätten des Antoniusheims zusammen.

In beiden Gruppen arbeiten die unterrichtenden Lehrkräfte im Team

mit jeweils unterschiedlichen inhaltlichen und pädagogischen Schwerpunkten

(allgemeinbildender Unterricht und beruflichen Lernbereichen mit

verschiedenen Schwerpunkten). Der Unterricht findet in unterschiedlichen

Fachräumen (Küchen, Werkräume, Gewächshaus und Textilraum) in unmittelbarer

Nähe zueinander auf einer Ebene des Schulgebäudes an einem

Tag in der Woche statt. Die Gruppengröße im Unterricht beträgt 4 bis

5 Schüler und die Personalsituation bzw. der Betreuungsschlüssel der unterrichtenden

Lehrer im Bereich der WfbM ist momentan als gut zu beurteilen.

Die Betreuung der behinderten Menschen durch Zivildienstleistende

und Gruppenleiter der WfbM, die am Unterricht teilnehmen, ist ebenfalls

als gut zu beurteilen. Sollte sich aber zukünftig der Betreuungsaufwand

erhöhen, so ist zusätzliches Personal erforderlich um die gesetzten Unterrichtsziele

auch weiterhin erreichen zu können.

Der Unterricht für Schüler der WfbM bzw. die Zielsetzungen des Unterrichts

sind als besonders ganzheitlich zu beurteilen, was durch die Lernvoraussetzungen

der Schüler begründet ist. Dadurch erscheint eine Aufteilung

der angestrebten Ziele in „Erkenntnisse gewinnen“, „Selbstständigkeit

entwickeln“ und „Sozialverantwortung üben“ als ungeeignet.

Wir streben an, dass die Schüler im Unterricht folgende Qualifikationen

erwerben:

• Fähigkeit, sich selbst zu versorgen

• Fähigkeit, sich in den sozialen Bezügen der Erwachsenenwelt zu orientieren

• Fähigkeit zur Überwindung gesellschaftlich bedingter Isolation

• Steigerung des Selbstwertgefühls und Selbstvertrauens durch Qualifizierung

in Berufsfeldern

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• Vermittlung bzw. Vertiefung der Kulturtechniken

• arbeitsbezogene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse

• Sicherung der eigenen Existenz durch Qualifizierung

• Grundlagen bzw. vertiefende Übungsangebote im Bereich EDV

• Kontakte zu / Kooperation mit anderen Klassen der Eduard-Stieler-

Schule (z. B. Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung, Schülern des

Ausbildungsberufes Friseur)

Die Vermittlung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten in den Bereichen

der Arbeit, des Sozialen und des Lebenspraktischen dienen der

Weiterentwicklung der Gesamtpersönlichkeit der behinderten Menschen.

Zur Entwicklung der Persönlichkeit gehört vor allem, dass der behinderte

Mensch eine angemessene Einstellung zu sich selbst und zu seinem Umfeld

findet. Zum lebenspraktischen Training gehören u. a. Körperpflege,

Gesundheitspflege, Kleidung, Essen und Trinken, Verkehrserziehung und

Umgang mit Geld. Ideen, Wünsche und Begabungen der Schüler werden

dabei ebenso berücksichtigt wie Wünsche der Werkstätten für behinderte

Menschen.

Zur Erreichung der genannten Ziele sind folgende organisatorische, didaktische

und methodische Rahmenbedingungen geschaffen:

• Vielseitigkeit im Unterrichtsangebot; Wechsel der Unterrichtsgruppen

mit unterschiedlichen Schwerpunkte alle 4 – 6 Wochen

• handlungsorientiertes und projektbezogenes Lernen (Blumenverkaufsstand,

Fahrradwerkstatt, Besuch von Firmen etc.)

• individuelles, differenziertes Lernen

• flexible Struktur der Unterrichtsdauer und der Pausen

• Förderung durch Schaffung einer Unterrichtsatmosphäre, die durch

Toleranz, Angstfreiheit, Freundlichkeit und Geduld geprägt ist

• Sicherung der kontinuierlichen Gesamtförderung der behinderten Menschen

durch eine enge Zusammenarbeit mit allen Beteiligten und regelmäßige

Arbeitskonferenzen in den Teams

• Mitwirkung der behinderten Menschen in den sie berührenden Angelegenheiten

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Seite 80

Vor der Einschulung der Schüler liegt eine Beurteilung der vorherigen

Schule und der Praktikumsstelle vor. Bereits vor dem ersten Unterrichtstag

besuchen alle Lehrkräfte, die in den Gruppen der WfbM unterrichten, die

Werkstatt, um die neuen Schüler bei einem gemeinsamen Frühstück kennen

zu lernen. Die Schüler zeigen ihren zukünftigen Lehren ihre Arbeitsbereiche

in den Werkstätten.

Die Einschulung in die Eduard-Stieler-Schule beginnt mit einer Kontaktaufnahme

im ehemaligen Bistro der Eduard-Stieler-Schule, an dem auch

die Lehrer und die Schüler des vorangegangenen Schuljahres teilnehmen.

Anschließend folgt eine Besichtigung der Schule. Die Wege in der Schule

werden erläutert und mit Hilfe eines Arbeitsblattes dargestellt.

Ein Unterrichtstag im Bereich der WfbM ist meist wie folgt strukturiert:

• Teambesprechung mit Kollegen und Betreuern vor Unterrichtsbeginn

• Eintreffen der Schüler; Überprüfung der allgemeinen sowie der individuellen

Situation

• Lehrer bringen Schüler in die verschiedenen Arbeitsgruppen; Differenzierung

in kleine Gruppen (projektorientiert)

• kurze Unterrichtspausen nach individuellem Bedarf

• gemeinsames Frühstück oder Mittagessen aller Schüler, Betreuer und

Lehrer im Bistro; die Schüler übernehmen hierfür das Eindecken der

Tische und das Zubereiten der Speisen selbst

• Gruppenarbeit unter Berücksichtigung der jeweiligen Verfassung und

der Leistungsfähigkeit der Schüler

• Die Lehrer bringen ihre Schüler nach Unterrichtsende zu den Fahrgelegenheiten

• Teambesprechung/Reflexion des Unterrichtstages

Aus der bisherigen Darstellung bzw. für die Weiterentwicklung der beschriebenen

Arbeit ergeben sich zwangsläufig Forderungen für die zukünftige

Arbeit mit den Schülern der WfbM.

Die Beschulung von Schülern der WfbM im Bäckerhandwerk würde eine

sehr sinnvolle und zweckmäßige Ergänzung des Unterrichtsangebotes in

der Eduard-Stieler-Schule darstellen, da viele Schüler der WfbM einen

Arbeitsplatz in der hauseigenen Bäckerei des Antoniusheimes finden.

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Eine Öffnung ist bereits durch verschiedene Schritte erfolgt. Hierzu zählen

der Besuch von Festen und Märkten der Werkstätten für behinderte Menschen,

die Teilnahme an Weihnachtsfeiern, der Besuch von Theaterabenden

und die Durchführung von Informationsveranstaltungen in den WfbM.

Die angestrebte weitere Öffnung könnte durch einen Pflanzen- und Blumenverkauf

in der Schule, verschiedene Firmenbesuche im Rahmen des

projektorientierten Unterrichtes sowie Kontakte mit unterschiedlichen

Fachbereichen in der Eduard-Stieler-Schule erfolgen.

