Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

booksnow2.scholarsportal.info

Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

108

^- Land, Volk und Verwaltung.

Auch die Dreifelderwirthschaft ist eine verbesserte, indem anstatt

völliger Brachhaltung einige Futtergewächse gepflanzt und dann

die Stoppeln zur Düngung umgepflügt werden. Der Wieswachs

ist ziemlich reichlich, namentlich in den iJsiederungen, leidet aber

zu oft durch Ueberschwemmungen und an manchen Stellen ist

das Gras daher weniger nahrhaft und oft sauer.

Küustliche Wiesen

fehlen noch in den meisten Gegenden und wollen sich nur schwer

einbürgern lassen. Die Leute gehen überhaupt nicht gerne vom

Alten ab, und da der Boden des Stalldüngers nicht so nothwendig

bedarf, so drängte es die Leute auch noch nicht, von der Pferdewirthschaft

mehr zur Haltung von Rindvieh überzugehen, welche

natürlich auch einen stärkeren Futterbau voraussetzte oder verlangte

und dagegen wieder durch die Milchprodukte und Viehniästung

eine grössere Rentabilität hervorrufen würde.

Mehr nach Osten zu findet man den Roggenbau vorwiegend,

da der Boden als sand- und kieselhaltig nicht so schwer und

Düngung mit Kalk üblich ist. Der Boden ist dadurch weniger

ertragreich, magerer und dürrer und erlaubt ohne rationelleres

Verfahren leicht die Einhaltung einer strengeren Dreifelderwirthschaft.

Die BodenbeschafFenheit und auch das Beispiel der hier

ansässigen Mennoniten hat in dieser Gegend veranlasst, das, was

die Natur selbst nicht so reichlich gewährte, künstlich und durch

bessere Behandlung zu ersetzen. Man hat daher den künstlichen

Wiesenbau eifriger gepflegt, verschiedene Kleearten eingeführt und

ver^vendet selbst schon Maulwurfserde zur Düngung, wie überhaupt

der Getreide- und Grasbau besser zu einander in Verhältniss

gesetzt sind. Die Folge davon ist, dass man hier auch mehr

Rindvieh hält, es besser ernährt, man mehr Stallmist gewinnt

und die Mastwirthschaft 'einen hitheren Ertrag gewährt, zunml au

(Jrünfutter kein Mangel ist. Ohnehin hat das zur Feldwirthschaft

vtr\vendete Rindvieh nicht so angestrengt zu arbeiten, weil der

Boden leichter ist, während man im Westen an sechs Pferde an

den Pflug spannen muss, um nur einigermassen tiefe Furchen zu

ziehen.

In den Mosel - und Seillegegenden wird tier Fruchtwechsel

uewidnilich so gehalten, dass nriiehwirthsehaft und Kartolfelbau,

Winterweizen und Sommerkorn mit einander al)wecluseln uiul dazwischen

noch Haps, Klee und Wurzelgewächse gepflanzt

werden.

In niunchen CJegenden mit cIwuh leichterem Boden wird auch mir

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine