Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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!• Laii'Ij Volk iiiul Verwaltung.

seine Hauptbedürlnisse, während es dahin seine wenigen Export-

Partikel sandte. Mit der Vergewaltigung durch Frankreich brachen

aber derartige Verbindungen nach dem Rheine ab, und während

die französische Regierung bestrebt war, das Land auch für Industrieartikel

und den Handel vom Innern Frankreichs und seinen

Seehäfen abhängig zu machen, und daher bessere Verkehrswege

dahin anzulegen suchte, Hess man jene nach Deutschland verfallen

und zwar schon aus militärischen Rücksichten, um das Eindringen

deutscher Armeen möglichst zu erschweren.

Was also vom früheren

Handel noch übrig war, ging nach und nach verloren, wie es

z. B. auch die Schififahrt zeigt, welche auf der Mosel ziemlich

lebhaft war und selbst bis Metz Dampfboote gehen Hess, während

jetzt davon fast gar nichts mehr vorhanden ist. Es wurde zwar

schon seit dreissig Jahren von Metz und auch dem Lande aus die

Regierung bestürmt,

für Eröffnung besserer Verkehrswege, namentlich

Eisenbahnen , zu sorgen , und es kamen auch die zwei Linien

von Metz nach Saarbrücken und Luxemburg zu Stande, allein das

französische Handels- und Zollsystem liess einen ordentlichen Handel

nicht aulkommen, wenn sich auch befähigte Leute

und Kapitalisten

dafür gefunden hätten. Man war zu sehr von Frankreich und

namentlich Paris abhängig geworden und entbehrte auch der entsprechenden

Exportartikel, um wieder Handelsgeschäfte mit Deutschland

zu versuchen und es gab nicht wenig Leute, welche die erwähnten

beiden Eisenbahnen nur aus strategischen Zwecken erbaut

glaubten und nicht mehr von ihnen erwarteten als von der

durch Napoleon I. nach Mainz erbauten Kaiserstrasse, welche für

Metz nichts anderes brachte, als die Ueberfluthung mit den Verwundeten

von Leipzig

Epidemieen.

und die von ihnen eingeschleppten tödtlichen

Der jetzt bestehende Handel ist also mehr ein solcher

für die Befriedigung der Lokalbedürt'nisse und einen ziemlich engen

Umkreis und dafür ist er auch heute noch meistens von Frankreich

abhängig und sind erst für einzelne üegenslände Verbindungen

mit Deutschland angeknüpft worden und (liest' Inst nur von

eingewanderten Deutschen.

Natürlich geben verschiedene Artikel ziemlich bedcuteiule Mengen

forden Eisenbahnverkehr, wie Roheisen, Eisent'abrikate, Steine,

die Fabrikute der Glas- und Porzellanmanufakturen, ferner Schweine

und Schanfe; aber dieselben bilden mehr blosse Exportartikel ohne

Vcrinittelung. Auch frunzÖHische Weine, Oonllturen, Zucker u. dgl.

bilden einige Exportartikel. Sonst aber ist ein Haupturtikel nur

noch Holz und Bretter, welche auf dem Mosclkanaie von der

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