Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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1. Lainl. Volk uiul Verwaltung-.

lichere Familie lebten und den Besitz bei sich erhielten. Letzteres

ist namentlich au der Mosel der Fall, wo ein sehr bedeutender

Besitz stets Metzer Familien gehörte, so dass hier noch nicht die

Hälfte, etwa 45^/^, zum kleinen Besitz gehört, etwa -10 ^/^ den

mittleren Besitz

ausmacht und IS^o den ganz grossen Besitz bilden,

der allerdings dann auch sehr erheblich ist und nicht unter 70 Hekt.

umfasst, während der kleine sich oft auf nur einen Hektaren bis

höchstens 5— 6, und auch diese wieder nur in verschiedenen Parzellen

, erstreckt. Dagegen umfasst der kleine Grundbesitz an der

Seille und Saar 70% aller Güter und können nur etwa 5% zum

Grossbesitze gerechnet werden. Dieser grosse Grundbesitz ist fast

immer verpachtet, ebenso ein Theil des mittleren Besitzes, jedoch

ist die landesübliche Pachtzeit von 3, 6 und 9 Jahren zu kurz,

um den Pächter zu veranlassen, erhebliche Verbesserungen auf

dem Gute vorzunehmen, da die Resultate leicht dem Nachfolger

im Pachte allein zufallen würden. Die Pachtzinsen sind in den

letzten Jahren gestiegen gewesen, und zwar ähnlich wie auch die

Löhne: man rechnet für die Hektare einen durchschnittlichen Pachtzins

von 50 — 80 Frcs. bis 100 — 120 Frcs.

,

je nach der Güte des

Bodens und der Lage. Grosse Pachtguter erzielen jedoch nicht

so viel und muss es schon vorzügliches Gelände sein, soll es 60

bis 80 Frcs. einbringen. Es ist übrigens dabei in Rücksicht zu

nehmen, dass der Pächter alle Steuern und Abgaben zu bezahlen

hat und dies bei dem herrschenden Steuers>-steme nicht gering

anzuschlagen ist. Was die Kaufspreise betrilft, so sind diese sehr

verschieden

und wird die Hektare Ackerland mit 3—5000, Wiesen

mit 2— ()000 und Weinberge mit 4—12,000 Frcs. bezahlt. Es sind

die« schon ganz ansehnliche Summen, die noch stärker ins Gewicht

fallen, wenn man das nöthige Betriebskapital mit in Anschlag

bringt. Letzteres ist aber meistens nur sehr gering vorhanden

und daher fehlen dem Landmann in der Regel die Mittel,

Verbesserungen einzufuhren, Versuche zu machen und landwirthschaftliche

Maschinen zu erwerben. Dies geht blos bei grösserem

Grundbesitze, und hier sind denn auch in dieser Hinsicht bereits

erhebliche Fortschritte gemacht worden, wozu auch die Gründung

von landwirthsclmfthclien Vereinen, die Ausstellung solcher Mapciiiiien

und

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