Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

1. Stadtkreis Metz. 211

zusammengebracht hatten, fortgesetzt, und auch die Metzer sahen

sich nach Verbündeten um, verstärkten die Befestigungen und

rüsteten sich zur Vertheidigung. Die Lothringer fielen plündernd

und brennend in das Land ein, zerstörten die Strassen und Wege,

mit Ausnahme jener gegen Luxemburg, und kamen mit Kanonen

und Bombarden bis vor die Mauern der Stadt. Aber da dieselben

nicht trafen oder selbst zersprangen, jene der Metzer dagegen

verheerend wirkten, so zogen sie sich zurück und setzten das

Plündern fort, bis sie endlich der Sache müde wurden, einen

Waffenstillstand und bald auch einen Frieden schlössen, der am

1. Januar verkündet wurde. Ausser Plünderung und Zerstörung

hatte somit der Krieg keinen Erfolg. Als übrigens der Herzog

1431 starb, entliess seine Wittwe den Rest der Gefangenen und

besuchte selbst Metz, das

sie sehr festlich empfing und ihr prächtige

Geschenke verehrte.

Nun folgte ein dreizehnjähriger Frieden, während dessen nur

einige kleine Herren der Umgegend zu bekämpfen und im Zaum

zu halten waren. Aber die unruhigen Köpfe der Bürger, welche

jetzt nicht durch äussere Kämpfe beschäftigt wurden, drohten mit

einer neuen Gefahr, indem sie nach dem Eintritt in die Paraiges

strebten, um auch zu den höchsten Aemtern der Stadt zu gelangen.

Die Aristokratie gerieth dadurch in Verwirrung, lehnte es sogar

ab das Amt als Bürgermeister anzunehmen und um nur das Regiment

nicht steuerlos werden zu lassen, erfolgte 1441 ein Gemeindebeschluss,

welcher zur Annahme des Amts als Maitre-echevin

unter strengen Strafen zwang, was dann auch die Sache wieder

in Ordnung brachte. In dieser Zeit Hess sich die Stadt auch durch

die Kaiser Sigismund und Friedrich III. 1435 und 1442 ihre Rechte

und Privilegien bestätigen. Die Lothringer hielten aber nicht lange

Ruhe und die Ursache eines neuen Kriegs waren wieder die beträchtlichen

Summen, welche Herzog Ren6 nach den verheerenden

Kriegen gegen Burgund und Sicilien bei den Metzern aufgenommen

hatte. Obschon nämlich diese aus langer Erfahrung

wussten, dass aus solchen Geld borgereien stets Kriege und Verluste

entstanden, gaben sie sich doch immer wieder aufs Neue

dazu her und auch die Stadtbehörde trat nicht dagegen auf, ein

Zeichen dafür, dass diese Geschäfte trotzdem sehr gewinnbringend

waren und der erste Erwerbszweig der Aristokratie wurden, die

keine Bereicherung in Handel und Industrie suchte. Da der Herzog

mit seinen Zurückzahlungen innehielt, so strengten die Metzer

ein Gerichtsverfahren gegen ihn an und nahmen die Garderobe

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