Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

booksnow2.scholarsportal.info

Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

17. Bergbau, Salzwerke, Steinbrüche. 129

secundärer Lagerstätte dicht am Tage vor, während sie anderwärts

wieder bis 30 Meter liinabreiclien. Es findet darauf nur

Tagebau vermittelst einfacher Waschungen statt und das Wascherz

liefert 38—40 Procent Roheisen zum Gusse. Mit dem Aufschwünge

der eigentlichen Bergwerke werden solche Gräbereien

nur noch bei Audun-le-Tiche und Aumetz betrieben und zwar mit

etwa 314 Mann, welche im Jahre 1873 3,251,108 Ctr. im Werthe

von 751,459 Frcs. gewannen. Es sind von derartigen Concessionen

17 betrieben und zwar in den Gemarkungen Oettingen (4), Audun

und Russingen (je 2), Marspich und Nachbarschaft. Dieser Eisenstein

ist übrigens sehr geschätzt und wird vorzugsweise zur Erzeugung

von Holzkohleneisen verwendet und theilweise nach Luxemburg

und Belgien abgesetzt. — Von weit grösserer Bedeutung ist

die zwischen dem Lias und Unteroolith durchstreichende Minette-

Zone zwischen der luxemburgischen Gränze und Noveant, auf

den Höhen des linken Moselufers. Am stärksten entwickelt ist sie

in der Gegend des Orne- und Fenschthals bis gegen Oettingen und

das Thal der Alzette und zieht sich von da über den Norden Frankreichs

nach Belgien. Auch bei Marange tritt sie in compaktem

Flötz auf, ebenso noch bei Ars und setzt sich dann bis Pont

St. Vincent im Süden von Nancy fort. Die Erzlager folgen der

Lagerung der jurassischen Schichten,

haben ihre Köpfe gegen Osten

und fallen nach Westen und Süden flach ein. Sie sind nicht überall

gleich bauwürdig und auch die Zusammensetzung ist ziemlich verschieden.

Die Bänke des Eisensteins werden durch kalkige, thonige

oder sandig -kieselige taube Schichten getrennt und dadurch auch

die Natur des Erzes und seine Farbe bedingt. Im Norden bei

Oettingen hat die Erzbildung nebst den Zwischenbänken eine

Mächtigkeit bis zu 30 M. und sind davon etwa 10 M. bauwürdig;

sie vermindert sich aber beim Streichen nach Süden, bei Gravelotte

und Ars bis zu 2 M. und sinkt bei Noveant zu noch geringerer

Stärke herab.

Ebenso vermindert sich die Mächtigkeit der

Schicht gegen Westen. Man bringt zwischen 25 und 40 Procent Eisen

aus und die Gewinnung erfolgt am Ausgehenden durch Tagebau,

unter dem Plateau durch unterirdischen Bergbau vermittelst Stolleu,

seltener durch Schächte und die Eintheilung des Abbaus ii^t

meistens

eine sehr regelmässige vermittelst Pfeilerbau. Wegen seines meistens

kalkigen Bindemittels und der sonstigen chemischen und

morphologisch- phj'sikalischen Eigenschaften ist das Erz sehr leicht

reducirbar, leichtsohlig und leichtflüssig, ist aber auch wegen der

vielen animalischen Ueberre?te der Juraformation phosphorhaltig,

Huhn, Deutsch-Lothringen. J)

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine