Säkombination im Praxiseinsatz Seite 28 Markus Ritter ... - UFA-Revue

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Säkombination im Praxiseinsatz Seite 28 Markus Ritter ... - UFA-Revue

Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe • www.ufarevue.ch • 6/2013

Markus Ritter:

Zwischenbilanz

Seite 12

Säkombination im

Praxiseinsatz

Seite 28

Mäuse konsequent

bekämpfen

Seite 50

Hobbygeflügel professionell

füttern

Seite 78


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INHALTSVERZEICHNIS

EDITORIAL

Die Ernährung von

Legehennen ist

auf deren Gewicht

und Leistung

abzustimmen.

Bild: agrarfoto.com

Kiesabbau – wie regeln?

Flächenwegfall, Rekultivierung,

Bewirtschaftungserschwernisse

und Entschädigungen sind

vertraglich zu regel.n.

16

Vielseitige Mittelklasse

Mit der Baureihe «7600» hat

Massey Ferguson eine neue Profi-

Mittelklasse mit vielen Ausrüstungvarianten

lanciert.

22

An Kalkdüngung denken

Kalk hat einen grossen Einfluss

auf die Ertragsbildung. Es lohnt

sich, jetzt den Boden

zu untersuchen.

48

Zu viel nützt nichts

Schweinefutter weisen ganz

unterschiedliche Vitamingehalte auf.

Warum ist dies so und

was gilt es zu beachten?

74

FENACO AKTUELL

Gesunde Balance zwischen Mitgliedernutzen und Rentabilität

Geschäftsjahr fenaco 2012 4

Auf ein Wort von Martin Keller 5

Natürlich nah mit LANDI-Frische 8

MANAGEMENT

Mehr Klarheit beim Gewerbebegriff

Bäuerliches Bodenrecht und AP 2014 – 2017 14

Kurzmeldungen 10

Markus Ritter: Nicht die Grösse, sondern Wertschöpfung zählt 12

Vertragspunkte: Was ist beim Kiesabbau zu beachten? 16

LANDTECHNIK

Einfach und flexibel

Die Säkombination Kuhn «Venta LC 3000» im Test 28

Kurzmeldungen 21

MF «7618»: Professionelle Mittelklasse 22

Produktneuheiten 24

Wettbewerb: «App» zur Saat mit Kuhn 30

PFLANZENBAU

Mäuse konsequent bekämpfen

Die verschiedenen Methoden im Überblick 50

Kurzmeldungen 31

Marktorientierte Sortenwahl für die Getreidesaat 2013 32

Raps: Eine intensive Kultur vor neuen Herausforderungen 34

Schweizer Kirschen: Emotionale Produkte 38

Ein Problem im Karottenbau 40

Futterbau in Trockenlagen: Eine Herausforderung! 44

Stabile Unkrautsituation nach Umstellung auf Bio-Landbau 46

Jetzt an die Kalkdüngung denken 48

Sortenvergleiche in der Praxis 52

Bio-Seite: Anbauempfehlungen für die Ernte 2014 54

NUTZTIERE

Land der höchsten Milchleistungen

Leserreise nach Israel, 5. bis 10. Oktober 68

Kurzmeldungen 57

UFA aktuell: Die Seiten für den Tierhalter 59

Rationiert in der alten Stallhülle 63

Viel Milch und Gesundheit – ein Widerspruch? 64

Pressschnitzel: Energiereich und verzehrsfördernd 66

Von hohen Tränkerpreisen profitieren 72

Kraftfuttermast? 73

Wie viel Vitamine brauchen Schweine wirklich? 74

Wenn’s heiss wird im Schweinestall 76

Hobbyhennen professionell gefüttert 78

Haben alte Geflügelrassen Zukunft? 80

LANDLEBEN

Neue Serie: Selbstversorgung und Küchenlatein

ABC der Gelierhilfen für die Konfitürenherstellung 84

Kurzmeldungen 83

Rezepte von Barbara Mäder 87

Volkstanzfest in Chur 88

Gartenseite: Nachschub fürs Gemüsebeet 93

Peter Neuenschwander ist gerne Bauer 94

Liebe Leserinnen und Leser

Seit Februar 2013 bin ich als

Redaktorin bei der UFA-Revue tätig.

Mein Fokus liegt schwerpunktmässig

im Online-Bereich. So betreue

ich die Homepage www.ufarevue.ch,

pflege aktuelle Nachrichten im

Newsticker ein, versende regelmässig

den Newsletter und betreue das

neu geschaffene Facebook- und

Twitterprofil.

Vor kurzem bekam ich die Möglichkeit,

für die UFA-Revue erstmalig

zwei Webinare durchzuführen – ein

spannendes Projekt mit vielen

positiven Rückmeldungen. Mein

Studium der Agrarwissenschaften

habe ich an der Universität

Hohenheim (D), der University of

Wisconsin-Madison (USA) und der

Universidad de Córdoba (E) mit der

Spezialisierung «Pflanzenbau»

absolviert. Seit einigen Jahren

befasse ich mich verstärkt mit

neuen Medien im Agrarbereich. Als

Redaktorin und Drehbuchautorin

für E-Learning habe ich in der

Vergangenheit bereits viele Projekte

für Agrarverlage und Kunden im

Segment Pflanzenschutz und

Landtechnik realisiert. Einen

weiteren Schwerpunkt meiner

bisherigen beruflichen Laufbahn

stellt die Tätigkeit als Referentin

und Journalistin dar.

Ich habe mir nun zum Ziel gesetzt,

das Potenzial der Online-Welt

gezielt für die UFA-Revue auszuschöpfen.

Als besonders reizvoll

empfinde ich hierbei die unkomplizierte

Form des Austausches und der

Wissensvermittlung. Es würde mich

freuen, Sie bald auf unseren

Kanälen zu treffen. Schauen Sie

einfach mal rein.

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UFA-REVUE · 6 2013 3


FENACO

AKTUELL

Gesunde Balance zwischen

Mitgliedernutzen und Rentabilität

GESCHÄFTSJAHR 2012 Im 20. Betriebsjahr wuchs die fenaco Genossenschaft

trotz Preisdruck weiter. Der Umsatz erhöhte sich um 2.3 % auf 5.681 Milliarden

Franken. Gesamthaft wurden 219 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Die Sparten Getreide,

Ölsaaten, Futtermittel

sowie Pflanzennahrung

trugen zum Umsatzwachstum

bei.

Unbeschadet von Minusteuerung

und wachsendem Preisdruck konnte

die fenaco 2012 den Gesamtumsatz

erneut steigern und ihre Marktposition

real ausbauen. Mit 5.681 Mrd.

Fr. lag der Umsatz der Unternehmensgruppe

um 2.3% über dem Vorjahr. Das

Jahresergebnis wurde mit 60.6 Mio. Fr.

um 1.3% tiefer ausgewiesen. Es widerspiegelt

die gesunde Balance, welche

die genossenschaftlich organisierte

fenaco zwischen der Gewährleistung eines

optimalen Mitgliedernutzens und

den Mindestanforderungen in Bezug auf

die wirtschaftliche Rentabilität des Unternehmens

seit Jahren hält. Mit einem

Eigenkapital von 1.192 Mrd. Fr. oder

41.9 % der Bilanzsumme (Vorjahr

41.7 %) steht das Unternehmen der

Schweizer Bauern auch in seinem 20.

Betriebsjahr auf einer grundsoliden Basis.

Mehr Ware umgesetzt, mehr Arbeit

investiert Das Betriebsergebnis

vor Zinsen, Abschreibungen und

Steuern (EBITDA) lag mit 240 Mio. Fr.

über den budgetierten Werten, aber um

5.9% unter dem Resultat des Vorjahrs.

Die Gründe für diese Entwicklung der

fenaco Genossenschaft liegen in sinkenden

Margen und in gezielten Leistungsverbesserungen

im hohen einstelligen

Millionenbereich an die Mitglieder, unter

anderem in Form von günstigeren

Einkaufskonditionen und erhöhten Leistungsprämien.

Der Bruttogewinn blieb mit 1.178

Mrd. Fr. stabil und knüpfte damit nahtlos

an die positiven Resultate der Vorjahre

an. Um ihn auf diesem Niveau halten

zu können, waren auch 2012 erneut

mehr Mengen umzusetzen und mehr

Arbeitsleistung zu erbringen. Zwei Auf-

1 · Das Leistungszentrum

Braeburn in Charrat wurde

im Mai 2012 eröff net und

liegt in unmittelbarer Nähe

der Obstproduzenten.

1 2 3

2, 3 · Photovoltaik auf der

erweiterten Volg-Verteil -

zentrale in Winterthur,

die im September 2012

eröffnet wurde.

4 6 2013 · UFA-REVUE


BILD DES MONATS

PHOTO DU MOIS

AKTUELL

FENACO

AUF EIN WORT

EN UN MOT

Medienkonferenz der fenaco

Die diesjährige Medienkonferenz fand im Kursaal in Bern statt –

einem symbolträchtigen Ort. Vor 20 Jahren war nämlich dort die fenaco gegründet

worden. Seit der damaligen Gründungsversammlung hat sich fenaco hervorragend

entwickelt und war auch 2012 erfolgreich unterwegs, was die Journalisten an der Medienkonferenz

zufrieden zur Kenntnis nahmen.

wandpositionen belegen diese Tatsache.

So wuchsen insbesondere die

Transportkosten um über 3 Mio. Fr. und

der Personalaufwand stieg um 13 Mio.

Fr. oder 2.1% an, dies trotz Erneuerungs-

und Rationalisierungsmassnahmen

in diversen Verarbeitungsbetrieben.

2012 konnte die fenaco 219 Personen

mehr beschäftigen als im Vorjahr.

Mit 8935 Beschäftigten, darunter 480

Delegiertenversammlung

der fenaco

18. Juni 2013 in Luzern

TERMINE

AGENDA

Tag der offenen Tür

des Leistungszentrums

«fresh&cool»

17. August 2013 in Bätterkinden

Lernenden, gehörte das Genossenschaftsunternehmen

2012 zu den bedeutendsten

Arbeitgebern im ländlichen

Raum der Schweiz.

Unterschiedliche Marktentwicklung

In den Geschäftsfeldern

Agrar, Lebensmittelindustrie, Detailhandel

und Energie entwickelten sich

die Märkte im Berichtsjahr unterschiedlich.

Im strategischen Geschäftsfeld

Agrar, dessen Umsatz mit 1.611 Mrd. Fr.

auf Vorjahresniveau blieb, trugen vor allem

die Sparten Getreide, Ölsaaten, Futtermittel

sowie Pflanzennahrung zum

Umsatzwachstum bei, während in den

anderen Tätigkeitsfeldern Preise und

Margen marktbedingt gesenkt werden

mussten.

Mehr Lebensmittel verarbeitet

Der akute Preiskampf am Ladentisch

setzte die Produzentenpreise weiter unter

Druck. Das wirkte sich auf Umsatz

und Ergebnis der Lebensmittelindustrie

Fortsetzung Seite 6

Wachstum trotz Preisdruck

Das wirtschaftliche Umfeld der fenaco

Genossenschaft hat sich 2012 im

Vergleich zum turbulenten Vorjahr

stabilisiert. Die Finanzmärkte haben mit

moderatem Wachstum reagiert, wobei

eine gewisse Unsicherheit bezüglich der

realwirtschaftlichen Entwicklung im

Euroraum und in den USA sowie in den

weltweiten Finanzmärkten geblieben ist.

Die Untergrenze des Eurowechselkurses

zum Schweizer Franken hat uns

Planungssicherheit gegeben, obwohl der

Einkaufstourismus und der damit

verbundene Preisdruck im Schweizer

Detailhandel anhaltend hoch blieben.

Andauernde Tiefpreisphase

Die durchschnittliche Jahresteuerung von

– 0.7 % – der niedrigste Wert seit über

50 Jahren – ist ein Beleg dafür, wie hart

der Verdrängungswettbewerb im

Detailhandel, aber auch in der Gastronomie

geworden ist. Der Preisdruck im

Lebensmittelmarkt führt zu sinkenden

Margen in der gesamten Wertschöpfungskette

bis zum Landwirt und in die

vorgelagerten Stufen. Dies hat z. B. im

Schweinemarkt, in Kombination mit dem

Überangebot, eine langan dauernde

Tiefpreisphase bewirkt. Durch die

historisch höchsten Weltmarktpreise für

Sojaschrot und die dadurch notwendigen

Preissteigerungen bei Futtermitteln

entstand eine schwierige Situation für

die Schweineproduzenten.

Gute Erträge im Erntejahr 2012

Das Erntejahr 2012 bescherte den Land -

wirten ordentliche, jedoch nicht über -

mässige Erträge bei den meisten Pro -

dukten, die wir als Handelspartnerin

vermarkten. Dies hatte zur Folge, dass

Angebot und Nachfrage bei Getreide,

Ölsaaten, Kartoffeln, Kernobst und

Gemüse ausgewogen waren und die

Ernten zügig und ohne ausserordentliche

Turbulenzen vermarktet werden

konnten. Überangebote gab es – auch

bedingt durch hohe Lagerbestände aus

dem Vorjahr – beim Mostobst-Konzentrat

und beim Wein, ein deutliches

Unterangebot resultierte bei Steinobst

und bei verschiedenen Produkten in

Bioqualität.

Das Jahresergebnis 2012 der fenaco, die

als Marktpartnerin ihrer Mitglieder, der

Schweizer Landwirte, in der gesamten

Wertschöpfungskette tätig ist, bildet die

UFA-REVUE · 6 2013 5


FENACO

AKTUELL

Fortsetzung

AUF EIN WORT

EN UN MOT

oben beschriebenen Entwicklungen ab.

Das Preisniveau und die Margen sanken

in den meisten Geschäftsfeldern, so dass

wir beim EBITDA zwar das Budget über -

treffen, jedoch das Vorjahresniveau nicht

erreichen konnten. Das Unternehmens -

ergebnis bleibt im Vergleich zum Vorjahr

stabil.

Die Ernst Sutter AG war die

erste Firma, die via Mobile

Tagging (QR-Codes) transparent

für Rückverfolgbarkeit sorgte.

Marktposition weiter ausgebaut

Umso erfreulicher ist es, dass wir trotz

Minus teuerung den Gesamtumsatz

steigern und unsere Marktpositionen real

ausbauen konnten. Insbesondere die

LANDI- und Volg-Läden, die Tankstellenshops

sowie die Departemente Energie

und Getränke, aber auch die UFA AG

und die Geschäftseinheiten Getreide,

Ölsaaten und Futtermittel sowie

Pflanzennahrung haben zum Wachstum

beigetragen.

Ich danke allen Mitarbeitenden der

fenaco für ihr grosses Engagement im

abgelaufenen Geschäftsjahr, welches in

der Summe den Erfolg unserer Genossenschaft

ausmacht.

Unsere Antworten auf die negative

Margenentwicklung geben wir vor allem

auf drei Arten:

1. Wir bauen unsere Marktposition

weiter aus.

2. Wir behalten unsere Kosten im Griff.

3. Wir investieren in hochautomatisierte

Lagerinfrastruktur, in unsere Verteilzentralen,

in Produktions- und

Verarbeitungsbetriebe.

Damit verbunden ist die laufende

Optimierung der Prozesse, insbesondere

der IT und der Logistik. Ziel dieser

Investitionen ist es, langfristig die

Verarbeitungskosten zu senken, da der

Preisdruck von Seiten des Detailhandels

weiter anhalten wird.

Effizienz nicht zu Lasten der Qualität

An dieser Stelle sei aber mit Nachdruck

darauf hingewiesen: Die laufende

Verbesserung der Effizienz auf allen

Stufen der Wertschöpfungskette darf

nicht zulasten der Qualität und der

Sicherheit unserer gesunden Schweizer

Lebensmittel gehen. Wir würden sonst

den Mehrwert der «Swissness» aufs Spiel

setzen. Unsere Konsumentinnen und

Konsumenten schätzen es, dass die

Schweizer Landwirte rücksichtsvoll mit

ihren Tieren und schonend mit der

Umwelt umgehen. Dies hat seinen Preis

und diesen Preis sind verantwortungsbewusste

Konsumenten auch langfristig

bereit zu zahlen.

Dr. Martin Keller

Vorsitzender der Geschäftsleitung

Die Genossenschaften

in der Schweiz sollen

gefördert und gestärkt

werden. Sie bieten mit

ihrer demokratischen

Struktur als Innova -

tionsmotoren eine

nachhaltige Alternative

zu den rein gewinnorientierten

Unternehmensformen.

Dies war

das Fazit des ersten

nationalen Genossenschaftskongresses

am

21. September 2012 im

KKL Luzern.

Spatenstich Juni 2012 für die Logis -

tikplattform der Ramseier Suisse AG.

aus, die ihren Absatz mengenmässig

zwar etwas steigern konnte, mit einem

Umsatz von 1.285 Mrd. Fr. das Geschäftsjahr

aber um 0.5 % leicht unter

dem Vorjahr abschloss. 2012 bescherte

den Landwirten durchschnittliche Erträge

bei den meisten Produkten, die die

fenaco als Handelspartnerin veredelt

und vermarktet. Dies hatte zur Folge,

dass Angebot und Nachfrage bei Getreide,

Ölsaaten, Kartoffeln, Kernobst und

Gemüse ausgewogen waren und die

Ernten zügig und ohne Turbulenzen vermarktet

werden konnten.

Überangebote gab es – auch bedingt

durch hohe Lagerbestände aus dem

Vorjahr – beim Mostobstkonzentrat und

beim Wein. Zu kleine Ernten resultierten

jedoch aufgrund der ungünstigen

Wetterverhältnisse beim Steinobst und

bei verschiedenen Produkten in Bio-

Qualität.

Im Geschäftsfeld Energie stiegen

Absatz und Umsatz 2012 erfreulich.

Detailhandel und Energie Wirtschaftlich

positiv entwickelte sich der

Detailhandel. Obwohl Preissenkungen

auf dem Volg- und LANDI-Sortiment erfolgten,

stieg der Umsatz erneut und

zum Teil expansionsbedingt um 4.1 %

auf 1.670 Mrd. Fr. an.

Auch im strategischen Geschäftsfeld

Energie stiegen Absatz und Umsatz erfreulich

an. Am dichten Tankstellennetz

der Agrola verkaufte die fenaco bedeutend

mehr Diesel und leicht weniger

Benzin. Auch der Umsatz mit Holzpellets

stieg an. Das Heizölgeschäft gestaltete

sich anfangs 2012 schwierig, entwickelte

sich aufgrund sinkender

Weltmarktpreise gegen Ende des Jahres

positiv.

Insgesamt wurde im Geschäftsfeld

Energie ein Umsatz von 1.088 Mrd. Fr.

erzielt, der zum Teil preisbedingt um

7.8% höher als im Vorjahr ausfiel.

6 6 2013 · UFA-REVUE


AKTUELL

FENACO

Neu eröffnete LANDI-Marktplätze,

wie in Neftenbach, sind erfolgreich

unterwegs. Insgesamt konnten 2012

die LANDI-Verkaufsstellen den Absatz

mengenmässig um 10 % steigern.

Nachhaltigkeit Trotz Umsatzwachstum,

Mehrmengen und Transportmehrleistungen

blieb der CO2-Ausstoss der

fenaco aufgrund umfassender Reduktionsmassnahmen

stabil – das dritte Jahr

in Folge. Zudem konnten weitere Photovoltaikanlagen

in Betrieb genommen

werden. Mit den neuen Anlagen zur Solarstromproduktion

kann die fenaco

heute bereits eine Spitzenleistung von

949kWp erbringen, was rund 950000

Kilowattstunden pro Jahr oder dem

Grafik:

Bei der Düngerhandelsfirma

Landor in Muttenz wurden

die 20-jährige Anlage mit

Aufgabebunker, Rohrförderer

und Camionverlad erneuert.

durchschnittlichen Stromverbrauch von

gegen 200 Einfamilien häusern entspricht.

Diese Kapazitäten werden in

Zukunft laufend weiter ausgebaut.

Umsatz 2012 der fenaco, aufgeteilt nach strategischen

Geschäftsfeldern

(in Mio. Schweizer Franken)

Lebensmittelindustrie

1285 (22.6 %)

Agrar

1611 (28.3 %)

Detailhandel

1670 (29.4 %)

Energie

1088 (19.2 %)

Diverses

27 (0.5 %)

2012 wurden 28.3% oder 1.611 Mrd. Fr. des konsolidierten Gesamtumsatzes im Agrarbereich

erzielt. Dazu gehören der Verkauf von landwirtschaftlichen Produktionsmitteln, Getreide,

Ölsaaten und Futtermitteln sowie der Tierhandel und die Agrartechnik. 1.285 Mrd.

Fr. (22.6%) fielen im Segment Lebensmittel bei der Übernahme, Verarbeitung und Vermarktung

von landwirtschaftlichen Erzeugnissen an. Im Segment Detailhandel, bei welchem die

Erlöse der eigenen LANDI-, Volg- und TopShop-Verkaufsstellen sowie die Lieferungen an

die vorwiegend von den Mitglied-LANDI und Dritten geführten Detailhandelsläden (Visavis,

frisch-nah-günstig) enthalten sind, wurden 1.670 Mrd. Fr. beziehungsweise 29.4% des konsolidierten

Gruppenumsatzes erarbeitet. 1.088 Mrd. Fr. (19.2%) wurden mit dem Verkauf

von Energieträgern der Marke Agrola und 27 Mio. Fr. (0.5%) im Segment «Diverses» erzielt.

Tabelle: Umsatz- und Ertragsentwicklung der fenaco

in den letzten 5 Jahren

(in Mio. Schweizer Franken)

2012 2011 2010 2009 2008

Gesamtumsatz 5680.6 5551.0 5449.2 5402.4 5787.7

Betriebsergebnis vor Zinsen,

Abschreibungen und Steuern (EBITDA) 240.4 255.4 248.7 246.3 247.9

Unternehmungsergebnis 60.6 61.4 61.8 56.3 62.2

Das Unternehmen der Schweizer Bauern

Die fenaco ist ein genossenschaftlich organisiertes Unternehmen in den

Händen der Schweizer Bauern. Sie ging 1993 aus dem Zusammenschluss

von sechs landwirtschaftlichen Genossenschaftsverbänden mit

über hundertjähriger Tradition hervor. Die fenaco verfolgt das über -

geordnete Ziel, die Landwirte bei der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer

Unternehmen zu unterstützen. Gemeinsam mit ihren Mitglied-LANDI

(landwirtschaftlichen Genossenschaften) bildet die fenaco einen körper -

schaftlichen Konzern und versorgt die Bauern mit Produktionsmitteln

wie Sämereien, Futtermitteln, Pflanzennahrung und anderen mehr.

Gleichzeitig übernimmt sie die Erzeugnisse der Landwirte. Dazu ge -

hören Getreide, Ölsaaten, Kartoffeln, Schlachtvieh, Eier, Mais, Gemüse,

Obst, Beeren und Weintrauben. In den eigenen Industriebetrieben

veredelt die fenaco diese Erzeugnisse zu hochwertigen Schweizer

Lebensmitteln und Getränken. Diese vermarktet sie über Hotels,

Restaurants und zu einem grossen Teil über die bekannten Detailhandelsketten,

aber auch über die eigenen Verkaufskanäle LANDI, Volg,

frisch-nah-günstig, TopShop und Visavis. So bringt die fenaco die

Produkte der Schweizer Bauern ohne Umwege direkt und frisch auf den

Ladentisch – genau so wie es der Name sagt: «fenaco – natürlich nah,

de la terre à la table».

Strukturentwicklung Die fenaco

ist ein genossenschaftlich organisiertes

Unternehmen in den Händen der

Schweizer Bauern. Aufgrund des gezielt

vorangetriebenen Strukturentwicklungs-

Prozesses schlossen sich 2012 verschiedene

landwirtschaftliche Genossenschaften

zu grösseren und leistungsfähigeren

Unternehmen zusammen. 2012

reduzierte sich deren Zahl um 11. Per 31.

Dezember 2012 gehörten der fenaco

251 Mitgliedgenossenschaften (LANDI)

mit 43553 Mit gliedern an. An der Delegiertenversammlung

vom 18. Juni

2013 wird beantragt, die Anteilscheine

der Mitglied-LANDI unverändert mit

6% zu verzinsen (7.7 Mio. Fr.).

Die UFA hat 2012 ihr

Mischfutterwerk

Puidoux erneuert und

erweitert.

Durch die moderne

Pflanzenschutz -

vertriebszentrale in

Moudon konnte die

Warenwirtschaft und

Logistik vereinfacht

werden.

Investitionen ins

Leistungszentrum für

Obst in Perroy.

Autor Hans Peter

Kurzen, fenaco,

8401 Winterthur

www.ufarevue.ch 6 · 13

UFA-REVUE · 6 2013 7


FENACO

AKTUELL

Natürlich nah mit LANDI-Frische

DIE VERMARKTUNG VON SCHWEIZER OBST UND GEMÜSE Mit dem

Konzept«LANDI-Frische» sorgt die fenaco in enger Zusammenarbeit mit Produzenten,

Lieferanten und LANDI-Läden dafür, dass die Konsumenten in den LANDI-Läden

allzeit mit frischem und gesundem Obst und Gemüse versorgt werden – gemäss dem

fenaco- Slogan «fenaco – natürlich nah, de la terre à la table».

Daniel

Beutler

Patric

Gutknecht

Im Rahmen des Projekts «LANDI

Frische» fungiert das Departement

Landesprodukte der fenaco als

Dienstleister in den Bereichen Beschaffung

und Kommissionierung. Rund

150 saisonal angebotene Fürchte und

Gemüse kann der Laden während 24

Stunden via EDV bestellen. Ausgeliefert

wird von Montag bis Samstag.

Früchte und Gemüse werden täglich

im Leistungszentrum Utzenstorf (BE)

kommissioniert und für die Feinverteilung

via Volg-Logistik bereitgestellt.

Dank der partnerschaftlichen Zusammenarbeit

mit der LANDI Schweiz finden

die Produkte des fenaco-Departements

Landesprodukte ihren Wege in

den LANDI-Laden.

Gemüse hart am Markt Rund

2000 Schweizer Gemüsebaubetriebe

produzieren 370 Mio. kg Gemüse in

über 100 verschiedenen Kulturen. Die

Gemüse-Produktionsbetriebe sind heute

um einiges grösser und spezialisierter

als früher. Auch ist der Gemüseanbau

kostenintensiv, denn Glashäuser, Bewässerungstechnologie,

Angestellte

und Pachtland sind teuer. So wird denn

auch, um Kosten zu sparen, ein grosser

Teil der Mechanisierung überbetrieblich

organisiert. Gemüse zählt zu den intensivsten

und anspruchsvollsten landwirtschaftlichen

Kulturen überhaupt. Viele

Arbeitsschritte sind nötig: säen, pflegen,

transportieren und verkaufen. Wetter,

Temperatur, Pflanzenkrankheiten und

Schädlinge entscheiden mehr als bei anderen

Kulturen über Erfolg oder Misserfolg.

Um einen möglichst frühen Saisonstart

mit inländischem Gemüse zu

gewährleisten, unternehmen die Produzenten

grosse finanzielle und arbeitstechnische

Anstrengungen. Einerseits

wurde in den letzten Jahren viel in Gewächshaus-

und Tunnelanlagen investiert,

andererseits wird mit dem Einsatz

von Vlies/Plastik versucht, die Lücke

zwischen Gewächshaus- und Freilandproduktion

zu überbrücken.

Obstbau – langfristig planen

Hohe Investitionskosten fordert auch

der Kernobstanbau. Während bei einjährigen

Kulturen die Anbauplanung

von Jahr zu Jahr aufs Neue den Kundenbedürfnissen

angepasst werden kann,

benötigt die Sortenplanung bei Dauerkulturen

ein hohes Mass an Voraussicht.

Damit sich die Investitionen für die Produzenten

wirtschaftlich lohnen, gilt es,

einmal gepflanzte Kernobstanlagen

während 15 Jahren zu nutzen.

Die fenaco Gruppe vermarktet jährlich

40 000 t Kernobst. Davon übernimmt

die fenaco 35000t bei über 300

Produzenten direkt ab Hof. Sämtliche

Schweizer Äpfel und Birnen entsprechen

dem Label Suisse Garantie und erfüllen

die Anforderungen von SwissGAP.

Mit einem Inlandanteil von über 90 %

fördert die fenaco die produzierende

Schweizer Landwirtschaft.

Der Gemüsesektor unterliegt grossen

Angebots- und Preis schwankungen,

die grösstenteils durch das Wetter

verursacht werden.

De la terre à la table Der Weg,

den Obst und Gemüse zurücklegen

müssen, bis sie schliesslich auf den Teller

kommen, ist selbst in der kleinen

Schweiz weiter, als man denkt. Das Thema

«Frische» ist zentral. Verschiedene

Arbeitsschritte (rüsten, waschen) werden

von den Produzenten bereits während

oder direkt nach der Ernte erledigt.

Die Aufgabe der fenaco-Dienstleistungsbetriebe

ist es anschliessend, Obst

und Gemüse in den von den Kunden gewünschten

Verpackungen und Einheiten

termingerecht zu liefern.

Frisch, leistungsfähig flexibel

In den dezentralen Leistungszentren der

fenaco werden Obst und Gemüse gewaschen,

aufbereitet und abgepackt.

Beliefert werden neben den fenacoeigenen

Gastro- und Detailhandelskanälen,

wie die frigemo Gruppe oder die

Volg- und LANDI-Läden, auch übrige

Detaillisten und Grossisten.

Rolle der fenaco Die fenaco als

Genossenschaft ist via die LANDI-

Mitgliedschaften im Eigentum

der Schweizer Landwirte. Oberste

Maxime ist eine faire und transparente

Zusammenarbeit mit Produzenten

und Kunden. Ihre Aufgabe

sieht die fenaco heute nicht mehr im

Sinn eines klassischen Zwischenhändlers,

sondern als Dienstleister in der

Übernahme, Aufbereitung und Logistik.

Tägliches Ziel ist es, die Kunden mit einer

hohen Lieferbereitschaft und qualitativ

erstklassigem Obst und Gemüse zu

überzeugen.

8 6 2013 · UFA-REVUE


AKTUELL

FENACO

Pro-Kopf-Konsum Der aktuelle Ernährungsbericht

zeigt, dass Frau und

Herr Schweizer 80 kg frische Früchte

und 85 kg Gemüse pro Jahr essen. Versorgen

können sich die Konsumenten

mit Früchten und Frisch- und Lagergemüse

auch in den LANDI-Läden. Dort

wird ein abwechslungsreiches Sortiment

an gesunden Früchten und Gemüsen

angeboten. Besonders Gewicht wird dabei

auf Suisse Garantie und Saisonalität

gelegt. Um die Nachfrage der Konsumenten

möglichst breit zu befriedigen,

wird das einheimische Angebot, wenn

nötig, mit importierten Produkten aus

dem nahen Ausland ergänzt.

In den Leistungs -

zentren der fenaco in

Ins, Charrat und Sursee

wird Frischgemüse

gewaschen, aufbereitet

und abgepackt.

Mit LANDI-Frische

gesunde Früchte und

Gemüse, natürlich aus

der Schweiz, zu finden

in der LANDI.

Sortier- und Pack -

betriebe arbeiten

kundenorientiert und

sind flexibel.

Eine konsequente

Qualitätspolitik auf

allen Stufen der

Wertschöpfung.

In den letzten zwei

Jahrzehnten stieg der

Konsum von Gemüse auf

85 kg und von Früchten

auf 80 kg pro Jahr. Das

ist aber nach Ansicht

des Bundesamtes zur

Förderung der Gesundheit

noch nicht genug:

Empfohlen wird der

tägliche Konsum von

Früchten und Gemüsen

empfohlen – am besten

5 Portionen pro Tag.

Autoren Daniel

Beutler, LANDI

Schweiz AG, Dotzingen

Patric Gutknecht,

fenaco Landesprodukte,

3001 Bern

www.ufarevue.ch 6 · 13

UFA-REVUE · 6 2013 9


MANAGEMENT

Alp-Infrastruktur und

Pendel-Alpen

KURZMELDUNGEN

Obschon das Sömmerungsgebiet

ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten

Fläche in der Schweiz ausmacht,

ist nur wenig über die Infrastruktur

auf den Alpen bekannt.

Stefan Lauber, Judith Büchel und

Edith Beising von der Forschungsanstalt

für Wald, Schnee und Landschaft

(WSL) schliessen mit ihrer

Studie «Alp-Infrastruktur: Rahmenbedingungen

und Herausforderungen

im Sömmerungsgebiet» diese

Lücke. Lesenswert werden im Abschlussbericht

Problemfelder und

Fallbeispiele erläutert, auch unkonventionelle

Lösungen kommen

nicht zu kurz: Beispielsweise wird

Webinar der UFA-Revue stösst auf grosses Interesse

Hofübergabe ist wohl für fast jede

Bauernfamilie ein wichtiges Thema

und Wohnrechte sind meistens ein

Knackpunkt. Aus diesem Grund organisierte

die UFA-Revue nachfolgend

an das UFA-Revue-Sonderheft

der Maiausgabe «Hofübergabe – damit

es weitergeht» gemeinsam mit

der Abteilung Treuhand und Schätzung

des Bauernverbands am

14. und 22. Mai 2013 zwei Webinare,

die auf grosses Interesse

stiessen. Webinare sind

Seminare, die live über

das World Wide Web gehalten

werden. Die Hofübergabe-Webinare

enthielten

interaktive

Elemente wie Umfragen

und Chat. Beide Elemente

wurden von den Teilneh-

mern rege genutzt. Moderiert wurden

die Webinare von Anna Steindl

(Redaktorin der UFA-Revue), Gerhard

Ryf und Martin Goldenberger

von SBV Treuhand und Schätzungen.

Martin Würsch, Leiter von SBV

Treuhand und Schätzungen und

Martin Angehrn standen im Nachgang

via Chat für die Fragen der Teilnehmerinnen

und Teilnehmer zur

Verfügung. Jeweils über 30 Perso-

nen nahmen an den Webinaren teil.

Die positive Resonanz zeigte, dass

Webinare auch im Agrarbereich ein

gutes Medium zur Wissensvermittlung

darstellen. «Wir staunen über

die grosse Anzahl an Anmeldungen

und freuen uns über das Interesse

der Landwirte», so Roman Engeler,

Chefredakteur der UFA-Revue. Die

Resonanz aus dem Publikum fiel

durchweg positiv aus. «Das war

mein erstes Webinar

und wird sicher nicht

mein letztes sein»,

meldete sich ein Teilnehmer

im Anschluss

an den Vortrag im

Chat. Die Webinare

sind archiviert auf

www.ufarevue.ch, Rubrik

Webinar.

darauf hingewiesen, dass man nicht

oder nur mit Seilbahnen erschlossenen

Alpen höhere Sömmerungsbeiträge

ausbezahlen könnte – dies angesichts

der hohen Kosten sowohl

von Neuerschliessungen als auch

von periodischen Wiederinstandstellungen.

Die gute Erschliessung

habe im Kanton Obwalden dazu geführt,

dass rund zwei Drittel der Betriebe

als Pendelalpen betrieben

werden und nur noch etwa ein Drittel

der Alpmilch auf dem Sömmerungsbetrieb

verarbeitet werde.

Bei den Alp-Ökonomiegebäuden

konzentriert man sich heute vor

allem auf die Unterstützung milchproduzierender

Betriebe mit überbetrieblichen

Zusammenarbeitslösungen.

Der Abschlussbericht der Studie

wird ergänzt durch einen Leitfaden

und eine Checkliste, die bei der Planung

von Infrastrukturprojekten auf

den Alpen von Nutzen sind.

www.alpfutur.ch/publikationen

Tagesaktuelle Neuigkeiten

www.ufarevue.ch

Beiträge berechnen

Was die Konsequenzen der Direktzahlungen

im Rahmen der AP 2014-

2017 für den eigenen Betrieb sind,

können die Bauernfamilien schon

zum Voraus am PC berechnen.

Landwirtschaftliche Bildungszentren

bieten diesbezüglich Kurse an,

beispielsweise auf der Liebegg am

11. Juli 2013, abends um 20 Uhr.

Der Kurs kostet 30 Fr. Die Teilnehmerzahl

ist begrenzt. Liebegg, 5722

Gränichen, 062 855 86 55.

kurse@liebegg.ch

SAK-Anpassung verschoben

Der Entscheid, ob und wie die Faktoren

der Standardarbeitskräfte

(SAK) angepasst werden, ist nicht

mehr Teil der AP 14-17 und soll erst

nach dem Vorliegen des Berichts

zum Postulat von Nationalrat Leo

Müller gefällt werden. Der Bericht

soll auf Frühjahr 2014 fertiggestellt

werden.

Um die Hälfte erhöht

Ende Oktober 2012 beschloss der

Bundesrat die RGVE-Beiträge bei

den Milchkühen um 50 Fr. zu senken.

Das Parlament hat in der Wintersession

den Kredit für die allgemeinen

Direktzahlungen um 15

Mio. Fr. aufgestockt. Die Beiträge

können deshalb um 25 Fr. auf 425

Fr. erhöht werden. Ab 2014 sollen

die mit der AP 2014-2017 beschlossenen

Direktzahlungen in Kraft treten.

Die RGVE-Beiträge werden

dann aufgehoben und durch Versorgungssicherheitsbeiträge

für Grünland

ersetzt.

Gesundheit und Ernährung

64.6 Mia. Fr. hat das Schweizer Gesundheitswesen

im Jahr 2011 gekostet.

Die Ausgaben haben im Vergleich

zum Vorjahr um 3.4 %

zugenommen, wie aus den provisorischen

Zahlen des Bundesamtes für

Statistik hervorgeht. Pro Einwohner

wurden in der Schweiz monatlich

680 Fr. für die Gesundheit aus ge -

geben. Zum Vergleich: Für Nahrungsmittel

und alkoholfreie Ge -

tränke betragen die monatlichen

Pro-Kopf-Ausgaben 658 Fr.

Damian Keller, Agrisano

CAS-Agrarrecht in Luzern

Der Zertifikatslehrgang Agrarrecht

richtet sich an Berater, Behördenvertreterinnen

und -vertreter, Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter von

landwirtschaftlichen Organisationen

und will im Themenfeld Agrar,

Ernährungswirtschaft und Umwelt

die rechtlichen Rahmenbedingungen

vermitteln. Anmeldungen sind

bis spätestens zum 30. Juni 2013 an

cas-agrarrecht@unilu.ch zu richten.

Merkblatt: Landwirtschaft

und Naturgefahren

Das Merkblatt «Landwirtschaft und

Naturgefahren» zeigt auf, mit welchen

Massnahmen Naturgefahren

wie Erosion oder Rutschungen vermindert

werden können. Weitere

Themen im Merkblatt sind Hochwasserrückhaltsflächen

und Hochwasserentlastungskorridore.

www.suissemelio.ch

10 6 2013 · UFA-REVUE


MANAGEMENT

Nicht Grösse – Wertschöpfung zählt

ZWISCHENBILANZ Markus Ritter ist seit rund einem

halben Jahr Präsident des schweizerischen Bauernverbands.

Im Interview mit der UFA-Revue zeigt er den breiten

Spannungsbogen auf, in dem er tätig ist.

Markus Ritter (46)

bewirtschaftet mit

seiner Familie einen

Bio-Betrieb von knapp

30 ha in Altstätten

(SG). 2011 wurde er für

die CVP in den

Nationalrat gewählt

und im November 2012

gewann er die Wahl

zum Präsidenten des

schweizerischen

Bauernverbands.

UFA Revue: Ihrer Wahl ging ein

spannender Wahlkampf voraus.

Auch der Wahlkampf um das Vize-

Präsidiums sorgte für Spannnung.

Wie ist das Verhältnis heute zwischen den

Mitbewerbern?

Markus Ritter: Wir pflegen

ein sehr gutes Verhältnis.

Auch schon der Wahlkampf

war von Kollegialität

geprägt gewesen. Wir haben

im Bauernverband ein

hohes Verständnis für die

Einbindung der Regionen

und der Produktionsrichtungen,

aber auch der bürgerlichen

Parteien. Ich

rechne es meinen Kollegen, allen voran

Josef Dissler, der zugunsten der Parität

auf sein Vizepräsidium verzichtet hat,

hoch an, dass wir diese kollegiale Zusammenarbeit

fortsetzen und einheitlich

auftreten können.

Mit der AP 14– 17 wurden Sie zu Beginn

Ihrer Amtszeit mit einem grossen Brocken

konfrontiert. Nach anfänglich lautem Gepolter

ist es seitens des SBV etwas ruhiger

geworden. Hat der SBV kapituliert?

Wir haben nicht kapituliert. Wir setzen

uns aktiv für die Interessen der Landwirtschaft

ein und konnten in der Frühjahrssession

im Differenzbereinigungsverfahren

wichtige Erfolge erzielen,

insbesondere die Erhöhung des Rahmenkredits

um 160 Mio. Fr. auf jetzt

über 13.8 Mia. Fr. Der SBV-Vorstand

und die Landwirtschaftskammer haben

in einer Gesamtbeurteilung Risiken und

Chancen eines Referendums abgewogen

und beschlossen, weder das Referendum

zu ergreifen, noch es zu unterstützen.

Die Landwirtschaftskammer

und der Vorstand haben dies bei jeweils

nur einer Gegenstimme beschlossen.

Sofern das Referendum zustande kommt,

wird es eine Volksabstimmung geben.

Wie wird sich der SBV positionieren?

Bis am 13. Juli können Unterschriften für

das Referendum eingereicht werden,

dann wird man wissen, ob das Referendum

zustande gekommen ist. Der SBV-

Vorstand wird sich in der Augustsitzung

mit dieser Frage auseinandersetzen und

allfällig einen Antrag an die Landwirtschaftskammer

stellen, welche die Position

des SBV beschliessen würde. Meine

Aufgabe ist es für eine demokratische

Entscheidungsfindung zu sorgen.

Wird das Referendum zustande kommen?

Das ist schwierig zu beurteilen. Es stehen

sehr wenige bäuerliche Organisationen

geschlossen hinter einem Referendum.

Die Reaktionen der Verbände auf die AP-

Anhörungsunterlagen fielen unterschiedlich

aus: Bio-Suisse begrüsst die AP, wogegen

der Getreideproduzentenverband

von einem Affront spricht. Wo positionieren

Sie sich als Bio-Bauer im eigentlich

produktionsorientierten Umfeld des SBV?

Der SBV ist klar der Meinung, dass eine

produktive Landwirtschaft, die einen

wesentlichen Anteil zur Ernährungsund

Versorgungssicherheit leistet und

gesunde und regional produzierte Lebensmittel

im Rahmen der Multifunktionalität

hergestellt, der Schwerpunkt

unserer bäuerlichen Tätigkeiten sein

soll. Dieser Position kann ich mich vollumfänglich

anschliessen - auch auf meinem

Bio-Betrieb wollen wir Lebensmittel

produzieren.

Zu welchen Hauptpunkten werden Sie in

der Anhörung Stellung beziehen?

Es sind sehr viele Punkte wichtig für uns.

Speziell möchte ich die Umsetzung der

Landschaftsqualitätsbeiträge, die graslandbasierten

Beiträge für die Milchund

Fleischproduktion und die Verordnungsartikel

betreffend des Futtergetreides

erwähnen. Je nachdem, was ein

Landwirt für Betriebszweige hat und wo

der Betrieb gelegen ist, verschieben sich

die Prioritäten der Basis. So haben wir

für die graslandbasierte Milch- und

Fleischproduktion drei Varianten vorgelegt.

Ich hoffe, dass wir einen einheitlichen

Standpunkt finden. Am 21. Juni

wird die Landwirtschaftskammer unseren

Bericht zur Anhörung zuhanden des

Bundesrates verabschieden.

Im Gegensatz zu früher ist Diversifikation

zu einem Thema für den SBV geworden.

