Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

274 II. Topographie.

flüchtete Gegenstände fortfiihrten und die Kirche verbrannten. Am

10. Mai kamen sie sodann wieder, trugen die Befestigungen ab,

führten die noch übrige Habe fort und verbrannten das Dorf,

wovon nur noch Ruinen übrig blieben.

Zur Gemeinde gehören der Weiler V i 1 1 e r s - 1 e s - R o m b a s und 11 a-

luonville, im Süden.

" '

Roncourt, Dorf auf der Hochebene, 14 Kilom. nordwestlich

von Metz, mit Kirche, 43 Häusern, 131 Einw. , Getreidebau und

Viehzucht und Steinbrüchen, gehörte zu Bar. Es steht südlich

vom Dorfe das für die bei St. Privat 1870 gefallenen Sachsen errichtete

Denkmal.

Zur Gemeinde gehören die

bedeutenden Steinbrüche und das Schloss

von Jaumont, woher die ganze Umgegend gi'ossartige Mengen von

Steinen bezieht.

Sablon {LeJ, Dorf vor Metz, 2 Kilom. südlich davon an der Seille,

mit Kirche, dem Eisenbahnhofe von Metz, 214 Häusern, 295 Familien,

1039 Einw., wobei 52 Evangelische, Gemüsegärtnerei, Kautschukfabrik,

Marmorschleiferei, 2 Bierbrauereien und meln-eren

Gartenwirthschaften, gehörte zum Bisthume Metz. In der Gemarkung

wurden die meisten Römerdenkmale gefunden, denn nicht nur zog

hier die Wasserleitung vorüber, sondern es standen auch bei den

Metzer Thoren Serpenoise, St. Thiebault und Mazelle das Amphitheater

mit mehr als 200 Säulen aus Vogesengranit, die Wasserleitung

und die Thermen, deren Steinreste zu Anfang des siebenzehnten

Jahrhunderts das Material für den Festungsbau lieferten. Sodann

standen hier die ersten Basiliken des Landes, weshalb man den

Platz auch Les Basiliques nannte. Tm Jahre 1122 errichteten die

jjenediktiner von Chezy-sur- Marne das Priorat Notre Dame-des-

Champe, welchem Papst Hadrian IV. einige Reliquien schenkte,

weshalb viele Leute herzu kamen und das Kloster reich beschenkten.

Dies Kloster stiftete 1187 für seine Hcerden la (iraiuje-aux-Onncs,

Bei der Belagerung von Metz im Jahre 1444 wurde das Priorat

zerstört und die Antonisten kauften seine Gü(er. Die Metzer errichteten

1153 an der heute la follc genannten Stelle eine dem

heiligen Fiacre geweihte Kaj)elle zum Andenken an den an diesem

ileiligentnge durch St. Bernhard vermittelten Frieden zwischen

.Mittz, dem (irufcn von Bar und Heinrich de Suliiis, welche aber

i:{24 im Kriege zeratört wurde, worauf man die Reiiciuien in die

Kirche St. GloHHJndc zu Metz übertrug. Die Kapelle wurde zwar

11353 wieder aufgebaut, aber bei der Belagerung von 1144 abermnl«

abgebrochen, worauf die Reliquien in die Kirche St. Nicolaus

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