Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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^' I'flHd, Volk und Verwaltung.

hat zu diesem Behufe eine Anzahl Räthe und Hülfsarbeiter für

die verschiedenen Zweige der Verwaltung und eine Steuerdirektion

für das Katasterwesen und die direkten Steuern. Zur Entscheidung

streitiger Fälle und Reclamationen besteht der Bezirksrath, früher

Präfekturrath, welchen der Präsident des Bezirks, seine Räthe, der

Steuerdirektor und Oberforstmeister bilden und zu dessen Entscheidungen

mindestens der Vorsitzende und drei Räthe mitwirken müssen.

Unter dem Bezirkspräsidium stehen sieben Kreisdirektoren

mit einem Kreisassessor und dem nöthigen Hülfspersonal, in Metz

aber steht derselbe Geschäftskreis direkt unter dem Präsidenten.

Die sieben Kreisdirektionen sind: Landkreis Metz, Diedenhofen,

Bolchen, Forbach, Saargemünd, Saarburg und Chäteau-Salins,

von

welchen jeder ^^^ede^ einen Polizeikommissär, Kreisarzt und Kreisthierarzt,

sowie einen Kreisschulinspektor hat. Jeder Kreis zerlallt

wieder in mehrere Kantone, deren einzelnen Gemeinden Bürgermeister

(Maires) vorstehen, der wieder einen Gemeindeschreiber

oder Greffier zur Seite hat, um die eigentlichen Geschäfte zu besorgen.

Für die Verwaltung der Polizei sind in Metz der Polizeidirektor

mit einem Polizeiinspektor und fünf Polizeikommissäre

aufgestellt j für das Land aber 19 Kantonal-Polizeikommissäre, nämlich

in Metz, Ars, Courcelles-Chaussy und Solgue für den Landkreis

Metz; Diedenhofen, Sierck und Hayange für den Kreis

Diedenhofen; Forbach, Püttlingen und St. Avold für den Kreis

Forbach; Saargemünd, Rohrbach und Bitsch für den Kreis Saargemünd;

Bolchen und Falkenberg für den Kreis Bolchen ; Chateau-

Salins und Dieuze für den Kreis Chäteau-Salins und in Saarburg.

Die Polizeidirektion zu Metz hat jedoch auch über die Polizei der

zunächst um Metz liegenden Gemeinden zu wachen , da wegen der

Fortsbauten sich daselbst eine grosse Arbeitermenge angesammelt

hat. Für die Wirthschaftspolizei sind die strengeren französischen

Verordnungen im Frühjahre 1874 wieder erneuert worden.

Der Bürgermeister oder Maire in den Gemeinden wird

von der Regierung auf je fünf Jahre ernannt und es muss derselbe

25 Jahre alt und in einer der vier Rollen für die direkte

Steuer eingetragen sein. Ihm steht ein Adjunkt als Stellvertreter

in allen Gemeinden unter 2500 Einwohnern zur Seite, zwei aber

in den (remeinden tlber dieser Scelcnznhl bis zu 20,(M)() Einw., in

grösseren Gemeinden auch noch ein dritter. Dieselben k(\nnen

auch aus den Gemcinderathsmitgliedern erwühlt werden. Der Gemeinderath

besteht in den Gemeinden bis zu 5(K) Einw. aus zehn

Mitgliedern und deren Zahl steigt mit der Grösse der Einwohner-

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