Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

1. Stadtkreis Metz. 1^5

Zeichner und Graveui-; Leduchat, Literat; Louis, Chirurg; Mondelange,

Bürgermeister und Pilätre de Rozier, Physiker und Luftschiffer.

Da das eigentliche Rathhaus nur 50 Meter Breite und 20 M. Tiefe

hat, so brachte man in dieselbe Fa^ade auch das Gouvernementsgebäude

und das der Polizei, so dass die Vorderseite den ganzen

Platz gegen die Kathedrale ausfüllt.

Der Justiz palast liegt an der Esplanade, ziemlich hoch,

an Stelle des alten Gouvernementshotels und wurde 1776 erbaut.

Es ist ein imposantes massives Gebäude mit weiter Aussicht, aber

ohne weitere Schönheit. Auch das Innnere ist nicht ganz vollendet.

Die Herstellung kostete 960,0(X) Frcs., aber das Jahr 1791 unterbrach

die Vollendung und Verzierung durch mehr Bildhauerarbeiten.

Seit der Revolutionszeit diente das Gebäude nur als Justizpalast

und auch jetzt vereinigt es alle Gerichtsstellen , das Handelsgericht

und die Handelskammer in sich, ebenso das Landcentamt mit der

Bezirkskasse.

Die Präfectur, jetzt Sitz der Bezirksregierung, liegt auf der

Moselinsel, welche zwei Brücken von der Stadt trennen, wurde

1739 auf der damals Petit-Saulcy genannten Insel an Stelle von

Militärmagazinen errichtet, brannte aber 1803 ab und wurde 1805

wieder hergestellt. In der letzten Zeit wurden im Innern einige

Verbesserungen und Verschönerungen angebracht, im Ganzen ist

aber der Raum nicht zureichend und das Gebäude zu verwinkelt.

Auf derselben Insel, nur etwas südlicher, liegt das Theater, in

Stein erbaut 1739, später im Innern restaurirt und erst am 6. Februar

1752 für Vorstellungen eröffnet. Es -kostete über 330,00(J Frcs.,

hat vorn einen Portikus mit 18 Arkaden und darüber eine Terrasse,

ist aber in schwerfälligem Styl erbaut. 1822 und 1851 wurden

mit erheblichem Geldaufwand die inneren Einrichtungen umgeändert

und verbessert.

Neben der Kirche St. Vincent und hinter derselben auf der

Insel Chambiere, gerade hinter Präfektur und Theater, liegt das

Lyceum, 1804 in den Räumlichkeiten des Benediktinerklosters

errichtet und 1845 durch einen Neubau erweitert, ist ein sehr umfangreiches

Gebäude mit verschiedenen Höfen und Gängen, enthält

aber für seinen Umfang nicht die entsprechenden Räumlichkeiten.

Fast diesem gegenüber am Platze St. Vincent liegt das Gebäude

der Direktion der Zölle und indirekten Steuern, die ehemalige

Tabaksmanufaktur.

Unter den für militärische Zwecke bestimmten Gebäuden er-

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