Mit AgroCleanTech wird die Energieproduktion

in der Landwirtschaft gefördert,

auch sollen Ferien auf dem Bauernhof

oder Direktvermarktung zu den SAK angerechnet

werden. Diese Tätigkeiten bilden

oft eine Schnittstelle zum Gewerbe.

Was macht der SBV, um das Einvernehmen

mit dem Gewerbe zu verbessern?

Unsere Betriebe sind heute innovativ

und verändern sich laufend. Es braucht

Betriebszweige, mit denen die Bauernfamilien

eine optimale Wertschöpfung

erzielen können – dies soll mit einem

kleinen oder grossen Betrieb oder mit

einem dazugehörenden Nebenerwerb

möglich sein. Das Ziel ist nicht primär

Grössenwachstum, sondern eine hohe

Wertschöpfung – Wertschöpfung je

Stunde geleisteter Arbeit. Dann gibt es

ein entsprechendes Einkommen. Jeder

Betrieb muss eine Strategie finden.

12 6 2013 · UFA-REVUE


MANAGEMENT

Grössenwachstum ist eine Option, sofern

es betriebswirtschaftlich Sinn

macht. Selbst Skaleneffekte bringen nur

beschränkt Erfolg, wenn das Wachstum

nicht in Wert gesetzt werden kann. Darum

ist es wichtig, dass der SBV seine

Themen beispielsweise mit AgroClean-

Tech oder Agrotourismus breiter setzt.

Wo es mit dem Gewerbe Schnittstellen

gibt, sind gleich lange Spiesse immer ein

wichtiges Thema, das heisst, dass für

Landwirtschaft und Gewerbe die gleichen

Rahmenbedingungen gelten sollen.

Wir von der Landwirtschaft sind bereit,

in diesen Themen eine offene und

faire Diskussion zu führen. Wir dürfen

aber auch feststellen, dass die Landwirtschaft

viele wichtige Aufträge an das

Gewerbe vergibt. Im Baugewerbe profitiert

das Gewerbe direkt. Das Einvernehmen

mit dem schweizerischen Gewerbeverband

ist gut. Wir haben auch

gleiche oder ähnliche politische Anliegen,

die wir gemeinsam anpacken.

Heute muss ein Milchbauer 20% der Arbeitszeit

mit Büroarbeit verbringen. Gibt

es Vorschläge des SBV, diese Bürokratie zu

verkleinern?

In der Anhörung der AP 14 – 17 und in

Gesprächen mit dem Bundesamt für

Landwirtschaft weisen wir permanent

darauf hin, dass der administrative Aufwand

für die Betriebe, aber auch für die

Kantone nicht steigen darf. Die Bauernfamilien

dürfen nicht noch mehr mit

Projekten, Statistiken, Erhebungen, etc.

belastet werden. Wir in der Landwirtschaft

brauchen Regelungen, die einfach

und überschaubar zu bewältigen

sind. Wir können uns nicht für jede Fragestellung

einen teuren Spezialisten

leisten.

Es gibt kaum eine

breiter gefächerte

Branche als die

Landwirtschaft.

Markus Ritter

verteidigt den

Bauernstand auf

breiter Ebene.

Die Agrarpolitik ist nur eine Ihrer Arenen,

daneben kämpfen Sie punkto Mehrwertsteuer

oder Alkoholgesetz gegen eine Verschlechterung

der Position der Bauern.

Was haben sie erreicht?

Mit der Mehrwertsteuer scheint sich abzuzeichnen,

dass das Dreisatzmodell mit

dem reduzierten Steuersatz von 2.5 %

bleibt. Für uns Bauern die beste Lösung.

Das vorgeschlagene Zweisatz-Modell

hätte für uns im schlechtesten Fall

Mehrkosten von 170 Mio. Fr. gebracht.

Dies ist inakzeptabel. Gewehrt haben

wir uns auch bei der Diskussion des Spirituosensteuergesetzes

und setzen uns

für die Steuerbefreiung bei der Herstellung

von Spirituosen für den Eigengebrauch

ein. Auch die Lagervorräte sollen

nicht nachbesteuert werden. Zudem

wollen wir die inländische Produktion

von Edelbränden durch eine Ausbeutebesteuerung

mit einem vergünstigten

Steuersatz fördern. Wir unterstützen in

dieser Frage die ständerätliche Lösung.

Wie beurteilen Sie den Einfluss des Freihandelsabkommen

mit China auf die

Schweizer Landwirtschaft?

Mit dem, was wir als Verhandlungsergebnis

bis jetzt gehört haben, könnten

wir leben. Der Bundesrat hat zugesichert,

dass die bisherigen Zugeständnisse

im Rahmen der WTO Uruguay-Runde

nicht durchbrochen werden. Die Zollansätze

werden beibehalten und es werden

keine zusätzlichen Ausserzollkontingente

gewährt. Wir haben aber die

Details des Abkommens noch nicht prüfen

können und werden das Ergebnis

noch eingehend analysieren. In der Folge

werden wir uns unsere Meinung abschliessend

bilden. Übrigens besuchte

am 24. Mai der chinesische Ministerpräsident

einen Bauernbetrieb im Kanton

Zürich. Vor Ort waren neben der bundesrätlichen

Delegation auch die Spitze

des Bauernverbandes. Die chinesische

Delegation war beeindruckt von der

Schweizer Landwirtschaft. Unsere hohe

Produktequalität, die Lebensmittelsicherheit,

das Ausbildungssystem in der

Landwirtschaft und die Leistungsfähigkeit

unserer Bauernfamilien wurden positiv

zur Kenntnis genommen.

Der Landfrauenverband hat die Kampagne

«Frau und Mann vom Land – Zusammenleben

bewusst gestalten» gestartet,

die auch der SBV mitträgt. Der Zusammenhalt

zwischen Mann und Frau, aber

auch zwischen den Generationen ist nicht

mehr so stark wie früher. Gibt es Patentrezepte?

Wir finden die Kampagne gut und wissen

um die grosse Bedeutung der Bäuerinnen

für unsere Bauernfamilie und unsere

Betriebe. Die Bäuerin ist das

Zentrum, ist Herz und Seele, des Betriebs

– das ist auch bei mir zu Hause so.

Die Anerkennung dieser Leistung ist

wichtig. Dies kann man nicht genug sagen.

Die Stellung der Bäuerin wird in einem

Bericht des Bundesrates umfassend

reflektiert werden. Jede Familie muss ihr

Modell für Wohnrecht und Stöckli finden.

Für die einen harmoniert es im

gleichen Haus mit zwei Wohnungen

oder nebeneinander im Stöckli zu leben.

Andere bevorzugen es, dass eine Generation

ins Dorf zieht. Bei mir haben wir

uns mit den unterschiedlichen Generationen

auf gemeinsame Ziele geeinigt,

der Weg zum Ziel war und ist für jeden

ein wenig anders. Dies hat sich im Alltag

bewährt. Wenn alle einen Gestaltungsspielraum

haben, ist dies sehr motivierend.

Gegenseitiges Vertrauen und positive

Rückmeldungen tun das übrige.

Eine Frage, die viele Gemüter bewegt ist

die Situation der Verdingkinder. Der SBV

hat sich offiziell entschuldigt. Bundesrätin

Sommaruga hat einen runden Tisch

vorgeschlagen – wird sich der SBV daran

beteiligen, sofern er zustande kommt?

Wir haben uns für Unrecht, das geschehen

ist, entschuldigt. Der SBV ist sich

bewusst, dass die Verdingkinder in unterschiedlichen

Verhältnissen aufgewachsen

sind, und ist bereit, am runden

Tisch teilzunehmen. Themen sind die

historische Aufarbeitung, aber auch die

Frage der Entschädigungen, beispielsweise

die Schaffung eines Härtefallfonds

durch den Bund, wo heutiges Leid, das

aus der damaligen Zeit entstanden ist,

zu mildern versucht wird. Es braucht faire

Diskussionen basierend auf korrekten

und seriösen Fakten.

Danke für das Gespräch.

Interview Daniela Clemenz,

UFA-Revue, 8401 Winterthur

www.ufarevue.ch 6 · 13

UFA-REVUE · 6 2013 13


MANAGEMENT

Mehr Klarheit beim Gewerbebegriff

BÄUERLICHES BODENRECHT Im Rahmen des Reformpaketes zur Agrarpolitik

AP 2014 – 2017 beschloss das Parlament zwei Artikel-Änderungen und zwei neue

Bestimmungen des bäuerlichen Bodenrechts. Bis am 13. Juli 2013 läuft die

Referendumsfrist. Mit dem Inkrafttreten ist nicht vor dem 1. Januar 2014 zu rechnen.

Pius

Koller

Franz A.

Wolf

Die Botschaft des

Bundesrates hatte

keine Revision des

BGBB vorgesehen. Die

nun beschlossenen

Änderungen wurden

erst im Gesetz -

gebungsprozess

eingefügt.

Die Änderungen des BGBB vom 22.

März 2013 wurden durch das Parlament

im Rahmen des Reformpaketes

zur Agrarpolitik AP 2014 -

2017 beschlossen. Zwei Artikel wurden

geändert und zwei Bestimmungen neu

eingeführt. Betroffen sind der Geltungsbereich

für kleine Grundstücke, der

Vorbehalt kantonalen Rechts für landwirtschaftliche

Gewerbe und die Berücksichtigung

der auf längere Dauer

zugepachteten Grundstücke in der Gewerbeberechnung.

Bis am 13. Juli 2013

läuft die Referendumsfrist. Mit dem Inkrafttreten

ist nicht vor dem 1. Januar

2014 zu rechnen.

Kleine Grundstücke Nach der geltenden

Fassung sind kleine Grundstücke

mit weniger als 15 Aren Rebland oder

25 Aren anderem Land nicht dem BGBB

unterstellt, wenn sie nicht zu einem Gewerbe

gehören (Art. 2 Abs. 3 BGBB).

Bezüglich dieser kleinen Grundstücke

hat der Gesetz geber den Geltungsbereich

einerseits ausgeweitet, andererseits

eingeschränkt.

Neu sind die kleinen Grundstücke

zeitlich befristet vollumfänglich dem

BGBB unterstellt, wenn sie sich im Beizugsgebiet

einer Landumlegung befinden

(allgemeiner Geltungsbereich Art. 2

Abs. 4 BGBB). Diese neue Bestimmung

steht im Zusammenhang mit dem landwirtschaftlichen

Pachtrecht (LPG). Das

geltende LPG sieht vor, dass laufende

Pachtverhältnisse bei einer Neuordnung

des Grundeigentums (Güterzusammenlegung)

von jeder Partei entschädigungslos

aufgelöst werden können (Art.

20 Abs. 1 und 2 LPG). Der Bundesrat hat

dem Parlament vorgeschlagen, die

Möglichkeit der vorzeitigen Pachtauflösung

auch auf eine Pachtlandarrondierung

anzuwenden, bei der nur die

Pachtverhältnisse, nicht aber das

Grundeigentum neu geordnet werden.

Die Bestimmung soll, einem Ziel der Reform

der Agrarpolitik 2014 – 2017 folgend,

Landumlegungen erleichtern. Das

Parlament hat dem zugestimmt (Art. 20

Abs. 1 LPG).

Bei der Einführung des BGBB wollte

der Gesetzgeber die kleinen Grundstücke

zwar vom allgemeinen Geltungsbereich

ausnehmen (Art. 2 Abs. 3 BGBB),

hielt es aber dennoch für erforderlich,

diese den Bestimmungen über die Verhütung

der Überschuldung nach Art. 73

bis 79 BGBB zu unterstellen (besonderer

Geltungsbereich, Art. 3 Abs. 4 BGBB).

Leitend war damals unter anderem der

Gedanke, dass eine freie hypothekarische

Belastung dieser kleinen Grundstücke

eine Güterzusammenlegung erschweren

könnte.

Tatsächlich hat die Unterstellung der

kleinen Grundstücke einen unnötigen

administrativen Mehraufwand bei der

Errichtung von Grundpfandrechten auf

Grundstücken mit gemischter Nutzung

zur Folge (Landhäuser mit landwirtschaftlich

genutztem Umschwung, Art.

2 Abs. 2 lit. d BGBB).

Mit der Gesetzesänderung sind die

nicht zu einem landwirtschaftlichen Gewerbe

gehörenden kleinen Grundstücke

künftig nicht mehr den Bestimmungen

über die Massnahmen zur Verhütung

der Überschuldung unterstellt. Die Belastungsgrenze

für Pfandrechte nach

Art. 73 Abs. 1 BGBB gilt für diese nicht,

dementsprechend können darauf ohne

Beachtung öffentlich-rechtlicher Vorschriften

Grundpfandrechte errichtet

werden.

Gewerbebegriff Nach geltendem

Recht können die Kantone abweichend

von Art. 7 Abs. 1 BGBB bereits landwirtschaftliche

Betriebe mit einem Arbeitskraftbedarf

von 0.75 SAK den Bestimmungen

über die landwirtschaftlichen

Gewerbe unterstellen (Art. 5 lit. a

BGBB). Neu können die Kantone schon

Betriebe ab 0.60 SAK den Bestimmungen

über die landwirtschaftlichen Gewerbe

unterstellen. Diese Änderung ist

im Zusammenhang mit der vorgesehenen

Anhebung der SAK-Berechnungsfaktoren

zu verstehen (Art. 2a VBB).

Macht ein Kanton von seiner Kompetenz

Gebrauch, wird die Anhebung der

Berechnungsfaktoren durch den tieferen

Grenzwert in etwa kompensiert.

Länger zugepachtete Grund -

stücke Kernstück der Revision vom

22. März 2013 ist der neu eingeführte

Abs. 4bis zu Art. 7 BGBB, dessen Bedeutung

gross sein wird:

14 6 2013 · UFA-REVUE


MANAGEMENT

Art. 7 Abs. 4bis BGBB (neu):

Bei der Beurteilung, ob Eigentum an einem

landwirtschaftlichen Gewerbe im

Sinne der Artikel 21, 36 Absatz 2, 42 Absatz

2, 47 Absatz 2 und 49 Absatz 2 vorliegt,

sind die Grundstücke nach Absatz 4

Buchstabe c ebenfalls zu berücksichtigen.

Der Gesetzgeber wollte klarstellen,

dass für die in der Bestimmung aufgezählten

Anwendungsfälle bei der Gewerbeberechnung

auch die für längere

Dauer zugepachteten Grundstücke zu

berücksichtigen sind. Das Bundesgericht

hatte dies verweigert, was Kritik in

der Lehre ausgelöst hat. Die für längere

Dauer zugepachteten Grundstücke nach

Art. 4 lit. c BGBB sind künftig beim erbrechtlichen

Zuweisungsrecht an einem

Grundstück (Art. 21 BGBB), beim Zuweisungsrecht

des Miteigentümers an

einem Grundstück (Art. 36 Abs. 2

BGBB), beim Vorkaufsrecht der Nachkommen

an einem Grundstück (Art. 42

Abs. 2 BGBB), beim Vorkaufsrecht des

Pächters an einem Grundstück (Art. 47

Abs. 2 BGBB) und beim Vorkaufsrecht

an Miteigentumsanteilen an einem

Grundstück (Art. 49 Abs. 2 BGBB) zu berücksichtigen.

In all diesen Fällen muss

der Ansprecher Eigentümer eines landwirtschaftlichen

Gewerbes sein.

Da für die Gewerbeberechnung nun

auch die für längere Dauer zugepachteten

Grundstücke zu berücksichtigen

sind, gelangen mehr Betriebe in den Genuss

der Zuweisungs- oder Vorkaufsrechte

an Grundstücken. Angesichts des

grossen Pachtlandanteils in der ganzen

Schweiz betrifft die Gesetzesänderung

all jene Betriebe, die Grundstücke zugepachtet

haben und verleiht ihnen gegebenenfalls

das Pächtervorkaufsrecht

nach Art. 47 Abs. 2 BGBB. Ein gewisser

Teil der Betriebe dürfte allerdings durch

die Anhebung der SAK-Berechnungsfaktoren

den Gewerbestatus und damit

die genannten Vorkaufs- und Zuweisungsrechte

wieder verlieren.

Betrachtet man die in Art. 7 Abs. 4bis

BGBB erwähnten Anwendungsfälle,

fragt sich, ob diese Aufzählung abschliessend

ist oder ob auch der erbrechtliche

Zuweisungsanspruch an einem

landwirtschaftlichen Gewerbe

nach Art. 11 Abs. 1 BGBB erfasst ist.

Dies ist nach der hier vertretenen Auffassung

zu bejahen. Die Nichterwähnung

von Art. 11 Abs. 1 BGBB in Art. 7

Abs. 4bis BGBB rührt daher, dass das

Bundesgericht in seinen Urteilen, die

Berücksichtigung von Zupachtland für

das erbrechtliche Zuweisungsrecht an

einem landwirtschaftlichen Gewerbe

nach Art. 11 Abs. 1 BGBB – soweit ersichtlich

– nie in Frage gestellt hat. Auch

in der Lehre ist die Berücksichtigung von

Zupachtland für das Zuweisungsrecht

nach Art. 11 BGBB unbestritten. Der

Gesetzgeber sah hierzu keinen Handlungsbedarf.

Für die Auslegung der neuen

Bestimmung steht damit die historische

Auslegung im Vordergrund.

Dementsprechend sind bei der Beurteilung,

ob sich in der Erbschaft ein landwirtschaftliches

Gewerbe befindet, an

dem ein Erbe die Zuweisung nach Art.

11 Abs. 1 BGBB verlangen kann, wie bis

Übergangsrecht

Anders als bei früheren Revisionen des BGBB hat der Gesetzgeber keine

Übergangsbestimmung geschaffen. Das Bundesgericht hat zur Über -

gangs bestimmung in Art. 95 BGBB festgehalten, diese Bestimmung

enthalte keine allgemeine übergangsrechtliche Regelung, die auch auf

spätere Änderungen des BGBB anwendbar sei. Bei Fehlen einer über -

gangsrechtlichen Bestimmung sei das ZGB heranzuziehen. Daraus ist

nach der hier vertretenen Auffassung zu schliessen, dass das derzeit

geltende Übergangsrecht des BGBB mangels ausdrücklicher Übergangsnorm

auf die Änderungen vom 22. März 2013 keine Anwendung

findet. Anwendbar sind daher die Art. 1 bis 4 Schlusstitel ZGB (Regel

der Nichtrückwirkung) und Art. 15 Schlusstitel ZGB (Erbrecht), wonach

das im Zeitpunkt des Todes des Erblassers geltende Recht anwendbar

ist. Dies hat zur Folge, dass das neue Recht erst anwendbar ist, wenn

der Vorkaufsfall im Jahr 2014 eintritt oder der Erblasser im Jahr 2014

verstirbt.

anhin die für längere Dauer zugepachteten

Grundstücke nach Art. 7 Abs. 4 lit.

c BGBB zu berücksichtigen.

Im Umkehrschluss gilt, dass für die

Gewerbeberechnung unter revidierten

Recht die für längere Dauer zugepachteten

Grundstücke in jedem Fall zu berücksichtigen

sind, sofern sie dem BGBB

unterstellt sind (Art.7Abs.3, Abs.4lit.c,

Abs. 4bis BGBB). Es gilt daher für alle

Anwendungsfälle bezüglich der Berücksichtigung

von Zupacht ein einheitlicher

Gewerbebegriff. Es sind grundsätzlich

keine Konstellationen denkbar, bei denen

eine Gewerbeberechnung ohne

Pachtland zu erfolgen hätte. Davon ausgenommen

sind die Bestimmungen des

LPG über die Pacht von landwirtschaftlichen

Gewerben, bei denen einzelne

zugepachtete Grundstücke nicht berücksichtigt

werden (Art. 1 Abs. 1 lit. b

LPG).


Autoren Pius Koller

(Rechtsanwalt und dipl.

Ing.-Agr. HTL) und

Franz A. Wolf (Rechts-

anwalt und dipl. Ing.-

Agr. FH) sind für Studer

Anwälte und Notare in

Möhlin (AG) tätig.

www.studer-law.com

www.ufarevue.ch 6 · 13

UFA-REVUE · 6 2013 15


MANAGEMENT

Kiesabbau – wie regeln?

ENTSCHÄDIGUNG UND VERTRAGSPUNKTE Wird auf landwirtschaftlicher

Nutzfläche Kies abgebaut, muss geregelt werden, wie dies zwischen dem Landwirt

und dem Kiesabbauunternehmer zu entschädigen ist. Zu berücksichtigen sind

dabei der Flächenwegfall, Bewirtschaftungserschwernisse und die Rekultivierung.

Ruedi

Streit

August

Köpfli

Der Wert des Kieses im Boden

hängt von verschiedenen Faktoren

ab. Die Abbauzeit ist abhängig

vom vorhandenen Kiesvorkommen,

der geplanten Abbaumenge pro

Jahr und der Abbaubewilligung der Behörde

– kann also mehrere Jahre dauern.

Auch wenn der Abbau etappenweise

vorgenommen wird und so nicht

die gesamte Fläche in der Abbauzone

während der ganzen Zeit als

landwirtschaftliche Nutzfläche wegfällt,

kann der Kiesabbau doch zu nachteiligen

Auswirkungen auf den Landwirtschaftsbetrieb

führen. Dies ist bei

der Festlegung des Entschädigungsbetrages

und bei der Vertragsgestaltung

zu berücksichtigen.

Tabelle 1: Auswirkungen auf Landwirtschaftsbetrieb

Ertragsausfall, Ertragsminderung,

Mehraufwand

Wegfall landwirt- • Wegfall von Ackerkulturen.

schaftlicher • Wegfall von Grundfutterfläche.

Nutzfläche (LN) • Wegfall von Weidefläche.

• Wegfall von düngbarer Fläche.

• Wegfall von Direktzahlungen.

Behinderung der • Veränderte Feldform und verlängerte

Bewirtschaftung

Zufahrten.

• Lärm und Staub.

• Beeinträchtigung von Entwässerungsleitungen

oder Quellen.

• Beeinträchtigung von Strassen und

Wegen.

Wiederherstellung, • Reduzierte Folgebewirtschaftung.

Rekultivierung • Änderung der Oberflächengestaltung.

• Ökologische Ersatzmassnahmen (Feuchtgebiet,

Tümpel, Bachöffnung, Bäume).

Mehraufwand Die nicht mehr

landwirtschaftlich nutzbare Fläche fällt

sowohl als Produktionsgrundlage für

Ackerkulturen und Grundfutter wie

auch als direktzahlungsberechtigte Fläche

weg. Muss das wegfallende Grundfutter

zugeführt und allenfalls zusätzlich

Hofdünger weggeführt werden, ergeben

sich erhebliche Mehrkosten für

den Landwirt. Weiterer Mehraufwand

kann entstehen, wenn eine Fläche nur

noch erschwert bewirtschaftet oder

nur noch über einen Umweg angefahren

werden kann. Häufig erst bei Beginn

des Kiesabbaus zeigen sich Nachteile

durch Lärm oder Staub. Zu

berücksichtigen sind das Weiterfunktionieren

von Entwässerungsanlagen

und Mitbenützen von Zufahrten. Eine

Zustandsprüfung vor Beginn des Kiesabbaus

hilft bei späteren Verhandlungen

über die Sanierungspflichten und

Schadenübernahme durch die Kiesabbaufirma.

Rekultivierung Nach Abschluss

des Kiesabbaus ist die beanspruchte

Fläche für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung

wiederherzustellen (gemäss

Auflagen der Abbaubewilligung).

Unter der Voraussetzung, dass die Geländeform

nicht verändert wird, muss

Material zugeführt werden. Mit der

Auffüllung des abgebauten Volumens

erhält der Kiesabbauer einen Mehrnutzen,

für den der Grundeigentümer zusätzlich

zu entschädigen ist. Zu beachten

ist, dass die Rekultivierung nicht

abgeschlossen ist, wenn die Ansaat

aufgelaufen ist. In den ersten Jahren

nach der Ansaat darf nur eine reduzierte

Bewirtschaftung erfolgen. So sind

unbedingt Überfahrten mit schweren

Lasten (z. B. Güllefass), aber

auch das Weiden, zur Verhinderung

von Verdichtungsschäden zu unterlassen.

Gemäss der Rekultivierungsrichtlinie

des Fachverbands der Schweizerischen

Kies- und Betonindustrie (FSKB),

die bei Rekultivierungen von wiederaufgefüllten

Kiesgruben verwendet

wird, darf bei Grünland erst ab dem 5.

Jahr und bei Ackerland mit Hackfrüchten

erst ab dem 9. Jahr nach der Ansaat

wieder die betriebsübliche Nutzung

vorgenommen werden. Dies bedeutet,

dass die Nachteile des Kiesabbaus

nicht nur während der Dauer des Kiesabbaus

und der Wiederauffüllung, sondern

auch noch weitere Jahre nach Abschluss

der Materialzufuhr anhalten.

In Anbetracht der verschiedenen

nachteiligen Auswirkungen auf den

Landwirtschaftsbetrieb sind neben der

Entschädigung für den abgebauten

Kies auch die vertraglichen Regelungen

über den Kiesabbau und die Wiederherstellung

sorgfältig zu prüfen.

Entschädigungsregelung Die

Entschädigung des Grundeigentümers

für den Abbau des Kiesvolumens richtet

sich nach der Menge des verwertbaren

Materials. Neben der Qualität

und des Vorrates beeinflussen auch die

Wandhöhe (abbaubare Höhe) und der

Anteil des nichtverwertbaren Abdeck-

16 6 2013 · UFA-REVUE


MANAGEMENT

Tabelle 2: Zusammensetzung der Entschädigung

Kiesabbau • 4 bis 6 Fr. pro m³ abgebautes Material.

• Indexierung.

• Feststellung der Abbaumenge über

den Geometer.

• Jährliche Zahlung.

Wiederauffüllung • 2 bis 3 Fr. pro m³ aufgefüllte Menge,

eventuell in Prozent der Deponiegebühr.

• Indexierung.

• Feststellung der Abbaumenge über

den Geometer.

Ertragsausfall während • Wegfall von Ackerkulturen und

des Kiesabbaus oder Grundfutterfläche.

der Wiederauffüllung • Wegfall von Direktzahlungen.

• Mehraufwand während des Kiesabbaus

oder der Wiederauffüllung

• Wegfuhr des Hofdüngers.

• Mehraufwand wegen Bewirtschaftungserschwernissen

(veränderte Feldform,

Mehrwege, Hanglagen).

Abgeltung • Wertminderung wegen Bewirtschaftungserschwernissen.

In Anbetracht der Auswirkungen auf den Landwirtschaftsbetrieb

sind neben der Entschädigung auch die

vertraglichen Regelungen über den Kiesabbau und die

Wiederherstellung zu prüfen.

Bilder: KIBAG Baustoffe, www.kibag.ch

Tabelle 3: Besonderheiten im Vertrag

Zweck, Grundlagen • genauer Beschrieb der massgeblichen Grundlagen.

• Kiesabbauer stellt Projektunterlagen und Bewilligungen zur

Verfügung.

• Bezeichnung der notwendigen Erschliessungs- und

Installationsanlagen (z. B. separate Zufahrtsstrasse).

• Änderungen und Erweiterungen nur mit

Zustimmung Grundeigentümer.

Vertragsdauer

• Vertragsdauer bis Endabnahme Rekultivierung plus 5 Jahre.

• Rücktrittsrecht vom Vertrag, wenn innert 2 Jahren keine

Bewilligung vorliegt (keine Reservation für unbestimmte

Dauer).

• Vorzeitige Auflösung des Vertrags, wenn dem Abbau- oder

Auffüllunternehmer die Betriebsbewilligung entzogen wird.

Ebenso, wenn Vertragspflichten verletzt werden oder wenn

der Abbau- oder Auffüllunternehmer in Konkurs fällt.

• Rechte und Pflichten von Grundeigentümer und Abbauunternehmer

bei vorzeitiger Auflösung.

Entschädigung • Entschädigungsansatz in Fr. pro m³ fest oder lose, jährliche

Zahlung aufgrund des abgebauten oder eingefüllten

Materials.

• Eventuell zusätzliche Entschädigung aufgrund des Ertragsausfalls

und des Mehraufwands beziehungsweise für Ersatzland

während des Wegfalls des Landwirtschaftslandes.

• Das Ausmass wird vom Geometer jährlich festgestellt.

• Anpassung des Entschädigungsansatzes gemäss Index.

• Eventuell einen Fonds für Sicherung oder Rekultivierung

(Garantieverpflichtung) einrichten.

Vorgehen

• Information des Grundeigentümers rechtzeitig vor der

Inanspruchnahme des Lands.

• Abdeckung von Oberboden und Zwischenlager gemäss

Standards. Keine Wegfuhr des Oberbodens, das Material

bleibt im Eigentum des Grundeigentümers.

• Kiesabbau und Wiederauffüllung gemäss Bewilligung:

Vorgehen in Etappen mit dem Ziel, dass möglichst wenig

Fläche abgedeckt ist.

• Begleitung des Kiesabbaus, der Wiederauffüllung und der

Rekultivierung durch Fachpersonen (z. B. FSKB-Inspektorat,

Bodenkundler).

Betrieb

• Vor Beginn des Kiesabbaus ist der Ist-Zustand von Bodenqualität,

Entwässerungsleitungen oder Zufahrtsstrassen

aufzunehmen.

• Sorgfaltspflicht des Abbauunternehmers: Betrieb gemäss

Standards und Kontrolle durch Fachleute.

• Haftung des Abbauunternehmers unter gleichzeitiger

Befreiung des Grundeigentümers bis zur Endabnahme der

Rekultivierung plus fünf Jahre.

Abschluss

• Verzicht auf Wiederauffüllung und Rückbau von

Erschliessungs- oder Installationsanlagen ist nur mit

Zustimmung des Grundeigentümers möglich.

• Wiederauffüllung und Rekultivierung mit dem Ziel, die

ursprüngliche Ertragsfähigkeit und Bewirtschaftung wieder

herzustellen. Abnahme vor Rückgabe zur Bewirtschaftung

(nach Ansaat) und Endabnahme nach Abschluss der

reduzierten Folgebewirtschaftung.

• Bei Mängeln sollen diese behoben werden. Entschädigung

nur mit Zustimmung des Grundeigentümers.

• Festhalten des Vorgehens bei Uneinigkeit über Wiederherstellungs-

und Rekultivierungsmassnahmen.

materials sowie die Distanz- und Transportverhältnisse

zum Hauptverbrauchsort

den Preis des abgebauten

Kieses. In der Mehrzahl liegen die vereinbarten

Entschädigungsansätze für

Kiesabbau im Mittelland zwischen 4

und 6 Fr. pro m³ verwertbares Material.

Da der Kiesabbau über mehrere Jahre

dauert, sind die Vereinbarung einer

jährlichen Zahlung sowie die Indexierung

des Entschädigungsansatzes zu

empfehlen. Die Menge des verwertbaren

Materials kann nur der Kiesabbauer

liefern. Soll sich die Entschädigung auf

unabhängige Angaben stützen, kann

als Grundlage das Ausmass des jährlich

abgebauten Volumens herangezogen

werden, das durch ein Geometerbüro

festgestellt wird. Dazu ist jedoch eine

Umrechnung des verwertbaren Materials

auf die Menge Abbauvolumen notwendig.

Wenn das Abbauvolumen wieder

aufgefüllt wird, ist zusätzlich eine

Entschädigung für das zugeführte Material

zu vereinbaren (2 bis 3 Fr. pro m³,

eventuel in Prozent der Deponiegebühr).

Neben diesen Entschädigungen

UFA-REVUE · 6 2013 17


MANAGEMENT

Tabelle 4: Rekultivierung und fachgerechter Umgang mit Böden

Kontrollen

Kultur / Nutzung

Düngung

Jahr 0

(Ansaat)

• Abnahmeprotokoll.

• Vereinbarung der

Folgenutzung.

• Übergabe an

Bewirtschafter.

Ansaat Spezialmischung

(z.B.

mehrjährige Luzerne-

Kleegrasmischung).

Keine

Jahr 1

nach Ansaat

Wiese: Dürrfutter.

Keine

Jahr 2

nach Ansaat

Wiese: Dürrfutter.

½ der Düngungsnorm

oder Mist.

Keine Gülle.

Jahr 3

nach Ansaat

• Wiese: Dürrfutter.

• Ackerland: im

Herbst eventuell

Umbruch und

Ansaat von Wintergetreide.

• Gemäss Düngungsnorm.

• Gülle reduziert.

Jahr 4

nach Ansaat

• Abnahmeprotokoll

vor der definitiven

Rückgabe.

• Wiesland: eventuell

Bestandeserneuerung

und bestandeslenkende

Massnahmen.

• Ackerland: Ansaat

Wintergetreide.

• Gemäss Düngungsnorm.

Jahr 5 – 9

nach Ansaat

• Wiesland: betriebsübliche

Nutzung

(reduzierte Tragfähigkeit

beachten).

• Ackerland: getreidebetonte

Fruchtfolge

(kein Mais, Hackfrüchte,

Gemüse)

• Gemäss Düngungsnorm.

Weide

Keine

Keine

Keine

Keine

Ja (reduzierte Trag -

fähigkeit beachten).

Ja (reduzierte Trag -

fähigkeit beachten).

Quelle: FSKB-Rekultivierungsrichtlinie, Richtlinie für den fachgerechten Umgang mit Böden

für das abgebaute und wiedereingefüllte

Material ist auch eine Entschädigung

für den landwirtschaftlichen Ertragsausfall

üblich (zum Beispiel 40 Fr. pro

Are und Jahr, je nach angebauten Kulturen

und Bewirtschaftungsmöglichkeiten).

Dabei sind die Auswirkungen

auf die Direktzahlungen zu berück -

sichtigen. Allenfalls kann dem Grund -

eigentümer eine Ersatzfläche angeboten

werden. Falls weitere nachteilige

Auswirkungen zu Ertragsausfällen oder

Mehraufwendungen führen, sind diese

ebenso zu entschädigen. Falls die landwirtschaftliche

Nutzfläche nicht mehr

vollständig in die ursprüngliche Bewirtschaftung

zurückgeführt werden kann

(zum Beispiel ökologische Ersatzmassnahmen,

zusätzliche Hanglagen), ist

zusätzlich eine Wertminderung der beanspruchten

Fläche abzugelten.

Vertragspunkte Für den Kiesabbau

wird eine kantonale Bewilligung

benötigt. Dazu hat das Abbauunternehmen

Untersuchungen und Berichte

zu erarbeiten, die die Grundlage für eine

Bewilligung bilden. Mit der Bewilligung

sind häufig Auflagen verbunden.

Beispielsweise können ökologische Ersatzmassnahmen,

die nach Abschluss

des Kiesabbaus und der Wiederauffüllung

auf der beanspruchten Fläche errichtet

werden müssen, verlangt werden.

Der Grundeigentümer sollte daher

sowohl über die eingereichten Projektunterlagen

wie auch über Bewilligungen,

einschliesslich damit verbundener

Auflagen, informiert sein. Auch wenn

Projektänderungen, die der Kiesabbauer

nachträglich vornehmen will, von

den kantonalen Stellen bewilligt werden,

dürfen diese nur mit Einverständnis

des Grundeigentümers umgesetzt

werden.

Nach der Beanspruchung der landwirtschaftlichen

Nutzfläche durch den

Kiesabbau sollte die Fläche wiederum

für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung

rekultiviert werden. Für den

Grundeigentümer ist es von Vorteil,

wenn sich der Kiesabbauer zur Einhaltung

von Standards und zur Begleitung

der Auffüllung und Rekultivierung

durch bodenkundliche Fachpersonen

verpflichtet. Dazu gehört, dass nach

der Wiederansaat unter Beizug der bodenkundlichen

Fachperson eine Abnahme

erfolgt, an der die Folgebewirtschaftung

vereinbart wird. Werden

Mängel festgestellt, so muss die Behebung

des Mangels im Vordergrund

stehen und nicht eine allfällige Entschädigung.

Nach Abschluss der Folgebewirtschaftung

ist die Endabnahme

vorzusehen, nach der die beanspruchte

Fläche wieder in die betriebsübliche

Nutzung überführt werden kann.

Autoren Ruedi Streit, dipl. Ing.-Agr.

ETH, ist Fachverantwortlicher Umwelt

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August Köpfli, Ing. Agr. FH, Betriebs -

ökonom FH ist Fachverantwortlicher

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Seite 30

20 6 2013 · UFA-REVUE


«Gangl-Docking»-System nun auch in der Schweiz

Mit dem «Gangl-Docking»-System

lassen sich Traktor und Gerät ohne

grosse Anstrengung automatisch in

kurzer Zeit verbinden. Gekuppelt

werden Mechanik, Hydraulik und

Zapfwelle. Berger Agrartech in Büren

(SO), importiert dieses «GDS»-

System, das der Landwirt Johann

Gangl aus der Steiermark während

zehn Jahren entwickelt und für das

er einst den «Pöttinger-Preis» für herausragende

Innovationen für die

Landwirtschaft erhalten hat.

Der Anbau von Geräten an den

Traktor hat sich seit der Normierung

des Dreipunkts nicht wesentlich

weiterentwickelt. Im Gegenteil, immer

höhere Sicherheitsstandards

machen das An- und Abkuppeln einer

schweren Gelenkwelle zuweilen

zu einem wahren Kraftakt. Zudem

gibt es Geräte, bei denen der Platz

zwischen Traktor und Gerät so eng

ist, dass es fast unmöglich ist, die

Gelenkwelle und die Hydraulikschläuche

zu verbinden.

Ähnlich wie das bekannte und

weit verbreitete Weiste-Schnellkuppeldreieck

besteht auch das «GDS»-

System aus zwei Elementen: Das

dreieckige Hauptmodul wird am

Traktor montiert und beim Kuppelvorgang

mit dem dreieckigen Gegenstück

am Anbaugerät verbunden.

Im Unterschied zu allen bisher

bekannten Systemen werden mit

dem «GDS 3» neben der mechanischen

Dreipunktverbindung auch

die Hydraulik und die Gelenkwelle

in einem Zug vollautomatisch gekuppelt.

Mit etwas Geschick ist das

anzubauende Gerät in weniger als

sechs Sekunden einsatzbereit.

Das «Gangl-Docking»-System

wird in

verschiedenen Ausbaustufen

angeboten. Das

Grundmodul ist mit einer

automatischen Hydraulikverbindung

ausgestattet.

Die dreieckige Rahmenverbindung

wird entweder

mechanisch oder automatisch verriegelt.

Dieses Basismodul lässt sich

auch später jederzeit mit der Gelenkwellenaufnahme

erweitern.

Diese wird von Hand oder automatisch

vom Traktorsitz aus bedient.

Die Vorteile des schnellen, sicheren

und bequemen An- und Abkuppelns

von Geräten liegen auf der

Hand. Zudem ergeben sich aber laut

Angeben des Herstellers auch bedeutende

Umwelt- und Kostenvorteile.

Durch den sekundenschnellen

Kupplungsvorgang wird nämlich der

Motorbetrieb des Traktors wesentlich

verkürzt.

KURZMELDUNGEN

LANDTECHNIK

Gewinner des

Hürlimann «XM»

wurde ermittelt

Ein Monat lang dürfen Markus und

Ruth Schneider aus Bolligen (BE)

den neuen Hürlimann Traktor der

Baureihe «XM» fahren. Karl Tanner,

Verkaufsleiter von Same Deutz-Fahr

(Schweiz), überreichte dem stolzen

Gewinner des Gewinnspiels (UFA-

Revue 4/2013) den Preis in Form eines

Gutscheins. Gerade zum richtigen

Zeitpunkt, nämlich zur

Getreideernte im Hochsommer, bekommt

die Familie Schneider die

Möglichkeit, den Hürlimann «XM»

auf ihrem Bio-Milchviehbetrieb einzusetzen.

«Der neue Hürlimann hat

ein schickes Design und ist für unseren

Betrieb in Bergzone 3 bestimmt

gut geeignet», bemerkt

Markus Schneider.

Bester Traktorfahrer gesucht

Seit vielen Jahren ist der von Traktorenbauer

Lindner organisierte «Geotrac

Supercup» ein Begriff. Ziel dieser

jährlich stattfindenden Veranstaltung

ist es, den besten Traktorfahrer zu ermitteln

und dabei auch das Bewusstsein

für einen sicheren und geschickten

Umgang mit landwirtschaftlichen

Geräten zu fördern. Erstmals kommt

diese Veranstaltung in die Schweiz

und gastiert am 6. Juli beim Innerschweizerischen

Schwing- und Älplerfest.

Wer den «Geotrac Supercup»

gewinnen will, muss mit dem Traktor

unter anderem einen Ball auf einer

Rumpelpiste balancieren, mit dem

ganzen Gespann rückwärts einparken

und fünf Sekunden auf der Hexenwippe

meistern.

Neuer Tele-Radlader

In der wichtigen 6-t-Klasse schickt

Schäffer einen neuen Lader an den

Start. Der «8090 T» sei das ideale

Arbeitsgerät für Landwirte, welche

die Vorteile eines Teleskopladers

mit der Wendigkeit und guten

Rundumsicht eines knickgelenkten

Radladers verbinden wollen, heisst

es beim Hersteller. Beim neuen Tele-Radlader

geniesst der Fahrer in

der zentral positionierten Kabine eine

gute Ergonomie. Als Antriebsaggregat

kommt ein Kubota-Motor

mit 86 PS zum Einsatz. Das Getriebe

ist hydrostatisch und die maximale

Hubhöhe beträgt 5.10 m bei einer

Kipplast von 3 t. Die Bedienungselemente

der Arbeitshydraulik können

komplett mit dem Joystick bedient

werden.

Schlang&Reichart wird von

Pfanzelt übernommen

Der Forstmaschinenhersteller Pfanzelt

Maschinenbau hat den Seilwinden-Spezialisten

Schlang&Reichart

aus dem bayerischen Rettenbach

übernommen und sieht darin einen

strategischen Schritt für einen weiteren

Ausbau der Aktivitäten beider

Unternehmen im In- und Ausland.

Synergieeffekte durch die gemeinsame

Produktion und Entwicklung

würden dabei eine wichtige Stelle

einnehmen, heisst es bei Pflanzelt

weiter. Nach Angaben von Pfanzelt

werde das komplette Produktprogramm

inklusive der Ersatzteilversorgung

und des Kundendienstes

übernommen. Der Markennamen

«Schlang&Reichart» soll jedoch weitergeführt

werden.

Die Produkte von Schlang&Reichart

werden in der Schweiz über

GVS-Agrar in Schaffhausen vertrieben,

während die Firma Rappo aus

Plaffeien für den Import von Pfanzelt

zuständig ist.

Karl Tanner, Verkaufsleiter von

Same Deutz-Fahr (Schweiz),

überreicht Markus Schneider den

Gewinn, vorläufig noch als

Gutschein.

Laut den Umfrageergebnissen

des Gewinnspiels gefällt den Lesern

der neue Hürlimann «XM» durchwegs.

Das neue Outfit im «Retro-

Look» stiess auf eine Zustimmung

von über 94 %.

Man darf gespannt sein, welche

Erfahrungen Markus und Ruth

Schneider mit dem Traktor machen

werden. Die UFA-Revue wird im

Herbst exklusiv darüber und im Detail

über die technischen Aspekte

des Hürlimann «XM» berichten.

Tagesaktuelle Neuigkeiten

www.ufarevue.ch

UFA-REVUE · 6 2013 21


KNOW-HOW

PRAXISTEST

Professionelle Mittelklasse

MF «7618» Herzstück der im letzten Jahr lancierten Traktorbaureihe MF «7600»

sind die Agco-Sisu-Power-Motoren (6.6 oder 7.4 l Hubraum) mit dem wartungsfreien

SCR-System der zweiten Generation. Beim Modell «7618» stehen zwei Getriebearten

und drei Ausrüstungsvarianten zur Wahl. Dieser Traktor mit 175 PS Maximalleistung

punktet zudem mit seinem geringen Gewicht.

