Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

booksnow2.scholarsportal.info

Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

206

^'- Topogi-aphie.

ihnen daher das angemasste Hecht auf Antheil an den städtischen

Einnahmen, sowie das Recht der Nachfolge und Erbschaft, und

erklärte sogar die ihnen etwa schuldigen Grundzinsen für zurückkäuflich.

Wegen einer solchen Erbschaft kam es daher sogar zu

Feindseligkeiten mit dem Bischöfe, der deshalb auf einige Zeit die

Stadt verliess, aber doch bald nachgab und zu einem eigenthüm«

liehen Auskunftsmittel griff, um wieder zurückzukehren. Da er

nämlich geschworen hatte, er werde nur nach Metz zurückkehren,

wenn er von der grossen Menge zurückgeholt werde, wartete er

eine grössere Festlichkeit ab und kehrte mit dem grossen Schwärm

der Festtheilnehmer in die Stadt zurück. Diese brachte dann auch

im Jahre 1315 nach dem Aussterben des Grafen die Vouerie an

sich, welche aber fast nur noch im Bezüge gewisser Einkünfte

bestand; sie fuhr aber auch in der strengern üeberwachung des

geistlichen Treibens fort und befolgte sofort das von Frankreich

gegebene Beispiel, indem sie die Tempelherren verjagte und ihre

ßesitzthümer einzog, die freilich in Metz nicht gross waren.

Der nun folgende Theil der Geschichte von Metz ist zwar

reich an Streitigkeiten und Kämpfen , aber dieselben sehen sich

alle gleich, entstehen wegen gegenseitiger Uebergriffe und Verheerungen,

ziehen die Zerstörung ganzer Dörfer und blutige Niederlagen

nach und endigen meistens damit, dass Metz erhebliche

Geldeinbussen erleidet. Denn im Grunde genommen, ist ihre erste

Ursache auf Geldanleihen zurückzuführen, welche von Metzern

an benachbarte Grossen gemacht worden und zu Streitigkeiten

über deren Verzinsung und Zurückbezahlung führten. Diese

Wuchergeschäfte kamen aber auch nur deshalb zu solcher Ausdehnung,

weil Gewerbe und Fabrikation im Lande nur schwach

waren und der Handel aus Mangel an Strassen und Sicherheit sich

wenig weiter als über die nächste Nachbarschaft ausdehnte, somit

den immer üppiger werdenden Bedürfnissen nur durch reicheren

Verdienst durch Geldgeschäfte genttgt werden konnte. Wir werden

sogar später sehen, dass dieselbe Neigung auch hauptsächlich

du/.u

beitrug, dass Metz seine Selbstständigkeit verlor und eine leichte

Beute der Franzosen wurde.

Das strenge Vorgehen der Stadt gegen den C-lerus und den

Stolz der Bürger, welche fremde Ijchen trugen und die damit verbundenen

Pflichten nicht erfüllen wollten, bniehten der Stadt bald

viele Feinde, und diese bildeten V>V14 zu Reinich und dann zu

Hehren eine Vereinigung, welcher der Erzbischof von Trier,

dessen

Bruder Johann , König von Böhmen, Herzog Ferry von Lothringen,

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine