Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

2. Landkreis Metz. 287

Johann Baudoche, im siebenzehnten Jahrhundert dem Herrn Chavenel

und dem Kloster St. Vincent. Im Deeember 1434 wurde Rozerieulles

von den Schaaren des Poltron de Xaintrailles verheert und verbrannt

und bei

der Belagerung von Metz 1444 waren hier Truppen

der Belagerer. Während der Belagerung von 1552 machte der

Marschall Vieilleville einen Ausfall und tödtete hier dem Feinde

700 Mann.

Zur Gemeinde gehören die Hole von Maison-Neuve, Pampeliine,

St. Hubert, auf der Höhe gegen Gravelotte, mit zahlreichen Grabdenkmälern

in der Nähe, die Mühlen Longeau und Bazin (Bazaine) und

die Bierbrauerei von Maison-Neuve. Der an der Strasse nach Gravelotte

auf der Höhe erbaute Hof Point -du -jour, wo Kaiser Napoleon am

J5. August 1870 die Armee vorbeiziehen sah, ist seit dem Brande vom

18. August 1810 nicht mehr aufgebaut worden.

Ste. Ruffine, Dorf auf einer Anhöhe mit schöner Aussicht,

10 Kilom. nordöstlich von Gorze, mit Kirche, 79 Häusern, 231 Eimv.,

2 Mühlen, Ziegelei, Wein-, Obst- und Gemüsebau, gehörte zum

Bisthume Metz und soir einst ein Templerhaus gehabt haben. Den

Namen soll der Ort von Theodwin, Kardinal von St. Ruffine, erhalten

haben, der im dreizehnten Jahrhunderte in Metz wohnte.

Im siebzehnten Jahrhunderte gehörte die Herrschaft den Abteien

St. Glossinde und Symphorien zu Metz. Als Herzog Renö II. von

Lothringen

im Jahre 1490 Metz vergebens angriff' und durch Verrath

zu nehmen gedachte, lagerte er hier. Im Jahre 1582 gab

Noel Journet, ein alter Soldat und hier Schulmeister, ein Buch

heraus, das die Sorbonne für ketzerisch erklärte, worauf man den

Lehrer in Metz verbrannte. Man hatte eine Widerlegung des Buchs

verfasst, weil dieselbe aber nicht stichhaltig war, erklärte der

Bischof von Madaure einfach, solche Lehren Hessen sich überhaupt

nicht erörtern, man müsse sie einfach glauben, und Diejenigen,

welche dies nicht thun, nicht durch die Vernunft, sondern durch

den Stock dazu zwingen. Die Kirche befand sich auf der andern

Seite des Dorfs, wo noch ein Rest davon mit romanischer Sculptur

am Thore und Inschrift von 1538 steht; die jetzige Kirche wurde

1726 erbaut. Die alte Kapelle ist heute noch ein Wallfahrtsort.

Zur Gemeinde gehören die einzelnen Häuser le Goglo und la

Cueillerotte.

Vaux, Dorf in einem Thalgrunde, links von der Mosel, 8 Kilom.

nordöstlich von Gorze, mit Kirche, 103 Häusern, 159 Familien,

589 Einw. , wobei 4 Israeliten, Wein- und Obstbau und Landhäusern,

gehörte zum Bisthume Metz. Vaux ist sehr alt und schon

716 genannt, hat eine gothische Kirche aus dem dreizehnten Jahr-

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