Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

booksnow2.scholarsportal.info

Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

230

II- Topographie.

18 Amaus, auch die Prediger aus Montoy getrieben. Nur der

Gottesdienst in Coureelies-Chaussy blieb geduldet. In dem darauffolgenden

Keligionskampfe hatte sodann die Stadt sehr viel zu

leiden. Heinrieh von Bourbou drückte 1587 mit seiner kleinen

Armee das Land und im nächsten Jahre verheerte es Guise mit

seinen Truppen und der König selbst machte noch grosse Geldforderungen,

obschon er seine Anhänger sonst überall von ihm abfallen

sah und ihm nur Metz treu blieb , freilich auch nur , Aveil

die Citadelle eine Zwingburg für die Stadt war und die Metzer

sich nicht mit Erfolg weigern konnten , den Sold der Soldaten aus

ihrer Tasche zu bezahlen. Die Metzer erhoben darüber die bittersten

Beschwerden. Am 15. März 1587 schrieben sie an den König,

es sei ihnen nichts übrig geblieben als unerträgliche Schulden,

der beste und grösste Theil der Bürger wandere aus, um den

Leiden und der Unterdrückung zu entgehen, und die Soldaten

seien genöthigt, von Haus zu Haus zu betteln. Am 15. Januar

schrieben sie ausdrücklich, die Unterdrückung und Gewaltthaten

der Soldaten seien barbarischer als je, anstatt belohnt zu werden,

empfange man eine unwürdige Behandlung, schlimmer wie Verbrecher,

die Soldaten verführen gegen die Leute in ihren Häusern

wie gegen Rebellen, plagten sie grausamer wie die Türken und

doch habe man so oft schon die Treue und freigebige Aufopferung

der Stadt erprobt. Der König antwortete nur, dass er selbst

ausser Stand sei, der Stadt die gute und günstige Behandlung zu

verschaffen, wie sie es verdiene.

Die Hoffnungen, welche die Protestanten von Metz auf den

neuen König Heinrich IV, setzten, erfüllten sich nicht, denn derselbe

sagte alsbald den Katholiken zu, den bestehenden Zustand

zu erhalten. Dazu kam noch ein neuer Krieg desselben mit Lothringen,

welches ihn nicht anerkennen wollte und sofort in der

Nähe den Krieg eröffnete. Im Kampfe gegen die Lothringer gewannen

die Metzer im Februar 15f)0 Vortheile bei Bolchen und

nahmen Norroy-devant-les-Ponts, dessen Glocke sie nach Metz

entführten, auch zog der Herzog, welcher im Juli von Moulins

einen Handatreich gegen Metz unlernehuu'u wollte, niivcrrichloter

Sache wieder ab. Aber Metz litt dadurch unendlich und gcMiclii in

die schlimmste Lage, so dasa die Stadt den König bestürmte, dem

Krieg ein Knde zu machen. Sic erklärte ihm, diiss die armen

und verlassenen Bürger das Aeusserete anfgebdlen hätlen, um die

Oarniflon /u unterhalten, dass sie die unglatibliche Summe von

4,()(K) Gulden schon darauf verwendeten, das Vermögen der

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine