Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

236 II- Topographie.

ligion über. Im Jahre 1672 veranlasste der Krieg gegen Holland

die Bildung eines Lagers bei Sierck, dessen Fieberkranke in Metz

verpflegt wurden und daselbst diese Krankheit verbreiteten, und

im Juli 1673 kam auch der König nach Metz und bedankte sich

bei den Bewohnern, weil sie ihn so feierlich empfingen, damit,

dass er die Auflage auf Getreide von 6 auf 4 Sous herabsetzte.

Das Jahr 1674 führte zum Kriege mit Deutschland und denselben

in grössere Nähe. Es wurden daher bedeutende Arbeiten

an den Festungswerken von Metz unternomnien, woran täglich

an tausend Bauern arbeiten mussten und wenn auch die Metzer

den Sieg bei Sinsheim feierten, so fielen doch die Luxemburger

bis Avancy ins Land und verheerten viele Orte. Täglich erfolgten

Truppendurchzüge und neue Auflagen auf Tabak und

Zinn wurden ausgeschrieben.

Auf die Freude über den Sieg folgte

aber alsbald die Trauer über die üebergabe von Trier und die

Flucht der französischen Armee, die sich erst in Metz wieder gesammelt

hatte. Wegen dieser Üebergabe erfolgte eine harte Bestrafung

der Soldaten und OfTiciere und die Stadt musste nachher

auch die elend und verwundet ankommenden Soldaten verpflegen.

Die Kaiserlichen zogen von Trier nicht gegen Metz, dagegen

wälzte sich der Krieg gegen das Elsass bis der Winter ihm Stillstand

gebot. Im nächsten April gedachte der Herzog von Lothringen

zwar gegen Metz vorzurücken, aber er wandte sich nach

der Saar und nahm das Schloss Ancerville im Metzer Gebiet. Im

Juni besetzte er Nomeny, zog aber beim Herannahen des Marschalls

Cr^qui über die Seille, worauf der Marschall bis St. Julien

und Woippy vorrückte und dann den Herzog von Lothringen veranlasste

nach dem Elsasse zurückzugehen. Auch im nächsten

Jahre währte noch der Krieg fort und der König kam im Februar

nach Metz; der Krieg wurde aber endlich am 5. Februar 1()7!>

durch den Frieden von Nimwegen beschlossen.

Die Metzer, welchen

im Jahre zuvor ein Mitbürger de Givry zum Lieulenanl gegeben

worden war, feierten den Frieden sehr festlich und als sie dem

Kr»Dige ihre Beschwerden und die Bitte um Hülfe vortrugen, gewährte

er ihnen nur die ärmliche Summe von IKMIO Livrcs, die sie

unter die Armen vertlicilen licsstüi, deren es bei ihnen nur in zu

zahlreicher Menge gab. Während aber daa Land schwer seufzte

und verarmte, entfiillcte der KJWiig selbst die üppigste Verachwon-

(lung an seinem Hofe und sog dadurch seine l'nlertlianen nur noch

mehr aus. Sein Ehrgeiz Hess ihn auch bald den Ruth eines Mitgliedes

de« Metzer rarinmcnts Namens Havnulx iiufgreifcii. Alles,

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