Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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^- Land, Volk und Verwaltung.

terinärweseu besser organisirt und die neuen landwirthschaftlichen

Vereine haben auch bereits die Vortheile dieser Fortschritte

zu würdigen gelernt. Naclidem schon 1872 damit begonnen worden

war, tüchtiges Rindvieh der Schwjzer und Glaner Race anzukaufen

und im Lande zu vertheilen, wurden auf den Wunsch

dieser Vereine zehn Zuchtstiere reiner Durham-Race in berühmten

Züchtei'eien Frankreichs angekauft und durch eine Versteigerung

zu Falkenberg an Landwirthe abgegeben. Welche Ergebnisse

daraus hervorgehen werden, ist übrigens erst zu ersehen, da vielfach

bezweifelt wird, dass auch mit den besten Durhamer Zuchtstieren

die vorhandene Landrace viel verbessert werden kann.

Ohnehin muss die Viehzucht im Ganzen besser werden und mit

ihr die Landwirthschaft Hand in Hand gehen, was sich eben nicht

so rasch hier macheu lässt, zumal mau schon seit 30 Jahren vergebens

darauf dringt, wenigstens den Dünger nicht so verHederlichen

zu lassen, wie es heute noch geschieht, wo man ihn in der

Sonne ausdörren lässt und die Jauche durch die Strassenrinnen

abtliesst, was allein Millionen jährlichen Verlusts bringt. Landwirthschaftliche

Vereine können hier recht wohl mit Vortheil

\\irken, auch AVanderlehrer bessere Ansichten verbreiten, aber das

Beste wäre doch das praktische Beispiel

durch eine Anzahl mittlerer

und kleinerer Musterwirthschaften. Uebrigens dürfte auch darauf

hinzuwirken sein, dass die Stalleinrichtungen verbessert werden

und an Stelle der Weide mehr StallfUtterung eintrete.

Die Schweinezucht hat sich durch Einführung von normannischem

Vieh erheblich gehoben und ist auch das Fleisch besser

geworden. In Folge dessen hat sich die Ausfulir von Schweinen

nach dem Rheine und Frankreich erheblich gesteigert. Ebenso hat

man hier und da schon zur Zucht Schweine aus England herbeigeführl.

Die Schaafzncht ist ziemlicli weit verbreitet, nur Ihidet

man meistens gewöhnlichere Racen und sogenannte Heidesclniucken.

Von den früher in das Land gebracht gewesenen Merinoschaafen ist

eine grössere Verbreitung nicht erlblgt und gehiu-t ihnen nicht der

zehnte 'l'iieil des ganzen Scluialbestancls an, auch wurde für veredelte

Fleisclischaafe noch wenig gethan. Die Wolle ist von ziemlich

geringer Art und das Kilo wird mit hck'hslens 3-4 Franken

bezahlt. Auch für die SchaalV.uclil, wenn s^ie gehörig verbessert

würde, liesse eich eine erhebliche Ausfuhr nach Frankreich erwarten,

znmal dies jiihrlich für melirere Millionen Franks Fleisch-

Hchaufi' auH Deutschland inid Ungarn lic/.icht.

Ziegen sind zwar ziemlich zahlrcicii vorhanden, iiIhm' nicht

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