Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

1. Stadtkreis Metz. 245

und St. Jacques in Place ?iapoleon und Austerlitz umgewandelt.

Der Kaiser selbst kam am 26, September 1806, als er den Krieg

gegen Preussen unternahm, nach Metz, wo der Maire ihn mit

einer bombastischen Rede empfing, worin er sagte, die Stadt habe

Karl dem Grossen und Heinrich IV. die Schlüssel überreicht, jedoch

sie Karl V. verweigert, aber darauf die passende kalte Antwort

Napoleons erhielt, er verlasse sich in unvorhergesehenen

Fällen doch lieber auf den Eifer und die Treue der Bürger, als

auf ihre Wälle. Am 25. Juli des nächsten Jahrs kam der Kaiser

wieder nach Metz und wurde feierlichst begrüsst, reiste aber sofort

weiter.

Unter seiner Regierung wurden die Juden emancipirt und erhielten

auch in Metz eine bessere Stellung. Im Jahr 1809 wurden

in Metz drei Kohorten Nationalgarde gebildet und nach Belgien

geschickt und am 9. November 1810 kam der König von Sachsen

auf einige Tage nach Metz, das wieder die Verheirathung des

Kaisers mit Marie Louise und die Geburt des Königs von Rom

mit grossen Festlichkeiten feierte. Die Stadt wurde dafür mit Errichtung

eines Gerichtshofs erster Instanz und Erhebung des Maires

Marchant zum Baron geehrt. Im Jahr 1812 kam der Kaiser am

It). Mai mit seiner Gemahlin nach Metz und hielt eine Revue ab,

im Juli 1812 und 1813 hielt sich dann die Kaiserin kurz daselbst

auf und am 8. November 1813 kam auch der Kaiser wieder durch

Metz, aber zum letztenmale, denn sein Stern war verblichen. Es

erfolgten nun ungemein starke Rüstungen und auch die Moseldörfer

stellten dem Kaiser verschiedene Reitertruppen, auch wurde

der Napoleonstag (15. August 1813) glänzender als je begangen;

aber bald lernte die Stadt nur zu sehr auch die Rückseite kennen,

denn alle Verwundeten von Leipzig wälzten sich auf elenden Karren

mit Stroh der Stadt zu und bald Mar sie mit Kranken überfüllt,

in Folge dessen sehr viele Leute der Stadt ebenfalls dem ausgebrochenen

Typhus erlagen. Von den Soldaten starben zu Metz

von December bis April 9000 Mann und oft 100 an einem Tage.

Bald wurde die Nationalgarde und auch ein Landsturm aufgeboten,

aber letzterer versagte um so mehr den Dienst, als die deutschen

Armeen sich der Gränze nahten. Die Festung Metz behielt nur

eine kleine Garnison, befand sich aber in gutem Vertheidigungszustand

und zum Glück nahmen die Alliirten von ihr wenig Notiz,

indem sie sie nur durch ein schwaches Corps cerniren Hessen. In

der Festung befehligte Graf Durutte, welcher mit Umsicht kommandirte

und jede Gelegenheit benützte, den Cernirungstruppen

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