Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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^- I'ft"'' • Volk und Verwaltung.

Porzellan manufaktur von Utzschneider und Comp, in

S aargem

und, welche an 2500 Arbeiter beschäftigt und jährlich an 5 Millionen

Frcs. umsetzt. Das Fabrikat ist von ausgezeichneter Güte,

umfasst alle Zweige des Gebrauchs und arbeitete früher nur für

den französischen Markt. Seit dem Kriege hat die Fabrik ihren

Absatz aber auch nach Deutschland ausgedehnt und in Frankreich

eine Filiale zu Limoges errichtet, welche sodann in Wien bei der

Ausstellung vertreten war. Auch in Sierck ist eine Porzellanfabrik

von Ch. Lamort, doch ist dieselbe von geringerem Umfange.

Einen weiteren Hauptzweig der industriellen Thätigkeit bildet

die Plüsch- und Seide fabrikation, welche von den Firmen

Escales und Hatry und P. Massing Wittwe und Comp, in Saargemünd

und Massing freres und Comp, in Püttlingen (Plüsch) und

G. Lacour in Saargemünd (Seide) betrieben wird, aber sich nicht

auf beide Orte beschränkt, sondern Hunderte von Leuten in allen

Ortschaften der ganzen Umgegend auf 5—6 Stunden Entfernung

beschäftigt. Der Umsatz beträgt an 8— 10 Millionen Franken und

das Fabrikat nimmt die erste Stelle auf dem Markte ein wegen

seiner tiefschwarzen Farbe und des firnissartigen Glanzes. Das

Seidengespinnst dazu wird aus Südfrankreich bezogen und die

Färberei findet in der Saar statt, deren Wasser sich dazu vorzugsweise

eignet. Der Hauptabsatz geht nach England und Nordamerika,

er dehnt sich aber nach und nach über Deutschland

aus. Wollspinnereien von kleiner Ausdehnung befinden sich in

Büding, Diedenhofen, Richemont und Waibelskirchen, 1 Kammgarnspinnerei,

2 Strumpfwaarenfabriken, 2 Wattenfabriken

und () Flanellfabriken in Metz, ebendaselbst J Halsbinden-,

Corsetten- und Handsohuhfabrik, 4 Weisszeugfabriken

in Gorze, Hayange, Saulny und Vittoncourt. Die

Netzfabriken zu Bolchen, Diedenhofen und Älarsal beschäftigen

vorzugsweise die Frauen auf dem Lande, ebenso in denselben Gegenden

die Strickerei von Handschuhen.

Von grosser Ausdehnung ist die Fabrikation von Stroh- und

Bafitgeflecli ten zu Strohhüten, welche ihren Sitz in Saaralbcii

hat, aber alle Orte in ziemlich weiter Umgebung damit beschäi'tigl.

Eb bestellen daselbst die Fabriken von .1. G. Heclor, M. Joseph,

V. Langlard, J. V. Wild und Sohn und ('. Ziibel und der Jährliche

UmHatz betrug wohl im 12 Millionen Franken. Bast und

PnnnmiiHtroli werden aus Amerika bezogen und das Fabrikat ging

früher ausschliesslich nach Frankreich und den Niederlanden. Seil

dein Kriege hat aber der Zoll die Einfuhr ungemein orschwerl.

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