Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

104 II- Topographie.

Schwestern von St. Vincent-de-Paul geleitet. Es hat grosse Räum-

Hchkeiten, ist fiir Mädchen bestimmt und in demselben befindet

sich auch das Wohlthötigkeitsbureau, wo bedürftige Leute täglich

Brod, Suppe, Holz und Arzneimittel umsonst erhalten. Das Haus

Bon Pasteur im alten Kloster Ste. Ciaire, Rue Paradis, unterhält

etwa 60 Mädchen, um sie zu einem ordentlichen Leben zurückzuführen

und erhält dafür ausser Privatbeiträgen jährlich 2000 Frcs.

vom Generalrath und 1000 Frcs. von der Stadt. Das Haus Charite

Maternelle, zwischen der Bibliothek und evangelischen Kirche,

wurde 1808 durch den Hebarzt Morlaune im Kloster der Trinitarier

errichtet und wird von den Schwestern Ste. Felicit^ besorgt.

Das Budget beläuft sich jährlich auf 12,000 Frcs. und es finden

hier jährlich etwa 500 Frauen unentgeltlich und eben so viele

gegen Bezahlung ihre Entbindung.

Das Hospital Bonsecours liegt am nördlichen Ende der

Insel Chambi^re und wurde 1691 vom Kanonikus Morel und dem

Bischöfe Rollin gestiftet und vom Bischöfe Coislin bereichert. Es

enthält 120 Betten für Kranke beider Geschlechter, hat eine Kapelle

und wird von den Schwestern von St. Vincent-de-Paul besorgt;

5 Aerzte und Chirurgen versehen den Dienst. Im Jahre

1832 wurde das Spital ausschliesslich für Cholerakranke bestimmt

und es wurden damals 345 Kranke aufgenommen. Das Hospital

St. Nicolas liegt beim Thore St. Thiebault und ist die älteste»Anstalt

der Stadt. Sie ist dazu bestimmt, alte oder gebrechliche

Arme beider Geschlechter, Waisen und Hülflose aufzunehmen,

verpflegt aber auch Pensionäre, Irre,

Scrophulöse und Epileptische.

Die Anstalt ist sehr vermöglich und hat auch das Vermögen der

früheren Leproserien erhalten. Auch hier schalten die Schwestern

von St. Vincent-de Paul. Sonst steht es seit 1797 unter derselben

Verwaltung mit Bonsecours und seine Einkünfte, welche 1818 erst

1.5(»,(XX» Frcs. betrugen, übersteigen jetzt jährlich die Summe von

20,(XK)

Frcs.

Das Kathhaus gegenüber der Kathedrale liegt an einem

freien Platze, der mit den Kt'gierungsveräiuierungen in Frankreich

auch stets den Namen wechselte und zuletzt Place NapoK-on hiess.

Es wurde 1771 nach dem Plane von Blondel in einfachem Style

erbaut und hat schöne Mingangj^hulle und Trepijeii. Der grosse

Saal enthält vierzehn Medaillons von weissem Marmor mit den

Reliefliildern der hervorragenderen Melzer: Ancillon, Jurist; BalluH,

JeHuit; Cantiuncula, JurJHl; Fabert , Maischall; Ferry, evangel.

Pfarrer; '\n\y ^ flciHralprociinilor; Laii(;on, Bürgermeister; Ledere,

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