Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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II- Topog:raphie.

ein. Vergebens suchte der Sohn Karls des Einfältigen wieder in

den Besitz von Lothringen zu gelangen, Heinrichs Sohn Otto der

Grosse, 936 zum Könige von Deutschland erwählt, zog mit siegreicher

Macht heran und drang weit gegen Frankreich vor, und

endlich musste ihn auch Metz 945 als seinen Souverän anerkennen.

Dieser setzte daselbst seinen Schwiegersohn Konrad als Statthalter

ein, aber auch dieser empörte sich, um Otto zu entthronen und

wurde zwar mehrmals geschlagen, warf sich aber nach Metz, rief

die Ungarn herbei und veranlasste so die Plünderung der Stadt,

die zu gleicher Zeit auch durch die Pest heimgesucht wurde, an

welcher daselbst über zehntausend Einwohner starben.

König Otto II. schickte seinen Bruder Bruno, Erzbischof von

Köln, nach Lothringen, um in diesem Lande wieder Ordnung einzuführen

und dauernde Ruhe herzustellen, und derselbe wandte

auch alle Mühe darauf, die stets zu Unruhen und Verheerungen

geneigten grössern Herren des Landes im Zaume zu halten. Zu

diesem Behufe theilte er auch 959 dasselbe in Unter- und Ober-

Lothringen. Das erstere umfasste das Elsass, Luxemburg und die drei

Bisthümer und wurde Moselherzogthum genannt; zum andern gehörte

der nordwestliche Theil. Graf Friedrich von Bar erhielt die Stattlialterschaft

von Ober- Lothringen und Bruno behielt Unter -Lothringen

für sich, bis er 965 starb. Der betrcfTende Landestheil

wollte sich dann dem französischen Prinzen Karl unterwerfen, der

auch Besitz davon nahm, wie ihn denn auch die Stadt Metz 978

mit Enthusiasmus empfing; aber Kaiser Otto II. brachte das Land

durch Verhandlungen mit Lothar von Frankreich wieder an sich

zurück , und als die Franzosen den letzten Karolinger nicht mehr

anerkennen wollten und in Hugo Capet eine neue Dynastie einsetzten,

zerriss das letzte Band mit Frankreich und Lothringen

verblieb für die Dauer beim deutschen Reiche,

unter dessen Schutze

sich nun in diesem westlichen Theile desselben verschiedene Erbgrafschaften,

wie Luxemburg, Bar, Elsass, Nanuir u, s. w. bildeten,

während wieder die Bischöfe die Oberherrschaft über ihre

Itesidenzstädte sich anmassten und auch zugestanden erhielten,

weil dieselben eigentlich unter dem Schirme des Bischofs und der

Kathedrale emporgewachsen waren und die geistlichen Herren

hclion vorher einen vorherrschenden Einflues auf dieselben zu gewinnen

verstanden

hatten.

Diese endgültige und direkte Unterstellung

unter das deutsche

Ueich hatte für Metz dir weittragendsten I'olgen. Bisher hatten

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