Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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^^* Topographie.

de la Chevre liegt die Kirche Notre-Dame, erst 1740 von den

Jesuiten vollendet , die sie an der Stelle einer protestantischen

Kirche erbauten. Sie war 1655 angefangen worden, schritt jedoch

nur langsam der Vollendung entgegen. Sie ist im Zopfstj'l der

Jesuiten erbaut, hat aber schöne Glasmalereien von Marechal und

Gugnon, eine Statue der Jungfrau von Molcknecht und Wandgemälde

von Hussenot. Die Kirche St. Vincent liegt auf der

Insel Chambi^re hinter der Präfectur, ist aber auch einer argen

Verunzierung unterlegen, indem die 1248—1376 erbaute Kirche

aus der ersten Zeit des Spitzbogenstyls mit einem Portal in neugriechischem

Styl versehen wurde, welches mit der Kii'che selbst

arg contrastirt. Die alte Kirche war 1395 und wiederholt mit

dem Kloster zugleich 1705 vom Feuer zerstört worden. Die beiden

vorderen Theile des Schiffs an Stelle des alten Thurms wurden im

Style der alten Kirche erbaut, aber das Portal in geschmackloser

Weise hinzugefügt. Die siebente Pfarrkirche St. Simon im Moselfort

ist den dortigen Kasernen entsprechend 1737— 1740 erbaut

worden, soll aber nicht sehr solid sein. Die Kirche St. Clement,

zuletzt Jesuitenkirche, liegt in der Rue PontifTroy, ist aber durch

angebaute Häuser maskirt und im Style dos vorigen Jahrhunderts

erbaut. Früher gehörte sie dem Benediklinerkloster St. Clement.

Die Protestanten hatten schon 1523 mehrere Kirchen, wurden

aber 1685 vertrieben, so dass deren 15,0(X) die Stadt verliessen,

und nur etwa 700 blieben zurUck. Für diese wurde sodann nach

der Revolution die Kirche der Trinitarier eingerichtet, die 1720 im

Geschmack der damaligen Zeit erbaut wurde. Eine neue evangelische

Kirche wird in dem nächsten Jahre auf der Isle Chambiere

am Rempart Belle-Isle erbaut werden und sind die Fonds bereits

dafür angewiesen. — Die Synagoge wurde in der Rue d'Arsenal

1849— 185 an Stelle der alten Synagoge erbaut, die noch aus

dem zwölften Jahrhunderte stammte. Sie ist ziemlich gross und

hat drei Schiffe; sie kostete 180,000 Frcs., wozu der Staat 20,000 I^Vcs.

und die Stadt 'J(i,00(> Free, beisteuerte.

r)aH bisehöfliche Palais wurde 1802 im ehemaligen Kloster

Sie. Glossinde eingerichtet, worin sich anlangs auch das kleine

Seminar befand. Dasselbe wurde aber später (1827) in die Verlüngerung

des grossen Seminars verlegt, das 1743— 1745 am alten

Walle errichtet und mit einer Kirche versehen wurde, die jingeblich

ein Gemälde von Poussin enthält.

Von Klöstern sind folgende vorhanden: l.n yinilalion tiv

\nirf-li(ifiir in der Rui* Haut-Poirier, ein Nonnenkloster strenger

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