Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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I^' Topographie.

sowie weiter gegen St. Privat mehrere Denkmäler.

Der Chor der

Kirche im romanischen Style stammt aus dem dreizehnten bis

vierzehnten Jahrhunderte. Im Dorfe besteht ein gut erhaltenes,

1785 erbautes Schloss, bekannt unter dem Namen Pavillon de la

OasseviUe^

und beim Meierhofe bemerkt man noch Ueberreste eines

mit Thürmen versehen gewesenen Gebäudes aus der Feudalzeit.

St. Privat-la-Montagne , Dorf auf der Hochebene, 13 Kilom.

nordwestlich von Metz, an der Strasse nach Briey, mit Kirche,

124 Häusern, 424 Einw., Observationsthurm , wovon man das

Schlachtfeld vom 18. August 1870 übersieht, und verschiedenen Denkmälern

für Gefallene. Hier entschied sich die erwähnte Schlacht,

nachdem das Corps des französischen Generals Canrobert das Dorf

mit grossen Opfern bis gegen den Abend wacker vertheidigt hatte.

Dabei brannten die Kirche und mehrere Häuser ab, die jetzt schöner

wieder hergestellt sind.

Zur Gemeinde gehört der an der Landstrasse gelegene grosse Hof

Jerusalem.

Sanlny, Dorf auf einer Anhöhe und an der Strasse nach

Briey, 7 Kilom. nordwestlich von Metz, mit Kirche, 129 Häusern,

424 Einw., wobei 1 Evangelischer und 5 Israeliten, 2 Mühlen,

Ziegelei, Steinbrüchen, Wein-, Gemüse- und Obstbau, gehörte zu

Bar. Auch hier wurden verschiedene Personen in den Jahren 1481,

1485 und 1488 wegen Hexerei angeklagt und verbrannt. Als aber

das Verbrennen nichts half, suchten die Melzer die Hexerei durch

Bälle und Festlichkeiten zu beschwören, was aber ebensowenig half.

Scy, Dorf auf dem Südabhange des St. Quentin, 4i/., Kilom.

westlich von Metz, mit schöner Aussicht über das Moselthal, Kirche,

133 Häusern, 150 Familien, 4S>2 Einw., vorzüglichem Weinbau

auf 120 Hekt. , Obstbau und Mirabellenzucht, gehörte zum Bisthume

Metz. Scy ist ein sehr alter Ort und entstand aus der

Villa Sigeum, welche der Abtei Gorze seit 745 gehörte; später

erhielt der Ort, der anfangs zur Kirche auf dem St. (Quentin gehörte,

eine eigene Kirche. Im .lahre 1415 legte eine Schaar l>urgunder

den Ort in Asche. Im .Inhre 1734 kaufte die Stadt Met/,

hier ein Terrain, um eine Wasserleitung anzulegen, die 87,150 Frcs.

kostete. Die meisten Klöster der Gegend suchten des guten Weins

wegen hier Itebgelände zu erwerben. Manche Häuser sind sehr

ult und dienten als Herrenwohimngen, eines soll den 'Jempelherren

geh(irt haben und ein andere« befestigt gewesen sein.

Zur ücmeiinle Kclinrt flcr slldlicli

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