Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

114 !• Land , Volk und Verwaltung.

spiel einiger rationellerer Weinzüchter wird nur wenig nachgeahmt.

Die Reben werden sehr nieder gezogen und auch die Trauben

hängen nahe dem Boden. Sie tragen 8—10 Jahre lang und dann

müssen sie wieder erneuert werden. Das Produkt wird nur im

Lande verkauft und früher ging auch nur ein kleiner Theil in

die benachbarten Departements. Versuche mit Champagnerfabrikation

wurden auch gemacht und dazu besonders die Sorten von

der Seille, Magny und Peltre mit Erfolg verwendet, auch der

Wein zu Fabrikationszwecken nach der Champagne verführt. Von

den rothen Weinen werden jene von Augnj, Dornot, Ars, Less}',

Scy und Guentrange bei Diedenhofen geschätzt. Nach dem übrigen

Deutschland verlohnte sich der Absatz noch nicht, denn dafür

bezieht man lieber ächten Bordeaux, der nicht viel theuerer ist.

Die hauptsächlichsten Kebensorten sind folgende: 1) Kleine

schwarze und blassrothe Sorten: Franc-noir, menu-noir, ertragreich,

gut und allgemein verbreitet; petit-noir, tendre-fleur, die

Traubenbeeren fallen gern ab und deshalb suchte man sie durch

ertragreichere Sorten zu eisetzen; pineau commun, p. violet, p.

serre

mit kleinen Beeren, aber etwas rauhe Sorte 5

gras-pineau oder

pineau gras, schlechte Sorten vert-noir, vert-noir d'Italie, dicke

Beeren, ertragreich, aber weniger gut; besonders bei St. Julien,

Vallieres und Ste. Barbe gepflanzt; Auxerrois gris, pineau gris,

Malvoisie, gewöhnlich ausrois genannt, sehr geachtet und stark

verbreitet; teint-vin oder teinturier, der Saft ist dunkelroth, die

Sorte aber wenig verbreitet; die Blätter werden im Herbste rölhlich.

2) Grosse schwarze und dicke Sorten: Livtrdun, sehr ertragreich,

reift aber nur bei sehr warmem Sommer; meunier oder

blanche -feuille, Burgunder Trauben von mittlerer Qualität; noir

de Lorraine, Tenfum^, schlechte Sorte, aber wie beide vorstehenden

sehr stark verbreitet, weil sie sehr viel, wenn auch nur geringen

Wein liefert; ^ric6 oder ricey de Bourgogne, ertragreich, aber

schlechte (Qualität und daher ziemlich abgeschafft. 3) Weisse

Sorten: Blanc de Magny, aubin jaune, geachtete Sorte, bei Magny

und an der Seille; p6tracine, gelbliche Traube, guter und haltbarer

Wein, mehr in den deutschen Gegenden gepflanzt; aubinvert,

vert- auxerrois, dicke Trauben, sehr geachtet, bei (^ueuleu

und Magny; auxerrois blanc, gute Sorte, ebendaselbst und bei

Key gepflanzt, verdiente mehr Verbreiinng; hemme verte oder

vert-blunc, dicke Beeren, mittelmässiger Wein, iillgemein verbreitet;

hemme jaune, ähnlich wie voriger, aber weniger verbreitet; rougebianc,

schöne Varietät, die an den Ufern der Seille gepflanzi wird.

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