2011 hat Massey Ferguson die mit

6-Zylinder-Motoren ausgestattete

Serie «7600» zunächst mit vier, ein

Jahr später dann nochmals mit fünf

weiteren Modellen lanciert und damit

die Baureihen «5400», «6400» und

«7400» abgelöst. Mit dem Modell

«7618» kam zudem ein neues Element

in diese Leistungsklasse, das mit einem

Gewicht von 6300 kg bei 175 PS Maximalleistung

punkten kann.

Motor Der MF «7618« wird von einem

6.6-l-Motor von Agco Sisu Power

angetrieben. Die Nennleistung liegt bei

165 PS (175 maximale Leistung, nach

ISO). Mit dem Powermanagement, das

bei der Getriebeoption «Dyna-6» zur

Verfügung gestellt wird, sind es dann bis

gegen 200 PS. Um die Abgasnorm der

Stufe 3b einzuhalten, setzt Massey Ferguson

auf das SCR-System der zweiten

Generation, verbaut also zusätzlich zur

«AdBlue»-Einspritzung einen Dieseloxidationskatalysator.

Beim Getriebe stehen zwei Varianten

zur Verfügung. Einerseits gibt es

das «Dyna-6», das sechs Lastschaltstufen

in vier voll synchronisierten und automatisch

schaltbaren Gruppen bietet.

Die Kupplung muss nur noch beim Starten

des Traktors, respektive beim Anhängen

eines Geräts, betätigt werden.

Darüber hinaus können Schaltvorgänge

manuell sowohl mit der rechten Hand

über den Hebel auf der Bedienkonsole,

als auch mit der linken Hand über den

Wendeschalthebel erfolgen.

Anderseits kann auch das stufenlose

«Dyna-VT»-Getriebe geordert werden.

Dieses umfasst zwei Fahrbereiche: Einen

In der «exclusive»-Ausstattung gibt es

den «Multipad»-Fahrhebel und den

Joystick sowie das «Datatronic»-

System mit dem 7-Zoll-Farbmonitor.

ersten von 0 – 28 km/h für Anwendungen

im langsameren Geschwindigkeitsbereich,

bei hohen Zugkräften mit einem

optimierten Wirkungsgrad. Dann

einen zweiten Bereich von 0 – 40 km/h

für alle Arbeiten mit höheren Geschwindigkeiten

bei hoher Last oder für geringere

Tempi bei wenig Last.

Praxisstimme zum MF «7618 Dyna-VT»

Guillaume Gilliéron

Guillaume Gilliéron führt in Commungny

(VD) einen Ackerbaubetrieb mit 62 ha, auf

dem er Weizen, Raps, Zuckerrüben,

Sojabohnen und Kartoffeln anbaut. Zudem

bewirtschaftet er einige Hektaren extensive

Naturwiesen. Der junge Bauer führt auch

Arbeiten für Dritte aus, vor allem in den

Segmenten Bodenbearbeitung (Pflügen,

Säen) und Pflanzenschutzapplikationen.

Mit dem neuen MF «7618» ersetzte

Gilliéron einen MF «8240». Die Markentreue

zu Massey Ferguson hat er bei der

Betriebsübernahme von seinem Onkel

«mitgenommen». Auf dem Betrieb sind

nämlich mit einem MF «6480» und einem

MF «6455» noch zwei weitere Traktoren

dieser Marke.

Überzeugt vom MF «7618 Dyna-VT» wurde

Gilliéron anlässlich einer Vorführung vor

rund einem Jahr. Insbesondere der Komfort

in der Kabine und die einfache Bedienung

waren wichtige Gründe für den Kauf.

«Dieser Traktor ist speziell für die schwere

Bodenbearbeitung gut geeignet», meint

Gilliéron. Darüber hinaus zeige die

Maschine Qualitäten beim Transport –

Gilliéron transportiert Rüben zur rund 15

km entfernten Laderampe in Eysin. Mit

dem MF «7618» verfüge er über die Kraft

des Vorgängers MF «8240», aber in

wesentlich kompakterer Form bei einer

komfortableren Lenkung.

Wichtig für Gilliéron bei einem Traktor ist

die Wartung. «Dies ist entscheidend für die

Lebensdauer der Maschine». Der Ölstand

sei einfach abzulesen, gut gelöst seien die

Schmierung mit zentralen Schmiernippeln

und der verfügbare Platz zwischen den

Kühlelementen sowie der Zugang zum

Luftfilter. Einzig der Zugang zum Ölwechsel

sei etwas kompliziert.

«Die Kabine (in der ‹exclusiv›-Ausstattung)

besticht durch die Einfachheit. Alle

wichtigen Funktionen sind auf den beiden

Joysticks positioniert, zudem werden alle

Parameter gut sichtbar auf dem ‹Datatronic›-Bildschirm

dargestellt», hält Gilliéron

weiter fest. Die Sicht auf die Frontachse

und die Anbaugeräte sei ausgezeichnet,

ebenso die externe Bedienung an den

Kotflügeln.

22 6 2013 · UFA-REVUE


PRAXISTEST

KNOW-HOW

Steckbrief

Massey Ferguson «7618»

Motor: 6.6 l Turbo-Motor von Agco Sisu

Power mit 6 Zylindern, Ladeluftkühler,

Turbolader und Commonrail-Einspritzung,

165 PS (121 kW) Nennleistung bei

2100 Umin, 175 PS (129 kW) Maximalleistung

bei 1950 Umin (nach ISO).

Maximales Drehmoment: 830 Nm. 310 l

Tankinhalt, 30l AdBlue.

Getriebe: Stufenloses Getriebe «Dyna-

VT» oder vollautomatisches «Dyna-6»

mit sechs Gruppen und vier Lastschaltstufen

(24 x 24), erweiterbar mit Kriechoder

Superkriechganggruppe.

Zapfwelle: Elektrohydraulisch. Je nach

Getriebe 540/540E/1000/1000E.

Hydraulik: EHR mit Schwingungstilgung.

Je nach Ausrüstungsvariante mechanische

und/oder elektrische Steuerventile

(4 hinten, 2 vorne). Pumpe: 110 l/min

mit 200 bar. Hubkraft 8.1 oder 8.6 t im

Heck, 3.2 oder 4 t Front (Option).

Masse: Leergewicht: 6300 kg, zulässiges

Höchstgewicht: 11 500 kg. Radstand:

2.88 m. Höhe: 2.86 m.

(Herstellerangaben)

Mit einem Leergewicht

von 6300 kg bei einer

Maximalleistung von

175 PS weist der MF

«7618» ein exzellentes

Leistungsgewicht auf.

Je stärker man beim «Dyna-VT» den

Fahrhebel drückt oder zieht, desto progressiver

wird die Beschleunigung, respektive

die Verzögerung. Sobald man

die gewünschte Geschwindigkeit erreicht

hat, lässt man den Hebel los, das

Getriebe bleibt in der jeweiligen Übersetzung

stehen. Per Knopfdruck wechselt

man den Modus und kann dann mit

dem Fahrpedal anstelle des Joysticks

fahren.

Flexibilität in der Ausrüstung

Mit der Baureihe «7600» führte Massey

Ferguson neue Ausrüstungsvarianten

ein, die sich vor allem bei den Bedienhebeln

in der Kabine zeigen. Als Standard-Variante

(«essential») zusammen

mit dem «Dyna-6»-Getriebe gibt es den

«T»-Hebel. Diese Version, ausgelegt für

Fahrer, die einfacher Technik nutzen

möchten, ist in der Standard Armlehne

integriert und bietet mechanische Steuerventile.

Ein mechanischer Joystick für

Frontladerarbeiten ist optional möglich.

In der «efficient»-Ausführung werden

zusätzliche Automatikfunktionen geboten.

Man hat die Auswahl zwischen

elektrischen und mechanischen Steuerventilen.

Neben dem «T»-Hebel gibt es

optional eine Joystickbedienung für

zwei elektrische Steuerventile.

Für Fahrer, die Komfort und wirtschaftlichste

Technik nutzen möchten,

steht die «exclusiv»-Variante bereit, mit

der über den «Multipad»-Hebel Geschwindigkeit,

Fahrrichtung, Zapfwelle,

Hubwerk, Steuerventile und weiteres

mehr geregelt werden können. Dieser

Hebel kann zudem mit dem Joystick

kombiniert werden, über den weitere

Funktionen und zwei elektrische Steuergeräte

geregelt werden können.

Die einteilige Motorhaube lässt sich

vollständig öffnen, guter Zugang für

die Wartungsarbeiten.

Hydraulik Das mit einer neuen elektronischen

Steuerung bedachte Heckhubwerk

hat eine Hubkraft von 8.1 t

(optional 8.6 t), das CCLS-Hydrauliksystem

ist mit einer 110-l/min-Pumpe bei

200 bar maximalem Druck ausgestattet.

Bei den Steuerventilen besteht die Wahl

zwischen mechanischen oder elektrischen

Versionen.

Während die Anzahl der Steuerventile

im Heck standardmässig bei vier liegt,

gibt es im Frontbereich deren zwei, oder

eines mit Power-beyond-Möglichkeit.

Die Hubkraft beim Fronthubwerk beträgt

3.2t (optional 4.0t).

Die Kabine, unter anderem mit

gewölbten Scheiben und wahlweise einer

mechanischen oder dynamischen

Federung «Optiride Plus» sowie der

Neugestaltung des Interieurs, wurden

viele Elemente von der Baureihe

«8600» übernommen. Von dieser Baureihe

stammt auch das «Datatronic

Control Centre Display» – ein alles umfassendes

Vorgewende- und Gerätemanagementsystem

mit entsprechendem

Monitor.


Das Hubwerk weist

eine Hubkraft von bis

zu 8.6 t auf. Maximal

stehen 4 Steuerventile

zur Verfügung.

Autor Dr. Roman

Engeler, Gaël Monnerat,

UFA-Revue, 8401

Winterthur

In loser Folge publiziert

die UFA-Revue unter

dem Titel «Praxistest»

Berichte über landwirtschaftliche

Maschinen.

Die Interviewpartner,

respektive Eigentümer

dieser Maschinen,

werden jeweils in

Zusammenarbeit mit

den Herstellern oder

Importeuren ausgesucht.

www.gvs-agrar.ch

www.ufarevue.ch 6 · 13

UFA-REVUE · 6 2013 23


KNOW-HOW

NEUHEITEN

«Red Dot Design» Award

DER TRANSPORTER «MULI T10 X» VON REFORM ist bereits vor Produktionsstart

ein Verkaufsschlager. Die Vorstellung der ersten Serienmaschine auf Österreichs

grösster Kommunalmesse «Astrad» wurde mit grossem Interesse verfolgt. Zusammen mit

dem Unternehmen «Spirit Design», für Reform tätig in Designentwicklung und Produktkommunikation,

erhielt man den «Red Dot Design» Award.

Mit dem Transporter

«Muli T10 X» ist

Reform die vielversprechende

Verbindung

von Innovation und

Tradition gelungen.

Bei dem international renommierten

«Red Dot Design» Award konnte

sich Gestaltungsqualität und charakteristische

Formensprache des

«Muli T10 X» unter 4662 eingereichten

Arbeiten aus 54 Ländern durchsetzen.

Reform wurde gemeinsam mit dem Unternehmen

«Spirit Design – Innovation

and Brand GmbH» mit dem begehrten

Qualitätssiegel ausgezeichnet. Das strategische

Designunternehmen mit Sitz in

Wien übernahm sowohl die Designkonzeption

als auch die Entwicklung der

Produktmarke und Inszenierung des

Transporters durch innovative begleitende

Kommunikationsmassnahmen.

Stefan Augl, Verkaufsleiter für Reform

in Österreich, Italien und Slowenien,

freut sich über den Erfolg: «Mit der

schrittweisen Markteinführung des

‹Muli T10 X› ist es uns gelungen – durch

den Einsatz von 3D-Visualisierungen

und Imagefilm – grossartige Verkaufserfolge

zu erzielen. Wir konnten erstmals

bereits vor dem eigentlichen Produktionsbeginn

mehr als 40 Bestellungen aus

Österreich, der Schweiz, Italien,

Deutschland und Frankreich verzeichnen.

Die Präsentation der ersten Serienmaschine

verspricht eine Fortsetzung

dieses Erfolges.» Diese rollte rechtzeitig

zur «Astrad», der zweijährlich in Wels

stattfindenden Kommunalmesse, vom

Montageband und stiess bei dem Fachpublikum

aus Bund, Ländern und Gemeinden

auf reges Interesse.

Erfolgsstory Von der ersten Idee

bis zur Auslieferung nahm die Entwicklung

des neuen Flaggschiffs der beliebten

Transporter-Baureihe rund drei Jahre

in Anspruch. Ein termingerecht

umgesetztes Projekt, auf das man bei

Reform stolz ist: Immerhin wurde der

ursprünglich geplante Leistungsumfang

des neuen Topmodells im Zuge der

Neuentwicklung sogar noch übertroffen.

Das von «Spirit Design» in enger Zusammenarbeit

mit dem Kunden erstellte

Design wurde von Reform im eigenen

Werk mit viel Liebe zum Detail umgesetzt.

Umfassende Erprobung zweier

Prototypen in der Versuchsabteilung

diente genauso der kontinuierlichen

Qualitätssicherung wie intensive Praxistests.

Ganzheitliches Design Im Fokus

der Produktentwicklung standen der

Anwender sowie dessen Arbeitseffizienz

und Sicherheit. Neben dem äusseren Erscheinungsbild

wurden Ergonomie, Arbeitsplatzgestaltung,

Rundumsicht und

technische Merkmale verbessert. Daniel

Huber, Managing Partner von «Spirit

Design», erläutert: «Bereits der visuelle

Eindruck und die Formensprache des

neuen ‹Muli T10 X› vermitteln die Produktvorteile

auf emotionale Weise: Das

auf Purismus ausgelegte Design verzichtet

auf verspieltes Styling und transportiert

die funktionalen Eigenschaften sowie

die dynamische Robustheit des

Transporters. Strategisch aufeinander

abgestimmtes Produkt- und Markendesign

ist ein unverzichtbarer Erfolgsfaktor,

der wesentlich zu Umsatzsteigerungen

beitragen kann. Das hat uns der

neue ‹Muli T10 X› schon vor Produktionsstart

eindrucksvoll bewiesen.»

Die Weiterentwicklung des Marktführers

im Transporterbereich betont

die Leistungsattribute, denen in Bezug

auf Investitionsgüter als Verkaufsargument

höhere Bedeutung als die ästhetische

Gestaltung zukommt. Schon die

Fahrzeugfront des «Muli T10 X» schafft

eine kraftvolle und sichere Ausstrahlung

und spiegelt die hohe Leistungsfähigkeit

wider. Die grosse Frontscheibe gewährleistet

optimale Rundumsicht. Ergonomische

Anordnung der Bedien- und Anzeigeelemente

sowie der geräumige

Innenraum des Transporters bieten dem

Fahrer ein ideales Arbeitsumfeld. Der

modulare Aufbau und die vier verfügbaren

Geräteanbauräume ermöglichen

überaus flexiblen und zielgruppenorientierten

Ganzjahreseinsatz. Das Chassis

des «Muli T10 X» inkludiert ein spezielles

Gelenk, das ihm in Kombination mit

der großen Bodenfreiheit auch bei Einsatz

in alpinem oder unwegsamem Terrain

Hangtauglichkeit und optimale Geländegängigkeit

verleiht.

Agromont AG, Reform Schweiz

6331Hünenberg

041 784 20 20

www.agromont.ch

24 6 2013 · UFA-REVUE


Besser ackern

mit ALTHAUS:

Bodenbearbeitungs- und

Sätechnik von Pöttinger

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UFA-REVUE · 6 2013 25


KNOW-HOW

NEUHEITEN

Ladewagen glänzt mit Vielfalt

Dem Kraut Meister werden

Pöttinger, weltweit die Nummer 1

bei Ladewagen, bietet mit dem «Euroboss»

ein attraktives Produkt für

den Klein- und Mittelbetrieb. Bei

dem Wagen wurde in der Entwicklung

auf beste Verarbeitungsqualität

und hohen Bedienkomfort geachtet.

Alle Modelle der Reihe «Euroboss»

werden als Hoch- und Tieflader angeboten.

Beim Tieflader ist durch die

Verlagerung des Schwerpunkts nach

unten beste Hanglage garantiert: Die

Pöttinger Kurzschnittladewagen von

25– 37 m 3 «kleben» förmlich am

Hang und geben somit entsprechend

Sicherheit bei Arbeiten im steilen

Gelände. Der Rahmen der Ladewa-

gen besteht aus einer geschraubten

Rahmen-Konstruktion. Die bewährte

Pöttinger-Lackqualität garantiert

Langlebigkeit. Die Bodenanpassung

ist Grasnarben schonend durch die

neuartige Pendel-Pick-up mit

200 mm Pendelbereich und die starke

Federentlastung: Damit geringer

Auflagendruck und saubere Recharbeit.

Das Besondere beim Pöttinger

«Euroboss»: Ein hydraulisch ausklappbares

Schneidwerk mit seitlicher

Schneidwerksausschenkung

«Easy Move» für bequemes Wechseln

und Warten der Messer. Von der

serienmässigen, hydraulischen Kabinenbedienung

bis zur elektronischen

Komfortbedienung können in diesem

Ladewagensegment sämtliche

Kundenwünsche erfüllt werden.

Pöttinger AG, 5413 Birmenstorf

056 201 41 60

info@poettinger.ch

www.poettinger.ch

Der Universalmulcher «MasterCut

MU2», Nachfolgemodell des «MasterCut

MU», ist als Heckgerät oder

durch Umsetzen des Anbauturms

als Frontgerät einsetzbar. Durch einen

optional erhältlichen Doppel-

Anbaubock ist ein kombinierter

Front-/Heckeinsatz möglich.

Die Zapfwellendrehzahl ist durch

einfaches Wechseln der Riemenscheibe

zwischen 540 Umin und

1000 Umin wählbar. Für jeden Traktor

bis zu 90 PS das richtige Anbaugerät,

indem zwischen unterschiedlichen

Getrieben gewählt werden

kann:

• Für Traktoren mit klassischem

Front/Heckantrieb: Serienmässiges

Getriebe mit Durchtrieb und

integriertem Freilauf.

• Für Traktoren mit Rückfahreinrichtung

oder Wendesitzen: Optionales

Getriebe mit Änderung

der Drehrichtung und Doppelfreilauf.

• Optionales Getriebe mit unabhängiger

Eingangsdrehrichtung

und Doppelfreilauf.

Der «MasterCut MU2» ist auch in

den Arbeitsbreiten von 250 und

280 cm erhältlich. Universalmesser

oder Hämmer werden an einem Rotor

mit Durchmesser 153 mm oder

193 mm bei Arbeitsbreite 280 cm

montiert. Die Stützwalze mit Abstreifer

ist in zwei Positionen verstellbar.

Serco Landtechnik AG,

4538 Oberbipp

058 434 07 07

www.sercolandtechnik.ch


KNOW-HOW

PRAXISTEST

Einfach flexibel

KUHN «COMBILINER VENTA LC 3000» Diese pneumatische, zapfwellengetriebene

Sämaschine in Kombination mit Kreiselegge ist eine professionelle Lösung für die

Aussaat auf konventionell und konservierend bearbeiteten Parzellen. Mit den in einem

Parallelogramm geführten Säelementen kommt die Maschine besonders in schweren

Böden gut zurecht.

«Seedflex» besteht aus zwei stark

versetzten, mit einem Abstand von

35 cm angeordneten Doppelscheiben.

Pneumatische Sämaschinen sind

zwar etwas teurer als die mechanischen,

punkten im Allgemeinen

aber durch erhöhte Präzision und

bessere Feldaufgänge. Zudem ergeben

sich bei grösseren Arbeitsbreiten Vorteile

in der Konstruktion, da die grossvolumigen

Saatgutbehälter hinsichtlich

Gewichtsverteilung optimaler angeordnet

werden können.

Beim aufgebauten Modell «Venta LC

3000» haben die Konstrukteure diesbezüglich

einen guten Kompromiss gefunden:

Der Saatguttank weist ein ordentliches

Fassungsvermögen von 1200 l auf,

bringt aber dennoch nicht zuviel Gewicht

auf die Hinterachse des Traktors.

Der Behälterdeckel lässt sich rechtwinklig

öffnen, somit geht das Befüllen

und Entleeren leicht vonstatten. Der

Verteilerkopf liegt auf dem Behälterdeckel

und ist somit auch bei gefülltem

Saatguttank jederzeit gut zugänglich.

Dosierung Der Gebläseantrieb ist

von der Zapfwellen- oder Motordrehzahl

unabhängig, da er hydraulisch via

Traktorhydraulik erfolgt. Diese muss

rund 40l/min Förderleistung bei 70 bar

Öldruck leisten. Vom Saatgutbehälter

Der Verteilerkopf liegt auf dem

Tankdeckel und ist auch bei vollem

Saatguttank gut zugänglich.

wird das Saatgut zum elektrisch angetriebenen,

zentralen Dosierorgan

geführt. Die volumetrische Zellraddosierung

ist dabei in der Lage, Saatgutmengen

zwischen 1 und über 400kg/ha

auszubringen, ohne dass man Teile austauschen

oder lange am Dosierorgan

hantieren muss. Die Saatmenge wird

über die in der Kabine installierte Be-

Praxisstimme zur Säkombination «Combiliner Venta LC 3000»

Joël Bossy

Joël Bossy führt in Franex-Murist (FR)

einen Landwirtschaftsbetrieb mit Ackerbau

und Pouletmast (6000 Tiere). Auf 65 ha

pflanzt er Getreide und Ölsaaten an.

Daneben führt er ein Lohnunternehmen,

das unter dem Namen «Bossybat» firmiert

ist. Mit diesem Unternehmen führt er

Arbeiten in den Bereichen Mähdrusch,

Ballenpressen, Miststreuen, Bodenbearbeitung

und Saat aus.

Die pneumatische Sämaschine «Venta LC

3000» in Kombination mit der Kreiselegge

«HR 3004» und einer Walze vom Typ

«Packliner» (Stahlkern mit elastischen

Kunst stoffringen) hat er auf dieses Frühjahr

gekauft und damit ein ebenfalls pneumatisches

Modell eines anderen Herstellers

ersetzt. «Ich war in meiner Gegend seiner -

zeit einer der ersten mit einer pneumatischen

Sämaschine», blickt Bossy zurück.

Seiner Meinung nach sei aber der Her stel -

ler seiner ersten Maschine in dieser Technik

etwas «stehengeblieben». «Ich wollte etwas

Neues anschaffen, damit ich bestehende

Kunden behalten und neue hinzugewinnen

kann», kommentiert Bossy seine Entscheidung.

Denn, so Bossy weiter, es gäbe mitt -

ler weile einige Lohnunternehmer in der

Region, die mit pneumatischen Sägeräten

unterwegs seien. Überzeugt bei der «Venta

LC 3000» hat ihn insbesondere das «Seed -

flex»-System der Säelemente. Mit der

Maschine sät Bossy vor allem Getreide,

Raps, Gras, Gründüngungen, Erbsen und

Sonnenblumen. Als Zugfahrzeug setzt er

einen 200-PS-Traktor ein, wobei 150 PS

auch ausreichen würden. Die Geschwindigkeit

im Feld liegt zwischen 8 und 10 km/h.

Obwohl erst kurz im Einsatz, habe ihn die

Kombination vor allem in schweren Böden

bisher überzeugt. «Ziel für dieses Jahr sind

250 ha mit der Kombination und etwa

300 ha mit der Kreiselegge», betont Bossy.

Die Kreiselegge setzt er nämlich auch solo

ein. «Der An- und Abbau ist einfach und in

einer Viertelstunde erledigt».

Die Einstellungsmechanismen der Maschine

seien vielleicht auf den ersten Blick etwas

komplex (wie generell bei neuen Geräten),

meint Bossy. «Doch wenn man sich inten -

siv damit auseinandersetzt, kommt man

doch gut zurecht». Als verbesserungs -

würdig bezeichnet Bossy die Tiefenverstellung

mit einer Spindel. «Da gibt es ein -

fachere Systeme am Markt, die aber

bezüglich Einstellgenauigkeit vielleicht

weniger exakt sind.»

28 6 2013 · UFA-REVUE


PRAXISTEST

KNOW-HOW

Steckbrief

Sämaschine Kuhn «Venta LC 3000»

Masse: Arbeitsbreite: 3 m. Überlade -

höhe: 2.05 m. Behälterbreite: 2.10 m.

Fassungsvermögen Saatguttank: 1200 l.

Reihenzahl: 20 oder 24 mit Reihenabstand

von 15 oder 12.5 m.

Dosiermenge: 1 bis 430 kg/ha.

Gebläse-Antrieb: Über die Traktor -

hydraulik.

Säelemente: «Seedflex»-Doppelscheibenschar:

2 um 37mm zueinander versetzt

angeordnete Scheiben, mit Karbid-

Abstreifern.

Kreiselegge Kuhn «HR 3004»

Arbeitsbreite: 3 m (Gesamtbreite 3.08 m).

Zapfwellendrehzahl: 1000/750/540Umin.

Serienmässiger Zapfwellendurchtrieb.

Getriebe: Duplex.

Leistungsbedarf an Zapfwelle: 80 PS

(maximal 250 PS).

(Herstellerangaben)

Diese pneumatische, zapfwellengetriebene Sämaschine in Kombination mit Kreiselegge ist eine

professionelle Lösung für die Aussaat auf konventionell und konservierend bearbeiteten Parzellen.

dienkonsole «Quantron S» eingestellt.

Diese Konsole bietet zudem eine Vordosierschaltung

für das Aussäen von

Parzellenecken sowie eine Speichermöglichkeit

der Einstelldaten für bereits

abgedrehtes Saatgut. Für die Abdrehprobe

wird einfach eine Platte eingeschwenkt

und die Körner rieseln in den

Auffangbehälter.

Die Reihenabstände können insofern

verändert werden, indem man

entweder den Verteilerdeckel auswechselt

oder jene Ausläufe durch das Anbringen

von Stöpseln verschliesst, denen

kein Saatgut zugeführt werden soll.

Auch eine Halbseitenschaltung (mittels

Elektrozylinder) ist auf Wunsch verfügbar.

«Seedflex»-Säschare Die Sämaschine

«Venta» lässt sich mit den «Seedflex»-Säelementen

ausrüsten. «Seedfex»

besteht aus zwei stark versetzt (Abstand:

35 cm) angeordneten Doppelscheiben.

Die Scheiben sind über ein

Parallelogramm verbunden, was einen

grossen Pendelbereich in vertikaler

Richtung ergibt, so dass sich die Säelemente

schnell an Bodenunebenheiten

anpassen können. Den Säscheiben fol-

gen die Tiefenführungsräder, deren Position

zu den Säscheiben die Saattiefe

bestimmt. Die Saattiefe kann zentral

über eine Handkurbel reguliert werden.

Ebenso kann man den Schardruck zentral

einstellen.

Der Wartungsaufwand für die Säelemente

ist auf ein Minimum reduziert. Es

gibt keine Schmiernippel an den Gelenken,

die Lager sind wartungsfrei und die

Abstreifer an den Scheiben sind mit

Karbid beschichtet.

Kreiselegge In Kombination mit einer

Kreiselegge (hier «HR 3004») wird

aus der «Venta LC 3000» eine Säkombination

mit der Bezeichnung «Combiliner».

Die Kreiselegge hat die Aufgabe,

eine krümelige Struktur an der Oberfläche

mit feiner Erde im Saathorizont herzustellen

und in der Tiefe für eine Rückverfestigung

zu sorgen. Kuhn rüstet

Die Steuerung der

Säarbeiten erfolgt per

Knopfdruck über die

Bedienkonsole

«Quantron S».

seine Kreiseleggen mit Zinken aus, die

eine speziell gewundene, konkave Form

aufweisen. Zudem sind die Zinken mit

Wolfram-Karbid beschichtet und in verschiedenen

Längen verfügbar. Serienmässig

gibt es das Schnellwechselsystem

«Fast-Fit»: In wenigen Minuten ist

ein kompletter Zinkensatz ausgetauscht.

Neu bei der Serie «HR 1004» sind die

seitlichen Leitbleche, was einen besseren

Übergang des Erdmaterials an die

Walze (hier gibt es sechs verschiedene

Modelle) bewirkt und vor allem die lästige

Dammbildung verhindert.

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue,

8401 Winterthur

In loser Folge publiziert die UFA-Revue

unter dem Titel «Praxistest» Berichte

über landwirtschaftliche Maschinen. Die

Interviewpartner, respektive Eigentümer

dieser Maschinen, werden jeweils in

Zusammenarbeit mit den Herstellern

oder Importeuren ausgesucht.

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UFA-REVUE · 6 2013 29


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044 857 28 00

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Smartphone-App für die Saat

Kuhn hat eine neue Smartphone-App entwickelt,

die den Landwirt bei der Einstellung seiner

Sämaschine und der Optimierung der Aussaat

unterstützen soll. Zu

den wichtigsten

Funktionen gehört die

Einstellhilfe für die

Maschinen «Premia»,

«Integra», «Sitera» und

«Venta», angepasst auf

das jeweilige Saatgut.

Zudem kann man leicht

von Körnern/m² auf

kg/ha und umgekehrt

umschalten.

Marktplatz

LANDTECHNIK

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Fortsetzung

von Seite 20

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Seite 35

30 6 2013 · UFA-REVUE


Neue Getreidesorten

Die Auswahl der besten Sorten basiert

auf den agronomischen Ergebnissen

der offiziellen Versuche von

Agroscope (Extenso) sowie – für

Winterweizen und -gerste – der Anbauversuche

von der Branchenorganisation

«swiss granum» (ÖLN). Bei

einzelnen Getreidearten wurden

ebenfalls die Ergebnisse der Qualitätstests

herangezogen. Mit der Liste

der empfohlenen Sorten werden

Sorten vorgeschlagen, die an die

hiesigen klimatischen Bedingungen

angepasst sind und den Bedürfnissen

der Produzenten, der Verarbeiter

und der Verbraucher entsprechen.

Die neue Liste enthält 24

Winterweizensorten, darunter zwei

neue Schweizer Sorten in der Klasse

Top: «Molinera» und «Lorenzo». Die

Sorten «Orzival» (I), im Jahr 2012

provisorisch aufgenommen, und

«Scaletta» (II) wurden von der Liste

der empfohlenen Sorten gestrichen.

«Tapidor» (Futterweizen) befindet

sich zum letzten Mal auf der Liste.

Zwei neue Sorten wurden aufgenommen:

«Chasseral» (Top) und

«Altare» (I). Die Liste weist insgesamt

fünf Sorten auf, die alle aus

dem Schweizer Zuchtprogramm

stammen. Die Sorten «Prosa» (Top)

und «Sertori» (I) wurden von der Liste

gestrichen. Die Liste für Wintergerste

umfasst 11 Sorten darunter

eine neue zweizeilige sowie drei

neue sechszeilige Sorten. Die sechszeiligen

Sorten «Fridericus» und

«Franziska» sowie die zweizeilige

Sorte «Cantare» stehen zum letzten

Mal auf der Liste.

Die Sorte «Borowik» wurde in die

Liste Wintertriticale neu aufgenommen.

Die Sorte «Bedretto» befindet

sich zum letzten Mal auf der Liste.

Die Liste der empfohlenen Sorten

umfasst neu zwei Sommertriticalesorten,

darunter die neu aufgenommene

Schweizer Sorte «Villars».

Nach der im 2012 abgeschlossenen

zweijährigen Prüfung werden

folgende vier Sommerhafersorten

neu empfohlen: «Canyon», «Typhon»,

«Husky» und «Zorro». Die bisherigen

Sorten «Triton», «President»,

«Expander» und «Gaillette»

sind letztmals auf der Liste.

KURZMELDUNGEN

PFLANZENBAU

Stressresistente

Weide-Pflanze

Der Rotschwingel ist leicht auszumachen.

Er ist überall anzutreffen:

von Grünflächen am Seeufer bis

hin zu Bergweiden. Gegenüber

anderen Pflanzen ist der Rotschwingel

konkurrenzschwach,

kann sich aber bei gewissen Bedingungen

dennoch als dominant

erweisen.

Die Weideversuche von Agroscope

im Jura zeigen, dass der Rotschwingel

bei einem tiefen Viehbesatz

an sogenannten Geilstellen

sehr üppig wächst. Der dichte Bewuchs

und der von ihm gebildete

Filz verhindern die Entwicklung

anderer Pflanzen, insbesondere

Vereinbarung zwischen

Syngenta und DuPont

stimmte Kulturen ausserhalb Nordamerikas.

Die Vereinbarung ermöglicht Du-

Pont exklusiven Zugriff auf Solatenol.

Solatenol ist ein neues Benzopyrazol-SDHI-Fungizid,

dem ein

neuartiger Wirkmechanismus ohne

Kreuzresistenz gegenüber bisherigen

Fungiziden zugrunde liegt.

Neue Produktionsanlage

Bayer

Bayer CropScience plant den Bau einer

World-Scale-Anlage zur Produktion

des Herbizids Glufosinat-Ammonium

in den USA (Alabama).

Dieses Herbizid stellt eine Alternative

zum Totalherbizid Glyphosat

dar und soll im Resistenzmanagement

zum Einsatz kommen. Die Inbetriebnahme

der neuen Produktionsanlage

ist für das vierte Quartal

2015 geplant.

Krautfäule-Situation via

Smartphone

Kartoffelproduzenten Schweiz haben

dank der neuen «PhytoPRE

Web»-App via Smartphone nun Zugang

zu Informationen bezüglich

Kraut- und Knollenfäule, die mehrmals

täglich aktualisiert werden.

Abrufbar sind eine Befallskarte, die

Hauptinfektions- und Sporulationsperioden

(HISP), das regionale Infektionsrisiko

sowie verschiedene

Pflanzenschutz-Bulletins. Seitdem

hat es zahlreiche Verbesserungen

gegeben und zu diesem Jubiläum

bietet Agroscope für die laufende

Saison den Smartphone-Service

kostenlos an. Nähere Informatione

gibt es auf der Homepage

www.phytopre.ch.

Syngenta und DuPont haben eine

neue Technologie-Lizenzvereinbarung

unterzeichnet. Syngenta erhält

damit eine weltweite Lizenz von

DuPont zur Entwicklung von Produkten,

die das Fungizid Oxathiapiprolin

enthalten. Die Entwicklung

dieser neuen Fungizidklasse bietet

Landwirten eine deutlich bessere

Kontrolle von Krankheiten bei Kartoffeln,

Trauben, Gemüse und anderen

Spezialkulturen. Syngenta erhält

somit exklusive Rechte für die Blattund

Bodenanwendung in allen Kulturen

Nordamerikas sowie für die

weltweite Anwendung im Rasenund

Gartensegment. Syngenta sichert

sich zudem die Rechte für die

weltweite Saatgutbehandlung sowie

für die Entwicklung von Blattund

Bodenanwendungen für beder

Sträucher. Obwohl sein Futterwert

tief ist, wird er von den Rindern

gerne verzehrt. Beobachtungen auf

Parzellen, die auf 1200m ü.M. angesät

wurden, zeigen, dass der Rotschwingel

von Feldmäusen gemieden

wird.

Kürzlich hat Agroscope ein Forschungsprojekt

lanciert, mit dem die

Auswirkungen der Trockenheit auf

Wiesen und Weiden beurteilt werden

sollen. Bei einem ersten Bewässerungsversuch

am Genfersee (400

m ü.M.) konnte die Entwicklung eines

Gräser- und Kleegemischs verfolgt

werden. Nach drei Jahren war

in den Varianten unter Wassermangel

der Rotschwingel doppelt so

dicht. In La Frêtaz wurde auf 1200 m

ü.M. ein zweiter Versuch auf einer

Dauerweide durchgeführt. Auch hier

bewies der Rotschwingel im Vergleich

zu anderen Pflanzen eine bessere

Resistenz gegenüber Wasserdefizit

und Mäusefrass – wo er

vorkommt, sorgt er deshalb für stabile

Weideerträge.

Tagesaktuelle Neuigkeiten

www.ufarevue.ch

UFA-REVUE · 6 2013 31


PFLANZENBAU

Marktorientierte Sortenwahl

BROTGETREIDE UND ÖLSAATEN Die Marktfähigkeit von Mahlweizen der Klasse

Top orientiert sich stärker an Mindest-Proteinwerten. Standard- und Futterweizen

fehlen. Die Verarbeiter verlangen Futtergerste mit hohem Hektolitergewicht. Der Anbau

von «HOLL»-Raps und «HO»-Sonnenblumen kann ausgedehnt werden.

Joseph

von Rotz

Top-Qualität ist zwar

gefragt, dennoch

sollte der Anbau von

Top-Sorten nicht

ausgedehnt werden.

Bild: agrarfoto.com

Auf Grund der kleineren Vorjahresernte

gehen die Schweiz sowie die

Nachbarländer aufgeräumt in die

neue Kampagne. Die grosse Nachfrage

des Futtersektors macht sich in der

knappen Verfügbarkeit von Standardweizen

bemerkbar. Die Prognosen für

die kommende weltweite Ernte werden

sich durch den Vegetationsverlauf und

das Wetter zum Erntezeitpunkt verändern.

Durchbrechen die Preisnotierungen

an der Warenterminbörse Euronext

die Marke von 200 Euro/t nach unten

oder nehmen sie Fahrt nach oben auf?

Dies wird allfällige Zollveränderungen

auf anfangs Juli sowie die Richtpreis-

Verhandlungen vom 26. Juni 2013 beeinflussen.

Proteinbewirtschaftung Die Geschäftsbereichsgruppe

«Getreide, Ölsaaten,

Futtermittel» der fenaco (GOF)

wird in Zusammenarbeit mit interessierten

Getreidesammelstellen die Proteinbewirtschaftung

bei Brotgetreide weiter

vorantreiben und hat darüber bereits

ausführlich informiert. Dadurch wird die

Kenntnis über die tatsächlich eingelieferten

Proteinwerte ermöglicht und eine

zusätzliche Information für die bevorstehende

Sortenwahl geschaffen. Zudem

sollen die Sammelstellen die Aufbereitung

der Lagerzellen für eine

erfolgreiche Vermarktung umsetzen.

Welches Marktsegment?

Fokus auf hohe backtechnische Qualität

(Klassen Top und 1)

Anbauerfahrung und erzielte Qualitätswerte

in den Vorjahren sind entscheidende

Faktoren. Sortenwahl mit Priori -

tät, die von den Verarbeitern erwarteten

Proteinwerte zu erreichen.

Fokus auf Ertrag zum Einsatz als

Standardweizen (Klassen 2 und 3)

Alternative in Anbaugebieten mit tiefen

Proteinwerten in der Klasse Top.

Aktuelle Preisdifferenz begünstigt

Angebotsverlagerung zu mehr Standardweizen,

vorzugsweise Klasse 2.

Fokus auf Produktion von Futtergetreide

Insbesondere Futterweizen fehlt in der

Schweiz. Gerstensorten mit hohem

Hektolitergewicht sind gefragt. Generell

Sorten mit guter Fusarien-Resistenz den

Vorzug geben.

Zu beachten sind die individuellen,

regional unterschiedlichen Anbaurichtlinien

der Getreidesammelstellen. Sie

bilden Teil der nationalen Angebotssteuerung

im System «Maxi» (Tabelle).

Die fenaco LANDI-Gruppe sieht dieses

Engagement im Sinne der Schweizer

Qualitätsstrategie.

Top-Qualität gefragt Der Anbau

von Top-Sorten sollte nicht ausgedehnt

werden. Die Produktion von Mahlweizen

in der obersten Qualitätsklasse bedingt

die Einhaltung entsprechender

Der Anbau von «HOLL»-Raps und

«HO»-Sonnenblumen kann durchaus

noch ausgedehnt werden.

32 6 2013 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

Mehr

Knospe

im Talgebiet

Per 1.1.2013 haben sich 245 Betriebe für

die Umstellung auf Biolandbau nach den

Richtlinien der Bio Suisse entschieden,

eine Entwicklung, die seit einigen Jahren

anhält. Erfreulich ist der Anstieg der

Bioflächen im Talgebiet und vermehrt

auch in der Westschweiz, was zu einem

steigenden Inlandanteil bei Bio-Getreide

und –Ölsaaten führt.

Informationen zu den Anbauempfehlungen

für den Bio-Ackerbau 2013/2014

sowie zum 2. Schweizer Bio-Ackerbautag

am 12. Juni 2013 in Moudon (VD)

siehe Seite 54.

backtechnischer Eigenschaften. Damit

werden der Markterlös und der Preisabstand

zur Klasse 1 entscheidend beeinflusst.

Mit der Proteinerfassung auf Stufe

Sammelstelle erhalten die

Produzenten eine Rückmeldung über

die tatsächlich erzielte Qualität der angebauten

Sorte. Die Verarbeiter erwarten

in der Belieferung einen minimalen

Proteinwert von rund 13%. Der Anbau

von Sorten der Klasse 1 kann leicht reduziert

werden. Die Sorten «Suretta»,

«Arina» und «Forel» erfüllen die Qualitätsansprüche

dieser Klasse optimal.

Mehr Standardweizen Das Manko

an Standardweizen soll mit einer

Ausdehnung von Sorten der Klasse 2

ausgeglichen werden. Der Anbau von

Mahlweizen der Preisklasse 3 bedingt

die Absprache mit der Sammelstelle. In

der Klassenwahl gilt es zudem die Entwicklung

der Markterlöse über die letzten

Jahre zu berücksichtigen (Grafik).

Hohe Hektolitergewichte sind

entscheidend für eine erfolgreiche Vermarktung

von Futtergerste. In der Sortenwahl

ist darum diesem Qualitätskriterium

die entsprechende Priorität

einzuräumen. Der Anbau von Triticale

soll nicht ausgedehnt werden. Überschüssiger

Mahlroggen gelangt in den

Futterkanal. Futterweizen fehlt in der

Schweiz in grossen Mengen. Für eine

Tabelle: Anbaurichtlinien der fenaco für die Ernte 2014

Stand am 24. Mai 2013, Anpassungen bleiben vorbehalten.

Kernbotschaften für Herbstsaat 2013

• Hohe Protein- und Feuchtkleberwerte bei Klasse Top und 1 sind gefragt

• Mit Anbausteigerung bei Klasse 2 die Absatzchancen nutzen

• Auf Empfehlungen der MAXI Sammelstellen abstützen

• Einlieferungsqualität der Vorjahre für Sortenentscheid berücksichtigen

• Futtergerste-Sorten mit hohem Hektolitergewicht für erfolgreiche Vermarktung

Klasse Top Verarbeiter erwarten Proteinwerte über 13.0 %

ca. 40 %

Runal, Molinera, CH-Camedo, Nara, Lorenzo, Siala, Claro

Klasse 1

ca. 40 %

Klasse 2

ca. 20 %

Anbau auf nachgefragte Sorten konzentrieren

Suretta, Arina, Simano, Forel, Zinal

Anbau erhöhen

Levis, Ludwig, Rainer

A-Mahlroggen, Biskuit und Dinkel nur in Absprache mit Sammelstelle / fenaco

Bisquitweizen Roggen Dinkel

Cambrena Palazzo, Matador Oberkulmer, Ostro

Anbau von Futtergetreide / Körnerleguminosen

Futterweizen Triticale Gerste Körnermais Eiweisserbsen

Anbau verdoppeln nicht erhöhen erhöhen erhöhen erhöhen

mutterkornresistente

Sorten mit hohem

Sorten anbauen

HL-Gewicht wählen

Anbau von Ölsaaten

Raps Sonnenblumen Soja

– gemäss Zuteilung SGPV – in Rücksprache mit LANDI – Anbau auf traditionelle

– HOLL im Vertrag mit Mehrpreis – konkurrenzfähiger Markterlös – Gebiete konzentrieren

Steigerung des Inlandanteils ist darum

die Einführung eines kulturspezifischen

Flächenbeitrages im Rahmen der Ausgestaltung

der «AP 2014– 17» von grosser

Bedeutung.