Die Weiterentwicklung der Arbeit im Bereich der WfbM bzw. die Sicherstellung

der qualifizierten Arbeit ergibt einen entsprechenden Beratungs- und

Fortbildungsbedarf. Hierzu zählen wir

• Gespräche vor der Einschulung der behinderten Menschen in der

Eduard-Stieler-Schule und in den Werkstätten mit dem Betreuungspersonal

der WfbM und den zukünftigen Schülern

• gemeinsame Gespräche der Gruppenleiter vor dem Unterricht, in den

Pausen und bei Besuchen in den Werkstätten für behinderte Menschen

• Fortbildungsangebote des AfL zu den Themen Behinderungen und

Krankheiten sowie dem adäquaten Umgang damit, welche angeboten

werden müssen

• die Fortsetzung der Fortbildungsreihe aus dem Jahr 2006 zu den Themen

Ursachen und Ausprägungen von Krankheitsbilder und Behinderungen

sowie Umgang mit Behinderungen

• den Austausch mit Kollegen anderer Schulen, die ebenfalls Schüler

der WfbM beschulen. Durch vorhandene große räumliche Entfernungen

bzw. sehr unterschiedliche Projekte und Fachbereiche erscheint

uns die Koordination durch den Fachberater für sonderpädagogische

Förderung notwendig.

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C Bausteine

Das vorliegende Schulprogramm stellt wesentliche Aspekte der Eduard-

Stieler-Schule und ihre inhaltlichen Schwerpunkte sowie die vorgesehene

Entwicklungsrichtung dar.

Wie bereits im Vorwort erläutert, ist das vorliegende Schulprogramm in

seiner Form und Gliederung durch unterschiedliche Arbeitsgruppen mit

entsprechenden Schwerpunkten erarbeitet. In diesem Abschnitt werden

nun Aspekte dargestellt, die ebenfalls von mitunter großer Bedeutung für

die Arbeit und Entwicklung der Eduard-Stieler-Schule sind und selbstverständlich

der schulischen Entwicklung unterliegen, aber bisher keine Erwähnung

in dem Schulprogramm fanden. Hierzu zählen u.a. die Rahmenbedingungen

für das Lehren und Lernen an unserer Schule sowie Maßnahmen

und Aktivitäten, welche den Unterricht begleiten.

Ausstattung der Eduard-Stieler-Schule

Die materielle und räumliche Ausstattung einer Schule gehören zu den

Faktoren, die einen erheblichen Einfluss auf das Lehren und Lernen in ihr

haben. Neben den Unterrichtsräumen für den allgemeinbildenden Unterricht

und den naturwissenschaftlichen Fachräumen verfügt die Eduard-

Stieler-Schule auch über die notwendigen Fachräume für die unterschiedlichen

beruflichen Lernbereiche. Hierbei ist besonders der Erweiterungsbau

zu erwähnen, in dem u.a. zwei moderne Chemielaborräume untergebracht

sind und der im Jahr 2003 seiner Nutzung übergeben worden ist.

Ebenso wurde der Unterrichtsraum zur fachpraktischen Ausbildung im Friseurhandwerk

im Jahr 2004 neu gestaltet und eingerichtet. Für den Unterricht

im informationstechnischen Bereich stehen neben vier zeitgemäß

ausgestatteten PC-Räumen ein „Notebook-Raum“ zur Verfügung, in dem

informationstechnischer Unterricht auch im Klassenverband unterrichtet

werden kann und dabei allen Schülern ein eigenes Notebook zur Verfügung

steht. Zudem sind einige konventionelle Unterrichtsräume zusätzlich

mit einzelnen PC-Arbeitsplätzen ausgestattet, um so die flexible Nutzung

in den verschiedenen Unterrichtsfächern zu ermöglichen. Die Ausstattung

mit audiovisuellen Medien ist den aktuellen Unterrichtserfordernissen angepasst

und wird ständig erneuert bzw. erweitert.

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Seite 83

Dennoch sehen wir es nicht nur als wünschenswert, sondern als zwingend

erforderlich an, die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern bzw. einen

zeitgemäßen Standard durch technische Erneuerungen zu erhalten. Dies

ist in einigen Bereichen schon auf Grund der fortschreitenden Entwicklung

in der Berufs- und Arbeitswelt erforderlich, damit fachlich angemessener

und zeitgemäßer Unterricht erteilt werden kann. Hierzu zählt auch die Ausrüstung

von möglichst allen konventionellen Unterrichtsräumen mit PC-

Einzelplätzen und Internetzugang, damit zeitgemäße Recherche- und Präsentationsformen

in allen Unterrichtsräumen flexibel durchgeführt werden

können. In diesem Zusammenhang ist auch die erneute Einrichtung eines

Schülerarbeitsraumes mit PC-Ausstattung und Internetzugang bereits vorgesehen.

Als nächste wesentliche Baumaßnahme ist eine komplette Erneuerung

des „Restaurantbereiches“ vorgesehen, um so in der schulischen Ausbildung

im Berufsfeld Gastronomie dem Standard des Hotel- und Gaststättengewerbes

zu folgen. Weiterhin ist die bauliche Modernisierung des

Verwaltungsbereiches vorgesehen, damit eine zeitgemäße und effiziente

Erledigung der administrativen Aufgaben erfolgen kann.

In vielen Bereichen des Schulgebäudes befinden sich Sitz- und Arbeitsgelegenheiten,

die den Schülern der Eduard-Stieler-Schule in der unterrichtsfreien

Zeit zur Verfügung stehen. Dieses Angebot soll der gestiegenen

Schülerzahl angepasst und vergrößert werden.

Die Außenanlagen der Eduard-Stieler-Schule sind zu einem großen Teil

eine Grünanlage. Diese kommt den Schülern mehrfach zu Nutze. Sie wird

als zusätzlicher natürlicher Pausenplatz genutzt und dient gleichzeitig der

Durchführung von Unterrichtsprojekten und der Erarbeitung fachlicher Unterrichtsinhalte

des Berufsfeldes Agrarwirtschaft. Ein großer Kräutergarten,

angelegt von Auszubildenden des Gärtnerberufes, gehört ebenso zu der

Außenanlage. Dieser wird intensiv in den Unterrichtsstunden der Berufsfelder

Ernährung und Hauswirtschaft sowie der Gastronomie genutzt.

Die Raumkapazität der Eduard-Stieler-Schule beurteilen wir kritisch. Die

Schülerprognosen, welche der Gebäudeplanung zu Grunde lagen, werden

heute, insbesondere im Vollzeitbereich, deutlich übertroffen. Dies führt zu

der Situation, dass an einigen Unterrichtstagen alle Räume der Schule

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durch Unterrichtsklassen belegt sind und teilweise „Noträume“ für Unterricht

genutzt werden müssen.

Sozialpädagogische Beratung

Schulsozialarbeit ist mittlerweile unstrittig für die Förderung benachteiligter

Jugendlicher eine wesentliche Unterstützung zur Erreichung der gesetzten

schulischen Ziele sowie der Bewältigung von Alltagsproblemen. Diese sozialpädagogische

Unterstützung ist in den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung

in Vollzeitform als Standard mit 6 Wochenstunden (EIBE-

Lehrgang) bzw. 2 Wochenstunden (Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung)

in den Stundenplan eingebunden und wird von sozialpädagogischen

Fachkräften in Form von sozialpädagogischer Gruppenarbeit durchgeführt.

