Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

18, Industrie und Handel. 139

Jahrhunderten im Bezirke noch eine ganze Anzahl gab, so lange

dafür die Wälder Ueberfluss an Holz hatten. Von letzteren, die

Fenster- oder Tafelglas , Gläser und Flaschen liefern, bestehen nur

noch die Fabriken in Pepinville bei Richemont mit 40— 50 Arbeitern,

Forbach mit 110—120 Arbeitern, Schönecken bei

Forbach mit 70—80 Arbeitern und Chäteau-Salins mit ebensoviel

Arbeitern und Ueckingen. Vorletztere Glashütte liefert nur

weisses Tafelglas, dessen reiner Glanz durch Beimengung von

feinem, aus Frankreich bezogenem Sand hervorgebracht wird und

das auch in kannelirtem und mousselinirtem Muster viel Absatz

im Lande hat. In Forbach wird blos buntes oder farbiges Glas

producirt. Diese Glaswaaren sind übrigens ziemlich billig.

Von den erstgenannten drei Fabriken, welche nach zahlreichen

Umwandlungen an Aktiengesellschaften übergegangen sind, steht

jene zu St. Louis obenan und darf kühn den berühmten böhmischen

Fabriken zur Seite stehen, ja mag sie an Geschmack

noch übertreffen. Sie beschäftigt gegen 2000 Arbeiter, hat einen

Umsatz von (5—8 Millionen Franken und zeichnet sich besonders

durch die kunstvolle Glasschleiferei und den metallischen Klany,

der Produkte aus. Sie liefert alle Erzeugnisse wie die böhmische

Industrie und sie die Mode verlangt, und hat sich daher auch nach

dem Kriege den bedeutenden Absatz in Frankreich erhalten. Auf

den früheren französischen Ausstellungen wurde diesen Erzeugnissen

dieser Fabrik der erste Rang zuerkannt und es war nur zu

bedauern, dass sie nicht auch in Wien ausgestellt hat. Die Fabrik

in Meisenthal, ganz in der Nähe der beiden anderen,

liefert ordinäre und feine Glaswaaren, ganz in ähnlicher Weise,

aber nicht von so hoher Kunstfertigkeit. Sie hat ebenfalls an 1200

Arbeiter und arbeitet jetzt meistens für Deutschland, wo ihr Fabrikat

grossen Anklang gefunden hat. Ihr Absatz hat sich daher

nach dem Kriege eher noch vergrössert. Die dritte Fabrik in

Götzen brück ist von geringerem Umfange, beschäftigt nur gegen

800 Arbeiter und liefert Brillen- und Uhrgläser, vergoldete und

versilberte Glaskugeln, Leuchter und ähnliche Gegenstände. Ihr

Absatz ist nicht minder bedeutend und dehnt sich immer mehr

aus. Der grössere Theil des Absatzes geht übrigens über das

Meer, wie auch schon früher, wo sie auch wegen des billigen

Preises sehr beliebt ist. In Vallerysthal wird die Fabrikation

in ähnlicher Weise betrieben und geht der Absatz hauptsächlich

nach Frankreich.

Zu den bedeutenderen Industriezweigen gehört hier auch die

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