Spezialitäten nur mit Vertrag

A-Biskuitweizen, A-Mahlroggen sowie

A-Mahldinkel werden ausschliesslich

über Liefervereinbarungen mit den Getreidesammelstellen

beschafft. Diese

Mengen sind auf die Absatzmöglichkeiten

abgestimmt und orientieren sich an

den Richtpreisen. Mehrmengen sowie

Ware ohne Liefervereinbarung wird im

Futtersektor vermarktet und entsprechend

abgerechnet. Dadurch kann eine

deutliche Preisdifferenzierung zu Vertragsware

entstehen.

«HOLL»-Raps und «HO»-Sonnenblumen

Um den Absatzmöglichkeiten

zu entsprechen, kann der Anbau

dieser beiden interessanten Ölsaaten

ausgedehnt werden. fenaco orientiert

sich in enger Zusammenarbeit mit den

beteiligten Sammelstellen an der Zielmenge

von 20 000 t «HOLL»-Raps in

Grafik: Markterlöskurve Inland-Mahlgetreide seit 2001

CHF/100 kg

64

62

60

58

56

54

52

50

48

46

44

42

40

38

Top

Klasse 1

Biskuitweizen

Klasse 2

Roggen

Abbau Grenzschutz

von 2005 – 2009

minus Fr. 10.–/100 kg

01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13

Vertragsproduktion. Der Preiszuschlag

von 10 Fr./100 kg vermag den agronomischen

Minderertrag auszugleichen.

Demgegenüber stagniert der Absatz

von Speiseöl aus konventionellem

Raps. Der Anbau von «High Oleic»-

oder konventionellen Sonnenblumen

soll aus Kapazitätsgründen ebenfalls in

Rücksprache mit der Sammelstelle geplant

werden.


Autor Joseph von

Rotz, Getreide, Öl -

saaten, Futtermittel

(GOF),

8401 Winterthur

www.ufarevue.ch 6 · 13

UFA-REVUE · 6 2013 33


PFLANZENBAU

Intensive Kontrollen notwendig

AN RAPSKULTUREN wurden dieses Jahr nur geringe Winterschäden fest gestellt.

Während beim Anbau beinahe optimale Bedingungen herrschten, war der Herbst 2012

dagegen sehr regenreich. Derartige klimatische Bedingungen begünstigten das Auftreten

der Kohlhernie und so wurde dann auch auf vielen Rapsparzellen die für diese Krankheit

typischen knotenartigen Gallen festgestellt.

Lukas

Aebi

Die Zahl der Vertragsmengen, die in

den letzten Jahren zwischen dem

Getreideproduzentenverband und

den Ölmühlen geschlossen wurden,

hat sich erhöht und führte zu einer Zunahme

der Rapsanbauflächen. Die Betriebe

erreichen häufig den maximalen

Rapsanteil in der Fruchtfolge, wodurch

alle vier Jahre auf der gleichen Fläche

Raps angebaut wird. Wenn dabei die

Feldhygiene vernachlässigt wird, begünstigt

dies das Auftreten von Krankheiten

wie der Kohlhernie. Basis der

Feldhygiene ist eine sorgfältige Bekämpfung

von Ausfallraps. Nach der

Ernte muss der Boden mehrmals bearbeitet

werden, um das Keimen von Ausfallraps

zu fördern und ihn danach mechanisch

oder chemisch zu bekämpfen.

In verschiedenen Studien wurde nachgewiesen,

dass Ausfallraps die Hauptursache

für die Kohlhernie ist. Besonderes

Augenmerk muss auch auf die Wirtspflanzen

für diese Krankheit gelegt werden,

nämlich auf alle Kreuzblütler. So

dürfen für die Gründüngung keine Sorten

aus dieser Familie angebaut werden,

aber auch natürliche Wirtspflanzen

wie das Hirtentäschelkraut müssen bekämpft

werden.

Sorten für die Aussaat 2013 Die

Liste der empfohlenen Sorten von

«swiss granum» umfasst die am besten

geeigneten Sorten. Diese wurden auf

Körnerertrag, Frühreife und Krankheitsresistenz

im Versuchsnetz von ACW

Changins-Wädenswil getestet. Um die

Anpassung der Sorten an ihren Standort

besser zu charakterisieren, wurde der

Ertrag jeder Sorte als Funktion der produzierten

Körner pro Quadratmeter und

dem Tausendkorngewicht (TKG) dargestellt

(Grafik). Die Kornzahl pro Quadratmeter

wird in der Zeit zwischen der

Herbstentwicklung bis nach der Blüte

festgelegt. Erzielt eine Sorte ihren Ertrag

über eine hohe Kornzahl, ist dieser abhängig

von den Bedingungen während

der Vegetationszeit (Verfügbarkeit von

Wasser, Stickstoff, Strahlung, Tempera-

Der Erfolg des Rapsanbaus hängt

von einer steten Kontrolle der

Felder hinsichtlich Krankheiten

und Schädlingen ab.

«HOLL»-Raps – eine interessante Kultur und vom

Markt gefragte Qualität

Die Anbaufläche von «HOLL»-Raps (High Oleic – Low Linolenic) in der

Schweiz hat sich in den letzten 10 Jahren sehr erfreulich entwickelt und

die Nachfrage seitens der Oelwerke hält an. Vor allem Dank dieser

Nach frage konnte die Rapsfläche in den vergangenen Jahren um ca.

9000 ha gesteigert werden. Das aus «HOLL»-Raps gewonnene, hitze -

stabile Oel eignet sich zum Braten und Frittieren, ohne dabei ungesunde

Transfettsäuren entstehen zu lassen. Der Mehrpreis von 10 Fr./100 kg

gegenüber konventionellem Raps zu Gunsten der Produzenten

kompensiert das tiefere Ertragspotenzial der «HOLL»-Sorten. Die

Produktion und Verarbeitung dieser nachgefragten Qualität stärkt die

Schweizer Wertschöpfungskette, berücksichtigt Ernährungstrends und

reduziert den Import von Halb- und Fertigfabrikaten. Das aktuelle

Mengenpotenzial für HOLL-Raps liegt bei mindestens 20 000 t/Jahr.

Der Anbau erfolgt ausschliesslich über eine Vertragsproduktion mit

LANDI/Getreidesammelstellen im System «Maxi». Für die Aussaat 2013

können sich interessierte Produzenten noch anmelden. Weitere Aus -

künfte erhalten Sie bei Ihrer Sammelstelle oder unter & 058 433 64 96.

34 6 2013 · UFA-REVUE


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Seite 37

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UFA-REVUE · 6 2013 35


PFLANZENBAU

Grafik: Erträge von Rapssorten

TKG (g)

4.6

4.4

4.2

4.0

3.8

3.6

3.4

V2800L

Adriana

55 60 65

Sensation

25 dt/ha

Visby

Compass

Hybrirock

70 75 80

Zahl der produzierten Körner/m² (x 1000)

35 dt/ha

Avatar

NK Petrol

30 dt/ha

Durchschnittliche Erträge (dt/ha) von den Winterrapssorten, die auf

der Liste der empfohlenen Sorten von «swiss granum» sind und in den

Jahren 2010-2012 getestet wurden. Die Erträge der einzelnen Sorten

sind in Abhängigkeit des Tausendkorngewichts (TKG) und der Anzahl

Körner/m 2 angegeben. Die Werte gleicher Erträge sind durch

gestrichelte Linien angegeben.

Quelle: Liste der empfohlenen Sorten von «suisse granum»

85

tur). Die Sorten mit einem hohen Tausendkorngewicht

hingegen reagieren

am Ende der Vegetationszeit empfindlich

auf Stress (Trockenheit; Krankheiten,

die eine ausreichende Kornfüllung

verhindern). So werden die Sorten in

drei Kategorien eingeteilt: Ertrag durch

ein hohes TKG (V280OL), Ertrag durch

eine ausgewogene Kombination zwischen

TKG und Anzahl Körner pro Quadratmeter

(Visby, Sensation, Hybrirock)

und Ertrag durch eine erhöhte Anzahl

Körner pro Quadratmeter (Avatar, NK

Petrol). Die Feldversuche der fenaco liefern

ein Bild, wie sich die Sorten beim

Anbau in der Praxis verhalten.

Klassische Sorten Sammy ist die

einzige erhältliche Liniensorte. Sie verfügt

über eine gute Produktivität und

zeichnet sich durch einen besonders frühen

Blühbeginn aus, weshalb sie sich für

Regionen mit erhöhtem Auftreten des

Rapsglanzkäfers eignet. Sammy ist auch

in Bio-Qualität erhältlich.

Visby gehört noch immer zu den ertragsreichsten

Sorten und überzeugt

durch ihre Regelmässigkeit.

Avatar weist unter den empfohlenen

Sorten am meisten Vorteile auf: Ausgezeichnete

Erträge, früher Blühbeginn

und eine mittelfrühe Abreife. Weiter hat

sie eine sehr gute Standfestigkeit sowie

eine gute Resistenz gegen Wurzelhalsund

Stängelfäule. Diese Sorte hat durchaus

das Potenzial für eine Hauptsorte.

Sensation erzielt sehr gute Erträge,

weist zudem eine hervorragende Standfestigkeit

und eine sehr hohe Resistenz

gegen Wurzelhals- und Stängelfäule auf.

Sie ist mittelfrüh in der Abreife.

Hybrirock überzeugt durch hohe Erträge.

Sie verdankt ihren Ertrag auch einer

ausgeglichenen Kombination von

TKG und Anzahl produzierter Körner

pro Quadratmeter.

NK Petrol hat einen vergleichbaren

Ertrag wie Visby. Durch ihr vergleichsweise

tiefes TKG muss diese Sorte eine

hohe Anzahl Körner produzieren, um

hohe Erträge zu erreichen.

Mendel ist aktuell die einzige Sorte,

die gegenüber bestimmten Pathotypen

der Kohlhernie resistent ist. Sie darf nur

auf Flächen angebaut werden, wo die

Kohlhernie bereits aufgetreten ist.

«HOLL»-Sorten In diesem Jahr ist

V280OL die einzige HOLL-Sorte, die für

den Anbau erhältlich ist. Für diesen Sortentyp

ist ein spezieller Vertrag mit Ihrer

LANDI notwendig. Damit ein Öl von

hoher Qualität mit einem hohen Ölsäureanteil

und einem Linolensäureanteil

unter 3% garantiert werden kann, muss

Folgendes beachtet werden:

• Isolationsabstand von 50 m zwischen

konventionellen und «HOLL»-Sorten.

• Durchwuchs von konventionellem

Raps verhindern.

• Trennung von klassischem Raps und

«HOLL»-Sorten bei der Lieferung.

Die Sorte V280OL erzielt die besten Erträge,

wenn am Ende der Vegetationsperiode

gute Bedingungen herrschen.

Aussaat Die Aussaat erfolgt im

Flachland vom 25. August bis 10. September.

Ab einer Höhe von 600 m ü. M.

muss das letzte Aussaatdatum auf den

5. September vorverlegt werden. Ziel

ist, vor dem Wintereinbruch eine gut

entwickelte Pflanze zu haben, die den

Winter schadlos überstehen kann. Der

Wurzelhalsdurchmesser sollte über

8 mm betragen und die Pflanze sollte 6

bis 8 Blätter gebildet haben. Die Saatdichte

beträgt bei optimalen Bedingungen

50-60 Körner/m 2 für Hybridsorten

und 55-65 Körner für Liniensorten. Bei

erschwerten Bedingungen oder bei

Spätsaaten wird die Saatdichte leicht erhöht.

Bei Aussaaten mit der Einzelkornsämaschine

sollten 20 Pflanzen/m 2 nicht

überschritten werden, da sich sonst das

Risiko des Längenwachstums im Herbst

erhöht und in der Folge die Standfestigkeit

stärker beeinträchtig wird.

Für die Drillsaat muss unbedingt das

TKG auf der Verpackung oder der Zertifizierungsetikette

beachtet werden, damit

die Saatdichte präzis eingestellt

werden kann. Das TKG schwankt zwischen

3 und 10 g, desgleichen variiert

auch das Gewicht einer Dose mit

750 000 Körnern von 3 bis 9kg.

Fazit Infolge des Entscheids des Bundesamts

für Landwirtschaft, dem Beispiel

der EU zu folgen und die Verwendung

von Neonicotinoiden ab

Dezember 2013 zu verbieten, ist es nur

noch in diesem Jahr möglich, behandeltes

Saatgut zu verwenden. Die Branche

arbeitet fieberhaft daran, eine neue,

wirksame und vernünftige Lösung für

die Aussaat 2014 zu finden.

Autor Lukas Aebi, UFA-Samen,

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36 6 2013 · UFA-REVUE


LANDTECHNIK

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Seite 39

UFA-REVUE · 6 2013 37


PFLANZENBAU

Emotionale Produkte

SCHWEIZER KIRSCHEN der fenaco-LANDI Gruppe sind

ein herausragendes Beispiel dafür, wie durch die enge Zusammen -

arbeit zwischen Produzenten und Vermarktern Mehrwert

geschaffen wird. Die Basis dazu bilden professionelle Strukturen

entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Markus

Hämmerli

Kirschen Kalibrierund

Sortieranlage mit

einer Leistung von

3000 kg/h und

optischer Qualitäts -

sortierung im

Leistungszentrum

Utzenstorf.

Mit der Investition in Kirschenanlagen

mit Witterungsschutz gegen

Hagel und Regen haben die Produzenten

den Grundstein zur erfolgreichen

Entwicklung des Kirschen -

anbaus gelegt. Die Ertrags- und

Qualitätssicherung ist für den Produzenten

oberstes Gebot. Stets auf der Suche

nach neuen Sorten mit noch besseren

Geschmackseigenschaften und darauf

bedacht, die Kulturen optimal durch die

Vegetation zu begleiten, wachsen Jahr

für Jahr tausende von zauberhaften

Früchten auf den Betrieben der fenaco

Kirschenproduzenten.

Modernste Sortier- und Abpacktechnik

Als Dienstleister im Auftrag

der Kirschenproduzenten übernimmt

die fenaco-LANDI Gruppe die nationale

Vermarktung. Dabei kann das Departement

Landesprodukte auf die modernste

Infrastruktur der Schweiz zählen.

Zentrales Element bildet dabei die neue

Kirschen Sortier- und Kalibrieranlage im

Leistungszentrum Utzenstorf. Bereits

heute werden über 50% der geernteten

Kirschen nicht mehr auf den Bauernhöfen

sortiert – zu hoch ist der personelle

und zeitliche Aufwand. Frisch geerntet

werden die Kirschen mit Hilfe der vollautomatischen

Sortieranlage nach Grösse

/ Farbe und äusserer Qualität in homogene

Partien unterteilt. Erstmalig in

Europa kommt dabei auch der optische

Qualitätssortierer zum Einsatz. Dabei

werden die Kirschen duzendfach fotografiert

und aufgrund ihrer Haut -

beschaffenheit aussortiert. Bereits in naher

Zukunft wird es möglich sein, auch

innere Mängel wie z. B. Insektenfrass

zerstörungsfrei nachzuweisen. Mit der

steigenden Sensibilisierung der Konsumenten

in Bezug auf die Lebensmittelsicherheit

verändern sich auch die Ansprüche

an die Produktpräsentation.

Dies zeigt sich in der stark steigenden

Nachfrage nach abgepackter Ware. Um

diesen Anforderungen gerecht zu werden,

investierte die fenaco in eine Hochgeschwindigkeits-Abpackanlage

für

Kleinpackungen von 500 g bis 1.5 kg

und einer Leistung von 60 Einheiten pro

Minute.

Motivierte Detailhändler und

begeisterte Kunden Die besten

Produkte sind wertlos, wenn es nicht

CM Steinobst fenaco in

Kürze

Das CM Steinobst fenaco bildet die

nationale Vertriebsstruktur für sämtliche

Aktivitäten der Produktgruppen

Kirschen / Zwetschgen / Mirabellen. In

sechs regionalen Leistungszentren wer -

den die Früchte von über 400 Produ -

zenten übernommen. Dabei werden bis

zu 3000 t Früchte an regionale und

nationale Detailhändler, Grossisten und

Industriepartner vermarktet.

gelingt, zur richtigen Zeit am richtigen

Ort zu verkaufen. In einer Zeit, wo viele

Produkte fast 365 Tage im Jahr verfügbar

sind, erleben stark saisonale Produkte

einen wahren Höhenflug. Die Kirsche

mit ihrer kurzen Präsenz im Verkaufsregal

und ihrem optisch ansprechenden

Erscheinungsbild steht sowohl beim Detailhändler

wie auch beim Konsumenten

hoch im Kurs. Dank der partnerschaftlichen

Zusammenarbeit mit den

Grossverteilern ist es gelungen die Positionierung

der Kirschen im Verkaufsregal

stetig zu optimieren und die Angebotspalette

kontinuierlich auszubauen.

38 6 2013 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

Marktplatz

fenaco Steinobst:

Nationale Einheit mit regionalen

Leistungszentren

Kaufentscheide sind oft emotionale

Entscheide – versuchen wir also

auch künftig beim Konsumenten

Emotionen zu wecken und so den

Kirschenkonsum weiter zu steigern.

Jahr für Jahr ist die Blütenpracht

der Kirschbäume zu bewundern.

Quelle: Agrarfoto.com

Attraktive Übernahmebedingungen

und hohes Dienstleistungsangebot

In Zusammenarbeit

mit der LANDI betreibt

das Department Landesprodukte in

allen Hauptanbaugebieten dezentrale

Leistungszentren (siehe Grafik).

Diese betreuen die Produzenten vor

Ort und organisieren die Übernahme

der Ernte. Dabei darf der Produzent

auf die langjährige Erfahrung

und eine kompetente Beratung zählen.

Die nationale Ausrichtung der

Vermarktung unter dem Dach der

«Frunoba» und die damit verbundene

Stärkung der Marke «SwissKisses»

ermöglichte die Ausarbeitung

von neuen Übernahmebedingungen.

Gemeinsam mit Produzentenvertretern

aus den einzelnen

Anbauregionen erarbeitete eine Arbeitsgruppe

die auf die Ernte 2011

eingeführten «nationalen Übernahmebedingungen

Steinobst fenaco».

Dabei ist es gelungen, attraktive

Konditionen für alle Produktionsstrukturen

zu schaffen. Nebst den

neugeschaffenen preislichen Anreizsystemen

sind die vollumfängliche

Transparenz und das aktive Mitspracherecht

der Produzenten auch

künftig elementare Eckpfeiler in der

Zusammenarbeit zwischen Produktion

und Vermarkter.

Vorhandenes Potenzial nutzen

Trotz dem stetigen Ausbau

der Produktionsfläche ist weiterhin

ein Potential für neue Kulturen vorhanden.

Die Inlandproduktion vermag

die Nachfrage im Mittel der

Jahre nicht zu decken. Dabei gilt das

Augenmerk vor allem dem frühen

und mittelfrühen Bereich vor der

Ernte der Hauptsorten Kordia und

Regina. Dank den Fortschritten in

der Züchtung gibt es heute eine

breite Auswahl an Sorten, welche

genau diese Erntewochen abzudecken

vermögen. Haben wir Ihr Interesse

geweckt? – Ihr regionaler Ansprechpartner

steht Ihnen gerne für

weitere Auskünfte zur Verfügung.

Autor Markus Hämmerli, CM

Steinobst, fenaco Landespordukte,

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Fortsetzung

Seite 42

UFA-REVUE · 6 2013 39


PFLANZENBAU

Ein Problem

im Karottenanbau

DIE MÖHRENFLIEGE (PSILA ROSAE) ist der bedeutendste Schädling beim

Anbau von Karotten. Auch in anderen Gemüsekulturen wie Sellerie, Petersilie oder

Fenchel kann sie grossen wirtschaftlichen Schaden anrichten.

Markus

von Gunten

Möhrenfliegenschaden

an Karotten.

Bild: J.Rüegg, Agroscope

Die Möhrenfliege misst 4 – 5 mm

und weist einen gelben Kopf mit roten

Augen auf. Brust und Hinterleib

sind schwarz. Der Schädling tritt

jährlich in drei Generationen auf. Die

erste Generation schlüpft aus Puppen,

welche im Boden in einer Tiefe bis ca.

30 cm überwintern. Die Flugaktivität

beginnt Ende April und endet ca. Mitte

Juni. Auch die Larven besitzen die Fähigkeit

zur Überwinterung. Nach dem

Schlüpfen suchen sie feuchte Umgebungen

auf, wo die Paarung stattfindet. Die

Ablage der länglich-ovalen, weissen Eier

im Boden erfolgt jeweils nachmittags,

möglichst nahe der Karottenpflanzen.

Bereits nach wenigen Tagen schlüpfen

die Larven und bewegen sich Richtung

Karottenwurzel.

Die ersten beiden Larvenstadien verursachen

in der Regel noch keinen Schaden.

Meist ist das dritte und letzte Larvenstadium

für die rostbraun verfärbten

Frassgänge an der Hauptwurzel verantwortlich,

welche oft am unteren Drittel

der Karotte festzustellen sind. Fünf bis

sechs Wochen nach dem Schlupf verlassen

die Larven der Möhrenfliege die

Wurzel und verpuppen sich im Boden.

Zwei bis drei Wochen nach der Verpuppung

schlüpfen die Fliegen der zweiten

Generation. Der Zyklus beginnt von vorne.

Die zweite Generation der Möhrenfliegen

ist von Juli bis August anzutreffen.

Sie verursacht in den meisten Fällen

den grössten Schaden. Häufig gibt es sogar

noch eine dritte Generation welche

Mitte September bis Oktober auftritt.

Dies ist jedoch von der Bodentemperatur

während der Entwicklungszeit der

zweiten Generation abhängig.

Ein Möhrenfliegenbefall hat immer

Auswirkungen auf die Lagerfähigkeit der

Karotten. Die Frassgänge sind ideale

Eindringungspforten für Fäulniserreger,

was erheblichen Schaden am Lagergut

verursachen kann.

Kontrolle mit Klebefallen Damit

man bei der Ernte nicht von einem Befall

überrascht wird, sollte der Einflug

der Möhrenfliege auf jeder Parzelle

überwacht werden. Dies geschieht beispielsweise

mit einer Klebefalle «Rebell

orange» von der Firma Andermatt Biocontrol.

Die Klebefalle wird vor dem

ersten Einflug (Ende April) in die Karottenfelder

platziert. Pro Parzelle sollten

mindestens zwei Fallen aufgestellt werden.

Dabei ist darauf zu achten, dass die

Klebefläche senkrecht, oberhalb der

Blätter angebracht und entsprechend

des Kulturwachstums angepasst wird.

Die Gebrauchsanweisung sieht vor, dass

die Falle 5-10 m vom Feldrand entfernt

aufgestellt wird, nach Möglichkeit in der

Nähe von Hecken, Waldrändern oder

höheren Kulturpflanzen wie Mais. Um

Flugbeginn und Flugstärke rechtzeitig

zu erkennen, müssen die Klebefallen

wöchentlich gewechselt werden. Die

40 6 2013 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

wirtschaftliche Schadschwelle liegt bei

einer Fliege pro Falle und Woche.

Befallsrisiko mindern Larven und

Puppen der Möhrenfliege überwintern

in Doldenblütlerfeldern des Vorjahrs.

Da die schlüpfenden Fliegen nicht über

grosse Distanzen wandern können,

kann es helfen, den Abstand zur Vorjahresparzelle

möglichst gross zu halten.

Die Wahl einer windoffenen Lage ist eine

weitere Massnahme, um einen starken

Befall zu vermeiden, denn Möhrenfliegen

bevorzugen windgeschützte,

schattige Lagen.

Der Beratungsring Gemüse führt übrigens

parzellenbezogene Kontrollen

der Möhrenfliegenfallen durch. So werden

die Produzenten über die Aktivität

der Möhrenfliegen in ihren Feldern direkt

informiert. Sofern möglich, ist der

Anbau, also Saat- und Erntezeitpunkt so

Grafik: Auftreten der Möhrenfliege im Seeland 2012

Anzahl kontrollierte Felder

160

140

120

100

80

60

40

20

0

16.03.2012

30.04.2012

14.05.2012

28.05.2012

starker Befall

mittlerer Befall

kein bis schwacher Befall

Fliegen pro Parzelle

11.06.2012

25.06.2012

09.07.2012

23.07.2012

06.08.2012

20.08.2012

03.09.2012

17.09.2012

01.10.2012

15.10.2012

29.10.2012

12.11.2012

10

9

8

7

6

5

4

3

2

1

0

Anzahl Fliegen pro Parzelle

Auftreten der Möhrenfliegen in der Region Seeland im Jahr 2012.

Gut zu erkennen ist der Flugverlauf der ersten beiden Generationen.

Die dritte Generation trat nicht mehr so stark in Erscheinung.

Quelle: M. Keller (Beratungsring Gemüse)

zu wählen, dass die

Kultur nur von einer

Generation Möhrenfliege

befallen werden

kann.

Schwierige Bekämpfung

Obwohl

vieles über

die Lebensweise

des Schädlings bekannt

ist, kann ein Befall

oft nicht ganzheitlich

ausgeschlossen werden.

Der beste Wirkungsgrad wird

mit Kulturschutznetzen erzielt.

Diese werden in der Praxis teilweise

mit Erfolg eingesetzt. Ein grosser Nachteil

der Netze ist jedoch der hohe Arbeitseinsatz

und die sehr hohen Anschaffungskosten.

Im Bioanbau von

Karotten hilft die mechanische Unkrautbekämpfung,

die Entwicklung der

Möhrenfliege zu stören. Regelmässiges

anhäufeln der Karotten soll starken Befall

verhindern, ist jedoch laut FIBL

nicht statistisch belegt. In der Integrierten

Produktion erfolgt die Bekämpfung

der adulten Tiere mit chemischen Pflanzenschutzmitteln.

Diese müssen während

des Fluges der Möhrenfliege,

abends zwischen 17.00 – 21.00 Uhr angewendet

werden. Aktuell dürfen gegen

die Möhrenfliege nur Mittel aus der

Wirkstoffgruppe der Pyrethroide (z. B.

Cypermethrin, Karate Zeon) eingesetzt

werden. Der Wirkungsgrad wird von

Agroscope lediglich auf ca. 50 – 70 %

eingeschätzt. Seit Mitte Mai dieses Jahres

nicht mehr zugelassen sind die Produkte

Marshal, Diazinon (Giessverfahren)

und Diazinon Granulat. Beim

Einsatz der zugelassenen Pyrethroide

muss neben dem Anwendungszeitpunkt

(17.00 – 21.00 Uhr) auch die Temperatur,

Luft- und Bodenfeuchtigkeit

berücksichtigt werden. Pyrethroide verlieren

bereits bei Temperaturen über

23 °C einen Teil ihrer Wirkung. In Kombination

mit niedriger Luftfeuchtigkeit

und trockenem Boden ist der Wirkungsverlust

doppelt so gross. Deshalb

muss bei der aktuellen Bewilligungssituation

davon ausgegangen werden,

dass bei hohem Befallsdruck wöchentlich

zwei Applikationen durchgeführt

werden müssen. Die Bekämpfung der

Möhrenfliege kann ca. drei Wochen vor

dem Erntetermin eingestellt werden, da

sich dann der Madenfrass auf die Seitenwurzeln

beschränkt.


Adulte Möhrenfliege

auf Klebefalle.

Bild: E. Städler, Agroscope

Autor Markus von

Gunten, Pflanzenschutz

Berater, 3421 Lyssach

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42 6 2013 · UFA-REVUE


Kartoffeln –

Schnecken im Griff?

Der Frühling und Vorsommer war

nass; nur allzu gerne hätten wir uns

bessere Anbaubedingungen gewünscht.

Umso mehr gilt es, die sich

entwickelnden Kulturen bestmöglich

zu pflegen.

Besonders gilt dies für die bevorstehende

Kartoffelernte, Top-Qualität

ist gefragt! Die feucht-nassen Bedingungen

unter dem Kartoffelkraut sind

ideale Voraussetzungen für die Vermehrung

der Schnecken. Sobald das

Metarex TDS:

Höchste

Qualität – für

eine erfolg -

reiche Ernte.

Kraut älter wird, suchen die Schnecken

andere schmackhaftere Nahrung,

d. h. sie werden vermehrt die Knollen

anfressen. Schäden von Schnecken gilt

es unter allen Umständen zu vermeiden,

Null-Toleranz ist ein Muss für

Qualitätsware.

Empfehlung: Auf gefährdeten Flächen

erste Behandlung vor Reihenschluss

der Kartoffeln, damit die Körner

wirklich auf den Boden fallen und

nicht auf den Blättern kleben bleiben.

Die letztjährige Kartoffelsaison zeigte,

dass in diesem feuchten Mikroklima

unter den Stauden qualitativ ungenügende

Schneckenkörner nicht befriedigen

und nur Metarex TDS 5 kg/haerfolgreich

sind.

Cercospora Blattfleckenkrankheit –

Vorbeugen oder heilen?

Ist es Ihnen auch schon passiert, dass

bei Ihren Zuckerrüben trotz Fungizideinsatz

der Infektionsdruck nicht mehr

zu bremsen war? Kennen Sie die Gründe,

warum dies passiert ist? Welche

Möglichkeiten gibt es die Cercospora-

Blattflecken besser vorzubeugen?

Nebst der Sortenwahl gibt es mehrere

andere Kriterien, welche den Krankheitsverlauf

begünstigen:

• Altes Rübenlaub der letztjährigen

Parzelle oder Rübenmiete ist der Infektionsherd

für neue Infektionen;

bereits im April/Mai fliegen die Ascosporen

vom letztjährigen Laub und

infizieren die neuen Rüben. Die Infektion

ist nicht sichtbar und hält sich

still bis die heissen Juli Tage einsetzen.

Wenn die ersten Blattflecken

sichtbar werden, ist (es schon zu

spät?) bereits viel Blattfläche befallen.

• Nasse Böden; die zahlreichen Niederschläge

im Frühling bewirken viel

morgendliche Taubildung und sind

ideale Bedingungen für eine stille

nicht sichtbare Infektion der Blattfleckenkrankheit.

• Regionale Unterschiede; vor allem

Niederungen (windgeschützt und

lange Blattnassdauer) begünstigen

den Infektionsdruck. Klimatisch

günstiger gelegene Rübenfelder werden

meist später und weniger stark

befallen, weil die Blätter rascher abtrocknen.

Empfehlung Blattflecken in Zuckerrüben

Amistar Xtra 1.0 l/ha

• Wirkungsdauer der Fungizide; die

Spritzintervalle sollten 3 Wochen

nicht überschreiten und zwingend so

gesetzt sein, dass die Wirkung überlappend

ist, bzw. zwischen zwei Fungizid

Einsätzen keine Neuinfektionen

stattfinden können.

• Luftfeuchtigkeit! Oftmals ist es im

Juli und August sehr heiss und die

Luftfeuchtigkeit tief. Die Pflanze ist

passiv und die Spaltöffnungen geschlossen;

dies erschwert das Eindringen

des Wirkstoffes und die Fungizide

können ihre eigentliche

Wirkung nicht entfalten.

Empfehlung: Bei grossem Blattfleckendruck,

bzw ungenügender Wirkung,

treffen Sie folgende Massnahmen:

• Erster Fungizideinsatz eine Woche

vorziehen;

• Gesündere Sorten wählen;

• Kürzere Spritzintervalle (max 3 Wo.);

• Nur bei hoher Luftfeuchtigkeit behandeln

(morgens früh oder abends

spät).


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erhalten!

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UFA-REVUE · 6 2013 43


PFLANZENBAU

Futterbau in Trockenlagen:

Eine Herausforderung!

WÄRME UND VOR ALLEM WASSER sind im Futterbau elementar. Bei flachgründigen

und sonnenexponierten Standorten sowie bei Böden mit schwacher Wasserspeicherung

wirken sich Jahre mit wenigen Niederschlägen stark negativ auf den Ertrag aus.

Hanspeter

Hug

Stefan

Lüthy

Gras-Luzerne-

Mischungen sind

resistent gegenüber

Trockenperioden.

Wasser ist der grösste, natürliche

Ertragsbeeinflusser. Im Durchschnitt

beträgt die Vegetationszeit

200 Tage. Für einen durchschnittlichen

Jahresertrag von rund 110 dt TS

pro Hektare braucht es in diesen Wachstumstagen

700 l Wasser pro m 2 . Das

entspricht einer Jahresniederschlagsmenge

von rund 1000 mm in Form von

Regen oder Schnee. Je tiefer die Niederschlagsmenge,

desto tiefer ist der zu erwartende

Jahresertrag.

Standortgerecht Pflanzenarten

sind durch natürliche Selektion entstanden,

beeinflusst durch Klima, Standort

und Bewirtschaftung. So etablierte sich

für jeden Standort die richtige Pflanzenfamilie.

In Naturwiesen sind es vor allem

die Gräser, die sich über lange Zeit an einem

Standort behaupten können. Gräser

bringen im (Natur-)Futterbau meist

die höchsten Erträge. Bei den Typen unterscheidet

man zwischen den horstbildenden

Gräsern und jenen, die Ausläufer

machen. Zu den horstbildenden

Gräsern gehören Knaulgras, Wiesenschwingel,

Rohrschwingel, italienisches

Raigras, Goldhafer. Zu den ausläuferoder

grasnarbenbildenden Arten zählt

man die Rispengrasarten, das englische

Raigras und den Wiesenfuchsschwanz.

Alle

sehr

trockenheitsverträglichen Arten sind

strukturreich, horstbildend und hochwachsend,

während die feinen, ausläuferbildenden

Arten feuchtere Gebiete

bevorzugen.

Sonderfall Raigras Nicht alle

horstbildenden Arten sind auch trockenheitstolerant.

Ein typisches Horstgras

ist das italienische Raigras. Auf trockenen

Standorten kann es sich auch als

Horstgras nicht halten. Alle Raigräser

stellen hohe Anforderungen an Temperatur,

Niederschlag und Bodenart (Raigrasfähigkeit).

Lange Trockenperioden

oder sonnenexponierte Standorte liebt

das Raigras nicht. Darum findet sich in

Naturwiesen an solchen Standorten

auch kein Raigras.

Und der Klee? Der Kleeanteil in

Naturwiesen an Trockenstandorten ist

oft nur gering und liegt bei 5-10 %. Luzerne

ist ein Fruchtfolgeklee, trockentolerant,

aber nicht ausdauernd. Da Luzerne

unter Konkurrenzdruck durch andere

Arten schlecht aufläuft, nützt ein allfälliges

Absamen so wenig wie eine Übersaat,

um einen nachhaltigen Anteil im

Bestand zu erhalten.

Beim Rotklee ist es ähnlich. Doch gibt

es in Naturwiesen Ökotypen, die in trockenen

Lagen auch in kleineren Anteilen

überdauern können. Aus diesen

Ökotypen wurde der Mattenklee

gezüchtet. Als neuster Zuchterfolg resultiert

die neue Sorte «Pastor». Der Forschungsanstalt

Agroscope Reckenholz-

Tänikon ist es gelungen, aus diesen

Ökotypen einen weidefähigen Rotklee

zu züchten. Ob sich dieser Weiderotklee

über längere Zeit in den Wiesen halten

und etablieren kann, wird die Zukunft

zeigen. Schön wäre es, dies nur mit einer

gelegentlichen Absamung eines

Sommeraufwuchses zu erreichen. Für

den flachwurzelnden Weissklee sind

solche Standorte für eine nachhaltige

Entwicklung meist zu trocken.

Bewirtschaftung von Trockenstandorten

Trockenheitsverträgliche

Gräser, Klee und Kräuter sind tief

wurzelnde Arten, die das Wasser auch

aus tieferen Schichten des Bodens holen

können. Sie verfügen nach langen Trockenheitsperioden

über ein hohes Regenerationsvermögen.

Die dazu benötigte

Kraft nehmen sie aus den

44 6 2013 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

Pfahlwurzeln (Kräuter und Klee) und aus

den Horsten (Gräser). Diese Arten sind

bei der Bewirtschaftung in ihrer Schnitthäufigkeit

eingeschränkt. Drei, maximal

vier Jahresnutzungen sind möglich.

Wird mehr genutzt, können sie keine

Reserven mehr bilden und gehen früher

oder später ein. Horstbildende Gräser

müssen, damit sie sich erhalten können,

periodisch absamen. Bei der Schnittnutzung

muss die Schnitthöhe 7cm betragen,

damit für den Wiederaustrieb genügend

Reserven in den Horsten

(Gräser) und den Stängeln (Rotklee/Luzerne)

verbleiben.

Tabelle 1: Hauptmischungsübersicht und Verwendung für sehr trockene Standorte

Mischung Zusammensetzung Saatmenge Nutzungsjahre Verwendung

UFA 300 Mattenklee, Bastard Raigras, 300 g/a 3 Mähnutzung, Silage,

Knaulgras, Timothe, Wiesenschwingel

Eingrasen

UFA Queen Luzerne, Mattenklee Weissklee, 350 g/a 3 Mähweide (Herbstweide),

GOLD Engl. Raigras, Knaulgras, Wiesen- Mähnutzung, Silage,

schwingel, Timothe, Knaulgras

Eingrasen

UFA 323 Luzerne, Mattenklee, Knaulgras, 380 g/a 3 Mähnutzung Silage,

GOLD Timothe, Wiesenschwingel Eingrasen

UFA 431 AR Rotklee, Weissklee, Engl. Raigras, 400 g/a ab 2, zum Mäh-Weidenutzung, Dürr-

Highspeed Knaulgras, Goldhafer, Timothe, Überführen in futter, Silage, Eingrasen

Wiesenschwingel, Rotschwingel,

Naturwiese

Wiesenrispe

UFA Trocken- Weiderotklee, Weissklee, Engl. 380 g/a ab 2, zum Weidenutzung mit einer

weide Pastor Raigras, Rohrschwingel, Rot- Überführen in Schnittnutzung als Dürrfutter

Highspeed schwingel, Wiesenrispe, Kammgras Naturwiese

Weiden in trockenen Gebieten

In Weiden sind Grasarten gewünscht,

die mit ihren Ausläufern eine dichte

Grasnarbe bilden. Die trockenheitsverträglichen

Horst bildenden Arten können

das nicht. Darum ist es nie möglich,

mit trockenheitsverträglichen Arten

dichte Grasnarben zu bilden. Horste

sind im generellen trittempfindlich, zudem

gibt es vermehrte Trittschäden

durch die nicht geschlossene Pflanzendecke.

Kurzrasenweiden sind ebenso

wenig möglich, wie intensive Standweiden.

Das einzig angepasste Weidesystem

auf Trockenstandorten ist das Mäh-

Weidesystem, bei dem immer auf den

Weidegang eine Schnittnutzung folgt.

Nur so können sich die horstbildenden

Gräser vom Weidestress erholen. Eine

echte Verbesserung von Weiden in Trockengebieten

konnte mit den neuen

Zuchtsorten vom Rohrschwingel erreicht

werden. Rohrschwingel kann sich

zwischen den Horsten etablieren. Er ist

zuckerreich, ertragsstark und wird von

den Tieren auf der Weide gerne gefressen,

solange er nicht zu alt ist. Bestände

mit den neuen Rohrschwingel-Zuchtsorten

sind deutlich dichter und somit

weidefähiger.

Grafik: Zuwachsschwankungen nach

Niederschlagsmengen

Auswirkungen der Jahresniederschläge auf den Ertragszuwachs

Jahresniederschlag in Liter pro m 2

750 Liter/m 2

– 0.2 dt TS/ha

und Tag

1000 Liter/m 2

+/–

1250 Liter/m 2

+ 0.2 dt TS/ha

und Tag

Der Futterbau benötigt 700 Liter Wasser/m 2 in den 200 Wachstums -

tagen für einen Ertrag von 100 – 110 dt TS/ha

Quelle: Agroscope Reckenholz-Tänikon

Fazit Ein erfolgreicher Futterbau in

trockenen Gebieten kann nur mit einem

Standort-angepassten Pflanzenbestand

erreicht werden. Je länger die Nutzungszeit,

desto wichtiger wird dies. Luzerne

und Rotklee sind Fruchtfolgeklee-

Arten mit einer Nutzungszeit von

maximal drei Jahren. Längerdauernde

Mischungen müssen vor allem trockenresistente,

horstbildende Gräser enthalten,

diese dürfen aber nicht übernutzt

werden. Mit dem neuen Weiderotklee

«Pastor» und den neuen Zuchtsorten

beim Rohrschwingel stehen dem Futterbauer

heute neue und erfolgsversprechende

Arten zur Verfügung, die vor allem

im Weidebetrieb erhebliche

Vorteile versprechen.


Wassermangel im

Futterbau wirkt sich

negativ auf den Ertrag

aus.

Bei flachgründigen und

sonnenexponierten

Standorten sowie bei

Böden mit schwacher

Wasserspeicherung

wirken sich Jahre mit

wenigen Nieder -

schlägen stark negativ

auf den Ertrag aus.

Autor Hanspeter Hug

und Stefan Lüthy, UFA-

Samen Beratungsdienst,

8408 Winterthur

www.ufarevue.ch 6 · 13

UFA-REVUE · 6 2013 45


PFLANZENBAU

Stabile Unkrautsituation nach

Umstellung auf Biolandbau

DIE ANGST VOR UNKRAUTPROBLEMEN hindert viele Betriebe daran, auf Biolandbau

umzustellen. Eine Studie zeigt nun, dass der Unkrautdruck nach der Umstellung

zwar ansteigt, mit Dauer der Biobewirtschaftung aber stabil bleibt.

Adrian

Honegger

Raphaël

Wittwer

Betriebsleiter von ÖLN-Ackerbaubetrieben

befürchten gemäss einer

jüngeren Umfrage bei der Umstellung

auf Biolandbau häufig Probleme

mit Unkraut. Ein verstärkter Unkrautdruck

und ein erhöhter Arbeitsaufwand

unter Biobewirtschaftung sind

demnach die wichtigsten Umstellungshindernisse.

Doch wie verändern sich

der Unkrautdruck und die Erträge nach

der Umstellung auf Biolandbau tatsächlich?

Und steigt der Unkrautdruck mit

zunehmender Dauer der Biobewirtschaftung

an? Um Antworten auf diese

Fragen zu finden, hat Agroscope eine

Studie auf Ackerparzellen von Praxisbetrieben

durchgeführt (siehe Kasten).

Unkrautsituation im Mais auf zwei langjährigen Bioparzellen (Aufnahmen

von Ende Mai/Anfang Juni 2011). Anfangs Juli 2011 bedeckte das Unkraut auf

der Parzelle oben 9 % des Bodens, auf der Parzelle unten 73 %. Bilder: D. Hegglin

Unkrautdruck Der Unkrautdruck

ist auf den ÖLN-Parzellen wegen der

Anwendung von Herbiziden generell

sehr gering. Wird auf biologische Bewirtschaftung

umgestellt, nimmt der

Unkrautdruck bereits kurze Zeit nach

der Umstellung stark zu, wobei Problemunkräuter

durchschnittlich 30 bis

50% der gesamten Unkrautbodenbedeckung

ausmachen. Die Bodenbedeckung

auf Umstellungsparzellen ist ähnlich

hoch, wie auf «jüngeren» und «älteren» Bioparzellen (vgl. Grafik 1).

Das bedeutet, dass der Unkrautdruck

nicht in jedem Fall mit der Dauer der

biologischen Bewirtschaftung zunimmt.

Generell ist der Unkrautdruck auf den

biologischen Parzellen sehr unter-

Tabelle 1: Gruppierung der untersuchten Betriebe nach

Dauer der biologischen Bewirtschaftung

Gruppe Beschreibung Dauer Bio- Jahr der

bewirtschaftung Umstellung

per 12.2012 auf Bio

ÖLN Kontrollgruppe – –

Umsteller Kürzlich umgestellte

Betriebe 2 – 4 Jahre 2009 – 2011

«jüngere» Betriebe unter

BIO 15 Jahren Bio 10 – 14 Jahre 1999 – 2003

«ältere» Betriebe über

BIO 15 Jahren Bio 16 – 33 Jahre 1980 – 1997

Tabelle 2: Durchschnittserträge von Silomais und Winterweizen

in den vier Gruppen

Silomais 2011 Winterweizen 2012

Trockensubstanz Prozentual Trockensubstanz Prozentual

Gruppe Ertrag (dt/ha) (ÖLN = 100 %) Ertrag (dt/ha) (ÖLN = 100 %)

ÖLN 209 100 % 75 100 %

Umsteller 207 99 % 59 78 %

«jüngere» BIO 201 96 % 59 78 %

«ältere» BIO 208 100 % 62 82 %

46 6 2013 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

Um das Absamen zu verhindern,

müssen Problemunkräuter wie

Blacken und Ackerkratzdisteln im

Bioackerbau vor der Ernte von Hand

entfernt werden.

Bild: P. Weber

schiedlich. So bedeckt Unkraut im Silomais

auf «älteren» Bioparzellen zwischen

9 und 73% des Bodens. Einerseits

gibt es also einige Bioparzellen, auf denen

vor allem Problemunkräuter oder

Ungräser ein beachtliches Problem darstellen.

Andererseits gibt es aber auch

einige Biobetriebe, die seit über 15 Jahren

biologisch bewirtschaftet werden

und die den Unkrautdruck auch langfristig

gut unter Kontrolle halten. Wichtig

dafür sind einerseits geeignete Standortvoraussetzungen

(Bodenart, Niederschlagsintensität,

Unkrautsamenpotential)

und andererseits gut durchgeführte

Bewirtschaftungsmassnahmen sowie

eine angepasste Unkrautmanagementstrategie

(z. B. diverse vorbeugende Regulierungen,

mehrfaches Striegeln/Hacken,

Vermeiden von zu frühen

Aussaatterminen bei Wintergetreide,

Maschinen reinigen).

«Unkrauttoleranz» Die «Unkrauttoleranz»

der Betriebsleiter scheint mit

der Dauer der Biobewirtschaftung zuzunehmen.

Die Beurteilung der Unkrautsituation

im Winterweizen durch die

Betriebsleitenden entspricht zwar sehr

gut den realen Verhältnissen (Bodenbedeckung

durch Problemunkräuter) auf

der Parzelle, allerdings unterscheidet

sich die Wahrnehmung eines Unkrautbesatzes

je nach Betriebsleiter. Die Betriebsleiter

von Umstellungsbetrieben

tendieren dazu, einen geringen Unkrautbesatz

früher bereits als «eher

stark» zu beurteilen, während Betriebsleiter

von «älteren» Biobetrieben einen

relativ hohen Unkrautbesatz noch als

«eher schwach» beurteilen.

Unkrautregulierung Trotz effektiver

mechanischer Unkrautkontrolle sind

Unkrautregulierungen von Hand auf

den Bioparzellen unabdingbar – vor allem

wegen Problemunkräutern wie Blacke

und Ackerkratzdistel. So werden im

Winterweizen auf den meisten Bioparzellen

noch Unkrautregulierungen von

Hand durchgeführt. Dabei werden

durchschnittlich zwei Stunden pro Hektar

aufgewendet. Die aufgewendete

Zeit erhöhte sich allerdings bei grösserem

Unkrautaufkommen rasch und beträgt

auch mal fünf Stunden pro Hektar.

Umso wichtiger sind darum vorbeugende

Massnahmen, die ein mögliches Unkrautaufkommen

im Voraus schon stark

hemmen. Solche vorbeugenden Massnahmen

werden oft durchgeführt. Am

häufigsten ist die Unkrautkur vor der

Saat. Meist wird zudem mit abwechslungsreichen

und flexiblen Fruchtfolgen

(mit mehrjährigen Kunstwiesen) gearbeitet.

Die Stoppelbearbeitung und der

Anbau von Zwischenfrüchten sind

ebenfalls sehr verbreitet. Untersaaten

sind dagegen weniger gebräuchlich.

Erträge Weder die Silomais- noch

die Winterweizenerträge nehmen mit

der Dauer der biologischen Bewirtschaftung

ab. Bei Silomais ist der Unkrautdruck

nicht ertragsbeeinflussend. Die

Silomaiserträge sind auf allen Biobetrieben

hoch und vergleichbar mit den Erträgen

auf den ÖLN-Betrieben (vgl. Tabelle

2). Die Winterweizenerträge auf

den Biobetrieben sind dagegen durchschnittlich

20 % geringer als auf den

ÖLN-Betrieben. Dennoch ist der biologische

Getreideanbau wirtschaftlich interessant

dank höheren Marktpreisen

und zusätzlichen Direktzahlungsbeiträgen

für Bioackerbau, wodurch sogar höhere

Gewinne als im ÖLN erzielt werden

können. Die Beurteilung der Winterweizenerträge

ist allerdings schwierig,

da insgesamt elf verschiedene Sorten

angebaut wurden. Dennoch zeigt sich,

dass neben der Stickstoffdüngung und

dem Saatzeitpunkt auch der Unkrautbesatz

ein wichtiger Faktor bei der Ertragsbildung

ist.

Grafik 1: Bodenbedeckung durch Unkräuter

im Silomais (Bonitur Anfang Juli 2011) und

im Winterweizen (Bonitur Ende Juni 2012)

50

40

30

20

10

0

ÖLN Umsteller «jüngere» Bio «ältere» Bio

%

Grafik 2: Gesamte Anzahl der Unkrautarten

über beide Untersuchungsjahre

Anzahl Unkrautarten

Silomais

16

12

8

4

0

Studiendesign

Winterweizen

ÖLN Umsteller «jüngere» Bio «ältere» Bio

Während zwei Jahren hat Agroscope auf 34 Betrieben in den Kantonen

Aargau, Zürich und Thurgau Untersuchungen zum Unkrautdruck und

zum Ertrag auf Ackerparzellen durchgeführt. Untersucht wurde pro

Betrieb jeweils eine Parzelle, auf der im Jahr 2011 Silomais und im Jahr

2012 Winterweizen angebaut wurde. Die beteiligten Betriebe werden

unterschiedlich lange biologisch bewirtschaftet und wurden anhand der

Dauer der Biobewirtschaftung in vier Gruppen unterteilt: ÖLN-Betriebe

(als Kontrollgruppe), kürzlich umgestellt Biobetriebe (seit 2 – 4 Jahren

Bio), «jün gere» Biobetriebe (seit 10 – 14 Jahren Bio) und «ältere»

Biobetriebe (seit über 15 Jahren Bio) (vgl. Tabelle 1).

Höhere Biodiversität im Bioacker

Die Praxisstudie zeigt, dass der

Unkrautdruck auch im Bioackerbau

langfristig unter Kontrolle gehalten werden

kann und nicht in jedem Fall zunimmt.

Der Unkrautbesatz hat zwar einen

direkten Einfluss auf den Ertrag, er

stellt aber bei der Ertragsbildung nur eine

Teilkomponente dar und kann im Silomais

sogar vernachlässigt werden. Ein

Unkrautbestand unterhalb der Schadschwelle

sollte darum toleriert werden.

Daneben zeigt sich, dass auf den Bioparzellen

die Anzahl an Unkrautarten deutlich

höher ist als auf ÖLN-Parzellen (vgl.

Grafik 2). Die Biodiversität im Acker

nimmt nach der Umstellung auf Bio

demzufolge rasch zu, steigt aber mit

Dauer der biologischen Bewirtschaftung

nicht zusätzlich an.


Autoren Adrian

Honegger, Raphaël

Wittwer, Django

Hegglin, Urs Zihlmann,

Marcel van der Heijden,

Forschungsanstalt

Agroscope Reckenholz-

Tänikon ART,

8046 Zürich,

www.agroscope.ch

Die Autoren danken

allen beteiligten

Betriebsleitenden für

die Teilnahme an der

zweijährigen Praxis -

studie.

www.ufarevue.ch 6 · 13

UFA-REVUE · 6 2013 47


PFLANZENBAU

Jetzt an die Kalkdüngung denken

BEI EINEM PH-WERT VON 6 BIS 7 ist der Boden am besten auf mögliche

Trockenperioden, aber auch auf Nässe vorbereitet. Weiter ist bei diesem pH-Wert auch

die beste Verfügbarkeit der Hauptnährstoffe gewährleistet. Es lohnt sich deshalb jetzt,

vor der Getreideernte, die Bodenproben der einzelnen Parzellen anzuschauen und sich

Gedanken über die Kalkdüngung zu machen

René

Simon

Einerseits werden durch Regenwasser

mit einem durchschnittlichen

pH-Wert von 5.6 laufend Säuren in

den Boden eingetragen und anschliessend

mit dem Sickerwasser in den

Unterboden transportiert. Andererseits

trägt die Atmung der Bodenlebewesen

und Pflanzen wesentlich zur Bodenversauerung

bei. Steht nun im Boden nicht

genügend Kalk für die Neutralisation

dieser Säuren zur Verfügung, so sinkt

der pH und der Boden versauert. Durch

weitere Faktoren wie Kalkentzug mittels

Abfuhr des Erntegutes oder dem Einsatz

sauerwirkender Dünger sinkt der pH-

Wert stetig. Der Verlust an Kalk liegt pro

Jahr im Schnitt zwischen 100 und

600kg CaO/ha.

Dem Kalkverlust entgegenwirken

Um diesem Umstand entgegenzuwirken,

muss regelmässig eine Aufoder

Erhaltungskalkung durchgeführt

werden. Anhand der Bodenprobenresultate

wird ersichtlich, ob eine Aufoder

eine Erhaltungskalkung notwendig

ist. Bis pH 6.0 (Futterbau) respektive 6.5

(Ackerbau) spricht man von einer Aufkalkung.

Liegen die Werte höher, spricht

man von einer Erhaltungskalkung, welche

regelmässig alle ein bis zwei Jahre

durchgeführt werden sollte.

Optimaler pH-Wert bewirkt

• Bessere Nährstoffverfügbarkeit

• Weniger Düngerkosten bei höherem

Ertrag und besserer Qualität

• Gute Bedingungen für Bodenlebewesen

wie Regenwürmer und Mikroorganismen

• Bessere Verrottung der Ernterückstände

und Bildung von Humus

• Das Verhindern von Säureschäden

Mit oder ohne Magnesium Für

die Aufkalkung, bei welcher grössere

Kalk-Mengen benötigt werden, empfiehlt

sich, einen Feuchtkalk (CaO 48)

oder einen Agrokalk (CaO 54) zu verwenden.

Bei gleichzeitigem Magnesium-Mangel

oder hohen Kalki-Gehalten

sollte ein Mg-Feuchtkalk (CaO 52) verwendet

werden. Diese Kalke sind nährstoffbilanzneutral,

das heisst sie enthalten

kein Phosphor, welcher in der Nährstoffbilanz

angerechnet wird.

Bei der Erhaltungskalkung wo geringere

Kalk-Mengen ausgebracht werden,

können granulierte Produkte wie etwa

Dolomiten-Mg-Kalk (55 CaO), Düngkalk

(52 CaO) oder Hasolit Kombi (Meeresalgen,

58 CaO) eingesetzt werden.

Aufkalken nach der Getreide -

ernte Einen bestimmten Zeitpunkt,

um die Kalkung durchzuführen, gibt es

eigentlich nicht. Was es auf alle Fälle zu

beachten gilt, ist die Befahrbarkeit des

Bodens. Sind die Böden abgetrocknet

oder gefroren, kann die Kalkausbringung

an und für sich in jeder Jahreszeit

erfolgen. Nach der Ernte im Sommer

sind die Böden in den meisten Fällen

trocken und somit sehr gut befahrbar.

Durch die Stoppelbearbeitung wird der

gestreute Kalk in den Boden gemischt

und durch die im Bodenwasser enthaltenen

Säuren schnell aufgelöst. So steht

das Calcium der Folgekultur zur Verfügung.

Mehr Ca im Boden bewirkt

• Dass die Tonteilchen im Boden besser

verkitten, dadurch werden Bodenstruktur

verbessert und Verschlämmung

und Erosion verringert

• Durch mehr Luftporen im Boden

werden Vegetationszeit verlängert und

Nährstoffe für die Wurzeln besser

erreichbar

• Dank der verbesserten Bodenstruktur

wird die Tragfähigkeit der Böden

erhöht und der Kraftbedarf für die

Bodenbearbeitung reduziert

• Ca ist ein Nährstoff der Pflanzen

Vorsaatkalkung zu Raps und

Gerste mit Branntkalk Speziell

behandelt werden muss die Vorsaatkalkung.

Bei kalkbedürftigen Kulturen wie

Raps, Zuckerrüben, Kabisarten, Mais

und Gerste erfolgt eine sogenannte Vorsaatkalkung

mit Branntkalk. Direkt vor

der Saat wird der Branntkalk oder Mg-

Branntkalk gestreut und danach sofort

eingearbeitet. Branntkalk liefert nicht

nur den benötigten Kalk, sondern lockert

den Boden auf und macht ihn feinkrümeliger,

da er durch Wasser aktiviert

wird und daher sehr schnell reagiert.

Dank der positiven Wirkung auf die

Krümelstruktur wird auch bei Kartoffeln

und Karotten oft eine Vorsaatkalkung

mit Branntkalk durchgeführt. Das erleichtert

die Ernte und die Qualität der

Produkte wird erhöht.

Verbesserte Nährstoffverfügbarkeit

Da die Pflanzen die Nährstoffe

in gelöster Form aufnehmen und

die meisten Nährstoffe eine optimale

Löslichkeit bei einem pH von 5.5 bis 7.0

48 6 2013 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

Was gilt es bei der

Kalk düngung zu beachten:

• Kalkung in die Fruchtfolge einplanen,

Vorlieben der Kulturen brücksichtigen

• Die Wirkgeschwindigkeit ist abhängig

von der Mahlfeinheit (grössere

Oberfläche). Je feiner der Kalk desto

schneller die Wirkung

• Kalkwirkung kann verglichen werden

anhand der CaO Gehalte

• Bei Magnesium-Mangel, Mg-Kalke

verwenden

• Landor Qualitätskalke haben

garantierte Gehalte!

• Mögliche Vorsaatkalkung mit Brannt -

kalk bei Zuckerrüben, Raps, Kartoffeln,

Karotten, Gerste, etc.

• Tipp: Erhaltungskalkung via Hof -

dünger > Kalkstroh-Mischung als

alternative Einstreu in der Tierhaltung

zeigen, verschlechtert sich die Verfügbarkeit

der meisten Nährstoffe für die Pflanzen

mit sinkendem pH stark. Insbesondere

die Phosphatverfügbarkeit reagiert

deutlich auf zu geringe pH-Werte. Die

Löslichkeit der Bodenphosphate ist im

Bereich von pH 6 und pH 7 am besten.

Stabile Bodenstruktur Eine Kalkdüngung

ist neben der Einstellung eines

geeigneten pH-Wertes aber auch für

wichtige bodenphysikalische Prozesse

verantwortlich. Nur bei einem optimalen

Kalkzustand ist eine stabile

Bodenstruktur gewährleistet. Die Calcium-Ionen

bilden Brücken zwischen

den Bodenfeinanteilen Ton und Schluff

und sorgen für eine Ausflockung der

Tonminerale. Der «freie Kalk» gewährleistet

dadurch eine beständige Krümelstruktur

und eine dauerhafte, belastbare

Gefügestabilität. Somit ist eine

gute «Regenverdaulichkeit» des Bodens

bei hohen Niederschlagsmengen aber

auch ein gutes Wasserhaltevermögen in

Trockenzeiten gesichert.

Fazit Es lohnt sich in jedem Fall bereits

jetzt, vor der Getreideernte, die Bodenproben

der einzelnen Parzellen anzuschauen

und sich Gedanken über die

Kalkdüngung zu machen. Kalk hat durch

seine direkte und indirekte Wirkung im

Boden einen grossen Einfluss auf die Ertragsbildung

der Kulturen. Eine individuelle

und kompetente Beratung erhalten

Sie beim Landor Beratungsdienst.

Nach der Ernte im Sommer findet man die besten Bedingungen zum Kalken:

dank dem Landor Feuchtkalk-Konzept kann die Kalkung rationnel durch geführt

werden.

Autor René Simon

Fachberatung Landor,

4127 Birsfelden

Kostenloses Beratungstelefon

0800 80 99 60

www.landor.ch,

info@landor.ch

www.ufarevue.ch 6 · 13

UFA-REVUE · 6 2013 49


PFLANZENBAU

Mäuse konsequent bekämpfen

MÄUSESCHÄDEN IM ACKERBAU oder in Sonderkulturen erfolgreich entgegen -

wirken, bedarf einiges an Arbeit und Ausdauer. Um einen massenhaften Anstieg der

Mäusepopulation zu verhindern, sollten neben der chemischen Bekämpfung auch

indirekte Massnahmen, wie die Förderung von Räubern oder das Aufstellen von Fallen

zum Einsatz kommen.

Daniel

Günter

Vallée de la Brévine,

April 2013: Durch

Mäuse verursachte

Schäden sind in

mehreren Regionen des

Landes und in unterschiedlichen

Kulturen

anzutreffen.

In den letzten Jahren konnte eine

stetige Zunahme der Mäusepopulationen

beobachtet werden. Diese

verursachen zunehmend Schäden in

Obstanlagen, Ackerkulturen, Wiesen

oder anderen Produktionszweigen. Bekanntlich

sind Schwankungen der Populationsgrössen

bei Mäusen an der Tagesordnung.

Dennoch stellen sich viele

Landwirte die Frage, ob der steigende

Schaddruck nicht noch andere Ursachen

hat. In diesem Kontext wird oft der Verdacht

geäussert, dass dies mit der zunehmenden

«Ökologisierung» zusammenhängen

könnte.

Ökoflächen als Ursache? Die

agrarpolitischen Ziele und deren Lenkungsmittel

fördern ökologische Ausgleichsflächen

landwirtschaftlicher

Nutzflächen. Dabei bietet insbesondere

der Altgrasstreifen einen nahezu idealen

Lebensraum für Mäuse. Dennoch wäre

es falsch, die Schuld alleine auf diesen

Sachverhalt abzuschieben. Denn jede

ökologische Leistung, welche die Landwirtschaft

erbringt, fördert auch den Lebensraum

der Nützlinge. So nehmen die

Bestände an natürlichen Feinden wie

Raubvögel und Füchse ebenfalls zu. In

manchen Gebieten können sogar vermehrt

wieder Mauswiesel oder Hermeline

gesichtet werden. Gerade diese

kleinen Räuber profitieren in ihrer Fortpflanzung

und Verbreitung von Vernetzungsflächen.

Ein Grund für die drohende Mäuseplage

ist unter anderem, dass immer

weniger indirekte Bekämpfungsmassnahmen

durchgeführt werden. Eine äusserst

effiziente Massnahme ist zum Beispiel

das Aufstellen von Sitzstangen für

Raubvögel. Diese sollten mindestens

2.5m hoch sein und einen Querbalken

von 25– 30cm aufweisen. 2– 3 solcher

Sitzstangen pro Hektare an prägnanten

Stellen installiert, können zur Reduktion

der Mäusepopulation beitragen. Weiterhin

sollte in gefährdeten Lagen die

Grasnarbe zum Vegetationsende kurz

gehalten werden. Auch ein spätes Überweiden

kann die Herbstaktivität der

Mäuse mindern. Im Ackerbau werden

Kulturen wie Raps oder Wintergerste

zur Ertragsoptimierung inzwischen eher

früher gesät. Die dadurch weit entwickelten

Bestände bieten idealen Schutz

für Mäuse und fördern deren Entwicklung.

Ein grosses Problem stellen die

Nager in Obstanlagen dar, wo sie gerne

die Wurzeln oder die Rinde vom

Stammgrund anknabbern. Zur Ertragssicherung

werden oft Hagelnetze und

Einzäunungen eingesetzt, was die Aktivität

der Räubern teilweise behindert.

Fangen und ausschliessen Das

«Mausen» wurde früher in praktisch allen

Gemeinden durch kleine Belohnungen

für jeden abgelieferten Mäuseschwanz

gefördert. Heute ist diese

Fördermassnahme weitgehend verschwunden

und damit auch viele Rentner

und Schulkinder, welche sich dadurch

einen kleinen Obolus verdienten.

50 6 2013 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

Tabelle: Gaserzeugende Präparate und Fertigköder gegen Mäuse im Überblick

Wirkstoffe Produkte

Gefahrenbez.

Firma Anwendung

Packung

Calciumphosphid

Aluminiumphosphid

Polytanol

Polytanol granulés

Kobra Wühlmaus Pellets

Mauskiller U2

T+

T+

T+

T+

Omya

Omya

Sintagro

Schneiter

im Freien, 3 – 5 Tabletten

pro Kolonie an 3 bis 7

Stellen in Gänge legen

500 g – 1 kg

750 g

1 kg

600 g

Kaliumnitrat

+ Schwefel

Mäusetod

(Räucherpatrone)

frei Hauri im Freien, 1 – 5 Gaspatronen 10 Stück

pro Kolonie legen

Hinweise

Bei Feuchtigkeit: Gasentwicklung (giftig) , riecht knoblauchähnlich.

Gas ist schwerer als Luft und verteilt sich im

Gangsystem.

Patronen in freigelegte Gänge legen. Verhindern, dass Gas

ins Freie gelangt. Giftig für Atemwege und Nervensystem.

Fertigköder

Brodifacum

Bromadiolone

0.005 %

0.020 %

0.015 %

Xn.

frei

frei

Maag

Stähler

Omya

im Freien, 10 Köder pro

Kolonie an 5 – 7 Stellen

im Freien, 6 Köder an

6 Stellen pro Kolonie

im Freien, 15 – 25 g/Kolonie

250 g

500 g – 5 kg

500 g

Anwendung am idealsten im Frühjahr vor der Massenvermehrung.

Einmalige Aufnahme genügt.

Gebrauchsfertiger Köder zur Bekämpfung der Wühlmäuse.

Geeignet für die Anwendung von Hand.

Dennoch ist das «Mausen» nach wie vor

eine sehr effiziente Bekämpfungsweise

und kann frühzeitig durchgeführt grosse

Schäden verhindern.

In Spezialkulturen hat sich die Installation

vom Mäusezäunen bewährt. Dabei

wird ein feinmaschiges Drahtgeflecht

ca. 30 cm tief in den Boden

eingelassen, welches auch um etwa dieses

Mass aus dem Boden herausragt.

Dadurch werden die Mäuse am Einwandern

in die Fläche gehindert. Zum Teil

werden noch sogenannte Fangkasten

für Mäuse aufgestellt. Diese sind so

konstruiert, dass ein Räuber (z. B. ein

Fuchs) den Deckel öffnen und sich die

Maus schnappen kann.

Einsatz von Rodentiziden Zur

Bekämpfung von Mäusen stehen auch

einige chemische Produkte auf dem

Markt bereit (Tabelle). Deren Einsatz

kann bei korrekter Anwendung sehr effektiv

sein. Zum Schutz von Anwender,

Räuber und Umwelt müssen die Anwendungsvorschriften

jedoch sehr genau

eingehalten werden. Ein weit verbreitetes

Produkt ist «Polytanol»,

welches den Wirkstoff Calciumphos-

phid enthält. Das Produkt wird in die

Gänge der Wühlmäuse gelegt, welche

anschliessend rasch verschlossen werden

müssen. Beim Kontakt mit Wasser

wird eine chemische Reaktion ausgelöst,

bei welcher das hoch giftige Gas

Phosphorwasserstoff entsteht. Phosphorwasserstoff

wirkt als Atemgift und

tötet Mäuse, welche sich im Bau befinden.

Den gleichen Wirkungsmechanismus

weisen auch die beiden Produkte

«Kobra Wühlmaus Pellets» und «Mauskiller

U2» auf. Diese beinhalten den

Wirkstoff Aluminiumphosphid. Bei der

Arbeit mit diesen Produkten gilt es, sich

strikt an die Anweisungen auf der Verpackung

zu halten und das Einatmen

des Gases zu vermeiden. Das Gas weist

einen Knoblauch ähnlichen Geruch auf.

Nach den chemischen Reaktionen (Hydrolyse

und Oxydation) verbleiben nur

noch anorganische Calcium- bzw. Aluminiumsalze

und Phosphate zurück,

welche keinerlei weitere Gefahren darstellen.

So besteht auch keine Gefahr

von Rückständen in Kulturpflanzen.

Beim Einsatz von Fertigködern ist es

wichtig, diese so in die Gänge zu platzieren,

dass keine Nichtzielorganismen

Zugang zu den Ködern haben. In der

Anwendung sind diese Produkte weniger

gefährlich, als die gaserzeugenden

Präparate. Leider kommt es immer wieder

vor, dass Räuber, welche die vergifteten

Mäuse fressen, durch Akkumulation

ebenfalls vergiftet werden.

Grundsätzlich gilt bei der Anwendung

von Rodentiziden, sich immer konsequent

an die Anwendungsvorschriften

zu halten, um die Gefahr für Anwender

und Nichtzielorganismen möglichst gering

zu halten.

Fazit Die zum Teil massiven Zunahmen

der Mäusepopulationen haben

mehrere Ursachen. Dementsprechend

muss in der Bekämpfung auf diverse

Massnahmen zurückgegriffen werden.

Eine konsequente, vorbeugende sowie

direkte Bekämpfung dieser unbeliebten

Nager ist mit einem hohen Arbeitsaufwand

verbunden. Sofern es auf

einem Betrieb bzw. in einer Region

möglich ist diesen Aufwand konsequent

zu betreiben, ist eine erfolgreiche

Bestandesregulierung

möglich.


Autor Daniel Günter,

Berater Pflanzenbau,

3421 Lyssach

www.ufarevue.ch 6 · 13

UFA-REVUE · 6 2013 51


PFLANZENBAU

Sortenvergleiche in der Praxis

VERSUCHSPLATTFORMEN UND FLURBEGEHUNGEN werden nicht nur zum

Zweck wissenschaftlicher Sortenvergleiche durchgeführt. Vielmehr bieten diese

Veranstaltungen die einmalige Gelegenheit, Sorten zu vergleichen, die unter realitäts -

nahen Praxisbedingungen angebaut werden. Nicht zuletzt fördern solche Events auch

den fachlichen Austausch zwischen Fachleuten und Berufskollegen.

Beim Pflanzenbau trägt die Wahl

geeigneter Sorten und Anbaumethoden

ganz massgeblich zum Anbauerfolg

bei. Zwar findet ein regelmässiger

Erfahrungsaustausch zwischen

den Produzenten statt, dennoch sind direkte

Sortenvergleiche schwierig, da bei

Parzellen, Fruchtwechsel und Anbauempfehlungen

zahlreiche unterschiedliche

Faktoren eine Rolle spielen. Mit den

Versuchsplattformen von fenaco soll der

Einfluss derartiger Faktoren gesenkt

werden, indem auf der gleichen Parzelle

eine grosse Anzahl Sorten unter gleichen

bodenklimatischen Bedingungen

und mit identischen Verfahren angebaut

werden. Dadurch ist es einfacher, die

Sorten zu vergleichen.

Mit standardisierten Versuchen,

deren Ergebnisse statistisch untersucht

werden, können Vergleiche verschiedener

Sorten objektiv verglichen werden.

Die Zuverlässigkeit dieser Ergebnisse

hängt von der Anzahl Versuche ab, weshalb

viele Mikroparzellen am gleichen

Standort benötigt werden. Dies macht

Begehungen mit grösseren Gruppen

praktisch unmöglich. Mit den alljährlich

von der Abteilung Pflanzenbau der

fenaco organisierten Versuchsplattformen

will man gerade den Austausch

zwischen Landwirten und Fachleuten

fördern.

Anbauverfahren Ziel dieser Versuchsplattformen

ist, eine Möglichkeit

zum Sortenvergleich zu bieten. Dabei

werden Intensiv- und Extensivsorten

angebaut sowie Versuche mit Wachstums-

und Unkrautregulatoren und mit

Düngung durchgeführt. Diese Versuche

werden in Zusammenarbeit mit den verschiedenen

Partnern der Veranstaltung

realisiert, also mit offiziellen Stellen

Der Besuch der

Versuchsplattformen

vereint Weiterbildung

mit Geselligkeit.

52 6 2013 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

oder verschiedenen Pflanzenbaufirmen

(Pflanzenernährung und -schutz). Hierbei

werden üblicherweise die Betriebsmittel

des jeweiligen Betriebsleiters eingesetzt.

Überdies steht für jede Variante

eine gewisse Flächengrösse zur Verfügung,

damit die verschiedenen Verfahren

gut sichtbar und voneinander zu unterscheiden

sind.

Geselligkeit Die Versuchsplattformen

dienen als Bühne für das Knowhow

und die Geschäftsbeziehungen, die

das Departement Pflanzenbau der fenaco

auszeichnen. Vor allem aber möchte

man damit den Produzenten und den

verschiedenen Akteuren die Möglichkeit

zum Austausch bieten. Die Vielfalt

der Sorten und der technischen Verfahren

sowie die zahlreichen Partner geben

Aufschluss über die neuesten Entwicklungen

in den Bereichen Technik und

Märkte. Im Vordergrund steht aber eindeutig

der Erfahrungsaustausch zwischen

den Produzenten, der gerne während

eines kleinen Apéros durchgeführt

wird.

Weiterbildung Die LANDI und

fenaco Pflanzenbau engagieren sich

schweizweit aktiv für Flurbegehungen

und Demonstrationsplattformen, damit

Landwirte Zugang zu Informationen

über technische Neuheiten erhalten.

Die Erfahrungen, die bei diesen Veranstaltungen

gewonnen werden, erweitern

das Wissen der Beratungsdienste

und der LANDI-Mitarbeiter. Somit ist

doppelt gewährleistet, dass Qualität

und Erfolg im Pflanzenbau stetig verbessert

werden.

Fazit Der Besuch der Versuchsplattformen

vereint Weiterbildung mit Geselligkeit.

Hier steht nicht nur im Vordergrund,

neue Sorten zu entdecken

oder zu vergleichen, sondern man kann

zusätzlich mit Berufskollegen Erfahrungen

austauschen sowie Gespräche mit

den anwesenden Fachleuten führen. So

ergibt sich die einmalige Gelegenheit,

Ideen einzubringen und sich über die

Entwicklungen in der Forschung zu informieren.

Gleichzeitig sind diese Veranstaltungen

auch eine Plattform für die fenaco-

LANDI Gruppe, wo sie ihr Know-how

weitergeben und Kontakte mit der

Agrarindustrie und -forschung knüpfen

kann.


Versuchsbegehungen in Bünzen (AG)

Neben der Präsentation von traditionellen Weizensorten, zeigt der

Standort Bünzen in diesem Jahr einen Versuch mit unterschiedlichen

Hof- und Recyclingdüngern. Die Landwirte werden über die derzeitige

Fusariensituation im Getreidecenter Villmergen informiert und werden

über mögliche pflanzenbauliche Massnahmen zur Verbesserung der

Problematik aufgeklärt. Die Schweizerische Fachstelle für Zuckerrübenbau

wird über aktuelle Trends in der Anbautechnik und Kulturführung

von Zuckerrüben informieren. Zudem wird ein spezialisierter Betrieb

Techniken für die frühe Aussaat von «Mais unter Folie» präsentieren.

Datum 13. und 14. Juni 2013

Zeit jeweils um 19.15 Uhr

Ort Versuchsfeld in Bünzen/Zufahrt signalisiert

Die Präsentation der Versuche zum Winterweizen und zur Unkrautkontrolle

im Zuckerrübenanbau fanden bereits am 6. und 7. Juni 2013 in

Humlikon (ZH) statt.

Die Versuchsbesichtigungen zu Raps-, Sonnenblumen-, und Sojasorten

haben am 30. und 31. Mai 2013 auf den Versuchsfeldern in Hochfelden

und Windlach stattgefunden.

Versuchsbegehungen in Pampigny (VD)

Die Besichtigungen am Vor- und Nachmittag dienen dazu, die

verschiedenen Weizen-, Sonnenblumen- und Rapssorten zu vergleichen.

Die Teilnehmer finden alle Auskünfte in den unterschiedlichen

Marktberichten.

Weizendüngung, intensive und extensive Formen der Produktion,

Neuheiten im Pflanzenschutz und im Sortenbereich, Applikationstechniken

und Möglichkeiten zur Unkrautbekämpfung im Sonnenblumenbau

werden von den anwesenden Spezialisten und Partnern erörtert.

Führungen finden am Vormittag und Nachmittag statt. Alle Teilnehmer

werden vor Ort verpflegt.

Datum 27. Juni 2013

Zeit 9.00 Uhr und 13.30 Uhr

Ort Wegweiser ab Pampigny

Futterbautag in Wichtrach (BE)

Anhand von Praxisbeispielen wird aufgezeigt, welche Auswirkungen die

Futterqualität auf die Grundfutterleistung und die Grundfutterkosten

hat. Mittelpunkt des Anlasses stellt der Hof von Christoph Baumann in

Wichtrach dar, auf welchem im 2012 ein neuer Boxenlaufstall gebaut

wurde.

Für den Futterbautag wurden diverse Grasmischungen und Maissorten

zur Präsentation ausgesät sowie verschiedene Düngerstrategien

gewählt. Bei einem Rundgang werden verschiedene Aussteller ihren

Beitrag zum Futterbau präsentieren. Stimmen die Wetterbedingungen,

ist auch eine Maschinenvorführung von Serco Landtechnik geplant. Für

die Verpflegung vor Ort ist gesorgt.

Datum 14. August 2013

Zeit ab 9.00 Uhr

Ort Betrieb von Christoph Baumann in Wichtrach

Zufahrt signalisiert

Autor Gaël Monnerat, UFA-Revue,

1510 Moudon

Alle Versuchsergebnisse sind auf

folgender Internet seite einzusehen:

www.pflanzenbau.ch

www.ufarevue.ch 6 · 13

UFA-REVUE · 6 2013 53


BIO-SEITE

Anbauempfehlungen 2014

DIE ZAHL DER BIO-BETRIEBE hat sich 2013 wiederum leicht erhöht. Erfreulich

ist der Anstieg der Bio-Flächen im Talgebiet, was zu steigenden Inlandanteilen bei Bio-

Getreide und -Ölsaaten führt. Obwohl die gedroschenen Bio-Ackerfrüchte allesamt

gesucht sind, gilt es je nach Betrieb, den optimalen Mix in der Fruchtfolge zu finden –

auch schon während der Umstellung. Ein Vergleich der Deckungsbeiträge lohnt sich.

Ulrich

Zürcher

Andreas

Rohner

Die Vermarktung des letztjährigen

Bio-Getreides ist abgeschlossen.

Noch vor Jahresende bezahlte

fenaco den Sammelstellen das Bio-

Futtergetreide auf dem Niveau der

Knospe-Richtpreise aus. Mit 3200t gab

es beim Mais einen Rekordertrag. Auffallend

war die Zunahme der Mischkulturen

(v.a. Gerste-Eiweisserbse) auf

schweizweit etwa 700t. Für das Brotgetreide

tätigte fenaco im Oktober 2012

eine Akontozahlung an die Sammelstellen

in der Höhe der Knospe-Richtpreise.

Die gute Zusammenarbeit mit Verarbeitern,

die für einen starken

Schweizer Bio-Getreidebau einstehen,

liess im März eine Nachzahlung von

2.50 Fr./dt Brotweizen, Roggen und

Dinkel zu. Trotz wenig Auswuchs fehlte

es akut an Bio-Roggen.

Für Knospe-Sonnenblumenkerne der

Ernte 2012 hat fenaco 155 Fr./dt an die

Sammelstellen bezahlt. Die Perspektive

für 2013 sieht dank integrativer Zusammenarbeit

mit der Abnehmerkette gut

aus. fenaco strebt einen Auszahlungspreis

von mindestens 165 Fr./dt an. Erstmals

zeigt sich der Markt aufnahmefähig

für grössere Mengen Umstellungs-Sonnenblumen.

Hier liegt das Auszahlungsziel

für die Ernte 2013 bei 155 Fr./dt.

Mahlgetreide Auch bei Bio-Weizen

spielt der Proteingehalt eine wichtige

Rolle in der industriellen Brotproduktion,

die zwei Drittel des Schweizer

Bio-Brotes herstellt. Eine dreijährige

Versuchsreihe der Forschungsanstalt für

biologischen Landbau (FiBL) hat den Ertrag

sowie den Eiweiss- und Feuchtglutengehalt

einiger Sorten mit Standort,

Düngung und Saatzeitpunkt in Zusammenhang

gebracht. Positive Ergebnisse

Süsslupinen – das blaue Eiweisswunder?

Im Zuge der Diskussion um fehlende Eiweissträger in der Bio-

Fütterung werden derzeit verschiedene Ansätze zur Steige -

rung des Inlandanteils geprüft. fenaco hat dieses Jahr ein

mehr jähriges Projekt mit der Körnerleguminose Süsslupine

lanciert, das aus dem Ackerbaubeitragsfonds der Bio Suisse

unter stützt wird. Mit Streifenversuchen an drei Standorten

werden sechs gängige Sorten des deut schen Anbaus auf ihre

hiesige Eignung ge testet. Parallel haben sich schon einige

Landwirte für einen Vertragsanbau ent schieden, damit auch

die fütterungstechnischen Werte untersucht werden können.

Die Erkenntnisse werden nach Ernteabschluss veröffentlicht.

Für die Aussaat 2014 sucht fenaco jetzt schon Bio-Bauern

(Knospe oder Umstellung), die mindestens 1 ha Süsslupinen

testen wollen. Interessierte melden sich via 058 433 64 91

(Deutschschweiz) oder 058 433 64 01 (Westschweiz). Das

Auszahlungsziel beträgt 120 Fr./dt.

resultierten vorwiegend bei Bio-Weizen,

der auf tiefgründigen, gut versorgten

Böden geerntet wurde. Da es in der

Schweiz leider nicht nur solche Böden

gibt und das Wetter bei der Nährstoffversorgung

der Pflanzen eine zentrale

Rolle spielt, gilt es, die Sorte gezielt zu

wählen. Für die Ernte 2014 empfiehlt

fenaco:

Claro: für intensive Standorte, guter

Ertrag, hohe Standfestigkeit, frühreif.

Gute Resistenz gegen Fusarien. Nicht

geeignet für Spätsaaten. Siala: Ertrag

mittel bis gut, hohe Standfestigkeit, geeignet

für Spätsaaten. Gute Resistenz

gegen Mehltau. Wiwa: Ertrag mittel bis

gut, Anbau auch in Grenzlagen möglich,

allgemein gute Krankheitsresistenz und

gute Backeigenschaften. Ludwig: Verwendung

nur als Futterweizen! Guter

Ertrag, mittlere bis gute Krankheitsresistenz.

Geeignet für Umstellungsbetriebe.

Aus der Ernte 2013 übernimmt die

fenaco eine begrenzte Menge an Umstellungsmahlweizen.

Für diese Spezialmenge

besteht Vertragsanbaupflicht;

Süsslupinen, im

nordöstlichen

Europa etabliert.

54 6 2013 · UFA-REVUE


BIO-SEITE

KURZMELDUNGEN

Tabelle: Deckungsbeiträge (DB) Bio-Kulturen 2012/2013

in Fr./ha Mahlweizen Körnermais Sonnenblumen Eiweisserbsen

Knospe Knospe/Umstellung Knospe Knospe/Umstellung

Körner 4452 6048 3630 3232

(42 dt/ha, 106 Fr./dt) (72 dt/ha, 84 Fr./dt) (22 dt/ha, 165 Fr./dt) (32 dt/ha, 101 Fr./dt)

Biosaatgut – 386 – 400 – 196 – 564

(2 dt/ha) (2 dt/ha) (1 dt/ha) (1.3 dt/ha)

organischer Dünger – 50 – 200 – 50

Hagelversicherung – 102 | 2.3 % – 212 | 3.5 % – 167 | 4.6 % – 113 | 3.5 %

Lohnarbeiten/Maschinenmiete – 450 – 650 – 611 – 450

variable Maschinenkosten – 670 – 700 – 600 – 370

Labelkosten – 43 – 43 – 43 – 43

DB Landwirt 2751 3843 1963 1692

Annahme/Reinigung – 190 – 350 – 135 – 157

Trocknung – 95 – 393 – 120 – 57 | 15 %

DB ohne Beiträge 2466 3100 1708 1478

Direktzahlungsbeiträge* 2610 2610 2610 2610

Anbaubeitrag 1000 1000

Extensobeitrag 400

DB inklusive Beiträge 5476 5710 5318 5088

* ÖLN 1020 Fr., offene Ackerfläche 640 Fr., Bio Ackerfläche 950 Fr.

Berechnung in Anlehnung an den DB-Katalog von Agridea, Ausgabe November 2012

Es handelt sich um Durchschnittswerte; die individuellen DB pro Betrieb schwanken um rund 10 %. Ab 2014 gibt es auch

für Sonnenblumen, Eiweisserbsen und Ackerbohnen einen Extensobeitrag von 400 Fr./ha.

das Sortenspektrum ist eingeschränkt

und nur bestimmte Sammelstellen sind

für die Übernahme bestimmt. Über den

Umfang des Projekts für Ernte 2014

wird zu gegebener Zeit informiert.

Der Bedarf an Bio-Roggen und Bio-

Dinkel ist weiter steigend. Die beiden

Kulturen eignen sich auch für den Anbau

auf höher gelegenen Standorten.

Futtergetreide, Eiweissträger

Zusätzliche Anbauflächen für Bio-Futtergetreide

und Bio-Eiweissträger sind

willkommen. Priorität haben Weizen,

Frisch aufgelaufene Bio-Sojabohnen

Mitte Mai bei Wäldi im Kanton

Thurgau.

Mais, Gerste, Triticale sowie Eiweisserbsen

und Ackerbohnen.

Mischkulturen machen aus agronomischer

Sicht durchaus Sinn. fenaco bevorzugt

in erster Priorität Gerste-Eiweisserbsen-Mischungen.

Für den

Mehraufwand (v.a. Trocknung, Trennung,

Logistik) muss der Produzent aber

einen Abzug von rund 4 Fr./dt (je nach

Sammelstelle) in Kauf nehmen.

Ölsaaten und Soja Der Anbau

von Bio-Sonnenblumen hat in den letzten

zwei Jahren etwas zugenommen. fenaco

sucht weitere Produzenten, auch

Umsteller. Am besten eignen sich nebelarme

Weinbauregionen unter 550 m

über Meer. Verglichen mit Sonnenblumen

ist der Rapsanbau anspruchsvoller

und risikoreicher. Absatzseitig wird Bio-

Raps für Kaltpressung extrem gesucht,

was der attraktive Produzentenpreis beweist:

220 Fr./dt (Ernte 2012). Übernommen

wird Knospe- und Umstellungsknospe-Raps.

Der Boom an

Speiseprodukten aus Schweizer Bio-Soja

hält an; Neuproduzenten sind gesucht.

Anbau in milden Lagen unter 500 m.

Vertrag Für alle erwähnten Kulturen

(auch ohne Vertragspflicht) schliesst fenaco

gern einen Anbauvertrag ab. Bei

der Sammelstelle gibt es Infos über Sorten,

Anbau und Vermarktung.

Autoren Ulrich

Zürcher, fenaco,

3052 Zollikofen und

Andreas Rohner, fenaco

GOF, 8401 Winterthur.

Für zusätzliche

Informationen

nehmen Sie Kontakt

auf mit

Ulrich Zürcher

( 058 434 06 66) oder

Bernhard Graf

( 058 433 64 92,

Deutschschweiz) bzw.