Darüber hinaus ist sozialpädagogische Beratung aber auch für einzelne

Schüler in nahezu allen Schulformen zwingend erforderlich. Aus diesem

Grund besteht für alle Schüler der

Eduard-Stieler-Schule täglich die Möglichkeit die sozialpädagogische

Sprechstunde zu besuchen und als ein flankierendes Zusatzangebot der

Schule zu nutzen. Die Sprechstunde wird ebenfalls von den sozialpädagogischen

Fachkräften bzw. dem Vertrauenslehrer angeboten. Die finanziellen

Mittel, welche für diese Arbeit erforderlich sind, werden zum größten

Teil durch den Förderverein der Eduard-Stieler-Schule getragen. Damit

die sozialpädagogische Arbeit, die eine immer größere Bedeutung hat,

auch in Zukunft sicher gestellt werden kann, erscheint eine stärkere finanzielle

Unterstützung durch den Schulträger notwendig.

Schülervertretung und Elternbeirat

An der Eduard-Stieler-Schule gibt es eine aktive Schülervertretung und

einen engagierten Elternbeirat, deren Mitarbeit und Unterstützung uns

wichtig ist und auch der Weiterentwicklung unserer Schule sehr dient.

Durch die Struktur unserer Schule als Berufliche Schule des Landkreises

ergibt sich aber eine hohe Fluktuation der Schülerschaft und folglich auch

der Elternschaft bzw. eine relativ kurze Zeit, in der Schüler und Eltern zur

Schulgemeinde der Eduard-Stieler-Schule zählen.

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Förderverein

Der Förderverein der Eduard-Stieler-Schule e.V. wurde 1996 gegründet.

Intention für die Gründung war der Wunsch, ein Instrument zur Verfügung

zu haben mit dessen Hilfe die Abwicklung von Prozessen und Projekten

möglich wird, die mit rein schulischen Mitteln nicht leistbar wären.

Momentan können die Aufgaben, denen der Förderverein sich widmet,

durch verschiedene Teilbereiche dargestellt werden:

Bereitstellung und Gestaltung von Zusatzangeboten

Der Verein führt in Absprache mit der Schule Kurse zur Aus- Fort- und

Weiterbildung für Schüler, Studierende und Lehrkräfte durch und beteiligt

sich an den Kosten. So fanden in den vergangenen Jahren schwerpunktmäßig

Angebote zur Lebens- und Selbsthilfe, wie beispielsweise Rhetorikseminare,

Teamtraining, Selbstverteidigung, aber auch Vorträge von externen

Fachleuten aus dem naturwissenschaftlichen Bereich statt.

Im Verlauf des Schuljahres beteiligt sich der Förderverein an unterschiedlichen

Unterrichtsprojekten und schafft so die Möglichkeit Schüler finanziell

zu unterstützen.

Der Förderverein kann aber auch mit der Finanzierung von Materialien für

Projekte, wie bei dem „Saftprojekt“ der angehenden Chemisch-

Technischen Assistentinnen, in Vorleistung treten. Kosten für die Pfandflaschen

wurden vorgelegt, in die eigens für die Schülerschaft der Eduard-

Stieler-Schule zusammengestellte Säfte abgefüllt wurden. Die Rohstoffe

hierzu wurden von einer Rhöner Getränkefirma gespendet.

Jeweils am Ende des Schuljahres werden die Klassenbesten mit Verzehrgutscheinen

ausgezeichnet. Entsprechende Gastronomiebetriebe finanzieren

die Verzehrgutscheine durch Sponsoring mit.

Mit dem Ziel, Schulsysteme europäischer Nachbarn kennen zu lernen,

werden Auslandskontakte aufgebaut und intensiviert. Der Förderverein

beteiligt sich an der Organisation, Durchführung und Finanzierung. So

wurden z.B. Schulen in Finnland, Dänemark und Italien besucht und gemeinsame

Projekte durchgeführt.

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Die administrative Struktur, insbesondere des Berufsschulsystems, aber

auch die pädagogische Arbeit an den europäischen Schulen waren hier

schwerpunktmäßig von Interesse.

Aufgrund europaweiter Angleichung von Bildungsabschlüssen auf der einen

Seite, die Evaluierung der Zielerreichung von Bildung auf der anderen

Seite, strebt die Eduard-Stieler-Schule eine Weiterführung der Auslandskontakte

an.

Organisation und Abwicklung von Sponsoring und Spenden

Über die bereits beschriebenen Unterstützungsmöglichkeiten hinaus können

sich Unternehmen, aber auch andere Förderer der Schule an konkreten

Anschaffungen für die Schule finanziell beteiligen.

Cafeteria – „ESS Ecke“

Die Cafeteria existiert in ihrer heutigen Form seit dem Schuljahr 2002/03.

Sie besteht aus Ausgabetheke, Wirtschafts- und Lagerräumen und einem

großzügigen Sitzbereich, ist zentral in der zweiten Ebene gelegen und

somit von allen Seiten der Schule gut erreichbar.

Neben der Bestuhlung aus Naturholz sorgen die vielfältigen Grünpflanzen

für eine „Wohlfühlatmosphäre“; Erweiterungen und Verbesserungen der

Raumausstattung sind geplant.

Eine wechselnde, von Schülern der Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung

produzierte Dekoration schafft ebenso eine angenehme Umgebung.

Der Umbau und die Neugestaltung der „ESS Ecke“ wurde vom Landkreis

als Träger der Schule übernommen, der Förderverein der Eduard-Stieler-

Schule tritt als Pächter auf.

Frühstücksvariationen, Mittagsmahlzeiten, kleine Snacks, kalte und warme

Getränke werden täglich angeboten.

Hierzu erfolgt die Lebensmittelauswahl, die Zubereitung und die Zusammenstellung

der Menüs nach ökologischen Gesichtspunkten basierend auf

einer vollwertigen, gesunden Ernährung.

Täglich werden 2-3 verschiedene Mittagsmenüs bereitgestellt, wobei immer

ein vegetarisches Gericht oder eine Speise ohne Schweinefleisch zu-

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bereitet wird und jeweils ein Gebäck oder ein anderer Nachtisch gewählt

werden kann.

Somit ist gewährleistet, dass Schüler unterschiedlicher Religionszugehörigkeit

bzw. verschiedener Kulturkreise am Mittagstisch teilnehmen können.

Die Preise für die Speisen werden kostendeckend und in schülergerechter

Höhe kalkuliert.

Schüler der Eduard-Stieler-Schule werden im Rahmen der Berufsvorbereitung

an der Vor- und Zubereitung und dem Verkauf der Mittagsmahlzeiten

beteiligt. Zur Unterstützung des Ablaufs sind zwei Teilzeitkräfte beschäftigt

Neben den bereits erwähnten ökologischen, gesundheitlichen und kulturellen

Aspekten können somit durch den Cafeteriabetrieb für die Schüler

reale Arbeitssituationen geschaffen werden, in denen Schlüsselqualifikationen,

wie Pünktlichkeit, Eigenverantwortung und Zuverlässigkeit erworben

werden.

Das Ziel, verkaufsfähige Waren zu produzieren, wird nicht mehr, wie sonst

in Schulen üblich, durch die Lehrkraft evaluiert, sondern durch Kunden, in

diesem Falle die Mitschüler als Nutzer des vielfältigen Speisenangebotes.

Die Cafeteria wird von der gesamten Schulgemeinschaft vielfältig genutzt

und gut angenommen.

Außenkontakte

An jährlich stattfindenden Informationstagen werden in den abgebenden

Schulen zukünftige Schüler und deren Eltern über die Angebote an der

Eduard-Stieler-Schule informiert. In einigen Schulformen werden zusätzlich

Schnuppertage angeboten. Hier können zukünftige Schüler Einblicke

in Unterrichtsinhalte bekommen.

Wesentliche Institutionen, die von Schülern der Eduard-Stieler-Schule

nach erfolgreichem Schulabschluss besucht werden, sind die FH Fulda,

aber auch andere Fachhochschulen und Universitäten, Ausbildungsbetriebe,

und an Ausbildung beteiligte Institutionen.

Kontakte zu diesen Einrichtungen werden bereits während der Schulzeit

geknüpft und gepflegt.

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Mit den Betrieben, Kammern und anderen für berufliche Bildung zuständigen

Stellen erfolgt kontinuierliche Zusammenarbeit einhergehend mit gegenseitiger

Abstimmung.

Im Zusammenhang mit der Praktikumsvorbereitung und Praktikumsbetreuung

der Fachoberschüler, Klassen der angehenden Chemisch-

Technischen-Assistenten, Berufsfachschüler und Schüler der Bildungsgänge

zur Berufsvorbereitung herrscht ein reger Austausch mit geeigneten

Betrieben und Institutionen.

Die Schüler des Beruflichen Gymnasiums und der Fachoberschule besuchen

regelmäßig mögliche Studienstandorte.

Mit dem Unterricht verknüpfte Projekte an der Hochschule Fulda und an

der Universität Gießen stellen eine weitere Form der Kooperation dar.

Zur Berufsfindung organisiert die Eduard-Stieler-Schule regelmäßig einen

Infotag, an dem Schüler der Fachoberschulklassen und des Beruflichen

Gymnasiums sich einen Einblick in Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten

verschaffen können.

Dieses Angebot wird ergänzt durch an der Schule stattfindende Gespräche

mit Mitarbeitern der Bundesagentur für Arbeit.

Auf dem Weg zur gesundheitsfördernden Schule

Im Vordergrund der Bemühungen an der Eduard-Stieler-Schule steht die

Gesundheitsprävention mit den Teilaspekten Ernährung, Gewalt- und

Suchtprävention, Schulklima und Bewegung.

Schwerpunkte der alltäglichen Arbeit werden auf die beiden erstgenannten

Punkte gelegt.

So werden Gesundheitsaspekte durchgängig in den Lehrplänen der Berufsschulklassen

und auch der Vollzeitklassen thematisiert und projektorientiert

erarbeitet.

Nahrungsinhaltsstoffe und deren Wirkungen, ökologischer Landbau, ernährungsbedingte

Erkrankungen, schonende Zubereitungstechniken,

Krankheitsursachen und prophylaktische Maßnahmen sind nur einige,

punktuell herausgegriffene, Themen, an denen man erkennt, dass Gesundheitsförderung

zentrale Zielsetzung ist

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Die in vielen Berufsschulklassen bzw. in Vollzeitklassen bereits existierende

Lernfeldarbeit oder lernfeldorientierte Arbeit hat als Grundlage eine

Verknüpfung von Theorie und Praxis. So werden z.B. von den Schülern

Menüs zusammengestellt und auch zubereitet. Gleichzeitig wird die notwendige

Theorie unter gesundheitsförderlichen Aspekten erarbeitet. Eine

größere Nachhaltigkeit des Erlernten und verbesserte Chancen die angeeigneten

Kenntnisse auch praktisch umzusetzen sind in diesem Zusammenhang

von großer Bedeutung im Hinblick auf ein gesundheitsförderliches

Verhalten.

Lernfeldorientierte Arbeit erfolgt im Wesentlichen projektbezogen.

An dieser Stelle sollen einige typische Projekte benannt werden, die im

Rahmen einer ganzheitlich verstandenen Gesundheitsprophylaxe durchgeführt

wurden:

Projekt - Beratung von Kindergartenkindern -

Gastroprojekt

Projekt - Beratung alter Menschen -

Projekt – Saft -

Die Eduard-Stieler-Schule als Berufliche Schule weist eine sehr differenzierte

Schülerstruktur auf.

Es existiert eine große Bandbreite an Schülern von geistig behinderten

Jugendlichen bis hin zu Gymnasiasten der Oberstufe und Erwachsenen

mit Berufserfahrung.

Die Schüler unterscheiden sich also nicht nur in den Schulabschlüssen,

die sie anstreben, sondern auch in ihren intellektuellen und sozialen Fähigkeiten

und in ihrer Kultur- und Religionszugehörigkeit.

Diese Verschiedenartigkeiten lernen die Jugendlichen im Miteinander

kennen und akzeptieren.

Ein weiterer Aspekt der Gesunderhaltung ist die Gewalt- und Suchtprävention

und die Hilfe zur Lebensbewältigung.

Schulsozialarbeit, Kurse für Schüler z.B. in Selbstverteidigung aber auch

die tägliche pädagogische Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen helfen

somit einen Betrag zur Gesundheit zu leisten.

Die Eduard-Stieler-Schule ist bestrebt die Kommunikationsstruktur im Hinblick

auf eine Optimierung zu verändern. So wird versucht, beständige

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Teams von Lehrkräften zu bilden, die gemeinsam Unterricht planen und

evaluieren. Die Teamarbeit wird allerdings erschwert, weil fest angestellten

Kräfte durch stundenweise beschäftigte Lehrbeauftragte ersetzt werden.

Zukünftig wünschenswert ist es somit, fest angestellte Mitarbeiter zu

haben.

Erwähnt werden soll in diesem Zusammenhang auch die Mediationsgruppe,

die versucht in Konfliktsituationen zwischen Lehrern und Schülern,

oder Jugendlichen untereinander sinnvolle Kommunikationsstrukturen zu

entwerfen und einzuüben.

Die Eduard-Stieler-Schule arbeitet bereits seit einigen Jahren im Projekt

Schule und Gesundheit“ mit.

Regelmäßig nehmen Schülergruppen an Projekten teil, die von „Schule

und Gesundheit“ organisiert werden. So wird jährlich ein nach gesundheitlichen

Aspekten ausgewähltes Frühstück zum „Tag der Schulgesundheit“

bereitet.

Weiterhin wird Beratungsarbeit an anderen Schulen, mit der Zielrichtung

gesunde Verpflegung für Schüler anbieten zu können, geleistet.

Die Eduard-Stieler-Schule strebt an, eine Teilzertifizierung auf dem Weg

zur „Gesundheitsfördernden Schule“ zunächst für den Teilaspekt Ernährung

zu erwerben. Diese Maßnahme soll als Pilotprojekt in Begleitung mit

der Hochschule Fulda durchgeführt werden und noch im Schuljahr

2005/06 beginnen.

Projekt Mediation

Grundgedanken

• Guter Unterricht ist nur dann möglich, wenn er nicht durch verbale

und körperliche Gewalt gestört wird. Die Situation an den Schulen

ist davon gekennzeichnet, dass insbesondere die verbale Gewalt

zunimmt.

• Destruktive Konfliktlösungsformen verursachen Kosten, in dem sie

u.a. auch Energien binden, die dann für das Lernen und Lehren

nicht zur Verfügung stehen.

• Damit Konflikte nicht weiter eskalieren, müssen sie bearbeitet werden.

Mediation ist ein Verfahren konstruktiver Konfliktlösung, bei

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dem neutrale Dritte (Mediatoren) den Konflikt erhellen und die

Konfliktbeteiligten die Lösungsvorschläge selbst erarbeiten. Um

diese Haltung als Mediator einzunehmen ist ein längerer Übungsprozess

notwendig.

