Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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^^- Topographie.

der Karolinger zu erbrechen und die Köpfe und Gebeine von der

Esplanade in die Mosel zu werfen, sowie die schönsten Denkmäler

zu zerstören. Eine wahre Tollheit des Volks offenbarte sodann

das Fest des acte conslilutionnel am 12. Juli 1793, wo nach Verlesung

der Verfassung eine Verbrüderung von Linientruppen, Nationalgarde

und Volk stattfand,

die Soldaten die Waffen wegwarfen,

mit den Bürgersleuten in den Strassen herumtanzten, die Kavalleristen

Quadrillen ritten, die Artillerie schoss und dazu alle Glocken

läuteten. Dazu folgten dann noch Gesänge und begeisterte Reden

voll Unsinn. Als Marat am nächsten Tage ermordet wurde, steigerte

dies die Wuth noch mehr, man stellte überall Marats Büste

auf und Pfarrer Dupleit niusste ihn in der Kirche St, Martin als

den edelsten der Menschen schildern. Als weitere Folge dieses

Schwindels verlangte am 8, August Abbe Gregoire, selbst Laureat,

die Aufhebung der Akademie als Verbreiterin aristokratischer Laster

und man konnte nicht umhin, ihm zu folgen.

Der Sturz Robespierres brachte auch in Metz seine eifrigsten

Anhänger Lajeunesse, Adam, Delattre, Huin u. A. ins Gefängniss

und entliess daraus viele und der Pöbel musste sich auch fügen,

weil er sah, dass seine Zeit vorüber war. Die Jakobiner-Clubs

wurden geschlossen , die Kirchen wieder dem Kultus zurückgegeben

und selbst Bischof Frangois kehrte aus der Haft zurück. Die

Stadt war aber inzwischen durch die Pöbel- und Assignatenwirlhschaft

und die Kriegssteuern ziemlich herabgekommen, wesshalb

sie sich auch wegen der vielen Lasten in Paris beschwerte und

Verminderung der Garnison verlangte,

weil die Festung ihre Wichtigkeit

verloren habe. Die Regierung konnte aber nicht viel für

sie thun und eröffnete nur ITJKS die alte Münzstätte wieder zur

Prägung von Kupfermünzen. Erst die Errichtung des i'onsulats

und der Bank, der Code cicil, die Rückkehr der Emigrirten, das

Concordat und die Freigebung des Kultus waren im Stande, eine

Besserung der Verhältnisse wieder einzuleiten und zu befestigen.

Nach den verschiedenen Siegen Napoleons hatten schon zu Anfang

Ih04 die Behörden der Stadt ihn gebeten, die Regierung in seiner

Familie erblich zu machen, und als Napoleon am 18. Mai 1804

mit seiner Gemahlin .losephine, deren \'a(er früher lange Parlamentsrath

in Metz gewesen war, den Kaiserthron bestieg, jubelte

ihm auch Metz zu. Daselbst fand in demselben .hihre die Errichtung

dcH Lyceums statt, es wurde die Esplanade an Stelle der

c'ilt^eublleten t'itudelle errichtet, einige neue Strassen eröH'net und

TrottoirM ungelegt und bald darauf wurden die Plätze Je la loi

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