Didier Kunkler

( 058 433 64 01,

Westschweiz). Aus -

führliche Dokumen -

tationen zum Anbau

und zur Rentabilität der

Kulturen sind unter

www.fenaco-gof.ch

(Bio-Rohprodukte) zu

finden.

www.ufarevue.ch 6 · 13

Nationaler Bio-Ackerbautag

Viel Sehenswertes und Neuigkeiten für

die Praktiker verspricht das Programm

des 2. Schweizer Bio-Ackerbautags am

12. Juni 2013 in Moudon (VD). Auch

ÖLN-Landwirte sollen profitieren! Die

Schwerpunktthemen reichen von den

neusten Getreidesortenversuchen, über

Ölsaaten, Mais- und Mischkulturenanbau

bis hin zu Maschinendemonstrationen.

Nach der erfolgreichen

ersten Durchführung mit

über 500 Teilnehmenden

im vergangenen Jahr am

Strickhof in Lindau (ZH),

treffen sich die Bio-

Ackerbauprofis diesmal

am landwirtschaftlichen

Bildungszentrum Agrilogie in Grange-Verney.

Die Veranstaltungssprache ist

französisch. Der Anlass startet um 9.00

Uhr und dauert bis 16.00 Uhr. Die

Maschinen demonstrationen (Unkrautregulierung

im Mais und Einarbeitung von

Gründüngungen) finden um 11.00 Uhr

sowie um 14.30 Uhr statt. Die Feldposten

werden von Experten aus Beratungsund

Forschungsinstitutionen betreut und

widmen sich den Themen Kunstwiesensaat,

Gründüngung, Raps, Getreide,

Mais, Mischkulturen und ÖLN-Gerstenversuchen.

Detaillierte Informationen

sind unter www.bio-ackerbautag.ch zu

finden. Auch in diesem Jahr ist fenaco

GOF mit einem Stand im Ausstellerbereich

ver treten. Bei einem feinen Bio-

Snack lohnt sich ein Schwatz zu den

aktuellen Marktaktivitäten.

Tagung «Ertragssicherheit

im Bio-Landbau»

Am 13. Juni 2013, 9 bis 13.30 Uhr,

erhält der Bio-Landwirt auf dem Betrieb

von Peter Andrey, Selgiswil 21, 1714

Heitenried, wertvolle Tipps, wie grosse

Ertragsschwankungen reduziert werden

können. Die Themen: Mäusebekämpfung

mit «top-cat» und «standby» (Alex Meier,

Andermatt Biocontrol AG), Totalsanierung,

Übersaat oder anders bewirtschaften?

(Thomas Habegger, UFA-Samen),

Was ist der limitierende Faktor in meinen

Böden? (Urs Hodel, Landor/Monika

Keller, Labor Ins), Effektive Mikroorganismen

(Ueli Rothenbühler, EM Schweiz

AG), Für mehr Schweiz im Bio-Futter

(Ueli Zürcher, fenaco GOF / Daniel

Schmied, UFA). Nach dem Fachteil sind

die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

zum gemeinsamen Mittagsimbiss

eingeladen.

UFA-REVUE · 6 2013 55


SAATGUT

UFA-SAMEN EMPFIEHLT

UFA 330 – Allrounderin in Varianten

DIE ENGLISCH RAIGRAS-WEISSKLEEMISCHUNG mit Timothe,

Wiesen schwingel, Knaulgras und Rotklee ist die am meisten gesäte Mischung

hier zu Lande. Flexibilität in der Bewirtschaftung und Anpassungsfähigkeit

an den Standort machen diesen Mischungstyp sehr beliebt.

Für Fragen

fenaco Sursee,

Dominik Fischer

058 433 65 88

GVS Schaffhausen,

Daniel Item

052 631 17 65

LV St. Gallen,

Albert Fässler

071 226 77 11

fenaco Winterthur,

Hanspeter Hug

058 433 76 04

fenaco Moudon,

Lukas Aebi

058 433 67 81

fenaco Lyssach,

Andreas Wyss

034 448 18 61

Infos zu den Mischungen

gibt es auch im UFA-

Samen Feldsamenkatalog

(in Ihrer LANDI) oder via

www.ufasamen.ch.

www.ufarevue.ch 6 · 13

Durch die grösser werdenden Betriebe

und die individuelle Spezialisierung

in der Tierhaltung wünschen

viele Landwirte Mischungen,

die auf ihre Bedürfnisse besonders gut

abgestützt sind, ohne Verzicht der

Grundvorzüge der UFA 330er. UFA-Samen

entwickelte zusammen mit Ihren

Anforderungen und den weltweit besten

Zuchtsorten in den vergangenen

Jahren 7 weitere Varianten dieses Mischungstyps.

Aufgebaut auf der Grundmischung

330 erhält der Futterbauer Mischungen,

die seinen Anforderungen noch

besser entsprechen, ohne auf die 330er

Vorzüge verzichten zu müssen.

Folgende UFA-330er Typen sind erhältlich:

UFA 330 Grundmischung für alle

Verwendungszwecke.

UFA 330 AW Grundmischung mit

der neuen Deckfrucht Alexandrinerklee

und Westerwoldisch Raigras =

Mehrertrag im 1. Schnitt.

UFA 330 Gras Grundmischung ohne

Klee für Betriebe, die immer zu viel

Kleeanteil in den Wiesen haben oder

für Verwendungen wo kein Klee gewünscht

ist (z. B. Pferdehaltung).

UFA 330 M Der Acker-Rotklee wird

in der Grundmischung durch Mattenklee

ersetzt. Mattenklee ist ausdauernd.

Dadurch verändert sich der Mischungstyp

von einer reinen

Gras-Weisskleemischung zu einer

Gras-Weissklee-Mattenkleemischung.

UFA 330 MAW Mischungstyp wie

UFA 330 M jedoch mit Deckfrucht

wie in der UFA 330 AW.

UFA Queen GOLD Mischungstyp

wie UFA 330 M mit zusätzlicher Luzerne.

Dadurch erhält der Landwirt

eine Gras-Weisskleemischung mit

Mattenklee und Luzerne.

UFA Strufu Grundmischung mit

den begrannten Italienisch- und Bastard-Raigrastypen.

Sie erhalten eine

(Struktur)gräserbetonte Hochertragsmischung.

Sommeraktion

2013

Erleben Sie die Anziehungskraft von

UFA-Samen Kleegrasmischungen und

Gründüngungen!

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düngung erhalten Sie in Ihrer LANDI

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Das beliebte, an ziehende T-Shirt der

Marke Switcher ist qualitativ hochwertig,

robust und aus 100 % Baumwolle. Es

eignet sich für die tägliche Arbeit auf

dem Hof und selbst verständlich auch für

die Freizeit.

Die Aktion läuft bis zum 28. Juni 2013.

56 6 2013 · UFA-REVUE


Höherer Milchbedarf – höhere Leistung

Eine Mutterkuh gibt genau jene

Milchmenge, die das Kalb zu trinken

vermag und das sind etwa 3500

bis 4000 kg in 300 Säugetagen.

Fleischrassen und unterversorgte

Kühe produzieren deutlich weniger

Milch. Über 4000kg geben Mutterkühe,

wenn sie Zwillingsgeburten

haben oder Ammenkälber ver -

sorgen müssen, zeigt eine vier -

jährige Untersuchung am Lehr- und

Forschungszentrum (LFZ) Raumberg-Gumpenstein.

Ein häufiger

Milchentzug stimuliert die milchbildenden

Hormone und ein niedriger

Euterinnendruck fördert die Milchsekretion.

Während im Versuch eine

Kuh mit einem Kalb jeweils lediglich

eine Milchleistung von 2782 beziehungsweise

2917 kg Milch in 270

Säugetagen erzielte, steigerte sie ihre

Leistung unter praktisch gleichen

Bedingungen nach einer Zwillingsgeburt

auf 3883kg, was einem Plus

von 40% entspricht.

Je nach Leistung unterscheiden

sich die Fütterungsempfehlungen,

um weder Verfettung noch eine zu

starke Abmagerung – mit allen möglichen

Folgestörungen – zu riskieren.

Zwischen dem 50. und ungefähr

dem 200. Säugetag benötigt die

Mutterkuh leicht verdauliche, energiereiche

Futtermittel. Denn in dieser

Periode trinken die Kälber am

meisten.

Hans Häusler,

LFZ Raumberg-Gumpenstein

KURZMELDUNGEN

NUTZTIERE

Fleischschafhaltung

optimieren

Analysen typischer Bergbetriebe

mit Fleischschafhaltung ergeben,

dass die Vollkosten aus den

Fleischerlösen und Direktzahlungen

oft nicht gedeckt werden können.

Ein kalkulatorischer Stundenlohn

von 28Fr. wird nicht erreicht.

Zwar arbeiten kurz- (Leistungen –

liquiditätswirksame Fremdkosten

= Cashflow) und mittelfristig

(Cashflow – Abschreibungen =

Einkommen) alle untersuchten

Betriebe rentabel. Längerfristig

(Cashflow – Abschreibungen – Eigenkosten)

ist die Wirtschaftlichkeit

nicht sichergestellt. Hier drei

Optimierungsansätze:

Natürliche Ammen vorne

In einem Vergleich am Zentrum

Boxberg haben Ferkel in Säugezeit

(264g Tageszunahme TZ, 8.8kg Ab-

setzgewicht) und Aufzucht (490 g

TZ) das beste Resultat erzielt, wenn

sie bei einer natürlichen Amme aufgezogen

wurden (zehn Ferkel je

Sau). Doch auch die Alternativen für

«überzählige» Ferkel schnitten gut

ab: Milchbeifütterung in der Abferkelbucht

mit Muttersau und zwölf

Ferkeln sowie Rescue Deck mit

zwölf Ferkeln. Als Kontrollvariante

diente eine Sau mit zwölf Ferkeln.

BCS-Beurteilung lohnt sich

Bei einer mageren Sauen mit einem

Body condition scoring (BCS) von 1

bis 2 liegt die Differenz zwischen Jagerverkauf

und den Kostenfaktoren

Aufzucht, Futter, Arbeit und Infrastruktur

bei 195 Fr. Bei Tieren mit

optimalem BCS von 3 bis 4 beträgt

diese Differenz + 862 Fr. Zu fette

Sauen (BCS 5 bis 6) machen minus

(-644 Fr.), zeigt eine Berechnung

von Peter Stoll, Agroscope, anhand

der Preise von 2010.

Wie lange fasten?

Für Schweine sind Transporte angenehmer,

wenn ihr Magen leer ist.

Auch um den zu entsorgenden

Darminhalt zu begrenzen und Futter

zu sparen, werden Schweine vor

dem letzten Verlad nicht mehr gefüttert.

Dauert der Futterentzug jedoch

zu lange, werden Energiereserven

in den Muskeln abgebaut, was

zur Säuerung des Fleisches oder gar

Gewichtsverlust führen kann. Gemäss

Versuchen am französischen

Institut Romillé ist es am besten,

wenn Schweine bei rationierter Fütterung

rund sieben Stunden vor

dem Verlad kein Futter mehr erhalten.

Bei Automatenfütterung liess

sich kein Unterscheid zwischen verschiedenen

Fastenzeiten feststellen.

Spülungen jetzt attraktiver

Mit der genomischen Selektion

wird es noch interessanter, bei vielversprechenden

Kühen einen Embryotransfer

durchzuführen, ist

Alain Passeraub, Tierarzt Embryoproduktion

bei Swissgenetics, überzeugt.

Im Ausland sei es bereits von

praktischer Relevanz, die genomischen

Zuchtwerte der Embryonen

zu bestimmen und diese rasch auf

Empfängertiere zu übertragen.

16 % verdienen dank Fleisch

Zählt man Bauernbetriebe, Nahrungs-,

Futterhersteller, Detailhandel

und Gastronomie zusammen,

hängen 16% der Schweizer Arbeitsstellen

mit der Wertschöpfungskette

Fleisch zusammen. Am landwirtschaftlichen

Produktionswert hatte

die Fleischproduktion 2012 einen

Anteil von 24.1%.

aus «Fleischmarkt im Überblick»,

Proviande

• Bei den Stallleistungsdaten und

beim Management zeigen sich

grosse Unterschiede. Dies vor

allem bei der Remontierungs -

rate, beim Erstlammalter und

bei der Anzahl geborener Lämmer

je Aue. Mit zunehmender

Herdengrösse sinken die Produktionskosten

deutlich.

• Bei den Fleischerlösen ist die

Vermarktungsform entscheidend.

Mit Direktvermarktung

lässt sich der Erlös nahezu verdoppeln.

• Da die Direktzahlungen in der

Fleischschafproduktion höher

liegen als die Umsatzerlöse, gilt

es mit der Agrarpolitik 2014/17,

die staatlichen Beiträge betriebsspezifisch

zu optimieren.

Lorenz Büchel, SBV Treuhand

und Schätzungen

Tagesaktuelle Neuigkeiten

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UFA-REVUE · 6 2013 57


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in der Praxis. Im Unterschied zu

Alleinfutter, das den ganzen Bedarf

abdeckt, enthält das expandierte

UFA 505 jene Nährstoffe,

die in den Körnern fehlen.

Expandieren führt zu einer hervorragenden

Hygienisierung und

Futterverwertung, weil die Nährstoffe

durch gezieltes Mahlen,

Erhitzen und Druck aufgeschlüsselt

werden. Ein Kilogramm UFA

505 enthält 10.7 MJ umsetzbare

Energie, 200 g Rohprotein und

40 g Rohfaser. Das Angebot der

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bietet das UFA-Lohnmischsystem,

weil:

• für Futtergetreide ein bis 10 %

höherer Erlös resultiert.

• die Produktionskosten in der

Tierhaltung sinken dank weniger

Arbeit (kein Trocknen, Mischen,

Lagern, Verteilen usw.),

geringerem Risiko und dank

nährstoffeffizientem (UFA W-

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und eine tiergerechte

Beschäftigung.

UFA-REVUE · 6 2013 59


UNTERWEGS MIT...

EN ROUTE AVEC…

…AFP-Spezialist Guido Wanner

«Erst optimieren, dann expandieren»

Guido Wanner betreut den Ring 47 bereits

seit 2002. Familie Schmitz stieg

2005 als vierter Abferkelbetrieb in den

Ring ein. In der Zwischenzeit wurde der

Sauenbestand aufgestockt und Peter

Schmitz übernahm den Deck-Warte-Betrieb

des Rings, weil der Vorgänger diesen

aus gesundheitlichen Gründen abgeben

musste.

Rationell arbeiten Auf die

Frage, wie denn der Betrieb

Schmitz in zehn Jahren aussähe,

antwortet Peter: Erst optimieren,

dann expandieren! Diese Reihenfolge

ist zwar sehr logisch

und vernünftig, wird aber nicht

von allen wachsenden Betrieben

so gesehen. Flächenmässiges

Wachstum lässt sich nicht

planen. Das gesamte Konzept

des Betriebs Schmitz ist konsequent

auf Rationalisierung

ausgelegt. «Als wir auf saisonale Abkalbung

umstellen wollten, waren

viele in unserem Umfeld erst

skeptisch», erinnert sich

Peter Schmitz. «Heute

sind wir alle begeistert

und die Umstellung war eine der besten

Entscheidungen». Veränderungen sind

immer eine Chance.

Spezialisierung als Vorteil Der

Bau eines Abferkelstalls im Jahr 2005

war einer der grössten Meilensteine des

Betriebs Schmitz. Zu den 150 Mastplätzen

im alten Bauernhaus kam nun die

Zuchtsauenhaltung dazu. Durch die

Spezialisierung und Integration in einen

AFP-Ring musste nicht der gesamte Produktionsprozess

auf einmal erlernt werden.

Der Neubau wurde mit viel Eigenleistung

aufgestellt, im ersten Schritt für

zwei 15er Gruppen mit Jageraufzuchtstall.

Auf drei Kantone verteilt Im

Rahmen eines mehrmonatigen Arbeitsaufenthalts

in Wisconsin konnte Betriebsleiter

Peter Schmitz wertvolle Eindrücke

in die Milchproduktion und

Rindviehzucht der USA gewinnen. 2006

kamen dann die Meisterprüfung und eine

Generationengemeinschaft mit dem

Vater als weiterer Meilenstein in der Betriebsentwicklung

hinzu. Der plötzliche

Tod des Vaters 2010 war für die junge

Der Stammbetrieb in

Untersteckholz.

Familie ein schwerer Schlag. «Es fehlt

einfach jemand, den man fragen kann»,

beschreibt Peter die Momente, in denen

er gerne auf die Erfahrung seines

Vaters zurückgreifen würde. «Die

schnelle Entwicklung lässt manchmal

keine Planung zu», fährt er fort. «Als der

Deck-Warte-Betrieb zum Verkauf anstand,

hatten wir nicht lange Zeit zu

überlegen.» Ein Nachteil sei die räumliche

Trennung zwischen dem Heimbetrieb

in Untersteckholz und dem Deck-

Betriebsspiegel

Peter und Doris Schmitz mit Arline und

Levin, 4916 Untersteckholz

Meilensteine: 1997 Bau Boxenlaufstall;

2005 Bau Abferkelstall; ab 2006

Generationengemeinschaft; 2009

Schnitzelheizung für Wohnhäuser,

Abferkel- und Jagerstall; 2012 Über -

nahme Deck-Warte-Stall

Fläche: 41.2ha Nutzfläche, 8.3ha Wald

Tiere: 30 Milchkühe (Vollweide und

saisonale Abkalbung), 25 Aufzuchtrinder

(davon 1/3 Vertragsaufzucht für andere

Landwirte) 380 Zuchtsauen (Deck-Warte-Betrieb)

plus 40 Zuchtsauen

(Abferkelbetrieb), 147 Mastschweine

Pflanzenbau: 14ha Acker, 27.2ha

Grünland

Arbeitskräfte: Betriebsleiter-Ehepaar,

2 landw. Mitarbeiter (1x100%,

1x60%), 1 LuB-Mitarbeiter (Landwirtschaft

und Behinderte), Mutter Schmitz

Guido Wanner, Dorfstrasse 41, 6211 Buchs

Geboren 24. Juli 1962

Zivilstand

Werdegang

Hobbys

Motto

verheiratet mit Priska, Tochter Myriam (23 Jahre)

Landwirt mit Meisterprüfung, Vollerwerbslandwirt bis

2000, 2000 bis 2002 50% Aussendienst bei LANDI

Nottwil-Buttisholz, eidgenössisch diplomierter

Verkaufsleiter seit 2011, seit 2002 bei UFA AG als

AFP-Verantwortlicher und Verkaufsberater

Familie, Natur, Wandern, Fitnesstraining, Tanzen,

Velofahren

«Durch vorausschauende Planung den Betrieben gute

Voraussetzungen schaffen für eine wirtschaftliche

Schweineproduktion.»

60 6 2013 · UFA-REVUE


Warte-Betrieb in St. Urban. Immerhin

ist die Betriebsfläche auf drei Kantone

verteilt, was den administrativen Aufwand

nicht gerade einfacher macht.

Lieber gleich richtig Doris und

Peter Schmitz treffen ihre Entscheidungen

über die Betriebszukunft nach einer

eigenen Philosophie: «Lieber gleich

richtig bauen als später nachrüsten.»

Schmitz‘ sprechen aus Erfahrung. Der

Abferkelstall wurde erst 2011 auf zwei

Mal 20 Plätze erweitert. Der nächste

Schritt ist für Peter Schmitz jetzt ein dazu

passender Aufzuchtstall. Es gibt noch

viel zu tun. Peter Schmitz hat deshalb

immer mehrere Projekte gleichzeitig im

Kopf, die er gerne als nächstes umsetzten

würde.

Fütterung konsequent einfach

Nicht nur die Fütterung der Milchkühe

ist durch die Vollweide rationell organisiert.

Bei den Schweinen setzt Familie

Guido Wanner und

Peter Schmitz besprechen

die Sauendaten aus

dem UFA 2000planer.

Schmitz auf Alleinfutter. Als Abferkelbetrieb

weiss Peter um die Wichtigkeit der

Versorgung bereits während der Trächtigkeit

im Wartebereich. Auf dem Sandacherhof

wird das Sauenfutter der Extra-Linie

(UFA 362-6) mit Schotte

gemischt, da die betriebseigene Quelle

zu wenig Wasser liefert, um die Wohnungen

und die Tierhaltung zu versorgen.

Die Voraussetzungen für gute biologische

Leistungen sind gegeben: Mit

aktuell 2.3 Umtrieben erreicht der Ring

nach dem UFA 2000planer immerhin

25.6 abgesetzte Ferkel pro Sau und Jahr.

Noch Verbesserungspotenzial gibt es

bei den Saugferkelverlusten und den

Umrauschern.

Bei den Ferkeln setzt Peter Schmitz

auf Fresta Gel, UFA 302 Prestarter sowie

UFA 304 piccolo und erreicht damit sehr

gute Absetzgewichte von 9 bis 9.5 kg.

Gut organisiert Eine Besonderheit

auf dem Betrieb Schmitz ist das Arbeitsmanagement:

Notizen werden elektronisch

erfasst und synchronisiert. Dadurch

hat jeder den Einkaufszettel für

die LANDI auf seinem Telefon. Arbeitslisten,

Kalender und Tierverkehr sind integriert

und erlauben eine bessere Organisation

der Arbeiten. So weiss jeder,

was geht. Zusammen mit dem Mitarbeiter

wechselt man sich morgens und

abends mit der Arbeit ab. «Wir hatten

einfach Glück mit dem Personal», begründet

Peter das trotz vieler und sehr

anspruchsvoller Aufgaben gute Arbeitsklima.

Der Eindruck bleibt, dass auf dem

Betrieb Schmitz mehr als 80 % des Erfolgs

vom Management des Betriebsleiters

ausgehen. Ab Ende August wird übrigens

eine neue Arbeitskraft gesucht.

Kontakt: 079 283 66 87.

Auf den ersten Blick lässt der arbeitsintensive

Betrieb eine Ahnung von Hektik

aufkommen. Doch in der Küche

hängt ein Souvenir, geschrieben in Englisch:

«Es ist immer 5 Uhr, irgendwo», also

Zeit, Tee zu trinken.

Extra-Futter als solide Grund lage Ein phasengerechtes

Paket an Mineral-, Wirk- und Zusatzstoffen ist in den UFA-

Extra-Futter UFA 362/462 für tragende und UFA 361/461 für

säugende Sauen enthalten:

• Ausgewogenes Ca:P-Verhältnis für starke Knochen ohne Beeinträchtung

der Verfügbarkeit anderer Inhaltsstoffe.

• Organisch gebundene Spurenelemente in Form von Glycinaten

und Proteinaten gewährleisten einen guten Keratinund

Hornzellenaufbau.

• Essenzielle Vitamine A, D und E zur Unterstützung des Organismus.

• Biotin für eine gute Hornqualität.

• L-Carnitin für eine optimale Energieverwertung und hohe

Milchleistung.

• Bedarfsgerechte Versorgung mit allen Aminosäuren, speziell

Methionin und Cystin für den Klauenaufbau.

BLICKPUNKT

POINT DE VUE

Levin, Peter, Arline und Doris Schmitz,

Untersteckholz (BE)

«Wir schätzen, dass Guido Wanner das

Funktionieren des AFP-Rings sicherstellt.

Und: Die Schweine werden von

der Anicom termingerecht abgeholt.»

UFA-REVUE · 6 2013 61


ERFOLG IN DER PRAXIS

SUCCÈS DANS LA PRATIQUE

LESE-FUTTER

À LIRE

Guido Meier,

Niederwil (AG).

Schweinegelenke wieder in Schuss gebracht

Die moderne Schweinegenetik ist leistungsstark.

Guido Meier erreicht mit

seinen 150 QM-Mastplätzen durchschnittliche

Tageszunahmen bis 930g

bei einer Futterverwertung von

2.45kg. Mit einer Umtriebsdauer von

je 86 Tagen sind vier Durchgänge pro

Jahr möglich.

Solche Leistungen stellen hohe Anforderungen

ans Management. Um

die Krankheitsgefahr beim Einstallen

HOBBYTIER-ECKE

ANIMAUX D’AGREMENT

zu minimieren, bezieht Guido Meier

alle Mastjager von einem Ferkelproduzenten

(Jakob Mäder, Boswil). Die Fütterung

erfolgt genau nach Plan: Während

der ersten rund zehn Tage wird

UFA 313-6 verabreicht (Trockenfutter-

Automat), danach erfolgt der Wechsel

auf UFA 331-5 (flüssig). Für ein angenehmes,

gleichmässiges Klima sorgt

die Zufuhr frischer Waldluft über einen

Bodenkanal.

Gesund und fit dank UFA 855 Combi

Rund 70 bis 80 Jungkaninchen vermarktet

Claudia Anderhub, Eschenbach

(LU), pro Jahr. Ihre zehn Zwergkaninchen-Weibchen

füttert sie mit

UFA 855. «Unsere

Tiere sind gesund»,

stellt die gelernte

Zoofachverkäuferin fest und führt dies

auf das konsequente Minimieren des

Keimdrucks, unter anderem durch tägliches

Misten, und den Einsatz des

passenden Futters zurück.

UFA 855 Combi, ein energiereiches

Kaninchenfutter aus

Würfeln und Körnern, ist die

Premium-Rabatt

Fr. 10.– / 100 kg UFA 855,

bis 24.8.2013

in Ihrer LANDI.

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Karte gibt es einen Sack

UFA-Kaninchenfutter

gratis.

Um den Umstallstress abzufedern

und weil früher Gelenkprobleme aufgetaucht

waren, kommt auf den Rat

von UFA-Schweinespezialist Hansueli

Baumgartner der Schweinemineralstoff

UFA 395 zum Einsatz (10 g/kg

Futter). «Dank diesem Produkt sind

die gesundheitlichen Probleme deutlich

zurückgegangen», stellt Guido

Meier nach zwei Jahren Erfahrung

fest.

richtige Ergänzung zu Heu, Gras (mit

wenig Kleeanteil), Karotten und sauberen

Gemüseresten. Mit seinen gezielt

ausgewählten Zusätzen erhöht

UFA 855 die Sicherheit punkto Tiergesundheit.

Ab fünf Tagen vor der

Schlachtung muss es mit UFA 858 ersetzt

werden.

10 JAHRE

BIBLIS

QUALITÄT

Das Beste für Fohlen

Im Frühling geborene Fohlen

befinden sich in einer wichtigen

Wachstumsphase. Sie beginnen,

neben Milch weitere Futter

auf zunehmen. Genügend Bewe -

gung und der Einsatz des

protein reichen Ergänzungs -

futters HYPONA 783, das eine

hohe Verdaulichkeit aufweist

und mit den notwendigen

Mineralstoffen und Vitaminen

angereichert ist, tragen zu einer

gesunden Entwicklung ohne

Wachstumsknick bei. Einsatz

HYPONA 783: für säugende

Fohlen zur freien Verfügung, für

Absetzfohlen 1 bis 3 kg pro Tier

und Tag, für über einjährige

Fohlen 1.5 bis 2.5 kg. Bis

22.6.2013 ist HYPONA 783 in

Ihrer LANDI mit Fr. 5.–/100 kg

Rabatt erhältlich.

Neuweltkameliden:

Wie füttern?

UFA 765 Combi eignet sich als

Ergänzungsfutter für Lamas und

Alpakas. Ab zwei Monaten vor

dem Abfohlen erhält eine Stute

200 bis 300 g. Für säugende

Mütter mit einem Fohlen sind

300 bis 500 g zu empfehlen. Zur

raschen Entwicklung der

Nachzuchttiere haben sich im

zweiten Lebenshalbjahr 200 bis

300g UFA 765 pro 100 kg

Gewicht und Tag bewährt. Das

schmackhafte Mineralsalz UFA

9981 wird Neuweltkameliden

zur freien Verfügung angeboten.

UFA-Berater

Conseiller UFA

3052 Zollikofen

058 434 10 00

1070 Puidoux

058 434 09 00

6210 Sursee

058 434 12 00

9500 Wil

058 434 13 00

ufa.ch

62 6 2013 · UFA-REVUE


STALLBAU & -TECHNIK

Rationiert in der alten Hülle

NUTZTIERE

BEI EINEM STALLBAU fallen zahlreiche Entscheidungen mit grosser Tragweite an.

Zusammen mit seinen Söhnen Thomas und Stefan hat sich Josef Wigger intensiv damit

auseinandergesetzt, wie die Arbeitsproduktivität und der Kuhkomfort gesteigert werden

können. Zwei Jahre nach der Inbetriebnahme des neuen

Laufstalls kann eine positive Bilanz gezogen werden.

Familie Wigger ist zufrieden mit

dem neuen Laufstall, der gekonnt in

die bestehende Luzerner Scheune

unter die Heubühne integriert wurde.

Das Melken ist bequemer und die

Kühe geben mehr Milch. Dank weicher

Tiefboxen sind Gelenkentzündungen

zur Rarität geworden. Auch Pansenazidosen

kommen nicht mehr vor, seit das

Leistungsfutter via Abrufstation gezielt

zugeteilt wird, rühmen Josef, Thomas

und Stefan Wigger.

Tenn verschmälert Dem Umbau

im Jahr 2011 gingen viele Betriebsbesichtigungen

voraus. Nötig war das Projekt,

um den Tierschutznormen per

1.September 2013 zu entsprechen, aber

auch um zu rationalisieren, die körperliche

Arbeit zu erleichtern und zu Gunsten

des Tierwohls. Der neue Laufstall

umfasst einen Teil für laktierende und

einen Teil für galtstehende Kühe sowie

zwei Abkalbeboxen. Vis à vis der Kühe

ist die Aufzucht untergebracht. Um die

erforderlichen Liege- und Fressplatzmasse

zu erreichen, wurde das Tenn um

70cm verschmälert.

Das Melkzentrum ist mit einem

2x4 Fischgerät von Happel ausgerüstet.

Es wurde ausserhalb des bestehenden

Stallgebäudes angebaut. So hatte man

Platz und konnte punkto Kriechstrom

auf Nummer sicher gehen und professionell

erden.

Der Melkstand verfügt über eine automatische

Tiererkennung, Milchmengenmessung

und ein Herdenmanagementprogramm.

Fällt die Milchleistung

einer Kuh um über 10 %, leuchtet ein

Warnsignal auf. Das Melksystem ist mit

der Fütterung verknüpft, um das Leistungsfutter

über die Abrufstation gezielt

zuzuteilen, und beinhaltet die Fruchtbarkeitsdaten,

um Listen der zu besamenden

oder auf Trächtigkeit zu prüfenden

Tiere ausdrucken zu können.

Das «Aktiv Puls»-System hat schonendes

Melken zum Ziel. Eine spezielle

Kopfdüse am Zitzengummi soll für eine

natürliche Vakuumentlastung in der

Massagephase und so für eine bessere

Eutergesundheit und ein besseres Ausmelken

sorgen.

Laufmatte für Trittsicherheit

Der Fressbereich befindet sich auf einem

Spaltenboden mit Matte. Matten

sind auch im Gang zwischen den Liegeboxen

angebracht, um eine hohe Trittsicherheit

zu gewährleisten. Der Schieber

wird vier bis sechs Mal pro Tag

betätigt, so dass die Klauen trocken und

gesund bleiben. Für den nötigen Klauenabrieb

sorgt der Beton in den Zwischengängen

sowie im Laufhof, der bereits

vor dem Umbau bestanden hatte.

Tief- und Hochboxen Die Tiefboxen

der Kühe werden mit Stroh und zur

Reduktion des Keimdrucks täglich mit

total 12 bis 14 kg kohlensaurem Kalk

eingestreut. Um die Matratze zu machen,

wurde auf den Boxenboden etwas

Kälbermist verteilt. Die Rinder liegen

auf Hochboxen, da die Gefahr von Gelenksentzündungen

bei leichten Tieren

gering ist, begründet Josef Wigger.

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue,

3360 Herzogenbuchsee

www.ufarevue.ch 6 · 13

1

Betriebsspiegel

Familie Josef und Brigitte Wigger mit

Andrea (25 Jahre), Monika (23), Thomas

(22) und Stefan (20), 6034 Inwil

Nutzfläche: 31.5 ha (arrondiert um

Ökonomiegebäude)

Tiere: 50 Brown Swiss Kühe (etwa

8000 kg Milch pro Laktation), 30 Stück

Jungvieh, 330 Mastschweine (Coop

Naturafarm)

Ackerbau: 2 ha Winterweizen, 2 ha

Wintergerste, 1.5 ha Körnermais, 1 ha

Silomais

Arbeitskräfte: Betriebsleiter-Ehepaar,

Thomas und Stefan

2

3

1 · Der Schieber wird

vier bis sechs Mal pro

Tag betätigt.

2 · Die Happel-Melkzeuge

mit den

speziellen Kopfdüsen

zur Vakuumentlastung

in der

Massagephase.

3 · In der Mitte die

typische Luzerner

Scheune.

4 · Stefan, Josef und

Thomas Wigger mit

UFA-Fütterungsspezialist

Michael

Fankhauser (v.l.n.r.).

UFA-REVUE · 6 2013 63


NUTZTIERE

Hohe Leistung und Gesundheit –

ein Widerspruch?

IN DEN ZURÜCKLIEGENDEN DEKADEN sind die Laktationsleistungen der

Schweizer Milchkühe deutlich gestiegen. Um mit der aktuellen Genetik auch hohe

Lebensleistungen zu erzielen, ist eine gezielte Fütterung rund ums Abkalben nötig.

Martin

Kaske

Grafik 1: Abgänge – aber warum?

Zuchtvieh

geringe Leistung,

Melkbarkeit,

Alter

Euterkrankheiten,

Unfruchtbarkeit,

Klauenerkrankung,

Stoffwechsel, Labmagen,

Infektionen, Unfall,

sonstige Gründe

Sowohl bei Schweizer Holstein- als

auch bei Fleckviehkühen steigen die

Laktationsleistungen weitgehend linear

um über 2% pro Jahr. Zwischen

1960 und 2006 haben sich die Milchleistungen

nahezu verdoppelt. Aus Sicht

der Tierzüchter ist eine weitere Erhöhung

der Milchleistung auch in Zukunft

möglich; ein Selektionsplateau ist noch

nicht erreicht.

Weiter steigern? Es erscheint jedoch

zweifelhaft, ob eine weitere unkritische

Erhöhung der Milchleistung ein

erstrebenswertes Ziel darstellt. Die

durchschnittliche Lebensleistung der

Milchkühe bewegt sich heute noch auf

dem Niveau der achtziger Jahre des letzten

Jahrhunderts. Zunehmend gibt es

sogar in der breiten Öffentlichkeit Bedenken,

dass eine weitere Leistungssteigerung

die Kühe überfordern könnte.

Hohe Abgangsraten Tatsächlich

ist die unbefriedigende durchschnittliche

Lebensleistung der Milchkühe auf

hohe Abgangsraten zurückzuführen, die

Abgangsrate

Merzungsrate

Ist die Zwangsmerzungsrate sehr hoch, sind dafür meist

gehäuft auftretende Produktionskrankheiten verantwortlich.

Grafik 2: Risiko für Produktionskrankheiten

Zwangsmerzungsrate

heute auf Milchviehbetrieben meist

zwischen 30 und 50% liegen. Eine hohe

Abgangsrate muss jedoch nicht zwangsläufig

ein Ausdruck eines schlechten Gesundheitsstatus

der Herde sein. Einige

sehr erfolgreiche Betriebe verkaufen in

erheblichem Umfang Zuchtvieh oder selektieren

auf der weiblichen Seite möglichst

scharf. Wenn aber die Zwangsmerzungsrate

(Grafik 1) hoch ist, so lässt

sich dies mit einer ökonomisch tragfähigen

und tiergerechten Milchviehhaltung

kaum vereinbaren. Ursache dafür

sind in der Regel gehäuft auftretende

Produktionskrankheiten. Das sind Erkrankungen,

deren Häufigkeit mit der

Höhe der Milchproduktion direkt oder

indirekt korreliert. Gemäss zahlreicher

Studien trifft dies auf bestimmte nichtinfektiöse

Erkrankungen wie Ketose,

Labmagenverlagerung, hypocalcämische

Gebärparese («Milchfieber»), aber

auch infektiöse Erkrankungen wie Mastitiden

(Euterentzündungen), Metritiden

(Entzündung der Gebärmutter) und

bestimmte Klauenerkrankungen zu.

Rund ums Abkalben Produktionskrankheiten

treten vor allem im Zusammenhang

mit der Kalbung beziehungsweise

während der ersten zwei

Laktationsmonate auf. Diese Häufung

erklärt sich dadurch, dass der Stoffwechsel

der Tiere zu Laktationsbeginn

aufgrund des hohen Energiebedarfs für

die Milchsynthese besonders gefordert

wird. Während der Erhaltungsbedarf einer

600 kg schweren Kuh bei lediglich

36 MJ NEL pro Tag liegt, erfordert die

Synthese von beispielsweise 30kg Milch

zusätzlich 93 MJ NEL pro Tag. Insbesondere

die Transitperiode (drei Wochen

vor und nach der Kalbung) bildet für die

45

40

35

30

25

20

15

10

5

0

Wahrscheinlichkeit

in %

6 7 8 9 10 11 12

Milchleistung (x 1000 kg)

Euterentzündung

Klauenerkrankung

Zysten

Entzündung

Gebärmutter

Nachgeburts-

Verhalten

Milchfieber

Mit der steigenden Milchleistung hat sich

auf Ebene der Population das Risiko für

verschiedene Produktionskrankheiten

deutlich erhöht. Ein gutes Herdenmanagement

gewährleistet dennoch die Verein -

barkeit von Hochleistung, Tiergesundheit,

Fruchtbarkeit und langer Nutzungsdauer.

Hochleistungskuh eine maximale metabolische

Herausforderung. Ursache ist

der rapide Anstieg der Milchleistung

nach der Kalbung, während die maximale

Trockensubstanz-Aufnahme erst

vier bis zwölf Wochen nach Erreichen

der Höchstleistung erreicht wird. Es resultiert

in den ersten Laktationswochen

eine negative Energiebilanz (NEB). Diese

wird durch Mobilisierung von Körperreserven

(vor allem Fett, aber auch

Muskelgewebe) ausgeglichen. Die moderate

Mobilisierung von Körperreserven

ist physiologisch sinnvoll. Bei übermässiger

Fettmobilisation nach der

Geburt besteht jedoch die Gefahr von

Stoffwechselentgleisungen wie die Ver-

64 6 2013 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Verzehrsförderung als Schlüssel zum Erfolg

Im Rahmen eines optimierten Transit-Managements kann vieles getan werden, um die

Futteraufnahme um die Geburt zu maximieren und den Tieren damit den Übergang von

der Spätträchtigkeit auf die Frühlaktation zu erleichtern. Die wichtigsten Ziele des

Managements in der Trockenstehperiode sind:

• Vermeidung einer Überkonditionierung (BCS > 4) der trächtigen Muttertiere durch

eine bedarfsgerechte Energieversorgung im letzten Laktationsdrittel und in der

Trockenstehperiode,

• Adaptation der Pansenflora an die nach der Abkalbung übliche, kraftfutterreiche

Ration durch die sukzessive Erhöhung des Kraftfutteranteils in den letzten zwei bis

drei Wochen der Trächtigkeit («Anfütterung»),

• gezielte Vorbeugung von Milchfieber (hypocalcämische Gebärparese) bei allen

mehrkalbigen Kühen durch geeignete Massnahmen in Absprache mit dem Hoftierarzt

und Fütterungsspezialist,

• Verfügbarkeit einer sauberen und geräumigen Abkalbebox und adäquate Geburtsüberwachung

beziehungsweise Geburtshilfe («stressfreie Abkalblinie»).

fettung der Leber oder Ketose. Zudem

ist die Abwehrbereitschaft des Organismus

gegenüber Infektionserregern während

der Transitperiode herabgesetzt.

Infektiöse Erkrankungen wie Euterentzündungen

(Mastitis) und Entzündungen

der Gebärmutter (Metritis) treten

deshalb häufiger auf und sind oft die indirekte

Folge der NEB.

Ein Schlüssel, hohe

Laktationsleistungen

mit guter Gesundheit,

Fruchtbarkeit und

hohen Lebensleistungen

vereinbaren

zu können, liegt in der

Fütterung.

Nach der Abkalbung gelten folgende Massnahmen als sinnvoll zur Erreichung einer

maximalen Futteraufnahme:

• Angebot von Wasser mit einem Energiesupplement direkt nach der Kalbung,

• Verfütterung einer Ration mit hochwertigen, schmackhaften und energiereichen

Futtermitteln mit einem ausreichend hohen Strukturanteil,

• Fütterungsmanagement, das jeder Kuh der Herde einen ungehinderten und ständigen

Zugang zum Futter ermöglicht,

• ständige Verfügbarkeit von Trinkwasser,

• Vermeidung von sozialem Stress durch möglichst geringe Fluktuation innerhalb der

Herde,

• Fress-Liegeplatz-Verhältnis von grösser/gleich 1:1,

• Maximierung des «cow comfort» im Hinblick auf Gestaltung des Stalls, Boden belag,

Liegeboxen, Güllebeseitigung und Klauenpflege,

• Aufstallung der frisch abgekalbten Kühe möglichst in einer speziellen Gruppe,

• tägliche, routinemässige Erfassung des Gesundheitsstatus (Gesamteindruck, rektale

Körpertemperatur, Pansenfüllung, vaginaler Ausfluss, Milchsekret) während der ersten

zwei Wochen und die unmittelbare und entschlossene Behandlung etwaiger Erkrankungen

durch den Hoftierarzt.

Anpassungsfähigkeit variiert Es

gibt andererseits keine unmittelbare Beziehung

zwischen der Höhe der Milchleistung,

dem Ausmass der NEB und der

Tiergesundheit. Trotz einer häufig ausgeprägten

NEB erkranken viele Hochleistungstiere

nicht an Produktionskrankheiten

– entsprechend gelten

Produktionskrankheiten heute als Ausdruck

einer individuell unzureichenden

Anpassungsfähigkeit an eine NEB. Diese

Adaptationsfähigkeit variiert zwischen

den Tieren ausserordentlich. Eine

Schlüsselrolle kommt der Höhe der Futteraufnahme

im geburtsnahen Zeitraum

zu. Hier gilt es hervorzuheben, dass jede

einzelne Massnahme, die nach der Kalbung

zu einer höheren Futteraufnahme

führt, als Vorbeugung gegen Produktionskrankheiten

anzusehen ist – jedes

Gramm zusätzliche Futteraufnahme, jeder

einzelne Kieferschlag des Tieres, jeder

zusätzliche Besuch des Futtertisches

sind deshalb von Vorteil (siehe Kasten

oben). Grundsätzlich können hohe Herdenleistungen

nur erzielt werden, wenn

Produktionskrankheiten selten auftreten.

Ein offensichtlicher Widerspruch

besteht nicht zwischen Hochleistung

und Tiergesundheit, wohl aber führen

Produktionskrankheiten zu einer verminderten

Milchleistung und schliessen

insofern eine hohe Herdenleistung aus.

Fazit Das Ziel erfolgreicher Milchviehhalter

ist es, auch bei einem hohen

Leistungsniveau eine gute Tiergesundheit

und Fruchtbarkeit zu erreichen.

Viele Hochleistungsherden mit befriedigender

Fruchtbarkeit und überdurchschnittlicher

Nutzungsdauer belegen

eindrucksvoll, dass Hochleistung und

Tiergesundheit vereinbar sind, sofern

das Fütterungs- und Haltungsmanagement

optimiert werden. Somit ist stets

ein suboptimales Management – und

damit der Mensch – die primäre Ursache

von Produktionskrankheiten. Der

entscheidende Unterschied zwischen

über- und unterdurchschnittlich erfolgreichen

Milchviehbetrieben ist entsprechend

weniger die Laktationsleistung

der Herde als vielmehr die Kompetenz

und Erfahrung der Betriebsleiter.