• Insgesamt gilt es, die Konfliktlösungskompetenz von Lehrkräften

und Schülern zu erhöhen und die Konfliktkultur einer Schule zu

entwickeln. Um dies zu erreichen ist eine Verankerung des Gedankens

konstruktiver Konfliktbearbeitung im ganzen System Schule

notwendig. Dies schließt Fortbildungen mit Schulleitung, Lehrkräften,

Schülern und auch Eltern ein.

Ziele

• Sensibilisierung möglichst vieler Beteiligter einer Schule für die

Ideen konstruktiver Konfliktbearbeitung durch Basistrainings für die

Lehrkräfte und verschiedene Programme für Schulklassen.

• Verbesserung der Kommunikationskompetenz und damit der

Qualität von Unterricht.

• Vermittlung und praktische Anwendung von Instrumenten konstruktiver

Konfliktbearbeitung in der Schulpraxis.

• Fortbildung von Lehrkräften.

• Qualifizierung von Schülern.

• Vernetzung verschiedener gewaltpräventiver Ansätze.

Mediation an der Eduard-Stieler-Schule

• Insgesamt zwölf Lehrer haben seit dem Schuljahr 1998/99 das Basistraining

Mediation besucht. Darauf aufbauend gab es:

• Die Aufbautrainings I, II, und III, eine Praxisgruppe und die

Grundlagenfortbildung für Berufliche Schulen.

• Die aktuelle Projektgruppe (Schuljahr 2004/05) besteht aus vier

Personen.

• Seit dem Schuljahr 2002/03 ist die Eduard-Stieler-Schule Projektschule

im Projekt des Hessischen Landesinstituts für Pädagogik

„Mediation und Schulprogramm“.

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Seite 92

• Seit Januar 2005 ist das Projekt dem Amt für Lehrerbildung zugeordnet.

Das Arbeitsvorhaben lautet: „Konfliktbearbeitung Gewaltprävention“:

Fortbildungsbedarf

Das Lehrerkollegium der Eduard-Stieler-Schule weist eine große Fort- und

Weiterbildungsbereitschaft auf, welche durch die Schulleitung nicht nur

begrüßt, sondern vielmehr unterstützt wird und mit ihr abgestimmt wird.

Zahlreiche Kollegen nutzen fachliche und pädagogische Bildungsangebote

insbesondere in der unterrichtsfreien Zeit und übertreffen dabei die

Fortbildungspflicht, welche im Hessischen Schulgesetz vorgeschrieben ist.

Die so erworbenen Kenntnisse werden im Rahmen schulinterner Fortbildungsangebote

oder von Konferenzen an Kollegen weitergegeben, um auf

diese Weise eine effiziente Multiplikatorenwirkung zu erreichen.

Neben den individuell von Kollegen besuchten Fortbildungen werden auch

Fortbildungsinitiativen durch Lehrerteams wahrgenommen. Exemplarisch

hierfür stehen die „Klippert-Schulung“ (Methodentraining zur Steigerung

der Lernleistungen) oder „SINUS“ (Modellversuch des Hess. Kultusministeriums

zur Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität in Mathematik und in

den Naturwissenschaften).

Die nur beispielhaft beschriebenen unterschiedlichen Fortbildungsaktivitäten

sind als Garant für eine hohe und zeitgemäße Unterrichtsqualität zu

sehen.

Der Fortbildungsbedarf der Kollegen der Eduard-Stieler-Schule wird in ein

systematisches Programm eingearbeitet. Die Abteilungskonferenzen und

die Fachkonferenzen ermitteln zurzeit den systemischen Fortbildungsbedarf

für die einzelnen Bereiche. Dabei baut das Konzept auf die Erhebung

des Fortbildungsbedarfs im Schuljahr 2003 / 2004 auf.

Im Rahmen einer Befragung hat die Steuerungsgruppe „Schulprogramm“

den Fortbildungsbedarf des Kollegiums der Eduard-Stieler-Schule ermittelt.

Dieser Fortbildungsbedarf wurde wie folgt zusammengefasst:

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Fortbildungsplan Schuljahr 2006/2007 Seite 93

SYSTEMISCHER BEDARF Eduard-Stieler-Schule

Vorhaben Ziel Zielgruppe

(z.B. Schulleitung,

Steuergruppe,

Fachkonferenz, Gesamtkollegium,

1.Kommunikation und

Konflikttraining

(50 Nennungen/

32 Kolleginnen/en würden an

Veranstaltungen teilnehmen)

Vorschlag: Erarbeitung eines

Konzepts unter Beteiligung

SL/PR/SP-Gruppe/ Fobibeauftragte

2.Gesundheitsvorsorge

(47 Nennungen/

28 Kolleginnen/en

würden an Veranstaltungen

teilnehmen)

3.Präventive

Unterrichtsorganisation

(23 Nennungen/

23 Kolleginnen/en würden an

Veranstaltungen teilnehmen)

Verbesserung der schulinternen

Kommunikationsstrukturen

und Konfliktbearbeitungsmuster

zwischen:

S-S, S-L, L-L, SL-L

Gesunderhaltung und Vorsorge

der Lehrergesundheit

- Stimmtraining

Planung eines schulinternen

Seminars

Bessere Vermittlung von:

-Fachkompetenz

-Methodenkompetenz

-Sozialkompetenz

Verringerung von Unterrichtsstörungen

Einzelne, ...

Erarbeitung eines

Konzeptes, welches

Angebote für

die

Zielgruppen (S-S,

L-S, L-L, SL-L)

macht

Kolleginnen/en

der FOS

Kolleginnen/en der

BFS

(Erweiterung auf

andere Schulformen

möglich)

Anzahl Begründung

(z.B.Schulprogramm,

Zielvereinbarung mit dem SSA,

Strategische Ziele,...)

32 Erhebung zum Fortbildungsbedarf,

SP: Projekt Mediation,

evtl. Projekt Schule & Gesundheit

28 Erhebung zum Fortbildungsbedarf,

evtl. Projekt Schule & Gesundheit

23 (?) Schulprogramm

Stärkung des eigenverantwortlichen

Arbeiten und Lernens

Zu den folgenden Vorgaben werden Fortbildungsangebote durch das Staatliche Schulamt benötigt:

Evaluation

des Vorhabens

bis

wird im Rahmen

der Konzepterstellung

festgelegt

Stimmtraining:

nach der VA

1. Eva nach

Methodentraining

September

2006, vgl.

Projektplanung

• Konzeptentwicklung Kommunikation und Konflikttraining

• Stimmtraining

• Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen

Oktober 2006


Fortbildungsplan Schuljahr 2006/2007 Seite 94

INDIVIDUELLER BEDARF, priorisiert

Vorhaben Ziel Zielgruppe

(z.B. Schulleitung,

Steuergruppe,

Fachkonferenz, Gesamtkollegium,

1.Betriebserkundungen/

Betriebspraktika

(evtl in Verbindung mit VA von

Schule/Wirtschaft)

2.Arbeitssicherheit/

Hygiene (HACCP)

(schulintern)

3.Eingangsvoraussetzungen

Pflegestudium/

Krankenpflegeschule

(schulintern)

4.Dialyse

(schulintern)

Erhalt und Erweiterung

der berufsbezogenen

Qualifikation

s.o.

Einzelne, ...)

Abteilung

Gastronomie

Abteilung

Gastronomie

Anzahl Begründung

(z.B.Schulprogramm,

Zielvereinbarung mit dem SSA,

Strategische Ziele,...)

Evaluation

des Vorhabens

bis

? siehe Ziel im Anschluss

an die VA

? siehe Ziel s.o.

s.o. FOS ? siehe Ziel s.o.

s.o. FOS ? siehe Ziel s.o.

5.Wein und Kultur

(schulintern?)

s.o.

Abteilung

Gastronomie

? siehe Ziel s.o.

6.Systemgastronomie s.o.

Zu den folgenden Vorhaben werden Fortbildungsangebote durch das Staatliche Schulamt benötigt:

• zu 1.

Weiterer individueller Fortbildungsbedarf/Möglichkeiten der Organisation

Oktober 2006


Fortbildungsplan Schuljahr 2006/2007 Seite 95

Berufliches Gymnasium

Erstellung einheitlicher Regeln und Bewertungskriterien bei schriftlichen Arbeiten, besonders

im Bereich Textzusammenfassung und Interpretation gültig für alle Aufgabenfelder

(nicht nur für das Fach Deutsch)

Vorschlag: Bearbeitung auf Abteilungskonferenzebene

WfbM

Vorschlag: Nutzung der Fortbildungsangebote des Staatlichen Schulamts im Bereich

der Förderschulen/Sonderpädagogik

Agrar

Die sehr spezifischen Fortbildungswünsche müssen über die entsprechenden Berufsfeldinitiativen

(vormals LAG`s) und in Eigeninitiative (Kostenbeteiligung über Fortbildungsbudget)

realisiert werden.

Nahrung

Vorschlag: Organisation schulinterner Fortbildungen (wer organisiert?/wann findet

Fortbildung statt?), Besprechung auf Abteilungskonferenz (vgl. Individueller Bedarf, priorisiert:

Punkt 2., 5., 6.)

Umsetzung der Lernfeldkonzeptionen

Vorschlag: Gemeinsame Erarbeitung in Eigeninitiative, Sitzungen werden akkreditiert

Fachoberschule

Vorschlag: Organisation schulinterner Fortbildungen (wer organisiert?/wann findet

Fortbildung statt?), Besprechung auf Abteilungskonferenz (vgl. individueller Bedarf, priorisiert:

Punkt 3.,4.)

Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung

Organisation schulintern: Supervision, 2 pädagogische Tage (evtl. mit Referent) zur Reflexion,

Fallbesprechung, kollegialen Beratung, Planung von Projekten

*weitere Ausführungen folgen auf der nächsten Seite

Oktober 2006


Seite 96

Darüber hinaus haben wir in folgenden Bereichen mit der systematischen Fortbildung

begonnen:

1. Präsentation

2. Fachliche Fortbildung im Bereich Gesundheit – Vortragsserie im Städtischen

Klinikum Fulda – 10 Veranstaltungen

Ausführungen zu SINUS:

Schwerpunkt war die inhaltliche und methodische Weiterentwicklung des mathematischnaturwissenschaftlichen

Unterrichts besonders im Bereich der Sekundarstufe I. Als eine

der ersten Schulen in Nordhessen absolvierte an der Eduard-Stieler-Schule Fulda ein

breiter Kollegenkreis des Naturwissenschaftlichen Fachbereichs bereits im Schuljahr

2001/2002 eine Basisschulung im Rahmen von drei Fortbildungen. Danach formierte

sich eine Arbeitsgruppe, die gewonnene Anregungen und Ideen an jeweils zwei Nachmittagen

pro Schuljahr weiterhin bei der Planung gemeinsamer Unterrichtsvorhaben

umsetzt. Methodische Akzente liegen dabei auf einer Förderung der Schüleraktivität im

Unterricht, ihre Einbindung in Entscheidungsprozesse sowie der Umsetzung erworbenen

Fachwissens in neuen Situationen. Inhaltliche Schwerpunkte lagen und werden

weiterhin bei der Umsetzung von Lehrplänen, der Projektplanung, dem Bereitstellen von

Materialien für Vertretungsstunden sowie der Vorbereitung von Leistungsnachweisen

sowie Prüfungen liegen. Zusätzlich wurden Fortbildungen zu den Themen „Überzeugend

präsentieren /Juni 03 und „Offener Unterricht/Lernplanung mit Schülern“ /Sept. 04

veranstaltet.

Das Projekt SINUS wird von ausgebildeten Teamern der Universität Kassel begleitet.

(Prof. Dr. Werner Blum – Mathematik, Dr. Lutz Stäudel – Naturwissenschaften).

Eigenverantwortliches Lernen und Arbeiten (EVA) an der ESS

Seit Herbst 2005 hat sich an der Eduard-Stieler-Schule eine Klippert – Gruppe gebildet,

d. h. interessierte Lehrer aus der Berufsfachschule haben sich zusammengeschlossen

und erproben zunächst mit zwei Projektklassen die schrittweise Einführung des eigenverantwortlichen

Lernens und Arbeitens (EVA) an der ESS.

Das Projekt umfasst zur Zeit folgende Arbeitsgebiete

o Lehrerfortbildung

o Steuerungsteamfortbildungen

o schulinterne Workshops mit den Klassenteams

o regelmäßige Sitzungen (monatlich/Mittwoch) des Steuerungsteams

Der im Steuerungsteam entwickelte Gesamtplan zeigt die Abfolge der langfristig geplanten

Umsetzungen der Fortbildungsinhalte/Projekte.

Oktober 2006


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Eduard-Stieler-Schule -

E igen - V erantwortliches - A rbeiten und Lernen (EVA)

Projektplan 2. Halbjahr 2005/2006 – Planungsstand 16.02.06

Januar

,

Aufgabe:

regelmäßige

Sitzungen

Arbeitsaufwand:

1h/Woche

Kolleg/innen:

Dr. Drexler, Sauer,

Hofer-Etzel,

Lellau,

Aufgabe:

Termin und Plan

des

1.Fachworkshops

Arbeitsaufwand:

1 Sitzung

Kolleg/innen:

Februar März April Mai Juni Juli Ausblick 2006/2007

Aufgabe:

1. schulinterner

Fachworkshop

Arbeitsaufwand:

1 Nachmittag.

01.02.2006

13:00 Uhr

Kolleg/innen:

alle „Klippert-

Kollegen“

Aufgabe:

Infositzung „Planungs-

und Arbeitsstand“

Arbeitsaufwand:

Kolleg/innen:

+ Steuergruppe

Aufgabe:

Fortbildung

Modul 1

Arbeitsaufwand:

08.02.06

14:00-18.00 Uhr

09.02.06

13:00-18:00 Uhr

Kolleg/innen:

Aufgabe:

Koordination für

Dokumentation

im Schulprogramm

Arbeitsaufwand:

1 Std.

Kolleg/innen:

Sauer

Aufgabe:

Infosystem für

Klassenteams

Arbeitsaufwand:

Kolleg/innen:

Aufgabe:

Fortbildung

Modul 3

Arbeitsaufwand:

08.03.06

15:00-18:00 Uhr

09.03.06

9:00-16:00 Uhr

Kolleg/innen:

BR,Kör, Maa,

SaC,

Will, Wuy

Aufgabe:

Hospitationen

Arbeitsaufwand:

Aufgabe:

Evaluation der

Spiralen

Arbeitsaufwand:

Kolleg/innen: Kolleg/innen:

Aufgabe:

Erprobung der

Spiralen im eigenen

Unterricht

Arbeitsaufwand:

Kolleg/innen:

Aufgabe:

Vorbereitung von

Mikrospiralen/

Makrospiralen

Arbeitsaufwand:

24.04.06

14:30 – 17:00

Uhr

Kolleg/innen:

alle

Aufgabe:

Öffentlichkeitsarbeit

und Elterninfo

Arbeitsaufwand:

in Steuerteamsitzungen

Kolleg/innen:

Aufgabe:

Zeitplanung für

Sockeltraining

Arbeitsaufwand:

in Steuerteamsitzungen

Kolleg/innen:

Aufgabe:

Organisation für

Sockeltraining

Arbeitsaufwand:

in Steuerteamsitzungen

Kolleg/innen:

Aufgabe:

Fortbildung

Modul 4

Arbeitsaufwand:

05.04.06

15:00-18:00 Uhr

06.04.06

9:00 – 16:00 Uhr

Kolleg/innen:

Aufgabe:

Fortbildung

Modul 2

Arbeitsaufwand:

05.04.06

14:00-18:00 Uhr

06.04.06

13:00–18:00 Uhr

Kolleg/innen:

Börner, Just,

Keßler,Lellau

Aufgabe:

Klärung von

Entlastung/Deputat

Arbeitsaufwand:

in Steuerteamsitzungen

Kolleg/innen:

Aufgabe:

Stundenverteilung

der „Klippernden“

Kollegen

Arbeitsaufwand:

in Steuerteamsitzungen

Kolleg/innen:

Aufgabe:

Festlegung von

Zeitfenstern für

alle Teams

Arbeitsaufwand:

in Steuerteamsitzungen

Kolleg/innen:

Aufgabe:

Infosystem f.d.

Gesamtkoll., Vorbereitung

GK

Arbeitsaufwand:

in Steuerteamsitzungen

Kolleg/innen:

Aufgabe:

Klassenteamtagung

Arbeitsaufwand:

Vorbereitung des

Teamklausutags

Kolleg/innen:

Aufgabe:

Elterninfoabend

Arbeitsaufwand:

2 h Planung

2 h Veranstaltung

Kolleg/innen:

2 – 3 Kollegen

Aufgabe:

Evaluation

Arbeitsaufwand:

Steuergruppe

selbst

Kolleg/innen:

Aufgabe:

Vorbereitung

Evaluation i.d.

„Klippert“-Klas.

Arbeitsaufwand:

Kolleg/innen:

Aufgabe:

Teamklausurtagung

Arbeitsaufwand:

1 Tag

Kolleg/innen:

S O M M E R U R L A U B

Aufgabe:

Termin Sockeltraining

Arbeitsaufwand:

1. Schulwoche

2 x 3 Tage

Kolleg/innen:

4 - 6

Aufgabe:

regelmäßige

Sitzungen

Arbeitsaufwand:

1 h/Woche im Wechsel mit

Klassenteamsitzungen

Kolleg/innen:

Aufgabe:

regelmäßige Sitzungen

Arbeitsaufwand:

1h/Woche im Wechsel mit

Fachteamsitzungen

Kolleg/innen:

Bayer-Rückelt, Börner, Hofer-

Etzel, Just, Keßler, Körber,

Lellau, Maase Sauer, Willert,

Wuyika

Aufgabe:

Fortbildung

Modul 3

Arbeitsaufwand:

Oktober 2006

Kolleg/innen:

Börner, Just, Lellau,

Keßler

Aufgabe:

Fortbildung

Modul 4

Arbeitsaufwand:

November 2006

Kolleg/innen:

Börner, Just,

Lellau, Keßler

Aufgabe:

Evaluation

Arbeitsaufwand:

1 Schulstunde

Kolleg/innen:

Planung der Nachqualifizierung

von

Kollegen

Arbeitsaufwand:

2. Hj 06/07

Kolleg/innen:

Aufgabe:

Planung des 2.

Sockeltrainings

Arbeitsaufwand:

2. Hj 06/07

Kolleg/innen:

Stand Oktober 2006


Seite 98

E igen - V erantwortliches - A rbeiten und Lernen (EVA)

Projektplan Schuljahr 2006/2007 Planungsstand Dezember 2006

August September Oktober November Dezember

Teamsitzung:

Klassenteam:

Team:

Team:

Steuerteam:

Vorbereitung Projekttage

Methodentraining

Arbeitsaufwand:

4 Stunden

Körber/Hofer-Etzel

Durchführung Methodentraining

in 2 Klassen je 2

Tage

Arbeitsaufwand:

4 Tage

Steuerteam:

Evaluation des Methodentrainings

Vorbereitung weiterer Trainingstage

Arbeitsaufwand 1 Stunde

Klassenteam:

Kessler, Börner, Lellau,

Just, Weinbörner

Fortbildung Modul 3

9 Stunden

interessierte Kolleginnen/Kollegen

Vorstellung des Methodentrainings

Erfahrungsaustausch

Festlegung neu einzuführender

Methoden

Ausblick

Arbeitsaufwand:

1,5 Stunden

Team:

Planung Methodentraining

3. Tag

Arbeitsaufwand

4 Stunden

Planung Methodentraining

3. Tag

Zeitaufwand 4 Stunden

Klassenteam:

Börner, Willert, Weinbörner,

Maase

Durchführung Methodentraining

in 2 Klassen je 1

Tag

Klassenteam:

Kahl-Marburger, Hoßbach,

Kramer-Siebert

Fortbildung Modul 1

Klassenteam:

Kessler, Börner, Lellau,

Just, Willert, Weinbörner

Fortbildung

Modul 4

Arbeitsaufwand 9 Stunden

Aktualisierung des Projektplans

Ausblick

W e i h n a c h t s f e r i e n

Steuerteam

Dr. Drexler,

Lellau,Sauer ,

Hofer-Etzel

Klassenteam

Bayer-Rückelt, Börner, Willert,

Just, Keßler, Körber, Wuyika,

Sauer, Maase, Hofer-Etzel,

Lellau

Fachteam

o Bayer-Rückelt, Keßler, Wuyika, Körber

o Börner, Lellau, Hofer-Etzel, Just

o Maase Willert, Hofer-Etzel

o Willert, Sauer Sauer, Hofer-Etzel

Stand Oktober 2006


Präsentation im Unterricht

Seite 99

Die Eduard-Stieler-Schule hat sich in den vergangenen 2 Jahren „Präsentationen im

Unterricht „als pädagogischen Schwerpunkt gesetzt. Im Rahmen der Fortschreibung

des Schulprogramms wurde zu Beginn dieses Prozesses durch Befragung und Beobachtung

der Ist-Zustand erfasst.

Präsentationstechniken und –formen, Bewertungskriterien, die Besprechung der Präsentationsergebnisse

und bisherige Teilnahme an entsprechenden Fortbildungen waren

Inhalte der Erkundung.

Als konkreter Arbeitsschwerpunkt ergab sich die Erweiterung des Einsatzes verschiedener

Präsentationstechniken und –formen im Unterricht und eine adäquate Begleitung

der Lehrkräfte durch Fortbildungsmaßnahmen.

Um zukünftig eine differenzierte Bewertung von Präsentationen vornehmen zu können,

wurde im Verlauf des Prozesses ein jeweils auf die einzelnen Schulformen spezifisch

ausgerichteter Bewertungsbogen entworfen.

Weiterhin wurde ein zweiter Fragebogen zu „Präsentationen im Unterricht“ erstellt, um

die Fortentwicklung erfassen zu können.

Die Ergebnisse der Erhebung sind im Folgenden dargestellt.

Auswertung des Fragebogens „Präsentationen im Unterricht“

1 Verwendung von Präsentationstechniken im Unterricht

Die Auswertung zur Verwendung der verschiedenen Präsentationstechniken erfolgt

schulformbezogen. Eine Darstellung für die gesamte Schule befindet sich am Ende des

ersten Kapitels.

