Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

144 !• Land, Volk und Verwaltung:.

schussbank ist auch die Zeit noch nicht gekommen. Endlich sind

gerade für dies Gränzland die Münzverliäitnisse sehr ungünstig

und wird selbst

die Durchführung der Markwährung die Schwierigkeiten

nicht alle aus dem Wege räumen, da sie für den Verkehr

mit Frankreich nicht geeignet ist. Mark- und Frankenwährung

werden sich also in diesen Gegenden noch lange die Waage halten.

Am willkommensten aber wird es dem Lande sein, wenn es von

dem vielerlei deutschen Papiergeld befreit wird und es der Reichsregierung

gelingen sollte, nur ein einziges Papiergeld noch coursiren

zu lassen.

Für den grösseren, namentlich den Transithandel knüpft man

einige Hoffnung an die grosse Transitlinie, welche nach Eröffnung

der Gotthardbahn von England über Belgien, Metz, Strassburg

und Basel nach Italien und Asien gehen soll; aber wenn auch

nicht der Umweg über Metz dadurch abgeschnitten werden würde,

dass die Linie von Diedenhofen direkt über Saargemünd geführt

wird, was bekanntlich bald in Aussicht steht, so hätte doch nur

die Eisenbahnkasse den Vortheil davon und würde es sehr wenig

für den Platz Metz und seinen Handel ausmachen. Ebenso wäre

auch die Ausfüllung der Linie

von Remilly nach Saarburg keine in

die Wagschaale fallende Verkürzung der Route, an welcher kein

Handel liegt. Man darf sich daher bezüglich der Entwicklung eines

erheblichen Handels von Lothringen keine Illusionen machen, denn

hinderte früher dem Lande die deutsche Grünzlinie den Verkehr

nach und vou Deutschland, so ist es umgekehrt jetzt mit der französischen

Gränzlinie gegen Westen der Fall und das uralte Handelsfeld

an der oberen Mosel und Meurthe ist für Unter- Lothringen

jetzt gar nicht mehr zu haben.

19. Wissenschaft und Kunst.

Mit Wissenschaft und Kunst war es im Umfange des Bezirke

niemals sehr sonderlich bestellt. Es fchlle lange an besseren

Schulen und nur die Klostergcistlichen hielten solche in Metz,

Thionville und Sierck, sowie in Pfalzburg, worin der Unterrichl

in mönchischem Sinne geleitet wurde. Erst im .lahre IMOO erriciitctc

man sodann in Metz ein Lyceum, aber auch in höchst unvollkommener

Weise und dann Hess man die .Icsuiteu mit ihrem

Colleg wieder daneben aufkommen und es durch ihre Concurrcnz

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