Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

13. Landwlrthschaft. ]09

und besser gedüngt. Hierzu -wird bei dem Nichtausreichen von

Kuhmist hauptsächlich Pferdemist, wobei aber die Jauche verloren

gegangen ist, Gyps, auch Poudrette und künstlicher Dünger

(Guano, Ammoniak und Kalkphosphat) verwendet, aber leider

reicht er nicht aus, auch ist der Kalk nur in der mittleren Gegend

von Falkenberg nicht zu theuer, während er sonst den Producenten

selbst auf mindestens zehn Franken zu stehen kommt und

davon auf eine Hektare oft bis zehn Kubikmeter erforderlich sind.

Das ausgerodete Land ist zu schwer zu bearbeiten, und wenn der

Boden auch noch weniger ausgenützt ist, so erfordert er doch

mehr Arbeiter, als zu haben sind, und haben daher solche Aenderungen

den erwarteten Nutzen nicht gebracht. Auch gibt es noch

zu viel Brachland, dem keine Nachhilfe zu Tlieil wurde, während

es sich doch so leicht verbessern Hesse. Auch wäre unstreitig

von den 7345 Hektaren Heideland noch ein erheblicher Theil zu

cultiviren und für geeignete Theile der Landwlrthschaft zu gewinnen,

denn es ist nicht so, wie in manchen Gegenden des Elsasses,

wo es ganz unbebaubar erscheint. Man rechnet zwar,

dass zehn Procent des Ackerbaubodens Wiesen sind, wovon zwölf

Procent zu künstlichem Wiesenbau verbessert sind, aber man

könnte bedeutend mehr dafür thun, da der Unterschied so klar

in die Augen springt, denn während natürliche Wiesen nur 3500

bis 4500 Kilo Heu ergeben, erzielt man beim Bau von Luzerner

Klee an 5 — 7000 Kilo auf der Hektare und erlaubt letzterer drei

Schnitte. Sonst berechnet man in diesen Gegenden den Ertrag

einer Hektare für Weizen 20, Korn 23—24, Gerste 30—33, Hafer

32—35, Hülsenfrüchte 18 und Kartoffeln 170 Hektoliter oder an

15,000 Kilogramm. Sonst producirt man noch Raps, Runkelrüben

und Flachs und wird der Ertrag berechnet auf 20—23 Hektoliter

Raps, 30,000 Kilogramm Rüben und 15 Hektoliter Flachssamen.

Ist die westliche Gegend gleichartiger, so herrschen im Osten

um so mehr Verschiedenheiten vor. Was zur Vogesenregion gehört,

also Bitsch im Norden, Pfalzburg, Dachsburg und Lörchingen

im Süden, ist sehr unfruchtbar und arm, denn hier werden fast

nur Kartoffeln gebaut und muss die Bevölkerung sich durch Viehhaltung,

Wald- und andere Gewerbe ernähren. Besser sind die

Gegenden des Saarthals, aber auch hier herrscht grosse Ungleichheit

vor, welche besonders durch Einwirkung des nahen Gebirges

hervorgerufen wird, welche das Klima zu wechselnd und

rauh gestaltet. In der Mitte des Landes, etwa zwischen Mörchingen,

Falkenberg, Püttlingen und Bolchen, sieht es bedeutend

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