Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde


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I. Land. Volk und Verwaltung.

Wie schon die Gewässer dem Gebiete des Rheins angehören,

so bildet das Land einen Tlieil der oberrheinischen Bodenbildung,

die ihre Wurzeln in den Alpen hat und sich fächerartig gegen

Norden ausdehnt. Wie auf der rechten Uferseite des Rheins der

Gebirgsstock im Feldberg ruht und dann so nach Norden zieht,

dass der schronere Theil mit steilem Abfalle, aber schönen Vorhügeln

sich dem Rheine zukehrt und Arme nach Nordosten aussendet,

vom Hauptstock aber ein FIuss entspringt, der rückwärts

des Gcbirgs nach Norden zieht und dem Rheine zufliesst, ebenso

zieht in ganz gleicher Weise auf dem linken Rheinufer vom Gebirgsstock

Beleben ein gleiches Gebirge mit schroffem östlichen

Abfalle nach Norden und ebenfalls vom Hauptkerne aus im Rücken

dieses Gebirgs entspringt ein FIuss, die Mosel, welche in gleicher

Weise einen Bi)gen bildet und dem Rheine zueilt. Beide Höhenzüge

haben das Gemeinschaftliche, dass sie vom Rhein steil ansteigen,

aber sich im Rücken in ein höher gelegenes Hügelland

mit niederen Bergen verflachen, und el)enso dass diese Gebirgszüge

in der Mitte, beide einander gegenüber, Einsenkungen haben,

welche einen Pass nach rückwärts bilden. Wie im Badischen das

Thal der Kinzig einen solchen nach dem östlich gelegenen Württemberg

bildet, so auf der linken Seite das Thal der Zorn zum

Uebergange ins Moselthal

und dasselbe wiederholt sich dann wieder

weiter nördlich, indem die Wasserscheide zwischen Durlach und

Pfitrzlu'im sich senkt, wie dies zwischen Reichshofen und Saargemüud

auf der anderen Seite der Fall ist. Diese Bodenbildung

weist das Land naturgemäss Deutsclvland zu, und in ganz gleicher

Weise haben .sich die geologischen Verhältnisse auf beiden Seiten

des

Rheins gebildet.

Der Bezirk Lothringen ist daher ein Land, das seine grössten

Höhen im Südosten, den Vogesen, und Osten hat und sich rückwärts

zu einem Hügelland gestaltet, in wolchem Berge von erwälinenswerther

Erhebung nicht mehr vorkommen. Die Höhen

wechseln von '220

'f2i) M. über dem Meere, erheben sich nur

auf wenigen Strecken darüber und erreichen blos

an einigen Stellen

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