Autor Martin Kaske, Apl.-Prof. Dr.

med. vet. Fachtierarzt für Physiologie

und Rinder, Dip. ECBHM; Spezialgebiet:

Bestandesmedizin, Kälbergesundheit,

Stoffwechsel-Physiologie; Rinder -

gesundheitsdienst, Agridea,

8315 Lindau, martin.kaske@agridea.ch

Zur Erkennung spezifischer

Problemfelder auf dem Betrieb

dienen Kennzahlen zur Tiergesundheit,

die Gegenstand eines Folgeartikels in der

UFA-Revue vom Juli sein werden.

www.ufarevue.ch 6 · 13

UFA-REVUE · 6 2013 65


NUTZTIERE

Energiereich und verzehrsfördernd

PRESSSCHNITZEL stammen aus der Zuckerindustrie und

können Wiederkäuer- und Schweinerationen sinnvoll

ergänzen. Die Erzeugung einer qualitativ hochwertigen

Pressschnitzelsilage erfordert eine grosse Sorgfalt aller

Beteiligten.

Alain

Morel

Pressschnitzel sind ein Einzelfuttermittel,

das bei der Gewinnung von

Zucker aus Rüben anfällt. Die Rüben

werden nach der Reinigung in

einer Schneidmaschine in Streifen geschnitten.

So wird eine grosse Oberfläche

für den nächsten Fabrikationsschritt

geschaffen: Das Einmaischen mit etwa

70°C heissem Wasser, um den Zucker

herauszulösen. Schnitzel und Zuckerwasser

werden dann im Extraktionsturm

getrennt. Neben Rohsaft entstehen

Nassschnitzel, die abgepresst 25 %

Trockensubstanz (TS) aufweisen. Nach

dem Herauspressen des verbleibenden

Saftes gelangen die etwa 55 bis 60 °C

heissen Schnitzel an die Verladeplattformen.

Die von den Fabriken organisierte

Logistik (Bahn, Strasse) gewährleistet,

dass die Schnitzel sofort zum Endkunden

gelangen.

TS-Gehalte und Qualität Fürs Silieren

haben sich melassierte Pressschnitzel

mit zirka 25 % TS bewährt.

Ware mit höherem TS-Gehalt wird in

den Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld

(ZAF) melassiert und getrocknet.

Trockenschnitzel stehen unpelletiert

oder pelletiert zur Verfügung.

Die Produktion von Pressschnitzeln

unterliegt hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards.

Die ZAF garantieren die

Produktequalität ab Werk. Zum Gelingen

der Silage tragen aber auch die SBB,

Transporteure, Lohnunternehmer und

der silierende Betrieb bei.

Heissvergärung Die Milchsäuregärung

unter aneroben Bedingungen ist

eine der wichtigsten Futterkonservierungsarten.

Während bei der Silierung

Trockenschnitzel

gibt es unpelletiert oder pelletiert.

Siloschläuche sind in unterschiedlichen

Grössen verfügbar.

von Mais oder Gras eine Kaltvergärung

bei unter 30 °C stattfindet, siliert man

die Schnitzel durch Heissvergärung. Die

Rübenschnitzel verlassen die Pressen

heiss und weisen bei der Verladung

noch Temperaturen von über 50°C auf.

Die Abkühlung sowohl beim Transport

als auch bei einer Zwischenlagerung bis

24 Stunden ist relativ gering. Da die mikrobielle

Aktivität in warmen Schnitzeln

Bezugsmengen und Logistik ab Werk Aarberg und Frauenfeld

Pressschnitzel lose

• ab Werk (Selbstabholung)

• franko Hof mit Dosier- oder

Abschiebewagen (ca. 12 – 24 t)

• franko Hof, Fahrsilo oder Siloschlauch

mit Kipp- oder Schubbodenfahrzeug

(ca. 25 – 27 t)

• franko Hof (Hochsilo ca. 7 – 8 m) mit

Kranwagen (ca. 19 – 23 t)

• franko Hof, Fahrsilo oder Siloschlauch

per LKW mit ACTS-Container

(drei Container à ca. 13 t, total

ca. 39 t)

• franko Bahnwagen / Station ohne

Auslad (ca. 45 t)

Pressschnitzel in Siloballen à 1200 kg

• ab Werk (Selbstabholung)

• franko Hof per LKW à 16 Stück mit

Hebebühne oder Kran

• franko Hof per LKW à 20 Stück mit

Hebebühne

• franko Hof per Traktor/LKW (ab

Bahnwagen/Station)

• franko Bahnwagen / Station, ohne

Auslad (20 – 23 Stück)

Struktur-Trockenschnitzel unpelletiert*

Produktion nur im Werk Frauenfeld

• Big Bag à 500 kg, auf Europaletten

• Lose (auf Anfrage)

Trockenschnitzel, pelletiert*

• Lose

• Big Bag à 1000 kg, auf Europaletten

• 30 kg Säcke, auf Europaletten à 900 kg

* franko Lieferungen auf Anfrage

Günstigste Bestell-/Bezugstermine für

Pressschnitzel

• Bestellung: Vorverkaufskonditionen Ende

Mai bis Ende Juni 2013 (Neue Ernte)

• Bezug: ab 15.11.13 bis Kampagneende

Infos: Gratis-Infoline 0800 808 850,

www.landi.ch, www.raufutter.ch,

www.zucker.ch, www.zuckerwirtschaft.de

66 6 2013 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

zu Nährstoffverlusten führen kann, muss

möglichst rasch siliert werden.

Checkliste zur Silierung von

Pressschnitzeln

Eine hochwertige Pressschnitzelsilage

setzt Folgendes voraus:

• Silogrösse (tägliche Entnahmemenge,

Vorschub) und -ort (Befestigung,

Sauberkeit, Öffnungsrichtung

windabgewandt) gut planen.

• Pressschnitzel in warmem Zustand

zügig einsilieren.

• Einträge von Schmutz und damit von

Schaderregern vermeiden. Wo eine

Zwischenlagerung notwendig ist, die

betreffende Fläche anschliessend

reinigen und desinfizieren.

• Gut verdichten, sorgfältig abdecken

und mit Vogelschutznetzen oder -

gittern schützen.

• In Flachsilos soll der Stock maximal

2m hoch sein (für ausreichende und

gleichmässige Abkühlung). Seitlicher

Wassereintritt lässt sich durch das

Unterlegen einer Silofolie verhindern.

Gute Ergebnisse werden auch mit

einer dünnen Unterziehfolie unter

einer luftdichten, UV-beständigen

Silofolie erzielt. Zur Beschwerung

eignen sich Sand, Erde oder gefüllte

Sandsäcke. Reifen genügen nicht.

• Silo regelmässig kontrollieren und bei

Bedarf ausbessern.

• Silierdauer mindestens sechs Wochen,

um eine ausreichende Auskühlung auf

Aussentemperatur-Niveau zu

gewährleisten.

• Wenn Unsicherheiten bezüglich der

tatsächlichen Abkühlung bestehen,

sollte eine Temperaturmessung per

Einstichthermometer in Betracht

gezogen werden.

• Wird die Mindestsilierdauer unterschritten,

können chemische

Siliermittel zur Verbesserung der

aeroben Stabilität führen.

• Glatte, senkrechte Anschnittfläche

(Futterstock nicht lockern).

• Entfernung von Futterresten.

• Ausreichenden Vorschub (0.2 m/Tag

im Winter und 0.4 m/Tag im Sommer)

bei der Entnahme sicherstellen.

Mischsilierung Pressschnitzel haben

ein ausgeprägtes Wasserbindevermögen,

was die Sickersaftbildung und

damit Silierverluste minimiert. Sie eignen

sich zur Mischsilierung mit Gras

oder Silomais. Das Volumenverhältnis

wird auf die Ration ausgerichtet.

Folienschlauch Mit einer Schlauchpresse

können Pressschnitzel in Folienschläuche

gepresst werden. Vorteile:

• Reduzierte Energie- und TS-Verluste

durch sofortigen Luftabschluss und

gleichmässige Verdichtung.

• Verringerung Nachgärrisiko durch

kleine Anschnittflächen.

• Flexibilität bezüglich Lagerort.

Der Schlauchdurchmesser ist entscheidend

für den Vorschub im Silo: Bei

1.90m werden etwa 2.0t/m, bei 3m etwa

5t Pressschnitzel gelagert.

Siloballen Die Silierung von Pressschnitzeln

in Rundballen ist ebenfalls

möglich. Die Siloballen haben ein Gewicht

von etwa 1.2 t und sind vor allem

für kleine Bestände und kleine Abnahmemengen

geeignet. Sie sind einfach

zu lagern und handhaben. Die Pressdichte

liegt höher (ca. 1 t/m 3, , je nach

TS) als bei Schlauch- und Horizontalsilierung,

was sich positiv auf die Lagereigenschaften

auswirkt. Zudem kühlen

Schnitzel in Ballen schneller ab.

Während im Fahrsilo oder im

Schlauch silierte Schnitzel frühestens

nach sechs Wochen verfüttert werden

können, ist bei den Ballen eine Öffnung

bereits nach etwa zwei Wochen

möglich. Das Verfahren ist zwar relativ

teuer, liefert aber bei sachgerechtem

Umgang und regelmässiger Kontrolle

der Siloballen auf Beschädigung eine

nahezu verlustfrei konservierte Silage.

Melassezusatz Die ZAF bieten

melassierte Pressschnitzel an. Melasse

wirkt sich positiv auf die aerobe Stabilität

aus, da sich die Silagen besser verdichten

lassen. Ausserdem dringt die

Luft bei der Entnahme weniger stark in

die Silage ein. Der Energiegehalt der Silage

steigt durch den Melassezusatz

nicht, da der zugeführte Zucker während

der Gärung in Milchsäure umgewandelt

wird. Bewährt haben sich Melassezusätze

von maximal 5 % (30 bis

50kg/t Pressschnitzel).

Saftfutter Pressschnitzel gehören

zu den energiereichen Saftfuttermitteln

und passen gut zu proteinreicher Grassilage,

da sie die N- und Proteinbilanz im

Pansen ausgleichen. Von frischer, unsilierter

Ware unterscheidet sich Pressschnitzelsilage

gehaltsmässig kaum. Der

Zuckergehalt reduziert sich durch die

Milchsäurebildung im Gärprozess. Die

Energie der Pressschnitzel stammt aus

den Gerüst- oder Zellwandkohlenhydraten,

die im Pansen langsam und konstant

abgebaut werden. Mit ihren 18% Rohfaser

können Pressschnitzel die Azidosegefahr

in Rationen mit viel Mais- und Getreidestärke

reduzieren. Als feuchte

Komponente beeinflussen sie die Gesamtfutteraufnahme

positiv und lassen

sich gut in Mischrationen integrieren

(Ziel: 38 bis 45% TS in Mischung). Je

nach Ration sind bis 15kg pro Kuh und

Tag einsetzbar. Zu beachten ist:

• Ration sorgfältig berechnen.

• Schrittweise Futterumstellung.

• Auf Mineralstoffausgleich achten.

• Nie in den leeren Futtertrog vorlegen.

Auch bei den Schweinen kommen

Pressschnitzel (oder Trockenschnitzel

gemahlen) zum Einsatz. Durch ihre

Quelleigenschaft bewirken sie eine

schnelle, nachhaltige Sättigung ohne

hohen Energiegewinn. Sie sind ein

günstiges Saftfutter für tragende Sauen

(bis 5kg je Tier und Tag), reduzieren die

Mykotoxingefahr und der tiefe pH-Wert

der Schnitzelsilage stabilisiert das Magen-Darm-Milieu.

Enthaltene Pektine

(Ballaststoffe) wirken der Dickdarmträgheit

um die Geburt entgegen.

Rübenschnitzel

können zusammen mit

Mais-, Grassilage oder

weiteren Komponenten

in Schichten aufgebracht

oder vermischt

werden.

Bilder: ZAF

Autor Alain Morel, Produkteleader

Press- und Trockenschnitzel, fenaco

Raufutter, 3001 Bern

Unter www.raufutter.ch finden Sie das

ganze Sortiment von fenaco Raufutter,

das in den LANDI angeboten wird.

Gratis-Infoline 0800 808 850

www.ufarevue.ch 6 · 13

UFA-REVUE · 6 2013 67


NUTZTIERE

UFA-REVUE REISE

Milchwirtschaftliche Exkursion

nach Israel, 5. bis 10. Oktober 2013

Israel ist mit knapp 30 000 km²

etwas kleiner als die Schweiz. Obwohl

die klimatischen Bedingungen

alles andere als optimal sind, gehört Israel

zur weltweiten Spitze in der Milch -

produktion. Ein Erfolgsfaktor ist die tierärztliche

Bestandsbetreuung. Zu den weiteren

Besonderheiten gehören die

Versorgung mit Mischrationen über Futterzentralen

und die Einstreue mit getrocknetem

Dung. Nicht zuletzt ist Israel

auch Entwickler bekannter Managementtechnik,

wie etwa dem Wiederkau-

Aktivitätssensor.

All dies wird auf der

milchwirtschaftlichen

Exkursion vom 5. bis 10.

Oktober 2013 vor Ort

besichtigt. Darüber hinaus

werden nebenbei

auch historische und geschichtsträchtige

Attraktionen

besucht.

Der Aktivitätssensor,

eine Entwicklung

aus Israel.

Bild: P. Zieger, Homberg-Ohm

Anmeldetalon zur UFA-Revue Exkursion nach Israel

Bis 5. Juli an: Agrar Reisen, Rohrerstrasse 100, 5001 Aarau (Passkopie beilegen!)

Ich/wir melde(n) mich/uns für die Israelreise vom 5. bis 10. Oktober 2013 an:

Programm

Samstag, 5.10.: Flug mit Swiss von Zürich

nach Tel Aviv (09.45bis14.35Uhr).

Treffen der lokalen Reiseleitung und

Fahrt ins Gästehaus beim Kibbuz in Degania

am See Genezareth. Besuch der

historischen Stadt Caesarea.

Sonntag, 6.10.: Unter anderem steht

der Besuch eines grossen Milchviehbetriebs

(820 Kühe), einer Bullenstation

und eines «Moshav» (genossenschaftliche

Siedlung) auf dem Programm. Übernachtung

im Kibbuz Degania.

Montag, 7.10.: Fahrt auf den Golan und

Besichtigung zweier Betriebe mit Komposthaltung.

Durch das Hulatal geht es

zum See Genezareth. Besuch einer Farm

mit hochstehender Melk- und Management-Technik.

Übernachtung im Kibbuz

Nachsholim am Mittelmeer. Abendveranstaltung

mit Dr.Doron Bar, Entwickler

des Wiederkau-Aktivitätssensors.

Dienstag, 8.10.: Besichtigung der Israelian

Cattlebreeders Asociation (ICBA).

Anschliessend Besuch bei Hochaklait,

der Tierärztevereinigung in Israel, und

eines Milchviehbetriebs in Ji’fat, nahe

von Nazareth. Übernachtung im Kibbuz

Nachsholim.

Mittwoch, 9.10.: Besichtigung eines

Milchviehbetriebes zwischen Netanya

und Tel Aviv. Übernachtung im Kibbuz

Ramat Rachel bei Jerusalem.

Donnerstag, 10.10.: Fahrt nach Jerusalem,

Besichtigung der Altstadt. Rückflug

mit Swiss und Ankunft abends in Zürich.

Wichtige Hinweise Wegen beschränkter

Teilnehmerzahl ist eine frühzeitige

Anmeldung empfehlenswert.

Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge

des Eingangs berücksichtigt,

nach Anmeldeschluss am 5. Juli 2013

nur noch auf telefonische Anfrage. Die

minimale Teilnehmerzahl beträgt 20

Personen. Bei Abmeldungen nach dem

Versand der Rechnung/Bestätigung fallen

eine Bearbeitungsgebühr von 60 Fr.

pro Person (maximal 120 Fr.) und Annullationskosten

(bis zum vollen Reisepreis)

an, weshalb eine Annullationskostenversicherung

zu empfehlen ist (siehe

Anmeldetalon). Schweizer Bürger benötigen

für die Reise einen Pass, der noch

mindestens sechs Monate gültig ist.

Pauschalpreise pro Person

• bei mindestens 25 Personen:

2580 Fr. (Doppelzimmer)

• ab 30 Personen: 2490 Fr.

(Doppelzimmer)

• ab 35 Personen: 2400 Fr.

(Doppelzimmer)

• Einzelzimmerzuschlag:

410 Fr./Person

Vorname

Nationalität

Strasse

Name

Geburtsdatum

PLZ/Ort

Im Preis inbegriffen sind: Flug; Unterkunft; UFA-Revue

Reisebegleitung; lokale, deutschsprechende Reisebegleitung;

vier Mittag- sowie alle Abend- und Morgenessen; Aus -

flüge; Eintritte; Reisedokumentation; Auftragspauschale.

Kleine Programmänderungen bleiben vorenthalten.

Festnetz

E-Mail

Natel

Unterkunft: Doppelzimmer Ich bin bereit, ein Doppelzimmer zu teilen mit

Einzelzimmer (Zuschlag 410 Fr.)

Einschränkungen: Gehbehinderung

Essensvorschriften (Allergie)

Annulierungs-/Assistance-

Jahresversicherung für 105 Fr./Person

Versicherung: Jahresversicherung für 179 Fr./Familie Ich/Wir sind bereits versichert bei


Organisation Agrar Reisen,

Rohrerstrasse 100, 5001 Aarau,

062 834 71 51,

groups@agrar-reisen.ch,

www. agrar-reisen.ch

www.ufarevue.ch 6 · 13

68 Datum

Unterschrift

6 2013 · UFA-REVUE


Von den Weltmeistern

der Hochleistungszucht

GENETIK

NUTZTIERE

ISRAEL ist nahezu jeden Tag in den Schlagzeilen. Doch nur wenige wissen,

dass die Israelis mit durchschnittlich fast 12 000 Liter Milch pro Kuh und Jahr weltweit

einsame Spitze sind.

Da Israel auf dem Landweg so gut

wie isoliert ist, ist die heimische

Wirtschaft auf maximale Pro duk -

tion getrimmt. Die Versorgung mit

Exportgütern ist nur auf dem Luft- oder

Wasserweg möglich, was die Kosten natürlich

in die Höhe treibt.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts

wurden in Israel erstmals Milchviehbetriebe

angesiedelt, mit dem Ziel, die

einheimische Bevölkerung planmässig

zu versorgen. Schnell wurden die Milchviehbetriebe

zu den Herzstücken der

Kibbuzim, den Genossenschaften, die

nach stalinistischem Vorbild für alle Mitglieder

in diesen Lebens- und Arbeitsgemeinschaften

die Existenz sichern

und dabei auch ein israelisches Nationalbewusstsein

entwickeln helfen sollten.

Aber auch private Milchfarmen, die

«Moshavs», wurden vom Staat bei der

Ansiedlung unterstützt.

Das alte Dogma, wonach hohe Leistungen

der Fruchtbarkeit schaden, wird von

den Israelis zerstört. Mit Zwischenkalbezeiten

von 420 Tagen liegen sie nur

unwesentlich höher als deutsche Betriebe

mit deutlich niedrigeren Leistungen.

Da so gut wie alle Betriebe der Milchleistungsprüfung

angeschlossen sind,

gelten diese Daten als zuverlässig. Neben

der Fütterung, Haltung und Teamarbeit

zwischen Tierarzt und Landwirt

hat auch die Züchtung einen wesentlichen

Anteil am Erfolg. Die Israelis haben

es im Gegensatz zu den klassischen Holstein-Friesian-Hochzuchtländern

verstanden,

früh eine eigene Breitbandzucht

aufzubauen, indem sie neben der

reinen Milchleistung konsequent auch

auf Konstitutions- und Fitnessmerkmale

gesetzt haben (Grafik 2).

Peter

Zieger

Konstitution und Fitness Derzeit

gibt es fast 1000 Milchproduktionsbetriebe

in Israel, zwei Drittel der Kühe

stehen in privaten Ställen, der Rest in

den Kibbuzims. Israel kommt damit auf

rund 1.2 Millionen Kühe. Die israelischen

Kühe geben durchschnittlich

11667kg Milch pro Jahr. Vor dem Hintergrund

der widrigen und harten äusseren

Bedingungen erscheint diese Leistung

schier unglaublich, auch wenn die

Inhaltsstoffe relativ tief liegen (Grafik 1).

Die Liegefläche wird

nicht eingestreut,

sondern besteht aus

getrocknetem Dung.

Stroh ist knapp

in Israel.

UFA-REVUE · 6 2013 69


NUTZTIERE

GENETIK

Grafik 1:

Leistungsentwicklung in Israel

Jahresmilchleistung (kg/Kuh)

12 000

11 750

11 500

11 250

11 000

10 750

10 500

10 250

10 000

Grafik 2:

1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

Milch Fett Protein

Merkmalsgewichtung

im israelischen Züchtungsindex

Fett und Protein (%)

3.70

Fett (kg), 15 % Langlebigkeit, 8 %

Protein (kg), 41 % Persistenz, 4 %

Zellzahl, 13 % Geburtsverlauf der Töchter, 3 %

Fruchtbarkeit der Töchter, 16 %

Quelle: Sion A.I.

Autor Dr. Peter Zieger, 35315 Homberg-Ohm, Deutschland

Das Innovationsteam Milch Hessen (www.agrinet.de/i-team) war

2011/12 mit Reisegruppen in Israel, um den Geheimnissen dieser

äusserst erfolgreichen Milchproduktion auf die Spur zu kommen.

3.60

3.50

3.40

3.30

3.20

3.10

3.00

2.90

www.ufarevue.ch 6 · 13

Damaskiner Rind Grundlage bildet

das einheimische Damaskiner Rind,

eine lokale Milchvieh-Rasse mit hervorragender

Hitzetoleranz und genetisch

bedingter geringer Anfälligkeit gegenüber

einheimischen Krankheiten. Das

Damaskiner Rind wurde mit importierten

Holstein Friesian Bullen aus Nordamerika

und den Niederlanden gekreuzt.

Die F1-Tiere wurden über

wenige Generationen mit Import-Holstein-Bullen

belegt. Mit der Verbreitung

der künstlichen Besamung in den 40er

Jahren erhielt die Zucht einen Aufschwung.

Schon nach kurzer Zeit wurde

die erste eigene Bullennachzucht zur

Besamung verwendet und somit das genetische

Toleranzpotenzial gegenüber

den trocken-heissen Bedingungen aus

dem Damaskiner Rind erhalten und

weitergegeben. Durch jahrzehntelange

konsequente und kontrollierte Zucht

enstand das israelische Holstein Rind in

seiner heutigen Form.

Straffe Organisation Hinter der

strikten Zucht in Israel verbirgt sich eine

interessante Organisationsstruktur: Die

heutige Zuchtorganisation ICBA (Israelian

Cattle Breeders Association) wurde

bereits 1926 gegründet, damals unter

dem Namen «Dairymen’s Union».

Schon drei Jahre später wurden die ersten

Milchleistungsprüfungen mit insgesamt

336 Kühen durchgeführt.

Mit Beginn der künstlichen Besamung

formierten sich in Israel viele kleine

Besamungsorganisationen, die nach

und nach zu zwei grossen Organisationen,

«On» im Norden und «Hasherut»

im Süden des Landes, verschmolzen. Im

Jahr 2001 schlossen sich diese beiden

Organisationen unter dem Schirm der

ICBA zur heutigen Besamungsorganisation

«Sion A.I.» zusammen.

Anpaarungsprogramm im Herdenplaner

Die enge Vernetzung

verschiedenster Organisationen im

Milchviehsektor und deren gute Zusammenarbeit

sind ein weiterer wesentlicher

Beitrag für den Erfolg der israelischen

Züchtung. Nicht nur die Daten

aus der Milchleistungsprüfung (MLP),

auch kuhindividuelle Informationen zur

Physiologie und Gynäkologie vom Tierärzteverbund

«Hachaklait», Analysedaten

zur Eutergesundheit von dem «National

Service for Udder Health and

Milk» (Nationaler Service für Euter, Gesundheit

und Milch) sowie Informationen

zum Schlachtkörper von den

Schlachthöfen werden zuverlässig bei

der ICBA gesammelt und ausgewertet.

Diese Vernetzung ist möglich, da die

ICBA vor etwa zehn Jahren ein eigenes

Rechenzentrum einrichtete und auf dieser

Basis eine Vielzahl von weiteren

Computerprogrammen entwarf. Hieraus

wurde ebenfalls das umfassende Herdenmanagementprogramm

NOA entwickelt,

mit dem fast 50% aller israelischen

Milchviehbetriebe arbeiten. Ziel

dieses Programmes ist neben der üblichen

Herdenübersicht auch eine Vernetzung

verschiedener Organisationen

mit dem Einzelbetrieb, indem Daten automatisch

übertragen und verarbeitet

werden. Unter anderem enthält NOA

ein Anpaarungsprogramm, auf das die

Besamungstechniker von Sion zurückgreifen.

Selektion nach Wirtschaftlichkeit

Der Selektionsindex PD01, nach

dem alle Bullen und Kühe bewertet

sind, wurde nach ökonomischen Gesichtspunkten

entwickelt. Ziel dieses

Indexes ist die Maximierung des betrieblichen

Gewinns. Futterkosten werden

ebenso berücksichtigt wie die

Milchtransport- und Festkosten. Neben

der Milchmenge und den Fett- und Eiweissgehalten

fliessen in den Index

auch die Zellzahlen und die Fruchtbarkeit

der Kühe ein.

65 % Konzentrat Eine Hochleistungsration

enthält in Israel gerne einen

Konzentratfutteranteil von 65 % der

Trockenmasse. Die verbleibenden 35%

Grundfutteranteil bestehen aus etwa

zwei Dritteln Weizensilage und einem

Drittel Maissilage. Eine solche Ration

deckt den gewaltigen Energie- und

Nährstoffbedarf der Hochleistungskuh,

ohne den Pansen aus dem Gleichgewicht

zu bringen. Kühe mit geringer

Körperkondition aufgrund einer negativen

Energiebilanz im ersten Laktationsdrittel

sucht man daher in den israelischen

Betrieben fast vergebens. Diese

High-Input und High-Output Strategie

macht Sinn, denn die Kosten für das

Grundfutter sind in Israel wesentlich höher

als in Mitteleuropa.


70 6 2013 · UFA-REVUE


Zuckerrübenschnitzel

schmackhaft und energiereich

Zuckerrübenschnitzel

sind eines der

kostengünstigsten

Futtermittel

Sie können lose, in Rundballen oder

getrocknet bezogen werden.

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UFA-REVUE · 6 2013 71


NUTZTIERE

GENETIK

Mit Fleisch besamen

IM SOMMER UND SEPTEMBER sind die Tränkerpreise hoch. Entsprechend

interessant ist es, in dieser Zeit qualitativ hochstehende Tränker zu verkaufen.

Aber nicht alle Fleischrassen-Stiere decken die Bedürfnisse der Mäster und Verarbeiter

gleichermassen ab.

Fritz

Zahnd

Ab Mai steigen die Preise der Tränker

für die Kälbermast manchmal

fast ums Doppelte an, weil das Angebot

knapp ist. Ab September fallen

die Preise wieder. Bei den Tränkern

für die Munimast entwickelt sich die

Preiskurve ähnlich, jedoch fällt der Anstieg

mit rund 30 % etwas tiefer aus.

AA-Tränker Im Sommer und Frühherbst

besonders gesucht sind AA-Tränker,

weil viele Mäster bereits beim Einstallen

nach Qualität selektieren. Für die

Produktion qualitativ hochstehender

Schlachtkörper ist geeignete Genetik

unabdingbar.

Im Trend Milchproduzenten profitieren

von guten Tränkerpreisen, wenn

sie ihre Kühe vermehrt mit Mastrassen

besamen. Im Juni bis September ist es

besonders attraktiv, entsprechende Kälber

auf den Markt zu bringen. Bei Swissgenetics

stieg der Anteil Fleischrassenbesamungen

in den Sommermonaten

2012 denn auch weiter an, so dass dieser

auf über 37% zu liegen kam. Nebst

der schwierigen Situation auf den

Milchmärkten ist dies auch eine Folge

des Einsatzes von gesextem Sperma.

Auf was schauen? In der Vergangenheit

wurde bei der Wahl eines

Tabelle: Aktuelle Zuchtwerte (ZW)

Angus

Simmental

Stier Dox Rejan Homer Elliott

ZW Banktiere

Nettozuwachs 121 113 102 105

Fleischigkeit 115 121 120 109

ZW Kälber

Nettozuwachs 118 104 103 104

Fleischigkeit 116 114 123 113

Fleischrassenstieres stark auf den Geburtsverlauf

geachtet. Während dies bei

Rindern Sinn macht, sollten Kühe mit

Stieren besamt werden, deren Nachkommen

genetisch sehr gute Mast- und

Schlachtleistungen aufweisen. Auch der

Züchter profitiert vom Einsatz qualitativ

wertvoller Fleischrassenstiere über den

Qualitätszuschlag, der zum Tränkerpreis

ausbezahlt wird.

Breites Limousinangebot Nach

wie vor ist Limousin die meisteingesetzte

Fleischrasse. Mit den Stieren Elin, Elitas

und Titanus sind Vererber im Angebot,

die sowohl beim Zuwachs als auch

bei der Fleischigkeit überzeugen. Daniel

und Suc Au May zeigen Höchstwerte bei

der Fleischigkeit und weisen ebenfalls

einen guten Geburtsverlauf auf.

Angus und Simmental gesucht

Obwohl mit Angus und Simmental-M

(Mast) hervorragende Kälber und

Angepaart auf

Milchkühe bringt

Dox hervorragende

Kälber.

Banktiere produziert werden können,

haben diese beiden Rassen etwas an

Terrain verloren. Angus und Simmental-M

sollten wieder vermehrt eingesetzt

werden.

Insbesondere der Angus-Stier Dox

eignet sich bestens auf Kühe und zeichnet

sich durch gute Mast- und

Schlachteigenschaften aus. Bei Simmental-M

ist mit Homer ebenfalls ein

harmonischer Fleischigkeitsvererber im

Einsatz, der auch beim Geburtsablauf

gut abschneidet.


Autor Fritz Zahnd, Ressortleiter

Rindvieh, Anicom AG, 3052 Zollikofen.

www.anicom.ch

www.ufarevue.ch 6 · 13

72 6 2013 · UFA-REVUE


Kraftfuttermast?

NUTZTIERE

MIT DER AGRARPOLITIK 2014/17 sind Rindfleischproduzenten in der Schweiz

gefordert, ihre Betriebe weiter zu optimieren. Um zu prüfen, ob und wie

wirtschaftlich eine Kraftfuttermast unter Schweizer Verhältnissen ist, wurde im

Rahmen der Höheren Fachschule am Strickhof ein Versuch durchgeführt.

Die Kraftfuttermast von Muni ist

vor allem in Deutschland aus wirtschaftlichen

Gründen verbreitet.

Weil per 2014 die Raufutterverzehrer-Beiträge

wegfallen, wird auch in der

Schweiz nach Möglichkeiten gesucht,

die Leistungen in der Rindfleischproduktion

zu erhöhen und/oder die Kosten

zu senken.

In einem Versuch am Strickhof

standen sich zwei ad libitum gefütterte

Gruppen à zwölf Tiere gegenüber. Die

Kontrollgruppe erhielt die herkömmliche

Strickhof-Ration mit 41% Maissilage

(11.80 Fr./dt Frischsubstanz FS), 24%

Grassilage (11.90 Fr./dt FS), 21 % Zuckerrübenschnitzel

(12.85 Fr./dt FS) und

14% Kraftfutter (66.45 Fr./dt). Es wurden

absichtlich die Marktpreise genommen

mit der Annahme, dass die Kraftfuttermast

eine Alternative bei

Futtermangel ist und sowieso Futter zugekauft

werden muss. Die Versuchsgruppe

kam in den Genuss von rund

20 % Dürr- und 80 % Kraftfutter (UFA

133-6 Vormastfutter beziehungsweise

UFA 133-7 Ausmastfutter). Kalkuliert

wurde für das Kraftfutter der Bruttopreis

abzüglich Rabatt bei einer Bezugsmenge

von 22t. Wenn ein Betrieb Kraftfuttermast

betreiben will, ist es für eine gute

Für einen umfassenden Rations -

vergleich wären auch die Kosten für

die Futtervorlage zu berücksichtigen.

Tabelle: Versuchsresultate

Kennzahlen Versuch Kontrolle

Ø Tageszuwachs (75 kg bis Schlachtung) 1491 1291

Ø Anzahl Masttage 261 354

Anteil Tiere C oder H 64 % 45 %

Anteil Tiere Fettklasse 3 100 % 82%

Ertrag (Fr./Tier) 2458 2587

Grundfutterkosten (Fr./Tier) 171 752

Ergänzungsfutterkosten (Fr./Tier) 846 376

Deckungsbeitrag (Fr./Tier) 438 384

Deckungsbeitrag (Fr./Platz und Jahr) 613 396

Wirtschaftlichkeit zwingend, das Kraftfutter

günstig einzukaufen und entsprechend

über eine Lagerkapazität von 22t

zu verfügen.

Die Versuchstiere wurden als Swiss

Quality Beef (SQB) vermarktet und entsprechend

rund drei Monate früher geschlachtet

als normale Muni.

Höherer Deckungsbeitrag Aus

wirtschaftlicher sowie produktionstechnischer

Sichtweise hat die Versuchsgruppe

die besseren Ergebnisse erzielt.

Sie wies mit 1491 g im Durchschnitt

einen um 200g höheren Tageszuwachs

auf als die Kontrollgruppe. Der Deckungsbeitrag

lag mit 613 Fr. pro Platz

und Jahr ebenfalls höher (siehe Tabelle),

da mit der Kombination von SQB und

Kraftfuttermast 1.4 Umtriebe pro Jahr

erreicht wurden.

Interessant bei Futtermangel

Damit ist die Kraftfuttermast eine ernstzunehmende

Variante, wenn ein Betrieb

keine Ackerfürchte (Mais) einsetzen

kann und dennoch Munimast betreiben

will. Wichtig: Die Ration muss genügend

Rohfaseranteil aufweisen.

Autoren Michael

Burkard und Stefan

Rüttner absolvieren die

Technikerschule am

Strickhof, 8315 Lindau,

und haben sich im

Rahmen einer

Semesterarbeit mit der

Munimast befasst.

Betreut wurde die

Arbeit von Dr. Roger

Bolt. www.strickhof.ch

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UFA-REVUE · 6 2013 73


NUTZTIERE

Zu viel nützt nicht viel

VITAMINVERSORGUNG DER SCHWEINE Vergleicht man Ferkel-, Mast- oder

Muttersauenfutter verschiedener Anbieter, stellt man fest, dass diese ähnliche

Nährstoff- und Energiegehalte aufweisen, sich aber in Bezug auf die Vitamingehalte

stark voneinander unterscheiden können. Welcher Gehalt ist für eine optimale

Leistung nötig?

Kathrin

Bühler

Ursprünglich wurden Vitamine als

organische Verbindungen definiert,

die der Körper in sehr geringen

Mengen zur Aufrechterhaltung der

normalen Stoffwechselfunktionen benötigt,

aber nicht selber herstellen kann.

Allerdings weiss man heute, dass einige

«Vitamine» oder deren Vorstufen (Provitamine)

vom Organismus zumindest

teilweise selber produziert werden. Beispiele

dafür sind Vitamin D (UV-Strahlung),

Vitamin K (Darmmikroben) und

bei vielen Tieren (inklusive Schwein)

auch Vitamin C.

Reproduktion gemessen wird. Je nach

analysiertem Parameter und dessen Definition

können so verschiedene Untersuchungen

für das gleiche Vitamin zu

unterschiedlichen Bedarfsempfehlungen

führen.

Das «Gelbe Buch» Heutzutage

wird bei den Fütterungsempfehlungen

meistens nicht mehr der Totalbedarf des

Schweins angegeben, sondern eine

Empfehlung für die Gehaltsmenge eines

Vitamins in einem Alleinfutter. Die empfohlene

Vitaminzulage in Futtermitteln

ist im «Gelben Buch» von Agroscope zusammengestellt

und berücksichtigt die

bereits in den Futtermitteln enthaltenen

Vitamingehalte (Tabelle 2). Dies im Gegensatz

zu den meisten publizierten Angaben,

die sich auf den Gesamtbedarf

beziehen und den Gehalt in den Futtermitteln

nicht berücksichtigen.

Speicherbar? Die Vitamine lassen

sich in zwei Gruppen unterteilen: fettlöslich

und wasserlöslich. Die fettlöslichen

Vitamine A, D, E und K können

sich im Körperfett anreichern. Wasserlöslich

und somit im Körper nicht speicherbar

sind alle B-Vitamine sowie Vitamin

C. Tabelle 1 gibt einen Überblick

über die Wirkung einzelner ausgewählter

Vitamine, die in der Schweinefütterung

eine Rolle spielen.

Welcher Bedarf ist gemeint?

Bei der Vitaminversorgung muss zwischen

Minimalbedarf, Optimalbedarf

und Versorgungsempfehlung unterschieden

werden (siehe Kasten). Während

der Minimalbedarf relativ einfach

geschätzt werden kann, ist die Bestimmung

des Optimalbedarfes und damit

der Bedarfsempfehlung schwieriger. In

der Regel wird dieser mittels einer Dosis-Wirkungs-Beziehung

geschätzt. Dies

bedeutet, dass unterschiedliche Dosierungen

eines Vitamins gewählt werden

und der Effekt auf unterschiedliche Parameter,

wie Auftreten von Mangelsymptomen,

Wirkung auf Leistung und

74 6 2013 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Spezialfall Stress Die Werte in der

Tabelle 2 gelten für gesunde Schweine

bei den in der Schweiz üblichen Haltungs-

und Fütterungsbedingungen. Bei

Stress und Krankheit steigt der Vitaminbedarf

der Tiere jedoch stark an. So ist

die Absorbierbarkeit der Vitamine im

Darm bei Durchfall deutlich reduziert,

wie man dies auch von anderen Nährstoffen

kennt. Ist zusätzlich die Futteraufnahme

reduziert, wird die Lücke zwischen

der täglichen Vitaminaufnahme

und dem Optimalbedarf für das betroffene

Tier immer grösser. Deshalb ist es

in solchen Fällen ratsam, die Ration mit

einer Vitaminzulage zu ergänzen, um

die auftretenden Defizite abfangen zu

können. Dies kann einfach und gezielt

durch eine zusätzliche Gabe eines Spezialproduktes

(z. B. UFA Solvi) erzielt

werden.

Tabelle 1: Ausgewählte Vitamine und ihre Wirkung

Name Wirkung Mangelerscheinung Überversorgung

Vitamin A Wachstumsfördernd, Schlechtere Zunahmen, gestörtes Störung des Knochenpositive

Wirkung auf Knochenwachstum, Durchfälle bei wachstums, Frakturen,

Knochenwachstum wachsenden Tieren, Leistungseinbussen,

reduzierter Futterverzehr

Schleimhautveränderungen

Vitamin D Einfluss auf den Phosphor- Schlechte Knochenmineralisierung Kalziumablagerungen in Arterien,

und Kalziumstoffwechsel (Rachitis), Krampferscheinungen Gelenken, Nieren und anderen

Organen

Vitamin E Antioxidans, wirkt Störungen der Fruchtbarkeit, Sehr selten, da bei erhöhter Zufuhr

synergistisch mit Selen, Schäden am Herzmuskel (Maulbeer- auch erhöhte Ausscheidungsrate

Förderung des Immun- herzkrankheit), Weissmuskelkrankheit,

systems

Leberveränderungen, Gelbfettkrankheit

Biotin (B7) 1) Verbesserung der Haut- und Fellveränderungen Nicht bekannt, da überschüssiges

Qualität des Klauenhorns

Biotin mit dem Harn ausgeschieden

wird

1)

Biotin wird auch im Darm von Mikroorganismen gebildet. Quelle: nach Jeroch et al. 2008

Bedarf und Empfehlung

• Minimalbedarf: Vitaminmenge, die

nötig ist, um das Auftreten von

Mangelerscheinungen zu verhindern.

• Optimalbedarf: Vitaminmenge, die es

dem Tier erlaubt, seine Leistungsfähigkeit

auszuschöpfen. Höher als der

Minimalbedarf.

• Empfehlung zur Versorgung: beinhaltet

einen Sicherheitszuschlag und stellt

die Menge des Vitamins dar, welches

unter praktischen Bedingungen den

Tagesbedarf deckt.

Bei Ferkeln und

Zuchtsauen ist der

Vitaminbedarf

besonders hoch.

Bild: agrarfoto.com

Tabelle 2: Empfohlene Zulagen pro Kilogramm Futter

(88 % Trockensubstanz)

Mast- Zuchtsau,

Vitamin Ferkel schwein Deckeber

Vitamin A (IE 1) ) 8000 4000 8000

Vitamin D (IE) 1000 400 800

Vitamin E (mg) 2) 25 12 40

Biotin (µg) 100 50 100

1)

IE = Internationale Einheit. Quantifiziert die biologische Aktivität

und nicht die Menge.

2)

Zusätzlich pro g Polyensäuren 2.6 mg Vitamin E je kg Futter und

pro 1 % zugesetztes Fett 4.4 mg Vitamin E je kg Futter.

Quelle: gelbes Buch, 2004

Tabelle 3: Obergrenzen gemäss Futtermittelverordnung

(Höchstgehalt pro kg Alleinfuttermittel mit 88 % Trockensubstanz)

Mast-

Vitamin Ferkel schwein Zucht

Vitamin A keine Ober- 13 500 keine Obergrenze

definiert

grenze definiert

Vitamin D3 1) 10 000 2000 2000

1)

Vitamin D wird häufig in dieser Form zugelegt.

Sicherheitszuschlag In den von

Agroscope empfohlenen Zulagen ist bereits

ein Sicherheitszuschlag inbegriffen.

Somit ist gewährleistet, dass die Vitamingehalte

im Futter keinen limitierenden

Faktor für die Leistung und die Gesundheit

der Schweine darstellen. Auch

wenn hohe Leistungen einen höheren

Vitaminbedarf zur Folge haben können,

sollte eine zu hohe Vitaminzulage vermieden

werden. Einerseits reagieren die

Tiere auf ein hohes Angebot mit einer

schlechteren Verwertung der Vitamine.

Anderseits besteht die Gefahr, dass sich

die einzelnen Vitamine gegenseitig negativ

beeinflussen. So kann ein zu hoher

Vitamin A Gehalt im Futter den Bedarf

an Vitamin E erhöhen und im Extremfall

zu Vitamin E Mangelerscheinungen führen.

Als weiteren Nebeneffekt hoher Vitaminzulagen

kann es zu unerwünschten

Anreicherungen in Körpergewebe

(z. B. Vitamin A in der Leber) kommen.

Weiter ist bei der Vitaminzulage zu beachten,

dass die futtermittelrechtlich

geregelten Obergrenzen des Gesamtvitamingehaltes,

welche für die Vitamine

A und D bestehen, eingehalten werden

(Tabelle 3).

Fazit Eine ausreichende Vitaminversorgung

gesunder Tiere ist mit dem

Standardschweinefutter der UFA gewährleistet.

Die zugesetzten Mengen

entsprechen langjährigen Erfahrungen

und garantieren eine optimale und ausgewogene

Vitaminversorgung aller Alters-

und Produktionsstufen. In Zeiten

höheren Bedarfs haben sich Spezialitäten

wie UFA 395 oder UFA Solvi bewährt,

welche die veränderten Bedürfnisse

der Tiere gezielt abdecken.

Autorin Dr. Kathrin

Bühler, Technischer

Dienst UFA AG,

3360 Herzogenbuchsee.

www.ufa.ch

www.ufarevue.ch 6 · 13

UFA-REVUE · 6 2013 75


NUTZTIERE

Probleme und Lösungen bei Hitze

SCHWEINE haben ihr Temperaturoptimum in einem sehr engen Bereich. Nur in

diesem fühlen sie sich wohl und erbringen beste Leistungen hinsichtlich Fruchtbarkeit

und Mast. Da Schweine nicht schwitzen können, versuchen sie, ihre überschüssige

Körperwärme durch Hecheln abzuführen, was keine sehr wirksame Methode darstellt.

