Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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^'' Topographie.

ment zu errichten gedachte. Aber seine Ermordung verhinderte

ihn, weiter etwas für die Stadt zu thun, welche ihm ungemein

zugethan war und seinen Tod sehr beklagte.

Auch unter seinem Nachfolger Ludwig XIII. genoss Metz

mehrere Jahre iiindurch Ruhe und auch die Protestanten übten

ihren Kultus ungehindert aus und erhielten sogar eine Anzahl

Aemter. Nur verbot ihnen ein P^dikt des Königs Versammlungen

zu halten, ohne seine besondere Erlaubniss. Die Metzer redigirten

um diese Zeit auch ihr Gesetzbuch fCoutumesJ. Aber bald darauf

brachte der Herzog von Epernon die Stadt wieder in Aufregung.

Beim Könige in Ungnade gefallen und auf sein Gouvernement Metz

zurückkehrend behandelte er die Einwohner sehr übel und heftig,

so

dass der König einen Kequetenmeister senden musste, um seinen

Ausschreitungen Einhalt zu thun. Epernon setzte sich sodann mit

der nach Blois verwiesenen Königin in Verbindung, welcher er

zur Befreiung verhalf.

Aber die Metzer traten seinem Stellvertreter

entgegen, welcher ihm treue Truppen in die Stadt zog, und da

die Metzer entschieden zum Könige hielten, so Hess Valette sogar

die Truppen aus der Citadelle in die Sttidt einrücken und Kanonen

auffahren. Aber da inzwischen der König den Herzog von Nevers

mit Truppen nach Metz sandte, so musste Valette nachgeben und

den entwaffneten Bürgern die Waffen wieder ausliefern. Doch

kehrte die Ruhe erst im Juni wieder vollständig zurück.

Während des französischen Bürger- und Religionskriegs beliielt

Metz ziemlich Ruhe und nur der Zug des Grafen von Mansfeld

bis nach Corny und Jouy drückte das Land und schien selbst

Metz bedrohen zu wollen ; aber er zog bald darauf wieder ab.

Im Jahr lt)2'2. nahm Valette den Protestanten einige Aemler und

entwaffnete sie und fortwährend sah man durch das Land französische

und deutsche Truppen ziehen und auch die Armee verstärkt,

was die Kosten der Stadt vermehrte und neue Ausschreitungen

veranlasste. Dazu kam die Pest, welche 1()'2.'} —

'25 wüthete

und *{00() Metzer hinraffte

und sogar K)'29 wieder kam, jedoch nur

120 Personen in drei Monaten den Tod brachte; man hatte während

dieser Zeit auf der Insel Chanibit^e ein besonderes Spital errichtet

und die Tliore abgesperrt. Dazu kamen noch zwei Jahre

.Missernte und in Folge dessen eine grosse Theuerimg.

Zur Zeit des dreissigjührigrn Kriegs snh Lothringen die heidcrseitigeii

Heere mehrmals da« Land durelizichen, aber Metz selbst

wurde nicht bedroht. Im Jahre HÜVl kam sogar dir König nach

Metz, um dem an den Hhein verlegten Kricgsscluuiplnl/. inSher zu

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