Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

232 II- Topographie.

verkaufte Johann von Gournais, Sohn des Echevin, seine Güter

zu Arry an die Antonisten in Pont-ä-Mousson, Avelche 1417 einen

Theil ihrer hiesigen Reben wieder abgalten. 1385 gab Robert

von Bar seine Güter zu Arry an Tliicbault Rataiile, Bürger

> on Metz.

Zur Gemeinde gehören der an der Strasse nach Pont-a-Mouj^son gelegene

Hof Voisage und die Zollstelle La Lobe, dicht an der Mosel.

In Voisage ^\iirden im vierzehnten und lunfzehnten Jahrhunderte die

Matches d'Estaull abgehalten, wo eine Commission die gegenseitigen I3e-

.-^chwerden

der Herren und Länder der Uegend untersuchte.

Ars, Dorf an dem Einflüsse des Maneebachs in die Mosel

und am Eingange eines freundlichen Thals, 6 Kilom. nordwestlich

von Gorze, mit Kirche, katholischer und evangelischer Pfarrei,

473 Häusern, 1302 FamiUen, 5371 Einw., wobei 163 Evangelische,

1 Mennonit und 28 Israeliten, 2 Brücken über die Mosel, 4 IMühlen.

Papierfabrik. 2 grossen Eisenwerken, Wochenmarkt, Postamt.

Steneramt, Steuerkasse, Landwehrcompagniebezirk, Wein-, Obstund

Gemüsebau, gehörte zum Bisthume Metz. Von den Eisenwerken

enthält das der österreichischen Creditgesellschaft und

Consorten (früher Dupont und Dreyfuss) das Werk St. Paul mit

3 Hochöfen und 32 Puddelöfen und das Werk St. Benott mit

3 Hochöfen, 2 Kupolöfen und 1 Gussflammofen, das mit 1800 Arbeitern

alle Arten von fa^onnirtem Eisen, Eisenbahnartikel und

Gusswaaren liefert,

und jenes der Inrnia Karcher und Western)ann

hat 2 Hochöfen, 2 Kupolöfen und Iti Puddelöfen, welche mit

1300 Arl>eitern liauptsächlich kleineres Fa^oneisen, Feineisensorten,

Grubenschienen und verzinnte Blechwaaren verfertigen. Die alte

Kirche, welche 1807 verbrannte, war eine schöne Basilika, unter

welcher sich ein Gefiängniss befand und die mitten in einer riuni-

£chen Veste, genannt Ar.r propc Mosellam, stand; die neue Kirche

von 181(5 bietet nichts Bemerkenswerlhes dar. Im Gemeindewnld

Gerl)6haie oder de la Citerue belinden sich die Ruinen eines alten

Gebäudes, welche« einst den Tempelherren gehört haben soll und

wovon der Brunnen noch erhalten ist. 1 Kilom. südlich sind noch

mehrere Bogen der römischen Wasserleitung erhallen. Im .liihre 88!)

gab König Arnulf einige Güter zu Ars an den Arzt der grossen

Kirche in Metz für geleistete Dienste zur Nulzniessung und SJ)2

das Eigenthuin davon an das Kloster St. Aruould. Im .bihrc 1440

erhoben sich die Bewohner von Ars gegen den Bischof Raoul von

Coucy, worauf dieser mit 300 Reitern und 5(K) Wagen vor Ars

erschien, die Häuser \ erbrannte, \'n:\e Gefangene machle und allen

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