Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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!• Land , Volk und Verwaltung.

Wein verzehrt. — In der Kreuzwoche trugen der Maitre-Echeviu

und ein Echevin von St. Arnould bis zur Kathedrale das Haupt

des heiligen Stephan, von Fackeln und Musik begleitet, und beim

Eintritt in die Kathedrale wurden die den Feinden der Stadt abgenommenen

Fahnen auf dem Altare ausgebreitet. Bei dieser

Gelegenheit wurde dann ebenfalls der Graoulli mit herumgetragen.

Bis zum Jahre 1750 wurden an gewissen Tagen des Jahrs in

der Kathedrale auf der Treppe des Sanctuariums zwölf verstümmelte

Bronzefiguren aufgestellt, die au die Unterdrückung des Heidenthums

erinnern sollten. Eine ebenfalls aus dieser Zeit stammende

Ceremönie fand am 23. April statt, wo die 31oselschifffahrt eröUhet

zu werden begann. Es zog dann das Domkapitel in Procession

nach der Kirche St. Georges, Kirche der Fischer und SchitTer,

unter Absingung einer musikalischen Messe, und der Zug hielt

mitten auf der Brücke St. Georges an, wo sich der Küster über

das Geländer beugte, mit läuter Stimme dreimale: loa" dimini

super aquas rief und unter Absingung mehrerer Gebete mit dem

Zeichen des Kreuzes Weihwasser in den Fluss goss. Am Jakobstage,

25. Juli, segnete dasselbe Kapitel in der Kirche St. Glossinde

die neue Obstcrndte ein, am Tage nach St. Oswald (6. August) in

der Kathedrale die Tra u benern dte, indem man solche mit Weihwasser

besprengte, beräucherte und der Celebrant darüber die

Worte sprach: ßenedic, domine, hos »fructus novos. Am Gründonnerstag

wusch der Bischof in einer Seitenkapelle der Kathedrale

zwei und siebenzig armen Greisen mit Rosenwasser die Füsse

und vertheilte an jeden ein Pfund Brod, eine Pinte Wein und

zwei Häringe, welche damals als Leckerbissen für die Metzer

galten.

Den Metzern eigenthümlich war die Aufführung von sogenannten

Mysterien während des Mittelalters, und besonders im

fünfzehnten Jahrhundert, wo sie aber schon lange zuvor bestanden

hatten. Die erste Aufführung galt St. Johann dem Apokalypten,

welche drei Tage lang auf dem Wechslerplatze zu dauern hatte

und wobei Bruder Geolfroy von den Trinitariern den heiligen

Johann spielte. Es geschah dies 1412. Am St. Privatstage,

21. August 142(), wurde das Spiel St. Vits aufgeführt, und zwar

in der Kirche dieses Heiligen, und die Besucher bezahlten Eintrittsgeld.

Im Julirc 1125 dauerte die Vorstellung des Lrbens

St. Victor vom 1. — 3. August und Didier Herbain, Schulmeister

von St. Vit, spielte die Hauptrolle. EbouKo lange daueric 1 4:U,

vom 'i'i. .funi an, auf dein WecliHlcrplatze das Mysterium der

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