Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

16. Wald- und Baumkultur. 123

in deiTi Masse, wie es die vielen kleinen Hauswirthschafteu erwarten

Hessen. Allein mit dem vielen Futter, das an Wegen und

Rainen, sogar in der nächsten Umgebung von Metz und mitten in

Dörfern, wie z. B. Sablon, verloren geht, könnten noch Tausende

von Ziegen ernährt werden und die ärmeren Leute mit Milch

versorgen.

Die Bienenzucht ist am stärksten in den Kreisen Chäteau-

Salins, Metz und Bolchen vertreten, am schwächsten in Forbach

und Saargemünd. Erfreulich ist es, dass fast die Hälfte des Bestands

mit beweglichen Waben eingerichtet ist, während auf solche

im Ünter-Elsasse nur ein Dritttheil

kommt und im Ober-Eisasse gar

nicht einmal der vierte Theil. Unstreitig Hesse sich auch hier ein

weiterer Fortschritt

bewirken, der dem Lande erheblichen Nutzen

brächte, zumal die Betriebskosten dafür nicht sehr gross sind.

Im Anschlüsse an die Thierzucht ist zu erwähnen, dass auch,

wie mehr erwähnt, die Fischzucht für das Land ziemlich wichtig

ist. Karpfen, Hechte, Barsche, Schleyen, Weissfische und Aale

sind die am allgemeinsten verbreiteten Arten, aber edlere Fischsorten

kommen nicht vor, Forellen gibt es nur in den Bächen der

Vogesen. Der Verbrauch an Fischen ist übrigens sehr gross.

Versuche mit Verbreitung der Sahnen sollen künftig gemacht werden

und dürften auf günstigen Erfolg zu rechnen haben.

16. Wald- und Baumknltur.

In früheren Jahrhunderten war Lothringen viel reicher mit

Waldungen versehen, als gegenwärtig, wo es hinsichtlich derselben

dem Elsasse nachsteht. Während der Kriege des sechszehnten

und siebzehnten Jahrhunderts ist zwar auch viel Wald

niedergebrannt worden, allein erwuchs von selbst wieder auf und

die Waldverminderung entstand erst nach diesen Kriegen, als man

fremde Ansiedler zur Wiederbevölkerung ins Land zu ziehen suchte

und denselben überall Waldstrecken zur Ausrodung überliess. Sodann

wurden durch Glashütten und Köhler viele Waldungen vernichtet

und auch die französische Regierung, welche stets viel

Geld gebrauchte, um die zahlreichen Kriege zu führen und der

Hofverschwendung zu genügen, hauste in den Wäldern sehr schlimm,

indem sie übermässige Holzschläge ausführen Hess, wie denn sofort

nach dem Anfalle von Lothringen darin ^3,600 Fijss Holz ge-

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