Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

1. Stadtkreis Metz. 197

wurden öfters zu deren Beilegung Versammlungen gehalten, wovon

mehrere auch zu Metz, das neben Aachen Hauptstadt des

Reichs blieb. Lothar hatte sich der in Austrasien 866 einfallenden

Normannen zu erwehren, die bis vor Metz kamen und die ganze

Umgegend verheerten, und starb 867 in Italien, ohne rechtmässige

Kinder zu hinterlassen. Nach getroffenen Verabredungen sollte

sein Bruder Ludwig Austrasien erben , da aber dieser ferne war,

so liess sich Karl der Kahle auf Veranlassung des Metzer Bischofs

in dieser Stadt krönen und nahm in unrechtmässiger Weise Besitz

vom Reiche. Er fühlte aber bald, dass er sich darin nicht behaupten

könne, und einigte sich daher mit seinem Bruder Ludwig

über die Theilung von Lothringen, wobei Letzterer Metz und das

ganze Land zwischen Basel und Utrecht erhielt. Als derselbe 876

starb, erfolgte wieder eine Theilung des Reichs, woi'in Karlmann

Bajern und die östlichen Länder, Ludwig die nordöstlichen nebst

Ober -Lothringen, Karl der Dicke die Länder am Rhein mit Unter-

Lothringen erhielt.

Um diese Zeit erneuerten die Normannen ihre Raubzüge,

883, und drangen an der Mosel herauf, wo es zu Remich zu einer

Schlacht kam, in welcher Bischof W^ala von Metz fiel, worauf

die Normannen sich nach dem Westen wandten. Karl der Dicke

lebte hierauf nicht sehr lange und starb 888 ohne Nachkommen.

Graf Eudes von Paris liess sich hierauf zum König der Frauken

ausrufen und Arnulf erhielt Deutschland mit Lothringen, der das

letztere an seinen Sohn Zwentibold übergab. Dieser regierte aber

sehr schlecht und wurde in Folge dessen verjagt, worauf er in

einem Kampfe an der Maas fiel und 900 in Metz begraben wurde;

Lothringen aber kam au Ludwig IIL, unter welchem die Ungarn

Einfälle in

das Reich machten und bis nach Lothringen vordrangen.

Ludwig selbst starb 911 und mit ihm erlosch in Deutschland die

Karolingensche Linie, worauf die deutschen Fürsten den Herzog

Konrad von Franken zum König erwählten.

Die Lothringer aber

erkannten Karl den Einfältigen von Frankreich als ihren Herrn

an, welcher den Grafen Giselbert als Gouverneur des Landes einsetzte.

Derselbe strebte jedoch selbst nach der unabhängigen Gewalt,

wurde desshalb abgesetzt, erneuerte aber seine Anstrengungen

und verband sich selbst mit den französischen Grossen,

um den König Karl abzusetzen. In Folge dieser Wirren rückte

endlich Fleinrich der Vogler im Jahre 923 aus Deutschland heran,

belagerte Metz, das seine Thore vor ihm verschloss, zwang es

zur Uebergabe und setzte Giselbert wieder als Statthalter daselbst

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