Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

1. Stadtkreis Metz. 193

und auch für die Unterofficiere sind solche eingerichtet; für die

Handwerksgehülfen wurde in jüngster Zeit

eine „Herberge zur Heimath''

eingerichtet. Ferner besteht eine Volksküche, die jedoch

nicht stark benützt wird , und ein Frauenverein , alles Vereine , die

erst mit der Zeit und dem Anwachsen der deutschen Bevölkerung

den rechten Boden finden werden.

Ein Consumverein wurde unter

allgemeiner Zustimmung Ende 1872 gegründet, als aber das Geschäft

eröffnet war, fanden es die meisten Theilnelimer zu weit,

ihren Bedarf daselbst zu entnehmen, der grösste Theil leistete die

bestimmten Einzahlungen nicht und da Einrichtungskosten, Unkenntniss

des Geschäftsführers bezüglich der Waaren und noch

andere Zufälle ein Deficit herbeiführten, so musste der Verein

schon nach einem Jahre wieder aufgelöst werden. Auch für Errichtung

einer Vorschussbank wurde lebhaft agitirt und das Statut

festgestellt, als dieselbe aber zur Ausführung gelangte, zeigte es

sich, dass vorerst zwar schon genug Leute da wären, die Geld

daraus borgen, aber keine, welche Kapitalien einbezahlen konnten

oder wollten. Das Vereinswesen wollte überhaupt zu rasch und

zu üppig emporschiessen und deeshalb ist vorerst noch nichts recht

geglückt.

Geschichte. Der Ursprung von Metz verliert sich bis in die

früheste Zeit.

Als Cäsar im Jahre 57 v. Chr. nach Gallien kam, fand

er schon am Einflüsse der Seille in die Mosel eine Stadt, welche

der Hauptort der Mediomatriker war und zu Gallia helgka gehörte.

Die Bewohner waren aber nicht Gallier, sondern Abkömmlinge

der Deutschen, welche hier eingewandert waren und die Gallier

vertrieben. Sie widersetzten sich dem Vordringen Cäsars, mussten

aber bald sich unterwerfen, und der Scharfblick des Feldherrn

erkannte alsbald die günstige Lage der Stadt für eine militärische

Station zur Beherrschung des Landes. Er errichtete daher daselbst

ein Standlager und bald erhoben sich zahlreiche Bauten, welche

den Ort zu einer römischen Stadt machten. Die Bewohner nahmen

nur einmal an einer Erhebung gegen die römische Herrschaft 'J'heil,

nämlich im Jahr 52 v. Chr., als Vercingetorix das gesammte Volk

zu den Waffen rief, wo auch die Mediomatriker 5000 Mann ins

Feld stellten. Allen weiteren Befreiungsversuchen blieben sie ferne

und schlössen sich sogar viel enger den Römern an, welche dagegen

die Stadt wieder vielfach begünstigten. Die Mediomatriker

stellten auch die Mannschaft zu

der sechsten der Pseudocomitateuses

genannten Legionen. Ungeachtet dieser Anhänglichkeit konnten

sie aber nicht verhindern, dass zur Zeit der Regierung von Galba

Huhn, Deutsch -Lothringen. 13

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