Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

82 !• Land, Yolk luul Verwaltung-.

Bürger-Casino zu gründen ist gescheitert und wird auch vor einer

Reihe von Jahren nicht glücken. Auch die Freimaurerloge hat

wenig Mitglieder und ist schwach besucht; sie wurde im Frühjahre

1872 gegründet, während sich die französische Loge auflöste,

da sie ihre Unterstellung unter die Pariser Grossloge nicht

aufgeben wollte. Es bestehen zwei Gesangvereine, wovon der

eine von Officieren gebildet wird, ein Turnverein, ein Gewerbeverein

, worin von Mitgliedern von Zeit zu Zeit beliebige Vorträge

gehalten*'werden, und von Seiten des Militairs werden öfters

Taubenschiessen , Schnitzeljagden und andere Vergnügungen abgehalten.

Mit der Jagd scheint es der Eigenthums- und Berechtigungsverhältnisse

wegen nicht besonders bestellt zu sein. Die Franzosen

lieben aber um so mehr das Fischen und man kann immer

eine gewisse Anzahl sogenannter Professionsaugier in der Mosel

fischen sehen. Es gibt Leute unter ihnen, meistens Pensionäre

mit kleinen Bezügen, die darauf, sowie auf Jagd und Fangen des

Wilds mit Schlingen einen Theil

ihres Lebensunterhalts begründen.

Elegante Chaisen sind im Bezirke nur sehr selten zu finden

und die vorhandenen sind meistens von Deutschen mitgebracht

worden. Die schönen sogenannten Landauer der deutschen Städte

und Badeorte fehlen gänzlich, auch leichte und bequeme Droschken.

Was von letzteren vorhanden ist, erscheint alt, gewöhnlich unschön

und verlottert und nimmt man dazu, dass die Kutscher

keine besondere Montur haben, in ganz gewöhnlichen Arbeitskleidern

und oft mit der Jacke und Kappe auf dem Bocke sitzen

und Handschuhe gar nicht zu kenneu scheinen, so gewinnt num

eben kein sehr tröstliches Bild. Vor dem Kriege hatten einzelne

französische Familien noch bessere Wagen, jedoch nur in kleiner

Anzahl. Dafür sind die Onmibus um so zahlreicher vertreten und

zwar sowohl zur Fahrt von und nach den Eisenbahnen, als auch

für auswärtige Routen; ein Theil derselben ist für bestimmte Gasthäuser

in Miethc genommen. Von Metz nach Moulins und zurück

geht fast

stündlich ein Omnibus, ebenso nach Monfigny und regelmässige

Faiirten solcher Omnibus linden ferner statt nach Ancv.

|{riey, Longwy-Sedan, Nomeny u. a. O. In allgemeinem Gebrauch

sind dagegen ofTene, oft recht elegant gehaute sogenannte Berneroder

Jagdwagen, deren umn sich nach auswärts fast allein b«:(li(iit,

und welclie die Silze auf der Seile haben. Jiei dem häuligen und

rnschen WilterungHwechsel sitzt uuxu auf diesen Wagen ganz

HchutzloH. lJeberluiiii)f sind ollcne WägcIcluMi, deren mit Mrcllern

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