Legende: Zuordnung der dargestellten Balken in den Schaubildern

1. Balken 2. Balken 3. Balken 4. Balken 5. Balken 6. Balken 7. Balken 8. Balken

Power Folie Moderations- Mind Map Video Rollenspiel Wand- Sonstige

Point karten plakate

Stand Oktober 2006


Seite 100

1.1 Berufliches Gymnasium

18

16

14

12

10

8

6

4

2

0

Berufliches Gymnasium

sehr oft oft selten nie

Die Folie wird im Beruflichen Gymnasium am häufigsten genutzt. Daneben sind der Einsatz

von Wandplakaten, Moderationskarten und das „Mind Mapping“ weit verbreitet.

Power Point-Präsentationen, Video oder Rollenspiele kommen eher selten zum Einsatz.

Stand Oktober 2006


Seite 101

1.2 Fachoberschule

12

Fachoberschule

10

8

6

4

2

0

sehr oft oft selten nie

Auch in der Fachoberschule ist der Einsatz der Folie am weitesten verbreitet. Danach

folgen Wandplakate und Moderationskarten. Mind Map, Video und Rollenspiele werden

selten, Power Point-Präsentationen kaum eingesetzt.

1.3 Höhere Berufsfachschule

4

Höhere Berufsfachschule

3

2

1

0

sehr oft oft selten nie

Da in der Höheren Berufsfachschule nur wenige Lehrer unterrichten konnten nur vier

Fragebögen zur Auswertung herangezogen werden. Die geringe Stichprobe lässt kaum

verallgemeinernde Aussagen zu. Folie, Wandplakate und Moderationskarten scheinen

auch hier am weitesten verbreitet zu sein.

Stand Oktober 2006


Seite 102

1.4 Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung (BB / EIBE)

18

16

14

12

10

8

6

4

2

0

Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung

sehr oft oft selten nie

Die im Fragebogen angegebenen Präsentationstechniken kommen im Bereich der Bildungsgänge

zur Berufsvorbereitung eher selten oder nie zum Einsatz. Die Gestaltung

von Wandplakaten und das Verwenden von Mind Map sind noch weitesten verbreitet.

1.5 Fachschule

8

7

6

5

4

3

2

1

0

Fachschule

sehr oft oft selten nie

Ähnlich wie im BG und in der FOS wird die Folie gefolgt von Wandplakaten und Moderationskarten

oft im Unterricht eingesetzt. Im Gegensatz zu den anderen Schulformen

kommen auch Power Point-Präsentationen häufig zum Einsatz.

Stand Oktober 2006


Seite 103

1.6 Zweijährige Berufsfachschule

30

Zweijährige Berufsfachschule

25

20

15

10

5

0

sehr oft oft selten nie

Die Folie und Wandplakate sind im Unterricht weit verbreitet. Die anderen abgefragten

Präsentationstechniken kommen eher selten, Power Point-Präsentationen praktisch ü-

berhaupt nicht zum Einsatz.

1.7 Berufsschule (Teilzeit)

30

Berufsschule Teilzeit

25

20

15

10

5

0

sehr oft oft selten nie

In der Berufsschule wird die Folie von den Kollegen sehr oft oder oft eingesetzt. Danach

folgen oft das Wandplakat und eher selten die Moderationskarten und das Mind Map.

Power Point-Präsentationen werden so gut wie nicht im Unterricht eingesetzt.

Stand Oktober 2006


Seite 104

1.8 Gesamtüberblick (alle Schulformen)

100

90

80

70

60

50

40

30

20

10

0

Gesamte Schule (alle Schulformen)

sehr oft oft selten nie

Die Folie ist das am weitesten verbreitete Medium. Fast alle Unterrichtsräume verfügen

über Overhead-Projektoren. Danach folgen in der Unterrichtsnutzung das Wandplakat,

die Moderationskarten und das Mind Map.

Moderne Präsentationstechniken wie Power Point-Präsentationen werden bisher kaum

genutzt, da der Zugriff auf erforderliche Computer und Beamer selten gegeben ist und /

oder die Schüler über entsprechende Kenntnisse in der Bedienung (noch) nicht verfügen.

Der Ausbau der Schulausstattung vor allem im Hinblick auf Computer und Beamer

wäre daher sehr wünschenswert und im Sinne der Weiterqualifikation der Schüler notwendig.

Stand Oktober 2006


Seite 105

2 Vorbereitung der Präsentationen

Vorbereitung der Präsentationen

10%

20%

Schüler, außerhalb des

Unterrichts

Schüler, im Unterricht

70%

Einführung in

Präsentationstechniken

Zum überwiegenden Teil werden die Präsentationen im Unterricht vorbereitet. Die Vorbereitung

außerhalb des Unterrichts bzw. eine Einführung in die jeweilige Präsentationstechnik

stellen eher die Ausnahme dar.

3 Verwendung des entwickelten Bewertungsbogens

Nutzung des Bewertungsbogens

41%

59%

ja

nein

Die Mehrheit der Kollegen nutzt den Bewertungsbogen für Schülerpräsentationen.

Stand Oktober 2006


Seite 106

4 Besprechung der Präsentationsergebnisse

0%

Besprechung der Präsentation

30%

gar nicht

ganze Klasse

9%

61%

Einzelgespräch

ganze Klasse und

Einzelgespräch

Die Besprechung der Präsentation mit der gesamten Klasse stellt die Regel dar. Häufig

schließt sich noch ein Einzelgespräch mit den Vortragenden an. Kein Kollege gab an,

dass er die Präsentation überhaupt nicht bespreche.

5 Fortbildung zum Thema „Präsentation“ im Schuljahr 2004 / 2005

40

35

30

25

20

15

10

5

0

Fortbildungen Präsentationen 2004/05

freier Träger

IQ

Literaturstudium Sonstige

keine Angaben

Einige Kollegen haben sich im Schuljahr 2004 / 2005 im Bereich der Präsentation fortgebildet.

Bei den Fortbildungen fällt zahlenmäßig der größte Teil auf das Literaturstudium

gefolgt von der Wahrnehmung des Angebots von freien Trägern. Die meisten Kollegen

machen zu diesem Punkt keine Angaben.

Stand Oktober 2006


Evaluation des Schulprogramms

Seite 107

Ein Schulprogramm ist nicht als ein abgeschlossenes Projekt, sondern als ein lebendiger

Prozess zu verstehen, der fortgeschrieben wird. Das Schulprogramm stellt die Entwicklungen

dar und legt gleichzeitig die anzustrebenden Ziele der Schule fest. Daraus

ergibt sich zwangsläufig die Notwendigkeit der Evaluation des Schulprogramms. Diese

Beurteilung wird durch das Kollegium der Eduard-Stieler-Schule mit Hilfe von Fragebögen

durchgeführt, welche durch die Steuerungsgruppe des Schulprogramms erstellt und

auch ausgewertet werden. In diesem Rahmen werden jeweils ausgewählte Aspekte des

Schulprogramms genau betrachtet um so die Fortschritte beurteilen zu können. Darüber

hinaus wird die Evaluation durch eine Erhebung des Deutschen Instituts für Internationale

Pädagogische Forschung Schulentwicklung, Qualitätssicherung und Lehrerarbeit

(DIPF-SEL) unterstützt. Im Rahmen einer anonymen Befragung des Lehrerkollegiums

als auch eines Teils der Schülerschaft der Eduard-Stieler-Schule soll die Unterrichtsqualität

ermittelt werden.

Die Ergebnisse dieser Befragung sollen zusätzliche als Hinweise für die Weiterentwicklung

berücksichtigt und in das Schulprogramm eingearbeitet werden.

Stand Oktober 2006

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