Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

286 !'• Topographie.

mit Kirche, 275 Häusern, 378 Familien, 1222- Einw., wobei

22 Evangelische, Bahnstation, 2 Mühleu, Holzhandel, Nebenzollamt

IL Klasse, Wein- und Obstbau und dem Hüttenwerke der

Aktiengesellschaft, das mit 120 Arbeitern auf einem Hochofen

Frischerei - Roheisen zum Verkauf liefert, gehörte zum Bisthume

Metz. Das vor 1791 der Abtei Gorze gehörige Dorf zerfällt in

zwei durch den Gorzer Bach abgesonderte Weiler.

Der nördliche

heisst L'Aitre oder Lätre, was im Metzer Patois so viel heisst,

al.s LalrciUe oder Kirchhof, der in der That sich hier betindet.

Der zweite im Süden heisst Cloitre, weil in der nachmaligen

Zehntscheuer ein Nonnenkloster gewesen sein soll. Ein dritter

Weiler heisst Berceau. Cloitre gehört dem Herrn de Chazelles.

Es war in Noveant, das auf römischen Grundmauern steht, ein

mittelalterliches Schloss,

das dem Herzoge von Rohan gehört haben

soll. Es kam vom Gouverneur de Neuvry an Andere und erlitt

seit 1830 grosse Veränderungen. Ueber die Mosel führt eine Drahtbrücke

nach Corny, welche 1837 erbaut wurde. Schon 858 besass

Kloster Gorze hier Güter. Weil im Jahre 1403 der Abt von

Gorze den hiesigen Maire Guib^rials Huels, der zugleich Bürger

von Metz war, gefangen setzte, zogen die Metzer nach Gorze,

um denselben zu befreien. Am 28. September 1490 schlössen die

Metzer und der Gouverneur der Citadelle hier einen WafFenstillstand

auf 15 Monate mit dem Herzoge von Lothringen.

Rezojiville, Dorf an der Strasse nach Verdun, 6 Kilom. nördlich

von Gorze, mit Kirche,

146 Häusern, 454 Einw., Getreidebau,

Viehzucht und Holzhandel, liegt südlich von der alten Hömerstrasse

und gehörte zum Bisthume Metz. Hier fand die Schlacht vom

16. August 1870 statt.

Zur (ieineinde gehört der südwestlich gelegene Woiler Flavigny,

wo einst ein Kloster gestanden haben soll und von wo aus rrinz Friedrich

Karl am 16. August 1870 die Schlacht leitete.

Rozerieulles, Dorf an der Ötrasee von Metz nach Verdun,

9 Kilom. nordöstlich von Gorze, an der alten RömersIrasse, mit

Kirche, 134 Häusern, lh3 Famihen, 5M Einw., 2 Mühlen, Oelmühle,

sehr guten Steinbrüchen, Kalköfen, Bierbrauerei, Eisenglesserei,

Kartoflel-, Wein- und Ob.sthiiu, hesondors von Mirabellen, geluu'te

einst zum Bißthume Metz. Vcrsciiiedenu Klöster hatten hier Rebgüter,

wie die l'rümonstrutenser, welclie eine Priorei hier errichteten,

wovon di(^ Kapelle noch erhallen ist. Das Leiien Rozericulleti

gehörte 14«)8 dem Joliann d'Autel, Herrn von Apremont,

142(i der Familie Baudoche, 1434 den Daix (Descli) und 1445 dem

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