Thomas

Barmettler

Auslauf von

Absetz ferkeln mit

Sonnenschutznetz.

Bilder: SGD

Ab dem Mastalter übersteigen die

Temperaturen in der warmen Jahreszeit

oft den optimalen Bereich

(Tabelle 1). Dabei gibt es direkte

und indirekte negative Auswirkungen

(siehe Kasten).

Warum ist Hitze

ein Problem?

Eine zu hohe Stalltemperatur kann

folgende Auswirkungen auf die

Schweine haben:

• Reduzierte Futteraufnahme, Leistungsabnahme

• Verstärkte Atmung, Suche nach

Kühlung (suhlen), Verschmutzung

• Unwohlsein, Schwanzbeissen,

Kannibalismus

• Hitzschlag und Kreislaufversagen bei

Kerntemperatur über 42 °C

• Fertilitätsstörungen (Spätsommer!),

saisonale Fruchtbarkeitsstörung

(Sommerloch)

• Beeinträchtigung des Abwehrsystems,

Anfälligkeit für Krankheiten

Quelle: Adaptiert aus SGD-Merkblatt

«Stallklima - Stalltemperatur»

Abwehrsystem beeinträchtigt

Durch den Hitzestress wird das Abwehrsystem

beeinträchtigt, was zu allen erdenklichen

negativen Folgen führen

kann. Schweine suchen kühle und

feuchte Liegeplätze auf. Fehlen in Stallhaltungen

solche Möglichkeiten, halten

sich die Tiere stattdessen oft am Kotplatz

auf. Dies kann jedoch zu starken

Tierverschmutzungen und damit zu Beanstandungen,

bei Sauen zu Milchfieber

und bei Saugferkeln zu Durchfällen, Gelenksinfektionen,

Blutvergiftungen und

weiteren gesundheitlichen Problemen

führen. Vor allem für die Sauen im Abferkelstall

kann Hitze problematisch

werden. Die Geburten sind anstrengender

und dauern oft länger, zum Teil bekommen

Sauen Kreislaufprobleme. Längere

Geburten gehen mit einer höheren

Anzahl tot geborener Ferkeln einher.

Das Intervall zwischen Absetzen und erfolgreicher

Wiederbelegung bei Altsauen

nimmt zu.

Grosse Portion zum Frühstück

Schweine verringern die Futteraufnahme,

um die Wärmeproduktion aus dem

Stoffwechsel einzuschränken. Denn jede

Stoffwechselaktivität wie Verdauung,

Milchbildung oder Bewegung produziert

Wärme. Bei Mastschweinen sinken

die Tageszunahmen und die Futterverwertung

verschlechtert sich. Säugende

Sauen nehmen pro Grad Temperaturzunahme

pro Tag bis zu 170g weniger Futter

auf. Durch die Milchbildung haben

Muttersauen jedoch einen erhöhten

Energiebedarf und magern schneller ab,

wenn sie nicht genug fressen. Das wiederum

wirkt sich nachteilig auf den

nächsten Zyklus aus, die Sau kommt

später in die Rausche. In den Sommermonaten

sollte deshalb verstärkt morgens

und abends gefüttert werden, die

grössere Portion davon in den kühleren

Morgenstunden. Eventuell kann eine

Zwischenmahlzeit helfen, die Futteraufnahme

zu verbessern.

Eber haben eine schlechtere Spermaqualität,

was zu sinkenden Ferkelzahlen

und vermehrten Umrauschern führt.

In der Tierschutzverordnung ist

der Schutz vor Hitze in neu eingerichte-

76 6 2013 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Bau eines Erdwärmetauschers

mit Rippenrohren.

ten Ställen seit 1. September 2008 vorgeschrieben.

Gemäss Tierschutzkontrollhandbuch

ist diese Anforderung erfüllt,

wenn:

• in Räumen und Innengehegen ein

den Tieren angepasstes Klima

herrscht;

• für Schweine ab 25kg in Gruppenhaltung

und für Eber bei Temperaturen

über 25° C eine Abkühlungsmöglichkeit

vorhanden ist.

In Ferkelaufzuchtbuchten, in Abferkelbuchten

und im Deckzentrum müssen

somit keine Abkühlungsmöglichkeiten

vorhanden sein. Abkühlungsmöglichkeiten

sind Erdwärmetauscher, Zuluftkühlung,

Bodenkühlung, Vernebelungsanlagen

sowie mit Feuchtigkeit auf das

Tier einwirkende Einrichtungen wie Duschen

oder Suhlen. Die vorgegebenen

Temperaturwerte sind als Richtwerte zu

verstehen. Das Verhalten der Tiere ist

bei der Beurteilung zu berücksichtigen.

Zuluftkühlung im Vorteil Bei

Neubauten sollte, wenn immer möglich,

eine Zuluftkühlung installiert werden.

Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Am gebräuchlichsten sind Unterflurlüftungen.

Die Luft wird unter dem

Stall hindurch angesogen und kühlt sich

dabei ab. Noch effizienter sind Erdwärmetauscher.

Sie können die Zulufttemperaturen

um bis zu 6°C abkühlen, bedingen

aber einen hohen Investitionsaufwand.

Vorteil bei beiden Systemen

ist, dass die Zuluft im Winter auch erwärmt

wird.

Unterflurlüftungskanäle mit

Umspülung.

Eine Kühlung durch Befeuchtung

der Zuluft kann mit Hochdruckanlagen,

die die Zuluft in einem zentralen Zuluftkanal

befeuchten, oder perforierte Wabenkartonage

beziehungsweise Wände

aus Hohlblockziegeln, die mit Wasser

berieselt werden (PAD-Cooling, Rieselbox,

Coolbox) erreicht werden. Der Methode

der Zuluftbefeuchtung mit Hochdruckanlage

sind aber Grenzen gesetzt,

denn sie funktioniert nur bis zu einer relativen

Luftfeuchte von 80%.

Duschen Analog zur Zuluftbefeuchtung

kann auch die Stallluft befeuchtet

werden. Hierfür eignen sich Niederdrucksysteme

oder spezielle Hochdrucksysteme.

Je kleiner die Tropfen

(Hochdruck) sind, umso besser der Kühlungseffekt.

Duschen sind bei Mehrflächensystemen

oder Buchten mit Auslauf eine sehr

effektive Abkühlungsmöglichkeit. Optimal

sind Niederdruckverneblungen mit

Temperatursteuerung. Für den Eigenbau

können auch Berieselungsschläuche

oder bei Grossgruppen Rasensprenger

verwendet werden. Üblicherweise werden

Duschen im Intervallbetrieb laufen

gelassen. Bei nicht so grosser Hitze wären

das alle 90 Minuten etwa zwei Minuten,

bei grösserer Hitze alle 30 Minuten

ein bis zwei Minuten. Aus eigener

Erfahrung stellen solche Niederdrucksysteme

auch in Abferkelbuchten, über

dem Rost montiert, eine wertvolle Hilfe

dar. Die Sauen werden durch das Wasser

auf ihrer Haut gekühlt und nicht durch

ihre Ausscheidungen.

Der Luftaustausch im Stall muss

genügend hoch sein. Im Winter sollte

die Luftgeschwindigkeit im Liegebereich

nicht über 0.2m/s liegen, im Sommer

kann sie 1 bis maximal 4 m/s bei

Muttersauen sein. Ein Landwirt stellte

letzten Sommer, nachdem die Hygiene

in der Gruppensäugebucht schlecht war,

einen Ventilator auf. Sofort legten sich

die vier Sauen in den Luftstrom und benutzen

den Liegebereich als solchen

und nicht mehr den Kotbereich als Suhle.

Wichtig ist der Luftaustausch auch

Tabelle 1: Optimale Temperaturen für den Liegebereich

Alterskategorien

Temperatur (°C)

Abferkelstall (Sau) 18

Saugferkel bis 1. Woche 32

Saugferkel 2. bis 4. Woche 28

Absetzferkel bis 4. Woche 27

Absetzferkel bis 8. Woche 22

Vormaststall 20

Maststall 18

Zuchtschweine 18

Quelle: SGD-Merkblatt «Stallklima-Stalltemperaturen»

Tabelle 2: Massnahmen bei zu hohen Temperaturen

Ursachen Prüfung Massnahmen

Temperatur der Woher kommt die Luftzufuhr von der sonnen-

Zuluft zu hoch Frischluft? abgewandten Seite

Ungenügende Wärmedämmung Dach wärmedämmen,

Wärmedämmung Dach berieseln

Wärmeeindringung Einstrahlung Beschattung

Fenster

kontrollieren

Luftrate zu tief Förderrate Lüfter, Drehzahl erhöhen, stärkerer

Widerstand Lüfter, Widerstand reduzieren

Sehr hohe Aussen- Möglichkeiten für Vernebelung, Duschen,

temperaturen Kühlung Erdreichkühlung

Quelle: Ludo Van Caenegem, ART

bei Passivlüftungen. Wenn Innen- und

Aussentemperatur gleich hoch sind und

kein Luftaustausch mehr stattfindet,

kann ein Grossraumventilator Hilfe bieten.

Weitere Massnahmen Folgende

zusätzliche Massnahmen sollten berücksichtigt

werden:

• Ausläufe sollten beschattet werden,

wodurch die direkte Hitzestrahlung

reduziert wird.

• Bei Neu- und Umbauten von Ställen

ist darauf zu achten, dass Dachflächen

isoliert werden und dass die

Luftansaugung auf der Nord- oder

Ostseite sowie aus dem Schattenbereich

erfolgt.

• Bei starker Aufwärmung des Daches

kann ein Berieselungssystem auf der

Dachoberfläche eingesetzt werden.

Dadurch wird die Dachhülle etwas

abgekühlt und das Stallinnere weniger

aufgeheizt. Dazu eignen sich Rasensprenger,

die möglichst auf dem

First eingesetzt werden sollen.

Fazit Am wirkungsvollsten ist, das

Tier zu beobachten und verschiedene

Möglichkeiten zu kombinieren. Tabelle

2 kann bei Problemen erste Hilfe bieten.

Oft ist es ratsam, sich zusätzlich fundiert

beraten zu lassen, damit klug investiert

wird.


Autor Dr. Thomas

Barmettler, Beratungstierarzt

beim Schweinegesundheitsdienst

(SGD) Bern-Westschweiz,

3001 Bern.

www.suisag.ch

www.ufarevue.ch 6 · 13

UFA-REVUE · 6 2013 77


NUTZTIERE

PREMIUM

Hobbygeflügel professionell

gefüttert

DIE ERNÄHRUNG VON LEGEHENNEN ist auf deren Gewicht und Leistung

abzustimmen. Wer es genau nimmt, berücksichtigt darüber hinaus das Haltungssystem,

die Umgebungstemperatur und allfällige Stressfaktoren.

Jacques

Emmenegger

Martin

Herrmann

Der vielseitige

Betrieb Anderhub in

Eschenbach (LU)

füttert seine Hennen

mit UFA 505.

Hennen haben einen sehr ausgeprägten

Seh- und Tastsinn. Darum

ist die Futterstruktur bei diesen Tieren

besonders wichtig. Die Absenz

von Zähnen wird durch den Muskelmagen

und Magensteinchen kompensiert.

Der Darm ist kurz, die Passage des Futters

erfolgt schnell und die Verdauung

ist zeitlich begrenzt. Aus diesem Grund

sind Fasern kaum verdaubar. Hennen

benötigen hochwertige Futterkomponenten

mit hoher Verdaulichkeit!

Schätzung des Energiebedarfs

Wie viel eine Legehenne frisst, hängt

vom Nährstoffbedarf ab. Für die Bestimmung

des Energiebedarfs sind Faktoren

wie Erhaltung (Gewicht), Leistung (Eiproduktion),

Wachstum (bis 32. Legewoche),

Umgebungstemperatur (Grafik)

und Haltungssystem massgebend. Bei

Freilandhaltung muss man mit einem

15% erhöhten Bedarf rechnen. Braune

Hybriden sind schwerer als weisse und

haben daher einen höheren Bedarf. Den

Energiebedarf erhöhen ausserdem Verdauungsstörungen,

Parasiten, hohe Besatzdichte,

Stress und Befiederung! Der

Proteinbedarf lässt sich einfacher berechnen,

weil er nur von Erhaltung, Leistung

und Wachstum abhängt.

Fette und Öle Zu den Energieträgern

im Legehennenfutter gehören

Kohlenhydrate und Fette. Bei den Kohlenhydraten

sind vor allem Monosaccharide,

Oligosaccharide und Stärke

von Bedeutung. Zu viel Nicht-Stärke-

Polysaccaride (NSP) wie Pektine sind

beim Geflügel unerwünscht wegen der

schlechteren Futterverwertung und

Kotkonsistenz. Feuchter Kot verschlechtert

das Stallklima und den Hygienezustand

und führt zu vermehrter Tier- und

Eierverschmutzung. Krankheitserreger

werden gefördert.

Fette und Öle spielen in der Legehennenfütterung

eine zentrale Rolle. Sie

• erhöhen die Energiekonzentration,

• haben eine hohe Absorbierbarkeit,

• sind Träger wichtiger fettlöslicher Vitamine,

Pigmente und Aromen, essenzieller

Fettsäuren (Linolsäure und

Omega-3-Fettsäuren) und

• erlauben futtertechnisch die Bindung

der Feinpartikel, was die Stallsauberkeit

und Hygiene verbessert.

Limitierende Aminosäuren und

Fasern Zur Bewertung der Proteinquellen

sind die Gehalte an Rohprotein

(160 bis 190g/kg) sowie an limitierenden

Aminosäuren massgebend. Methio-

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Auf der sicheren Seite

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UFA 505 ist das Ergänzungsfutter zu

Körner für Legehennen! Es enthält alle

wichtige Nährstoffe, Mineralstoffe und

Vitamine in hoher Konzentration. UFA

505 wird zu freien Verfügung angeboten.

Richtmenge: 80 bis 90 g pro Tier

und Tag respektive zwei Drittel der

Tagesration. Um eine bedarfsgerechte

Fütterung zu garantieren, werden pro

Tag zusätzlich 35 bis 40 g der Körnermischung

UFA 506 beigefüttert.

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nin und Cystein nehmen als limitierende

Schwefelelemente für die Federbildung

eine wichtige Stellung ein. Lysin unterstützt

die Bildung von Körpermasse und

Muskeleiweiss. Ferner ist Threonin der

Liste zuzufügen.

Die Ration soll auch 3 bis 5% Rohfaser

(Zellulose und Lignin) enthalten.

78 6 2013 · UFA-REVUE


Dies fördert die Darmfunktion und

beugt Kannibalismus vor.

Mineralstoffe und Vitamine

spielen in der Legehennenfütterung eine

bedeutende Rolle. Das wichtigste

Element ist natürlich Kalzium. Neben

seiner Wirkung in der Reizübertragung

(Nervensystem und Muskelkontraktion)

ist Kalzium der grösste Bestandteil der

Eischale. Für die Bildung von zirka 2 g

Eischale werden rund 4g Kalzium benötigt.

Während der Legephase sollte 4%

der Ration aus Kalzium bestehen. Trotzdem

muss man aufpassen, nicht zu

übertreiben. Kalziumgaben von über

50 g/kg Futter sind kontraproduktiv,

weil sie «sekundäre Rachitis» und einen

geringen Futterverzehr verursachen.

Kommt hinzu, dass sich altersbedingte

Abnahmen der Eischalqualität nur begrenzt

korrigieren lassen. Neben korrekten

Kalziumgehalten im Futter ist ein

zusätzliches Kalziumangebot in Form

von grobem Kalkgrit zu empfehlen.

Phosphor (P) unterstützt den Knochenbau

und die Energieverwertung.

Der Einsatz spezifischer Enzyme (Phytase)

zur Verbesserung der Phosphorverwertung

ist heute üblich. Die Bedarfsempfehlung

lautet 5.5 bis 6 g P/kg

Futter.

Körner Neben dem korrekten Nährstoffgehalt

muss die Physiologie des

Geflügels berücksichtigt werden. Eine

Legehennenration soll zu zwei Dritteln

aus grob strukturiertem Mehl, Expander

oder Crumbs und einer Körnermischung

bestehen. Das garantiert die

bedarfs gerechte Rohfaserversorgung

und eine genügende Beschäftigung der

Grafik: Geschätzte

Futteraufnahme

10.8 MJ umsetzbare Energie/kg, 3 g Tageszuwachs,

48 g Eimasse pro Tag

140 g Futter/Tag 5 °C

120

100

80

25 °C

1.6 kg 1.8 kg 2.0 kg

Lebendgewicht

15 °C

Lesebeispiel: Ein 2 kg schweres Huhn frisst

bei 25 °C ca. 112 g Futter.

Quelle: Universität Hohenheim, 2010

Sebi und Claudia Anderhub

achten bei Hobbytieren

ebenso auf eine bedarfsgerechte

Fütterung wie bei

den Nutztieren.

Tiere (weniger Zeit für Untugenden

wie Federpicken).

Als Alternative zur kombinierten

Fütterung mit Körnern und Ergänzungsfutter

werden aus praktischen

Gründen auch Alleinfutter

angeboten, in denen die Körner

integriert sind.


Das Gute vom Hof

«Es ist der Hit, wie die Leute auf unsere vielen Tiere reagieren», erzählt

Claudia Anderhub-Bühlmann voll Begeisterung. Neben Milchwirtschaft

(17 Kühe, 10 Stück Jungvieh), Obstbau (100 Hochstämmer), etwas

Ackerbau (1.5 ha Mais, 1 ha Raps, 0.5 ha Winterweizen), Lohnarbeiten

und Transporten ge hören die Direktvermarktung (Most) und Eventdurchführung

in der eigenen Festhalle zu den Standbeinen des Betriebs

Anderhub. Für Verdauungsspaziergänge und Erkundungen bietet der

Hof ideale Möglichkeiten. Denn hier leben auch acht Pensionspferde,

21 Damm hirsche, 50 Seidenhühner, 20 Legehennen, 20 Kaninchen, 16

Bienenvölker, Mops-Hunde, junge Perserkatzen, Farbmäuse, Fische in

einem idyllischen Teich und Ferienplätze für weitere Tiere, die meisten

mit eigenem Namen. Die Söhne Sebi (24 Jahre), Christian (23) und

Michael (18) sind um den Bau der ent spre chenden Kleintierställe

besorgt, die sie auch zum Verkauf anbieten. Für die Konstruktion von

Imkereinrichtungen ist Vater Franz Bühlmann der Spezialist.

Von ihren 50 Seidenhühnern vermarktet Claudia im Frühling rund 300

Küken und 300 Bruteier. «Die Hühnerzucht ist ein Hobby und bringt ein

kleines Sackgeld», erklärt die gelernte Zoofachverkäuferin, die im

Farbenzwerg-Klub Innerschweiz mitmacht. Gefüttert werden die

Hühner mit UFA 505 Ergänzungsfutter ( 2 ⁄3 der Tagesration) am Automat

und UFA 506 Körner-Plus ( 1 ⁄3) auf den Boden gestreut. Draussen

nehmen die Tiere Gras auf. Im Winter gibt’s Salat und geraffelte

Karotten. Jungtiere werden mit UFA 513 angefüttert. Nach zehn

Lebenswochen erfolgt der schrittweise Wechsel auf das Junghennenfutter

UFA 515. Neben dieser bedarfsgerechten Fütterung hat sich laut

Claudia Anderhub auch das zweimalige Entwurmen im Jahr bewährt,

um gesundheitlichen Störungen vorzubeugen.

Mehr zum Betrieb Anderhub steht unter www.dasgutevomhof.ch

Autoren Jacques

Emmenegger, Technischer

Dienst UFA AG,

3360 Herzogenbuchsee.

Martin Herrmann,

Agrarhandel/Aussendienst,

LANDI

Oberseetal, 6280

Hochdorf. www.ufa.ch

www.ufarevue.ch 6 · 13

UFA-REVUE · 6 2013 79


NUTZTIERE

Hühner zwischen Tradition

und Moderne

HABEN ALTE GEFLÜGELRASSEN ZUKUNFT? Die Erhaltung der Vielfalt ist

heute den Hobbyzüchtern vorenthalten, während sich die wirtschaftliche Geflügelzucht

auf wenige effiziente Rassen beschränkt.

Holger

Schellschmidt

Bereits um 1900 entbrannte eine

internationale Diskussion über die

Perspektive der Wirtschafts- und

Rassegeflügelzucht. Beide Seiten

verfolgten damals das gleiche Ziel. Es

galt neben der Wirtschaftlichkeit auch

die einheitliche Optik der Rassen weiter

zu vervollkommnen. Individueller Ehrgeiz

oder der kollektive Wille, neue,

bessere Varianten hervorzubringen,

sorgten zudem schon seit Mitte des 19.

Jahrhunderts für eine merkliche Erweiterung

der Rassepalette.

Hybrid versus Allzweckhuhn In

der wirtschaftlichen Geflügelzucht ist

die Zahl der gezüchteten Rassen auf

sehr wenige zusammengeschmolzen.

Zudem werden vorwiegend Inzuchtlinien

gehalten, die bei einer Kreuzung die

gewünschten Hybride hervorbringen. In

Hochleistungszuchtlinien wird aus 2kg

Futter ein Gesamtgewicht von über 1kg

Eier erzielt. Moderne Mastpoulets benötigen

unter 1.7 kg Futter pro Kilogramm

Zuwachs.

Marketing über Rassenamen

Erhalten haben sich auch bei Händlern

vielfach populäre Namen wie Leghorn,

New Hampshire oder Sussex. Die so bezeichneten

Tiere haben oft nichts mehr

mit der eigentlichen Rasseidee zu tun.

Der Erhalt der traditionsreichen Rassen

wird fast ausschliesslich von Hobbyhaltern

betrieben und die Vielfalt an Formen

und Farben ist vor allem international

kaum überschaubar. Dennoch

gelingt es, Raritäten zu erhalten. Auf europäischer

Ebene wurde eine Rote Liste

bedrohter Rassen erstellt, die – umfangreich

wie sie ist – zahlreiche ehemalige

Wirtschaftsrassen, besonders aus den

südeuropäischen Ländern aufführt. Die

Minorka galten zum Beispiel einst als

hervorragende Lieferanten grosser weisser

Eier und die Dorking sind durch ihre

massige Erscheinung der Prototyp heutiger

Fleischrassen. Interessanterweise

haben sich während der Entwicklung

der Wirtschaftsgeflügelzucht im vorigen

Jahrhundert zahlreiche Züchtungen entwickelt,

die obgleich ihrer Leistungsfähigkeit

keine andauernde Popularität

erlangten und schnell wieder verschwanden.

Weder wirtschaftlich interessant

noch optisch ansprechend gingen

sie verloren oder in späteren Rassen

auf.

Zweinutzungslinien Einige Zuchtrichtungen

haben sich etabliert, bei denen

das Geschlecht der Tiere keine Rolle

spielt. Diese Zuchtlinien basieren ursprünglich

auf Zweinutzungslinien, die

vornehmlich in Nordamerika entwickelt

wurden. Noch heute werden solche originären

Züchtungen als Rassehühner

geschätzt. Wyandotten, Plymouth

Rocks, Rhodeländer und New Hampshire

sind die wohl bekanntesten Rassen.

Die Legeleistung und ein geräumiger

Schlachtkörper gleichermassen

galten bei allen als Zuchtziel. Vitalität

und Frohwüchsigkeit waren die vordringlichsten

Selektionskriterien. Besonders

in den Niederlanden und in

Grossbritannien wurde auf möglichst

dunkelbraune Eier viel Wert gelegt und

Bresse-Gauloise

(2,5 – 3 kg, 2 – 2,5 kg)

kommen in Weiss, Blau,

Schwarz und Silber-

Schwarzgeflockt vor und

sind speziell für ihre

Mastfähigkeit bekannt.

Sie legen jedoch auch

60 g schwere Eier.

Welsumer

(2,75 – 3,25 kg,

2 – 2,5 kg) sind für ihre

160 dunkelbraunen Eier

(Ø 65 g) bekannt, geben

aber auch einen

stattlichen Braten ab.

Ganz neu sind die Perl -

grau-Orangefarbigen.

Faverolles

(3.5 – 4 kg,

2,8 – 3,5 kg) werden

für ihr kurzfaseriges

Fleisch sehr geschätzt

und liefern darüber

hinaus etwa 150

hellgelbe bis bräun liche

Eier (Ø 55 g).

Eulenbarthühner

(2,2 – 2,5 kg,

1,6 – 1,8 kg) sind eine

alte und leider seltene

niederländische Rasse

mit wenig Kammbildung

und Bart. Sie legen

160 rein weisse Eier

(Ø 55 g).

New Hampshire

(3 – 3,5 kg,

2,25 – 2,7 kg) werden

traditionell sowohl in

Goldbraun als auch in

Weiss gezüchtet. Die

Blau-Goldbraunen

wurden erst jüngst

erzüchtet.

New Hampshire in

Goldbraun

(3 – 3,5 kg,

2,25 – 2,7 kg) wurden

als Zweinutzungshuhn

in den USA erzüchtet

und legen etwa 220

braune Eier (Ø 55 g)

im ersten Jahr.

80 6 2013 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Rassezucht in der Schweiz

Der Verband Rassegeflügel Schweiz setzt

sich für eine Vielfalt an Rassen,

Eigenheiten und Farbenschlägen beim

Geflügel ein. Hierzu werden regionale,

kantonale und schweizerische Rasseklub-Ausstellungen

organisiert und

unterstützt sowie Kurse und Tagungen

angeboten. Ob jung oder alt – die

Geflügelzucht ist ein sinnvolles,

ansprechendes Hobby mit engem Bezug

zur Natur.

Auskunftsstelle für Rassefragen:

Hans und Margrit Zürcher-Huber,

1566 St.-Aubin, 026 677 22 49

(08.00 – 12.00 / 16.00 – 19.00 Uhr),

hans.zuercher@kleintiere-schweiz.ch,

www.kleintiere-schweiz.ch

so wurden gezielt Rassen wie Barnevelder

und Welsumer entwickelt, die

jedoch ebenso zu den Zweinutzungsrassen

zählen. Wirklich schokoladenbraune

Eier wurden aber einzig bei den französischen

Marans erreicht. Im

Gegensatz dazu stammen die sogenannten

Grünleger wohl von den aus Südamerika

stammenden Araucana ab, die

türkisfarbige Eier legen. Der Ausgangspunkt

der als Leghorn weltweit bekannten

Hennen, die weissschalige Eier legen,

liegt in italienischen Landhühnern.

Ebenso wie bei den spanischen Rassen

war ein grosses und weisses Ei das

Zuchtmotiv, und dies mit globaler Ausstrahlung.

Hobbyzüchter als Erhaltungszüchter

Für Rassegeflügelzüchter

sind Eier und ein gelegentlicher Braten

ein ebenso grosses Motiv wie das Aussehen

der Tiere. Die heutige Vielfalt an

Formen und Farben ist nichts weniger

als der Ausdruck individueller Entfaltung.

Die kaum überschaubare Merkmalsvariation

ist hier der Anreiz für

Zucht und Haltung. Zier- oder Zwergrassen

werden ebenso geschätzt wie einstige

Hochleistungsrassen. Deren Leistungsfähigkeit

wiederum hat viel mit

der Haltung und Fütterung zu tun. Genaue

Abstammungskontrolle und gezielte

Selektion werden hinsichtlich der

Schönheitsmerkmale konsequent betrieben,

aber ebenso leicht liessen sich

die Tiere auch auf wirtschaftliche Merkmale

züchten. Die Kunst liegt in der

Kombination beider Ideen und dies galt

schon zu Beginn der organisierten Geflügelzucht

in Europa, die nur wenig

zwischen kommerziell und privat unterschied.

Renaissance alter Ideale Eine

zunehmend sensibilisierte Öffentlichkeit

führt zu Veränderungen der Haltungsformen.

Das Verbot der Käfighaltung

war nicht nur ein Fortschritt für

den Tierschutz, es hat auch zu einer

Kostensteigerung bei der Erzeugung geführt.

Die Tiere wurden der Haltungsform

entsprechend gezüchtet und sind

natürlich nur unter diesen Verhältnissen

effizient. Effizienz allein ist jedoch nicht

mehr in allen Bereichen vordergründig.

Beim Poulet werden gern Bresse, Houdan

oder Challans verwendet, alte Rassen,

die gerade für ein langsames

Wachstum stehen und sich insbesondere

für die Freilandhaltung eignen. Frühestens

nach 80 Tagen werden sie geschlachtet.

Dafür lassen sich nahezu alle

bekannten Zweinutzungsrassen gezielt

selektieren und bieten eine Alternative

zu reinen Mastlinien. Auch die Zucht

mehrjährig gut legender Rassen könnte

bei Freilandhaltung in raueren Regionen

wieder an Bedeutung gewinnen. Allein

dafür wurden einst zum Beispiel die Appenzeller

Barthühner erzüchtet und

auch das Schweizer Huhn ist mit seinen

Merkmalen den klimatischen Verhältnissen

seiner Heimat gut angepasst.

Schönheit und Leistung Jede

Hühnerrasse, und mag sie noch so extravagant

anmuten, kann durch gezielte

Zucht oder Verpaarung in seiner wirtschaftlichen

Leistungsfähigkeit von Bedeutung

sein. Gegenüber Hybridvarianten

lassen sich alte Rassen mit

gefestigten Merkmalen ohne weiteres

züchten und weiter vermehren und dies

von jedermann. Herkunft, Zuchtidee

und Rassemerkmale verraten viel über

die verschiedenen Rassen und zudem

über ihr Potenzial. Wenn sie dann noch

optisch ansprechend sein dürfen, sollte

so mancher Züchtung durchaus eine gute

Zukunft beschienen sein.

Wyandotten

(3,4 – 3,8 kg,

2,5 – 3 kg) sind sehr

robuste Zwiehühner mit

einer grossen Auswahl

an Farbenschlägen.

Ne ben ihrer Schnellwüchsigkeit

bieten sie

auch 180 gelbe bis dun -

kel braune Eier (Ø 55 g).

Amrocks

(3 – 4 kg,

2,5 – 3 kg) sind als

Wirtschaftstyp der

Plymouth Rocks

nur gestreift anerkannt.

Diese Rasse legt etwa

210 braune bis bräun -

lich-gelbe Eier (Ø 58 g).

Ancona

(2 – 2,7 kg,

1,8 – 2,3 kg) stammen

aus Italien und wurden

speziell auf ihr Aussehen

gezüchtet. Die

Leistung variiert

zwischen 200 bis 250

weissen Eiern (Ø 50 g).

Bergische Schlotterkämme

(2 – 2,75 kg,

1,75 – 2,25 kg) sind

ein klassisches regio -

nales Landhuhn und

heute leider sehr selten.

Sie legen 150 weisse

Eier (Ø 55 g).

Ardenner

(1,75 – 2,5 kg,

1,5 – 1,75 kg) sind

leicht, an die Haltung in

rauen Gegenden an -

gepasst und schätzen

ausgedehnten Freilauf.

Sie legen etwa 190

weisse Eier (Ø 60 g).

Schwarze Minorka

(2,5 – 3,5 kg,

2,25 – 3 kg) aus

Spanien waren einst

wegen ihrer grossen

weissen Eier (Ø 65 g)

gefragt. Trotz 170 Eiern

im ersten Jahr heute

auf der Roten Liste.

Autor Holger Schell -

schmidt, HK-Verlag,

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Fortsetzung

Seite 86

82 6 2013 · UFA-REVUE


Regionalprodukte-Wettbewerb

Schweizer Wettbewerb der Regionalprodukte: Jetzt anmelden!

KURZMELDUNGEN

LANDLEBEN

Innovative Bäuerinnen und Bauern

können am 5. Schweizer Wettbewerb

der Regionalprodukte vom 28.

Karins Tipp

Spitzwegerich

Die noch zarten Spitzwegerichblätter

werden durch einen gesalzenen

Omeletten-Teig gezogen

und in wenig Öl goldgelb

gebraten. Ideal für den kleinen

Hunger oder als Apérogebäck.

Ein Hauch von Champignon

Noch grüne Spitzwegerich-Blütenköpfe

mit Bärlauch-Zwiebeln

und/oder Knoblauch in Butter

andünsten, mit Salz und Pfeffer

würzen. Passt vorzüglich zu Risotto

und ist über den Salat verteilt

eine leckere Abwechslung.

Karin Näf

www.kraeuterkurse.ch

und 29. September 2013 Gold-, Silber-

und Bronzemedaillen gewinnen.

Durch die Teilnahme am Wettbewerb

erhöhen sich die

Vermarktungschancen. Die bäuerlichen

Produzenten können bis Ende

Juni 2013 ihre regionalen Spezialitäten

fur den Wettbewerb anmelden.

Die Regionalprodukte werden von

einer Fachjury und Konsumenten

objektiv und anonym verkostet und

beurteilt.

Olivier Boillat von der Fondation

Rurale Interjurassienne ist

Koordinator des Regionalprodukte-Wettbewerbs

und freut

sich, wenn sich viele Bäuerinnen

und Bauern anmelden.

Müde Beine und

Venenbeschwerden

Wenn die Beine schwer sind,

kribbeln oder sich kalt anfühlen,

liegt das oft an beeinträchtigter

Blutzirkulation. Zur Linderung von

Venenbeschwerden und als Vorbeugung

helfen Kräuter Pfarrer Künzle's

Pinus Pygenol. Dabei handelt es sich

um natürliche Mittel. Das macht

müde Beine wieder fit. Zusätzlich

helfen ausreichende Bewegung,

Bein- und Fussgymnastik sowie

Hochlegen der Beine. Auch durch

genügend Trinken wird das Blut

dünner und der Rücktransport erleichtert.

Pinus Pygenol Gel, Lotion

und Tabletten sind in Apotheken

und Drogerien erhältlich.

www.kp-kuenzle.ch

Für die besten Produkte gibt es

Gold-, Silber- oder Bronzemedaillen.

Die Organisatoren rechnen, dass

rund 1000 Regionalprodukte aus der

ganzen Schweiz im Wettbewerb stehen

werden. Die Produzenten können

aber auch ausserhalb des Wettbewerbs

teilnehmen und einen

Standplatz mieten, wo sie ihre Produkte

am 28. und 29. September

verkaufen können. Gerechnet wird

mit rund 25 000 Besuchern.

Unter www.concours-terroir.ch

kann man sich am Wettbewerb anmelden.

Auch kann man sich einen

Markstand reservieren.

Schweizerischer Wettbewerb der Regionalprodukte,

Courtemelon, 2852 Courtetelle.

info@concours-terroir.ch

Kampagnenstart

In Bern ist Mitte Mai 2013 mit der

Unterzeichnung einer Zusammenarbeitserklärung

die Kampagne «Frauen

und Männer in der Landwirtschaft,

Zusammenleben bewusst

gestalten» gestartet worden. Zur

Trägerschaft gehören der Bäuerinnen-

und Landfrauenverband, der

Bauernverband, das Beratungsforum

Schweiz und die Agridea.

Wie sich benehmen

Das Zusammenleben im ländlichen

Raum setzt gegenseitig

Rücksichtsnahme

und Respekt

voraus. Der Mini-

Faltflyer «Stadt und

Land - Hand in

Hand» enthält Tipps

für Besucher auf dem Land, aber

auch Tipps für Bauern. Diese Mini-

Broschüre des LID sollte in keinem

Verkehrsbüro fehlen. Sie ist gratis,

Versandkosten werden verrechnet.

Bezug: LID, Weststrasse 10, 3000

Bern, 031 359 59 77.

www.lid.ch

Verlosung

Badetuch und

Shoppingtasche

Der Sommer und auch die Badesaison

kommen bestimmt. Gut, sind

die Schweizer Bäuerinnen und Bauern

dabei und zeigen es, beispielsweise

mit dem Badetuch und der

Shoppingtasche im Edelweisslook.

Die UFA-Revue verlost fünf Badetücher

mit je einer robusten Shoppingtasche

im Edelweisslook.

Schreiben Sie eine SMS an 880 (90

Rp.) mit KFL Shopping Name Adresse

oder senden Sie uns eine Postkarte

mit dem Vermerk Shopping, UFA-

Revue, Theaterstrasse 15 a, 8401

Winterthur. Einsendeschluss ist der

30. Juni 2013.

Gewinner UFA-Revue 5/2013

Eine Agrisano-Taschenapotheke gewannen

Beat Aeschlimann aus

Oberthal, Petra Bucheli aus Buttisholz,

Bernadette Buchli aus Versam,

Antonia Caminada aus Vrin, Markus

Dennler aus Oberentfelden, Milena

Gendotti aus Rodi Fiesso, Vreni Murer

aus Beckenried, Ruth Schenk aus

Altishausen, Irene Schuler aus

Steinen und Andreas Weibel aus

Schlatt.

Mit dem Versicherungsangebot der Agrisano sind

Bauernfamilien gut versichert. Die Regionalstellen

sind den bäuerlichen

Kantonalorganisationen

angegliedert. Kontaktdaten

unter www.agrisano.ch oder

direkt mit Mobile über den

QR-Code.

Tagesaktuelle Neuigkeiten

www.ufarevue.ch

UFA-REVUE · 6 2013 83


SELBSTVERSORGUNG UND KÜCHENLATEIN

LANDLEBEN

ABC der Gelierhilfen

für die Konfitürenherstellung

TIPPS UND TRICKS rund um Zusatzstoffe wie beispielsweise

Geliermittel, die helfen, damit es in der Beerensaison mit

der Konfitürenproduktion auch bestens klappt.

Konfitüre zu kochen ist keine Hexerei,

doch braucht es das nötige Wissen,

damit es gelingt. Konfitüre aus

Zucker und Früchten und damit

basta? Dies ist möglich, aber nicht in jedem

Fall die beste Wahl. Unterschiedlichste

Geliermittel stehen zur Verfügung.

Es ist sinnvoll, Bescheid zu wissen,

welches geeignet ist und worauf es beim

Einsatz ankommt.

Schon beim Zucker beginnt der Entscheidungsprozess:

Will ich die Konfitüre

nach Grossmutter-Art mit 1 Kilogramm

Früchten und 1 Kilogramm

Zucker herstellen? Dies macht die Konfitüre

zwar gut haltbar, doch Zucker ist

nicht gesund. Aber wie weit kann ich

den Zucker reduzieren? Die Zuckermenge

ist abhängig von der Fruchtart, von

persönlichen Vorlieben und der Gelierhilfe.

Verschiedene Früchte enthalten

unterschiedlich viel Zucker. Der Zuckergehalt

ist zudem abhängig vom Klima.

Regnet es in der Erntezeit häufig, ist er

tiefer. Durchschnittliche Geniesser von

Konfitüre sind sich an einen relativ hohen

Anteil Zucker gewöhnt. Wer aber

etwas für die Gesundheit in der Familie

tun möchte, reduziert den Zuckergehalt

schrittweise, so merkt niemand, dass

immer etwas weniger Zucker drin ist.

Wird sauber gearbeitet und Unigel eingesetzt

sowie die Konfitüre in kleinere

Gläser abgefüllt, so ist es möglich, den

Zucker bis gegen Null zu reduzieren. Allerdings

muss die Konfitüre nach dem

Öffnen im Kühlschrank aufbewahrt und

rasch verbraucht werden. Geschmack

und Konsistenz können sich dadurch

verändern – dies braucht etwas Angewöhnung.

Gelierzucker, Gelierpulver und

alternative Gelierhilfen

Früchte und Beeren gelieren unterschiedlich

gut. Dies hängt vom ausgewogenen

Verhältnis zwischen Fruchtsäure,

Pektin und Zucker ab. Sehr gut

gelieren rote Johannisbeeren, Cassis,

Stachelbeeren, Brombeeren, nicht zu

reife Quitten und Äpfel. Auch Himbeeren,

Aprikosen oder Zwetschgen gelieren

gut. Hingegen Erdbeeren, Kirschen,

Holunder gelieren schlecht. Möglich ist

Tabelle: Übersicht über Gelierhilfen

Gelierzucker Kristallzucker, welchem Pektin (E 440) und Zitronensäure (E 330) beigegeben wurde.

Massive Reduktion der Kochzeit.

Gelierpulver Enthalten Pektin, Frucht-, Trauben- oder Milchzucker und Zitronensäure.

Achtung: Zuckersparende Gelierpulver können zusätzliche Konservierungsstoffe enthalten,

beispielsweise Sorbinsäure. Wer dies nicht möchte, wechselt das Produkt oder die Gelierhilfe.

Insbesondere in der Direktvermarktung ist zu beachten, was man deklarieren muss.

Unigel

Empfehlenswertes Geliermittel aus Pektin und Weinsäure, ohne Konservierungsstoffe.

Einsatz auch bei stark Zucker reduzierten Konfitüren möglich. Gelees werden

manchmal nicht ganz stichfest. Bei der Verarbeitung die Rezeptur beachten, denn der Zucker

wird erst am Ende beigegeben.

Agar-Agar Aus Algen gewonnenes Geliermittel. Eine exakte Dosierung ist nötig, sonst werden die Konfitüren

und Gelees gummig und hart. Man nehme einen Masslöffel – ein Teelöffel ist nicht immer

gleich gross. Die Konfitüre wird unter ständigem Rühren drei bis fünf Minuten gekocht. Es gibt

verschiedene Produkte auf dem Markt, die Qualität ist unterschiedlich. Agar-Agar ist die

vegetarische Alternative zu Gelatine und kann auch gut bei Panna Cotta eingesetzt werden.

Es quillt in kalter Flüssigkeit, löst sich jedoch nur in kochendem Wasser auf.

das Mischen von Früchten und Beeren,

die nicht gut gelieren mit pektinreichen

Früchten wie Äpfeln oder den seltenen

Mispeln. Oder man kann eine Gelierhilfe

beifügen. Damit verkürzt sich die

Kochzeit. Eine weitere Variante ist das

Zufügen von drei bis vier Esslöffeln Zitronensaft

oder 15g Zitronensäure pro

Kilogramm Früchte. Die Säure zieht das

natürliche Pektin aus den Früchten.

Buchtipp:

• Gesamt-Ordner «Selbstgemacht –

eingemacht – feingemacht».

Verarbeitung von Lebensmitteln für

die Selbstversorgung (323 Seiten)

inklusive CD: Verarbeitung, Lagerung,

Konservierung und Rezepte von Obst,

Gemüse, Milch und Fleisch.

Bestellnummer: HAU-1502011,

Agridea, Preis 72 Fr. Die einzelnen

Kapitel sind als Broschüren erhältlich.

• Feines aus dem Glas (Separatbroschüre

Kapitel 6 und Kapitel 7 des oben

genannten Ordners), Bestellnummer:

HAU-156, Agridea 15 Fr.

Bezug: Agridea, Eschikon 28,

8315 Lindau, Tel. 052 354 97 00,

Fax 052 354 97,

kontakt@agridea.ch,

www.agridea.ch

• Broschüre «Konfitüre, Gelee und

Fruchtaufstrich für den Verkauf ab

Hof», Preis 5 Fr.

Bezug: Bildungszentrum Wallierhof,

Höhenstrasse 46, 4533 Riedholz,

Tel. 032 627 99 11,

wallierhof@vd.so.ch

84 6 2013 · UFA-REVUE


SELBSTVERSORGUNG UND KÜCHENLATEIN

LANDLEBEN

Süss-saure Aprikosen

mit Ingwer passen zu

kaltem Fleisch und

Raclette.

Wenn Konfitüren nicht gelieren, in die

erkaltete Konfitüre Geliermittel ein -

rühren, gemäss Anleitung auf kochen.

Der Gelierpunkt ist erreicht, wenn

einige Tropfen Konfitüre oder Gelees

nach kurzer Zeit fest werden.

Ist das Gelees zu fest, vor dem