Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

1. Stadtkreis Metz. ISl

Regierung hat seit einem Jahre begonnen, die Kathedrale durch

den tüchtigen Architekten Schmidt von Trier in ihren schadhaften

Theilen gründlich restauriren zu lassen und es wird bei dieser Gelegenheit

auch das Portal und noch einiger

anderer Anbau entfernt

und durch einen Neubau im Style der Kirche ersetzt werden. Mit

der Kathedrale ist keine Pfarrei verbunden; sie ist lediglich bischöfliche

Kirche, worin auch Militärgottesdienst abgehalten wird.

Die übrigen sieben katholischen Pfarrkirchen sind nicht von

hervorragender Bedeutung. Am südöstHchen Ende der Stadt und

gegen das Mazellenthor liegt die Kirche St. Maxi min, deren

Schiff" zwar nichts Besonderes hat und aus dem vierzehnten oder

fünfzehnten Jahrhunderte stammt, deren Chor aber eine schöne

halbrunde romanische Abseite

aus dem zwölften Jahrhunderte enthält.

In der rechten Seite des Transepts befindet sich die Grabkapelle

der alten Patrizierfamilie Gournay, Früher lag die Kirche

ausserhalb der Mauern und hiess

deshalb St. Maximin-aux-Vignes;

sie ist seither etwas vergrössert und mit einigen Frescogemälden

versehen worden. Die Kirche St. Eucaire liegt links von der

Rue und dem Thore des Allemands, ist von Mauern umschlossen

und stammt aus dem Ende des fünfzehnten Jahrhunderts, steht aber

an Stelle einer sehr alten Kirche, von welcher nur der Thurm aus

den letzten Jahren des zwölften Jahrhunderts übrig blieb. Die

Säulen haben Kapitaler und Basen im Charakter der letzten romanischen

Zeit. Um den Hochaltar befinden sich fünf Medaillons

mit Basreliefbildern des heiligen Eucare und der vier Apostel.

Die Kirche St. Segolene in der Kapuzinerstrasse und auf einem

der höchsten Punkte der Sladt stammt aus der ersten Hälfte des

dreizehnten Jahrhunderts , zeigt einige b^pierkenswerthe Details im

romanischen Styl und hat einen kleinen Hof mit elegantem Portal.

Einige der gemalten Fenster stammen aus dem vierzehnten Jahrhunderte,

andere aber sind neu und von Marechal und Gugnon.

Auch die Kirche St. Martin in curtis stand früher ausserhalb

der alten Stadtmauer und stammt bezüglich seines schönen Schiffs

aus dem dreizehnten Jahrhunderte, während der Chor erst am

Ende des fünfzehnten Jahrhunderts erbaut wurde. Eine Kapelle

im linken Seitenschiffe diente verschiedenen Mitgliedern der Familie

Gournay als Grabkapelle, die Kapelle St. Nikolaus auf der rechten

Seite des Transepts aber der Familie Baudoche, deren Familienhaus

gegenüber der Fayade der Kirche stand und wovon noch

einige bemerkenswerthe Theile erhalten sind. Im Chor befinden

sich einige Glasmalereien von Marechal und Gugnon. In der Rue

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